6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren

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1 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Konzeption des Kapitels Zu den biografischen Aufgaben in Pubertät und Adoleszenz gehört für Jugendliche die Neudefinition ihrer Rolle in der Familie, eingebunden in die Entwicklung einer erwachsenen Identität und eines stabilen Selbstbewusstseins. Dazu passend führt die Lektüre von Kurzgeschichten in diesem Kapitel die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit menschlichen, schwerpunktmäßig familiären Beziehungen. Die reflektierte Beschäftigung mit Kommunikation als zentralem Ausdruck und Vehikel menschlicher Beziehungen erreicht dabei erstmals auch eine modellhafte Ebene. Das erste Teilkapitel ( Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren ) thematisiert Familienbande anhand von drei kürzeren und einer längeren Kurzgeschichte in ganz unterschiedlichen Figurenkonstellationen. Die Schülerinnen und Schüler messen den Spielraum von Deutungsmöglichkeiten zum einen anhand gestalterischer Aufgaben aus, zum anderen werden sie über analytische Aufgaben zu einer vertieften und strukturierten Textuntersuchung und zu einer zusammenhängenden schriftlichen Textinterpretation geführt. Das zweite Teilkapitel ( Menschen in Beziehungen Kommunikation in literarischen Texten untersuchen ) macht die Lernenden mit grundlegenden Faktoren menschlicher Kommunikation bekannt, indem sie diese beispielhaft in der Kurzgeschichte Kritik von Daniel Kehlmann bewusst wahrnehmen, untersuchen und weiterentwickeln. Die Unterscheidung verbaler, nonverbaler und paraverbaler Ausdrucksmittel sowie das Vier-Seiten-Modell einer Nachricht von Schulz von Thun werden eingeführt und an verschiedenen Beispielen erprobt. Mit dem Begriff der Metakommunikation sowie dem Kooperationsprinzip von Paul Grice werden weitere kommunikationspsychologische und -theoretische Instrumentarien auf einer basalen Ebene eingebracht, reflektiert und angewendet. Das dritte Teilkapitel ( Fit in Eine Kurzgeschichte interpretieren ) leitet die schriftliche Interpretation der Kurzgeschichte Die Kirschen von Wolfgang Borchert schrittweise an. Das Teilkapitel eignet sich damit besonders als Übung für eine Klassenarbeit. Literaturhinweise Bekes, Peter: Extrakte des Lebens Kurzprosa im Deutschunterricht. In: Deutschunterricht 2/2010, S Marx, Leonie: Die deutsche Kurzgeschichte. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Metzler, Stuttgart 2005 Meyer, Anne-Rose: Die deutschsprachige Kurzgeschichte. Eine Einführung. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2014 (Grundlagen der Germanistik 54) Rosebrock, Cornelia: Neue kurze Prosa. In: Praxis Deutsch 206/2007, S Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden. Bd. 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Bd. 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. Bd. 3: Das Innere Team und situationsgerechte Kommunikation. Kommunikation, Person, Situation. Rowohlt, Reinbek 1981 Spinner, Kaspar H.: Kurzgeschichten Kurze Prosa. Grundlagen Methoden Anregungen für den Unterricht. Kallmeyer, Seelze 2012 Spinner, Kaspar H.: Neueste Kurzprosa. In: Praxis Deutsch 249/2015, S Übungsmaterial im Deutschbuch 5 Arbeitsheft Eine Kurzgeschichte analysieren und interpretieren, S

2 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Inhalte S Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren August Macke: Drei Frauen am Tisch bei der Lampe S Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren Rätselhafte Familiengeschichten Gestaltend interpretieren Julio Cortázar: Familienbande S. 115 Wolfgang Koeppen: Klas sieht seinen Vater S. 118 Und das ist das Problem Eine Kurzgeschichte interpretieren Marlene Röder: Wie man ein Klavier loswird S. 125 Teste dich! Eine Kurzgeschichte interpretieren Sibylle Berg: Vera sitzt auf dem Balkon S Menschen in Beziehungen Kommunikation in literarischen Texten untersuchen Daniel Kehlmann: Kritik Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sprechen am Beispiel eines Gemäldes über (familiäre) Beziehungen gestalten einen Text zum Bild tauschen sich darüber aus füllen Leerstellen der Kurzgeschichten durch szenische Gestaltung und eigene Texte setzen sich konstruktiv mit der Unabschließbarkeit von Sinnbildungsprozessen bei der Lektüre auseinander rekapitulieren Merkmale von Kurzgeschichten, beschreiben literarische Besonderheiten untersuchen die sprachliche Gestaltung systematisieren ihre Untersuchungsergebnisse mit Hilfe von Leitfragen benennen Handlungsschritte untersuchen Zeitstrukturen charakterisieren Figuren beschreiben sprachliche Gestaltungsmittel und deren Wirkung schreiben eine Interpretation führen interpretative Angebote begründet weiter benennen und belegen Gattungsmerkmale an einer Kurzgeschichte erzählen die Geschichte zu Ende und vergleichen ihren Schluss mit dem Original unterscheiden verbale, non- und paraverbale Ausdrucksmittel, untersuchen und erproben deren Zusammenspiel im gestaltenden Vortrag S. 130 Alltagskommunikation analysieren nutzen das Vier-Seiten-Modell einer Nachricht für die Untersuchung von Kommunikation unterscheiden Inhalts- und Beziehungsebene bei Sprachhandlungen benennen Gründe für misslingende und kennen Möglichkeiten für gelingende Kommunikation S. 132 Fordern und fördern Kommunikation untersuchen S Fit in Eine Kurzgeschichte interpretieren Wolfgang Borchert: Die Kirschen untersuchen einen kurzen Dialog im Hinblick auf Sachinformation, Selbstkundgabe, Beziehungsseite und Appell benennen Gründe für das Scheitern der Kommunikation erschließen und deuten Handlung, Figuren sowie sprachlich-stilistische Gestaltung entwickeln einen Schreibplan formulieren ihre Analyse und Interpretation aus überarbeiten ihren Text kriteriengeleitet 175

3 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Das Gemälde Drei Frauen am Tisch bei der Lampe von August Macke auf der Auftaktseite des Kapitels regt die Lernenden zu einer ersten Auseinandersetzung mit menschlichen Beziehungen an. a Der Titel des Ölgemäldes Drei Frauen am Tisch bei der Lampe beschreibt zentrale Bildinhalte präzise, wobei die Anführung der Lampe auch einen Hinweis auf die abendlich behagliche Stimmung des farbintensiven Bildes gibt. Das um das strahlende Weiß der Lampe herum in Gelb-, Orange- und Rottönen gehaltene Zentrum des Bildes vermittelt Licht und Wärme. Mit dem Stillleben im Vordergrund, zu dem außer der Lampe eine Plätzchen- oder Obstschale und eine Glasflasche gehören, korrespondiert das Stillleben der drei Frauen, die schweigend und in sich gekehrt um den Tisch sitzen: Das könnten Eindrücke sein, die die Schülerinnen und Schüler mit der Szene verbinden. Vielleicht verbinden sie die Situation aber auch mit Langeweile, finden sie altmodisch, empfinden die Frauen in ihrer schlichten, sehr dezenten, dunklen Kleidung als ernst und konservativ oder fragen sich, warum es keine Männer auf dem Bild gibt. b Es ist naheliegend, aber keineswegs zwingend, die drei Frauen in einer familiären Beziehung zu sehen. Sie wirken unterschiedlich alt, deswegen könnte zum Beispiel die linke als Großmutter, die hintere als Tochter und die rechte als Mutter gesehen werden. Aber es könnten auch drei Nachbarsfrauen sein, die sich für gemeinsame Handarbeiten und Lektüre getroffen haben. Haben sich die drei um den Tisch versammelt, weil sie den Abend gerne zusammen verbringen wollen? Oder hat sie nur die gegebene häusliche Situation zusammengeführt? Da die Augen bei allen dreien gesenkt sind, gibt es keinen Blickkontakt; alle drei scheinen zu schweigen und mit den eigenen Gedanken bzw. mit einem Text bzw. einer Handarbeit beschäftigt zu sein. (Oder liest die linke Frau den anderen beiden aus der Zeitung vor?) Deutet das vermutlich schweigende Miteinander an, dass die drei sich nichts zu sagen haben? Sind sie einsam, isoliert trotz der äußeren Gemeinschaft? Haben sie Geheimnisse voreinander? Oder sind sie einander durch das Zusammenleben so vertraut, dass sie nicht dauernd miteinander sprechen müssen, sondern das stille Zusammensein jede für sich genießen können? a Überlegungen und Fragen wie die zu Aufgabe 1 ausgeführten können die Schülerinnen und Schüler von der Bildbeschreibung in die Narration führen, um die es in diesem Kapitel gehen wird: Auch das Bild stellt eine Momentaufnahme dar, die in der Wahrnehmung der Betrachter eine bzw. viele Geschichten erzählen kann. In den Kurzgeschichten wird es ebenfalls um solche Szenen, Momente in Beziehungen, gehen. Die literarischen Texte erzählen im Medium des Wortes anders als ein Bild, lassen aber häufig nicht weniger Deutungsspielräume. Diese Erfahrung können die Lernenden zunächst selbst machen, indem sie die Szene des Bildes verbalisieren. Der erste Impuls bleibt dabei ganz im Rahmen des Bildes, der zweite und dritte Impuls öffnen diesen Rahmen und bringen eine Dynamik ins Geschehen, die über das Bild hinausführt. b Die Frage nach den erzählerischen Mitteln bedarf möglicherweise einiger Impulse, um deutlich zu machen, was damit gemeint ist, z. B.: Habt ihr in der Ich- oder in der Er-/Sie-Form geschrieben? Habt ihr wörtliche Rede verwendet? Sprechen die Frauen in euren Texten unterschiedlich, zum Beispiel weil sie unterschiedlich alt sind? Welche Wörter habt ihr gewählt, um die Situation oder die Figuren für euer Empfinden passend zu beschreiben? Durch die bewusste Wahrnehmung der eigenen Textgestaltung kann die Aufmerksamkeit für die Gestaltungsmittel der folgenden literarischen Texte geschärft werden. Das Gespräch über die selbst geschriebenen Texte motiviert vielleicht dazu, an diesen noch etwas zu ändern oder zu verbessern: Dazu sollte dann Gelegenheit gegeben werden, z. B. als Hausaufgabe oder in einer Freiarbeitsphase. 176

4 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren Rätselhafte Familiengeschichten Gestaltend interpretieren Der erste Abschnitt des Kapitels fördert insbesondere die Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, sich auf die Unabschließbarkeit des Sinnbildungsprozesses ein[zu]lassen (so die Formulierung Kaspar H. Spinners in seinem Modell literarischen Lernens, in: Praxis Deutsch 200/2006, S. 12). Deshalb stehen bewusst zwei Geschichten am Anfang, die sich eindeutiger Interpretation verschließen und auch nicht eindeutig in die Kategorie Kurzgeschichte einzuordnen sind. Gestaltende Verfahren sind besonders geeignet, Ausdrucksformen für das individuelle Verständnis der kurzen erzählenden Texte zu finden. Gerade aus der Wahrnehmung der Besonderheit und Rätselhaftigkeit der Geschichten ergeben sich adäquate und vertiefte Möglichkeiten zum strukturierten analytischen und interpretierenden Umgang mit den Texten. Julio Cortázar: Familienbande Der argentinisch-französische Dichter Julio Cortázar ( ) ist berühmt für seine Kurzgeschichten und Erzählungen, in denen er auf subtile Weise alltägliches Geschehen bis an die Grenze des Surrealen führt. So verhält es sich auch in Familienbande : Indem man weder etwas über die Gründe für den Hass der Familienmitglieder auf die Tante erfährt noch über die Ursache von deren Gleichmütigkeit, ja Freude angesichts der postalischen Attacken, belässt die Geschichte die Leserin, den Leser in der Spannung des Rätselhaften und Unverständlichen. Mit dem Nadelstecken, das entfernt an Voodoo- Praktiken denken lassen kann, kommt ein Moment des Magischen hinzu. Erste Wirkungen nach dem Lesen könnten u. a. sein: Neugier auf die Hintergründe der Geschichte, Amüsement über die drastischen Formulierungen auf den Karten, Ablehnung oder Reiz der Geschichte wegen ihrer Rätselhaftigkeit, Sympathie oder Antipathie gegenüber der skurrilen Tante. a Wenn nötig, sollte die Methode des Standbildbauens noch einmal erläutert werden (vgl. Deutschbuch 3, S. 337). Textstellen, in denen Gefühle von Tante Angustias benannt oder ausgedrückt werden: glücklich (Z. 12), entzückt (Z. 15), gerührt (Z. 34) Textstellen, in denen Gefühle der Familienmitglieder benannt oder ausgedrückt werden: hassen (Z. 1), voller Beleidigungen (Z. 7 f.), außerdem alle Zitate von den Postkarten (vgl. Z ) b Die unterschiedlichen Bedeutungen von Bande : Bande (1): das, was etwas zusammenschließt, umfasst, z. B. die Umrandung einer Zirkusarena, einer Sportbahn oder eines Billardtischs. In diesem Sinn wird der Ausdruck Familienbande oft verwendet für das, was eine Familie verbindet dass man miteinander verwandt ist, eine gemeinsame Geschichte, gleiche Gene hat. Familienbande können mehr oder weniger stark wirken oder auch zerbrechen. In der Geschichte von Cortázar liegt hierhin gerade das Rätselhafte: Was hält diese Familie zusammen, was bindet die Verwandten an die Tante, wo sie diese doch so hassen? Bande (2): eine Gruppe, die sich zusammengeschlossen hat und durch ihr den sozialen Normen nicht entsprechendes, möglicherweise sogar kriminelles Verhalten auffällt: Rockerbande, Räuberbande, Gangsterbande u.ä. Die derbe Ausdrucksweise der Familienmitglieder sowie der dezente Hinweis auf das Polizeipräsidium in der Adressangabe (Z. 9 f.) legen die Assoziation an eine nicht ganz saubere Familie nahe. a Mögliche Fragen, die der Text offenlässt: Warum hassen die Familienmitglieder Tante Angustias so sehr? Was ist in der Vergangenheit passiert, das zu der merkwürdigen Beziehungskonstellation geführt hat? Wie äußert sich der Hass der Familie sonst noch, außer in Form der Postkarten? Wieso freut sich die Tante über die Postkarten mit den Beleidigungen und Beschimpfungen? 177

5 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Wie alt ist die Tante? Warum muss sie nicht arbeiten? Wie können Karten so in einem Album platziert werden, dass man beide Seiten sehen kann? Was denkt Tante Angustias, wenn sie die Nadeln in die Unterschrift sticht? Haben diese Nadelstiche eine magische Wirkung? b Mögliche Ideen für eine Vorgeschichte: Abhängigkeit der Familienmitglieder von Tante Angustias Die Tante ist in den Besitz von Dokumenten gelangt, die es ihr ermöglichen, den Rest der Familie wegen deren kriminellen Machenschaften zu erpressen. Die Tante ist, im Gegensatz zum Rest der Familie, sehr reich. hat sich den Reichtum auf Kosten der übrigen Familie erschlichen gibt von ihrem Reichtum nichts ab hat in ihrem Testament ihre gesamte Familie enterbt ist ein bisschen verrückt, vielleicht dement ist Analphabetin und kann das auf den Postkarten Geschriebene nicht lesen Da die Erzählung von Cortázar sich gerade durch ihre Rätselhaftigkeit und Skurrilität auszeichnet, sollte auch den Geschichten der Schülerinnen und Schüler zugestanden werden, nicht unbedingt eine hundertprozentig schlüssige Auflösung aller Fragen zu bieten, sondern fantasievolle bzw. fantastische Erklärungen narrativ zu gestalten. Diese Aufgabe ist sinnvoll nur dann zu bearbeiten, wenn die Schülerinnen und Schüler sich schon einmal mit Kurzgeschichten als Gattung beschäftigt haben (z. B. anhand von Deutschbuch 8, Kapitel 6). Dann sind die komprimierten Merkmale geeignet, um Cortázars Geschichte gerade nicht als Erfüllungsgehilfen einer Gattungstypologie zu funktionalisieren, sondern das Besondere und Originelle der Erzählung hervorzuheben. Dabei treffen einige Merkmale, die als typisch für Kurzgeschichten gelten, auf die Geschichte zu: mit 38 Zeilen schon eher eine Kürzestgeschichte als eine Kurzgeschichte unmittelbarer Einstieg, ohne dass z. B. die Figuren ( sie, Tante Angustias ) vorgestellt werden oder die zugrunde liegende Situation geklärt wird Der offene Schluss ist hier konkret als indirekte Frage formuliert, die nicht beantwortet wird. In den Kartengrüßen findet sich derb-vulgäre Umgangssprache; in den erzählend-beschreibenden Teilen überwiegt eine klare, schmucklose Sprache in überschaubaren Satzgefügen, nur gelegentlich fallen eine Aufzählung (vgl. Z. 5 f.), eine Metapher (vgl. Z. 27 f.) oder eine besonders ausdrucksstarke Wortwahl ( hassen, Z. 1; entzückt Z. 15; gerührt, Z. 34) auf. Doch die Erzählung entfaltet ihre eigentümliche Wirkung genau in den Aspekten, die nicht typisch für die Kurzgeschichte sind: Vor allem gibt es keinen zielstrebigen Handlungsverlauf, keinen Höhe- oder Wendepunkt, vielmehr wird ein offenbar andauernder Zustand beschrieben, für den keine Änderung, keine Entwicklung abzusehen ist. Dies ist umso verwunderlicher, als es sich um einen äußerst widersprüchlichen und spannungsreichen Zustand handelt, in dem disparate Gefühle in unverständlicher Weise einander gegenüberstehen. So gesehen ist das ausschnitthaft dargestellte Geschehen zwar innerhalb des familiären Systems alltäglich: Es wird der übliche Tagesablauf von Tante Angustias beschrieben und das regelmäßige Verhalten der Familienmitglieder im Urlaub. Aber alltäglich im Sinne von allgemein üblich sind diese Verhaltensweisen keineswegs. Sollten die Schülerinnen und Schüler noch nicht systematisch in den Umgang mit Kurzgeschichten eingeführt worden sein, empfiehlt es sich, die Gattungsaufgabe an dieser Stelle zurückzustellen und erst nach der Lektüre mehrerer Kurzgeschichten induktiv und ausführlicher anzugehen (vgl. dazu ggf. auch Deutschbuch 4, Kapitel 6). 178

6 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren Wolfgang Koeppen: Klas sieht seinen Vater Vier Jahre nach dem Tod Wolfgang Koeppens ( ) wurden mit dem ersten Nachlassband Auf dem Phantasieroß. Prosa aus dem Nachlass 170 Texte des Autors erstmals veröffentlicht, darunter die für den Schülerband ausgewählte kurze Erzählung. Dass diese auch einen Reflex auf Koeppens eigene Biografie darstellt, kann zumindest in Betracht gezogen werden. Denn Koeppen wuchs als uneheliches Kind bei seiner Mutter, einer materiell benachteiligten Weißnäherin und Souffleuse, auf, und hatte zeit seines Lebens keinen Kontakt zu seinem Vater, einem Augenarzt und Dozenten für Augenheilkunde in Greifswald. Hinweise auf den Schluss, die der Text gibt: Klas hat eine Tötungsabsicht. Er wirft seinem Vater Schuld vor. Der Vater erklärt sich schuldig. Im Raum gibt es einen Revolver, der erreichbar auf dem Tisch liegt. Es fällt ein Schuss. Der Vater geht durch den Raum, verlässt ihn und schließt die Tür hinter sich. Erklärungen und unterschiedliche Möglichkeiten, was am Ende geschehen sein könnte: Der Vater hat den Revolver absichtlich auf den Tisch gelegt und wie zufällig vergessen, weil er seine Schuld einsieht und sich (von seinem Sohn) richten lassen will. Der Vater hatte den Revolver auf dem Tisch liegen, weil er (wieder einmal) wegen seines schlechten Gewissens an Selbstmord gedacht hat. Klas, der in Tötungsabsicht gekommen ist, hat den Revolver gegriffen und auf seinen Vater geschossen. Der Vater hat aber schon den Raum verlassen, deswegen trifft ihn der Schuss nicht. Der Schuss trifft ihn noch durch die geschlossene Tür. Klas erschießt sich aus Verzweiflung über sein Leben selbst mit dem Revolver. Nachdem er das Schuldeingeständnis seines Vaters gehört hat, verschafft Klas seiner Wut und Aggression abschließend Erleichterung, indem er in die Luft schießt. Entsprechend diesen Hinweisen und den unterschiedlichen vorstellbaren Szenarien für den Schluss der Geschichte können die Lernenden mehr oder weniger spektakuläre Meldungen konstruieren. Nötigenfalls kann die Aufgabe reduziert werden, indem nur aussagekräftige Schlagzeilen formuliert werden. Die Geschichte wendet sich, als Klas im Kino ist (Z. 24 ff.). Deutlich gemacht wird dieser Wendepunkt auch sprachlich durch das Adverb plötzlich (Z. 25) und den Satz, der das nachfolgende Geschehen einleitet: Und was nun kam, war ein sonderbar verwirrendes Abenteuer (Z. 26 ff.). Klas erlebt im Kino einen besonderen Moment der Entspannung (vgl. Z. 21 ff.). In diesem Zustand tauchen erst der Name des Vaters und dann auch seine Gestalt auf ob nur in Klas Gedanken, als eine Art Halluzination, oder tatsächlich im Film (es handelt sich wahrscheinlich um einen mit Musik unterlegten Stummfilm, vgl. Z ), ist nicht eindeutig zu klären. Diese Erscheinung löst in Klas die Erkenntnis seiner nicht zu ändernden genetischen Abhängigkeit von seinem Vater aus. Es macht ihn wütend, dass er zwar materiell vom Vater nie einen Nutzen hatte und haben wird, aber möglicherweise schlechte Anlagen, Eigenschaften, Krankhaftes von ihm geerbt haben könnte. Diese Erkenntnis und diese Wut treiben ihn an, den Vater aufzusuchen. a Beispiel für einen inneren Monolog von Klas am Grab der Mutter: Mutter, ich bin immer noch so aufgewühlt und wütend. Ich will dir erzählen, was gestern geschehen ist: Ich bin im Kino. Plötzlich muss ich an ihn denken, sein Name ist aufgetaucht, und da sehe ich ihn vor mir und denke: Der ist doch verrückt, das ist doch nicht normal und wenn er verrückt ist, dann werde ich vielleicht auch verrückt! Vielleicht werde ich genauso wie er, und dann ist das das Einzige, was ich von ihm geerbt habe. Das ist doch unglaublich ungerecht, Mutter. Dich hat er in Armut dahinleben lassen, nie hat er sich um mich gekümmert. Da muss doch jemand krank sein, wenn er sich um sein eigenes Kind kein einziges Mal kümmert. Aber diese menschliche Schwäche, seinen miesen Charakter, seine Gefühllosigkeit und Leichtfertigkeit, die habe ich womöglich von ihm geerbt. Diese Ungerechtigkeit kann ich nicht länger ertragen, Mutter! Ich bin zu ihm hin, ich wollte ihn umbringen, ich will ihn töten. Damit ich ihn endlich loswerde, damit er nicht mehr unerwünschter 179

7 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Teil meines Lebens ist, so wie ich immer ein unerwünschter Teil seines Lebens war. Damit er bestraft wird, für das, was er mir, was er uns angetan hat. b Damit alle Schülertexte gehört und kommentiert werden können, bieten sich Feedbackrunden in kleinen Gruppen an. Nachdem Gelungenes und Problematisches an allen Produkten gewürdigt worden ist, können aus den Gruppen besonders überzeugende Texte für den abschließenden Vortrag im Plenum vorgeschlagen werden. c Die verschiedenen Effekte der Erzählformen können tabellarisch gegenübergestellt werden: Er-/Sie-Erzählform (Koeppens Text) mehr Distanz zur Figur, auch durch artifiziell (künstlich) wirkende Sprache durch personales Erzählverhalten und bei wörtlicher Rede (Z. 52 ff.) aber vergleichbare Wirkung wie Ich-Erzählung Ich-Erzählform (Schülertexte) unmittelbarer Einblick in die Gedankenwelt der Figur durch alltagsnahe Sprache eher lebensechte Wirkung Analog zu dem Beispiel auf S. 117 im Schülerband können die in der Aufgabenstellung beispielhaft genannten Textstellen z. B. folgendermaßen sprachlich kommentiert werden: Klas sieht seinen Vater (Z ) Untersuchung der sprachlichen Gestaltung Später, gestorben war die Mutter, verließ er das muffige Nest seiner Jugend und fror und hungerte in der Hauptstadt sich empor zu einem Ziel. unbestimmte Zeitangabe; wichtiges Ereignis nur beiläufig im Nachsatz ausdrucksstarke Kurzcharakteristik nüchterne, sehr knappe Bezeichnung problematischer materieller Lebensbedingungen oder Ausdruck von Sparsamkeit? ungewöhnlich Satzstellung/Inversion unbestimmter Artikel: Uninteressant, was für ein Ziel ist es dann überhaupt eins? Klas sieht seinen Vater (Z ) Untersuchung der sprachlichen Gestaltung Und was nun kam, war ein sonderbar verwirrendes Abenteuer, da Klas zitternd und starren Blickes saß in der apathischen Menge, verhuschte der Name, und der Herr dieses Namens erschien im Licht, wo er lautlos redete, lachte und sich drehte wie ein Mannequin, zu den blechernen Klängen eines verstimmten Orchestrions. Ankündigung, Vorausdeutung passender Begriff für das Folgende? Inversion ungewöhnliche Wortwahl, Personifizierung? umständliche, distanzierende Umschreibung erinnert an religiöse Erscheinung scheinbarer Widerspruch (Stummfilm?) auffälliger Vergleich typisch für Stummfilm-Kino Stilistische Textexperimente: 1 ein sonderbar verwirrendes Abenteuer ein bedrückender Traum eine magische Erfahrung eine unwirkliche Begegnung 2 Und nun kam ein sonderbar verwirrendes Abenteuer. Klas saß zitternd und starren Blicks in der apathischen Menge. Der Name verhuschte. Der Mann dieses Namens erschien im Licht. Er redete lautlos, lachte und drehte sich wie ein Mannequin. Dazu die blechernen Klänge des verstimmten Orchestrions. 180

8 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren Klas sieht seinen Vater (Z ) Untersuchung der sprachlichen Gestaltung Und in ihm, dem nichts Besitzenden, stieg Wut, jetzt, da er zu wissen glaubte, auch er würde erben, zwar keine Güter, aber Unerwünschtes. nachgestellte Erläuterung, ungewöhnliche Nominalisierung Charakterisierung über die materielle Bedürftigkeit Betonung des Moments Wissen erscheint zweifelhaft Wer noch? Er ist doch ein Kind wie alle anderen? Rückbezug auf das Materielle: Entbehrung als prägende Erfahrung 1) Sarkasmus: Das Einzige, was er je von seinem Vater bekommt, ist ein unerwünschtes Erbe. 2) vage Bezeichnung: Was ist gemeint? Mögliche Diskussionspunkte zur Aussage der Geschichte über Familie/Familienbande: Man kann seiner Familie nicht entkommen. Auch wenn Familienmitglieder sich bewusst von der Familie trennen oder getrennt werden, bleiben die Beziehungen erhalten wenn nicht in den äußeren Lebensumständen, so doch in den inneren Befindlichkeiten. Familiäre Verletzungen in der Kindheit können das ganze Leben beeinflussen. Systematische Sammlung der Analyseergebnisse zu den beiden Erzählungen: Cortázar: Familienbande Thema/Inhalt: rätselhafte Hassliebe zwischen einer Tante und ihren Verwandten merkwürdiges und irritierendes Beispiel für Zusammenhalt in der Familie ( Familienbande ) Aufbau der Handlung: keine fortschreitende Handlung, sondern Beschreibung eines Zustands dazu gehören wiederkehrende Handlungen der Figuren: Postkarten schreiben, Beleidigungen; Erwarten, Lesen und Aufbewahren der Postkarten Figuren: Tante Angustias: kaum Informationen über sie; erscheint als skurrile Persönlichkeit, unbeeindruckt von den beleidigenden Attacken ihrer Verwandten, im Gegenteil beglückt über deren Aufmerksamkeiten ; aber evtl. symbolische Gewaltausübung (Nadelstechen) die übrigen Familienmitglieder: kaum Informationen über sie; derb und obszön in ihren verbalen Hassattacken, Verwünschungen; aber darin nicht ernsthaft bedrohlich; scheinen letztlich ohnmächtig, machtlos der Tante gegenüber zu sein Erzähler: Er-/Sie-Erzähler, auktoriales Erzählverhalten (Einsicht in die Gefühle beider Parteien, kennt die Gedanken der Tante, deutet sich als Figur ( man ) in der indirekten Frage am Ende an erweist sich hier aber als entweder auch nicht allwissend oder als bewusst zurückhaltend mit seinem Wissen), mit Tendenz zum neutralen Erzählen (z. B. Z ) äußerst selektive Informationen, wodurch der Rätselcharakter der Erzählung entsteht Sprachlich-stilistische Auffälligkeiten: in den zitierten Kartengrüßen: derb-vulgäre Umgangssprache in den erzählend-beschreibenden Textteilen: überwiegend klare, schmucklose Sprache in überschaubaren Satzgefügen nur gelegentlich fallen eine Aufzählung (vgl. Z. 5 f.), eine Metapher (vgl. Z. 27 f.) oder eine besonders ausdrucksstarke Wortwahl ( hassen, Z. 1; entzückt, Z. 15; gerührt, Z. 34) auf. 181

9 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Koeppen: Klas sieht seinen Vater Thema/Inhalt: Bedeutung von familiärer Herkunft und Lebensbedingungen in der Kindheit für Selbstbewusstsein und spätere Lebensgestaltung Unentrinnbarkeit aus familiären Zusammenhängen Aufbau der Handlung: 1. a) Kindheit/Jugend bei der Mutter: exemplarische Schulszene und zusammenfassende Beschreibung b) Lebenssituation nach dem Tod der Mutter (in einem Satz) 2. besondere Erfahrung, Vergegenwärtigung des Vaters im Kino 3. wütende Heimsuchung des Vaters in dessen Haus mit Tötungswillen und ungewissem Ausgang Figuren: Hauptfigur Klas: ein uneheliches Kind; wächst in vielerlei Hinsicht (materiell, sozial) benachteiligt auf; setzt dem aber eine gewisse Gleichgültigkeit und die Liebe zu seiner Mutter entgegen; das Leiden an der absoluten Zurückweisung durch seinen Vater bricht dann aber an einem besonderen Abend nach dem Tod der Mutter doch durch; angestaute Frustration und Wut bahnen sich in massiver Aggression (Tötungsabsicht) ihren Weg Mutter: positive Figur, über die man aber fast gar nichts erfährt Vater: negative Figur; führt ein reiches und angesehenes Leben als Schauspieler, lässt sein Kind und dessen Mutter aber darben; erscheint verantwortungslos, egoistisch/egozentrisch, allerdings erfährt man nichts über die Motive seines Verhaltens Lehrer: bohrt in der Wunde der unehelichen Geburt; steht für eine damals verbreitete gesellschaftliche Haltung gegenüber unehelichen Kindern soziale Ächtung Erzähler: Er-Erzähler personal, aus der Perspektive von Klas, allerdings in sprachlich distanzierter Form geringe Dialoganteile an zentralen Stellen Sprachlich-stilistische Auffälligkeiten: auffällige hypotaktische Konstruktionen, häufig mit ungewöhnlicher Anordnung von Satzgliedern (Inversion), Einschüben, Partizipial- und Relativkonstruktionen auffällige Wortwahl, z. T. in der Verbindung von Adjektiv und Nomen (z. B. das muffige Nest, Z. 16 f.; gleichgültige Geschehen, Z. 21; traumnah, Z. 23; verhuschte der Name, Z. 29 f.) Beziehung zum Vater wird charakterisiert durch dessen Benennungen/Umschreibungen sowie dadurch, dass Klas ihn siezt. insgesamt keine alltägliche, sondern sehr künstlich, stilisiert wirkende Sprache Und das ist das Problem Eine Kurzgeschichte interpretieren Marlene Röder: Wie man ein Klavier loswird Mit Wie man ein Klavier loswird nutzt das Deutschbuch abermals eine Kurzgeschichte aus Marlene Röders Sammelband Melvin, mein Hund und die russischen Gurken (daraus stammen auch Schwarzfahren für Anfänger im Deutschbuch 4, S , und Regel Nummer eins, als Hörtext und Printversion auf der CD des Servicepaketes zum Deutschbuch 4). Die lebensnahen, in einem frischen Ton geschriebenen Erzählungen der 1983 geborenen, mit verschiedenen Preisen ausgezeichneten Schriftstellerin gestalten krisenhafte wie glückliche Momente im Leben ihrer jugendlichen Protagonistinnen und Protagonisten. Sie unterhalten ebenso, wie sie zum Nachdenken anregen. Damit erscheinen sie für den Deutschunterricht in den oberen Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I besonders attraktiv. Auch die CD-ROM, die diesem Servicepaket beiliegt, bietet einen weiteren Text der Autorin die Erzählung Scherben als Hörtext, gesprochen von Denis Abrahams und begleitet von einem passgenauen Arbeitsblatt zur Übung des Hörverstehens (inkl. Lösungshinweisen und Abdruck der Geschichte). 182

10 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren 1. Schritt: Den Erzähltext erschließen und analysieren a Die erste Rezeption der Geschichte kann in eigener stiller Lektüre erfolgen oder als literarisches Gespräch organisiert werden (vgl. dazu S. 191 in diesem Band). Die Geschichte ist gut verständlich, liest sich flott und kann trotz der geschilderten Probleme vor allem durch den saloppen Ton des Ich- Erzählers zum Schmunzeln anregen. Die Identifikation mit der Hauptfigur Stefan oder seinen Freunden und eine kritische oder verständnisvolle Auseinandersetzung mit dem Verhalten der Mutter sind naheliegend. Die Besonderheit, dass an vier Stellen Tatsachen aufgelistet werden, fällt den Lernenden möglicherweise schon beim ersten Lesen ins Auge. Dass es sich um ein Ausnahmeschicksal handelt und der Verlauf der Handlung etwas konstruiert bzw. unwahrscheinlich erscheint, könnte kritisch angemerkt werden. b Es wird aus der Sicht von Stefan, dem Zwillingsbruder des verstorbenen Jasper, erzählt, und zwar in Ich-Form. Da der Ich-Erzähler zudem in einem ähnlichen Alter ist wie die Schülerinnen und Schüler, kann das bewirken, dass sie sich gut in Stefans Situation hineinversetzen, sich mit seiner Sicht der Lage identifizieren und Verständnis für seine Probleme und sein Handeln aufbringen können. Die Lernenden können sich durch die Erzählweise auch in der Rolle der impliziten Adressaten von Stefans Erzählung erleben: zum Beispiel als jugendliche Freunde, denen Stefan die ganze Geschichte erzählt unmittelbar oder über ein soziales Medium. Der Titel scheint in widersprüchlicher und deshalb gedanklich herausfordernder Beziehung zum Geschehen der Geschichte zu stehen. Denn er beschreibt ja etwas als Tatsache, das am Ende der Geschichte doch gar nicht realisiert worden zu sein scheint. Müsste es nicht richtiger heißen: Wie man ein Klavier nicht loswird? Schließlich lautet ja auch der letzte Satz: Es ist jetzt auch mein Klavier (Z. 285). Genau darin liegt aber wohl der Schlüssel zum Verständnis des Titels: Es ist Jaspers Klavier, das Stefan durch die nur äußerlich gescheiterte Aktion eben doch mental losgeworden ist. Er selbst hat durch diese Aktion eine entspannte und selbstbestimmte Haltung zu dem Instrument und seinem Klavierspiel entwickeln können. Deshalb ist es jetzt Stefans Klavier. So gesehen könnte der Titel auch erweitert werden: Wie man ein Klavier loswird und ein neues bekommt. Auch die anderen angebotenen Titel erscheinen grundsätzlich geeignet, fokussieren sie doch jeweils einen Aspekt der Geschichte und greifen dabei zum Teil prägnante Formulierungen daraus auf: Familienbande trifft auch hier gut die enge Verbundenheit von lebenden wie toten Familienmitgliedern, die auch zum Problem werden kann. Das Klavier benennt das Leitmotiv und wäre somit ein sehr typischer Kurzgeschichtentitel, wirkt aber blasser als der Originaltitel. Drei Jahre, 154 Tage weist auf den dargestellten Moment als Wendepunkt in Stefans Leben hin. Sperrmüll kann metaphorisch für die belastenden Überreste der Familiengeschichte verstanden werden, wird aber dem positiv-konstruktiven Verlauf der Geschichte vielleicht nicht ganz gerecht. Versuch s mal mit Gemütlichkeit greift ein weiteres zentrales Motiv aus der Geschichte auf, das vor allem auch für den versöhnlichen Schluss steht. Das Vorspiel bezeichnet das (bevorstehende) Ereignis, das die krisenhafte Situation auslöst; weil es aber im Rahmen der Erzählung gar nicht stattfindet, erscheint dieser Titel am wenigsten passend. Mögliche Deutungs- oder Interpretationshypothese: Die Geschichte handelt von einem Jungen, der einen Weg sucht, nach dem Tod seines Zwillingsbruders seinen eigenen Wünschen und Neigungen gerecht werden zu können, ohne den Schmerz seiner Mutter über den Verlust zu vergrößern und ohne ihre Anerkennung und Liebe zu verlieren. 183

11 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren a Beispiellösung für die Darstellung wichtiger Handlungsschritte auf einer Zeitleiste: Vorgeschichte (Rückblende) Jasper und Stefan sind neun Jahre alt. Jasper ist musikalisch besonders begabt, es wird ein Klavier angeschafft, er wird besonders gefördert. Jasper verunglückt beim Spielen tödlich. Die Mutter wünscht sich, dass Stefan Jaspers Stelle einnimmt, indem er auch Klavierspieler wird. sprachliche Signale Zeitangaben, z. B. Damals (Z. 33), drei Jahre und 154 Tage älter (Z. 56 f.) Verben in der Vergangenheit: Perfekt, z. B. Dad hat es [ ] aufgenommen (Z. 25 f.); Präteritum, z. B. So war Jasper (Z. 77), Plusquamperfekt, z. B. die [ ] hatten unseren Eltern gerade mitgeteilt (Z. 33 ff.) erzählerische Hinweise: So fing alles an (Z. 133) Gegenwart (aktuelle Handlung) Stefan sitzt am Klavier und soll für das Vorspiel üben. Stefan wird angerufen, er hat eine Idee. Mit seinem Freund Lukas und weiteren Freunden will er das Klavier aus dem Haus schaffen und zum Sperrmüll an der Straße stellen. Sie tragen das Klavier bis zur Haustür. Die Aktion scheitert, als die Mutter unerwartet nach Hause kommt. Das Klavier wird wieder an den alten Platz gebracht. Der befürchtete Streit mit der Mutter bleibt aber aus. sprachliche Signale Zeitangaben, z. B. Es ist Freitag und heute Abend [ ]. (Z. 8) Präsens als durchgängiges Erzähltempus erzählerische Wendungen, z. B. Und das ist das Problem (Z. 144) oder PLING! Ein Augenblick der Erleuchtung (Z. 164) Zukunft (Vorausdeutung) das Vorspiel am nächsten Tag: zunächst die Sorge, dass damit Stefans Lebensweg als Pianist festgeschrieben wird dann modifiziert: Er wird am Vorspiel teilnehmen. Aber es wird das letzte Vorspiel sein. Er wird nicht gegen seinen Willen Klavierprofi werden. sprachliche Signale Zeitangaben, z. B. morgen (Z. 14 f., 270 u. ö.) Verben im Futur, z. B. wird das nicht das letzte Vorspiel gewesen sein (Z. 145 f.), werde ich meinem Klavierlehrer sagen (Z. 270) erzählerische Hinweise, z. B. Ich sehe mein Leben vor mir liegen (Z. 153 f.) b Die Rückblenden geben wichtige Informationen, die die Leserin / der Leser braucht, um zu verstehen, warum Stefan in der Erzählgegenwart so handelt, wie er es tut, und worin sein Problem besteht. Indem Gegenwartserzählung und Vorgeschichte im ersten Teil der Geschichte ineinandergeschachtelt werden, werden zugleich das Informationsbedürfnis befriedigt und Spannung auf die aktuelle Handlung aufgebaut. Diese Spannung wird zusätzlich durch die schon anfänglich von Stefan eingebrachte Zukunftsperspektive erhöht. Darin, dass sich Stefans Vorausdeutung auf die Zukunft am Ende geändert hat, zeigt sich die maßgebliche und positive Entwicklung der Hauptfigur. a Die Einschübe Einige Tatsachen über finden sich am Anfang (Z. 1 7) und Ende der Geschichte (Z ) hier sind es Tatsachen über das Klavier sowie zweimal im Text (Z und ) hier sind es Tatsachen über Jasper und seinen Tod. Die Bezeichnung Tatsachen verspricht nüchterne, unanzweifelbare Aussagen, eine objektive Darstellung der Wirklichkeit. Tatsächlich gibt es auch solche Aussagen, z. B. wenn Stefan die Anzahl der schwarzen und weißen Klaviertasten benennt oder das Datum von Jaspers Todestag anführt. 184

12 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren Bei genauerer Betrachtung aber zeigt sich, dass er diese distanzierende Form der kurzen Auflistung genau für den Gegenstand und die Person wählt, zu denen er ein besonders emotionales Verhältnis hat. Deshalb bleibt es an jeder der vier Stellen auch keineswegs bei nüchternen, sachlichen Aussagen, sondern Stefan fällt in einen kommentierenden Ton ( Er verbrachte täglich etwa fünf (FÜNF!) Stunden mit Klavierspielen, Z. 51 f.), trifft vehemente Gefühlsaussagen ( Ich hasse das Klavier, Z. 7) oder bricht das Tatsachenauflisten ab, weil es ihm zu nahegeht ( Ich habe keine Lust, den Rest der Geschichte zu erzählen, Z. 102 f.). So bieten diese Einschübe der Leserin / dem Leser beides: sowohl komprimierte Informationen als auch besonders tiefe Einblicke in Stefans Gefühlswelt. b Im ersten Tatsachenblock nähert sich Stefan zunächst über ganz äußerliche Aussagen dem brisanten Gegenstand und Thema Klavier. Aber schon ab dem zweiten Spiegelstrich wird die Last, die das Klavier für ihn bedeutet, immer klarer: Der Vergleich mit einem Sarg (vgl. Z. 3 f.), der erste Hinweis auf Jasper als Vorbesitzer (vgl. Z. 6) und schließlich die sehr emotionale Aussage Ich hasse das Klavier (Z. 7) zeigen, welchen negativen Stellenwert das Klavier zu dem Zeitpunkt in Stefans Leben hat. Dass sich daran im Laufe der Geschichte Wesentliches ändert, macht bereits die Überschrift des letzten Tatsachenblocks deutlich: Einige neue Tatsachen über das Klavier (Z. 280; Hervorhebung nur hier zur Verdeutlichung) heißt es nun. Die Aussagen haben nun einen humorvollen Unterton, sie haben alle einen direkten Bezug zu Stefan und seine eigenen, aktuellen Erfahrungen mit dem Klavier. Vor allem aber deutet der letzte Satz an, dass Stefan sich mit dem Klavier ausgesöhnt, es als Teil seines Lebens angenommen hat, mit dem er einen für ihn akzeptablen Umgang finden muss. Das Klavier aus seinem Leben verdrängen zu wollen, hat sich als nicht machbar herausgestellt, stattdessen will und kann er es nun so in sein Leben integrieren, wie es ihm entspricht. a Die Sammlung von Tatsachen (= Textaussagen) zu den drei Figuren kann z. B. so aussehen: Einige Tatsachen über Stefan Er hasst das Klavier, mit dem er sich nicht so identifizieren kann wie sein Bruder (vgl. Z. 7). Er hatte ein zwiespältiges (z. B. manchmal neidisches, vgl. Z. 81 f.), aber insgesamt positives Verhältnis zu seinem hochbegabten Bruder. Der tödliche Unfall ist nach wie vor ein Trauma und ein Tabu für ihn (vgl. Z. 102 f.). Er vermisst seinen verstorbenen Zwillingsbruder sehr, ist aber wegen der Probleme, die er seit seinem Tod hat, auch verärgert über ihn (vgl. Z ). Er hat ein zwiespältiges Verhältnis zu seiner Mutter, der er nicht noch mehr Leid zufügen, sondern die er gerne wieder glücklich sehen möchte, die ihn aber auch zwingt, ein fremdes Leben zu führen (vgl. Z ). Er hat einen besten Freund, Lukas, und auch darüber hinaus Freunde, ist also unter Gleichaltrigen sozial gut integriert. ein Jugendlicher, der einen schweren Schock in seiner Kindheit insgesamt recht gut überstanden hat (ohne gravierende psychische Schäden, wie z. B. eine Depression, oder soziale Probleme, wie z. B. ein Außenseiterdasein), aber noch zu seiner eigenen Identität finden muss: einer Identität, in der sein verstorbener Bruder einen angemessenen Platz hat, aber er nicht den Platz seines verstorbenen Bruders einnimmt. Einige Tatsachen über die Mutter Sie hat Jasper und Stefan unterschiedlich behandelt (z. B. Jasper ist sie damit natürlich nicht auf den Wecker gefallen, Z. 67 f.). hatte wenig Geduld mit Stefan ( hat rumgenervt, Z. 66) war nach Jaspers Tod depressiv ( die im Bett liegt und an die Zimmerdecke starrt, Z. 135 f.) kann sich nicht von der Vergangenheit lösen möchte in Stefan Jasper am Leben erhalten, einen Ersatz/Trost finden erkennt nicht, dass sie ihrem anderen Sohn damit nicht gerecht wird dominiert (bislang) die Familie und insbesondere Stefan mit ihrer Trauer (z. B.: In Mums Stimme liegt etwas, dem man gehorchen muss, Z. 236 f.) 185

13 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren Einige Tatsachen über Lukas ist mitfühlend und verständnisvoll ( reißt er jetzt auch keinen blöden Spruch, Z. 111 f.) kann sich in Stefans Position versetzen ( Mach s gut, Stefan. Behutsam zieht er die Wohnungstür hinter sich zu, Z. 250 ff.) hilfsbereit, ist immer für Stefan da (z. B. Brauchst du Hilfe?, Z. 173 f.) hat Humor ( Wo ist denn das Schätzchen, Z. 185) ist tatkräftig ( Packen wir s!, Z. 190) ein Freund, wie man ihn sich wünscht b Inwiefern Stefan sich im Lauf der Geschichte entwickelt, wurde bereits zu Aufgabe 5b erläutert. Im Gegensatz zu ihm macht seine Mutter auf der aktuellen Zeitebene der Geschichte keine Fortschritte. In der Vergangenheit hat sie einen gewissen Fortschritt gemacht, als sie durch Stefans Hinwendung zum Klavier zumindest aus der tiefsten Depression herausgefunden hat. Aber seitdem scheint ihr Zustand zu stagnieren, zumindest was ihr Verhältnis zum Klavier und zu Stefan angeht. Offen bleibt, wie sie mit dem neuen Standpunkt, den Stefan erreicht hat, umgehen wird. a Der Stil der Geschichte ist jugendsprachlich geprägt. Dies liegt einerseits daran, dass der Ich- Erzähler ein Jugendlicher ist, und andererseits außer ihm hauptsächlich sein Freund Lukas mit wörtlicher Rede zu Wort kommt. Erst gegen Ende der Geschichte gibt es direkte Rede der Mutter, die die Erzählung aber stilistisch nicht entscheidend prägt. Kennzeichen des jugendsprachlichen Stils in dieser Geschichte: originelle und humorvolle Wendungen, z. B. Supersize-Grinsen (Z. 31 f.), Wo ist denn das Schätzchen? (Z. 185), einen kleinen Ausflug gemacht (Z. 244) anschauliche Vergleiche und Metaphern (vgl. die Hinweise zu Teilaufgabe 7c) gelegentlich etwas drastischere Ausdrücke (z. B. die ganze Scheiße, Z. 43; Scheißvorspiel, Z. 109; die Kacke mächtig am Dampfen, Z. 227 f.) oder zumindest umgangssprachliche Wendungen (z. B. rumgenervt, Z. 66; zoffen, Z. 70) ein nicht allzu komplexer Satzbau: häufig Parataxen (z. B. Es ist Lukas., Z. 105; Das Problem sind meine Eltern, Z. 116 f.); gelegentlich Ellipsen, häufig als Nachsatz (z. B. Auf seine Art irgendwie cool, Z. 77; Ein Augenblick der Erleuchtung, Z. 164); meistens übersichtliche oder gut nachvollziehbare Hypotaxen (z. B. Wenn ich mich morgen nicht blamiere, wird das nicht das letzte Vorspiel gewesen sein und nicht die letzte Party, die ich verpasse, Z ). insgesamt eine sehr lebendige, abwechslungsreiche und plastische Ausdrucksweise b Stefan macht aufgrund seiner Ausdrucksweise einen lockeren, humorvollen, redegewandten und insgesamt sympathischen Eindruck. Obwohl seine ganze Erzählung sich um die großen Probleme dreht, die er seit dem Tod seines Bruders insbesondere im Verhältnis zu seiner Mutter hat, macht er wegen seiner Ausdrucksweise nicht den Eindruck eines gebrochenen, dramatisch gefährdeten Jugendlichen, sondern kann mit einer gewissen heiteren Distanz seine Situation kommentieren und reflektieren. Damit hebt er sich positiv von der beschriebenen Depressivität und Verkrampftheit seiner Mutter ab. c Hier werden für jede Kategorie sprachlicher Bilder einige Beispiele mit Deutungen angeführt: Vergleiche: Z. 3 5: Das Klavier sieht aus wie ein extravaganter Sarg, der in unserem Wohnzimmer steht. Der Tote ist immer noch sehr präsent in der Familie. Z. 93: wie ein Einling mit Phantomschmerz Stefan fühlt sich unvollständig, Jasper fehlt ihm schmerzhaft. Z. 153 f.: wie eine endlose, trostlose Klavierstunde bedrückende Zukunftsperspektive: So wie er am Klavierspielen keine rechte Freude hat, wird sein ganzes Leben freudlos sein. Z. 164 ff.: Meine Rettung taucht vor mir auf wie das ferne Ufer eines Traumstrandes. Aussicht auf eine bessere Zukunft, eine Lösung des Problems kündigt sich an. Z. 233 f.: Ihre Stimme klingt wie eine zu straff gespannte Saite. scharfer, hoher Ton der Stimme, Gefahr, dass die Saite reißt, die Mutter wieder einen Nervenzusammenbruch bekommt 186

14 6.1 Familienbande Kurze Geschichten analysieren und interpretieren Personifikationen: Z. 154 ff.: Das Klavier grinst mich mit seinem schwarz-weißen Gebiss an. Wie eine gefährliche, hämische Bestie stellt das Klavier für Stefan eine Bedrohung dar. Z. 187 ff.: Das Klavier bemüht sich, besonders eindrucksvoll und schwer auszusehen. Als wüsste das Klavier, dass es seinen Platz in der Familie verlieren soll. Z. 198 f.: Dein Klavier ist irgendwie aggro heute! Das Klavier wirkt aggressiv, es stellt einen Angriff auf Stefans Leben dar. Metaphern: Z. 31 f.: Supersize-Grinsen Metapher aus der Bekleidungsbranche, drückt besonders große Freude aus Z. 39: Das Klavier, das ich jetzt am Hals habe. Last, die Erwartungen der Mutter zu erfüllen, die von Jasper auf ihn übergegangen sind Z. 227 f.: die Kacke mächtig am Dampfen ist umgangssprachliche Metapher für größeren Ärger, ein größeres Problem a Prägnante Aussagen über das Klavier: wie ein extravaganter Sarg (Z. 3 f.), meinen Klaviersarg (Z. 187) Es hat Jasper gehört. (Z. 6), Jaspers Klavier! (Z. 256) Jumbojet im Landeanflug (Z. 29) Das Klavier, das ich jetzt am Hals habe (Z. 39) grinst mich mit seinem schwarz-weißen Gebiss an (Z. 155 f.) bemüht sich, besonders eindrucksvoll und schwer auszusehen (Z. 187 ff.) das Schätzchen (Z. 185, geäußert von Lukas) ist aggro (Z. 199, geäußert von Lukas) dass es einen kleinen Ausflug gemacht hat (Z. 244 f.) Wenn es eine Treppe runtersaust, gibt es unglaubliche Töne von sich. (Z. 283 f.) mein Klavier (Z. 285) b Das Klavier kann nach der im Schülerband auf S. 317 angebotenen Erläuterung als Leitmotiv der Kurzgeschichte angesehen werden. Denn es spielt als Baustein in dieser Geschichte eine kontinuierliche Rolle, man könnte sagen: Es spielt neben dem Protagonisten und Ich-Erzähler Stefan die zweite Hauptrolle. Es ist so gesehen beinahe eher eine weitere Figur als nur ein bedeutsamer Gegenstand in der Geschichte. Dafür sprechen auch gelegentliche Personifikationen, wie z. B. in Z. 187 ff.: Das Klavier bemüht sich, besonders eindrucksvoll und schwer auszusehen. Während das Instrument einerseits den verstorbenen Jasper in der Familie lebendig hält, ihn posthum repräsentiert, bedroht es andererseits Stefans Leben, seine Identität (vgl. die Sarg-Metapher). Die Gefahr, die von ihm physisch beim versuchten Abtransport ausgeht (vgl. Z. 192 ff.), besteht mental für Stefan die ganze Zeit. Der Versuch, das Klavier loszuwerden, kann somit als existenzieller Kampf angesehen werden, der durch das Eingreifen der Mutter unentschieden ausgeht: Zwar behält das Klavier einen Platz in Stefans Leben (und dem der Familie), aber es kehrt nicht unverändert zurück, wofür die Kratzer, die beim Transport über die Treppe entstanden sind, stehen können (vgl. Z. 202 ff., 243 ff.). Das Klavier trägt jetzt die Spuren von Stefans Willen, sein eigenes Leben zu führen diese Spuren kann auch die Mutter nicht mehr wegpolieren (vgl. Z. 245 f.). 2. Schritt: Die Interpretation schriftlich ausarbeiten Hinweis zum Tipp: Für den stichwortartigen Schreibplan können die Ergebnisse aus den bisherigen Aufgaben genutzt werden. Beispiellösung für die gesamte Interpretation: Marlene Röder: Wie man ein Klavier loswird Interpretation der Kurzgeschichte (Einleitung) Wie man ein Klavier loswird heißt die 2011 entstandene Kurzgeschichte von Marlene Röder, in der erzählt wird, wie sich ein Jugendlicher nach dem tragischen Tod seines Zwillingsbruders gegen die andauernde Trauer der Mutter behaupten muss, um zu einer eigenen Identität zu finden. 187

15 6 Beziehungen Kurze Geschichten interpretieren (Hauptteil) Die Geschichte setzt unvermittelt ein: Stefan sitzt am Klavier und hadert mit dem Vorspiel, das ihm am nächsten Tag bevorsteht. Durch Rückblenden erfährt der Leser nach und nach, dass Stefan einen musikalisch hochbegabten Zwillingsbruder, Jasper, hatte, der vor rund dreieinhalb Jahren tödlich verunglückt ist. Seitdem belasten insbesondere die Depressionen der Mutter die Familie und nötigen Stefan, Jaspers Rolle einzunehmen, obwohl er eine andere Persönlichkeit hat und musikalisch nicht so begabt ist. In der aktuellen Situation kommt Stefan auf die Idee, mit seinem Freund Lukas und weiteren Freunden das verhasste Klavier aus dem Haus zu schaffen und zum Sperrmüll auf der Straße zu stellen. Die Aktion läuft zunächst gut an, sie transportieren das Klavier bis zur Haustür, doch dann scheitert der Plan, als die Mutter unerwartet nach Hause kommt: Das Klavier muss wieder an den alten Platz gebracht werden. Der befürchtete Streit mit der Mutter bleibt allerdings aus. Die Hauptfigur Stefan, gleichzeitig Ich-Erzähler der Geschichte, ist ca. 14 Jahre alt. Stefan hatte ein zwiespältiges (z. B. manchmal neidisches, vgl. Z. 81 f.), aber insgesamt positives Verhältnis zu seinem hochbegabten Bruder. Der tödliche Unfall ist nach wie vor ein Trauma und ein Tabu für ihn (vgl. Z. 102 f.). Er vermisst seinen verstorbenen Zwillingsbruder sehr, ist aber auch ärgerlich auf ihn wegen der Probleme, die er seit seinem Tod hat (vgl. Z ). Zu seiner Mutter hat Stefan ein zwiespältiges Verhältnis. Er will ihr nicht noch mehr Leid zufügen, sondern sie gerne wieder glücklich sehen. Aber er leidet auch massiv darunter, dass sie ihn nötigt, ein fremdes Leben zu führen (Z ). Die Mutter scheint umgekehrt wenig Verständnis und Einfühlungsvermögen für ihren zweiten Sohn zu haben, zu sehr ist sie nach wie vor in ihrer Trauer gefangen. Eine Stütze in dieser schwierigen Situation ist für Stefan sein bester Freund, Lukas. Er ist mitfühlend und verständnisvoll (vgl. z. B. Z. 111 ff., 250 f.). Hilfsbereit, tatkräftig und mit einer guten Portion Humor ist er immer für Stefan da (vgl. z. B. Z. 173 ff., 185) kurz: Er ist ein Freund, wie man ihn sich wünscht. Außer ihm hat Stefan auch noch weitere Freunde, er ist also unter Gleichaltrigen sozial gut integriert. Wenn man die Sprache untersucht, fällt auf, dass die Geschichte zum großen Teil in Umgangs- bzw. Jugendsprache erzählt wird. Grund hierfür ist, dass Stefan als Ich-Erzähler über sich selbst und sein Leben berichtet. Der jugendsprachliche Stil macht sich in originellen und humorvollen Wendungen bemerkbar, z. B. Supersize-Grinsen (Z. 31 f.), Wo ist denn das Schätzchen? (Z. 185), einen kleinen Ausflug gemacht (Z. 244). Gelegentlich greift Stefan auch zu umgangssprachlichen Ausdrücken (z. B. rumgenervt, Z. 66; zoffen, Z. 70), die durchaus auch drastischer ausfallen können (z. B. die ganze Scheiße, Z. 43; Scheißvorspiel, Z. 109; die Kacke mächtig am Dampfen, Z. 227 f.). Er bedient sich eines meist hypotaktischen, aber gut nachvollziehbaren Satzbaus. Häufig verwendet er aber auch Parataxen, z. B. Es ist Lukas (Z. 105), Das Problem sind meine Eltern (Z. 116 f.) und gelegentlich auch Ellipsen, häufig als Nachsatz, z. B. Auf seine Art irgendwie cool (Z. 77), Ein Augenblick der Erleuchtung (Z. 164). Außerdem kennzeichnen Stefans Erzählweise zahlreiche sprachliche Bilder in Form von Vergleichen (vgl. z. B. Z. 93, 153 f., 164 ff., 233 f.), Personifikationen (vgl. z. B. Z. 154 ff., 187 ff., 198 f.) und Metaphern (vgl. z. B. Z. 31 f., 39, 227 f.). Viele davon betreffen das Klavier: Wenn dieses zum Beispiel zweimal mit einem Sarg verglichen wird (Z. 3 f., 187), drückt sich darin einerseits aus, dass der tote Jasper in der Familie immer noch sehr präsent ist. Andererseits bedroht das Klavier auch Stefans Leben. Dafür steht z. B. auch die Personifikation Das Klavier grinst mich mit seinem schwarz-weißen Gebiss an (Z. 154 ff.) und auch die Metapher Das Klavier, das ich jetzt am Hals habe (Z. 39) verdeutlicht die Last, die Erwartungen der Mutter zu erfüllen. Insgesamt bedient Stefan sich einer sehr lebendigen, abwechslungsreichen und plastischen Ausdrucksweise und macht deshalb einen lockeren, humorvollen, redegewandten und insgesamt sympathischen Eindruck. Obwohl seine ganze Erzählung sich um die großen Probleme dreht, die er seit dem Tod seines Bruders hat, macht er durch die Art, davon zu erzählen, nicht den Eindruck eines gebrochenen, dramatisch gefährdeten Jugendlichen, sondern er kann mit einer gewissen heiteren Distanz seine Situation kommentieren und reflektieren. Damit hebt er sich positiv von der beschriebenen Depressivität und Verkrampftheit seiner Mutter ab. Das Klavier spielt in der Geschichte eine zentrale Rolle, das zeigt auch schon der Titel. Man kann das Klavier als Leitmotiv der Kurzgeschichte ansehen. Denn es spielt als Baustein in dieser Geschichte eine kontinuierliche Rolle, man könnte sagen: Es spielt neben dem Protagonisten und Ich-Erzähler Stefan die zweite Hauptrolle. Dafür sprechen auch gelegentliche Personifikationen, wie z. B. in Z. 187 ff.: Das Klavier bemüht sich, besonders eindrucksvoll und schwer auszusehen. Während das Instrument einerseits den verstorbenen Jasper in der Familie lebendig hält, ihn posthum repräsentiert, 188

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