REGIONALENTWICKLUNG IM SAARLAND

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1 REGIONALENTWICKLUNG IM SAARLAND PERSPEKTIVEN 2020 I. REGIONALENTWICKLUNG IM SAARLAND Wertvolle Erfahrungen und Ergebnisse aus den letzten Jahrzehnten In der Vergangenheit wurden ein wertvoller Erfahrungsschatz und vorzeigbare Ergebnisse bei der Umsetzung des neuen Instrumentes Regionalentwicklung erarbeitet. Durchführung von Förderprogrammen LEADER II-Programm REGIONEN AKTIV LEADER + -Programm LEADER (ELER) Im Einzelnen haben sich die drei LEADER-Regionen an folgenden Programmen beteiligt: LAG KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land LEADER II-Programm Projekt: Reaktivierung lokaler Wirtschaftskreisläufe im ländlichen Raum am Beispiel der Gemeinde Nohfelden (Schwerpunktthema: Förderung der Brennholzkultur mit Herausgabe der Brennholzfibel und eines Brennholzbriefes sowie Durchführung von Brennholztagen 1996 und REGIONEN AKTIV Projekt: Kampagne LEADER+ -Programm Regionales Entwicklungskonzept: Lokalwarenmarkt St. Wendeler Land Die Umsetzung des Konzeptes mit 34 Projekten hat die Grundstrukturen des Lokalwarenmarkt St. Wendeler Land, sowie des Kulturprogramm St. Wendeler Land steinreich geschaffen. Mit den 2,4 Mio Fördergelder wurden direkte Investitionen in Höhe von 5 Mio angestoßen. Zudem wurden im Zusammenhang mit dem LEADER+-Programm weitere 5 Mio investiert. Insgesamt sind ca. 50 neue Arbeitsplätze entstanden. Auf Grund der erfolgreichen Umsetzung des LEADER+-Programms wurden die Fördermittel für den Schwerpunkt LEADER in der Folgeperiode deutlich verstärkt LEADER (ELER) Regionales Entwicklungskonzept: LokalwarenMarkt St. Wendeler Land Auf der durch LEADER+ geschaffenen Grundlage konnte das Folgeprogramm aufgebaut werden. Zwischenzeitlich wurde das im LEADER+-Programm entwickelte Vermarktungsprogramm Lokalwarenmarkt St. Wendeler Land und das Kulturprogramm St. Wendeler Land steinreich ergänzt um das von der Wirtschaftsförderung getragene Energieprogramm Ländlicher Energiemix sowie das vom Kultur- und Bildungsinstitut des Landkreises durchgeführte Bildungsprogramm Bildungs-Netzwerk St. Wendeler Land. Somit werden aktuell vier miteinander vernetzte Programme umgesetzt. In den vier Handlungsprogrammen sind die Projekte jeweils strukturiert in Leit-, Gemeinschafts- und Partnerprojekte. Insgesamt werden derzeit 31 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 3,3 Mio. Euro umgesetzt.

2 LAG Biosphäre Bliesgau: REGIONEN AKTIV Regionalvermarktung: Aufbau Bliesgau-Regal Bliesgau Apfelsaft Bliesgau Molkerei Wertschöpfungskette Holz: Initiative für den Bau der Möbel in Spohns Haus aus regionalen Hölzern Holztrocknungsanlage Gersheim LEADER (ELER) Leitprojekte: 1) Innovativer Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels Unser Dorf Fit für die Zukunft (Gemeinde Gersheim) Generationentreffs im Biosphärenreservat Bliesgau (Biosphärenzweckverband, Gemeinde Gersheim, Stadt St. Ingbert) 2) Regionale Produkte erzeugen und vermarkten Sanierung und Inwertsetzung eines Teils der historischen Hofanlage am Wntringer Hof (Lebenshilfe Obere Saar) Regionale Produkte in der Schulverpflegung (Wirtschaftsförderung Saarpfalz) Kochkunst & Esskultur (Stadt St. Ingbert) 3) Entwickeln eines touristischen Profils Erlebnisregion Bliesgau (Biosphärenzweckverband) Die Grenze als touristische Attraktion (Gemeinde Gersheim) ( Pilgerrast Kloster Blieskastel (Saarpfalz-Kreis)) 4) Erhaltung, Rekultivierung und Entwicklung des Landschaftsbilds Lebensadern Wege (LAG, Biosphärenzweckverband, Saarpfalz-Kreis, Regionalverband SB) Inwertsetzung der historischen Gärten und Parks im Biosphärenreservat Bliesgau (Saarpfalz-Kreis) Insgesamt 38 Projekte, ca. 4,8 Mio. Euro Gesamtkosten, davon ca. 1,4 Mio. Euro Landesmittel Impulse für Folgeinvestitionen bzw. Folgeprojekte in Höhe von mehreren Mio. werden erwartet. Beispiele: Lebensadern Wege Wegebau, Investition Steinbruch Rubenheim Unser Dorf Fit für die Zukunft energetische Sanierungen an Gebäuden Kloster Blieskastel Folgeinvestitionen am Kloster Gärten mit Geschichte Verschönerung der Anlagen Grenze als touristische Attraktion Folgeprojekt als transnationales Projekt geplant Regionale Produkte in der Schulverpflegung Neue Vermarktungschancen

3 LAG Warndt REGIONEN AKTIV Drei Projekte mit Schwerpunkt extensive Landwirtschaft ( Naturschutz durch Naturnutzung ): Naturrind Warndt, Ludweiler - Glanrindhaltung Landschaftspflegeverein Karlsbrunn - Heidschnuckenherde Bio-Restaurant Waibel Verarbeitung regionaler Produkte LEADER (ELER) Regionales Entwicklungskonzept Rendez-Vous Warndt Zentrales Leitbild: Ökologische und ökonomische Inwertsetzung der Natur- und Industriekultur sowie strukturelle Stärkung der Region durch regionale und grenzüberschreitende Netzwerke Ziele u.a. Etablierung von Wertschöpfungsketten, Aufbau regionaler Produkte, touristische Inwertsetzung der Region Schwerpunkte der Strategien (Leitgedanke: vom schwarzen Gold zum grünen Gold ) in 2 Grundlagenstudien: Studie Entwicklungsmöglichkeiten der Kulturlandschaft im Warndt unter Berücksichtigung historischer land- und forstwirtschaftlicher Nutzung" Studie Entwicklungskonzept Jagdschloss Karlsbrunn vier Handlungsfelder mit insgesamt bislang 54 Projekten und Gesamtinvestitionen von ca. 3,7 Mio. Euro HF1: Leben, Wohnen, Arbeiten im Warndt HF2: Grüner Warndt / Tourismus HF3: Warndt Wasser und Grüne Energie HF4: Identität / Partnerschaft Leitprojekt Kulturlandschaftszentrum Jagdschloss Karlsbrunn ist in Vorbereitung. Wegbereiter für zahlreiche Folgeinvestitionen und -Projekte

4 II. REGIONALENTWICKLUNG Zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen für den ländlichen Kulturraum Definition: Regionalentwicklung ist ein neues Konzept der Raumordnung. Mit ihr wird die sozioökonomische Entwicklung einer Region nicht vorrangig über äußere Impulse wie staatliche Eingriffe oder Handelsverflechtungen mit anderen Regionen gefördert, sondern durch Nutzung der regionseigenen Potenziale. Herausforderungen für den ländlichen Raum: (1) Globalisierung: Mit der Globalisierung wurde die ursprünglich kleinräumig (regional) und handwerklich ausgerichtete ländliche Wirtschaft weitgehend durch eine großräumig (globale) und industriell ausgerichtete globale Wirtschaft ersetzt: Praktisch alle Wertschöpfungsketten (WSK) der ländlichen Wirtschaft wurden zwischenzeitlich globalisiert und sind nur noch in Resten vorhanden: - WSK HOLZ: kleine Sägewerke Schreinereibetriebe/Zimmereibetriebe - WSK MILCH: kleine Molkereien/Käsereien Direktvermarktung - WSK FLEISCH: regionale Schlachtbetriebe Metzgereien Direktvermarktung - WSK GETREIDE: regionale Mühlen Bäckereien Direktvermarktung (2) Demografischer Wandel: Der Rückgang der Bevölkerung und die Abwanderung insbesondere der jungen Bevölkerung in die durch die Globalisierung begünstigten urbanen Räume reduziert die Zahl der lokalen Akteure. Folgerungen für die Förderung des ländlichen Raumes: Um eine Verbesserung der Zusammenarbeit der verbliebenen Wirtschaftsbereiche und Akteure durch integrierte Entwicklung im Sinne der Regionalentwicklung erreichen zu können, sind die integrierten Förderansätze wie das LEADER-Programm zu verstärken.

5 III. REGIONALENTWICKLUNG IM SAARLAND Sicherung der Ergebnisse und Erfahrungen durch konsequente Weiterführung des LEADER-Programms Um die im zurückliegenden Jahrzehnt erreichten Ergebnisse und Erfahrungen bezüglich der Regionalentwicklung im Saarland für die nächste Planungsperiode zu sichern, werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: 1. Sicherung der Ergebnisse und Erfahrungen der drei LEADER-Gruppen durch Suche nach individuellen Lösungen für die Fortführung der regionalen Entwicklungsprozesse in den drei LEADER-Regionen. 2. Berücksichtigung der Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Einbeziehung von neuen ländlichen Teilräumen in den Regionalentwicklungsprozess im Saarland 3. Anwendung der Erfahrungen der Regionalentwicklung durch Übernahme der wichtigsten Erkenntnisse als Orientierungshilfen in die Programmplanung Die wertvollen Erfahrungen und Erkenntnisse aus den vergangenen Förderperioden können nur sichergestellt werden, wenn auf Landesebene in der Programmplanung für die neue Förderperiode Leitplanken zur Orientierung der einzelnen Regionen festgelegt werden. Eine wichtige Erkenntnis aus den bisherigen Förderprogrammen war, dass die Voraussetzung für eine erfolgreiche Regionalentwicklungsarbeit die Vermeidung eines offenen Bauchladenkonzeptes ist. Die in früheren Zeiten oft gegebene Empfehlung möglichst breit aufstellen, damit alles gemacht werden kann fördert zielloses Agieren und verhindert echte Fortschritte für die Region. In einer Zeit abnehmender finanzieller Spielräume ist die zielgerichtete Konzentration der Mittel das oberste Gebot. Folgende Orientierungshilfen werden vorgeschlagen: (1) ORIENTIERUNG an einem abgestimmten Leitbild Der ländliche Raum im Saarland (siehe Anlage 1) (2) Umsetzung der Regionalentwicklung auf zwei Ebenen verlangt koordiniertes Vorgehen (siehe Anlage 2) (3) Konzentration auf das Kernelement des ländlichen Kulturraumes ( 3x3 ) (siehe Anlage 3) Mit diesen Orientierungshilfen erhält die Regionalentwicklung im Saarland ein eigenständiges Profil. Gleichzeitig wird ermöglicht, dass die knapper werdenden Mittel zielorientierter und effektiver eingesetzt werden können.

6 ÜBERSICHT ANLAGE 1 ANLAGE 2 ANLAGE 3

7 ANLAGE 1 Leitbild Der ländliche Raum im Saarland = Attraktiver Mischraum aus urbanen Kernen umgeben von vielfältigen ländlichen Teilräumen In einer Diskussion über den ländlichen Raum Ende der 90-iger Jahre merkte ein Umwelt- Staatssekretär an: Es gibt eigentlich gar keinen ländlichen Raum im Saarland denn das Saarland ist eher eine Millionenstadt mit viel Grün. Bezogen auf diesen Ausspruch kann festgestellt werden: Das Saarland ist ein attraktiver Mischraum aus urbanen Kernräumen, umgeben von abwechslungsreichen, lebendigen ländlichen Teilräumen.

8 ANLAGE 2 Regionalentwicklung auf 2 Ebenen Regionale Ebene des Landes Sektorale Zusammenarbeit der lokalen Ebenen Lokale Ebene der ländlichen Teilräume Integrierte Zusammenarbeit der lokalen Akteure Eine zentrale Erfahrung des Förderprogramms REGIONEN AKTIV mit einem saarlandweiten Konzeptansatz war, dass auf Landesebene eine Vernetzung von lokalen Akteuren aus verschiedenen Themenbereichen nicht möglich ist. Aus diesem Grunde bietet es sich an, die Regionalentwicklung auf zwei konzeptionell miteinander verbundenen Ebenen zu organisieren: Auf der unteren, kleinräumigen, überschaubaren lokalen Ebene der regionalen Teilräume können die lokalen Akteure aus unterschiedlichen Bereichen also sektorübergreifend - erfolgreich miteinander vernetzt werden. Auf der oberen, großräumigen regionalen Ebene des Landes können auf der Grundlage der lokalen Netzwerke in den Teilregionen sektorale Interessen (z.b.: Gastronomen, Käsehersteller, Bäcker u.a.) zusammengeführt werden.

9 ANLAGE 3 Das 3 x 3 des ländlichen Raums 3 NUTZUNG DER LOKALEN RESSOURCEN: 1. Natürliche Ressourcen 2. Örtliche Bevölkerung 3. Kulturelles Erbe 3 VERFOLGEN DER ZIELSETZUNGEN 1. Ökonomie (Regionale Wertschöpfung) 2. Ökologie (Regionale Nachhaltigkeit) 3. Soziokultur (Regionale Identität) Um gleichgerichtete und auf den beiden Ebenen miteinander abgestimmte regionale Entwicklungsprozesse erreichen zu können, wird eine Konzentration auf den Kern des ländlichen Raumes die Nutzung der lokalen Ressourcen - als notwendig angesehen. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass es bei einer Konzentration auf die Nutzung der lokalen Ressourcen in den Teilregionen zwar grundsätzlich gleiche Handlungsprogramme gibt, dass diese aber auf Grund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu unverwechselbaren Ergebnissen führen. Konzepte für ressourcenbezogene Handlungsprogramme entwickeln Natürliche Ressourcen Kulturelles Erbe Vermarktungsprogramm: Lokalwarenmarkt St. Wendeler Land Energieprogramm: Ländlicher Energiemix Kulturprogramm: St. Wendeler Land steinreich d n L a r le e d n e W S ṫ : m rk e m r a tzw g e r o g sn p n s u g ild n u B ild B Kreativität + Engagement Örtliche Bevölkerung

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