aktuell Ausgabe I/2014 mdv Informationstechnologie aus München DIVA und EFA in Südtirol

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1 mdv aktuell Ausgabe I/2014 Informationstechnologie aus München DIVA und EFA in Südtirol

2 2 mdv aktuell I/2014 Vorwort Inhalt Lieber Leser Eine der angenehmen Seiten unserer Arbeit für den öffentlichen Verkehr ist, dass man immer wieder neue Gegenden kennenlernt und die Menschen dort trifft. Wenn man dann für ein Land arbeiten darf, in dem man sonst Urlaub macht, dann ist das eine besondere Freude. Genau das ist in Südtirol eingetreten konnten wir dort eine Ausschreibung gewinnen und inzwischen gibt es eine EFA in Südtirol. Der Weg dorthin war steinig. Eine besondere Herausforderung war die Zweisprachigkeit. In unserem ersten Beitrag berichten wir darüber. Das Titelbild zeigt einen Zug der Vinschger Bahn, die von Meran nach Mals im Vinschgau fährt und dabei gut 700 Meter Höhe überwindet. Der zweite Artikel handelt von der Echtzeitfahrplanauskunft im Großraum Birmingham. Es ist die erste EFA mit Echtzeit im Vereinigten Königreich, bei der die Echtzeit auch tatsächlich die Routensuche beeinflusst. Mobiles - Handys sind ein Dauerthema in mdv-aktuell. Hier ist die Welt sehr schnelllebig. Jedes Jahr bringen die großen Hersteller neue Modelle auf den Markt und damit ändert sich natürlich auch die Bedienung und das Look and Feel. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Wir bleiben im Vereinigten Königreich und berichten über das erste nationale Auskunftssystem, das dort in vier Traveline Regionen in Betrieb gegangen ist. Hier zeigt DIVA die Fähigkeiten zur automatischen Datenintegration. EFA berechnet Fahrten quer durch Großbritannien, und alles wird zusätzlich auf OSM-Daten geroutet und dargestellt. mdv beteiligt sich an Forschung und Standardisierung. Wir berichten über TRIAS, eine Standardschnittstelle mit der Apps auf Auskunftssysteme zugreifen können. Um unseren weltweit verstreuten Kunden lange Reisen zu ersparen, besuchen wir die Kunden. Wir berichten über drei User Groups in Dresden, Liverpool und Sydney. Kurzmitteilungen, unter anderem über den neuen Radlrouter für München, runden die Meldungen ab. Viel Spaß beim Lesen Dr. Hans-Joachim Mentz DIVA und EFA im Urlaubsland Südtirol Echtzeitfahrplanauskunft und RBL Light bei CENTRO, Birmingham Moderne Styles für mobile Apps Schnittstellenstandard TRIAS 54. DIVA/EFA User Group im April in Dresden 2. Internationale User Group, im April 2014, Liverpool, Großbritannien 1. User Group in Australien im Mai 2014, Sydney Kurznachrichten Impressum Herausgeber: Mentz Datenverarbeitung GmbH Grillparzerstraße 18 D München Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Internet: Redaktion: Rosemarie Mentz Design: Rosemarie Mentz Unsere Zweigbüros: Mentz Datenverarbeitung GmbH Rotebühlstraße 121 D Stuttgart Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Mentz Datenverarbeitung GmbH Georgenstraße Berlin Tel. +49 (0) Fax +49 (0) Mentz Datenverarbeitung Schweiz GmbH Badenerstrasse Zürich, Schweiz Tel. +41 (0) mdv Australia Pty. Ltd. ABN PO Box 682, Templestowe, 3106 Australia Tel.: +61 (0) Unsere Partnerfirma: mdv Transit & Traffic Solutions Inc Clement Street, San Francisco, CA USA Mentz Datenverarbeitung GmbH Westfalenstraße 224 D Münster Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Unsere Tochterfirmen: Mentz Datenverarbeitung Austria GmbH Mariahilfer Strasse Wien, Österreich Tel.: Fax: mdv software for public transport Ltd. PO Box 192 Felixstowe IP11 1BF UK Tel

3 mdv aktuell I/ DIVA und EFA im Urlaubsland Südtirol Südtirol (italienisch Alto Adige oder Sudtirolo, ladinisch Südtirol) ist die nördlichste Provinz Italiens und bildet zusammen mit der Provinz Trient die autonome Region Trentino-Südtirol. Seit Inkrafttreten des Südtirol-Pakets im Jahr 1972 genießt Südtirol umfassende Selbstverwaltungsrechte und wird seiner autonomen Ausrichtung zufolge als autonome Provinz bzw. als Land bezeichnet. Die Landeshauptstadt Südtirols ist Bozen. Foto:STA/René Riller Südtirol zählt zu jenen Gebieten Italiens, in denen eine starke Regionalkultur vorherrscht. In Südtirol ist sie auf die bairische und ladinische Besiedlung sowie auf die historisch gewachsenen Bindungen an den deutschen und österreichischen Kulturraum zurückzuführen. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den anderen Teilen des ehemaligen Kronlandes Tirol steht seit Gründung der Europaregion Tirol Südtirol Trentino am Beginn einer institutionellen Verflechtung. In Südtirol leben drei offiziell anerkannte Sprachgemeinschaften: eine deutschsprachige, eine italienischsprachige und eine ladinischsprachige. Ihre jeweilige kulturelle Eigenart wird vom italienischen Staat per Gesetz und durch entsprechende Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung in ihrem Fortbestand gesichert. Die neue Rittner Seilbahn (Inbetriebnahme 2009) ist ein weltweites Vorzeige-Verkehrsmittel. Die neue Bahn mit drei Seilen (zwei Tragseile, ein Zugseil) vereint die Vorteile von Pendelbahn und kuppelbarer Umlaufbahn. Das doppelte Tragseil erreicht eine hohe Windstabilität, die geräumigen Kabinen bieten Platz für 30 Personen sowie Fahrräder und Kinderwägen. Hinsichtlich der sprachlich-kulturellen Differenzierung setzt sich die Bevölkerung gegenwärtig zu über 60 % aus deutschsprachigen und zu gut 20 % aus italienischsprachigen Südtirolern zusammen. Rund 4 % der Bevölkerung, hauptsächlich im Dolomitengebiet, gehören zur ladinischen Sprachgruppe. Zum Fahrplanwechsel SOMMER-HERBST 2014, am , ist die neue Fahrplanauskunft der Provinz Bozen mit EFA10 online gegangen. Zeitgleich wurde auch das erstmals komplett aus DIVA4 erstellte Fahrplanbuch online gestellt und die Aushänge für den Stadtverkehr Bozen (SASA) produziert und an den Haltestellen ausgehängt. Ende 2010 hatte die Provinz Bozen die Beschaffung eines Fahrgastinformationssystems ausgeschrieben. Bis dahin wurden die Daten aus der Datenbank des Südtiroler Verkehrsverbundes (SII) mit Hilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen und Grafikprogrammen für die Fahrgastinformation aufbereitet. In Südtirol gibt es ein flächendeckendes, öffentliches Verkehrsnetz mit 154 Buslinien, 4 Bahnlinien, 5 Seilbahnen, einer Schmalspurbahn und einer Standseilbahn. In den vergangenen Jahren wurde sehr stark in den Ausbau des Verkehrsnetzes investiert. So wurde im Jahr 2005 die Vinschgerbahn nach der Erneuerung der gesamten Bahntrasse und der Bahnhöfe mit 12 Zuggarnituren wieder in Betrieb genommen. Zwischen 2008 und 2010 wurde die Bahnlinie im Pustertal modernisiert, 16 neue FLIRT-Züge Vertragsunterzeichnung zwischen dem Land Südtirol und der Firma Mentz aus München zur Lieferung und Personalisierung eines Fahrgastinformationssystems linkes Bild: Guenther Burger (Autonome Provinz Bozen Südtirol, Abteilung Mobilität) und Dr. Hans-J. Mentz SCHWEIZ Taufers im Münstertal (Tubre) SONDRIO Graun im Vinschgau (Curon Venosta) Mals (Malles Venosta) Glurns (Glorenza) Prad am Stilfserjoch (Prato allo Stelvio) Stilfs (Stelvio) Vinschgau (Val Venosta) Schluderns (Sluderno) Laas (Lasa) Martell (Martello) Schlanders (Silandro) Latsch (Laces) Schnals (Senales) Kastelbell-Tschars (Castelbello-Ciardes) Südtirol - Alto Adige - Sudtirolo Ulten (Ultimo) Naturns (Naturno) Proveis (Proves) Partschins (Parcines) Plaus (Plaus) Sankt Pankraz (San Pancrazio) Algund (Lagundo) Marling (Marlengo) Laurein (Lauregno) Moos in Passeier (Moso in Passiria) Tscherms (Cermes) St. Martin in Passeier (San Martino in Passiria) Burggrafenamt (Burgraviato) Kuens (Caines) Tirol (Tirolo) Lana a. d. Etsch (Lana) Tisens (Tesimo) Riffian (Rifiano) Meran (Merano) Schenna (Scena) Hafling (Avelengo) Burgstall (Postal) Mölten (Meltina) Gargazon (Gargazzone) Nals (Nalles) Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix (Senale-S.Felice) Kaltern an der Weinstraße (Caldaro sulla Strada del Vino) Salurn (Salorno) St. Leonhard in Passeier (San Leonardo in Passiria) Terlan (Terlano) Andrian (Andriano) Eppan an der Weinstraße (Appiano sulla Strada del Vino) Pfatten (Vadena) Auer (Ora) Leifers (Laives) Branzoll (Bronzolo) Ratschings (Racines) Sarntal (Sarentino) Aldein (Aldino) Sterzing (Vipiteno) Ritten Jenesien (Renon) (San Genesio Atesino) Tramin an der Weinstraße (Termeno sulla Strada del Vino) Montan (Montagna) Kurtatsch an der Weinstraße Truden im Naturpark (Cortaccia sulla Strada del Vino) (Trodena nel Parco Naturale) Neumarkt (Egna) Margreid an der Weinstraße Altrei (Magrè sulla Strada del Vino) (Anterivo) Kurtinig an der Weinstraße (Cortina sulla Strada del Vino) Brenner (Brennero) Wipptal (Alta Valle Isarco) Pfitsch (Val di Vizze) Freienfeld (Campo di Trens) Deutschnofen (Nova Ponente) Villanders (Villandro) Barbian (Barbiano) Salten-Schlern (Salto-Sciliar) BOZEN (BOLZANO) Karneid (Cornedo all'isarco) TRENTINO ÖSTERREICH Völs am Schlern (Fiè allo Sciliar) Franzensfeste (Fortezza) Vahrn (Varna) Feldthurns (Velturno) Waidbruck (Ponte Gardena) Tiers (Tires) Klausen (Chiusa) Lajen (Laion) Kastelruth (Castelrotto) Welschnofen (Nova Levante) Mühlbach (Rio di Pusteria) Brixen (Bressanone) Vintl (Vandoies) Rodeneck (Rodengo) Natz-Schabs (Naz-Sciaves) Villnöß (Funes) St. Ulrich in Gröden (Ortisei) St. Christina in Gröden (Santa Cristina Valgardena) Terenten (Terento) Lüsen (Luson) Eisacktal (Valle Isarco) Kiens (Chienes) Mühlwald (Selva dei Molini) Pfalzen (Falzes) Bruneck Sankt Lorenzen (Brunico) (San Lorenzo di Sebato) Sankt Martin in Thurn (San Martin de Tor) Wolkenstein in Gröden Corvara (Selva di Val Gardena) (Corvara in Badia) Abtei (Badia) Sand in Taufers (Campo Tures) Gais (Gais) Enneberg (Marebbe) Wengen (La Valle) Ahrntal (Valle Aurina) Pustertal (Val Pusteria) Percha (Perca) Olang (Valdaora) Prettau (Predoi) Rasen-Antholz (Rasun Anterselva) Welsberg-Taisten (Monguelfo-Tesido) Prags (Braies) Niederdorf (Villabassa) Gsies (Valle di Casies) Toblach (Dobbiaco) Innichen (San Candido) BELLUNO Sexten (Sesto)

4 4 mdv aktuell I/2014 EFA und DIVA im Urlaubsland Südtirol wurden vom Land angekauft. Ebenso wurden die Rittner Seilbahn, die Rittner Trambahn und die Mendelbahn saniert und modernisiert. Die Rittner Seilbahn entwickelte sich seither zum Publikumsmagnet. Das Fahrgastaufkommen erhöhte sich von (2008) auf fast 1 Mio (2011). Das Bahnangebot wurde von 2,8 Mio km im Jahr 2004 auf 5,8 Mio km im Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Auch das Busangebot wurde seit 2005 modernisiert und ausgebaut. So wurden 370 neue Euro 5 Busse beschafft und die Kilometerleistung von 22,1 Mio im Jahr 2004 auf 31,0 Mio im Jahr 2012 ausgeweitet. (Quelle: Mit der Einführung von DIVA und EFA wurde nun auch die Fahrgastinformation modernisiert. Eine spezielle Anforderung der Provinz Bozen an das System war, dass alle Ergebnisse, die im Print oder im Internet publiziert werden, zweisprachig erscheinen müssen. Hierzu verfügt DIVA über die Möglichkeit mehrere zusätzliche Sprachen für die Datenfelder zu definieren. Aktuell wird mit Italienisch und Deutsch gearbeitet. Die Ergänzung um Ladinisch wird in Kürze folgen. Buchsatz und Aushang Die Layouts aller Produkte sind stets zweisprachig ausgelegt. Davon betroffen sind alle Elemente. In Meran und Bozen erfolgt die Ausgabe Italienisch/Deutsch und für alle anderen Orte in Deutsch/Italienisch (s. Abb. 1 und 2). Die Pflege der Fahrzeiten wird weiterhin in der Datenbank der SII vorgenommen. Mit Hilfe eines Konverters werden die proprietären SII- Daten nach VDV-Standard konvertiert und aus diesem Format in das DIVA-System importiert. GIS-Daten Diese stammen von NAVTEQ und enthalten deutsche und italienische Bezeichnungen für die meisten Objekte. Die Daten wurden noch um weitere Layer angereichert, die die Provinz Bozen zur Verfügung gestellt hat. Das waren POIs und Tarifzonen. Höhendaten müssen noch integriert werden. EFA 237 Moarhöfe Forster Steg Algund, Brückenwirt Algund, Schule Schloss Plars Oberplars Plarserhof Mitterplars Sessellift Vellau Algund, Rathaus Traterhof Waalweg Dorf Algund Dorf, Alte Kirche Ruster Rosengartenstraße Breitofenweg Des Alpes Algund, Wiesenhof Meran, Bahnhof Meran, Theaterplatz Meran, Therme Pfelders ab 241 Moos ab 241 S. Leonhard an 241 Jaufenhaus ab 241 Walten ab 241 St. Leonhard an St. Leonhard, Busbhf. St. Martin, Lido Kalmtal Quellenhof Saltaus Riffian Kuens, Kuenserhof Meran, Abzw. Winkelweg Meran, School Village Meran, Bahnhof 200 Meran ab 200 Bozen an 250 Meran ab 250 Mals an 1 Piazza Vittoria Siegesplatz Via Cadorna, Scuole Cadornastraße, Schulen Via Max Max-Valier-Straße Bivio Via Fago Abzweigung Fagenstraße Via Fago, Scuole Fagenstraße, Schulen Bivio S. Genesio Abzweigung Jenesien Ponte S. Antonio St.-Anton-Brücke Funivia S. Genesio Seilbahn Jenesien Piazza Vittoria - Funivia S. Genesio / Siegesplatz - Seilbahn Jenesien LUNEDI - SABATO fino a Funivia S. Genesio bis Seilbahn Jenesien servizio serale: vedi linea 153 Abenddienst: siehe Linie Piazza Vittoria Siegesplatz OBERPLARS/MOARHÖFE - ALGUND - MERAN (SONN- U. FEIERTAGE) PLARS DI SOPRA/MOARHÖFE - LAGUNDO - MERANO (FESTIVO) Via Cadorna, Scuole Cadornastraße, Schulen SONN- U. FEIERTAGE Via Max Max-Valier-Straße PASSEIER - MERAN VAL PASSIRIA - MERANO X X TÄGLICH Bivio Via Fago Abzweigung Fagenstraße Bivio S. Genesio Abzweigung Jenesien Ponte S. Antonio St.-Anton-Brücke Funivia S. Genesio Seilbahn Jenesien FESTIVO Piazza Vittoria - Funivia S. Genesio / Siegesplatz - Seilbahn Jenesien FESTIVO servizio serale: vedi linea 153 Abenddienst: siehe Linie 153 A Abbildung 1: Buchsatz zweisprachig X X A A A A A X X X X Moarhöfe Forster Steg Lagundo, Brückenwirt Lagundo, Scuola Castello Plars Plars di Sopra Plarserhof Plars di mezzo Seggiovia Velloi Lagundo, Municipio Traterhof Waalweg Paese Lagundo Paese, Chiesa V. Ruster Via Rosengarten Via Breitofen Des Alpes Lagundo, Wiesenhof Merano, Stazione Merano, Piazza Teatro Merano, Terme Plan 241 Moso 241 S. Leonardo p. 241 Rifugio Passo Giovo 7.08 p. 241 Valtina 7.28 a. 241 S. Leonardo S. Leonardo, Autostaz. S. Martino, Lido Valclava Sorgente Saltusio Rifiano Caines, Kuenserhof Merano, Bivio Via Winkel Merano, School Village Merano, Stazione p. p. a. p. a. p. a. 200 Merano 200 Bolzano 250 Merano 250 Malles Link zur Live-EFA: e Die EFA ist aktuell über die Webseite und die App Südtirol ToGo erreichbar. (Infos zur App: Diese App ist im Auftrag der Autonomen Provinz Bozen, Landesmobilitätsagentur entstanden, in Zusammenarbeit mit ArchiMedia GmbH, Bozen 2014.) 153 Piazza Vittoria Siegesplatz Via Fago, Scuole Fagenstraße, Schulen Via Defregger Defreggerstraße Piazza Gries Grieser Platz Piazza Mazzini Mazziniplatz Piazza Vittoria - Stazione / Siegesplatz - Bahnhof LUNEDI - VENERDI servito Piazza Vittoria bedient Siegesplatz 2 fino a Casanova bis Kaiserau Tribunale Gericht SABATO Abbildung 2: Aushangfahrplan zweisprachig Via Firenze Florenzerstraße Scuola Albert-Schweitzer-Schule Via Parma Parmastraße Via Malles Malserstraße Casanova Kaiserau Via Resia S. X Reschenstraße-St.-Pio-X Via Resia S. X Reschenstraße-St.-Pio-X Via Montecassino Montecassinostraße FESTIVO Piazza Matteotti Matteottiplatz Via Firenze Florenzerstraße Piazza Vittoria Siegesplatz Piazza Vittoria Siegesplatz Piazza Domenicani Dominikanerplatz Stazione Bahnhof

5 EFA und DIVA im Urlaubsland Südtirol mdv aktuell I/ Bei der Fahrplanauskunft hat man sich dafür entschieden, die beiden Sprachen nicht gleichzeitig anzuzeigen, um den Platz besser nutzen zu können. Die rollende Karte wurde daher einmal mit deutschen Namen und einmal mit italienischen Namen generiert (s. Abb. 3 und 4). Für die Verifizierung der Start- und Zielpunkte werden vom EFALocationConverter je ein deutsches und ein italienisches Wörterbuch generiert. Die eingegebenen Begriffe werden stets in beiden Wörterbüchern gesucht. Der LocationServer übergibt dann die beiden Trefferlisten an den EFAController. Wenn ein Objekt in beiden Listen vorkommt, wird nur das aus der eingestellten Sprache in die Gesamtliste übernommen. Anschließend wird der bestbewertete Treffer aus beiden Listen ermittelt und alle Treffer, die einen bestimmten Wert schlechter sind, aus der Gesamtliste entfernt. Wenn man nun z. B. im deutschen Layout eine italienische Haltestellenbezeichnung eingibt, so wird diese zunächst auf Italienisch in der Vorschlagsliste angezeigt (s. Abb. 5). Sobald man den Vorschlag auswählt und eine Berechnung startet, wird mit der Sprache weiter gearbeitet, die man im Layout eingestellt hat. In diesem Beispiel wird der italienische Vorschlag ins Deutsche übersetzt. Abbildung 3: rollende Karte deutsch Abbildung 4: rollende Karte italienisch Abbildung 5: Eingabe Haltestellenbezeichnung Öffentlicher Nahverkehr Südtirol Trasporto pubblico locale Alto Adige Tarife Auskunft über Fahrscheine und Tarife, Verkaufsstellen und Verkaufsbedingungen Anliegen Wünsche und Beschwerden, Fahrpläne und Verbindungen, Verspätungen, weitere Servicefragen Fahrpläne Nahverkehr in Südtirol, Zugverbindungen in Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz, sowie kurzfristige Fahrplan- bzw. Streckenabänderungen AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL PROVINZIA AUTONOMA DE BULSAN - SÜDTIROL Segnalazioni Orari e collegamenti, ritardi e altre richieste sul servizio PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO ADIGE Orari Trasporti pubblici in Alto Adige, collegamenti ferroviari in Italia, Austria, Germania e Svizzera, variazioni di orari e percorsi Tariffe Informazioni su biglietti e tariffe, punti vendita e modalità d acquisto - Foto: Ochsenreiter Herr Bernardi war so freundlich sich unseren Fragen über seine Arbeit mit DIVA und EFA zu stellen. - Herr Bernardi, was waren die wichtigsten Anforderungen an das Fahrgastinformationssystem? Die wichtigste Anforderung war es ein einheitliches System zur Fahrgastinformation zu erstellen. Bis jetzt hat jeder Konzessionär sein eigenes System für Printprodukte und Onlineauskunft verwendet. Es gab kein einheitliches Layout und keine übergreifende Fahrplanauskunft die alle Verkehrsmittel (Stadt- und Regionalbus, Bahn und Seilbahn) umfasst. Mit DIVA nimmt sich die öffentliche Verwaltung der Provinz Bozen zur Aufgabe, einheitliche Druckprodukte für den Buchsatz, aber auch für die Haltestellen zu erstellen und diese dann zu verteilen. einem guten Stand und konnten damit erstmals produktiv werden. Es gibt aber noch eine Menge Details, die noch eingearbeitet werden müssen und können. - Welche Erfahrungen haben Sie bei der Umsetzung des Projekts gemacht, die Ihnen besonders in Erinnerung sind? Keine besonderen Erfahrungen, die mir in Erinnerung geblieben sind. - Die Entwicklung geht immer weiter, welche Zukunftspläne haben Sie in Bezug auf das Fahrgastinformationssystem? Eines der nächsten Ziele wird es sein, die Bahnhöfe zu modellieren, damit auch innerhalb der Gebäude barrierefrei beauskunftet werden kann. Des Weiteren werden wir mit unseren Nachbarländern und Provinzen (Tirol, aber auch Belluno, Pordenone oder Trient) ein gemeinsames Fahrplanauskunftsystem realisieren, das den ganzen Alpenraum abdecken wird. - Welche Herausforderungen gab es bei der Einführung von DIVA und EFA? Wie jedes neue System brauchte auch das neue Fahrgastinformationssystem seine Zeit, bis es richtig läuft. Es mussten eine Menge Daten aufbereitet und konfiguriert werden, damit man es erst sinnvoll einsetzen kann. Wir sind jetzt auf Ihr Ansprechpartner: Helmut Mayr Tel.: +49 (0)

6 6 mdv aktuell I/2014 Echtzeitfahrplanauskunft und RBL Light bei CENTRO, Birmingham Die Integration von Echtzeitdaten in bestehende Fahrplanauskunftssysteme großurbaner Räume stellt eine große Herausforderung für Systembetreiber dar. In Birmingham wurde dieses Ziel mit Hilfe von mdv Software umgesetzt. Beteiligte Komponenten sind dabei DIVA, EFA und das RBL Light. Die Umwandlung von Positionsmeldungen einzelner Fahrzeuge in Echtzeitmeldungen für die Fahrplanauskunft war das zentrale Thema des Projektes, dessen Ursprung eine internationale Ausschreibung war, in der CENTRO den Lieferanten für eine Integrated Transport Knowledge Base suchte. Birmingham mit seinen rund 1 Mio. Einwohnern ist nach London die zweitgrößte Stadt Großbritanniens und bildet das Zentrum der West Midlands. Die Stadt, die östlich des Black Country liegt, benannt nach den rauchenden Fabrikschloten, gilt als Zentrum der britischen Metallindustrie. Der Großraum, der mit seinen ca. 2,5 Mio. Einwohnern Coventry, Sandwell & Dudley, Solihull, Walsall und Wolverhampton einschließt, hat sich aber längst zu einem modernen Dienstleistungszentrum weiterentwickelt. Birmingham wird auch Brum genannt (abgeleitet von Brummagem, dem alten Namen der Stadt), seine Einwohner sind die Brummies. Der öffentliche Verkehr im Großraum Birmingham wird von CENTRO organisiert, dessen Rolle als PTE (Passenger Transport Executive) es unter anderem ist, echtzeitbasierte Fahrplanauskunftssysteme für seine Bürger und Besucher anzubieten. Der Hauptbahnhof ist Birmingham New Street, der als größter Eisenbahnknotenpunkt Großbritanniens gilt. Neben den Zügen spielt die Midland Metro eine wichtige Rolle für die Verbindung von Birmingham mit den Nachbarstädten Wednesbury, West Bromwich und Wolverhampton. Derzeit wird an einer Erweiterung der Metro in das Stadtzentrum von Birmingham bis New Street und nach Dudley gearbeitet. Der städtische Busverkehr, der von über 50 Unternehmen durchgeführt wird, ist weitestgehend dereguliert. Weiterführende Informationen zu den Verkehrsmitteln, wie Fahrpläne, Strecken- und Netzpläne sind über verfügbar. CENTRO ist für den Gesamtverkehr im Großraum Birmingham zuständig und organisiert den ÖPNV. Ein Datenteam innerhalb von CEN- TRO kümmert sich um die Erfassung der Daten in einer zentralen Plattform, der Integrated Transport Knowledge Base (ITKB). Der Lieferant der ITKB wurde im Rahmen eines internationalen Vergabeverfahrens gesucht, das, wie auch das spätere Projekt, in Einzelpakete untergliedert war. Die geforderten Pakete waren Datensammelsystem, Publikation, Electronic Bus Service Registration (EBSR), Elektronische Fahrplanauskunft, RBL/Echtzeit und das Management von Störungsmeldungen. Für die Systeme innerhalb der ITKB erhielt mdv den Zuschlag mit DIVA, EFA und dem RBL Light. - Dabei stellt DIVA das zentrale System dar zur Datensammlung und eingabe, zur Generierung der Publikationen wie Fahrpläne und Aushangfahrpläne und zur Registrierung von Busfahrplänen und Fahrplanänderungen, die in Großbritannien an eine zentrale Stelle des Department for Transport übermittelt werden müssen. - Das Herzstück der elektronischen Fahrplanauskunft mit Weboberflächen und mobilen Applikationen (iphone, Android, Blackberry) bildet EFA, die über die Incident Capturing System (ICS) Komponente auch das Störungsmanagement ermöglicht. - Die RBL/Echtzeit-Komponente wurde über die Anbindung und Integration des RBL Light in die DIVA/EFA Infrastruktur und den Datenfluss realisiert. In DIVA werden Haltestellen und Fahrplandaten der über 50 Unternehmer erfasst, die den Großraum Birmingham bedienen, und das mit seiner webbasierten Oberfläche die Möglichkeit bietet, Daten auch von entfernten Arbeitsplätzen aus dezentral zu bearbeiten. CENTRO erfasst die Daten manuell über die DIVA-Applikationen DivaWeb, DivaSchedule, DivaGeo, und importiert und exportiert über standardisierte Schnittstellen. Die in DIVA unterstützten Schnittstellen sind die gängigen UK-Standards: NPTG (Orte), NaPTAN (Haltestellen) und die Fahrplanschnittstellen Atco.cif und TransX- Change, die im Folgenden erläutert werden: - NPTG (National Public Transport Gazetteer): Das Department for Transport (DfT) stellt ein Register aller Orte in UK zur Verfügung, das für Aufgabenträger und andere Interessenten frei zugänglich ist. Die Orte werden von den Verbünden (Transport Authorities) bzw. den englischen Grafschaften (County Councils) geliefert. Jeder Ort hat eine global eindeutige ID. - NaPTAN (National Public Transport Access Node): Neben den Orten bietet das DfT auch ein Register aller Haltestellen in UK an, in dem jeder Haltepunkt eine global eindeutige ID aufweist und somit in allen zuliefernden und abnehmenden Systemen identifizierbar ist. Jeder NaPTAN-Code ist einem Eintrag aus NPTG zugeordnet. DIVA bietet die Funktion der NaPTAN-konformen Haltestellenerfassung und lieferung an das DfT. CENTRO nutzt diese Funktion, wie zahlreiche andere Verbünde und Grafschaften, um das zentrale DfT NaPTAN Register mit den aktuellsten Änderungen an den Haltestellen zu versorgen (s. Abb. 1). Orte (NPTG) Haltestellen (NaPTAN) Fahrpläne (Atco.cif / TxC) Import Import / Export Import / Export DIVA Import GIS (OpenStreetMap) Abbildung 1: Datenflüsse im DIVA4 System bei CENTRO

7 mdv aktuell I/ Solldaten ( VD V4 452) Positions- meldungen (z.b. S IRI VM) Corba Istdaten ( VD V4 454 A US) APIs (z.b. S IRI SM) Abbildung 4: Übersicht DIVA, RBL Light und EFA bei CENTRO Abbildung 2 RBL Light bei CENTRO Sollfahrplan, nachdem sie den Prognosealgorithmus durchlaufen haben, in eine Standardschnittstelle gewandelt und an Abnehmersysteme weitergegeben werden. Ein Multiplexer hält SIRI SM Abonnements zu Halte - stellenanzeigern (DFIs), um sie mit den aktuellsten Abfahrtsdaten zu versorgen. Der gesamte Datenfluss zwischen DIVA, EFA und RBL Light ist in Abbildung 4 ersichtlich. Abbildung 3: SIRI VM Verarbeitung und LOG Fenster Die Orte und Haltestellen bilden die Grundlage der zu importierenden Fahrplandaten, für die ebenfalls Standards mit Atco.cif und TransX- Change zur Verfügung stehen: - Die Association of Transport Coordinating Officers (ATCO) hat sich auf ein Austauschformat für lokale Datensammel- und Auskunftssysteme geeinigt, dass heute in UK weit verbreitet ist. Allerdings fehlt es dem Format an Möglichkeiten zum Transport der Fahrplandaten in Echtzeitsysteme, weshalb sich die Transportindustrie zusammen mit dem DfT auf einen neuen Standard geeinigt hat. - TransXChange (TxC). TxC basiert auf dem EU-Standard TransModel und erlaubt durch eine flexible XML-Struktur die Weitergabe von Fahrplandaten an Echtzeitsysteme. Die Daten des größten Unternehmers in den West Midlands, National Express West Midlands, der 80% der Busse und die Midland Metro betreibt, werden auf Grundlage der beschriebenen Rahmenbedingungen über TransXChange in DIVA importiert. Die Daten werden in DIVA georeferenziert, mit allen Haltepunkten versorgt und für das mit Daten zu versorgende rechnergestützte Betriebsleitsystem (RBL-Light von CENTRO) aufbereitet. Über eine Standardschnittstelle werden ausschließlich die Daten von National Express West Midlands wöchentlich in das RBL Light importiert. Nach einem erfolgreichen Datenimport werden Abweichungen der Fahrten vom Sollfahrplan auf Grundlage der Fahrzeugposition bestimmt. Das RBL Light verfügt u.a. über referenzierte Teilstrecken, Abfahrtszeiten und Haltestellen mit globalen IDs (aus NaPTAN). National Express West Midlands verfügt über Fahrscheindrucker, die Positionen der Busse über GPS erfassen und Positionsmeldungen übermitteln können. Die Positionsmeldungen, die durch das RBL Light empfangen und auf die Solldaten abgebildet werden, dienen zur Berechnung von Fahrplanabweichungen und basieren auf der SIRI Schnittstelle für den Austausch von Echtzeitinformation (SIRI, Dienst: Vehicle Monitoring ). Der Inhalt ist eine Linien- ID, die letzte Haltestelle und die Abfahrtszeit von der letzten Haltestelle. Nach erfolgreicher Abbildung prüft ein Prognosealgorithmus die Abweichung des Fahrzeuges vom Sollfahrplan und wandelt diese in eine Meldung zur Weitergabe an Abnehmersysteme (Istdaten). In Abbildung 2 ist die Oberfläche des RBL-Light ersichtlich und in Abbildung 3 wie es SIRI VM Nachrichten erhält. Ähnlich verhält es sich mit Midland Metro, wobei für dieses Verkehrsmittel ein proprietäres Positionsdatenformat geliefert wird. Ein zweiter Adapter im RBL Light empfängt die proprietäre Positionsmeldung und bildet sie auf die Solldaten ab. Auch hier können Abweichungen vom Ein abnehmendes System der RBL Light Information bei CENTRO ist die Fahrplanauskunft, die unter erreichbar ist. Die Echtzeitmeldungen (vor allem Verspätungen) werden an das Modul EFA-Realtime übermittelt, das ein Abonnement zum RBL Light aufgebaut hat. Mit dem Abo-Verfahren kann sichergestellt werden, dass nur die gewünschten Daten übermittelt werden. Außerdem existieren Mechanismen für die Sicherstellung der Kommunikation zwischen zulieferndem und abnehmendem System, um beispielsweise Zeiträume ohne Echtzeitmeldungen von Zeiträumen in denen Systemausfälle bestehen, unterscheiden zu können. Echtzeitmeldungen werden zur Laufzeit an die EFA übermittelt und bei Anfragen beachtet. Die Ausgabe im EFA-Layout zeigt die tatsächliche Abfahrtszeit, daneben wird ein Hinweissymbol ausgegeben, damit die Nutzer wissen, ob für eine Fahrt mit Echtzeitinformation zu rechnen ist. In Abbildung 5 ist ein Beispiel für eine verspätete Fahrt der Midlands Metro zu sehen mit folgendem Hinweis: This trip uses travel information where available. Last Updated: dd/mm/yy - hh:mm Neben der EFA existieren Anzeiger als weitere Konsumenten der Echtzeitinformation an derzeit über 300 Haltestellen. In der endgültigen Ausbaustufe sollen Haltestellenanzeiger in ganz West Midlands (ca ) mit Echtzeitinformation versorgt werden. Neben den Echtzeitdaten wird die Erfassung und Weitergabe von Ereignisinformation als wichtiger Aspekt gesehen. CENTRO nutzt das Incident Capturing System (ICS), um Informations- und Sperrungsmeldungen für Linien und Haltestellen an Abnehmersysteme einzugeben. Neben den Echtzeitmeldungen werden auch Ereignisse an die Fahrplanauskunft und die Haltestellenanzeiger übermittelt.

8 8 mdv aktuell I/2014 Echtzeitauskunft und RBL Light bei CENTRO, Birmingham Mit dem Einsatz von DIVA, RBL Light, EFA, des SIRI SM Multiplexers und der Weitergabe von Echtzeitmeldungen aus dem RBL Light an die EFA ist erstmals ein durchgängig geschlossener Datenfluss innerhalb von mdv Systemen von der Eingabe bis hin zur Echtzeitversorgung in der EFA realisiert. Neben National Express West Midlands und der Midland Metro ist mittelfristig die Anbindung zahlreicher weiterer Unternehmer in der West Midlands Region geplant. Ziel ist eine flächendeckende Abdeckung aller Unternehmer in der Region, was das Angebot seitens CENTRO zur Versorgung zahlreicher Konsumenten mit Echtzeitinformation weiter erhöht. Das Auskunftssystem von CENTRO mit der Echtzeitkomponente ist seit Juli 2013 im Netz verfügbar und dient nun als Grundlage für einen weiteren Ausbau um Schutzengelfunktionen zur Fahrtbegleitung. Ihr Ansprechpartner: Andreas Kunde Tel.: +49 (0) Abbildung 5: Fahrplanauskunft bei CENTRO mit Midlands Metro Echtzeitinformation

9 Echtzeitauskunft und RBL Light bei CENTRO, Birmingham mdv aktuell I/ Worin liegen die Herausforderungen bei der Integration von Unternehmerdaten für ITKB? Um einen Einblick in die Erfahrungen und Möglichkeiten in der Anwendungspraxis zu bekommen hat mdv die Sachbearbeiter Denise Thompson (Information Integrity Specialist) und Gary Leek (Principal Information Integrity Officer) von CENTRO befragt. - Welche Vorteile sehen Sie darin, Echtzeitinformationen in CENTROs Fahrplanauskunft zu haben? Viele CENTRO-Kunden möchten ihre Fahrt sehr kurzfristig planen, während andere lange vor ihrem erwarteten Reisedatum planen aber ihren Fahrplan zeitnah vor der Abfahrt zu überprüfen wünschen. Echtzeitinformationen und Störungsmeldungen nutzen beiden Fahrgasttypen, denn sie bieten ihnen die Möglichkeit ihre Reisepläne falls nötig anzupassen und schaffen zudem größeres Vertrauen sowohl in das System als auch in den öffentlichen Verkehr. Eine Fahrplanauskunft mit integrierter Echtzeit kann zudem anderen Echtzeitsystemen als Backup-Service zugute kommen und bietet darüber hinaus die Möglichkeit die Integrität der Informationen zu überprüfen. -Können Sie die Hauptgeschäftsaktivitäten beschreiben, in die Sie in Bezug auf Echtzeitdaten involviert sind? CENTRO spielt eine zentrale Rolle bei der Versorgung mit Soll- und Echtzeit-Informationen in den West Midlands. Unser Ziel ist es branchenführend zu sein und unseren Kunden erstklassige Dienstleistungen und Informationen zu liefern. Wir bieten Ankunfts- und Abfahrtsprognosen an allen Zug-, Bus- und Metro-Haltestellen über digitale Abfahrtsmonitore an Haltestellen, auf Webseiten und in den Apps. Denise und Gary managen als Teil des Information Integrity Teams die Eingabe von Bus- und Metro-Daten in die Soll- und Echtzeitsysteme, wobei sie alle Daten vor und nach der Eingabe validieren. Wir sind eine der wenigen Regionen, die ihre eigene RBL-Datenbank zum Nutzen für Unternehmer und Kunden zentral aufbaut. Sowohl intern als auch extern mit Unternehmern, Kunden und Zulieferern sind wir dabei Prozesse einzuführen und fortzuführen, um einerseits die Genauigkeit der Informationen zu verbessern und andererseits die Veröffentlichung derselben zu beschleunigen. Die Herausforderungen kreisen hauptsächlich um die Weiterbildung der Unternehmer sowie die Genauigkeit und Aktualität des Informationsangebots. Die Flexibilität, die mit Standards wie TransXChange einhergeht, führt dazu, dass Unternehmer manchmal zu wenige oder zu viele Daten liefern. Auch die Art und Weise wie diese Daten geliefert werden kann von Unternehmer zu Unternehmer variieren. Eine Lösung aus einer Hand anzubieten bedeutet, dass die Daten, die an unsere Kunden verteilt werden, integriert sind und ein konsistentes Format haben. Die Validierung der gelieferten Unternehmerdaten, egal ob sie elektronisch oder in Papierform vorliegen, ist ein großes Problem für CENTRO. Neben der Verwendung von hausinternen Validierungsinstrumenten arbeiten wir auch eng mit mdv an der Verbesserung der ITKB Importprozesse. - Wie akkurat sind die Daten, die von der CEN- TRO Prediction Engine (RBL Light) geliefert werden? Aus CENTROs Sicht steckt das RBL Light noch in den Kinderschuhen; die Genauigkeit der Ausgabe kann nur so gut sein wie die importierten Daten. Der Vergleich der Prognosen des RBL Light mit denen unserer bestehenden Echtzeitsysteme fällt überaus positiv (und in einigen Fällen weitaus genauer) aus, wenngleich wir wissen, dass wir noch einiges zu tun haben, um die Genauigkeit der von den Unternehmern gelieferten Daten möglichst nahe an die 100%-Marke zu bringen. Selbstverständlich ermöglicht das Verfügen über zwei Prognosegeneratoren von zwei Lieferanten den direkten Vergleich und gibt den Lieferanten den Ansporn ihre Prognose algorithmen zu verbessern. - Welche kurz- und mittelfristigen Zukunftspläne in Bezug auf Echtzeitdaten und kanäle gibt es? Wir haben mit der Bereitstellung von öffentlich zugänglichen APIs begonnen, um Lieferanten und Entwickler einzubeziehen und zusammenzubringen. Dies soll uns ermöglichen, unseren Kunden präzise und aktuelle Echtzeitdaten in einem Format zu liefern, das einfach zu verwerten ist uns aber gleichzeitig aufgrund seiner Flexibilität erlaubt, Neuerungen einzuführen. Unser Ziel für intelligente und nachhaltige Mobilität kann unter centro.org.uk/newjourney kennen gelernt werden.

10 10 mdv aktuell I/2014 Moderne Styles für mobile Apps Wenn wir auch nur ein paar Jahre zurückschauen werden wir sehen, wie stark sich mobile Geräte entwickelt haben. Wer erinnert sich noch an riesengroße Handys, mit einzeiligen Displays und langer Antenne? Oder auch nur ein paar Jahre zurück, als Smartphones noch ganz anders aussahen als heute. Mobile Telefonie ist ein Gebiet, das sich rasend schnell weiterentwickelt hat. Die Kunden sind dies inzwischen gewöhnt und arbeiten sich meistens schnell in geänderte Oberflächen und Bedienkonzepte ein sie fordern sogar, dass ihr Handy immer auf aktuellem Stand ist. Die schnelle Weiterentwicklung betrifft jedoch nicht nur die Hardware, auch die Betriebs - systeme selbst und deren Oberflächen haben sich weiterentwickelt. In der letzten Iteration haben die beiden Großen (ios und Android) jeweils beachtliche Änderungen vorgenommen, um das Betriebssystem frisch und modern erscheinen zu lassen. Benutzer erwarten von den Apps für diese Betriebssysteme auch, dass sie sich an die neuen Designs und Bedienkonzepte anpassen Apps, die das nicht tun werden schnell als alt oder unmodern eingeordnet. Daher haben wir in den letzten Monaten unsere Standard-Apps auf neuesten Stand gebracht, sowie neue Oberflächen eingeführt, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Android In Android 4 gibt es schon seit längerem das sogenannte Holo-Theme ein Design, das Schlichtheit und gerade Linien propagiert. Das Holo-Theme wirkt deutlich technischer als das Theme in den Android Versionen davor und nutzt flache Icons und keine Farbverläufe. Neben dem Design wurden in Android 4 auch einige neue Bedienkonzepte eingeführt bzw. angepriesen. So hat in letzter Zeit in Android 4 die Action- Bar eine zentrale Rolle übernommen, die früher vom Menü-Button ausgefüllt wurde. Der Menü- Button war ein Grundstein in der Bedienung von Android-Geräten, die alle einen Menü-Button anbieten mussten. Diese Anforderung hat Google geändert, und der Menü-Button wird nun nicht mehr unterstützt und mit der für Benutzer sichtbareren Action-Bar und ihren Icons ersetzt. Mit der Action-Bar sind auch einige neue Arten der Navigation ins Land gezogen, allen voran der Navigation Drawer oder auch Sidebar-Menü genannt. Auf dieses Menü ist über ein Icon in der Action-Bar zugreifbar sowie über eine Wisch- Geste vom linken Rand des Bildschirms nach rechts. Auch unsere Android-Apps nutzen diese immer populärer werdende Form der Navigation in Apps aus. Mit dem Sidebar-Menü ist es erstmals möglich, deutlich mehr Einträge ins Menü zu packen als bisher und die Einträge viel flexibler auf unsere Kunden zuzuschneiden. ios ios 7 hat vor einigen Monaten viel Wirbel verursacht, weil es zum ersten Mal eine Änderung im Design von ios seit dessen Einführung umgesetzt hat. Auch hier sind die sehr plastischen Icons und Farben durch abstraktere, schlichtere, aber auch farbkräftigere ersetzt worden. Apple verlangt sogar von den Entwicklern, dass sie sich nur mehr auf ios 7 Design konzentrieren sollen und hat Anfang des Jahres angekündigt, dass Apps, die nicht für ios 7 gebaut werden, nicht mehr zugelassen werden würden. Während Entwickler in Android also das Problem haben, dass sie über einen längeren Zeitraum auch ältere Android-Versionen unterstützen müssen, ist es bei ios genau umgekehrt: Entwickler werden hier gezwungen, so schnell wie möglich die neuen Standards einzusetzen. In Übereinstimmung mit der Android Version haben wir natürlich auch in ios das Navigationskonzept geändert, sowie Farben und Icons an den neuen Plattform-Standard angepasst. Abbildung 3: Rheinbahn ios App. Die Sidebar in ios sieht etwas anders aus, erfüllt aber den gleichen Zweck wie in Android. Abbildung 1: AVV Android App. Klare Linien und schlichtes Design bestimmen das Design in Android. Abbildung 2: AVV Android App. Das Sidebar-Menü ist inzwischen in Android etabliert und wird auch bei unseren Apps eingesetzt, um Platz sparend und flexibel die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen. Abbildung 4: Rheinbahn ios App. Auch in ios dominieren gerade Linien und flache Icons.

11 mdv aktuell I/ Windows Phone Windows Phone hat in den letzten Monaten kein großes Update erlebt und bleibt im Wesentlichen seinem Design treu. Das macht auch Sinn, denn es ist das jüngste der großen Betriebssysteme, und manche behaupten gar, dass sich Android und ios am Design für die neuesten Versionen etwas abgeschaut haben. Windows Phone 8.0 und 8.1 entwickeln die Plattform eher Schritt für Schritt weiter und vertrauen darauf, dass das Design noch zeitgemäß ist. Da von Anfang an auf Schlichtheit und Typografie gesetzt wurde kann man dies durchaus auch nachvollziehen. Abbildung 5: BVB Windows Phone 8 App. Sidebar- Menüs sind (noch?) nicht üblich, daher haben wir ein klassisches Hauptmenü implementiert. Windows 8 Microsoft setzt bei seinen Tablets nicht wie Google und Apple auf das gleiche Betriebssystem wie bei seinen Handys. Vielmehr will Microsoft sein Desktop-Betriebssystem so umbauen, dass es auf Tablets gut genutzt werden kann. Da wir immer wieder Nachfragen nach Apps für Windows Tablets bekommen haben, wollten wir uns dieser Problematik stellen. Bei den Überlegungen sind einige mögliche Lösungen besprochen worden, doch schlussendlich hat sich das Konzept einer eigenen App für Tablets durchgesetzt, die speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten ist. Der Nachteil dieser Lösung ist der Mehraufwand für die Pflege und Weiterentwicklung einer weiteren App. Der große Vorteil ist aber, dass wir dadurch bestehende Altlasten abwerfen und eine Oberfläche entwickeln können, die wirklich für Tablets optimiert ist und nicht nur auf Bildschirmgröße skaliert. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist eine App, die sowohl vom Design her an Windows 8 angepasst ist, als auch die Stärken der größeren Bildschirme von Tablets nutzt. Als Bonus können die Apps natürlich auch noch auf normalen PCs mit Windows 8 laufen dort ist genauso viel Bildschirm verfügbar und die Bedienung per Maus wurde von vorne herein eingeplant. Zusammenfassung Die Entwicklung von Apps für mobile Geräte ist im ständigen Wandel. Benutzer fordern von den Plattformen Innovationen und ständige Weiterentwicklung und sind bereit dazu, sich zumindest in gewissem Rahmen an neue Bedienkonzepte und Designs zu gewöhnen. Die Hersteller wollen außerdem Alleinstellungsmerkmale schaffen und ihre Plattform als die modernste präsentieren. Dieser Prozess wird sicher in nächster Zeit noch weiter gehen und einige erfolgreiche oder weniger glückliche Neuerungen schaffen. Unsere Apps sind dafür vorbereitet und wollen immer so nahe am aktuellen Stand sein, wie es uns bei Wahrung der nötigen Kompatibilität möglich ist. Es stehen uns spannende Zeiten bevor, und ein Ende davon ist erstmal nicht abzusehen. Ihr Ansprechpartner: Günther Gruber Tel.: +49 (0) Abbildung 7: Windows 8 App in Irland. Klare Linien und die Ausnutzung des Platzes auf Tablets bestimmen das Design. Abbildung 6: BVB Windows Phone 8 App. Im Windows Phone dominieren sehr einfache Formen und Linien, aber es wird zusätzlich auch sehr stark mit Typographie gearbeitet. Abbildung 8: Windows 8 App in Irland. Durch den größeren Platz ist es nun möglich Elemente dauerhaft oder gleichzeitig im Bild zu haben (z.b. Fahrtdetails und Karte).

12 12 mdv aktuell I/2014 mdv liefert nationales Auskunftssystem in UK Homepage von Traveline South West, die das gesamte Auskunftsgebiet zeigt sowie eine Auskunft von einem Postcode in Edinbourgh (Schottland) nach Plymouth an die englische Südwestküste. Seit 2010 existiert in UK die Idee der Traveline Regionen, die für die Weitergabe von unabhängiger und umfassender Information zum ÖV- Angebot verantwortlich sind und auf der Partnerschaft zwischen Aufgabenträgern (local authorities) und Verkehrsbetrieben basiert. Derzeit existieren folgende Traveline Regionen: Scotland (S) North East & Cumbria (NE) Northern Ireland (NI) North West (NW) Yorkshire (Y) Cymru/Wales (W) West Midlands (WM) East Midlands (EM) East Anglia (EA) South West (SW) South East including London (SE) Über traveline.info sind die regionalen Auskunftsportale erreichbar. Nach Anfrage der Traveline Regionen South East & Anglia, East Midlands, West Midlands und South West (in Zusammenarbeit mit TfL in London und CEN- TRO in Birmingham), deren Auskunftsportale bereits mit mdv Software betrieben werden, wurden kürzlich zwei wichtige Arbeitspakete ausgeliefert. Die erste Änderung enthält die Nutzung des Traveline National Data Set, für die Integration der Daten der anderen fünf britischen Regionen, um eine großbritannienweite Tür-zu-Tür Auskunft auf den Systemen der mdv Kunden anzubieten. Die zweite Änderung betrifft die GIS-Datengrundlage, die für geografische Referenzierung, Routing und jegliche Kartenausgabe verfügbar ist, und die seit der Umstellung auf das nationale Auskunftssystem auf OpenStreetMap (OSM) basiert. Diese Arbeit baut auf die enge Zusammenarbeit auf, die seit Jahren zwischen den Traveline Regionen existiert und die heute als die SEAM- Region (Southern England and Midlands) bekannt ist. Zunächst erfolgte ein Soft-Launch der nationalen Fahrtauskunft auf den Webseiten der Regionen South East & Anglia, East Midlands und South West, des Callcenter Interfaces, das von allen vier Regionen genutzt wird, sowie den APIs aller Regionen, die von anderen Informationsdiensten genutzt werden. Die regionale Webseite von West Midlands wird die nationalen Daten voraussichtlich ab August verwenden. Traveline South West: Traveline South East: Traveline East Anglia: Traveline East Midlands: Die Initiative hob die künstliche Begrenzung der Auskunftsportale auf, mit der sich die Einwohner Nahe der nördlichen und westlichen Grenzen der SEAM-Region konfrontiert sahen. Durch diesen Wegfall kann das Callcenter der Regionen arbeiten ohne Anrufe an andere Regionen weiterleiten zu müssen, wodurch die Anrufe kürzer und günstiger werden sowohl für den Anrufer als auch für die Traveline Regionen insgesamt. Die Fahrtauskunft wird mit wöchentlichen Updates der Fahrplandaten aller lokalen, regionalen und nationalen Busse, Züge und Regionalbusse (Coaches) versorgt. Außerdem werden wöchentlich die NaPTAN- und NPTG-Daten (Haltepunkte und Orte) sowie in regelmäßigen Abständen die nationalen Adress-, Postleitzahlund PointX-Daten für Sehenswürdigkeiten aktualisiert. Auch die OSM-Kartendaten unterliegen einem wöchentlichen Update, wobei die Kartenkacheln in 11 Zoomstufen vorliegen. Auf die Machbarkeitsanalysen, die mdv in der zweiten Jahreshälfte von 2013 durchführte, folgten die Implementierungsarbeiten, die im Frühling 2014 begannen und mit dem Go Live kurz vor dem 1.Juli 2014 abgeschlossen waren. Dieser Zeitpunkt wurde gewählt um sicherzugehen, dass der neue Service als leistungsstarke Alternative zu TransportDirect eine ausreichende Zeit genutzt wird, bevor TransportDirect voraussichtlich Ende September 2014 abgeschaltet werden wird. Damit wird die UKweite, verteilte Auskunft durch ein integriertes System ersetzt. Weiterentwicklungen des Services sind für die kommenden Monate geplant. Dazu werden die barrierefreie Fahrplanauskunft (die bisher nur über Transport Direct verfügbar war) sowie die Erweiterung um herunterladbare Fahrpläne zur Einbindung von Linien außerhalb der SEAM- Region gehören.

13 mdv aktuell I/ Schnittstellenstandard TRIAS Mit einem eigenen Workshop auf der Fachmesse IT-Trans in Karlsruhe wurde das Standardisierungsprojekt IP-KOM-ÖV Ende Februar 2014 abgeschlossen. Dem interessierten Fachpublikum konnten bei dieser Gelegenheit die zahlreichen wichtigen Ergebnisse dieses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungs- und Standardisierungsprojekts vorgestellt werden, die in einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren von Teilnehmern aus Industrie, Verkehrsunternehmen und Universitäten erarbeitet worden waren. mdv leitete im Projekt das Arbeitspaket Echtzeit- Kommunikations- und Auskunftsplattformen. Für die RBL-Hersteller ist das wichtigste Projektergebnis sicher die Neufassung der Kommunikationsdienste zwischen den Fahrzeugkomponenten (VDV 301), mit der der in die Jahre gekommene Wagenbus-Standard nach VDV 300 nun abgelöst werden kann. Für die Fahrgastinformation definierte das Projekt zum ersten Mal eine offene Standardschnittstelle, die eine Reihe von Neuerungen ermöglicht. Dieser Standard nennt sich TRIAS (Travellers Realtime Information and Advisory Standard) und ist in den VDV-Schriften und beschrieben. Zu der TRIAS-Schnittstelle gehören eine Reihe von Diensten, die erstmalig die Möglichkeit bieten, auf standardisierte und herstellerunabhängige Weise mit Clientsystemen ( Apps ) auf Fahrplanauskunftssysteme zuzugreifen. Ein Client-System kann also die TRIAS-Dienste nutzen, um Anfragen an die verschiedensten Fahrplanauskunftssysteme zu richten egal in welcher Region sich dieses befindet und von welchem Hersteller es stammt. Einzige Voraussetzung ist, dass das System serverseitig die TRIAS-Schnittstellen anbietet. Open-API Mit Hilfe von TRIAS können Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde nun ÖV-bezogene Informationen als Dienste der Öffentlichkeit und insbesondere der Community der Open- Source-Programmierer zur Verfügung stellen. Durch Bereitstellen von Funktionen wie Verbindungsberechnung und Abfahrtstafeln als fertige Dienste (Open-API) entfällt die umständliche Bearbeitung der vielen einzelnen Fahrplantabellen jeder einzelnen Linie (Open Data), die bei Unterschieden in der Interpretation in der Vergangenheit häufig zu inkonsistenten Informationen für die Fahrgäste geführt hat. Das EFA-System stellt eine Realisierung der TRIAS-Schnittstelle zur Verfügung und unterstützt dabei die wichtigsten Dienste, z.b. intermodale Verbindungssuche auf Echtzeitbasis, Abfahrtstafeln, Orts- und Haltestellensuche und Störungsbenachrichtigung mit Alternativenplanung (vgl. Abbildung 1). Abbildung 1: Smartphone-App mit Störungsbenachrichtigungsdienst. Der Fahrgast kann Benachrichtigungen zu einer ausgewählten Verbindung abonnieren (links). Im Fall einer Störung erhält er eine Push-Nachricht (Mitte). Gleichzeitig wird dem Fahrgast angeboten, eine Alternative zu planen, die die Störung umgeht (rechts). Kommunikation zwischen Fahrzeug und Smartphone Eine weitere Neuheit in TRIAS ist die Fahrzeugschnittstelle für Fahrgastendgeräte. Bisher konnten Smartphones keinen direkten Kontakt zu Fahrzeugen des ÖV aufnehmen. Erst mit IP- KOM-ÖV wurden dafür sinnvolle Anwendungsfälle und Kommunikationsdienste definiert und standardisiert. Mit den in IP-KOM-ÖV geschaffenen TRIAS-Diensten können Fahrgäste mit ihrem Smartphone nun direkt Informationen vom Fahrzeug abrufen, ohne auf eine Internet-Verfügbarkeit angewiesen zu sein. Das Fahrzeug kann auf diese Weise folgende Informationen mitteilen: - Fahrzeug-ID - Linie - Endziel - aktuelle Verspätung - Fahrweg mit Haltestellen, Abfahrts- und Ankunftszeiten und Ansagetexten - nächste Haltestelle mit Ausstiegsseite - Fahrzeugtyp - Türstatus (offen/geschlossen) - Haltewunschstatus (Haltewunsch betätigt/nicht betätigt) - Fahrttyp (Zusatzfahrt) Darüber hinaus kann der Fahrgast sein Smartphone auch benutzen, um Informationen an das Fahrzeug zu senden. Konkret kann der Fahrgast seinen Aussteigewunsch an der nächsten Haltestelle über die Fahrzeugschnittstelle dem Fahrer mitteilen (s. Beispiel in Abbildung 2). Weblinks: Abbildung 2: Informationen vom Fahrzeug: Haltestellenfolge mit aktueller Position und Haltewunsch an Haltestelle Peregrinastraße.

14 14 mdv aktuell I/ DIVA/EFA User Group im April in Dresden Die 54. DIVA/EFA User Group fand im April in Dresden statt. Eingeladen hatte diesmal der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Während der angesetzten eineinhalb Tagen konnten ca. 100 Teilnehmer die Neuerungen an den mdv Produkten kennen lernen und sich mit den anderen Teil - nehmern austauschen. Die Veranstaltung wurde von Herrn Burkhard Ehlen, dem Geschäftsführer des VVO, eröffnet. Er referierte über neue Wege der Fahrgastinformation und nutzte die Gelegenheit, das gerade veröffentlichte Layout der VVO EFA vorzustellen. Herr Kohl, als EFA-Entwicklungsleiter bei mdv, hat die Vorzüge alter und neuer Funktionalitäten in der EFA vorgestellt. Anhand anschaulicher Beispiele hat er aufgezeigt, welche Informationen der Fahrgast benötigt, und zwar korrekte, exakte und konsistente. Es ist bekannt, dass die EFA optimale Ergebnisse zeigt. Was sie weiterhin immer besser kann, ist das Aufzeigen alternativer Verbindungen mit gewichteter Optimierung. Der Fahrgast kann z.b. als Szenario bequem auswählen oder verlässlich. Das Ereignis Management System (EMS), ein System zum Verwalten von Störungsmeldungen, wurde vorgestellt. Im Rahmen eines Gastvortrags erläuterte Herr Iffländer die Aufgaben und Grenzen von Störungsmeldungen in der Fahrgastinformation und zeigte dabei vielfältige Gründe auf, warum es nötig ist ein solches EMS einzuführen. Herr Scholz hat daraufhin das EMS vorgeführt. Das neue System basiert stark auf vorgefertigten Vorlagen, die bei Bedarf schnell zu einer Meldung zusammengestellt werden können. Die Nutzung solcher Vorlagen stellt sicher, dass die Störungsmeldungen fehlerfrei und politisch korrekt sind. Nach der Vorführung haben einige Teilnehmer großes Interesse an dem EMS gezeigt. Ein weiterer Gastvortrag von Herrn Kuhnle (NVBW) über die Nutzung von Open Data hat zu einer angeregten Diskussion geführt. Er berichtete über die Entwicklung einer ÖV-Rahmenarchitektur in Deutschland, unter Einbindung eines bestehenden Gesetzes (ISVG - Intelligente Verkehrssysteme Gesetz), die unter anderem Handlungsempfehlungen für die Fahrgastinformation im ÖV beinhalten soll. Herr Ullrich hat die App von morgen vorgestellt, die im Rahmen eines Forschungsprojektes (Nachhaltig mobile Region Stuttgart NaMoReg) entwickelt wird. Die App bietet dem Anwender eine echte multi-modale Auskunft, inkl. Individualverkehr, Park & Ride, Stauinformationen, Anbindung an das CarSharing und vieles mehr. Die Einbindung von OpenStreetMap-Karten in DIVA wurde von Herrn Kunde vorgestellt. Einige Zuhörer waren überrascht zu erfahren, dass die OSM-Karten mittlerweile täglich aktualisiert werden können. Änderungen in den GIS Daten werden somit in wenigen Stunden auf den Kartenkacheln in der EFA dargestellt. In dem DIVA Vortrag wurden die Neuerungen des Release R14 vorgestellt. Nach dem anspruchsvollen ersten Tagesprogramm ging es gemeinsam mit drei Gästeführern zum nahegelegenen Bahnhof in Radebeul. Der einfahrende "Lößnitzdackel", so wird die mit Dampf betriebene Schmalspurbahn von den Einheimischen liebevoll genannt, brachte die Augen einiger Teilnehmer zum Leuchten. In einer ca. 30-minütigen Fahrt mit der eindrucksvollen Dampfmaschine erhielten die Teilnehmer eine kleine Einführung in die Geschichte des Lößnitztals und Informationen über die nahegelegenen Weinanbaugebiete. Endstation war Moritzburg, wo einige Kutschen die Gäste, vorbei am romantischen Jagdschloss Moritzburg und einer wunderschönen Wald- und Teichlandschaft, zum historischen Gasthaus "Kurfürstliche Waldschänke" brachten. Dort konnten alle Teilnehmer bei einem gemeinsamen Abendessen den Tag Revue passieren lassen. Viele Teilnehmer haben die Zeit genutzt, um anstehende Projekte mit anderen Verbünden zu besprechen. Der zentrale Ortebaum für Österreich und die Schweiz wurde im Rahmen eines solchen Gespräches erörtert. Und es wurde gleich ein Folgetermin vereinbart. Es war eine sehr gelungene User Group. Wir bedanken uns beim VVO für den tatkräftigen Einsatz bei der Organisation und die herzliche Gastfreundschaft. Wir freuen uns bereits auf den nächsten regen Austausch bei der User Group am 9./10. Oktober in Ulm. Nach anstrengendem Zuhören und entspanntem Fachsimpeln benutzte man alternative Verkehrsmittel um zum gemeinsamen Abendessen zu fahren.

15 2. Internationale User Group, im April 2014, Liverpool, Großbritannien mdv aktuell I/ Zum zweiten Mal trafen sich die englischsprachigen DIVA/EFA-Anwender zur GB & Internationalen DIVA/EFA User Group. In diesem Jahr lud Merseytravel nach Liverpool in das neu errichtete Hauptquartier auf No.1 Mann Island, L3 1BP, ein. Merseytravel und mdv freuten sich über Teilnehmer aus dem Department for Transport, den Traveline Regions South East & Anglia, East Midlands, South West, West Midlands, Translink (Nordirland), den Transport Authorities TfL (London), CENTRO (Birmingham), Merseytravel (Liverpool) und dem Suffolk County Council. Neben den Gästen aus dem Vereinigten Königreich reisten auch Teilnehmer aus Irland (NTA in Dublin) an. Nachdem der Merseytravel Chairman Cllr Liam Robinson die Tagung eröffnete, konnten die Teilnehmer Informationen in den Bereichen nationale und multi-modale, dynamische Auskunftssysteme, Event Management System (EMS), OpenStreetMap (OSM) und DIVA sammeln. Daneben gab es Vorträge zum Thema Hosting in der Cloud. Abgerundet wurde die Tagung durch Gastvorträge, u.a. berichteten Sarah Wilson und Denise Thompson vom ITKB Projekt, dass CENTRO zusammen mit mdv durchführte. Als Abendprogramm hatte Merseytravel ein Besuch in das ausschließlich für die Besucher der DIVA/EFA User Group geöffnete The Beatles Story Museum mit anschließender Stadtrundfahrt durch Liverpool organisiert. Die Rundfahrt endete im Restaurant Matou, in dem ein ausgezeichnetes pan-asiatisches Menü serviert wurde. Die Teilnehmer lobten die Organisation und Durchführung der Tagung, die einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch ermöglichte. Wir danken Merseytravel für die tatkräftige Unterstützung und die Bereitstellung der Veranstaltungsräume. Die nächste UK & Internationale DIVA/EFA User Group wird im April 2015 in Dublin stattfinden. 1. User Group in Australien im Mai 2014, Sydney Am 20./21.Mai 2014 fand die erste mdv User Group in Australien statt. Gut 20 Teilnehmer konnten sich in Sydney über aktuelle Entwicklungen aus verschiedensten, internationalen Projekten informieren. Der Schwerpunkt lag auf Themen rund um die EFA, Echtzeit und Fahrgastinformation. Auch OSM (OpenStreetMap) war wie schon auf den anderen User Groups dieses Jahr ein großes Thema. OSM wird auch in Australien immer beliebter. Es gibt zahlreiche Mapper, die Qualität der OSM Daten steigt stetig. Der von mdv vorgeführte Prototyp eines Auskunftssystems war Grundlage für eine von allen Teilnehmern rege geführten Diskussion. Zahlreiche Beispiele wurden analysiert - insbesondere rund um die Modellierung von zentralen Umsteigeknoten wie Bahnhöfen. Public Transport Victoria (PTV) berichtete im Rahmen von zwei Vorträgen aus aktuellen Projekten in Melbourne. Neben der Einführung von aus DIVA/EFA erzeugten sogenannten "PDF Timetables" ging es auch um den Betrieb der DIVA/EFA Systeme in der Cloud. Am Abend des ersten Tages ging es mit allen interessierten Teilnehmern mit dem Watertaxi vorbei am Sydney Opera House und unter der Sydney Harbour Bridge zum Abendessen. Am Ende der User Group zeigten sich alle Teilnehmer zufrieden mit der Auswahl der Themen. Die erste User Group in Australien war für alle Teilnehmer ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon auf die nächsten User Groups in Down Under.

16 16 mdv aktuell I/2014 Kurznachrichten Dritter DIVA Anwender in Südafrika Nach Johannesburg und Kapstadt hat sich nun auch die City of Tshwane zum Aufbau eines Bus Rapid Transit Systems (BRT) entschieden. Hierbei wurde mdv mit der Lieferung des Planungsund Auskunftssystems beauftragt. Tshwane ist eine Metropolgemeinde in der Provinz Gauteng und liegt nördlich von Johannesburg. Größte Stadt innerhalb der Region ist die Hauptstadt Südafrikas, Pretoria mit knapp Einwohnern. Das BRT-System wird von Grund auf neu eingebaut und soll unter dem Markennamen A Re Yeng, was soviel bedeutet wie Auf geht's ein sicheres und verlässliches Angebot für die Bevölkerung bieten. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Linien in Betrieb gehen. Die erste Schulung hat bereits stattgefunden und zur Zeit installiert mdv gemeinsam mit den Projektpartnern DIVA4 und EFA10 im Control-Centre in Pretoria. mdv-team beim B2RUN München Alle mdv-starter im Ziel Diesmal gab es perfektes Wetter für den B2RUN, Münchens großen Firmenlauf Läufer waren angetreteten 6,4 km zu laufen und unter großem Jubel durch das Marathontor das Ziel zu erreichen. Darunter auch ein 14- köpfiges mdv-team, dass sein bestes Ergebnis im Mixed seit der ersten B2RUN-Teilnahme erreichte. Wir freuen uns mit Anja, Simone, Christoph, Kent und Tobias. Website-Relaunch Im Mai hat unsere Website ein neues Outfit bekommen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen viel Vergnügen beim Stöbern in unseren Beiträgen: Mia san mia und mia fahrn Radl - OSM basierter Radlrouter mit ÖPNV Integration im MVV Gebiet Im Frühjahr 2014 hat mdv die Ausschreibung zu einem OSM-basierten Radroutenplaner mit ÖPNV-Integration im MVV-Gebiet gewonnen. Die Stadt München und der MVV haben die Entscheidung nicht nur auf Basis des vorgelegten Angebots, sondern auch wegen der bereits erfolgreichen und produktiv laufenden Radlrouter in Stuttgart, Bayern, London und Irland getroffen. Inzwischen sind die OpenStreetMap-Daten mit den radspezifischen Attributen voll integriert und werden vom mdv Routing-Algorithmus berücksichtigt. Auf der offiziellen OSM-Radkarte wird die Route dargestellt, alle rad-relevanten Daten der OpenSource Community sind kurzfristig für den Router verfügbar. Die Anfragen können mit zusätzlichen Routingoptionen verfeinert werden, als Beispiel ist hier die Option grüne Route oder mit Fahrradanhänger genannt. Wesentlicher Bestandteil des Systems ist die Integration des ÖPNVs. Diese Anteile kommen direkt aus der MVV-Fahrplanauskunft und berücksichtigen auch die Fahradmitnahmeregelungen. So wird z.b. während der täglichen Sperrzeiten zur Hauptverkehrszeit keine Bike&Ride Verbindung mit den jeweiligen Verkehrsmitteln angeboten. Über ein Testlayout wird von den Projektpartnern bereits intensiv die Routingfunktionalität geprüft, während das finale Layout vor der Auslieferung steht. Funktionen wie Höhenprofil, GPX/KML-Track-Ausgabe und die Darstellung von Alternativstrecken sind weitere Bestandteile des Routers. Die gesamte Funktion ist auch mobil über die Radrouten-App verfügbar. Gerechnete Routen können inklusive der Kartenausschnitte offline abgerufen werden, damit kann das zu übertragene Datenvolumen klein gehalten werden und die Karten sind auch unterwegs ohne Handy-Empfang auf der Radtour verfügbar. Veranstaltungen InnoTrans September in Berlin Halle 4.1 Stand User Group Schwerpunkt Betrieb 9./10. Oktober 2014 in Ulm WhereCamp November 2014, Berlin Sogenannte 'Unconference' für 'Geo- Geeks' Schwerpunkt: Navigation und Location Intelligence Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie uns auf dem WhereCamp treffen möchten. 56. User Group Schwerpunkt Verbund 23./24. April 2015 in Friedrichshafen

220,00-155,00 155,00-125,00 170,00-135,00 125,00-110,00 300,00-230,00 230,00-165,00 300,00-200,00 220,00-155,00

220,00-155,00 155,00-125,00 170,00-135,00 125,00-110,00 300,00-230,00 230,00-165,00 300,00-200,00 220,00-155,00 Anlage - Allegato: RICHTWERTE 2010 - VALORI DI RIFERIMENTO 2010 L.G. vom 15.04.1991, Nr. 10 - Enteignungen für gemeinnützige Zwecke, Art. 1-bis, Abs. 2 - Richtwerte für die Festsetzung der Enteignungsvergütungen

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