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1 Antworten Wissens-Check: TEIL 1 Schätzfragen Frauen und Männer in Wien 1 Wie viel Prozent der Wiener Wohnbevölkerung sind Frauen? Frauen stellen in der Wiener Wohnbevölkerung mit 52 Prozent die Mehrheit dar. Dies liegt vor allem an der höheren Lebenserwartung von Frauen. Politische Partizipation 2 Schätzen Sie: mit wie viel Prozent sind Frauen im Wiener Gemeinderat vertreten? Frauen sind mit 34 Prozent im Gemeinderat vertreten. Im Vergleich mit ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung (52 Prozent) sind sie hier unterrepräsentiert. Der Frauenanteil ist bei den politischen Parteien unterschiedlich: SPÖ: 43 % ÖVP: 42 % Grüne: 36 % FPÖ: 15 % (Stand August 2013). 1

2 Diese Schräglage findet sich auch in Führungsgremien und Interessensvertretungen wieder: Zum Beispiel sind bei der Ärztekammer Wien die Hälfte der Mitglieder weiblich; Frauen stellen aber nur 25 Prozent des Präsidiums. Aus-und Weiterbildung 3 Was denken Sie: Besuchen mehr Mädchen oder mehr Buben die Wiener AHS-Oberstufen? Die AHS-Oberstufe ist in Wien der Schultyp mit dem höchsten Mädchen-Anteil, dieser Anteil liegt bei 56 Prozent. Generell ist der Anteil von Mädchen in höherbildenden Schulen sehr hoch, der Anteil von Mädchen in Sonderschulen, Berufsschulen und Polytechnischen Schulen (zwischen 37 und 42 Prozent) dagegen gering. Mädchen sind also generell auf einem guten Weg, wenn wir davon ausgehen, dass Bildung die Basis für einen erfolgreichen späteren Lebensweg bildet. Allerdings besteht noch immer ein großer Unterschied zwischen den Geschlechtern in den technisch gewerblichen mittleren und höheren Schulen. Hier liegt der Mädchen-Anteil bei nur 31 Prozent. Das zeigt, dass die Berufswahl immer noch klassischen Rollenbildern folgt. 4 Wie hoch ist der Frauen-Anteil in der Leitung von öffentlichen Universitäten in Wien? Der Frauen-Anteil in der Leitung (Rektorat) von öffentlichen Universitäten liegt im Schnitt bei 45 Prozent. Das war nicht immer so. Seit 2009 gilt die Quotenregelung, die vorschreibt, dass mindestens 40 Prozent Frauen im Rektorat vertreten sein müssen. Den Erfolg dieser Quotenregelung zeigt der Vergleich mit den Privat- Universitäten sehr deutlich: Hier beträgt der Anteil von Frauen im Rektorat nur 27 Prozent. Arbeit und Einkommen 5 Auch wenn immer mehr Frauen erwerbstätig sind, erledigen die meisten von ihnen daneben auch viel unbezahlte Arbeit. Wie groß ist der Anteil an Arbeitszeit, den Frauen im Durchschnitt in Wien für unbezahlte Arbeit verwenden? 2

3 Frauen arbeiten im Schnitt sieben Stunden und zehn Minuten pro Tag. Davon verwenden sie mehr als die Hälfte, nämlich 59 Prozent für unbezahlte Arbeit, wie z.b. Haushaltsführung, Kinderbetreuung, Freiwilligenarbeit. Männer verwenden dagegen nur 39 Prozent ihrer Arbeitszeit für unbezahlte Arbeit. Die Hauptlast der unbezahlten Arbeit lastet also noch immer auf den Schultern der Frauen. 6 Wie groß glauben Sie ist der Anteil an Frauen in Wien, die in atypischen Beschäftigungsformen arbeiten? In Wien arbeitet fast die Hälfte der berufstätigen Frauen, nämlich 44 Prozent in atypischer Beschäftigung. Bei den Männern sind es 20 Prozent. Dieser hohe Anteil von Frauen bei atypischer Beschäftigung liegt vor allem daran, dass viele Frauen Teilzeit arbeiten (27 Prozent), da sie zusätzlich zur bezahlten Arbeit auch noch Betreuungsarbeit leisten. 7 Frauen verdienen im Durchschnitt noch immer weniger als Männer. Schätzen Sie: Wenn man in Wien den Brutto-Stundenlohn von Frauen und Männern vergleicht: Wie viel Prozent verdienen Frauen weniger als Männer? Bei unselbständig Erwerbstätigen verdienen in Wien Frauen um 16 Prozent weniger als Männer (Brutto- Stundenlohn). Das sind in Zahlen bei Frauen im Schnitt 12,6 Euro und bei Männern 15 Euro Brutto- Stundenlohn. In Gesamtösterreich ist der Unterschied noch größer, hier verdienen Frauen im Durchschnitt um 21 % weniger als Männer. 8 Im Folgenden finden Sie die zehn am häufigsten von jungen Wiener Frauen gewählten Lehrberufe. Was glauben Sie: Welche sind die drei häufigsten? Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin sind die drei häufigsten Lehrberufe der Mädchen. Weit über die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge ist in diesen drei Lehrberufen zu finden. Wenn man nun diese Lehrberufe mit den häufigsten Lehrberufen der männlichen Lehrlinge (Einzelhandel, Kraftfahrzeugtechnik, Elektrotechnik) vergleicht, fallen sehr große Unterschiede in den Kollektivvertragslöhnen auf: zum Beispiel liegt der Kollektivvertragslohn der FriseurInnen um 38 Prozent unter jenem der ElektroinstallateurInnen. 3

4 Freizeit, Sport, Kunst und Medien 9 Was schätzen Sie: Machen mehr Frauen oder mehr Männer regelmäßig Sport? Insgesamt betreiben mehr Männer als Frauen regelmäßig Sport (55 % der Männer und 43 % der Frauen). Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist in der Altersgruppe der bis 24-Jährigen am größten, hier treiben 86 % der Männer aber nur 54 % der Frauen regelmäßig Sport. Um hier die Frauengesundheit zu unterstützen, könnte in der Sportförderung zukünftig stärker darauf geachtet werden, dass es genügend Angebote gibt, die auch für Mädchen und jungen Frauen attraktiv sind. 10 Wer bestimmt den Inhalt der Zeitungen, die wir täglich lesen? Schätzen Sie: Wie hoch ist der Anteil von Chefredakteurinnen bei Wiener Zeitungen? Nur zwei von acht, also ein Viertel aller ChefredakteurInnen der in Wien erscheinenden Tageszeitungen sind Frauen. Diese wichtigen meinungsbildenden Positionen sind also noch immer stark von Männern dominiert. Armut und soziale Sicherheit 11 Welche ist die am häufigsten gewählte Variante des Kinderbetreuungsgeldes? Am häufigsten gewählt wird die Variante 20+4, nämlich von 32% aller Eltern. Die Variante 30+6 wird auch von sehr vielen Eltern gewählt, und zwar von 28%. Im Berechnungsmonat April 2013 waren 92% der BezieherInnen von Kinderbetreuungsgeld Frauen, der Männeranteil lag bei 8%. Wohnen und öffentlicher Raum 4

5 12 Die Preise für Mieten nehmen einen sehr großen Anteil in den Lebenserhaltungskosten ein. Was schätzen Sie: Die durchschnittlichen Kosten für Mietwohnungen entsprechen wieviel Prozent der durchschnittlichen Einkommen von Frauen? In den letzten Jahren sind die Preise für Hauptmieten in Wien deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Nachdem Frauen über ein geringeres Einkommen verfügen als Männer, fällt ihre Belastung durch Wohnkosten deutlich höher aus. Die durchschnittlichen Wohnkosten für Hauptmieten entsprechen 34% der durchschnittlichen Einkommen von Frauen (und 28% der durchschnittlichen Einkommen von Männern). Umwelt und Mobilität 13 Frauen und Männer sind unterschiedlich in Wien unterwegs. Wie groß ist der Anteil der Frauen, die in Wien mit dem Auto zur Arbeit fahren? Bei einer Befragung gaben nur 17 Prozent der befragten Frauen an, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, bei den Männern sind es 28 Prozent. Ganz generell haben Frauen bei der umweltfreundlichen Mobilität die Nase vorn, das zeigt sich z.b. bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs: Die Jahreskarte der Wiener Linien besitzen 39 Prozent der Wienerinnen und 28 Prozent der Wiener. Gewalt und Gesundheit 14 Frauen und Kinder sind überdurchschnittlich oft von Gewalt in der Familie betroffen. Frauenhäuser bieten ihnen bei Bedarf Schutz und Hilfe. Wie viele Frauenhäuser gibt es in Wien? In Wien bieten derzeit vier Frauenhäuser mit 175 Akutbetreuungsplätzen Frauen und ihren Kindern Schutz, wenn sie Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Darüber hinaus gibt es 54 Übergangswohnplätze als vorübergehende Wohnmöglichkeiten nach einem Krisenaufenthalt in einem Frauenhaus. Mit dieser Anzahl an Betreuungsplätzen liegt die Stadt Wien über der Empfehlung des Europarats, wonach für EinwohnerInnen je ein Platz in einem Frauenhaus zur Verfügung stehen soll. 15 In den Medien sind untergewichtige Models in den letzten Jahrzehnten die Norm geworden und damit Vorbild für viele Mädchen und jungen Frauen. Was glauben Sie: Wie viel Prozent der unter-und normalgewichtigen Mädchen schätzen sich als etwas bzw. viel zu dick ein? Von den unter-und normalgewichtigen Mädchen schätzen sich 39 Prozent der Mädchen als etwas bzw. viel zu dick ein. Bei den Buben sind es nur knapp 19 Prozent. Das zeigt, dass Mädchen ihr Gewicht deutlich kritischer einschätzen als Buben. Diese Tatsache spiegelt sich auch in der Gefährdung an einer Essstörung zu erkranken wider: 30 Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Buben sind gefährdet. 5

6 TEIL 2 Ausblick Wie hoch ist der Handlungsbedarf in den einzelnen Bereichen für mehr Gleichstellung von Frauen und Männern in Wien? Handlungsbedarf weiß nicht Politische Partizipation Aus-und Weiterbildung Arbeit und Einkommen Freizeit, Sport, Kunst und Medien Armut und soziale Sicherheit Wohnen und öffentlicher Raum Umwelt und Mobilität Gewalt und Gesundheit 0 kein Handlungsbedarf 4 hoher Handlungsbedarf Welche konkreten Ideen haben Sie zur Förderung von Gleichstellung in Wien? Der Wissens-Check wurde im Rahmen der Gleichstellungsdialogforen im Auftrag der MA 57 von PlanSinn erstellt. 6

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