Modellversuch Entwicklung eines Qualifizierungsmodells im Bereich Innenausbau Holztechnik

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1 Modellversuch Entwicklung eines Qualifizierungsmodells im Bereich Innenausbau Holztechnik Abschließender Sachbericht TuTech TUHH Technologie GmbH Schellerdamm Hamburg TU Hamburg-Harburg Arbeitsbereich Angewandte Bautechnik Denickestraße 17, Hamburg Staatliche Gewerbeschule Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung Fachschule Holztechnik Richardstraße1, Hamburg - 1 -

2 INHALTSVERZEICHNIS INHALTSVERZEICHNIS 0 Vorwort Angaben zum Modellversuch Allgemeine Angaben Aufgabenstellungen des Modellversuchs Statistische Erhebungen Auswertung des Fragebogens zum Modellversuch Auswertung Allgemeine Angaben zu den Betrieben EDV-Nutzung in den Betrieben Zum Modellversuch Auswertung der Aussagen der Kleinbetriebe Allgemeine Angaben EDV im Unternehmen Zum Modellversuch Gesamtbewertung Beteiligte Firmen Fa. Diedrichsen Möbelwerkstätten Fa. Hamburger Werkstatt GmbH Fa. Carl Schütt Tischlerei GmbH Fa. Torsten Utz GmbH Fa. SMF Vario32 Vertriebs-GmbH Fa. Heinrich Meyerfeldt Fa. Pfeiffer Innenausbau Fa. Tischlerei Holst Fa. Planungsbüro Baczko Fa. Zywietz Fa. Zippert GFA der Handwerkskammer Hamburg

3 INHALTSVERZEICHNIS 4 Entwicklung eines Beratungs- und Schulungsansatzes Problemanalyse zur Einführung computerunterstützter Technologien im Tischlerhandwerk Probleme bei der Einführung von CAD/CAM-Systemen Erprobung von Schulungsmaßnahmen im Rahmen des Modellversuchs Vorüberlegungen zum Schulungsansatz Der im Modellversuch erprobte Schulungsansatz (Kurzform) Vergleich der Schulungssituation mit wissenschaftstheoretischen Aussagen zur Weiterbildung Einordnung der Schulungssituation in das System beruflicher Weiterbildung Angaben über den Umfang des Schulungsbedarfs Darstellung von Ansätzen zur beruflichen Weiterbildung Didaktisch-methodische Überlegungen zum Schulungskonzept Gestaltung der Lernsituation Anforderungen an das Schulungspersonal Anforderungen an den Betrieb und seine Mitarbeiter Analysebogen zur Erfassung der individuellen Schulungsvoraussetzungen Schematische Darstellung des Schulungskonzeptes Individualisierung der Schulungs- und Betreuungsmaßnahmen Lösungsansatz nach Beendigung des Modellversuchs Synergieeffekte für die berufliche Bildung insgesamt Untersuchungen zur Arbeitsorganisation in den Betrieben Auswertung einer Schulungs- und Betreuungsmaßnahme Änderungen in der konstruktiven Tätigkeit Änderungen im Fertigungsbereich Änderungen zwischen AV und Fertigung Akzeptanz der Einführung bei den Mitarbeitern Ansatz eines Softwarevergleichs Anmerkungen zur Wahl eines CAD-Systems Zur Problematik einer Produktbeurteilung im Rahmen der Einführung eines Systems CAM-Anbindung Anschluss an Branchenprogramme oder PPS-Systeme Fazit

4 INHALTSVERZEICHNIS 7 Aufgetretene Probleme bei den Schulungsmaßnahmen Konsequenzen aus dem Modellversuch für institutionalisierte Formen der beruflichen Weiterbildung Änderungen in der Ausbildung zum staatlich anerkannten Holztechniker an der Fachschule Holztechnik Hamburg Weiterbildung zum CAD/CAM-Konstrukteur Änderung des Curriculums der Meisterausbildung im Tischlerhandwerk in Hamburg Anhang Literaturverzeichnis Verzeichnis der im Modellversuch verwendeten Software (mit der jeweils aktuellen Version) Fragebogen Satzung des Fördervereins Aufgabenstellungen des Softwarevergleichs Weitere Anlagen

5 I ALLGEMEINE ANGABEN 0 Vorwort Der Komplexitätsgrad neuer Technologien wächst in einem enormen Umfang, so dass es immer schwieriger wird, zum Erwerb des notwendigen Wissens geeignete (Weiter-) Bildungsmöglichkeiten zu finden. Am wurde in Hamburg von Vertretern der Handwerkskammer, der Gewerbeförderungsanstalt, der Innung Holz und Kunststoff, des Fachverbandes Holz und Kunststoff, des Amtes für Schule, der Gewerbeschule Holztechnik und der Technischen Universität beschlossen, ein gemeinsames Projekt zu initiieren, dass nach neuen Wegen suchen soll, um zu adäquaten Möglichkeiten betrieblicher Weiterbildungsformen und Beratungseinrichtungen hinsichtlich der C-Technologien für Betriebe im Bereich Holztechnik- Innenausbau gelangen zu können. Einstimmig wurde der Arbeitsbereich Angewandte Bautechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg beauftragt, die Realisierung dieses Vorhabens voranzutreiben. Mit Hilfe der TUHH-Technologie GmbH gelang es schließlich, die Innovationsstiftung Hamburg als Förderin zu gewinnen, so dass am der Modellversuch Entwicklung eines Qualifizierungsmodells im Bereich Holztechnik-Innenausbau gestartet werden konnte. Die wesentlichen Ergebnisse der dreijährigen Arbeit sind in den folgenden zwei Bänden des Abschlussberichtes dokumentiert. In Band 1 werden die neu entwickelten Formen betrieblicher Weiterbildungs- und Beratungsmöglichkeiten dargestellt und deren Notwendigkeit begründet. Sie weisen in ihrer auf die jeweiligen Betriebe direkt abgestimmten, individuellen Form weit über die bisherigen Möglichkeiten institutionalisierter Weiterbildung hinaus. Die Effektivität dieses neuen Ansatzes wird auch von den im Rahmen des Versuchs betreuten Firmen bestätigt und als die zukünftige Form betrieblicher Weiterbildung im Bereich der CAD/CAM-Technologien hervorgehoben. Die einzelnen Kapitel des ersten Bandes sind im Sinn eines Beratungsansatzes so konzipiert, dass für den Leser jedes Kapitel für sich erschließbar sein soll, ohne dass die vorausgegangen Aussagen unbedingt nachvollzogen sein müssen. Der Leser des Gesamtwerkes muss deshalb eine gewisse Redundanz der Aussagen tolerieren. In Band 2 werden Arbeiten von StudentInnen des Arbeitsbereichs Angewandte Bautechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg dokumentiert. Ohne den Einsatz dieser StudentInnen wäre die konstatierte Effektivität der neu entwickelten Schulungs- und Betreuungsmaßnahmen nicht zustande gekommen. Ihnen und all den namentlich nicht aufgeführten StudentInnen, die einen Beitrag zu dem Modellversuch erbracht haben sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt. Unser Dank gilt auch in besonderem Maß der Innovationsstiftung Hamburg, ohne die dieser wesentliche Betrag zur beruflichen Weiterbildung nicht hätte erbracht werden können. Darüber hinaus bedanken wir uns auch bei der Schulbehörde und der Gewerbeschule für Holztechnik, ohne deren Zustimmung und Kooperation das Vorhaben nicht erfolgreich durchführbar gewesen wäre. Ebenfalls gilt unser Dank den im Anhang aufgeführten Softwarefirmen und ihren Vertriebspartner, die dem Modellversuch so offen gegenüberstanden und ihn teilweise sehr großzügig unterstützt haben. Weiterhin ist dankend zu erwähnen, dass sich der Förderverein Holz-EDV bereit erklärt hat, diese Form der betrieblichen Weiterbildung zu übernehmen und zukünftig für das Tischlerhandwerk bereit zu stellen. M. Ludolph, L. Rehberg, V. Striecker - 5 -

6 I ALLGEMEINE ANGABEN 1 Angaben zum Modellversuch 1.1 Allgemeine Angaben Projektbezeichnung: Entwicklung eines Qualifizierungsmodells für den Bereich Holztechnik - Innenausbau Träger des Modellversuchs: Innovationsstiftung Hamburg Alter Steinweg Hamburg Projektleitung: Herr Rehberg TuTech TUHH Technologie GmbH Schellerdamm Hamburg Fachliche Leitung: Herr Ludolph TU Hamburg-Harburg Arbeitsbereich Angewandte Bautechnik Denickestrasse Hamburg Herr Striecker Staatliche Gewerbeschule 6 Richardstraße Hamburg Beginn und Ende:

7 I ALLGEMEINE ANGABEN 1.2 Aufgabenstellungen des Modellversuchs Im folgenden werden die im Antrag gestellten Aufgabenstellungen formuliert und aufgezeigt in welchen Kapiteln des Abschlussberichtes darauf eingegangen wird. 1. Statistische Erhebungen zu Größe, Betriebsmittelausstattung (aktueller Stand und Planung), Produktpalette, Personalbestand und Qualifikationsstruktur der Hamburger Betriebe im Bereich der Holz- und Kunststoffbearbeitung. Um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln wurde eine statistische Erhebung durchgeführt, die Ergebnisse sind in Kap. 2 Dargestellt, der verschickte Fragebogen befindet sich im Kap Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit verschiedener Softwarelösungen im CAD/CAM- Bereich mit integriertem CIM-Ansatz. Die in dem Modellversuch und in den Betrieben eingesetzten CAD/CAM-Programme wurde unter verschiedenen Aufgabenstellungen (siehe Kap. 9.5) untersucht. Die daraus gewonnen Erkenntnisse und die Erfahrungen des praktischen Einsatzes in den Betrieben spiegelt das Kap. 6 wieder. 3. Untersuchungen zur Einführung von (objektorientierten) CAD/CAM-Systemen mit integriertem CIM-Ansatz in Betrieben. Hierzu sind einige Schulungsberichte erstellt worden, die sich aus Gründen der besseren Lesbarkeit im Band 2 dieses Abschlussberichtes befinden. Der entwickelte Beratungs- und Schulungsansatz ist im Kap. 4 dargestellt. Die untersuchten Betriebe stellen sich im Kap. 3 kurz dar. Probleme, die es in einigen Firmen bei der Einführung gegeben hat, und mögliche Konsequenzen daraus für zukünftige Schulungen stehen in Kap Untersuchungen zu Änderungen der Arbeitsorganisation durch die Einführung dieser CAD/CAM-Systeme. Welche Auswirkungen die Einführung solcher Systeme auf die Arbeitsorganisation haben, wird im Kap. 5 dargestellt. 5. Untersuchungen zur Änderung von Qualifikationsstrukuren durch die Einführung von (objektorientierten) CAD/CAM-Systemen und Auswirkungen auf die berufliche Weiterbildung. Einige bereits vollzogene Änderungen von Qualifikationsstrukturen stehen im Kap. 8, Auswirkungen auf die berufliche Weiterbildung finden sich aber auch in Kap Schaffung einer institutionalisierten Beratung für Betriebe Die Weiterführung der im Modellversuch gewonnenen Erkenntnisse und der entwickelten Konzepte sind als Lösungsansatz in Kap. 4.6 dargestellt und durch den Förderverein Holz-EDV (siehe Kap. 9.4) gesichert

8 II STATISTISCHE ERHEBUNGEN 2 Statistische Erhebungen Um den tatsächlichen Bedarf für einen Technologietransfer und ein Qualifizierungsangebot im Bereich der komplexen CAD/CAM-Technologie zu ermitteln wurde eine statistische Erhebung im Form eines Fragebogens durchgeführt. Die Umfrage hatte zum Ziel, Daten zu gewinnen über "Größe, Betriebsmittelausstattung, Produktpalette, Personalbestand und Qualifikationsstruktur der Hamburger Betriebe im Bereich der Holzund Kunststoffbearbeitung" 1. Anhand dieser Daten sollte das "Marktvolumen für Hard- und Software sowie der Personalschulungsbedarf" 2 im Bereich der C-Techniken eruiert werden. Es wurde ein Fragebogen an die in der Innung Holz- und Kunststoff und/oder in der Handwerkskammer organisierten Hamburger Tischlereien sowie an Innenausbaubetriebe, die durch die Hamburger Handelskammer vertreten sind, verschickt. Im folgenden Abschnitt sollen die Ergebnisse des Rücklaufs der statistischen Erhebung ausgewertet werden, der Fragebogen befindet sich im Anhang (vgl. 9.3). 2.1 Auswertung des Fragebogens zum Modellversuch Aufgrund der großen Anzahl der zu befragenden Betriebe war eine direkte Befragung in Form von Interviews ausgeschlossen. Deshalb wurde als Befragungsform ein Fragebogen gewählt. Dieser wurde von den studentischen Hilfskräften Ralf Kolla, Thomas Meyer und Tilo Schwarz mit Unterstützung der beiden Projektleiter Michael Ludolph und Volker Striecker entworfen. Der vierseitige Fragebogen wurde nach Vorankündigung in der Innungszeitschrift Der Hamburger Tischler im Juni 1999 an 450 Hamburger Tischlereien und holzverarbeitende Betriebe verschickt. Von den 450 verschickten Fragebögen wurden 91 zurückgesendet, was einer Rücklaufquote von ~20% entspricht. Von diesen 91 wurden 2 beantwortete Fragebögen von vornherein aus der Auswertung herausgenommen, da die entsprechenden Betriebe zu den Pilot-Teilnehmern des Versuches zählen und ihre Angaben das Ergebnis verfälscht hätten. 62 der somit verbleibenden 89 Betriebe sind nach Eigenauskunft mit Innenausbau befasst. Auf Basis der Daten dieser 62 Betriebe wurde die Auswertung erstellt (Grundgesamtheit n=62). Das erste Ergebnis der Umfrage bezieht sich auf die Rücklaufquote und damit die Menge der auswertbaren Antwortbögen. Diese ist nach Erfahrungen aus anderen Umfragen der Innung recht gut. Dennoch ist sie, nach statistischen Maßstäben, noch zu gering, als dass sich aus ihr verallgemeinerbare und aussagekräftige Aussagen im Sinne des Ziels der Umfrage treffen lassen. Daher ist darauf hinzuweisen, dass alle in der Folge getroffenen Aussagen über Gruppen lediglich zur Veranschaulichung im Sinne eines Trends dienen und keinesfalls verallgemeinert werden dürfen. 1 Projektantrag S.8 2 ebd. S.8-8 -

9 II STATISTISCHE ERHEBUNG 2.2 Auswertung Im Folgenden werden die sich aus den eingegangenen beantworteten Fragebögen ergebenden Trends nach den drei Fragekomplexen geordnet dargestellt. Am Ende der Darstellung der Ergebnisse folgt eine Bewertung dieser Daten Allgemeine Angaben zu den Betrieben In Bezug auf die Produktpalette fällt auf, dass die Betriebe überwiegend in Einzelfertigung produzieren und die Kategorisierung in Möbel- Objekt- und Küchenbau ausreichend war. Bei den antwortenden Betrieben handelt es sich nahezu vollständig um kleinere Betriebe. Über 80% sind Betriebe mit bis zu 10 Mitarbeitern; Betriebe mit weniger als 5 Mitarbeitern stellen immer noch 60% der Beantwortenden dar Mitarb Mitarb Mitarb. >20 Mitarb. Aufgrund dieses großen Anteils an kleinen Betrieben, findet sich in Abschnitt III eine gesonderte Darstellung der sich aus der Umfrage ergebenden Trends bezüglich der Kleinbetriebe EDV-Nutzung in den Betrieben Vorbemerkung: Bei dieser Frage fällt zunächst der Anteil an fehlenden Daten bei einzelnen Unterfragen auf. Bei zunehmender Spezialisierung der Fragen steigt der Anteil an Betrieben, die die Beantwortung abgebrochen haben. Gemäß den Vorgaben des Projektantrags sollte der Schwerpunkt der Befragung auf den Bereichen CAD/CAM und CIM liegen. Auswertung: 62 Betriebe haben Teil B zumindest zu Anfang beantwortet. Von den 51 Betrieben, die EDV nutzen (82%; n=62), nutzen fast alle diese zur Verwaltung. Mit zunehmender Spezialisierung der Software nimmt der Anteil der Nutzer ab. EDV wird eingesetzt von 49 Betrieben zur Verwaltung (79%; n=62) 30 Betrieben zur Kalkulation (48%; n=62) 17 Betrieben zur Konstruktion mit CAD (27%; n=62). Nur 5 Betriebe setzen CNC zur Fertigung ein, lediglich 3 Betriebe verfügen über CAD/CAM-Programme. Lediglich 2 Betriebe nutzen alle 5 der abgefragten Kategorien von EDV: nur bei diesen wäre also überhaupt die Möglichkeit einer integrierten Nutzung im Sinne von CIM gegeben

10 II STATISTISCHE ERHEBUNG Softwarebewertung Nur 36 Betriebe (70%; n=51) haben sich an der Bewertung der von ihnen genutzten Software beteiligt. Dies liegt zum großen Teil daran, dass alleine 13 Betriebe keine der in der Tabelle explizit aufgeführten Programme aus dem Bereich CAD/CAM/CIM einsetzen. Die erwähnten 36 Betriebe haben die von ihnen genutzte Software in Bezug auf Zufriedenheit und Erfüllung der Anforderungen wie folgt bewertet: Software Anzahl Benutzer vollkommen Gerade eben erweitern anschaffen Branchenprogramm PPS-Software CAD-Programm CAD/CAM-Anwendung Zum Modellversuch 28 Betriebe (45%, n=62) haben diesen Fragenkomplex beantwortet, der sich explizit auf den Modellversuch bezieht. Ablehnend steht dem Modellversuch nur ein beantwortender Betrieb gegenüber, der Rest zeigt sich interessiert. Weiterbildung im Sinne des MV wird von 16 Betrieben befürwortet, der Rest hat keine Meinung (eine Ablehnung). Elf Betriebe geben an, die Maßnahmen seien ihrer Ansicht nach zu teuer. Acht Betriebe befürworten die Durchführung der Schulungen durch Studenten, drei Betriebe wünschen Betreuung durch Absolventen, ein Betrieb wünscht die Betreuung durch Softwaretrainer. Als mögliche Teilnehmer an Schulungen werden insgesamt 78 Mitarbeiter genannt. Bewertung der Aussagen: Die Daten lassen den Schluss zu, dass die tatsächliche Verbreitung der C-Techniken in Hamburger Innenausbaubetrieben noch nicht sehr fortgeschritten ist. Die Tatsache, dass immerhin 17 Betriebe die Anschaffung CAD-Anwendungen oder von Programmen zur integrierten Fertigung erwägen, deutet auf ein vorhandenes Potential hin. Während die Antwortenden alle (bis auf einen) den MV als interessant oder zumindest erfolgversprechend einstufen, empfindet über die Hälfte die vorgeschlagenen Modelle als zu teuer. Die Präferenz für Studierende als Kursleiter ist aller Wahrscheinlichkeit nach in der preislichen Ausgestaltung zu suchen

11 II STATISTISCHE ERHEBUNG 2.3 Auswertung der Aussagen der Kleinbetriebe Aufgrund der starken Beteiligung von Kleinbetrieben mit bis zu sechs Mitarbeitern an der Umfrage erschien eine gesonderte Auswertung nötig 3. Aus der Grundgesamtheit von 62 Betrieben kamen 42 Betriebe(68%; n=62) in diese Auswertung hinein. Die Betrachtung dieser Untergruppe zeigt folgende Tendenzen: Allgemeine Angaben Alle diese Betriebe betreiben Möbelbau, wenn auch zu 95% (n=42) in Einzelfertigung. Immerhin 2 Betriebe betreiben Serienfertigung. 62% der Betriebe (n=42) betreiben zusätzlich Küchenbau, über die Hälfte (55%; n=42) betätigt sich auch im Objekt- oder Ladenbau. 14 Betriebe (33%; n=42) haben noch weitere Produkte im Angebot (z.b. Fenster, Türen etc.) Dies zeigt, wie vielfältig die Produktpalette selbst bei den Kleinbetrieben ausfällt EDV im Unternehmen 32 der Kleinbetriebe (76%; n=42) geben an, EDV im Unternehmen zu nutzen, 7 planen Anschaffungen in diesem Bereich (16%; n=42). Die Verteilung hinsichtlich der Art der genutzten Software scheint auf den ersten Blick ähnlich wie bei der Gesamtauswertung zu liegen: Alle Betriebe, die EDV einsetzen (32) nutzen diese im Verwaltungsbereich, 19 Betriebe setzen EDV zur Kalkulation ein, 7 Betriebe arbeiten bereits mit CAD-Programmen. In Abweichung zur Gesamtauswertung ergibt sich für die Kleinbetriebe folgendes Bild: Im Bereich CAD/CAM sind Kleinbetriebe nicht vertreten; kein Betrieb gab an, entsprechende Programme zu nutzen. Hinsichtlich des Einsatzes von CNC-Maschinen ergibt sich dasselbe Bild: Kein einziger der 42 Betriebe besitzt bereits eine solche Maschine, immerhin 6 Betriebe aber geben an, eine Anschaffung zu planen Zum Modellversuch Diesen Fragenkomplex haben nur noch 15 der 42 Kleinbetriebe beantwortet (36%; n=42). 10 von ihnen finden den Modellversuch erfolgversprechend, 5 beurteilen ihn als interessant. Bezüglich der Einstellung des eigenen Unternehmens zum Modellversuch ergab sich folgendes Bild: 7 Betriebe interessieren sich explizit für die Angebote des Modellversuchs, 7 haben keine Meinung und 1 Betrieb lehnt Weiterbildung kategorisch ab. Hinsichtlich der möglichen Varianten des Modellversuches bestätigt sich der Eindruck aus der Gesamtauswertung: 3 siehe Auswertung Frageteil

12 II STATISTISCHE ERHEBUNG Acht Betriebe geben an, die vorgeschlagenen Varianten seien zu teuer, 6 Betriebe können sich eine Zusammenarbeit mit Studenten vorstellen und 1 Betrieb möchte vor einer Entscheidung zusätzliche Informationen erhalten. Diese Präferenzverteilung entspricht im Trend dem Ergebnis der Gesamtauswertung. Bewertung der Aussagen der Kleinbetriebe: Im Vergleich zur Gesamtauswertung zeigt sich, dass bei den Kleinbetrieben EDV-Nutzung generell bereits in großem Umfang betrieben wird, der Schritt in die computergestützte Fertigung bzw. zu einer integrierten Datenverarbeitung aber noch nicht vollzogen wurde. Der Einsatz von C-Techniken ist bisher den großen Betrieben vorbehalten. Als Grund muss wahrscheinlich v.a. der hohe Investitionsaufwand für solche Maschinen gesehen werden. Kleinbetriebe scheinen dringend Unterstützung im Sinne des Modellversuchs zu benötigen; sie stellen demnach eine wichtige Zielgruppe für den Modellversuch dar. 2.4 Gesamtbewertung Die Analyse der Daten über die Nutzung von EDV weist in folgende Richtung: Für Verwaltung und Kalkulation wird EDV eingesetzt, auch CAD hat einen gewissen Anteil. Dort aber, wo die Technologie der Holzbearbeitung computertechnische Lösungen für die Fertigung im Innenausbau hervorgebracht hat, wird diese nur in geringem Maße genutzt. Dieser Umstand ermöglicht folgende Interpretation: Eine umfassende Information über die Möglichkeiten der C-Techniken tut not. In der Branchenliteratur (und in der Rezeption durch die Durchführenden des MV) besteht Konsens darüber, dass die neuen Technologien für eine qualitative, konkurrenzfähige Weiterentwicklung der Branche unverzichtbar sind. An der durchgeführten Umfrage beteiligen sich in Hamburg rund 20 % der angeschriebenen Betriebe, von denen wiederum knapp 20% CAD einsetzen, aber nur 5% CNC und nur 3% CAD/CAM. Damit wird überdeutlich, dass in Hamburg in diesem Bereich ein Bedarf besteht: Die Betriebe benötigen Information und Aufklärung. Als wesentliche Aussage kann in jedem Falle festgehalten werden, dass für mittelständische und kleine Betriebe der Ansatz des Modellversuches besonders interessant zu sein scheint. Diese Betriebe sind ja auch ursprünglich im Sinne des Modellversuches als eine wichtige Zielgruppe angesehen worden. Damit unterstützt dieses Ergebnis die Ausgangsvermutungen des Modellversuchs

13 III BETEILIGTE FIRMEN 3 Beteiligte Firmen Im Rahmen des Modellversuchs wurden eine Reihe von Tischlereibetrieben betreut, die in bezug auf Größe, Ausstattung, Fertigungsstruktur und Produktionspalette sehr unterschiedlich waren. Insgesamt wurden bisher ca: 20 Firmen betreut, davon sollen exemplarisch einige Firmen in ihrem Profil genauer dargestellt werden, um aufzuzeigen, das es nur sehr bedingt möglich ist ein für alle Tischlereibetriebe gültiges Curriculum aufzustellen. Vielmehr ist es erforderlich in den Schulungsmaßnahmen die individuellen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Neben der Kurzvorstellung der Firmen werden auch die Stellungnahmen über die erfolgten Betreuungs- und Schulungsmaßnahmen aus Sicht der Betriebe dargestellt. Einige ausführliche Schulungsberichte befinden sich aus Gründen der besseren Lesbarkeit im Band 2 dieses Abschlussberichtes. herman diedrichsen möbelwerkstätten saseler straße hamburg Carl Schütt Tischlerei GmbH Stader Straße Hamburg SMF Vertriebs-GmbH Bültbek Siek Fa. Pfeiffer Innenausbau GmbH Eiffestraße Hamburg Planungsbüro von Baczko Innenarchitekten BDIA Borselstr Hamburg Tischlerei Zywietz GmbH Flagentwiet Hamburg Hamburger Werkstatt GmbH Meiendorfer Mühlenweg Hamburg Torsten Utz GmbH Lemsahler Weg Norderstedt Tischlerei Meyerfeldt Henstedt-Ulzburg Gutenbergstraße 3 Tischlerei "Leben mit Holz" Holst e.k. Hohenwischer Str Hamburg Meisterschule der GFA Albert-Schweitzer-Ring Hamburg Walter Zippert Tischlerei - Innenausbau GmbH Im Hegen Oststeinbek

14 III BETEILIGTE FIRMEN 3.1 Fa. Diedrichsen Möbelwerkstätten Firmenprofil Anzahl der Mitarbeiter für den Arbeitsbereich des Modellvorhabens: Innenarchitektinnen 2 Meister 3 Facharbeiter 4 Produktpalette: Ladenbau Büroeinrichtungen Privater Innenausbau Küchen- und Badmöbel Betriebsmittelausstattung: CNC-Plattenaufteilsäge 2 CNC-Bearbeitungszentren Kantenanleimmaschine Breitbandschleifmaschine Furnierpresse Fräsmaschine Formatsägen Software mit CNC-Anbindung: Zuschnittoptimierung für Plattenaufteilsäge Wood-Wop für die CNC-Bearbeitungszentren Objektorientiertes 3D CAD/CAM-Programm CAD/CAM-Programm für die Einzelteilprogrammierung Software ohne CNC-Anbindung: AutoCAD Branchenprogramm Aufgabenstellung für das Modellvorhaben: Vertiefung der CAD/CAM- Fertigung Einbindung eines Branchenprogramms

15 III BETEILIGTE FIRMEN Stellungnahme In unserer Firma bestand die Aufgabe, im Rahmen des Modellversuch das Software-System IMOS an ein geeignetes Brachenprogramm anzubinden. Ziel war dabei, die gemeinsame Nutzung der Stammdaten und die Möglichkeit, die in IMOS konstruierten Möbel für die weitere Kalkulation und Auftragsabwicklung an das Branchenprogramm zu übergeben. Da die Anbindung an das bestehende Branchenprogramm Kuhnle nicht befriedigend möglich war, haben wir uns nach Beratung durch den Modellversuch und dem Softwarehersteller für das Programm Hokubase entschieden. Es wurde ursprünglich ein Stundenumfang von 80 Stunden für die Schulung eingeplant. Die Schulungsmaßnahme wurde am begonnen und umfasst bis heute einen Stundenumfang von über 200 Stunden. Durchgeführt wurde die Schulung vom Leiter des Modellversuchs Herrn Volker Striecker und dem Studenten Herrn Henner Behre. Nachdem zuerst die CAD-Software mit der Maschinenanbindung auf den neuesten Stand gebracht werden musste und die ersten Stammdaten in Hokubase angelegt wurden, konnten wir im August mit der Schulung beginnen. Dabei mussten wir leider feststellen, das die zugesagte Schnittstelle zwischen den beiden Programmen nicht so funktionierte, das ein vernünftiges Arbeiten möglich ist. Die Schnittstelle wies eine Reihe von Fehlern auf, die trotz intensiven Bemühens durch den Modellversuch nicht vom Softwarehersteller gelöst werden konnte. Die Hersteller garantierten eine funktionierende Schnittstelle mit der Auslieferung der neuen Versionen. Dadurch traten ständig Verzögerungen in den Schulungsmaßnahmen ein. Um mit der neuen Version dann gleich vernünftig arbeiten zu können, entschlossen wir uns den gesamten Stammdatensatz in IMOS und in Hokubase durch einen Studenten neu anlegen zu lassen. Dabei wurden die Stammdaten für unseren Betrieb in Hokubase neu angelegt und an IMOS übergeben. Auch in IMOS wurden die Konstruktionsprinzipien und Variablen neu, aufgebaut, um ein effektiveres Arbeiten zu ermöglichen. Diese Maßnahme können wir insgesamt als sehr positiv bewerten Die Auslieferung, der neuen Version verzögerte sich leider immer weiter und konnte bis heute nicht geliefert werden. Die entwickelte Schnittstelle des Softwareprogramme HokuBase ist bis heute immer noch fehlerhaft. Wir können abschließend für uns nur das negative Fazit ziehen, das zugesagte und bezahlte Leistungen seitens des Softwareherstellers nicht eingelöst wurde und beide Programme nur nebeneinander, aber nicht integrativ zu nutzen sind. Die Schulungs- und Betreuungsmaßnahme seitens des Modellversuch bewerten wir sehr positiv, da wir ohne diese Unterstützung längst nicht so weit in der Nutzung unseres CAD/CAM-Systems gekommen wären. Auch die vielen Fehlerquellen, die sich durch den Versuch der Anbindung des Branchenprogramms ergeben haben, wären von uns ohne diese Maßnahme nicht so schnell erkannt worden. Die Durchführung solcher Schulungsmaßnahmen direkt vor Ort im eigenen Betrieb halten wir für sehr sinnvoll und können wir auch nur anderen Betrieben empfehlen, da nur so auf die spezifischen Probleme der eigenen Firma eingegangen werden kann. Wir danken den Modellversuch für die durchgeführte Betreuung. Mit freundlichen Grüßen u.diedrichsen

16 III BETEILIGTE FIRMEN 3.2 Fa. Hamburger Werkstatt GmbH Firmenprofil: Die Hamburger Werkstatt GmbH Werkstatt für Behinderte ist eine Einrichtung der beruflichen Rehabilitation zur Eingliederung behinderter Menschen in das Arbeitsleben. Sie bietet denjenigen Menschen, die nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, einen Arbeitsplatz oder Gelegenheit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. Behinderten Menschen wird ermöglicht, ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen. Die Werkstatt verfügt über ein breites Angebot an Arbeitsplätzen, Trainingsplätzen und begleitenden Fachdiensten. Beschäftigt werden derzeit 620 Werkstattmitarbeiter/innen, überwiegend mit geistiger Behinderung, und 220 angestellte und gewerbliche Mitarbeiter/innen. Anzahl der Mitarbeiter für den Arbeitsbereich des Modellvorhabens: Ingenieure 1 Techniker 3 Meister 2 Facharbeiter 14 Angelernte Mitarbeiter 6 Werkstattmitarbeiter 67 Produktpalette: Herstellung von Korpusmöbeln in Einzelfertigung und Serie Gartenmöbel Spezielle Einbauküchen für Behinderte und Betagte Kinderkartenmöbel u.ä. Betriebsmittelausstattung: CNC-Plattenaufteilsäge 3 CNC-Bearbeitungszentren automatische Kantenanleimmaschine diverse stationäre Hobel- und Fräsmaschinen Massivholzkreissäge Formatsägen Breitbandschleifmaschinen Software mit CNC-Anbindung: Zuschnittoptimierung für Plattenaufteilsäge Wood-Wop für die CNC-Bearbeitungszentren Weeke-CAD/CAM für die Einzelteilprogrammierung

17 III BETEILIGTE FIRMEN Software ohne CNC-Anbindung: AutoCAD Küchenplanungsprogramm Softplan Materialwirtschaftsprogramm Pro`Gros Aufgabenstellung für das Modellvorhaben: Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, der Auswahl und der Einführung eines objektorientierten CAD/CAM-Systems mit integriertem CIM-Ansatz für die Holzverarbeitung. Unterstützung bei der Schulung und Einführung des Systems unter Berücksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten. Unterstützung bei der Auswahl und bei evtl. Schnittstellenproblematiken einer PPS- Software (HOKUBASE) in Verbindung mit dem objektorientierten CAD/CAM-System (IMOS). Stellungnahme: Peter van Afferden - Fertigungsleiter der Hamburger Werkstatt GmbH: Wir setzen im Bereich Konstruktion und Fertigung bereits seit 10 Jahren CAD und CAD/CAM- Software ein. Vor 1,5 Jahren haben wir diese Linie konsequent um ein objektorientiertes CAD/CAM-System mit PPS-Anbindung erweitert. Damit haben wir einen großen Schritt in die Zukunft gewagt. Schon in der Planungsphase wurden wir von Seiten des Modellversuchs beraten. Dies hat uns sehr geholfen, ein System zu finden, dass die Konstruktions- und Fertigungsanforderungen unseres Betrieb optimal abdeckt. Zudem wäre es uns ohne die anschließende fast eineinhalb Jahre dauernde kontinuierliche Betreuung durch den Modellversuch kaum gelungen, den Wechsel im Bereich Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung so problemlos zu vollziehen, wie er jetzt zu unserer vollsten Zufriedenheit gelungen ist. Aus diesem Grund möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bei der Innovationsstiftung Hamburg für die Förderung dieses zukunftsweisenden Modellvorhabens bedanken

18 III BETEILIGTE FIRMEN 3.3 Fa. Carl Schütt Tischlerei GmbH Firmenprofil: Anzahl der Mitarbeiter für den Arbeitsbereich des Modellvorhabens: Meister 4 Facharbeiter 18 Auszubildende 8 Produktpalette: Holzfenster Haus- und Innentüren Küchen Einbaumöbel Hochwertiger Innenausbau Betriebsmittelausstattung: CNC-Bearbeitungszentrum Eumacop Speedy Pendel-, Platten-, Format-, Band-, Vielblatt- und div. Kappsägen Fräsmaschine, Kantenfräse, Rahmenzinkenfräse Kantenanleimmaschine, Breitband- und Kantenschleifmaschine Abrichter, Dickenhobel, Vierseitenhobler, Dübelmaschine, Kettenstemmer, Rahmenpresse, Furnierpresse Ecklager-, Oliven-, Langloch-, Topfband und Standbohrmaschine Lackieranlage Unicontrol 10/3 Fügesäge, Furnierverleimmaschine, Software mit CNC-Anbindung: keine Software ohne CNC-Anbindung: Pinncalc Aufgabenstellung für das Modellvorhaben: Aufbau der Stammdaten für die Konstruktion mit DaVinci

19 III BETEILIGTE FIRMEN Stellungnahme: Manfred Aberger, Tischlermeister: Das Konstruktionsprogramm DaVinci ist für den Einsatz in unserem Betrieb sehr gut geeignet. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, die Basisdaten einzurichten. Hätten wir das Programm ohne Betreuung eingeführt, würden wir es wahrscheinlich noch nicht einsetzen. Der Aufwand für das Anlegen von Betriebsdaten ist zu groß, um nebenbei gemacht zu werden. Nach einer Eingewöhnungsphase ist die Bedienung des Programms sehr unkompliziert und übersichtlich. Es ist vorteilhaft, wenn man bereits Vorkenntnisse im CAD-Zeichnen (auch 2D) hat. Je intensiver das Programm genutzt wird, desto einfacher wird die Bedienung. Die Zeitersparnis im Vergleich zur bisherigen Arbeitsvorbereitung ist abhängig vom Schwierigkeitsgrad des Objekts. Sie liegt bei etwa 30-60%. Ein weiterer großer Vorteil des Programms ist die Verkaufsförderung durch die fotorealistische Darstellung. Die ideale Form der Schulung wäre meiner Ansicht ein Wechsel zwischen Freistellung und betrieblicher Arbeit. Der Mitarbeiter sollte für einen Zeitraum von ca. 10 Tagen für das Erlernen des Programms freigestellt werden. Nach zwei bis drei Wochen Anwendung im Betrieb sollte die Schulung fortgesetzt werden, wieder mit einer Freistellung. Nach drei Schulungsblöcken könnte die weitere Betreuung am Arbeitsplatz erfolgen. Diese Form der Einführung war in unserem Betrieb nicht möglich. Zu Beginn haben wir den Zeitbedarf für die Einführung eher unterschätzt. Wir dachten, die Einführung des Programms könnte neben dem normalen Tagesablauf stattfinden. Das ist zwar möglich, dauert aber länger als es in der anderen Form notwendig wäre. Mithilfe der Betreuung im Rahmen des Modellversuchs konnten wir die notwendigen Basisdaten speziell für unseren Betrieb erarbeiten und in das Programm übertragen. Ohne die Betreuung hätten wir dabei vermutlich kein System entwickelt. Das Programm würde dadurch weit weniger effektiv arbeiten. Wichtig war für uns eine flexible Terminabstimmung und die Betreuung am Arbeitsplatz. Mit der Betreuung durch Gewerbelehramts-Studenten haben wir gute Erfahrungen gemacht und sind sehr zufrieden. Durch ihre Berufsausbildung als Tischler bringen sie die Grundvoraussetzungen mit, um sich in die Arbeitsabläufe hineindenken zu können. Manfred Aberger

20 III BETEILIGTE FIRMEN 3.4 Fa. Torsten Utz GmbH Firmenprofil: 17 Mitarbeiter Anzahl der Mitarbeiter für den Arbeitsbereich des Modellvorhabens: Betriebsinhaber 1 Meister 4 Facharbeiter 8 Auszubildende 3 Sekretärin 1 Produktpalette: Kompletter Innenausbau von einfach bis hochwertig Betriebsmittelausstattung: Kantenanleimmaschine Plattensäge horizontal und vertikal Breitbandschleifmaschine Furnierpresse 2 Fräsmaschine Tischkreissäge sowie die übrigen gängigen Maschinen Software mit CNC-Anbindung: keine Software ohne CNC-Anbindung: Branchenprogramm HokuBase AutoCAD Aufgabenstellung für das Modellvorhaben: Einbindung eines objektorientierten CAD-Systems mit Datenübergabe an das Branchenprogramm unter Berücksichtigung von CAM-Erweiterungsmöglichkeiten

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