Autor. Standort reg. Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe Schwerpunkt: Drogen und Alkoholkonsum Jg. 20(2009), H. 4. Text.

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1 Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe Schwerpunkt: Drogen und Alkoholkonsum Jg. 20(2009), H. 4 Aden, Anneke; Martin Stolle; Rainer Thomasius Cannabisbezogene Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Diagnostik, Komorbidität und Behandlung in: Sucht: Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, Jg. 57(2011), H. 3, S Standort sto Umfang des Problems: Die Zahlen für Lebenszeitprävalenzen von Cannabis sowie regelmäßige Konsummuster unter Jugendlichen zeigen nach starkem Anstieg der Vorjahre in den Jahren 2007 und 2008 erstmals einen leichten Rückgang. Die Behandlungsnachfrage scheint dagegen weiter anzusteigen, die Prävalenzen cannabisbezogener Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind bereits sehr hoch. Ätiologie: Individuelle Vulnerabilität und Risikofaktoren prägen in einer Interaktion von psychosozialen, substanzbezogenen, intra- und interpersonellen (familiären) Variablen die Initiation sowie die Progression zu regelmäßigem Konsum, zum Teil resultieren cannabisbezogene Störungen. Behandlung: Die Behandlung dieser Klientel erfordert ein hohes Maß an störungs- und altersspezifischer Orientierung. Besondere psychosoziale und suchtmedizinische Umstände sowie die Auswirkungen des Cannabiskonsums müssen ebenso berücksichtigt werden wie die entwicklungspsychologischen und psychopathologischen Besonderheiten des Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalters. Aufgrund oft gering ausgeprägter Eigenmotivation zu Verhaltensänderung und Behandlung kommt motivationsfördernden Ansätzen eine wichtige Bedeutung zu. Prevalences: After strong increases in the past years, lifetime prevalence numbers for cannabis as well as regular consumption patterns among adolescents are showing a first slight decrease in the years 2007 and For the time being, this development, as well as the stagnating frequency of outpatient treatment requests for cannabis use, can only be interpreted as tendency. In contrast, prevalences for cannabis-related disorders in adolescents remain very high. Etiology: Individual vulnerability and risk factors interacting with psychosocial, substance-related, intra- and interpersonal (family-related) variables shape the initiation and progression towards regular use, often resulting in cannabis-related disorders. Treatment: Treatment of such clients requires a high amount of disorder- and age-related expertise. Special psychosocial and addiction medicine issues as well as effects of substance use must be considered simultaneously with the specific developmental and psychopathological characteristics of childhood and adolescence. Frequently, motivation for treatment is low, rendering motivation-enhancing approaches are all the more important. Montag, 20. Juli 2015 Seite 1 von 31

2 Bader, T. Bader, T. Niedrigschwellige Angebote in: Thomasius, Rainer (u.a.) (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter Das Handbuch: Grundlagen und Praxis Stuttgart; New York: Schattauer, 2009 S Niedrigschwellige Hilfsangebote haben in den 1990er Jahren Eingang in den Drogen- und Jugendhilfebereich gefunden mit dem Ziel, Betroffene früher und schneller zu erreichen und sie in das Betreuungssystem einzubinden. In den letzten Jahren ist eine Vielzahl an Projekten mit niedrigschwelligen Anspruch entstanden, die aufgrund ihrer Wirksamkeit zu neuen Erkenntnissen zum Konsumverhalten Jugendlicher führten. Suchthilfe in: Thomasius, Rainer (u.a.) (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter Das Handbuch: Grundlagen und Praxis Stuttgart; New York: Schattauer, 2009 S Die bestehenden Versorgungsangebote für suchtmittelkonsumierende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind nicht ausreichend in ein Netzwerk eingebunden, das der Lebenssituation dieser Gruppe entspricht. Hilfsangebote sind oftmals einseitig der Jugendhilfe oder dem medizinischtherapeutischen Bereich zugeordnet. Die Behandlung von Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter muss die entwicklungsspezifische Lebenssituation der Betroffenen hinreichend berücksichtigen und erfassen, um nachhaltig wirksam zu sein. Konzepte mit einem interdisziplinären Behandlungsansatz lassen sich wegen unterschiedlicher Ressort- und Kostenzuständigkeit nur schwer realisieren. Baier, Dirk; Susann Rabold Drogenkonsum im Jugendalter: Verbreitung, Bedingungsfaktoren und Zusammenhang mit Gewaltverhalten in: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe Schwerpunkt: Drogen und Alkoholkonsum Jg. 20(2009), H. 4, S Auf Basis einer deutschlandweit repräsentativen Befragung von Jugendlichen der neunten Jahrgangsstufe werden Befunde zu Verbreitung und Bedingungsfaktoren des Drogenkonsums vorgestellt. Davor wird der Forschungsstand zu den Fragen, ob der Drogenkonsum von Jugendlichen in Deutschland zunimmt und wo Jugendliche aus Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich des Ausmaßes des Drogenkonsums stehen, vorgestellt. Montag, 20. Juli 2015 Seite 2 von 31

3 Baldus, Christiane et al. Internalisierendes Problemverhalten und Cannabiskonsum: Zusammenhänge und Einflussvariablen in einer Querschnittsuntersuchung 14- bis 23-jähriger Cannabiskonsumenten in: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, Thema: Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter, Jg. 63(2014), H. 3, S Zum Zusammenhang von internalisierendem Problemverhalten und Cannabiskonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde in letzter Zeit mehrere Studien vorgelegt. Anhand einer Querschnittsuntersuchung bei jugendlichen und heranwachsenden Cannabiskonsumenten aus dem "CAN Stop"-Projekt werden die Zusammenhänge mit internalisierenden Problemverhalten, cannabisbezogenen Wirkerwartungen, der Anzahl psychosozialer Problembereiche und dem Abhängigkeitserleben unter geschlechts- und alterssensitiver Perspektive verglichen. Durch eine Beschreibung des Klientels wird versucht, zu einem genaueren Verständnis des Zusammenhangs von Cannabiskonsum und internalisierenden Störungen beizutragen. Cannabiskonsumenten mit unauffälligem YSR/YASR-Profil, internalisierenden, externalisierenden und kombinierten Problemen unterschieden sich signifikant im Einstiegsalter und dem Alter bei regelmäßigem Konsum sowie in der Anzahl der Cannabis- und Alkoholkonsumtage und der durchschnittlich konsumierten Cannabismenge. Hinsichtlich der Wirkerwartungen zeigen Cannabiskonsumenten mit externalisierenden Problemverhalten eine breitere Variation verschiedener positiver Erwartungen. Internalisierende Probleme gehen eher mit beeinträchtigenden und sedierenden Wirkerwartungen einher. Below, Elke; Eugenia Kopas; Britta Bockholdt Problembewusstsein von Jugendlichen beim Konsum von legalen und illegalen Drogen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr Teil 2: Illegale Drogen in: Blutalkohol, Jg. 45(2008), Nr. 2, S Standort sto Innerhalb einer Schulstudie, die an Gymnasien in Vorpommern mit Hilfe eines speziell erarbeiteten anonymen Fragebogens zu Konsumgewohnheiten von legalen und illegalen Drogen und zum diesbezüglichen Problembewusstsein im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr durchgeführt wurde, erfolgte die Befragung von 205 Schüler/innen der 9. und 12. Jahrgangsstufe. 80% der teilnehmenden Schüler/innen stellten zusätzlich Urinproben zur Verfügung. Eine vollständige Auswertung sowie der Fragebogen sind bei KOPAS nachzulesen. Die vorgelegten Untersuchungen stellen lediglich die Ergebnisse bezüglich des Konsumverhaltens illegaler Drogen dar. Bei den 15-jährigen Jugendlichen hatten bereits 40,2% und bei den 18-jährigen bereits 32,6% Erfahrungen mit Cannabisprodukten. Zusätzlich zeigte sich, dass sich inzwischen auch das Einstiegsalter nicht nur für Alkohol sondern auch für Drogen stark nach vorn verlagert hat. Die befragten 15- jährigen Schüler/innen waren mit Jahren etwa 2 Jahre jünger bei erstem Drogenkontakt als die 18-jährigen Jugendlichen. Überwiegend konnten Cannabinoide - aber auch Amphetamine - in 10% der Urinproben nachgewiesen werden. Andere Konsumdrogen waren in der Befragung z.b. Pilze, Leim, Kokain oder Lachgas. Hier zeigten sich auffällige Unterschiede bei den Schüler/innen von Schule zu Schule, so dass man vermuten darf, dass es bereits schulspezifische Konsummuster gibt. Montag, 20. Juli 2015 Seite 3 von 31

4 Bilke, Oliver Psychosen und Sucht bei Jugendlichen - zwischen Evidenz und Versorgungsrealität in: Mann, Karl; Ursula Havemann-Reinecke; Raphael Gaßmann (Hrsg.) Jugendliche und Suchtmittelkonsum: Trends - Grundlagen - Maßnahmen 2., überarb. Auflage Freiburg i.br.: Lambertus, 2009 S Böhnisch, Lothar Drogengebrauch in den Jugendphasen in: Arnold, Helmut; Hans-Joachim Schille (Hrsg.) Praxishandbuch Drogen und Drogenprävention: Handlungsfelder - Handlungskonzepte - Praxisschritte Weinheim; München: Juventa, 2002 S Böhnisch, Lothar; Hans-Joachim Schille Familienstruktur und Drogengebrauch in: Arnold, Helmut; Hans-Joachim Schille (Hrsg.) Praxishandbuch Drogen und Drogenprävention: Handlungsfelder - Handlungskonzepte - Praxisschritte Weinheim; München: Juventa, 2002 S Montag, 20. Juli 2015 Seite 4 von 31

5 Bonnet, U. Cannabis in: Thomasius, Rainer (u.a.) (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter Das Handbuch: Grundlagen und Praxis Stuttgart; New York: Schattauer, 2009 S Cannabis wird mittlerweile weitgehend losgelöst von ursprünglichen rituellen oder ideologischen Einbindungen in problematischer Weise als Freizeitdroge benutzt und ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge überhaupt. In den letzten 10 Jahren hat die Konsumprävalenz stark zugenommen, ebenso ist ein steigender THC-Gehalt in sichergestelltem Marihuana festzustellen. Die Zielgruppe der Droge sind hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene. Mit Mitte 20 nimmt die Konsumprävalenz dann wieder ab. Ein bedrohlicher Trend zeichnet sich auch in Deutschland ab, das das Einstiegsalter für den Cannabiskonsum immer weiter sinkt und die Anzahl der Behandlungssuchenden beachtlich steigt. Insbesondere der Konsum vor dem 15. Lebensjahr birgt viele spätere Gesundheitsrisiken. Hier sind bei regelmäßigen Konsumenten v.a. folgende Komplikationen zu nennen: die Ausbildung einer späteren Abhängigkeit, die Entwicklung kognitiver Defizite, die Entwicklung einer später behandlungsrelevanten psychiatrischen Komorbidität und erheblicher psychosozialer Folgeschäden. Dieses Kapitel beschreibt diagnostische und therapeutische Maßnahmen bezüglich cannabisbezogener Störungen. Montag, 20. Juli 2015 Seite 5 von 31

6 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2012: Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends Köln, S. Standort hoa Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung untersucht regelmäßig mit wiederholten, repräsentativen Querschnittsbefragungen den Konsum legaler und illegaler Substanzen Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland, darunter den Cannabiskonsum. Auch in der jüngsten Studie, dem Alkoholsurvey 2012, wurden Fragen zum Cannabiskonsum gestellt. Die Datenerhebung erfolgte mit computergestützten Telefoninterviews (CATI). Es wurde eine für Deutschland repräsentative Stichprobe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. Im Folgenden werden wichtige Ergebnisse zusammengefasst. Im Jahr 2012 hat in Deutschland jeder dreizehnte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren (7,8 %) mindestens schon einmal im Leben Cannabis genommen. 5,6 % der 12- bis 17-Jährigen konsumierten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis und 1,3 % haben in den letzten zwölf Monaten regelmäßig, d. h. mehr als zehnmal, Cannabis genommen. Bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist der Cannabiskonsum deutlich weiter verbreitet. Etwa ein Drittel dieser Altersgruppe (34,8 %) hat Cannabis zumindest einmal ausprobiert, knapp ein Sechstel (15,8 %) hat in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis genommen und 3,9 % konsumieren regelmäßig Cannabis. Im Cannabiskonsum gibt es Geschlechtsunterschiede. Mehr männliche als weibliche Jugendliche und junge Erwachsene neigen zum Cannabiskonsum. Bei den älteren Befragten zeigen sich außerdem soziale Unterschiede. Hervorzuheben ist die vergleichsweise hohe Verbreitung des regelmäßigen Cannabiskonsums bei jungen Arbeitslosen. Der Vergleich der Befragungen seit 1993 zeigt, dass die Verbreitung des Cannabiskonsums sich im Laufe der Jahre verändert. Die Zahl der 12- bis 17- jährigen Jugendlichen, die Cannabis einmal probiert haben, beginnt in den 1990er Jahren anzusteigen. Der Höhepunkt liegt je nach Geschlecht in den Jahren 1997 (weiblich) und 2004 (männlich). Seit dem zeichnet sich ein Rückgang ab. Nach dem gleichen Muster entwickelt sich der Anteil der Jugendlichen, die in den letzten zwölf Monaten vor der jeweiligen Befragung Cannabis genommen haben. Einer Zunahme bis in die Jahre 1997 (weiblich) und 2004 (männlich) folgt wieder eine Abnahme. Der regelmäßige Cannabiskonsum der Jugendlichen ändert sich in den Jahren 1993 bis 2012 nur wenig. Die Anzahl der 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen, die Cannabis zumindest einmal probiert haben, steigt ab 1993 an und erreicht 2004 ihren Höhepunkt. Danach fällt sie wieder niedriger aus. Davon abweichend hat der Anteil der jungen Männer, die in den letzten zwölf Monaten vor der jeweiligen Befragung Cannabis genommen haben, seit 2008 zugenommen und liegt jetzt wieder auf dem Niveau der 1990er Jahre. Bei den Frauen dieser Altersgruppe zeigt sich dieser statistisch signifikante Anstieg nicht. Die Verbreitung des regelmäßigen Cannabiskonsums bei jungen Männern und Frauen bleibt in den letzten gut zehn Jahren praktisch unverändert. Montag, 20. Juli 2015 Seite 6 von 31

7 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2011 Der Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends Köln, 2012 Internet: Stand: Die Drogenaffinitätsstudie untersucht in regelmäßigen Abständen den Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen der 12- bis 25-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Neben der Beschreibung der aktuellen Lage des Konsumverhaltens junger Menschen ermöglicht sie - aufbauend auf den vorherigen Studien - die Darstellung von Trendverläufen und beobachtet so Veränderungen im Substanzgebrauch der jungen Menschen in Deutschland. In der Studie 2011 wurde eine für Deutschland repräsentative Stichprobe von n = Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren mit computergestützten Telefoninterviews (CATI) befragt. In der Studie werden die Ergebnisse zum Alkoholkonsum, Rauchverhalten und Gebrauch illegaler Drogen vorgestellt. Standort hoa Darke, Shane Heroinabhängigkeit im Lebenslauf: Typische Biografien, Verläufe und Ergebnisse Bern: Huber, S. Heroinabhängigkeit besteht in aller Regel ein Leben lang. Dieses Buch stellt erstmals mit belastbaren statistischen Informationen die gesamte Lebensgeschichte des "typischen" Heroinabhängigen dar: die regelmäßig von Gewalt und Missbrauch gezeichnete Kindheit ein frühes Muster des multiplen Substanzkonsums die ersten Heroinerfahrungen, die in einem Viertel der Fälle zur dauerhaften Abhängigkeit führen die Entzugsversuche mit enttäuschend geringen Remissionsraten die vielfältigen körperlichen, psychiatrischen und sozialen Probleme, die mit Heroinabhängigkeit einhergehen ein dennoch oft langer Verlauf bis ins Alter, in dem sich immer wieder Interventionschancen ergeben die typischen Todesursachen. Der australische Suchtforscher Shane Darke, der seit mehr als zwei Jahrzehnten die Welt von Menschen unter dem Einfluss von Opioiden wissenschaftlich erforscht, betrachtet hier kritisch die wichtigsten theoretischen Modelle zur Erklärung von Opioidabhängigkeit wie auch die Wirksamkeit der unterschiedlichen Therapieangebote. Diese bislang detaillierteste Darstellung über das mögliche Geschick von Heroinabhängigen liefert vielfältige Ansatzpunkte für eine ihrem Lebenslauf angemessene Versorgung. Montag, 20. Juli 2015 Seite 7 von 31

8 Dau, Wolfgang et al. Sind gemeinsame Therapieangebote für Partydrogen- und Cannabiskonsumenten sinnvoll?: Ergebnisse zum stationären Behandlungsangebot des "Bonner Modells - Junge Sucht" in: Sucht: Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, Jg. 55(2009), H. 6, S Standort sto Fragestellung: Krankenhausabteilungen und psychiatrische Versorgungskliniken im Bereich der suchtmedizinischen Erwachsenenpsychiatrie werden, entsprechend dem allgemein steigenden Behandlungsbedarf, zunehmend auch mit dem Problem des exzessiven Konsums von Cannabis und Partydrogen konfrontiert. Gleichzeitig besteht ein Mangel an überprüften therapeutischen Konzepten. Es wurde daher ein speziell für junge Erwachsene mit Cannabis-/Partydrogenkonsum entwickeltes stationäres Behandlungsprogramm untersucht. Insbesondere wurde der Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Konsumentengruppe nachgegangen, sowie überprüft, ob ein gemeinsames Behandlungsangebot sinnvoll ist. Methodik: Untersucht wurden soziodemographische und klinische Merkmale von Patienten mit problematischen Partydrogen- und Cannabiskonsum, die im Zeitraum vom bis in unserer Einrichtung stationär behandelt wurden. Die Symptombelastungen wurden mittels Selbstbeurteilungsskalen sowie eines semistrukturierten Interviews zu Beginn und zum Ende der stationären Behandlung erfasst und über Gruppenvergleiche ausgewertet. Ergebnisse: Es ergeben sich zu beiden Messzeitpunkten keinerlei signifikante Gruppenunterschiede bei den substanzbezogenen und psychischen Merkmalen. Angst und interpersonale Probleme stellen die größten Belastungsfaktoren dar. Insgesamt ergeben sich für allgemeine psychische Faktoren höhere Belastungen als für substanzbezogene. Beide Gruppen profitieren in hohem Ausmaß von der stationären Behandlung. Es ergeben sich über alle untersuchten abhängigen Variablen hohe Effektstärken. Schlussfolgerungen: Gemeinsame Behandlungsangebote für Partydrogen- und Cannabiskonsumenten sind sinnvoll. Komorbide psychische Störungen, insbesondere Angststörungen und interpersonale Probleme sollten bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden. Eichin, Peter "Realize it" - Kurzintervention bei Cannabismissbrauch und Cannabisabhängigkeit: Ein Praxisprojekt von Beratungsstellen in Deutschland und der Schweiz in: pro Jugend: Fachzeitschrift der Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern e.v. Nr. 2/2007 Thema: Cannabis im Blick: Konsummuster und Konzepte zur Frühintervention S Standort sto Für die Zielgruppe der jungen Cannabisabhängigen bietet "Realize it" Hilfen durch eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie an. Ziel ist die Minderung oder Beendigung des Cannabiskonsums. Die derzeitige Evaluation zeigt die positive Wirkung des Programms. Sie gibt Hinweise auf die Problemlage und die Ansprechbarkeit des Klientels. Montag, 20. Juli 2015 Seite 8 von 31

9 Fachstelle für Suchtprävention Berlin (Hrsg.) Berliner JDH-Studie: Jugend - Drogen - Hintergründe Ergebnisse einer Befragung junger Menschen in Berlin zu Einstellungen und Haltungen zum Drogenkonsum Berlin, S. Welche Motive und Einstellungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinter dem Konsum von Alkohol und anderen Substanzen stehen, zeigt die jetzt komplett veröffentlichte Berliner Jugend Drogen Hintergründe -Studie, kurz JDH-Studie. Angesichts der überdurchschnittlich hohen Prävalenzen von Cannabis in Berlin, wurde auf diese Substanz ein besonderes Augenmerk gelegt. Die explorative Studie ist ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Suchtprävention Berlin ggmbh und Prof. Dr. Heinz Cornel an der Alice Salomon Hochschule Berlin University of Applied Science. Ziel der Studie war es, Erkenntnisse über die Hintergründe des Substanzkonsums zu gewinnen und daraus Folgerungen für die Prävention zu Fischer, Marc; Ute Antonia Lammel Jugend und Sucht - Analysen und Auswege: Patientenprofile und Empfehlungen für die pädagogisch-therapeutische Behandlung in Psychiatrie und Jugendhilfe Opladen; Farmington Hills: Budrich, S. (Schriften der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen; 10) Wenn Jugendliche zu Drogen greifen, gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Beweggründe und Einflüsse. Die in und der arbeiten heraus und analysieren, welche dies sind. Daraus entwickeln sie Empfehlungen für die Praxis. Die wissenschaftliche Darstellung wird von Originalzitaten zweier Jugendlicher begleitet, die gegen ihre Drogenabhängigkeit kämpfen. So bekommt die Darstellung regelrecht Leben eingehaucht. Ein unentbehrliches Hilfsmittel für aller PraktikerInnen in der Jugendhilfe und Suchtarbeit - Soziale Arbeit, Psychologie, Schule und Therapie -, für alle EntscheiderInnen und Träger. Gantner, A. Therapieladen Berlin in: Thomasius, Rainer (u.a.) (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter Das Handbuch: Grundlagen und Praxis Stuttgart; New York: Schattauer, 2009 S In der ambulanten Drogentherapieeinrichtung "Therapieladen e.v." werden seit 1985 zielgruppenspezifische präventive und therapeutische Angebote für Klienten mit Cannabisgebrauch und Konsumenten synthetischer Drogen entwickelt. Grundlage der Behandlungsprogramme ist ein systemübergreifender integrativer Therapieansatz, der suchtspezifische Probleme im Kontext des Lebensalters und der komorbiden Begleitstörungen der Klienten behandelt. Mit der Einführung neuer Behandlungsprogramme sollen in Zukunft insbesondere jugendliche Cannabisabhängige und deren Familien früher erreicht und effektiver behandelt werden. Montag, 20. Juli 2015 Seite 9 von 31

10 Gantner, Andreas Ambulante Therapie bei Jugendlichen mit Suchtproblemen: Impulse aus einer systemischen Perspektive am Beispiel der MDFT in: Psychotherapie im Dialog: Psychoanalyse, Systemische Therapie, Verhaltenstherapie, Humanistische Therapie Jg. 13(2012), Nr. 4 Thema: Sucht / hrsg. von Michael Broda, Bettina Wilms und Hans Lieb S In den vergangenen Jahren wurden in der Suchthilfe zahlreiche Kurz- und Frühinterventionsangebote für Jugendliche erprobt und etabliert. Dabei orientieren sich die Konzepte überwiegend individuumszentriert und fokussieren ausschließlich das Suchtverhalten von Jugendlichen. Speziell im Jugendsuchtbereich haben jedoch systemische Ansätze wie die Multidimensionale Familientherapie (MDFT) eine hohe nachgewiesene Evidenz. Trotz der belegten Wirksamkeit systemischer Ansätze existiert in der konkreten Praxis ein deutlicher Mangel an der Anwendung systemischfamilienorientierter Angebote. Dieser Umstand wird im Zusammenhang mit systembedingten strukturellen Problemen diskutiert. Gantner, Andreas Mulitdimensionale Familientherapie für cannabisabhängige Jugendliche - Ergebnisse und Erfahrungen aus der "INCANT"- Pilotstudie in: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie Jg. 55(2006), H. 7 Schwerpunktthema: Cannabis S Die INCANT-Pilotstudie (International Cannabis Need of Treatment) wurde initiiert auf der Basis des "Cannabis Action Research Plan", der von den Gesundheitsministerien aus Belgien, Frankreich, Niederlande, Schweiz und Deutschland im Jahr 2003 beschlossen wurde. Angesichts des europaweit steigenden Behandlungsbedarfs für Cannabisklienten und des Mangels an evidenzbasierten Behandlungsprogrammen in Europa einigte man sich auf die Einführung und Erprobung der in den USA getesteten Multidimensionalen Familientherapie (MDFT), die von H. Liddle und Kollegen im "Center for Treatment Research on Adolescent Drug Abuse" (CTRADA), University of Miami Medical School entwickelt wurde. Ziel der INCANT Pilotstudie war zunächst die Überprüfung der Machbarkeit einer sich anschließenden internationalen multizentrischen randomisierten klinischen Studie, mit der die evidenzbasierte Methode der Multidimensionalen Familientherapie (MDFT) in den fünf genannten europäischen Ländern eingeführt und überprüft werden soll. Die Ergebnisse der INCANT Pilotstudie bestätigten zu einen den Behandlungsbedarf in den Ländern. Zum anderen zeigte sich eine insgesamt positive Resonanz der beteiligten Einrichtungen und Therapeuten hinsichtlich der Einführung der MDFT-Behandlungsmethode. Die Durchführung einer multizentrischen RCT-Studie ist somit von allen beteiligten Gesundheitsministerien der europäischen Länder gewünscht und für die Jahre 2006 bis 2009 geplant. Montag, 20. Juli 2015 Seite 10 von 31

11 Gantner, Andreas; Birgit Spohr Multidimensionale Familientherapie (MDFT) in der Praxis: Therapeutische Erfahrungen mit jugendlichen Cannabisabhängigen und ihren Familien in: Sucht: Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, Jg. 56(2010), Nr. 1, S Standort sto Hintergrund: Angesichts des europaweit steigenden Behandlungsbedarfs für Jugendliche mit Substanzstörungen, insbesondere Cannabisstörungen, wird im Rahmen der europäischen INCANT-Studie (International Cannabis Need of Treatment) die in den USA entwickelte Multidimensionale Familientherapie (MDFT) in fünf europäischen Ländern eingeführt und wissenschaftlich evaluiert. Methodik: Zentral in dem evidenzbasierten Tehrapieansatz ist die parallele therapeutische Arbeit auf mehreren Ebenen: Mit den Jugendlichen, den Eltern, der Familie und anderen relevanten Personen im sozialen Kontext. Schlussfolgerungen: Die ersten klinischen Erfahrungen mit MDFT in Deutschland sind sehr positiv und bestätigen die praktische Übertragbarkeit des manualorientierten Programms, wobei die Implementierung von MDFT sowohl die Therapeuten als auch die Hilfesysteme vor neue Herausforderungen stellt. Gonzalez, Raul; Swanson, James M. Long-term effects of adolescent-onset and persistent use of cannabis in: PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America), Vol. 109(2012), No. 40, Internet: Zugriff: Görgen, W.; Rüdiger Hartmann; Hans Olvia * Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten - FreD: Abschlussbericht / Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Abteilung Gesundheitswesen, Koordinationsstelle Sucht; i.a. des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) Münster, (2003) S. Standort hoa Montag, 20. Juli 2015 Seite 11 von 31

12 Görgen, Wilfried Nachbefragung zum Modellprogramm "FreD - Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten/innen": Abschlussbericht Münster: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Koordinationsstelle Sucht, S. (Forum Sucht: Sonderband) Haase, Andreas; Heino Stöver Sinn und Funktion exzessiven Drogengebrauchs bei männlichen Jugendlichen - zwischen Risikolust und Kontrolle in: Jacob, Jutta; Heino Stöver (Hrsg.) Männer im Rausch: Konstruktionen und Krisen von Männlichkeiten im Kontext von Rausch und Sucht Bielefeld: Transcript-Verlag, 2009 S Hagen, Björn Drogen in den Erziehungshilfen - Kinder und Jugendliche erreichen in: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit (Hrsg.) Neue Drogenkonsummuster im Jugendalter?: 17. Niedersächsische Suchtkonferenz In Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin e.v. Hannover, 2007 S Henkel, Dieter Sucht und soziale Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen: Tabak, Alkohol, Cannabis und Glücksspiel in: Kastenbutt, Burkhard; Legnaro, Aldo; Schmieder, Arnold (Hrsg.) Soziale Ungleichheit und Sucht: Ursachen, Auswirkungen, Zusammenhänge Münster: LIT-Verlag, 2014 S Montag, 20. Juli 2015 Seite 12 von 31

13 Hibell, Björn (et al.) The 2011 ESPAD Report: Substance Use among Students in 36 European Countries Stockholm: CAN, The Swedish Council for Information on Alcohol and other Drugs, 2012 Internet: Stand: Standort pdf Hüsler, Gebhard "realize-it": Kurzzeitintervention bei Cannabiskonsum in: Abhängigkeiten, Jg. 18(2012), H. 2, S Standort sto realize-it ist ein zwölf Wochen dauerndes Interventionsprogramm für Cannabiskonsumenten und -konsumentinnen. Es besteht aus fünf Einzelsitzungen und einer Gruppensitzung. Es handelt sich um ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Programm, das weitgehend auf die aktive Mithilfe der Teilnehmer setzt. Um diese aktive Teilnahme zu erleichtern, arbeitet das Programm mit einem Tagebuch. Das Tagebuch thematisiert Probleme, die im Zusammenhang mit der Konsumreduktion auftreten und gibt Hinweise, wie man damit umgehen kann. Da das Programm eine relativ hohe Motivation der Teilnehmenden voraussetzt, spricht es nur eine bestimmte Population an. Die Evaluation von realize it erfolgte in einem binationalen Projekt (Schweiz Deutschland). Insgesamt waren 13 Zentren beteiligt. Am Programm haben über 300 Männer und Frauen unterschiedlichen Alters teilgenommen. Mehr als 40 % der Teilnehmenden leiden an psychischen Belastungen. Depressions- und Ängstlichkeitswerte liegen bei diesen Personen nicht mehr im Normbereich. Ausserdem hat mehr als ein Drittel eine tiefe soziale Ausgangslage. Das bedeutet, dass diese Personen weniger Rückhalt in ihrem Umfeld haben und die individuellen Biografien Brüche aufweisen. Die soziale Ausgangslage ist eine der wichtigsten Variablen, welche die Abbrecher von jenen Personen unterscheidet, die das Programm erfolgreich beendet haben. Die Wirkungen des Programms sind auf mehreren Ebenen beeindruckend. Der Cannabiskonsum im Beobachtungszeitraum geht deutlich zurück. Bei Personen mit psychischen Belastungen ist dieser Effekt deutlicher als bei den anderen, und ebenso bedeutsam ist es, dass sich auch das psychische Befinden verbessert. Montag, 20. Juli 2015 Seite 13 von 31

14 Jonas, B. et al. Konsummuster von Cannabis unter Nutzern eines internetbasierten Selbsttests zur Suchtprävention in: Suchttherapie: Prävention, Behandlung, wissenschaftliche Grundlagen, Jg. 10(2009), H. 4, S Standort sto Ziel: Die Datenbasis des "Cannabis Check", eines interaktiven Selbsttests zur Prävention riskanten Cannabiskonsums, wurde genutzt, um unterschiedliche Konsummuster von Cannabis zu explorieren und zu beschreiben. Methodik: Aus allen bisherigen Nutzern wurde eine Zufallstichprobe (n=1590) gezogen und mittels Clusteranalyse (Ward-Verfahren) aufgegliedert. Clusterbildende Merkmale umfassten die Konsumhäufigkeit, die favorisierte Wirkung und Konsummotive. Ergebnisse: Die Nutzer können in drei Konsumentengruppen eingeteilt werden, welche sich in ihrem Konsum, den dahinterliegenden Motiven und in gesundheitsbezogenen Korrelaten (Cannabisabhängigkeit, Lebenszufriedenheit) deutlich unterscheiden. Schlussfolgerungen: Um eine hohe Wirksamkeit in verschiedenen Konsumentengruppen zu erreichen, sollte internetbasierte Suchtprävention möglichst individuell an die konsumbezogene Situation der Adressaten angepasst werden. Kolte, Birgitta; Henning Schmidt-Semisch; Heino Stöver (Hrsg.) Was tun, wenn Cannabis zum Problem wird?: Leitfaden für KonsumentInnen, Eltern, LehrerInnen und BeraterInnen in der Jugend- und Drogenhilfe Frankfurt am Main: Fachhochschulverl., S. Mit dem Anstieg der Zahl der CannabisbenutzerInnen in Deutschland steigt auch die Zahl derjenigen, die Probleme mit ihrem Cannabiskonsum oder der gesellschaftlichen Reaktion darauf haben. Obwohl das Thema "Cannabis" im Mittelpunkt des (fach-)öffentlichen Interesses steht, fehlen Betroffenen, Eltern, BeraterInnen praxisorientierte Hilfen. Das Handbuch bietet eine breite Palette erprobter und bewährter Praxismodelle, unterschiedliche Vorgehensweisen und Zielorientierungen. Montag, 20. Juli 2015 Seite 14 von 31

15 Kraus, Ludwig; Jürgen Töppich; Boris Orth Trends des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) Jahrbuch Sucht 2007 Geesthacht: Neuland, 2007 S Ziel: Darstellung und Bewertung von Trends der Lebenszeiterfahrung (1973 bis 2004), der 12-Monats-Prävalenz und des regelmäßigen Konsums (1993 bis 2004) von Cannabis bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über Risikokonsum. Daten und Methode: Repräsentative Bevölkerungsbefragungen von Personen im Alter von 12 (14) bis 24 Jahren seit Berechnung der Prävalenzraten für junge Jugendlichen (12 und 13 Jahre), Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) sowie nach Geschlecht. Ergebnisse: Abgesehen von den 12- bis 13-Jährigen nimmt die Lebenszeitprävalenz bei allen Gruppen deutlich zu. Die 12-Monats-Prävalenz steigt bei 14- bis 17-Jährigen aber weniger stark als die Lebenszeitprävalenz. Der Anteil regelmäßiger Konsumenten steigt nicht. Schlussfolgerung: Die Erfahrung mit Cannabis bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt weiter zu, aber der Konsum bleibt für einen zunehmenden Anteil der Konsumentinnen und Konsumenten passager. Die Prävalenz regelmäßiger Konsumentinnen und Konsumenten weist in Übereinstimmung mit anderen Studien auf einen erheblichen Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem riskanten und schädlichen Konsum hin. Zudem belegen Behandlungsstatistiken eine Zunahme des Behandlungsbedarfs von Personen mit primären cannabisbezogenen Störungen. Küstner, Udo J. et al. Drogenambulanz in: Klein, Michael (Hrsg.) Kinder und Suchtgefahren: Risiken - Prävention - Hilfen Stuttgart: Schattauer, 2008 S Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) Expertise "Zugang zu jungen Cannabiskonsumenten/innen": Abschlussbericht Münster, S. (Forum Sucht: Sonderband) Montag, 20. Juli 2015 Seite 15 von 31

16 Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Koordinationsstelle Sucht (Hrsg.) Bundesmodellprojekt Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten - FreD: Ein (sekundär-)präventives Konzept zur Frühintervention und seine Umsetzung in Kooperation von Drogenhilfe, Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt Handbuch Münster, 2003 Landschaftsverband Westfalen-Lippe; LWL-Koordinationsstelle Sucht Suchtmittelkonsum und suchtbezogene Problemlage von Kindern und Jugendlicher in stationärer Jugendhilfe / Martina Schu; Sören Mohr; Rüdiger Hartmann unter Mitarbeit von Rebekka Steffens (FOGS GmbH) [Bearb.] Münster, S. (Forum Sucht; Sonderband 8) Im Auftrag der LWL-Koordinationsstelle Sucht hat FOGS 2013 eine Erhebung unter 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen des LWL durchgeführt. Dabei wurden neben dem Konsumverhalten auch psychopathologische Auffälligkeiten, Aspekte der familiären Situation untersucht. Zusätzlich wurden die Fachkräfte der Einrichtungen zu ihren Einschätzungen und zum Umgang mit suchtbezogenen Verhaltensweisen befragt. Mit der Studie wurde erstmals in Deutschland die Belastung in der spezifischen Zielgruppe von Jugendlichen in Jugendhilfemaßnahmen untersucht. Das Ergebnis verweist auf besondere Bedarfslagen und die Notwendigkeit spezifischer Interventionen und Kooperationen. Laucht, Manfred Besondere Wirkungen des Substanzkonsum auf junge Menschen in: Mann, Karl; Ursula Havemann-Reinecke; Raphael Gaßmann (Hrsg.) Jugendliche und Suchtmittelkonsum: Trends - Grundlagen - Maßnahmen 2., überarb. Auflage Freiburg i.br.: Lambertus, 2009 S Montag, 20. Juli 2015 Seite 16 von 31

17 Ludolph, Andrea G. Das adoleszente Gehirn und Suchtentwicklung in: Suchtmagazin, Jg. 38(2012), H. 5, S Standort sto Die Periode der Adoleszenz ist gekennzeichnet durch verstärktes Risikoverhalten, Stimmungsschwankungen und deutlich gesteigerte Impulsivität. Bildgebungsstudien konnten konsistent darstellen, dass die Hirnreifungsprozesse, die diesem Verhalten zugrunde liegen, bis zum Ende der zweiten Lebensdekade andauern. Diese Reifungsprozesse sind von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung von psychischen Auffälligkeiten in dieser Lebensphase wie z.b. Suchtverhalten. Konsumieren Jugendliche vor dem 14. Lebensjahr Substanzen ist die Wahrscheinlichkeit für Suchtentwicklung deutlich erhöht. Jugendliche mit psychischen Störungen sind besonders anfällig für Suchtentwicklung. Gleichzeitig können suchtauslösende Substanzen den Ausbruch einer psychiatrischen Störung triggern. Mann, Karl; Ursula Havemann-Reinecke; Raphael Gaßmann (Hrsg.) Jugendliche und Suchtmittelkonsum: Trends - Grundlagen - Maßnahmen 2., überarbeitete Auflage Freiburg i.br.: Lambertus, S. Der Suchtmittelkonsum von Kindern und Jugendlichen ist in den Fokus starker öffentlicher Aufmerksamkeit geraten. Einerlei, ob es die legalen Substanzen Alkohol und Tabak oder das illegale Cannabis betrifft: Zu viele junge Menschen konsumieren zuviel Suchtmittel zu früh. Prävention und Therapie sind hier gleich mehrfach gefordert. Einerseits sind absehbare gesundheitliche Konsequenzen umso gravierender, je früher der Konsum beginnt - andererseits sind auch Chancen und Nutzen von Intervention und Hilfe am größten. Vor dem Hintergrund neuester Konsumzahlen, aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und gesundheitspolitischer Erfahrungen trägt der vorliegende Band zu einem besseren Verständnis im Umgang mit Suchtmittel konsumierenden Menschen bei. Er richtet sich daher insbesondere an alle in Prävention, Diagnostik, Beratung und Therapie Tätigen. Das Ziel ist eindeutig definiert: frühe Interventionen und effektive Hilfen für die Generation mit der längsten Zukunft. Marzinzik, Kordula; Angelika Fiedler MOVE - Motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen: Evaluationsergebnisse des Fortbildungsmanuals sowie der ersten Implementierungsphase Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, S. (Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung; 28) Montag, 20. Juli 2015 Seite 17 von 31

18 Meier, Madeline H. et al. Persistent cannabis users show neuropsychological decline from childhood to midlife in: PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America), Vol. 109(2012), No. 40, E2657 E2664 Internet: Zugriff: Standort hoa Recent reports show that fewer adolescents believe that regular cannabis use is harmful to health. Concomitantly, adolescents are initiating cannabis use at younger ages, and more adolescents are using cannabis on a daily basis. The purpose of the present study was to test the association between persistent cannabis use and neuropsychological decline and determine whether decline is concentrated among adolescent-onset cannabis users. Participants were members of the Dunedin Study, a prospective study of a birth cohort of 1,037 individuals followed from birth (1972/1973) to age 38 y. Cannabis use was ascertained in interviews at ages 18, 21, 26, 32, and 38 y. Neuropsychological testing was conducted at age 13 y, before initiation of cannabis use, and again at age 38 y, after a pattern of persistent cannabis use had developed. Persistent cannabis use was associated with neuropsychological decline broadly across domains of functioning, even after controlling for years of education. Informants also reported noticing more cognitive problems for persistent cannabis users. Impairment was concentrated among adolescent-onset cannabis users, with more persistent use associated with greater decline. Further, cessation of cannabis use did not fully restore neuropsychological functioning among adolescent-onset cannabis users. Findings are suggestive of a neurotoxic effect of cannabis on the adolescent brain and highlight the importance of prevention and policy efforts targeting adolescents. Möller, Christoph (Hrsg.) * Drogenmissbrauch im Jugendalter: Ursachen und Auswirkungen Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. In immer jüngerem Alter werden jugendtypische Drogen wie Cannabis, Ecstasy und andere Amphetamine in selbstschädigendem Maß konsumiert. Die Betroffenen bringen bereits ungünstige Entwicklungsbedingungen mit wie beispielsweise frühe Traumatisierungen, die eine Suchtentwicklung fördern. Häufig treten Persönlichkeitsentwicklungsstörungen als Komorbidität bei abhängigen Jugendlichen auf. Spezifische Behandlungsangebote für drogenkonsumierende Kinder und Jugendliche können Abhilfe schaffen. Montag, 20. Juli 2015 Seite 18 von 31

19 Münder, Johannes et al. Drogen in der Jugendhilfe: Rechtliche Aspekte und Fragen aus der Praxis / Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen; Evangelischer Erziehungsverband (Hrsg.) Hannover: Schöneworth-Verl., S. Die vorliegende Veröffentlichung der IGfH und des EREV verfolgt das Ziel Tabus aufzulösen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, denn Erziehungshilfe hat sich für drogenkonsumierende und abhängige Jugendliche lange Zeit nicht zuständig gefühlt. Jugendliche wurden erst gar nicht in die Hilfen aufgenommen, bzw. an Spezialeinrichtungen in der Drogenhilfe weitergegeben. Die Folge war eine Verlagerung an spezialisierte Angebote, mit Beziehungsabbrüchen und Lebensortwechseln. Gerade aufgrund des Paradigmenwechsels in den Erziehungshilfen in Richtung sozialräumlicher Arbeit und Entspezialisierung gilt es, die Jugendlichen mit einer ganzheitlichen Perspektive in den Mittelpunkt des beruflichen Handelns zu stellen. Hierbei ist es insbesondere hinsichtlich der rechtlichen Aspekte wesentlich, den handelnden Akteuren Klarheit und Sicherheit zu verschaffen. Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit (Hrsg.) * Neue Drogenkonsummuster im Jugendalter?: 17. Niedersächsische Suchtkonferenz In Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin e.v. Hannover, S. (Berichte zur Suchtkrankenhilfe; 10/2007) Niekrenz, Yvonne; Sonja Ganguin (Hrsg.) Jugend und Rausch: Interdisziplinäre Zugänge zu jugendlichen Erfahrungswelten Weinheim; München: Juventa, S. (Jugendforschung) Jugendliche Erfahrungswelten standen immer auch im Zeichen der Suche nach intensiven bis rauschhaften Erlebnissen. Rausch - verstanden als alternative Wirklichkeitskonstruktion - wird längst nicht nur durch psychoaktive Substanzen erzeugt, sondern auch durch psychische und physische Manipulationen. Die Auseinandersetzung mit Rauscherfahrungen in einer Gesellschaft, die Rausch als attraktives Phänomen in die Alltagskultur einerseits integriert und andererseits als destruktive Bedrohung tabuisiert, stellt eine entscheidende Entwicklungsaufgabe in der Jugendphase dar. Rausch ist irrational und risikoreich und zugleich in einer leistungsorientierten, rationalen Gesellschaft notwendiger Gegenentwurf zur Nüchternheit. Der Band bietet einen interdisziplinären Zugang zu rauschhaften jugendlichen Erfahrungswelten. Zunächst zeigt es pharmakologische, psychoanalytische, sozialkonstruktivistische und historisch-politische Perspektiven auf. Anschließend stehen Ursachen und Auslöser für Räusche im Leben Jugendlicher vom Alkoholkonsum bis zu extremen Sportpraktiken im Fokus. Ein dritter Teil widmet sich Orten jugendlichen Rauscherlebens, die kulturell fest verankert sind und auf Jahrmärkten, Fußballstadien, im Internet oder im Karneval zu finden sind. Montag, 20. Juli 2015 Seite 19 von 31

20 Petersen, K.U.; R. Thomasius Jugendliche und Cannabis in: Thomasius, Rainer (u.a.) (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter Das Handbuch: Grundlagen und Praxis Stuttgart; New York: Schattauer, 2009 S ,1% der Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren haben Cannabis probiert, regelmäßig konsumieren in dieser Altersgruppe dagegen nur 2,3%. Das Risiko für die Entwicklung von riskanten Konsummustern und cannabisbezogenen Störungen ist insbesondere bei frühem Erstkonsum deutlich erhöht. Schätzungsweise 2,4% der 12- bis 15-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen weisen mindestens ein Symptom der Cannabisabhängigkeit nach ICD-10 auf. Pota, L.A. Therapiestation "COME IN!" in: Thomasius, Rainer (u.a.) (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter Das Handbuch: Grundlagen und Praxis Stuttgart; New York: Schattauer, 2009 S Für suchtkranke Kinder und Jugendliche gab es lange Zeit entweder die Unterbringung in unspezifischen Heim- und Wohngruppenstrukturen oder in den kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilungen meist großer Krankenhauskomplexe. Seit 1992 jedoch gibt es in Hamburg das "COME IN!", eine modellhafte Einrichtung zur Entwöhnungsbehandlung 12- bis 18-Jähriger mit insgesamt 30 Plätzen, aufgeteilt in 3 Gruppen. Montag, 20. Juli 2015 Seite 20 von 31

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