LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge für die Förderperiode

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1 LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge für die Förderperiode Mobilität garantieren Textteil Zukunft gestalten Akteure vernetzen Wirtschaftskraft REGION Generationen verbinden Energieressourcen nutzen Partnerschaften ausbauen Lebensqualität sichern Traditionen leben Inklusion intensivieren Infrastruktur optimieren Zukunft Westerzgebirge e. V. Schneeberger Straße Bockau

2 2 Verzeichnisse LEADER-ENTWICKLUNGSSTRATEGIE der Region Westerzgebirge Auftraggeber: Verein Zukunft Westerzgebirge e. V. Schneeberger Straße Bockau Auftragnehmer: Bearbeitung: Redaktion: Sächsische Landsiedlung GmbH Schützestraße Meißen Dr. Wolfgang Huhn Dr. Sabine Kretschmann Dipl.-Biologe Jörg Voß Gerd-Reiner Kuttner (Vorstandsvorsitzender) Beate Bauer Ramona Fischer Mitglieder der Steuerungsgruppe Bearbeitungszeitraum: Mai 2014 bis Januar 2015

3 Verzeichnisse 3 Verzeichnisse Inhaltsverzeichnis Verzeichnisse... 3 Zusammenfassung Gebiet und Bevölkerung Lage und Kurzcharakteristik Gebietsabgrenzung Beziehung zu Nachbarregionen Ressourcen der Region Räumliche und funktionale Zusammenhänge Bevölkerung Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Sozioökonomische Analyse Demografische Entwicklung Wohnraum und Flächenentwicklung Wirtschaft und Arbeitsmarkt Tourismus Land- und Forstwirtschaft Technische Infrastruktur Soziale Infrastruktur und Daseinsvorsorge Teilhabe älterer Menschen, Pflegedienstleistungen Inklusion Gleichstellung (Gender) Kulturraum Natur und Landschaft Natürliche Ressourcen und Klimaschutz Regionalmarketing Beschreibung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) SWOT-Analyse nach Themen (Themen-SWOT) SWOT-Analyse Zusammenfassung (Kern-SWOT) Einbeziehung Planung und Strategien Übergeordnete Planungen Kommunale Planung und Konzepte Regionale Handlungsbedarfe Strategische Ziele Leitbild Beschreibung der strategischen Ziele Priorisierung der Ziele und Zielindikatoren Übereinstimmung mit den übergeordneten Programmen und Strategien Beitrag zu den LEADER-spezifischen Indikatoren des EPLR Erläuterung der integrierten, multisektoralen und innovativen Merkmale der Strategie Aktionsplan Übersicht der vorgesehenen Maßnahmen... 78

4 4 Verzeichnisse 4.2 Allgemeine Voraussetzungen Festlegung der Fördersätze Darstellung der Maßnahmen Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes Zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Weitere zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Übersicht der Zielindikatoren auf Maßnahmeebene Aufteilung des Budgets nach Maßnahmen Vorhabenauswahl Festlegen der Kriterien Darstellung des Auswahlverfahrens Ausschluss von Unvereinbarkeiten und Interessenskonflikten Darstellung des Widerspruchsverfahrens Bewilligungsbehörde Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Die LAG als dynamisches Gremium LEADER-Entscheidungsgremium (Koordinierungskreis) Öffentlichkeits-, Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen Verfahren zur Erarbeitung der LES Kooperation und Vernetzung Struktur- und Prozessziele Legitimation der LAG Kapazität der LAG Struktur der LAG Personal der LAG (Regionalmanagement) Prozessmonitoring und Evaluierung Technische Lösungen und Kapazitäten für das Datenmanagement Regelung zum Datenschutz Finanzkonzept Literaturverzeichnis

5 Verzeichnisse 5 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Lage der Region Abbildung 2: Beziehungen zu Nachbarregionen Abbildung 3: Bruttoeinnahmen und -ausgaben der Kommunen Abbildung 4: Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte 2006 bis Abbildung 5: Raumstruktur Abbildung 6: Bevölkerungsverteilung und Bevölkerungsdichte Abbildung 7: Bevölkerungsentwicklung 1990 bis Abbildung 8: Bevölkerungsentwicklung nach Kommunen Abbildung 9: Natürliche und räumliche Bevölkerungsentwicklung Abbildung 10: Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen Abbildung 11: Bevölkerungsbewegung nach Altersgruppen Abbildung 12: Innen- und Außenwanderung nach Kommunen Abbildung 13: Entwicklung des Wohnungsbestandes - Vergleich 1995 zu Abbildung 14: Entwicklung der Baufertigstellung Abbildung 15: Entwicklung der Wohnungsstruktur - Vergleich 1995 zu Abbildung 16: Leerstandsquote nach Kommunen Abbildung 17: Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsflächen Abbildung 18: Anzahl in der Region ansässiger Unternehmen Abbildung 19: Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen Abbildung 20: Entwicklung der gewerblichen An- und Abmeldungen Abbildung 21: Entwicklung der Pendlersalden der Region Abbildung 22: Beschäftigungsquote Abbildung 23: Entwicklung Berufseinsteiger und Berufsaussteiger Abbildung 24: Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen und Geschlecht Abbildung 25: Beherbergungsstruktur Abbildung 26: Entwicklung Übernachtungen nach Tourismusregion Abbildung 27: Größenstruktur landwirtschaftlicher Betriebe Abbildung 28: Lage der Forstbezirke Abbildung 29: Besucherquote und Auslastung der Kindertageseinrichtungen Abbildung 30: Schulstruktur Abbildung 31: Entwicklung Schüleranzahl nach Schultyp Abbildung 32: Bildungsinfrastruktur Abbildung 33: Entwicklung des Abhängigkeitsquotienten Abbildung 34: Natur- und Landschaft Abbildung 35: Zielstruktur Abbildung 36: Verfahrensablauf Projektbewertung Abbildung 37: Struktur zur LAG Westerzgebirge Abbildung 38: Aktuelle Webseite 118 Abbildung 39: Übersicht Bürgerbeteiligung

6 6 Verzeichnisse Abbildung 40: Sitzung Arbeitsgruppe Abbildung 41: Mitgliederversammlung der LAG Abbildung 42: Bürgerinformation in Grünhain-Beierfeld Abbildung 43: Bürgerinformation in Schönheide Abbildung 44: Auszeichnung der Preisträger des Schülerwettbewerbs Abbildung 45: Presseecho Arbeitsgruppe Abbildung 46: Arbeitsstruktur zur LES-Erarbeitung Abbildung 47: Kooperation und Netzwerke Abbildung 48: Zusammensetzung der LAG Abbildung 49: Datenblöcke der strukturierten Informationsverarbeitung Abbildung 50: Budgetverteilung nach Zielen

7 Verzeichnisse 7 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Regionalmanagement Erzgebirge (Regional- und Standortmarketing, Vernetzung regionaler Initiativen, Botschafter-Marketing) Tabelle 2: Indikatoren zu Wohnungen/Wohnflächen Tabelle 3: Waldbesitz nach Betriebsgrößenklassen im Privat- und Körperschaftswald Tabelle 4: Kennzahlen der medizinischen Versorgung (2012) Tabelle 5: Pflegedienste und betreute Pflegebedürftige Tabelle 6: Bewertungen der Ziele durch Akteure und Einwohner Tabelle 7: Zuordnung der Maßnahmeziele zu den Kernzielen der EUROPA-2020-Strategie und den Unionsprioritäten des EPLR Tabelle 8: Zielindikatoren des EPLR und Region Westerzgebirge Tabelle 9: Outputindikatoren des EPLR und Region Westerzgebirge Tabelle 10: Fördersätze und Zuschüsse Tabelle 11: Zielindikatoren der Maßnahmeziele Tabelle 12: Budgetaufschlüsselung nach Zielen Tabelle 13: Besetzung des Koordinierungskreises Tabelle 14: Operationalisierte Struktur- und Prozessziele der LAG Tabelle 15: Operationalisierte Ziele des Regionalmanagements Tabelle 16: Übersicht der strukturellen Kapazität der LAG Tabelle 17: Kapazität und Struktur des Regionalmanagements Tabelle 18: Selbstevaluierungskonzept LAG Westerzgebirge Tabelle 19: Geplanter Finanzierungsbedarf zur Umsetzung der LES Tabelle 20: Finanzplan LAG - Einnahmen Tabelle 21: Finanzplan LAG - Ausgaben

8 8 Verzeichnisse Datengrundlagen Sofern unter Abbildungen und Tabellen keine Quelle angegeben ist, handelt es sich um eigene Darstellungen. Als Quelle für Kartengrundlage bzw. Daten trifft dann zu: Kartengrundlage: Geobasisdaten 2014, Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) Statistische Daten: Statistisches Landesamt Sachsen Basisdaten Freistaat Sachsen, Erzgebirgskreis, Vogtlandkreis, LEADER-Region Westerzgebirge für die Erarbeitung der LEADER-Entwicklungsstrategien (LES) Förderperiode 2014 bis 2020, Juli 2014, Oktober 2014 Ergebnisse des Zensus 2011 für Gebäude- und Wohnungen, Bevölkerung sowie Haushalte, Familien und deren Wohnsituation für LEADER-Region Westerzgebirge Hinweise: Zum Zwecke der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten für beiderlei Geschlecht. Es werden gängige Abkürzungen verwendet. Bei erstmaliger Nennung wird die Abkürzung erklärt. Auf ein Glossar wird verzichtet.

9 Zusammenfassung 9 Zusammenfassung Die LEADER-Entwicklungsstrategie (LES) für die Region Westerzgebirge bildet die konzeptionelle Grundlage für die Entwicklung des ländlichen Raumes im Zeitraum 2014 bis Mit Beteiligung eines breiten Akteursspektrums wurde die LES unter der Regie des Vereins Zukunft Westerzgebirge e. V. im Zeitraum Mai 2014 bis Januar 2015 erarbeitet. Die Region Westerzgebirge bewirbt sich mit der LES beim Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft um die Anerkennung als LEADER- Gebiet. Region Die Region Westerzgebirge umfasst ein Gebiet von 675 km² mit 19 Städten und Gemeinden im Erzgebirgskreis und im östlichen Teil des Vogtlandkreises. In den 85 Orten und Ortsteilen leben rd Menschen. In der nördlichen Hälfte ist die Region gewerblich und landwirtschaftlich ausgerichtet, im überwiegend bewaldeten südlichen Teil durch Tourismus und traditionelles Handwerk geprägt. Die mehr als meist kleinen und mittelständischen Unternehmen in einer großen Branchenvielfalt bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Herausragend sind die umfangreichen Ökosystemdienstleistungen in der Region (Trinkwasserbereitstellung für Südwestsachsen, 24 Natura-2000-Gebiete, großflächiger Waldumbau zum Klimaschutz, Wasserkraftnutzung zur Energiegewinnung). Stärker als die meisten sächsischen Regionen steht das Westerzgebirge vor großen Herausforderungen infolge der demografischen Entwicklung. Erarbeitung der LES Die Erarbeitung erfolgte in einem intensiven Diskussionsprozess. In den vier thematischen Arbeitsgruppen Natürliche Ressourcen, Wirtschaft und Arbeit, Lebensqualität und Organisatorisches war ein breites Akteursspektrum eingebunden. Die Arbeitsgruppen identifizierten Handlungsbedarfe, diskutierten strategische Ziele und Zielindikatoren, nahmen Priorisierungen der Ziele vor und legten Maßnahmen fest. In der Lenkungsgruppe wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen verdichtet und für die Aufnahme in die LES vorbereitet. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit mit über 100 Beiträgen in den verschiedensten Medien begleitete die Akteure. Insgesamt waren mehr als 250 Personen an der Erarbeitung der LES beteiligt. Regionale Partnerschaft Zur Umsetzung der LES Westerzgebirge 2014 bis 2020 kann die Region auf die in den letzten 10 Jahren aufgebauten und etablierten Strukturen und Netzwerke mit dem Verein Zukunft Westerzgebirge e. V. im Mittelpunkt setzen. Der Verein sieht sich als öffentlich-private Partnerschaft und verkörpert die lokale Aktionsgruppe (LAG). Anfang 2015 umfasst die LAG 71 Mitglieder aus allen gesellschaftlichen Bereichen (46 % öffentlicher, 54 % nicht öffentlicher Bereich), wobei ihre ausgewogene Zusammensetzung in ihrer Kompetenz und sozialen Struktur der Strategie entspricht. In der LAG als dynamischer Zusammenschluss können alle interessierten (juristischen und natürlichen) Personen jederzeit mitwirken. Eine breite Beteiligung der Bürger ist Kern der Strategie und auch unabhängig von der Zugehörigkeit in der LAG (z. B. im Rahmen der thematischen Arbeitsgruppen) möglich. Strategie und Zielstruktur Mit der LES wird die erfolgreiche Entwicklung der Region Westerzgebirge fortgeschrieben. Die aktive Gestaltung des Entwicklungsprozesses steht im Vordergrund. Mitwirkung, Netzwerkbildung und Kooperation und die Einbeziehung vieler Akteure sowie der ganzheitliche thematische Ansatz bilden grundlegende Elemente der Strategie. Ausgehend von den Potentialen und Bedarfen der Region sind die Ziele der Region in einer Zielstruktur abgebildet.

10 10 Zusammenfassung Sie umfasst drei Ebenen: Leitbild, strategische Ziele und Maßnahmeziele. Aufgestellt wurden drei strategische Ziele, die mit elf Maßnahmezielen untersetzt sind. Sechs Ziele davon sollen von LEADER priorisiert unterstützt werden. Folgende strategische Ziele bilden den Entwicklungsrahmen: A Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität B Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz C Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen. Aktionsplan Der Aktionsplan enthält die Maßnahmen, mit denen die Region die prioritär durch LEADER unterstützten Ziele erreichen will. Insgesamt hat die LAG 28 Maßnahmen vorgesehen. Diese bilden die Grundlage für die Förderung von Vorhaben. Für jede Maßnahme sind die Zuwendungsempfänger, die Fördersätze und die Zuwendungsvoraussetzungen festgelegt. Mit maßnahmespezifischen Zuschlägen für die Förderhöhe wird die zielorientierte Umsetzung besonders stimuliert. Auswahl der Vorhaben Die Auswahl von Vorhaben im Rahmen der Umsetzung der LES wird durch das Entscheidungsgremium der LAG, dem Koordinierungskreis vorgenommen. Der Koordinierungskreis besteht aus 16 Personen, die von der LAG gewählt wurden. Fachkompetenz und gesellschaftliche Struktur des Koordinierungskreises entsprechen den Zielen der LES. Als Entscheidungsgrundlage zur Auswahl der zu fördernden Vorhaben wurden Kriterien und ein transparentes Verfahren für die Region entwickelt. Erfolgskontrolle und Prozesssteuerung Die LAG Westerzgebirge hat zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie Zielindikatoren in den Bereichen Inhalte und Strategie, Prozess und Struktur sowie Aufgaben des Regionalmanagements definiert. Durch ein laufendes Monitoring und Selbstevaluierungen wird eine qualifizierte Prozesssteuerung erfolgen. Mit der Evaluierung im Jahr 2018 besteht die Möglichkeit, strategische Anpassungen vorzunehmen. Die operative Prozesssteuerung liegt überwiegend in den Händen des Regionalmanagements. Auswertungen der Ergebnisse und ggf. notwendige Entscheidungen werden durch die LAG bzw. den Koordinierungskreis vorgenommen. Der organisatorische und technische Rahmen für die Prozesssteuerung ist in der LES beschrieben. Finanzierungskonzept Für die Region Westerzgebirge ist in der Förderperiode ein vorläufiges Fördermittelbudget in Höhe von EUR vorgesehen. Zur direkten Umsetzung von Maßnahmen sollen rund 95 % eingesetzt werden. Die Mittel verteilen sich etwa paritätisch auf die drei strategischen Ziele. Für ein leistungsfähiges und effektiv arbeitendes Regionalmanagement werden rund 5 % des Budgets zur Verfügung stehen. Insgesamt hat die Region damit eine solide Finanzierung für die Fortführung der ländlichen Entwicklung in den nächsten Jahren. Leitbild Die Region hat sich mit Blick auf die umfangreichen Herausforderungen der nächsten Jahre ein neues Leitbild gegeben: Unser Westerzgebirge - F. I. T. für die Zukunft Familienfreundlich Innovativ Traditionell

11 Gebiet und Bevölkerung 11 1 Gebiet und Bevölkerung 1.1 Lage und Kurzcharakteristik Die Region Westerzgebirge liegt im Südwesten des Freistaates Sachsen und erstreckt sich entsprechend ihrer Namensgebung über den westlichen Teil des Erzgebirges. Sie umfasst ein Gebiet von 675 km² mit 19 Städten und Gemeinden im Erzgebirgskreis (alle Kommunen des ehemaligen Landkreises Aue-Schwarzenberg sowie den Luftkurort Oberwiesenthal) und im Vogtlandkreis (die Kommunen Auerbach, Steinberg und den Ortsteil Morgenröthe-Rautenkranz der Kommune Muldenhammer) (Anlage 1). Im Westen liegen angrenzend die Regionen Vogtland sowie Falkenstein-Sagenhaftes Vogtland, im Norden das Zwickauer Land und die Region Tor zum Erzgebirge Vision 2020 sowie im Osten die Regionen Zwönitztal-Greifensteinregion und Annaberger Land. Im Süden grenzt die Region an Tschechien. Das nächstgelegene Oberzentrum Zwickau ist in 30 km zu erreichen und Chemnitz ist knapp 50 km entfernt. Die Oberzentren Dresden und Leipzig liegen im Radiusbereich 100 km und sind über Autobahnen erreichbar. In räumlicher Nähe, außerhalb der Region, verläuft die BAB 72 (Bundesautobahn) als wichtige überregionale Verbindungs- und Entwicklungsachse (Abbildung 1). Abbildung 1: Lage der Region In der Region Westerzgebirge leben rund Menschen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 209 Einwohnern pro km² gilt die Region als relativ dicht besiedelt. Der nördliche Teil der Region ist durch kompakte, meist in den Tallagen und an deren Hängen verlaufende und zu Siedlungsbändern verschmelzende alte Bergstädte geprägt. Zum Süden hin wird die Besiedlung aufgelockerter und durch Orte unterschiedlichster Größe gekennzeichnet. Traditionell besteht eine enge Verzahnung zwischen den Städten und Dörfern. Der Siedlungs- und Kulturraum sowie die Menschen der Region wurden über Jahrhunderte durch das Montanwesen beeinflusst. Zahlreiche und vielfältige Sachzeugen, bergmännische Siedlungen, gelebtes traditionelles Handwerk und Pflege der überwiegend bergmännischen Bräuche gingen aus dieser Entwicklung hervor und kennzeichnen heute die Region. Die wechselvolle Geschichte mit relevanten Strukturveränderungen, forderte von den Menschen immer Erfindergeist und die Suche nach Neuem. So fand neben Bergbau und Hüttenwesen besonders in den letzten 100 Jahren eine breite handwerkliche und industrielle Entwicklung statt, die überregional und weltweit Bedeutung hatte. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Region auch heute ihre Entwicklung. Die wirtschaftliche Grundlage wird vor allem durch das produzierende Gewerbe sowie den Dienstleistungssektor geschaffen. Stark vertreten ist der industrielle Bereich mit Metallverarbeitung und Maschinenbau. Neben dem starken Bezug der Bevölkerung zu Tradition und Heimat findet sich eine große Begeisterung für Sport und sportliche Lebenskultur. Nicht allein der Wintersport steht dabei im Fokus, sondern verschiedenste Disziplinen sowohl im Breitensport als auch auf internationalem und nationalem Niveau (z. B. 2. Bundesliga Fußballclub Erzgebirge Aue sowie Erzgebirgischer Handballverein Aue, Trail Center, Olympiastützpunkt Oberwiesenthal, Sportpark Rabenberg). Naturräumlich gehört die Region überwiegend zum Naturraum Westerzgebirge, ausgenommen die südöstliche Kammlage um Oberwiesenthal (Naturraum Mittleres Erzgebirge) und westliche Bereiche der Region (Naturraum Vogtland). Die Region weist eine reiche Naturraumausstattung und hohe landschaftliche Vielfalt auf, vom hügeligen Offenland bis zum dicht bewaldeten Berggebiet im Kammbereich. Die höchsten Erhebungen sind der Fichtelberg (1.214 m ü. NN) und der Auersberg (1.019 m ü. NN).

12 12 Gebiet und Bevölkerung 1.2 Gebietsabgrenzung Die Region Westerzgebirge ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen sowie lokalen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren und stellt eine homogene Einheit dar. Sie hat sich aus der LEADER+-Region Südlicher Teil des Landkreises Aue-Schwarzenberg ( ), der demografischen Modellregion Westerzgebirge ( ) und der ILE-Region Westerzgebirge ( ) zu einem regional abgegrenzten Handlungsraum entwickelt, der sozial, wirtschaftlich und naturräumlich eng verflochten ist. Die identitätsstiftende Bergbaugeschichte mit aktivem Bergbau bis 1990 und die gemeinsame ländliche Entwicklung seit knapp 15 Jahren mit inzwischen verstetigten Strukturen und Kooperationen bilden zentrale Bindungsmomente für die Westerzgebirger. Sie bieten eine solide Grundlage für die zukünftige, noch stärker durch Zusammenarbeit und Vernetzung geprägte Entwicklung. Bei der Gebietsabgrenzung stand nicht allein die Abgrenzung auf Basis siedlungsstruktureller Kriterien im Vordergrund. Schwerpunkt bei der Gebietsfindung war die Herausbildung eines regionalen Handlungs- und Kooperationsraumes, der durch verschiedene Abgrenzungskriterien gekennzeichnet ist: abgestimmte thematische Handlungsbedarfe Ausstattung/Verfügbarkeit an Kompetenzen und finanziellen Mitteln institutionelle und bürgerschaftliche Strukturen (seit 2000 gewachsene Netzwerke) Zweckmäßigkeit und Realisierbarkeit der räumlichen Abgrenzung zusammenhängender Raum in evidenter Größe mit ausgewogenem Verhältnis der Stadt- Land-Verflechtungsräume regionale Identität der Westerzgebirger Die Abgrenzungen der Region berufen sich auf eine über viele Jahrzehnte etablierte Verflechtung zwischen den Städten und ihrem Umland, unabhängig von der gegenwärtigen Landkreisstruktur. Durch die Einbindung der nördlichen Teile des ehemaligen Landkreises Aue-Schwarzenberg und der Kommunen rund um den Kuhberg bereits in der vergangenen Förderperiode konnte sich eine leistungsfähige Region mit tragfähigen Umsetzungsstrukturen entwickeln. Besonders wichtig war es den Akteuren im Findungsprozess die verdichteten Bereiche wie den Städteverbund Silberberg und die Kernstädte einzubeziehen, um die zunehmenden Stadt-Umland-Beziehungen gestalten zu können. Die mittelzentralen Städteverbünde stellen Leistungen für das Umland bereit, welches wiederum Ressourcen für die Städte vorhält (Trinkwasser, Nahrungsmittel, Rohstoffe, Energie, Erholungsgebiete). Somit hat sich eine Region gebildet, die im nördlichen Teil durch starke Wirtschaftsstandorte des Erzgebirges und im südlichen Teil (Kammgebiet) überwiegend durch umfangreiche Ökosystemdienstleistungen und Erholungsgebiete geprägt ist. Im südlichen Teil wird zudem die Zukunft des ländlichen Raumes von der weiteren touristischen Entwicklung bestimmt. Unter dieser Maßgabe haben sich in der Teilregion rund um den Auersberg bereits im Jahr 2007 Kommunen zusammengefunden, um eine erfolgreiche touristische Entwicklung auf den Weg zu bringen. Hierzu zählte von Anfang an als Wegbereiter die damalige Kommune Morgenröthe- Rautenkranz, die heute eng eingebunden ist in die Entwicklung der Themendörfer der Region. Als Raumfahrtdorf hat Morgenröthe-Rautenkranz im Rahmen der Themendörfer beachtliche, auch internationale Bedeutung erlangt. In der weiteren regionalen Profilierung der touristischen Entwicklung bildet Morgenröthe-Rautenkranz einen wichtigen Baustein der thematischen Ausrichtung. Eine ähnliche Situation zeigt sich für die Gemeinde Steinberg des Vogtlandkreises. Diese gehört zur Gebietsgemeinschaft Rund um den Kuhberg, mit der die abgestimmte ländliche Entwicklung im wirtschaftlichen und im touristischen Bereich bereits seit Jahren verfolgt wird. Dabei stehen Entwicklungslinien regionaler Produkte und ein überregional wirkendes Kräuterkompetenzzentrum im Mittelpunkt. Auerbach im Vogtland ist strukturell eng mit dem Westerzgebirge verbunden. Auerbach gilt als wichtiger Arbeitsort und Leistungsort für Bewohner der westlichen Kommunen des Erzgebirgskreises. Dieser gewachsene Wirtschafts- und Sozialraum ist ein Abgrenzungskriterium für die Region und spiegelt sich in den Pendlerbeziehungen wider. Von Bedeutung sind auch die Beziehungen zwischen den ausgewiesenen Sportstädten Auerbach und Aue.

13 Gebiet und Bevölkerung Beziehung zu Nachbarregionen Die Region Westerzgebirge steht in vielfältigen Wechselbeziehungen und Partnerschaften zu den Nachbarregionen und den Regionen im Erzgebirge insgesamt (Abbildung 2). International bestehen Beziehungen nach Tschechien, Polen und Österreich. Verbindungen zum Vogtland sind infolge der Zugehörigkeit von Kommunen des Vogtlandkreises zur Region Westerzgebirge besonders ausgeprägt. Umfangreiche Wirtschaftsbeziehungen bestehen zum Zwickauer Land. Im Rahmen der ländlichen Entwicklung in der zurückliegenden Förderperiode sind viele Verbindungen mit den Nachbarn gewachsen. Über den Wissenstransfer hinaus wurden konkrete Vorhaben einbezogen (z. B. Qualitätskammwanderweg, Fachkräftestudie, Breitbandversorgung, Bergwiesen und Kräuter, UNESCO-Weltkulturerbe-Projekt Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři ). Die Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen soll künftig weiter ausgebaut werden. Für gebietsübergreifende Themen wurden zwischen den Akteuren verschiedene Bereiche ausgemacht (Übersicht Tabelle 1). Informelle Zusammenarbeit und konkrete Kooperationsvorhaben sollen eine abgestimmte Umsetzung zentraler Themen und die Bündelung von Kapazitäten gewährleisten (siehe hierzu Abschnitt 5.5). Zu Nachbarregionen bestehen darüber hinaus regionsübergreifende Funktionen und Strukturen (z. B. Landschaftspflegeverband, Naturpark Erzgebirge/Vogtland, Erzgebirgsbahn, Regionalverkehr Erzgebirge, gemeinsamer Brand- und Katastrophenschutz). Auf kommunaler Ebene und über Vereine werden zahlreiche Partnerschaften innerhalb Deutschlands und Europas gepflegt. Hierbei ragen einige international bedeutsame Beziehungen und Vorhaben heraus, die nur durch das Zusammenwirken der Region und der Nachbarregionen entstehen konnten (z. B. Europäisches Blasmusikfestival in Bad Schlema, Vorhaben und Events am Fichtelberg, Olympiastützpunkt Oberwiesenthal, TrailCenter Rabenberg, Bandonionfestival Carlsfeld, Bäderwelt Eibenstock, Europäischer Köhlerverein mit Sitz in Sosa). Die Gemeinden der Region gehören zur Euroregion Erzgebirge, um die Zusammenarbeit mit Tschechien auf allen Gebieten zu fördern und zu entwickeln. Herausragende grenzübergreifende Vorhaben der Region sind z. B. 5 Minuten.Sachsen.Böhmen, TrailPark, Karlsroute. Abbildung 2: Beziehungen zu Nachbarregionen

14 14 Gebiet und Bevölkerung Tabelle 1: Regionalmanagement Erzgebirge (Regional- und Standortmarketing, Vernetzung regionaler Initiativen, Botschafter-Marketing)

15 Euro Mio Euro LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Gebiet und Bevölkerung Ressourcen der Region Der ländliche Entwicklungsprozess im Westerzgebirge war in der Vergangenheit solide durch personelle und finanzielle Ressourcen untersetzt. Viele Vorhaben wurden umgesetzt, die Akteure verfügten über das notwendige Wissen sowie die erforderliche Finanzierung. Alle zugewiesenen Budgets (ILE bzw. LEADER+) wurden vollständig in Anspruch genommen und konnten durch Aktivierung verschiedenster Potentiale übererfüllt werden. Zahlreiche Vorhaben liefen in Trägerschaft der Kommunen. Für alle kommunalen Vorhaben der zurückliegenden Förderperiode wurde eine positive gemeindewirtschaftliche Stellungnahme erteilt, so dass kein einziges kommunales Projekt auf Grund fehlender finanzieller Mittel abgewiesen werden musste. Die Kommunen hatten in den letzten Jahren insgesamt ein relativ ausgeglichenes Verhältnis der Bruttoeinnahmen und -ausgaben (Abbildung 3). Der negative Saldo in einzelnen Jahren beruht maßgeblich auf erhöhten Ausgaben einzelner 225 Städte. Alle Kommunen wollen 220 sich weiterhin im ländlichen Entwicklungsprozess deutlich engagieren und haben die notwendi gen organisatorischen und 205 finanziellen Vorbereitungen getroffen. Neben der Zustimmung der kommunalpolitischen Gremien 190 zur LEADER-Entwicklungsstrategie (LES) haben alle 19 Kommunen einen Beschluss herbeige führt, ihre LEADER-Projektideen Bruttoausgaben Bruttoeinnahmen in ihre mittelfristigen Haushaltpläne aufzunehmen und Abbildung 3: Bruttoeinnahmen und -ausgaben der Kommunen die notwendigen Eigenmittel dafür bereitzustellen. Private Akteure waren in den letzten Jahren zunehmend mit konkreten Vorhaben eingebunden. Zukünftig wird von der weiteren Mobilisierung privaten Kapitals in der ländlichen Entwicklung ausgegangen, da Entwicklungsbedarf im Bereich der Kleinst- und Kleinunternehmer besteht und außerdem das Einkommen der privaten Haushalte ansteigt (Abbildung 4). Neben dem Bekenntnis aller 19 Kommunen zur Fortsetzung des regionalen Entwicklungsprozesses nach ILE konnte die LEADER-Aktionsgruppe (LAG) wesentlich vergrößert werden. Zahlreiche Akteure wurden somit fest in die Regionalentwicklung eingebunden Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Sachsen Deutschland Abbildung 4: Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte 2006 bis 2012 Mit ihnen können wichtige Zukunftsthemen wie Inklusion, lebenslanges Lernen und Energie solide vorangebracht werden. Durch die künftige Mitwirkung starker Vereine wird das bürgerschaftliche Engagement gefördert und die ländliche Entwicklung weiter in die Breite getragen. Die seit einigen Jahren bestehenden Beteiligungsstrukturen konnten in den vergangenen Monaten gefestigt und eine gute Ausgangssituation für die kommende Förderperiode erreicht werden. Die LES-Arbeitsgruppen sollen grundsätzlich bestehen bleiben. Wie sich bereits unter ILE gezeigt hat, ist eine weitere thematische Eingrenzung auf Schwerpunkte innerhalb der Arbeitsgruppen erforderlich. Daher werden zukünftig thematische Kleingruppen, welche aus den LES-Arbeitsgruppen hervorgehen, solche Schwerpunkte behandeln, wie beispielweise Tourismus, moderne Kommunikationstechnologien oder Kräuter. Damit können spezielle Themen mit fachlicher Kompetenz regionaler Akteure noch besser vorangebracht werden.

16 16 Gebiet und Bevölkerung Die Mitgliederzahl der LAG hat sich im Jahr während der Hauptphase der Erarbeitung der LES - mehr als verdoppelt. Die Zusammensetzung spiegelt das regionale Spektrum der Akteure der Regionalentwicklung im Westerzgebirge wider. Neben den Mitgliedern gibt es zahlreiche Multiplikatoren, Netzwerk- und Kooperationspartner, welche nicht Mitglied in der LAG sind, sich dennoch in den Entwicklungsprozess intensiv einbringen, beispielsweise Wirtschaftsförderung Erzgebirge Erzgebirgs- und Vogtlandkreis Touristische Gebietsgemeinschaften Landschaftspflegeverband Westerzgebirge e.v. (Aufnahmeantrag in LAG gestellt) oder Privatpersonen und Unternehmen, die in den Arbeitsgruppen mitwirken. Schließlich haben sich die Akteure darauf verständigt, angesichts der zunehmenden Aufgaben die Kapazität des Regionalmanagements wesentlich zu vergrößern. Dies betrifft technische und räumliche Erweiterungen sowie eine personelle Aufstockung um mindestens 50%. Auf die Strukturen bzw. technischen Lösungen und Kapazitäten für das Datenmanagement wird an anderer Stelle umfänglich eingegangen. Deren Bedeutung muss nochmals hervorgehoben werden, da dies bereits in der zurückliegenden Förderperiode wesentlich zur regionalen Leistungsfähigkeit beigetragen hat. Eine regional maßgeschneiderte Datenbank und eine auf Schnelligkeit ausgerichtete Struktur werden auch zukünftig unabdingbar sein. Aufbauend auf diesen Erfahrungen sollen sowohl das Datenmanagement als auch der Informationsfluss weiter verbessert werden. Das Westerzgebirge verfügt somit über geeignete und ausreichende personelle, finanzielle und technologisch-organisatorische Ressourcen zur Umsetzung der LEADER Entwicklungsstrategie. 1.5 Räumliche und funktionale Zusammenhänge Die Region teilt sich fast gleichmäßig in einen Verdichtungsraum um die ehemaligen Bergbaustädte Aue, Bad Schlema, Lößnitz, Schneeberg und Schwarzenberg sowie südlich davon in einen typisch ländlichen Raum bis zur Kammregion. In der zentralörtlichen Gliederung weist die Region eine polyzentrale Struktur auf. Eine klare raumstrukturelle Ausrichtung auf einzelne zentrale Orte besteht nicht. Die im historischen Zuge des Bergbaus entstandenen mittelzentralen Städteverbünde definieren verteilte Zentren. Die Städteverbünde Silberberg und Göltzschtal wirken als Mittelzentren mit oberzentralen Funktionen und übernehmen damit wichtige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aufgaben für die Region. Sie bilden die Arbeitsplatzschwerpunkte der Region. Grundzentrale Funktionen für den ländlichen Raum nehmen Stützengrün und Zschorlau, Breitenbrunn und Johanngeorgenstadt sowie Eibenstock und Schönheide für ihren Verflechtungsbereich wahr. Diesen Gemeinden sind in interkommunaler Abstimmung auch besondere Funktionen (Bildung, Gewerbe, Gesundheit/Soziales, grenzüberschreitende Kooperation, Sport, Tourismus, Verkehr) zugeordnet. Der ländlich geprägte Teil der Region ist überwiegend als Vorbehaltsgebiet für Natur und Landschaft ausgewiesen (Abbildung 5). 1,2 Abbildung 5: Raumstruktur Höhenzug und Kamm des Westerzgebirges werden durch markante Erhebungen geprägt: Fichtelberg und Auersberg (>1.000 m ü. NN), Brückenberg, Rehhübel, Riesenberg, Rabenberg (>900 m ü. NN). 1 (Sächsisches Staatsministerium des Innern, Landesentwicklungsplan Freistaat Sachsen, 2013) 2 (Planungsverband Region Chemnitz, Erste Gesamtfortschreibung des Regionalplans Südwestsachsen, 2008)

17 Prozent LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Bevölkerung Im Jahr 2013 lebten in der Region Menschen auf einer Fläche von 675 km², woraus sich eine Bevölkerungsdichte von 209 Einwohner/km² ergibt 3. Innerhalb der Region verteilt sich die Bevölkerung entsprechend der Siedlungsstruktur: Im überwiegend nördlich gelegenen Verdichtungsraum wohnen 68 % der Einwohner, im ländlichen Raum 32 %. Trotz der Bevölkerungsverluste seit 1990 weist die Bevölkerungsdichte mit 403 Einwohner/km² im Verdichtungsraum und mit 107 Einwohner/km² im ländlichen Raum noch überdurchschnittliche Werte auf (Vergleichswerte: Erzgebirgskreis 194 Einwohner/km², Freistaat Sachsen 220 Einwohner/km²) (Abbildung 6). Neben den Siedlungszentren in städtischen Bereichen ist die Region durch zahlreiche kleine und mittlere Ortsteile vor allem im südlichen Teil gekennzeichnet. Insgesamt ist eine sehr differenzierte räumliche Verteilung der Bevölkerung festzustellen. Abbildung 6: Bevölkerungsverteilung und Bevölkerungsdichte Dies trifft auch auf die bisherigen und zu erwartenden Schrumpfungsprozesse zu. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass die demografische Veränderung inzwischen die gesamte Region erfasst hat. Die Gesellschaftsstruktur wird sich weiterhin verändern. Der altersstrukturelle Wandel wird verstärkt wirksam durch die prozentuale Zunahme der Hochbetagten. Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind markante Rahmenbedingung und enorme Herausforderung für die Entwicklung der Region. 2 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 2.1 Sozioökonomische Analyse Demografische Entwicklung Bevölkerungsentwicklung ILE-Region Westerzgebirge Prognose Variante 1 Prognose Variante 2 Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Freistaat Sachsen Abbildung 7: Bevölkerungsentwicklung 1990 bis 2025 Ausgehend von dem Jahr 1990 verlief die Bevölkerungsentwicklung bis 2013 stark rückläufig und negativer als in den Landkreisen und im Freistaat Sachsen. Die Region verlor in dieser Zeit fast ein Viertel ihrer Einwohner. Seit 2006 hat sich die Einwohnerzahl um rund Einwohner (9 %) verringert. Nach Prognosen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen ist von 2014 bis 2025 mit einem weiteren Bevölkerungsverlust von 11 % (ca Einwohner) zu rechnen, der deutlich über dem Wert für den Freistaat Sachsen (- 8.4 %) liegt (Abbildung 7). 3 Anmerkung: Daten inclusive Ortsteil Morgenröthe-Rautenkranz der Gemeinde Muldenhammer; in folgenden statistischen Auswertungen sind Daten von Morgenröthe-Rautenkranz entsprechend dem Hinweis des Statistischen Landesamtes zur Gebietsgliederung der LEADER-Region Westerzgebirge nicht berücksichtigt.

18 Anzahl je EW LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 18 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Freistaat Sachsen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis ILE-Region WE Aue Auerbach Bad Schlema Bockau Breitenbrunn Eibenstock Grünhain-Beierfeld Johanngeorgenstadt Lauter-Bernsbach Lößnitz Oberwiesenthal Raschau-Markersbach Schneeberg Schönheide Schwarzenberg Steinberg Stützengrün Zschorlau Prozent Abbildung 8: Bevölkerungsentwicklung nach Kommunen Innerhalb der Region verteilen sich die bisherigen Bevölkerungsverluste sehr unterschiedlich: Drastische Schrumpfungen sind in Johanngeorgenstadt (rund - 50 %) und Oberwiesenthal (rund - 45 %) festzustellen. Diese extremen Bevölkerungsverluste wurden in erster Linie als Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels und den damit verbundenen Abwanderungen hervorgerufen. Inzwischen haben alle Kommunen meist signifikante Bevölkerungsrückgänge zu verzeichnen. Am geringsten betroffen waren Zschorlau, Lauter-Bernsbach, Grünhain-Beierfeld und Steinberg (Abbildung 8). Nach der Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen wird der Bevölkerungsrückgang bis 2025 in allen Kommunen anhalten. Im Jahr 2025 werden in der Region voraussichtlich ca Menschen leben Saldo der natürlichen Bevölkerungsbewegung Wanderungssaldo Gesamtsaldo Abbildung 9: Natürliche und räumliche Bevölkerungsentwicklung Der Gesamtsaldo aus der natürlichen Bevölkerungsbewegung und der Wanderungsbilanz ist seit 2007 negativ. Die Bevölkerungsentwicklung wird maßgeblich durch die anhaltend niedrige Geburtenrate, die unter der Sterberate liegt, geprägt. Seit 2009 trägt die niedrige Geburtenrate stärker als die Wanderungsverluste zum Rückgang der Bevölkerung bei. Die Wanderungsbilanz weist in den letzten Jahren einen leicht positiven Trend auf, in der natürlichen Bevölkerungsentwicklung dagegen ist keine Erholung zu erkennen (Abbildung 9). In den Kommunen stellt sich die Situation auch in Abhängigkeit der Jahresscheiben differenziert dar, wie die aktuelle Bilanz des Jahres 2012 zeigt. Die höchsten natürlichen Bevölkerungsverluste (über 10 pro Einwohner) haben Johanngeorgenstadt, Breitenbrunn und Steinberg zu verzeichnen.

19 Index LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 19 Altersstruktur Neben dem Bevölkerungsrückgang setzt sich auch die Verschiebung der Altersstruktur weiter fort. Das bedeutet einen kontinuierlichen Rückgang der Zahl der Kinder und Jugendlichen sowie der Menschen im erwerbsfähigen Alter bei gleichzeitigem Anstieg der Senioren. Zwar bleibt die Zahl der unter 15-Jährigen bis 2015 nahezu konstant, dies ist jedoch nur ein temporärer Effekt bei mittelfristig leicht negativer Tendenz. Die stetige Zunahme der Senioren findet in allen Kommunen statt und hat seit 1990 fast zu einer Verdoppelung dieses Anteils geführt. Ab 2015 ist ein noch stärkerer Anstieg der jährlichen Zunahme zu erwarten (Abbildung 10) Die Überalterung der Bevölkerung wird insbesondere in Aue, Auerbach, Breitenbrunn, Johanngeorgenstadt 20 und Schönheide deutlich. Insgesamt ist in der Hälfte der Kommunen mindestens ein Viertel der Bevölkerung älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter in der Region steigt von 39,4 Jahren (1990) auf 48,4 (2012) bis 52,5 (2025). Sachsenweit verläuft diese Entwicklung ähnlich. Der -80 Anteil junger Frauen (18 bis 35 Gesamtbevölkerung 65 Jahre und älter Jahre) auf 100 Männer bezogen liegt 15 bis unter 65 Jahre 0 bis unter 15 Jahre in der Region im Durchschnitt bei 86 (78 bis 95 in den Kommunen). Der Abbildung 10: Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen Mangel an jungen Frauen ist im Vergleich zum Freistaat Sachsen (91 Frauen/100 Männer) stark ausgeprägt. Dagegen kommen in der Altersgruppe 65 und mehr Jahre 150 Frauen auf 100 Männer. Um jungen Familien Perspektiven in der Region zu bieten, müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zahlreiche Vorhaben wurden in den letzten Jahren bereits gestartet, z. B. Flexibilisierung der Kinderbetreuung, Kinder-/Familienfeste, spezielle Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter führt zu neuen Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Stellten 2006 die Personen im erwerbsfähigen Alter noch 66 % der Einwohner und % der Einwohner, so wird ihr Anteil bis 2025 auf 54 % sinken. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Menschen, so dass der Anteil der Hochbetagten (Personen über 85 Jahre) auf 6,1 % (2025) wachsen wird. Ab dem Jahr 2025 vergrößert sich zudem die Angebotslücke auf dem Arbeitsmarkt, da die geburtenstarken Jahrgänge der 1950iger und 1960iger Jahre aus dem Erwerbsleben in die Rentenkasse wechseln. Wegen der hohen Erwerbsbeteiligung dieser Personengruppe wird der zahlenmäßig große Abgang aus der Erwerbstätigkeit, der gleichzeitig einen großen Verlust an Humankapital darstellt, eine besondere Herausforderung sein, da nachfolgende Jahrgänge wieder schwächer besetzt sind. So hat beispielsweise die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen im Jahr 2025 mit prognostizierten 8 % einen niedrigen Anteilswert. Insofern ist bereits heute abzusehen, dass zukünftig zum Erhalt der Wirtschaftsleistung das Potential älterer Personen an Bedeutung gewinnt. Es ist anzunehmen, dass die Beschäftigungsquote von 57 % zunehmen wird. Damit rückt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer weiter in den Vordergrund. Denn gerade die mittlere Generation ist durch die Doppelbelastung von Erziehung der Kinder und Unterstützung der eigenen Eltern stark steigenden Ansprüchen ausgesetzt.

20 Anzahl je EW LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 20 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Wanderungen Wanderungssaldo Binnenwanderung Außenwanderung Alter 0-25 Jahre Alter Jahre Alter 50 und älter Die Entwicklung der Wanderungen der Region zeigt bis 2009 eine deutlich rückläufige negative Bilanz. Mit einem negativen Wanderungssaldo um - 4 (pro Einwohner) liegt die Region weit unter dem Wanderungssaldo des Freistaates Sachsen. Wanderungen in der Altersgruppe bis 25 Jahre sind am stärksten ausgeprägt, seit 2010 wieder zunehmend. In der Altersgruppe über 50 Jahre finden kaum Wanderungen statt (Abbildung 11). Abbildung 11: Bevölkerungsbewegung nach Altersgruppen ILE-Region WE Aue Auerbach Bad Schlema Bockau Breitenbrunn Eibenstock Grünhain-Beierfeld Johanngeorgenstadt Lauter-Bernsbach Lößnitz Oberwiesenthal Raschau-Markersbach Schneeberg Schönheide Schwarzenberg Steinberg Stützengrün Zschorlau Anzahl je EW Innenwanderung Außenwanderung Die Wanderungszahlen der Kommunen fallen sehr differenziert aus. Nur Lauter-Bernsbach, Schneeberg, Steinberg und Zschorlau konnten 2013 positive Wanderungsbilanzen erreichen durch Zuzug aus Sachsen (Binnenwanderung). Zuzug von außerhalb Sachsens (Außenwanderung) fand im geringen Umfang in Breitenbrunn, Schneeberg und Steinberg statt (Abbildung 12). Die Wanderungsverluste haben sich in den letzten Jahren verringert und liegen auf einem im Vergleich der letzten 20 Jahre niedrigen Niveau. Nach Annahmen des Statistischen Landesamtes wird die Wegzugsrate in Sachsen voraussichtlich auch bei veränderten demografischen Rahmenbedingungen nicht deutlich absinken. Die räumlichen Wanderungsmuster sind vielfältig, die Abwanderung verläuft alters- und geschlechtsspezifisch sowie räumlich selektiv. Sie konzentriert sich auf jüngere Altersgruppen. Arbeits-, Bildungs- und Wohnungsmärkte sind wanderungsentscheidend. Abbildung 12: Innen- und Außenwanderung nach Kommunen

21 Anzahl LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Wohnraum und Flächenentwicklung Wohnungen und Wohngebäude Aue Auerbach Bad Schlema Bockau Breitenbrunn Eibenstock Grünhain-Beierfeld Johanngeorgenstadt Lauter-Bernsbach Lößnitz Oberwiesenthal Raschau-Markersbach Schneeberg Schönheide Schwarzenberg Steinberg Stützengrün Zschorlau Prozent Neubau Bestand Abbildung 13: Entwicklung des Wohnungsbestandes - Vergleich 1995 zu 2011 Der Wohnungsbestand hat sich seit 1995 leicht rückläufig entwickelt (- 5 % Wohnungen). Zugenommen haben die Anzahl der Wohngebäude (+ 10 %) und die Wohnfläche (+ 6 %). Innerregional waren deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Der Wohnungsbestand in den Kommunen ist bis 2011 im Vergleich zu 1995 geringfügig, in Johanngeorgenstadt deutlich, zurückgegangen. In Grünhain-Beierfeld, Lauter-Bernsbach, Schneeberg, Stützengrün und Zschorlau hat sich der Wohnungsbestand leicht erhöht. Der Anteil Neubauten liegt im Durchschnitt bei 10 % und ist in den ländlichen Regionen höher als in den Städten (Abbildung 13). Der Anteil der Wohngebäude, die vor dem Jahr 1949 errichtet worden, beträgt 53 %. Das entspricht dem gesamtsächsischen Durchschnitt, der allerdings weit über dem Bundesdurchschnitt von 25 % liegt. Das verdeutlicht den relativ alten Gebäudebestand in der Region. In der Wohneigentumsquote lässt sich ein Anstieg von 27,9 % im Jahr 1995 auf 37,5 % im Jahr 2011 feststellen. Die Quote liegt aber immer noch unter dem Bundesdurchschnitt von 45,8 % (siehe auch Anlage 3). Im Jahr 2011 gab es in der Region Wohngebäude mit reinen Wohnungen. Nachdem sich die Anzahl fertig gestellter Wohnungen/Gebäude pro Jahr bis 2009 etwa halbiert hatte, ist seit 2010 tendenziell wieder ein Anstieg zu verzeichnen (Abbildung 14) Gebäude Wohnungen Abbildung 14: Entwicklung der Baufertigstellung Die Nachfrage von Familien nach Bauplätzen, überwiegend für Ein- und Zweifamilienhäuser, hat sich in den letzten Jahren auf ein Niveau von unter 100 Bauplätze pro Jahr bewegt. Insgesamt wurden über m² Wohnfläche in rund Wohnungen fertiggestellt ( ). Hierbei handelt es sich überwiegend um Baubedarf aus innerregionalen Stadt-Land-Wanderungen. Für die künftige Bereitstellung von Grundstücken sollten stärker innerörtliche Baulücken oder leerstehende Immobilien angeboten werden. Hierfür könnten regionale Vermittlungspotentiale z. B. durch Zusammenarbeit mit bestehenden Strukturen wie Sparkasse und Volksbanken, Wohnungsgesellschaften, Kommunen und Regionalmanagement erschlossen werden.

22 22 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 1und 2-Raum-Wohnung 3 und 4-Raum-Wohnung 5 und 6-Raum-Wohnung 7 und mehr Raum-Wohnung 1 und 2-Familienhaus Mehrfamilienhaus Prozent Abbildung 15: Entwicklung der Wohnungsstruktur - Vergleich 1995 zu 2011 Während der Anteil an Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern seit 1995 gestiegen ist, geht die Nachfrage nach Geschosswohnungen im gleichen Maß zurück (Abbildung 15). Dies bedeutet auch, dass nach wie vor ein hoher Teil der wohnpolitischen Aufgaben von den Unternehmen der Wohnungswirtschaft zu gestalten ist. Weiterhin lässt sich feststellen, dass Haus- bzw. Wohnungseigentümer zunehmend älter werden und die Frage der perspektivischen Nutzung ihrer Gebäude aktuell wird. Die rechtzeitige Sensibilisierung und Unterstützung dieser Eigentümer wird ein wichtiger Ansatz im demografiegerechten Dorfumbau sein. 4 Die Wohnfläche je Wohnung und je Wohnraum hat sich seit 1995 entsprechend dem Sächsischen Trend erhöht. Die Wohnraumqualität ist deutlich gestiegen, so hat sich der Anteil mit moderner Ausstattung bei rund einem Drittel der Wohnungen verbessert (Tabelle 2). Der Bedarf an barrierefreien, altersgerechten und bezahlbaren Wohnungen nimmt ständig zu und kann bisher aber erst teilweise gedeckt werden. Indikatoren Westerzgebirge Sachsen Deutschland Wohnfläche (m²) je Einwohner 29,8 39,3 31,4 41,2 44,7 Wohnungen (Anzahl) je Wohngebäude 3,1 2,6 3,1 2,8 2,1 Wohnfläche (m²) je Wohnung 65,4 72,8 66,7 74,4 90,9 Räume (Anzahl) je Wohnung 4,0 4,0 4,0 3,9 4,4 Wohnfläche (m²) je Raum 16,4 18,1 16,8 19,1 20,7 Anteil der Wohnungen mit moderner Ausstattung (incl. Sammelheizung) % Tabelle 2: Indikatoren zu Wohnungen/Wohnflächen 54,6 87,8 54,6 87,8-4 (Sächsisches Staatsministerium des Innern, Wohnungspolitisches Konzept "Wohnen in Sachsen", 4. März 2014)

23 Prozent LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 23 Leerstand Die Leerstandsquote in der Region ist in den vergangenen Jahren leicht angestiegen und beträgt 10,5 % (2013). Folglich stehen über Wohnungen leer. In Johanngeorgenstadt und Oberwiesenthal ist besonders hoher Leerstand zu verzeichnen (Abbildung 16). Wohnungsleerstand bedeutet Attraktivitätsund Imageverlust, Wertverlust, sinkende Investitionsbereitschaft und Kostensteigerung. Westerzgebirge Aue Auerbach Bad Schlema Bockau Breitenbrunn Eibenstock Grünhain-Beierfeld Johanngeorgenstadt Lauter-Bernsbach Lößnitz Oberwiesenthal Raschau-Markersbach Schneeberg Schönheide Schwarzenberg Steinberg Stützengrün Zschorlau Flächenentwicklung Leerstandsquote Abbildung 16: Leerstandsquote nach Kommunen Der Anteil der leerstehenden Wohnungen hat sich vor allem in den Städten erhöht. Von den leerstehenden Wohnungen befinden sich 83 % in Mehrfamilienhäusern (6.878) und 17 % in Ein- und Zweifamilienhäusern (1.376). Der höchste Anteil an leerstehenden Wohnungen ist mit über 50 % bei privaten Eigentümern zu finden. Sind Ein- und Zweifamilienimmobilien länger betroffen, wird der Leerstand besonders offensichtlich, da die Gebäude dem Verfall preisgegeben sind. Der Anteil an leerstehenden Wohnungen mit mehr als fünf Räumen ist 2013 mit knapp einem Drittel hoch. Dies stellt besondere Anforderungen an den künftigen Dorfumbau, da mit Leerstand dieser Wohnungen komplette Häuser verfallen und nicht einzelne Wohnungen. Zunehmend werden solche Häuser nur noch von älteren Leuten bewohnt. Detaillierte Leerstandsprognosen und ein gezieltes Leerstandsmanagement zählen zu künftigen Kernaufgaben. Den größten Anteil in der Flächennutzung nimmt im Westerzgebirge mit 61 % die Forstwirtschaft ein. Auf etwa 24 % der Gesamtfläche wird Landwirtschaft betrieben. Damit weist die Region einen überdurchschnittlich hohen Waldanteil und relativ geringe landwirtschaftlich Nutzung auf (siehe auch Abschnitt 2.1.5). Die Siedlungs- und Verkehrsfläche umfasst rund 13 %. Trotz abnehmender Bevölkerung und zahlreicher Rückbaumaßnahmen ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in den letzten Jahren weiter gestiegen (Abbildung 17). Damit folgt die Region dem allgemeinen Trend in Sachsen, allerdings in abgeschwächtem Umfang. Entsprechend den Entwicklungszielen der Region werden attraktive Wirtschafts- und Wohnstandorte entwickelt, jedoch kaum zu Lasten der Landwirtschaft, da sie überwiegend auf Altindustriestandorten oder Nebenfunktionsflächen des ehemaligen Bergbaus ausgewiesen wurden. Im Rahmen der Flächennutzungsplanung wird auf Nutzung von Baulücken und maßvolle Abrundung gesetzt. Auch touristische Wege, wie der Mulderadweg verlaufen überwiegend auf vorhandenen Trassen, wodurch die Flächenneuinanspruchnahme im Sinne des Handlungsprogramms der Sächsischen Staatsregierung mini miert wird. Land- und Forstwirtschaftsflächen haben sich in den letzten fünf Jahren nicht verrin gert, sondern um rund 50 ha zugenommen Anteil Siedlung-/Verkehrsfläche Bevölkerungszahl Abbildung 17: Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsflächen Die Revitalisierung von Flächen, insbesondere von nicht mehr benötigten Infrastrukturen ist unmittelbar mit der demografischen Entwicklung verbunden. Dies betrifft z. B. Garagenkomplexe und Kleingartenanlagen, von denen zahlreiche in der Region existieren. Die nur punktuelle bzw. schrittweise Nutzungsaufgabe durch die vielen Pächter erschwert allerdings ein Umgestalten solcher Flächen für andere Nutzungen.

24 24 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Ländliche Neuordnung Bodenordnerische Maßnahmen über Verfahren der Ländlichen Neuordnung nach Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) sind bisher kaum erforderlich und nur in geringem Umfang angeordnet worden. Gegenwärtig läuft ein Verfahren der Teilnehmergemeinschaft Lindenau in der Gemeinde Schneeberg. Bedarf nach weiteren Verfahren wurde nicht ausgemacht. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass mit der Umsetzung der Hochwasserschutzkonzepte z. B. im Schwarzwasser- und Pöhlwassertal Neuordnungen erforderlich werden, wenn die notwendigen Flächen zweckmäßigerweise über die Ländliche Neuordnung bereitgestellt werden können. Waldflurbereinigungen zur Ordnung von Streubesitz sind in der Region nicht erforderlich Wirtschaft und Arbeitsmarkt Wirtschafts- und Beschäftigtenstruktur Die Region Westerzgebirge verfügt mit rund Unternehmen über eine leistungsfähige Wirtschaftsstruktur, die durch einen hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes als wichtiger Partner der Zulieferindustrie gekennzeichnet ist. Mehr als ein Drittel der Unternehmen des Erzgebirgskreises sind im Westerzgebirge ansässig, einer Region mit wirtschaftlicher Bedeutung in Sachsen. Markant zeigt sich ein Branchenmix im industriellen und handwerklichen Bereich. Bergbau- und Industrietradition, insbesondere in der Metallverarbeitung prägen noch heute das Industrieprofil: Metallverarbeitung und Maschinenbau machen 60 % der Industrieunternehmen aus und stellen 75 % der Industriearbeitsplätze. Das wirtschaftliche Rückgrat der Region sind die Industriestandorte, insbesondere in den Gewerbegebieten. Aue bildet das wirtschaftliche Zentrum des Westerzgebirges. Darüber hinaus finden sich eine Vielzahl überwiegend kleiner mittelständischer Unternehmen in allen Wirtschaftsbereichen (verarbeitendes Gewerbe, Handel, Baugewerbe, Gastgewerbe, Hotellerie, Grundstücks- und Wohnungswesen, Gesundheitswesen, IT-Dienstleistungen, sonstige Dienstleistungen und Landwirtschaftsbetriebe). Der Branchenmix hat sich in den letzten Jahren strukturell kaum verändert und weist eine hohe Verflechtung auf (Abbildung 18). Die räumliche Verteilung der bei der Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK) eingetragenen Unternehmen zeigt relevante wirtschaftliche Strukturen in allen Kommunen. Handwerker, Zulieferer und Dienstleister für die industriellen Standorte sind hier angesiedelt. Hinsichtlich der Beschäftigungswirksamkeit liegen die Schwerpunkte im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich. Verarbeitendes Gewerbe,Bergbau, Energieversorgung,Wasser/Abfall Baugewerbe Handel, Instandhaltg./Reparatur von Kfz,Lagerei Gastgewerbe Grundstücks- und Wohnungswesen Gesundheits- und Sozialwesen Bildung, Kunst/Unterhaltung/Erholung Dienstleistungen Landwirtschaftliche Betriebe Abbildung 18: Anzahl in der Region ansässiger Unternehmen Anzahl Betriebe

25 Anzahl sv-beschäftigte LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 25 Das Arbeitsplatzangebot blieb in den letzten Jahren relativ stabil (Beschäftigte 2008: ; 2013: ) und folgte insgesamt nicht dem Wachstumstrend der Beschäftigung im Freistaat Sachsen. In einzelnen Branchen wie im Baugewerbe, wirtschaftsnahen Dienstleistungen und im Bereich der freiberuflichen sowie wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen lassen sich Stärkungen erkennen (Abbildung 19) Branchenmix und regionaler Bezug vor allem im mittelständischen Bereich machen das strukturelle Potential für die wirtschaftliche Entwicklung der Region aus. Herausforderungen hierbei sind der Bestandserhalt der Betriebe vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Eigentümer (Nachfolgeproblem) und des Fachkräftemangels. Eine Stärkung der Netzwerkarbeit sowie des Innenund Außenmarketings werden notwendig. Besonders die kleinen und mittleren Unternehmen selbst müssen verstärkt in Netzwerken zusammenarbeiten, um Kräfte für Innovationen zu bündeln und eine stärkere Marktpräsenz zu erreichen. Die Landwirtschaft hat im Westerzgebirge nicht die wirtschaftliche Bedeutung, wie in anderen Teilen Sachsens. In der Regel konzentriert sich die regionale Landwirtschaft aufgrund der standörtlichen Bedingungen auf Futterbau und Veredelungswirtschaft. Trotz geringer Arbeitsplatzbedeutung kommt der Landwirtschaft als Flächennutzer, Erzeuger hochwertiger Nahrungsgüter und nachwachsender Rohstoffe, Pfleger der Kulturlandschaft sowie Partner für den Tourismus ein hoher gesellschaftlicher Stellenwert im ländlichen Raum zu. Die Forstwirtschaft ist angesichts des hohen Waldanteils ein wichtiger Arbeitgeber für forstwirtschaftliche Dienstleistungen (siehe Kapitel 2.1.5). Gewerbegebiete Neben den historisch gewachsenen Industriekernen wurden eine Reihe neuer moderner Gewerbegebiete in der Region entwickelt. In den voll erschlossenen Gewerbegebieten haben sich neugegründete und alt eingesessene Unternehmen (z. B. aus Metallverarbeitung, Metallveredelung, Maschinenbau, Automobilzulieferindustrie, Textilverarbeitung, Antriebstechnik, Kunststofftechnik, Holzbearbeitung, Handel, Kartonage und Lebensmittelherstellung) angesiedelt. Mit der Anbindung zumindest des nördlichen Teiles der Region an die BAB 72 haben sich die Chancen für die Aufwertung der Wirtschaftsstandorte deutlich verbessert. In der Region gibt es über 250 ha Gewerbeflächen in Gewerbegebieten, welche durchschnittlich zu 70 % ausgelastet sind. Die Gewerbegebiete sind in der ganzen Region verteilt. Schwerpunkte bilden die Flächen in den Städteverbünden. Weitere Gewerbegebiete befinden sich in Grünhain-Beierfeld, Steinberg, Stützengrün, Eibenstock, Zschorlau, Breitenbrunn und Schönheide. Die Vermarktung der Gewerbestandorte läuft meist über die Kommunen sowie über die Wirtschaftsförderung der Landkreise. Verschiedene Internetauftritte und Online-Börsen werden genutzt. Ein interkommunales Gewerbeflächenmanagement besteht nicht, könnte allerdings die Vermarktung noch verfügbarer Flächen unterstützen. Weitere Kooperationsprojekte zur gemeinsamen Nutzung von Gewerbegebieten werden vorbereitet (Stadt Schwarzenberg mit umliegenden Gemeinden Grünhain-Beierfeld und Raschau-Markersbach). Handwerk Land-, Forstwirtschaft Produzierendes Gewerbe Handel, Verkehr, Gastgewerbe Abbildung 19: Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen In der Region wird das traditionelle Handwerk in zahlreichen Betrieben gelebt, z. B. Handwerke wie die Holzgestaltung, das Steinmetzhandwerk, die Kräuterverarbeitung und Likörherstellung, die Zimmerei, das Bürstenmacherhandwerk, die Pinselherstellung, die Handschuhmacherei, der Kunstguss, die Bleiglasverarbeitung. Die traditionellen Handwerksunternehmen arbeiten mit wirtschaftlichem Hintergrund, aber auch mit dem Ziel, ihre Handwerkskultur zu bewahren und teilweise touristisch zu vermarkten. Eine Bündelung dieser Angebote findet zum traditionellen Tag des Handwerks jährlich im Oktober statt. Dann öffnen die Werkstätten ihre Tore und laden Besucher ein. Einige der Betriebe verfügen über Produktinnovationen mit mindestens landesweiter z. T. weltweiter Bedeutung und nehmen Spitzenpositionen am Dienstleister

26 Anzahl LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 26 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Markt ein. In traditionellen Handwerksbereichen sollen alle Bemühungen auf Bestandserhalt, Unterstützung der Nachfolgerproblematik und einer verstärkten Marketingarbeit zur Imageprofilierung der Region mit diesen kleinen feinen Spezialitäten ausgerichtet werden. Die Besonderheiten dieser Betriebe und ihrer Produkte sind in der Marketingarbeit gezielter herauszuarbeiten und als Angebote unter anderem auch im Tourismus zu qualifizieren. Gründungsintensität Anmeldungen Abmeldungen Abbildung 20: Entwicklung der gewerblichen Anund Abmeldungen Unternehmensgründungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel, zur Innovationstätigkeit, zum Wettbewerb und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dabei werden vor allem junge Unternehmen gebraucht, um den Strukturwandel voranzutreiben und neue Ideen in den Markt zu bringen. Die Zahl der gewerblichen Anund Abmeldungen verläuft seit Jahren rückläufig und seit 2012 mit negativer Bilanz (Abbildung 20). Diese Tendenz zu stoppen wird ein wichtiger Ansatz für die Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung sein. Pendler Pendlersaldo 2013 Pendlersaldo 2007 Auspendler 2013 Auspendler 2007 Einpendler 2013 Einpendler 2007 in/aus andere(n) Gemeinden Sachsens in/aus andere(n) Bundesländern Anzahl Personen Abbildung 21: Entwicklung der Pendlersalden der Region Abbildung 22: Beschäftigungsquote Von den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern am Arbeitsort, sind Einpendler. Ungefähr 6 % der Einpendler kommen nicht aus dem Freistaat Sachsen, sondern aus einem der anderen Bundesländer. Dem gegenüber stehen Beschäftigte am Wohnort und Auspendler. Von den Auspendlern haben ihren Arbeitsplatz in den umliegenden Gemeinden und Städten innerhalb Sachsens (82 %). Außerhalb der Landesgrenze arbeiten 18 % (Abbildung 21). Das Westerzgebirge ist nach wie vor eine Auspendlerregion, was auf ein unzureichendes Arbeitsplatzangebot hinweist. Pendlerumfang und negativer Saldo haben seit 2008 sogar zugenommen. Inzwischen weist der negative Pendlersaldo rund Personen aus, ein Drittel davon weibliche Beschäftigte. Die Zunahme der negativen Pendlerbilanz in den letzten Jahren hat sich am stärksten bei den Pendlerinnen vollzogen (12 % Zunahme, männlich 8 %). Hieraus lässt sich einerseits eine hohe Mobilitätsbereitschaft erkennen, anderseits ist zu hinterfragen, weshalb in der Region offensichtlich weniger wohnortnahe Arbeitsplätze für Frauen verfügbar sind. Innerhalb der Region können gegenwärtig nur Aue, Grünhain-Beierfeld, Steinberg, Schwarzenberg und Bad Schlema einen Pendlerüberschuss verzeichnen. Die regionale Verteilung der wohnortnahen Arbeitsplätze bzw. die Arbeitsplatzbedeutung der Kommunen zeigt sich anhand der Beschäftigtenquote sehr differenziert (Abbildung 22).

27 Anzahl Personen LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 27 Fachkräfte Der Bedarf an Fachkräften zur Sicherung der Wirtschaft wird sich weiter erhöhen und ist bereits heute ein Kernthema für die künftige Entwicklung. Durch altersabhängigen Ersatzbedarf sowie durch Wachstum aufgrund von Investitionsmaßnahmen wird ein Bedarf in allen größeren Unternehmen bzw. im verarbeitenden und Baugewerbe gesehen. Knapp die Hälfte der Unternehmen spürt bereits den Fachkräftemangel, die übrigen sehen den Arbeitskräftebedarf auch für die Zukunft problematisch. Über alle Bereiche hinweg werden vor allem Facharbeiter gesucht. 5 Allein aus der Bevölkerungsstruktur der Region wird das Problem deutlich: Dem Anstieg von Renteneintritten stehen weniger Schulabsolventen gegenüber, so dass bereits 2015 eine Differenz von Personen entsteht, die sich in den Folgejahren zwar verringert, jedoch immer noch eine große Lücke zeigt (Abbildung 23). In kleinen inhabergeführten Betrieben (Gaststätten, Hotel, Handwerk, Dienstleistungen) wird der Fachkräftemangel außerdem durch die Nachfolgerproblematik überlagert. Stärker noch als die Frage der rein zahlenmäßigen Abnahme von Jüngeren stellt sich das Problem der Abnahme des Potentials an Fachkräften, zum Beispiel bei den Fachhandwerkern, Facharbeitern, Ingenieuren und Informatikern. Die daraus resultierenden Lücken in den Belegschaften von Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und den technischen Dienstleistungen können problemverschärfend wirken Dem Fachkräftemangel kann begegnet werden, in dem die vor handenen Arbeitnehmer besser gefordert und gefördert werden Differenz Berufseinsteiger (15-25 Jahre) Berufsaussteiger (60-65 Jahre) und gleichzeitig bisher brachliegende Kräfte aktiviert werden. Abbildung 23: Entwicklung Berufseinsteiger und Berufsaussteiger Das Arbeitskräftepotential an Erwerbslosen, Frauen, Jugendlichen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund muss mobilisiert werden. Für die weitere Steigerung der Erwerbsbeteiligung bildet die vergleichsweise hohe Erwerbsneigung der Bevölkerung eine gute Voraussetzung. Gleiches gilt für das hohe Mobilitätspotential der Erwerbsbevölkerung. Andererseits bestehen bei den verfügbaren Arbeitsplätzen hinsichtlich ihrer Anzahl und qualitativen Aspekte (Sicherheit, Einkommen, Wertigkeit, Entwicklungsmöglichkeiten) Disparitäten, was sich z. B. in negativen Wanderungs- und Pendlersalden niederschlägt. Darüber hinaus sind eine ganze Reihe komplexer Maßnahmen notwendig, die vor allem auf die nachhaltige Attraktivität der Region besonders für junge Menschen hinauslaufen. Im Wettbewerb mit anderen Regionen um Fachkräfte sind hohe Lebensqualität und attraktives Einkommen Kernfragen des Erfolgs. Regionsübergreifende Maßnahmen werden bereits von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge gemeinsam mit der IHK Chemnitz verfolgt. Hierzu gehören z. B. das Betreiben des Fachkräfteportals im Internet, Aktionen zur Gewinnung von ausländischen Fachkräften und der Aufbau eines Welcome-Centers als institutioneller Ansprechpartner. In der Region Westerzgebirge laufen verschiedene Aktivitäten zur Berufsorientierung und zur wirtschaftsnahen Interessensbildung für Jugendliche (Kabinette zur Wissensvermittlung mit praktischer Betätigung in Techniken der in der Region ansässigen Betriebe, z. B. Holzbearbeitung, Metallverarbeitung, Werkzeugtechnik, Energiewirtschaft, Elektronik, Netztechnik, Automatisierungstechnik). 5 (Regionalmanagement Erzgebirge, Studie: Bedarf erzgebirgischer Unternehmen an ausländischen Fachkräften, 2014)

28 Prozent LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 28 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Arbeitslose Arbeitslosigkeit ist einer der stärksten Risikofaktoren für Armut und soziale Ausgrenzungen. In der Region Westerzgebirge hat sich die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren erfreulicherweise rückläufig entwickelt. Nach der geschlechtsspezifischen Differenzierung ist die Arbeitslosigkeit für Frauen deutlich stärker zurückgegangen (Abbildung ) Männer unter 25 Jahre Arbeitslose insgesamt Frauen 55 Jahre und älter Abbildung 24: Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen und Geschlecht Im Jahresdurchschnitt 2013 waren Männer und Frauen arbeitslos. Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen hat sich auf 560 Personen reduziert. Die Arbeitslosenquote im Erzgebirgskreis liegt bei 7,4 % (Juni 2014, Erzgebirgskreis) und damit unter dem Landesdurchschnitt (8,5 %). Die Lage hat sich vor allem für Arbeitslose unter 25 Jahren und für Frauen entspannt, die im Vergleich zu 2008 seltener arbeitslos gemeldet sind. Der Rückgang für Männer und ältere Arbeitslose fiel schwächer aus und stagniert seit Der Rückgang ist u. a. auf altersbedingte Abgänge, die große Anzahl von gewerblich oder handwerklich tätigen Unternehmen und deren vielfältiges und differenziertes Arbeitsplatzangebot sowie auf die Zunahme von Auspendlern zurückzuführen. In besonderem Maße von Risiken der Arbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung sind bestimmte Personengruppen betroffen, z. B. Geringqualifizierte, Ältere, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung. Diese Personengruppen konnten von der zuletzt deutlich verbesserten Arbeitsmarktlage nur in unterdurchschnittlichem Maße profitieren. Hinzuweisen ist auf ausgeprägte Folgeprobleme (Suchtkrankheiten, Überschuldung) besonders bei langzeitarbeitslosen Personen.

29 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Tourismus Der Tourismus spielt im Westerzgebirge traditionell eine wichtige Rolle. Die landschaftliche Vielfalt, die Kammlage mit den höchsten Bergen Sachsens, die durch das Montanwesen beeinflusste Kulturlandschaft, die alten Bergstädte sowie die vielfältigen Möglichkeiten für Erholung und Sport ziehen Übernachtungsgäste wie Tagesurlauber in den Raum. Die Region bietet das ganze Jahr Potentiale für den Tourismus. Das Erzgebirge insgesamt als Tourismusdestination zählt zu den TOP 5 der 26 deutschen Mittelgebirgs-Destinationen (bzgl. Bekanntheit, Sympathiewert und Besuchsbereitschaft). 6 Innerhalb Sachsens ist das Erzgebirge nach Dresden die bedeutendste Ferienregion (gemessen an der Zahl der Übernachtungen). Von den jährlich rund drei Millionen Übernachtungen der Destination kommt ein Drittel aus der Region Westerzgebirge. Die Region hat sich inzwischen als Sport-, Wander- und Familienregion etabliert. Kernthemen wie Wandern, Rad und Gesundheit stehen wie bei allen Mittelgebirgen im Fokus. Die Profilierung als Radregion ist auf erfolgreichem Weg. Im Gesundheitstourismus sollen die Potentiale weiter ausgebaut werden. Wirtschaftsfaktor Mit Blick auf die Wertschöpfung liegt der Fokus auf dem übernachtenden Gast. Gegenwärtig gibt es 99 Übernachtungsanbieter (Unternehmen mit 10 Betten und mehr). Die bereitgestellten Betten befinden sich zu 77 % in den 46 Hotels der Region und verdeutlichen den beachtlichen Wirtschaftsfaktor Hotellerie. Zu den ausgewiesenen 16 Pensionen mit durchschnittlich 20 Betten pro Unternehmen kommen zahlreiche kleine Anbieter (Pensionen, Ferienwohnungen, Ferienzimmer < 10 Betten pro Unternehmer) sowie vier Campingplätze mit 430 Stellplätzen. Über die Zahl der Tagestouristen liegen für die Region insgesamt keine Angaben vor. Das Potential kann durchaus in der Größenordnung des Übernachtungstourismus liegen. Nach Untersuchung des DWIF 7 werden im Tourismusgeschäft in Sachsen 54 % des Gesamtumsatzes durch Tagestouristen generiert - weit mehr als gewerbliche Übernachtungen in Hotels. Das Gastgewerbe macht etwa zwei Fünftel des Tourismusgeschäftes, der Handel ein Drittel, Dienstleistung ein Viertel aus. Von der Querschnittsbranche Tourismus profitieren viele: Händler und Gastronomen, aber auch Nahverkehr und Veranstalter, Handwerker und Versicherungen. Empfehlung für Akteure: konsequente Zielgruppenorientierung, Marktforschung, Kooperationen, kreative Angebote. Die touristischen Zentren liegen überwiegend im südlichen Bereich der Region. Herausragend ist Oberwiesenthal als höchstgelegenste Stadt Deutschlands am Fuße des Fichtelberges mit 37 Beherbergungseinrichtungen (3.000 Betten im Jahr 2013). Carlsfeld, Johanngeorgenstadt und Eibenstock im Umfeld des Auersberges zählen zu weiteren wichtigen Tourismusorten im Erzgebirge. Hier ist in den oberen Kammlagen traditionell der Wintersport verwurzelt. Die Infrastruktur der Wintersportgebiete wurde in den letzten Jahren modernisiert und z. B. mit Liftanlagen, Beschneiungsanlagen und Eisbahnen aufgewertet. Neue Trendsportarten wie Snowkiten und Snowtubing haben in Zusammenarbeit mit tschechischen Nachbargemeinden Einzug gehalten (Snowboard- und Snowkitecenter Oberwiesenthal, Snowboardlift und Babylift in Eibenstock). Fichtelberg, Fichtelberg-Schwebebahn, Fichtelbergbahnen mit Viadukt und die Leistungssportanlagen ziehen nach wie vor Gäste und Sportler an. Künftig gilt es, grenzübergreifende Angebote und Strukturen weiter zu vernetzen. Im Hinblick auf den Klimawandel müssen verstärkt alternative Angebote entwickelt werden. Der Wachstumsmarkt Gesundheitstourismus kommt insbesondere im Kurort Bad Schlema mit seinem Radonheilbad zum Tragen. Weitere Entwicklungssätze lassen sich in Eibenstock und Oberwiesenthal identifizieren. Der Betriebszweig Urlaub auf dem Bauernhof spielt im Westerzgebirge eine untergeordnete Rolle. 6 (Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste, Studie Destination Brand 12 - Die Markenstärke deutscher Reiseziele, 2012) 7 (Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Tourismusstrategie Sachsen 2020, Strategische Handlungsfelder, 2012)

30 Anzahl Übernachtungen LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 30 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Beherbergung Anzahl Betriebe Anzahl Betten in Hundert Abbildung 25: Beherbergungsstruktur 2013 Hotel Gasthof Pension Auslastung in % In der Region gibt es rund Gästebetten, die jährlichen Übernachtungszahlen in Betrieben über zehn Betten liegen bei über einer Million. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt drei Tage und zeigt die Dominanz von Kurzzeitaufenthalten. Die Tourismusintensität liegt mit (= Übernachtungen pro Einwohner) deutlich über dem Landkreiswert Die Auslastung der Betten beträgt im Durchschnitt 41 % (Abbildung 25). Zusätzlich zu diesen Gästebetten in Betrieben mit mehr als zehn Betten gibt es in der Region weitere Gästebetten in Privatquartieren (Beherbergungsbetriebe unter zehn Betten). Qualitativ hochwertige, barrierefreie Ferienwohnungen erreichen eine überdurchschnittliche Auslastung (> 70 %). Trotz der großen Anzahl der Beherbergungsbetriebe gibt es derzeit keine Organisation, die die zielgerichtete Vermarktung insgesamt übernimmt. Bei diesen Betrieben gibt es zudem erhebliche Qualitätsunterschiede Auersberg Fichtelberg Kuhberg Rabenberg Spiegelwald Keilberg Innerregional ist Tourismus in allen Teilregionen von Bedeutung. Die Übernachtungszahlen zeigen Oberwiesenthal als touristischen Schwerpunkt. In den übrigen Teilgebieten (jeweils rund um markante Berge gruppiert) stellt sich zusammengefasst eine vergleichbare Bedeutung dar. Generell weisen die Übernachtungszahlen der letzten Jahre aber auch Stagnation und eine noch zu große Abhängigkeit vom Wintersport aus (Abbildung 26). Abbildung 26: Entwicklung Übernachtungen nach Tourismusregion Touristische Infrastruktur/Routen Von herausragender Bedeutung für die Region sind die thematischen Routen, welche die Region queren und mit den umliegenden Gebieten vernetzen. Dazu gehören die Sächsisch-Böhmische Silberstraße 8 und der Qualitätsweg Kammweg Erzgebirge/Vogtland 9. Diese Routen machen Geschichte und Landschaftsschönheit erlebbar und sind durch ihre Verknüpfung mit interessanten Stationen und Nebenrouten zugleich wichtige touristische Wertschöpfungsketten. Unter der strategischen Ausrichtung der letzten Jahre, den Radtourismus im Erzgebirge zu etablieren, wurde bereits ein beachtliches Radwegenetz für verschiedenste Ansprüche geschaffen. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau des Mulderadweges 10, welcher durch das landschaftlich reizvolle Muldetal führt und den Radweg Silberstraße mit dem Radfernweg Sächsische Mittelgebirge sowie der KAMMroute verbindet. Gleichzeitig wurde damit die Anbindung zum Radfernweg Euregio Egrensis geschaffen. Mit dem laufenden Vorhaben Karlsroute soll die gleichnamige, grenzüberschreitende Radroute zwischen den Städten Aue und Karlovy Vary geschaffen werden. Damit werden über den Erzgebirgskamm hinweg die überregionalen Radrouten Mulderadweg und Egerweg miteinander verbunden sein. Weiterhin sind verschiedene Nebenrouten entlang dieser Hauptachsen geplant, so dass die radtouristische Erschließung des südwestlichen Teils des Erzgebirges erreicht wird. Künftig geht es darum, verstärkt die Bedeutung dieser Routen in der Region zu kommunizieren und Leistungsanbieter 8 (Webseite Silberstraße, 2014) 9 (Webseite Kammweg, 2014) 10 (Webseite Mulderadweg, 2014)

31 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 31 entlang der Wege (Gastgewerbe, Freizeit, Handwerk) zu gewinnen und neue Erlebnisbereiche zu schaffen. Mit diesen Radrouten werden nicht nur landschaftlich reizvolle Teile für Radtouristen erlebbar, sondern auch kleinere Orte angebunden sein. Damit können Radtouristen in die Zentren der Städte und Dörfer geführt und so die touristische Wertschöpfung verbessert werden. Mit dieser Entwicklung wird auch ein hoher Grad der Vernetzung mit den Nachbarregionen und die grenzübergreifende Vernetzung angestrebt. Verschiedene Lückenschlüsse zur kompletten Anbindung des Mulderadweges sind zur Vervollständigung des überregionalen Netzes unerlässlich. Neben der intensiven Beteiligung der Leistungsträger der Tourismus- und Freizeitwirtschaft gilt es auch, in der Bevölkerung das Tourismusbewusstsein ständig zu entwickeln, um der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus noch mehr Rechnung zu tragen. Für viele Städte und Gemeinden zählt die Tourismusarbeit immer mehr zu den Schwerpunktaufgaben ihrer kommunalen Tätigkeit. Weiterhin wurden zahlreiche Loipen, Wander-, Rad- und Mountainbikewege innerhalb der Region eingerichtet, die Touristen und Einheimischen die Möglichkeit zum Erleben der Natur und Geschichte geben. Mit dem Anton-Günther-Weg wurde der erste grenzüberschreitende Rundwanderweg in den neuen Bundesländern zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik eingeweiht. In der Kammregion des oberen Westerzgebirges kann man so ca. 35 km auf sächsischer und 30 km auf tschechischer Seite wandern. Zunehmend sind Lehrpfade und Themenwege (z. B. Wasserlehrpfad, Kräuterlehrpfade, Eisenhüttensteig, Vogelbeerrundweg, Erlebnispfad Wildes Erzgebirge, Bergbaulehrpfade, Köhlerweg, Waldlehrpfade, Bergwiesenlehrpfad, Planetenwanderweg, Bodenlehrpfad) angelegt worden. Die Lehrpfade greifen Einzigartigkeiten der Region auf, sind mit Schaubergwerken und anderen Sehenswürdigkeiten verknüpft und zunehmend erlebnisorientiert gestaltet. Der erste deutschtschechische Reitwanderweg wurde 2009 eröffnet. Dieses touristische Angebot geht auf die Initiative eines Fördervereins aus Rittersgrün zurück. Künftig wird es verstärkt darauf ankommen, dieses Infrastrukturpotential zu vernetzen, effektiv zu unterhalten, zielgruppenorientiert zu vermarkten und entsprechend den sich ändernden Ansprüchen der Gäste attraktiv zu gestalten. Kur- und Erholungsorte Der Status Kurort oder Erholungsort ist für das Image, für die Vermarktung der Gemeinde von großer Bedeutung im Wettbewerb um Kurgäste, Touristen, Wohnungssuchende, Einwohner und auch Investoren. Die mit der Prädikatisierung zu schaffende Infrastruktur kommt auch den Bürgern der Region zugute und trägt damit wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und auch zur Ansiedlungsbereitschaft bei. In der Region besitzen Bad Schlema und Oberwiesenthal den Status eines staatlich anerkannten Kurortes, weitere Orte haben den Status anerkannter Erholungsort. Erlebnisdörfer Eine zentrale Rolle bei der Profilierung der Region zum Ganzjahrestourismus spielt die Entwicklung von Erlebnisdörfern. Hier haben sich insbesondere die Kommunen um den Auersberg und Waschleithe dieser Entwicklung angenommen und unter der Marke Wurzelrudis Themendörfer nunmehr acht unterschiedliche Erlebnisdörfer positioniert. Als Themen werden regionale Eigenarten aufgegriffen. Eine gewisse Ausnahme besteht im Raumfahrtdorf Morgenröthe-Rautenkranz, dem Geburtsort des ersten deutschen Kosmonauten Siegmund Jähn. Hier dreht sich alles um die Faszination der Raumfahrt und der Weltraumforschung in der deutschen Raumfahrtausstellung. Damit hat das Raumfahrtdorf in kurzer Zeit internationale Bekanntheit erreicht. Der Entwicklungsstand in den einzelnen Erlebnisdörfern ist unterschiedlich. Die Orte Sosa und Morgenröthe-Rautenkranz sind in die Initiative der Anbietergemeinschaft Sachsens Dörfer aufgenommen worden. Weitere thematische Ansätze (z. B. zur Industriegeschichte) sollen bearbeitet werden. Kräuterland Das Thema Kräuter spielte in der Entwicklung der Region der letzten Jahre eine zentrale Rolle. Altes Kräuterwissen zu wahren und an junge Generationen weiterzugeben, war Anspruch und Quelle dieser Entwicklung. Inzwischen hat das Thema Einzug im Tourismus und in der Vermarktung regionaler Produkte gefunden.

32 32 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Gemeinsam mit der Gundermann-Akademie entstand eine Ausbildungsreihe, nach der bisher 70 Kräuterpädagogen für ganz Sachsen in der Region ausgebildet wurden. Zahlreiche kräuterbezogene Infrastrukturen entstanden (Kräutergärten, Kräuterlehrpfade, Kräuterküche, Kräuterausstellung u.a.) sowie zahlreiche Angebote für Bildung, touristische Angebote und Angebote bzw. Kräutererzeugnisse mit wirtschaftlichem Hintergrund. Dieser Entwicklungspfad hat vor allem auch zur Identitätsbildung und zur Imagebildung wesentlich beigetragen. Der 1. Sächsische Kräutertag war ein großer Erfolg auf diesem Weg. Das nunmehr aufgelaufene Wissens- und Engagementpotential soll im aufzubauenden Kräuterpädagogischen Zentrum Sachsens in der Region gebündelt werden. Sportregion Als Wintersportregion ist das Westerzgebirge traditionell etabliert. Verbunden mit der thematischen Ausrichtung Gesundheit und Bewegung bietet die Region inzwischen neben Leistungssport vielfältige Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Nahezu jeder Ort der Region hat seine eigene Sporteinrichtung und eigene Sportvereine. In den letzten Jahren sind Fitness- und Sportzentren entstanden. Auch die zahlreichen Wintersportvereine haben eine besondere Bedeutung, da sie oft in Kooperation mit den Gemeinden für die Präparation der Skilanglaufloipen und Abfahrtpisten verantwortlich sind. Internationale Bekanntheit erlangten die Sportangebote im Sportpark Rabenberg 11, die Wettkämpfe des Olympiastützpunkts in Oberwiesenthal 12 und die zahlreichen Angebote im Radsport (z. B. Drei Talsperren Marathon 13, Stoneman Miriquidi, TrailCenter Rabenberg 14 ) sowie die in der 2. Bundesliga spielenden Clubs FC Erzgebirge Aue (Fußball) und EHV Aue (Handball). Das 2011 eröffnete Reit- und Sporthotel Eibenstock 15 ergänzt ein bedeutendes Segment als Kombination zwischen Reitsport- und Wellnessangebot. Eine Quelle, die diese Entwicklungen zur Sportregion speist, ist der starke Bezug der Bevölkerung nicht nur zu Wintersport, sondern zu sportlichen Aktivitäten aller Art. Dies zeigt sich in Sportvereinen, international bekannten Sportlerpersönlichkeiten, den riesigen Fangemeinden und bietet Potential für die weitere Profilierung und Vermarktung der Region als Sportregion. Bewerbung UNESCO-Weltkulturerbe Die montane Kulturlandschaft und Zeugnisse des Bergbaus bilden eine zentrale Quelle der touristischen Entwicklung. Die Bewerbung als UNESCO Weltkulturerbe Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři greift dieses Potential auf. Die Region Westerzgebirge ist umfangreich mit 12 Elementen im historischen Bergbaugebiet Schneeberg und dem historischen Bergbaugebiet Schwarzenberg eingebunden. Mit der angestrebten Anerkennung 2016 werden Impulse für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung erwartet. Dies erfordert u. a. entsprechende Angebote für internationale Gäste vorzubereiten. Gästeprofil Im Zuge des demografischen Wandels verändert sich auch die Konsumstruktur der Bevölkerung und der Gäste. Die Verschiebung der Altersstruktur geht mit einer vermehrten Nachfrage nach Gesundheitsund Kulturgütern einher. Dies ist auch Ausdruck eines neuen Bewusstseins. Kultur- und Städtereisen erfreuen sich bei der Generation 50+ einer großen Beliebtheit. Der Gesundheitstourismus (von Wellness bis zur medizinischen Gesundheitsprävention) zählt zu den steigenden Marktsegmenten. 16 Die Konsumausgaben bei der Generation 50+ weisen mit die höchsten Werte auf. Aufgrund ihrer langjährigen Konsumerfahrung sind sie in der Regel anspruchsvoll und vorzugsweise auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bedacht. Folglich ist es lohnenswert, in die Servicekompetenz des Personals zu investieren. Neben den traditionell wintersportorientierten Gästen, naturverbundenen Wanderern, Radtouristen, Bergbauinteressierten u. a. sind in den letzten Jahren Familien (mit Kindern) als Zielgruppe in den Fokus gerückt. Familienorientierte Angebote mit hohen Qualitätsansprüchen wurden entwickelt. Dies betrifft z. B. die meisten Angebote rund um Wurzelrudi der Gebietsgemeinschaft Am Auersberg und Entwicklungen in Waschleithe. Der Natur- und Wildpark Waschleithe zählt seit 2014 im Rahmen der landesweiten Qualitätsoffensive für ausgezeichnete Familienfreundlichkeit in sächsischen Freizeit- und 11 (Webseite Sportpark Rabenberg, 2014) 12 (Webseite Eliteschule-Wintersport-Oberwiesenthal, 2014) 13 (Webseite Drei-Talsperren-Marathon, 2014) 14 (Webseite Trailcenter-Rabenberg, 2014) 15 (Webseite Sporthotel-Reitanlagen-Eibenstock, 2014) 16 (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Gesundheitstourismus, 2010)

33 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 33 Beherbergungseinrichtungen zu den 41 Freizeiteinrichtungen im Freistaat Sachsen, die sich durch Service- und Angebotsqualität für hochwertigen Familienurlaub auszeichnen 17. Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema, auch für den Tourismus. Reisen ist ein hohes Maß an Lebensqualität. Menschen mit Behinderungen reisen genauso gern wie nicht behinderte Menschen und sind daher eine wichtige Zielgruppe für den Tourismus. Dabei besteht nicht der Anspruch, speziell abgestimmte Reiseangebote zu entwickeln, sondern die Möglichkeit der gleichberechtigten Teilnahme an bestehenden touristischen Angeboten. Insofern ist Barrierefreiheit entlang der gesamten touristischen Servicekette anzustreben. Dies beginnt mit der Angebotsinformation im Gebiet, im Umfeld der Anreise, der Unterbringung sowie der Teilnahme an Aktivitäten am Urlaubsziel. Hier mangelt es bereits an spezifischen Angaben über die Gegebenheiten zur Eignung für Behinderte. Auch Zugangsbedingungen zu den Verkehrsmitteln, Hilfe an Urlaubsorten und die Situation der baulichen Infrastruktur spielen eine Rolle. Häufig entstehen Probleme sowohl bei der Zugänglichkeit als auch bei der Orientierung und Kommunikation. Die Einbindung derartiger Aspekte erfordert eine konsequente Zielgruppenorientierung. Marketing und Kooperation Die touristische Vermarktung der Region ist noch zersplittert und erfolgt teilweise über den Tourismusverband Erzgebirge (TVE) und den Tourismusverband Vogtland (TVV). Die Produktentwicklung liegt bei den Gemeinden und Unternehmen. Überwiegend vermarkten die Gemeinden und Anbieter ihre Angebote selbst bzw. haben sich zu Kooperationen zusammengeschlossen (z. B. Marketingpool Am Auersberg, Tourismuszweckverband Spiegelwald, Gebietsgemeinschaft Rund um den Kuhberg, Ferienland Westerzgebirge, Tourismusverein Kurort Oberwiesenthal). Für die Region gibt es kein einheitliches Vermarktungskonzept. Mittelfristig wird eine Qualifizierung der Vermarktung notwendig sein, wobei der Fokus der gemeinsamen Vermarktung auf das Innenmarketing gelegt werden soll. Dies kann zusätzlich identitätsfördernd wirken und den partnerschaftlichen Ansatz stärken. Das Außenmarketing soll weitgehend durch die TVE/TVV erfolgen (Destinationsmarketing). Angesichts der vielen kleinen touristischen Angebote, besonders derjenigen, die in Verbindung mit thematischen Routen und der geschichtlichen Entwicklung des Gebietes stehen, ist es wichtig, dass alle Leistungsträger im Tourismus gemeinsame Ziele verfolgen und als Ganzes nach außen auftreten. Defizite sind in der Bündelung und einheitlichen Qualität zu erkennen. Durch bessere Kooperation der Leistungsträger untereinander und stärkere Einbindung regionaler Produkte sowie kultureller Themen kann auch eine höhere Wertschöpfung erreicht werden. Gleichzeitig sollte die Verbesserung der Qualität im Service und in der Angebotsgestaltung eine permanente Aufgabe sein. Die Schärfung der Angebote auf Zielgruppen erscheint immer wichtiger. Mit Blick auf die seit Jahren stagnierenden Übernachtungszahlen sind neue Anreize in Angebotsgestaltung und -ausrichtung sowie Qualitätsverbesserungen im Beherbergungsbereich notwendig. 17 ("Wildpark Waschleithe familienfreundlich KabelJournal GmbH, 2014)

34 Anzahl Betriebe LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 34 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Land- und Forstwirtschaft Landwirtschaft unter 5 ha Landwirtschaft wird auf rund 24 % der Gesamtfläche der Region betrieben und ist damit gegenüber anderen Regionen im Freistaat unterdurchschnittlich vertreten (Anteil landwirtschaftlicher Flächen im Freistaat Sachsen 55 %). Die Bewirtschafter sind überwiegend klein strukturiert aufgestellt und im Nebenerwerb (ca. 60 % der Betriebe) landwirtschaftlich tätig. Von den insgesamt 219 Betrieben bewirtschaften nur 11 % über 100 ha. Ein Drittel der Betriebe verfügt lediglich über Flächen unter 10 ha (Abbildung 27). Die besondere Bedeutung der Landwirtschaft liegt in der Erhaltung der Kulturlandschaft und des vielfältigen Landschaftsbildes als Voraussetzung für einen naturbezogenen Tourismus. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit ist gering und vor allem in den südlichen Höhenlagen sehr niedrig. Die Ackerzahlen liegen meist deutlich unter 30, nur in den nördlich-nordöstlichen Bereichen (Lößnitz, Raschau-Markersbach) werden Werte bis 40 Bodenpunkte erreicht. 18,19 Weite Teile der Region sind als Grenzertragsstandorte eingestuft. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse und der Topografie dominiert die Grünland- und Viehwirtschaft mit einem Dauergrünlandanteil von 58 % (fast dreimal so hoch wie in Sachsen insgesamt). Rinderhaltung mit Milchproduktion (3.000 Milchkühe), Mutterkuhhaltung (über 700 Mutter- und Ammenkühe) und Rindermast (ca. 700 Mastrinder) bilden den Schwerpunkt der Tierhaltung in der Region. Die tierhaltenden Betriebe befinden sich überwiegend in Schneeberg und Zschorlau. In der Gemeinde Raschau- Markersbach stehen die meisten Rinder, in Schwarzenberg und Zschorlau konzentriert sich die Schweinehaltung. Eine zunehmende Bedeutung hat die Direktvermarktung der landwirtschaftlichen Produkte. In der Region haben sich bereits Direktvermarkter etabliert, auf Wochenmärkten bieten weitere Erzeuger des Erzgebirgs- und Vogtlandkreises Produkte an. Einige kleinere Betriebe arbeiten nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Sie vermarkten ihre Produkte oft selbst und engagieren sich parallel in der Kinder- und Jugendarbeit. Zukünftig werden weitere Einkommensquellen in den Bereichen der Direktvermarktung, Landschaftspflege und anderen Dienstleistungen zu erschließen sein. Dabei sollen insbesondere auch touristische Angebote mit der Landwirtschaft entwickelt und Wertschöpfungspartnerschaften aufgebaut werden. Forstwirtschaft bis unter 10 ha 10 bis unter 20 ha bis unter 50 ha bis unter 100 ha und 100 ha mehr Abbildung 27: Größenstruktur landwirtschaftlicher Betriebe Der Waldreichtum stellt ein bedeutendes Naturraum- und Entwicklungspotential der Region dar. Der Wald dient dem Natur-, Hochwasser-, Erosions-, Immissions- sowie Klimaschutz und bildet die Grundlage für große zusammenhängende Erholungs- und Tourismusgebiete. Hervorzuheben ist die überregional bedeutsame Trinkwasserschutzfunktion des Waldes: 20 % des Trinkwassers Sachsens stammen überwiegend aus den Waldgebieten des Forstbezirkes Eibenstock und dienen zur Versorgung von rund 1 Mio. Menschen im Freistaat Sachsen. 219 gesamt 18 (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Bodenbewertungsinstrument Sachsen, 2010) 19 (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Bodenatlas des Freistaates Sachsen Teil 2, 1996) 20 (Staatsbetrieb Sachsenforst, Informationen Sachsenforst Reviere Eibenstock und Neudorf, Juli 2014)

35 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 35 Die Waldfläche bedeckt rund 61 % vom Untersuchungsgebiet, dies entspricht 0,28 ha/einwohner und ist selbst für Verhältnisse im Erzgebirge überdurchschnittlich hoch (Erzgebirgskreis: 0,24 ha/einwohner, Sachsen: 0,13 ha/einwohner). Dabei ist das Auersberggebiet das größte zusammenhängende Waldgebiet des Erzgebirges. Die dominierende Baumart ist die Fichte (85 % im Forstbezirk Eibenstock), nur 9 % sind Laubbaumarten. 21 Der Wald befindet sich überwiegend im Landeseigentum (78 %), den Rest bilden Kirchen- und Körperschaftswald (7 %), Privatwald (11 %) sowie Wald der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft mbh (BVVG) und Bundeswald (4 %). Der Privat- und Körperschaftswald ist kleinstrukturiert (Tabelle 3). Besitzer (gesamt) < 5 ha > 5-20 ha > ha > ha > 100 ha Privatwald Kirchenwald Körperschaftswald gesamt Anzahl der Forstlichen Zusammenschlüsse: 1 Tabelle 3: Waldbesitz nach Betriebsgrößenklassen im Privat- und Körperschaftswald Die Waldgebiete der Region gehören zu den Forstbezirken Adorf, Eibenstock, Neudorf und Plauen. Ein waldbauliches Ziel besteht darin, eine Mischung von Fichten, Buchen und Weißtannen zu erreichen. Diese Baumarten bildeten noch bis ins 17. Jahrhundert hinein die vorherrschende Waldgesellschaft der Region. Jährlich werden etwa 100 ha dieser Rote-Liste-Arten aufgeforstet. Der Waldumbau im sächsischen Staatswald ist eingebunden in die nachhaltige naturnahe Forstwirtschaft und damit in ein langfristig geplantes System aus Pflege, Nutzung und Verjüngung. Neben waldbaulichen Zielen haben zunehmend Aktivitäten für Umweltbildung und Waldpädagogik Bedeutung. Hierfür wird das Waldschulheim Conradswiese 22, eines der drei Waldschulheime im Freistaat Sachsen, betrieben (Abbildung 28). Abbildung 28: Lage der Forstbezirke Jährlich nutzen über Kinder und Jugendliche Angebote und Walderlebnistage (z. B. Waldführungen, thematische Exkursionen, Projekttage, Weihnachtsbaumaktionen, Waldfest). Die Nutzung des Waldes für Freizeit und Tourismus spielt in der Region eine herausragende Rolle. Das touristische Wegenetz (Loipen, Wander-, Rad-, und Reitwege) verläuft zu großen Teilen auf dem forstwirtschaftlichen Wegenetz, welches überdurchschnittlich gut ausgebaut ist (400 km Hauptwege und 400 km ausgebaute Wege). Die Entwicklung und Unterhaltung dieser Infrastruktur sowie die Besucherlenkung erfordert das enge Zusammenwirken aller Beteiligten: Waldeigentümer, Kommune, Tourismusbetreiber, Naturschutz. Die Bewirtschaftung des Waldes im Landeswald erfolgt in der Regel über rund 25 forstliche Dienstleister. Weiterhin sind zahlreiche kleinere Bauunternehmen und regionale Dienstleister (Zimmereien, Maschinenservice, Wegeunterhaltung, Materialversorgung, Metallverarbeitung) für Sachsenforst tätig. Bei der deutlich geplanten Zunahme des Holzeinschlages (gegenwärtig 147 Tfm/a, 2020: > 180 Tfm/a) be- 21 (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, 4. Forstbericht der Sächsischen Staatsregierung, Berichtszeitraum bis , 2013) 22 (Webseite Conradswiese, 2014)

36 36 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials steht ein erheblicher Dienstleistungsbedarf in den nächsten Jahren. Das eingeschlagene Holz fällt größtenteils bei der notwendigen Pflege (Durchforstung) der Waldfläche an. Hauptsächlich wird Schnittholz geschlagen und in große Sägewerke außerhalb der Region geliefert (lediglich 10 bis 15 Tfm/a werden in der Region verarbeitet). Die Wertschöpfung des Holzvorrates findet nicht in der Region statt. Die energetische Nutzung von Restholz bleibt begrenzt, da das Restholz in der Regel als Nährstofflieferant im Wald verbleiben und keiner Verwertung zugeführt werden soll. Privathaushalte und Waldbesitzer nutzen Holz im zunehmenden Maße als Brennholz (rund 5 Tfm/a Brennholz und Selbstwerbung). Die Nachfrage nach Holz als Säge-, Industrie- und Brennholz ist in den letzten Jahren stark gestiegen und wird auch künftig weiter zunehmen. Wild wird das ganze Jahr in der Region aber auch außerhalb verkauft. Die Vermarktungssituation wird als unbefriedigend eingeschätzt. Durch Einführung einer ersten Verarbeitungsstufe und Herstellung von Fertigprodukten mit regionalen Fleischern soll die Wertschöpfung der jährlich anfallenden 25 Tonnen Wildfleisch erhöht werden. Erstaufforstungen sind in der Region nicht relevant, für Waldflurbereinigungen wurde kein Bedarf identifiziert Technische Infrastruktur Verkehrsinfrastruktur Überregionale Ziele werden in der Region im Wesentlichen über die Anschlussstellen Hartenstein und Stollberg/West der BAB 72 erreicht. Die Bundesstraßen 93, 101, 169 und 283 bilden die Hauptachsen im regionalen Straßenverkehr. Im nördlichen Teil der Region besteht eine schnelle Anbindung an die BAB 72. Im südlichen Teil zum Kammgebiet hin fehlt ein schneller Zugang. Das Netz an Staats, Kreisund Gemeindestraßen sichert die kleinräumige Erschließung. Es gestaltet sich aufgrund der Topografie im südlichen Teil zwar relativ ausgedünnt, da die Anbindung der Orte überwiegend durch die wenigen Täler verläuft, erfordert jedoch einen hohen Aufwand in der Unterhaltung. In der Region existieren die Grenzübergänge Johanngeorgenstadt - Potůčky und Luftkurort Oberwiesenthal - Boží Dar für den Fahrzeugverkehr und weitere ohne Pkw-Verkehr. Im Landesverkehrswegeplan sind bis 2025 der Ausbau der Übergänge Oberwiesenthal - Lukala, Oberwiesenthal - Lukala2 und Hammeroberwiesenthal - České Hamry geplant. Diese Übergänge sollen alle für Pkw-Verkehre entsprechend Landesverkehrsplanung ausgebaut werden. Einschränkungen bestehen hinsichtlich des LKW-Verkehrs, hier wird nach derzeitigem Planungsstand in der Region lediglich der Übergang Luftkurort Oberwiesenthal - Boží Dar geeignet sein. Die Sicherung der Straßeninfrastruktur in der Region bleibt weiter eine wichtige Aufgabe zur Gewährleistung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Als Schwerpunkte zur Entwicklung der überregionalen Achsen werden die Stärkung der Querverbindungen im Erzgebirgskreis und der Ausbau der Achse Aue - Grenzübergang Johanngeorgenstadt - Karlovy Vary gesehen 23. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Gemeindestraßen. Zwar wurden in den letzten Jahren unter anderem durch zahlreiche ILE- Maßnahmen die Qualität kommunaler innerörtlicher Straßen und Plätze, Ortsstraßen und Gemeindeverbindungsstraßen verbessert und damit Engpässe in der Anbindung abgebaut, dennoch besteht weiterhin erheblicher Ausbaubedarf. Erhebungen (Januar 2014) weisen einen Investitionsbedarf von mindestens 60 Mill. Euro aus. 24 Der hohe Anteil des motorisierten Individualverkehrs und die erheblichen Pendlerströme erfordern weiterhin ein gut ausgebautes Straßennetz zum Erhalt des lebendigen ländlichen Raumes. Im Schienenverkehr ist die Region durch die Regionalbahnlinien Chemnitz-Aue und Zwickau-Johanngeorgenstadt-Karlsbad erschlossen. 23 (PIV Group: Studie zur Erreichbarkeitssituation wichtiger Industriestandorte zu den kommunalen Zentren des Erzgebirges - Verkehrsplanerische Untersuchung. Dresden, 2013) 24 (Verein Zukunft-Westerzgebirge, Investitionsbedarf (grundhafter Ausbau und Deckensanierung) in ILE-Region Westerzgebirge, 2014)

37 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 37 ÖPNV - Öffentlicher Personennahverkehr Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) stellt eine grundlegende Voraussetzung für die nachhaltige Mobilität aller Einwohner, insbesondere Kinder und Jugendlicher, behinderter und älterer Menschen dar. Er soll so gestaltet werden, dass die zentralen Orte und die Freizeit- und Erholungsschwerpunkte in einem zumutbaren Zeitaufwand erreichbar sind. Für den ländlichen Raum ist in allen Gemeinden eine Grundbedienung im ÖPNV unter Einbeziehung flexibler Angebotsformen zu sichern 25. Der ÖPNV wird durch die Verkehrsverbünde Mittelsachsen bzw. Vogtland organisiert und über verschiedene regionale Anbieter realisiert. Neben dem Linienverkehr wird durch den Schülerverkehr per Bus eine flächendeckende Erschließung ermöglicht. Die Fahrzeiten der Schulbusse orientieren sich am Schulbetrieb. Folglich kann nicht jederzeit eine bedarfsgerechte Beförderung der Bevölkerung gewährleistet werden (Wochenende, Ferien). Somit wird außerhalb des Schülerverkehrs, der nicht mit denen des Berufs- und Ausflugsverkehrs identisch ist, die Mobilität eingeschränkt (Erreichbarkeit z. B. von medizinischen Einrichtungen, Versorgungseinrichtungen, Freizeiteinrichtungen an Wochenenden). Es besteht ein Defizit an bedarfsgerechten, flexiblen Angeboten. Einzelne Konzepte, Pilotvorhaben und neue Angebote sollen im Rahmen der Optimierung des ÖPNV eingebunden werden (z. B. TaktBus, TaxiBus, RufBus, EventBus, KleinBus). 26 Sie zielen auf eine bedarfsorientierte, effektive Bedienung der Mobilitätsnachfrage ab. Bedeutung für den Freizeitverkehr haben verschiedene Ziele im gesamten Gebiet im Urlaubs- und Ausflugsverkehr, im Städtetourismus sowie für Kuren, im Wander- bzw. Winterurlaub. Eine herausragende Stellung im Übernachtungstourismus nimmt der Kurort Oberwiesenthal mit dem Fichtelberg als Wanderund Wintersportgebiet ein. Attraktive und hoch frequentierte tourismusrelevante und freizeitorientierte Einrichtungen sind das ACTINON in Bad Schlema und die Badegärten in Eibenstock. Die ÖPNV-Relevanz dieser Gebiete und Einzelziele wird jedoch bzgl. des aktivierbaren Fahrgastpotentials als gering eingeschätzt. 27 Zur Weiterentwicklung des ÖPNV wird eine effiziente, bedarfsgerechte und weitgehend barrierefreie Versorgung angestrebt. Infrastrukturell sollen Haltestellen und Verknüpfungspunkte (Umsteigepunkte) entsprechend gestaltet werden. Als Verknüpfungspunkte 1. Ordnung gelten Aue/Postplatz, Schwarzenberg/Bahnhof-Busbahnhof und Auerbach (Systemknoten). 28 Verknüpfungspunkte 2. Ordnung befinden sich in Oberwiesenthal/Am Bahnhof, Schneeberg/Warte, Eibenstock/Platz des Friedens und Johanngeorgenstadt/Bahnhof. Diese Punkte werden prioritär attraktiv und barrierefrei ausgestaltet. 29 Erste Umgestaltungen haben bereits stattgefunden (z. B. Oberwiesenthal, Schneeberg, Bahnhöfe Schwarzenberg und Aue). So enthielt das ÖPNV-Konzept Vogtland 30 verschiedene Ansätze zur flexiblen Bedienung: bei geringer Nachfrage im ländlichen Raum werden Taxiunternehmen eingebunden. Für touristische Schwerpunkte und Großveranstaltungen gibt es spezielle leistungsfähige Angebote. Zur Etablierung zusätzlicher flexibler Mobilitätsangebote wurden in 2014 Untersuchungen zum Carsharing in und um den Städteverbund Silberberg durchgeführt. 31 Eine weitere Bewertung und Neuorganisation des Personenverkehrs zur Sicherung der Mobilität unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung, den Ansprüchen von nicht motorisierten Gästen sowie der nachhaltigen Finanzierbarkeit werden eine wichtige Herausforderung der nächsten Jahre sein. 25 (Planungsverband Region Chemnitz, Erste Gesamtfortschreibung des Regionalplans Südwestsachsen, 2008) 26 (Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen, Fortschreibung Nahverkehrsplanung Erzgebirge , 2010) 27 (Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen, Fortschreibung Nahverkehrsplanung Erzgebirge , 2010) 28 (Zweckverband ÖPNV Vogtland: Nahverkehrsplan für den Nahverkehrsraum Vogtland, 2009) 29 (Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen, Fortschreibung Nahverkehrsplanung Erzgebirge , 2010) 30 (Zweckverband ÖPNV Vogtland: Nahverkehrsplan für den Nahverkehrsraum Vogtland, 2009) 31 (Richter: Schreiben vom im Rahmen der Trägerbeteiligung. Regionalverkehr Erzgebirge GmbH, 2013)

38 38 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Breitbandversorgung Der Stellenwert einer flächendeckenden Versorgung mit Breitbandinternetanschlüssen als Standortfaktor hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, vor allem im Hinblick auf die Lebensqualität und die Wettbewerbsfähigkeit einer Region. Sowohl für die Bevölkerung als auch für Unternehmen ist eine schnelle Internetverbindung mittlerweile eine wesentliche Grundlage im Rahmen der Kommunikation und zur Beschaffung von Informationen. Für den Unternehmenssektor kann eine leistungsstarke Datenverbindung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sein und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Die Versorgung mit Breitbandanschlüssen hat sich in der Region seit 2007 insbesondere infolge der Maßnahmen im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung zur Analyse und dem Ausbau der Infrastrukturen verbessert. Die Erschließung mit mindestens 2 Mbit/s wurde für alle Gemeinden überwiegend flächendeckend erreicht. Dies bedeutet allerdings heute aufgrund der rasanten Entwicklung im IT-Bereich und den Ansprüchen einer modernen Kommunikation das untere Level der Datengeschwindigkeit. Schnellere Anschlüsse (mindestens 16 Mbit/s) existieren in Teilgebieten. Die Zielperspektive besteht in einer flächendeckenden Etablierung von Hochleistungsnetzen (Breitband-Internetverbindung größer 50 Mbit/s). Aufgrund der komplizierten geografischen Mittelgebirgslage wird ein Technologiemix von Glasfaser, Richtfunk, Koax, DSL, LTE, HDSPA und Satelliteninternet wahrscheinlich sein, mit dem sich das Westerzgebirge langfristig mit schneller Breitbandversorgung erschließen lässt. Der Ausbau der Hochleistungsnetze ist wichtig, um neue IKT-Dienste und IKT-Anwendungen zu etablieren (IKT - Informations- und Kommunikationstechnik). Die zunehmende Digitalisierung führt zu wesentlichen Änderungen in der Lebens- und Arbeitswelt. Die Möglichkeiten und Einsatzbereiche neuer IKT-Anwendungen sind äußerst vielfältig. Sie reichen z. B. von E-Business, E-Marketing und E-Government über elektronische Gesundheitsdienste (E-Health) bis hin zu E-Learning. Die Region verfügt mit den vorhandenen TV-Kabelanlagen (höchste Kabelnetzdichte in Sachsen) über eine gute infrastrukturelle Ausgangsbasis. Durch Modernisierung und Umbau der Kabelanlagen können Schätzungen zufolge für 70 % der Bevölkerung Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/s erreicht werden. 32 Dies entspricht NGA-Anschlüssen (Next Generation Access), die Geschwindigkeiten von 50 Mbit/s und mehr im Downstream realisieren. Neben dem notwendigen Umbau zur Ertüchtigung der Kabelnetze sind grundlegende Defizite festzustellen: fehlende schnelle Zubringerleitungen (Backbone) zur Versorgung der Kabelnetze, keine schnelle Versorgung von Firmen und Gewerbegebieten (die nicht mit dem privaten Kabelnetz erschlossen sind) und Fehlen von Hotspots für einen freien und ungehinderten Internetzugang an wichtigen Punkten. Die Defizite in der Fläche wirken sich vor allem auch in den Bereichen Tourismus und Handwerk aus. Hinsichtlich der Lebensqualität zählt ein schneller Internetanschluss inzwischen zu den grundlegenden Kriterien Soziale Infrastruktur und Daseinsvorsorge Eine der größten Herausforderungen für die Zukunft der Gemeinden und Städte besteht in der Sicherung und Anpassung der Daseinsvorsorge unter den demografischen Rahmenbedingungen. Die bedarfsgerechte Ausstattung mit soziokultureller Infrastruktur (Versorgung, Soziales, Bildung) ist ein grundlegender Faktor für Lebensqualität und bestimmt die Zukunft der Orte. Eine zunehmende Ausdünnung von Einrichtungen wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität aus. Insofern bildet die Sicherung der Daseinsvorsorge ein zentrales Moment in der ländlichen Entwicklung. Kindertagesbetreuung In jeder Kommune der Region gibt es Einrichtungen der Kinderbetreuung. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung verbunden mit der Stärkung der Bildung und Erziehung im Rahmen der frühkindlichen Bildung ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Anliegen von Bildungs-, Sozial- und Familienpolitik geworden. Dabei bildet aktuell die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege einen Schwerpunkt. Der bedarfsgerechte Ausbau dieser Angebote wird von den 32 (KabelJournal GmbH, Zuarbeit Juni 2014, 2014)

39 Prozent LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 39 beteiligten Akteuren (Kommunen, Trägern, Kindertageseinrichtungen, Verwaltung) in den nächsten Jahren noch Anstrengungen abverlangen. Neben der Bereitstellung einer ausreichenden Platzkapazität steht insbesondere die qualitative Weiterentwicklung im Mittelpunkt. Dazu gehören neben investiven Maßnahmen die Umsetzung des Bildungsplanes und die Bereitstellung bedarfsgerechter Integrationsangebote. Das strategische Ziel ist die Schaffung eines vielfältigen, qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Betreuungsangebotes. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach den regional unterschiedlichen Voraussetzungen vor Ort (demografische Entwicklung, ökonomische und sozialstrukturelle Rahmenbedingungen, differenzierte Lebenssituationen, Familienstrukturen, individuelle Bedarfslagen der Familien, Vereinbarkeit von Familie und Beruf u. a.). 33 Kindertageseinrichtungen/Familienfreundlichkeit Auslastung Besuchsquote (3-6 Jahre) Die Kindertagesbetreuung erfolgt hauptsächlich in kombinierten Kitas. Besonders in den letzten fünf Jahren erfolgte ein kontinuierlicher Ausbau der Betreuungsplätze. Insgesamt werden in der Region Plätze in den Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege vorgehalten und Kinder betreut. Damit ist ein hoher Versorgungsgrad erreicht. Die Betreuungsangebote sind als umfassend zu bewerten. Die Angebote werden sehr gut angenommen (Besuchsquote über 90 % bei 3- bis 6-Jährigen, steigende Nachfrage bei unter 3-Jährigen) (Abbildung 29). In einigen Kommunen wird der Ausbau von Betreuungsplätzen weiterhin ein Thema bleiben. Der Versorgungsgrad im Kindergartenbereich soll auf ca. 102 % erhöht werden. Damit kann der Rechtsanspruch gewährleistet und dem Wunsch- und Wahlrecht der Eltern im Rahmen der zur Verfügung stehenden Plätze grundsätzlich entsprochen werden. Bei den Hortplätzen ist der Versorgungsgrad in den letzten Jahren gestiegen und bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Als Zielstellung wird ein Versorgungsgrad von rund 80 % angestrebt. Integration von Kindern mit Behinderungen In allen Kommunen der Region stehen Integrationsangebote in den Kitas zur Verfügung. Die Inanspruchnahme der Integrativplätze bewegte sich in den letzten Jahren zwischen 60 und 70 % und bietet Spielräume für weiteren Bedarf. Die Zahl der Kindertagespflegestellen hat zugenommen. Die Kindertagespflege als familiennahe Form der Kindertagesbetreuung hat eine feste Größe im System der Kinderbetreuung erreicht. Gemeinwesen und Kita-Angebote Anteil Schulkinder Besuchsquote (0-3 Jahre) Abbildung 29: Besucherquote und Auslastung der Kindertageseinrichtungen Kitas bieten zunehmend am Gemeinwesen orientierte Angebote, wie Veranstaltungen für Familien sowie für das soziale Umfeld an. Die Durchführung von Festen, Spiel- und Bastelnachmittagen, Basaren, Märkten und Begegnungen zwischen den Generationen sind in den Kommunen wesentlicher Bestandteil. Hiermit soll auch die regionale Identifikation und die Verbundenheit mit dem ländlichen Raum im Vorschulalter gefördert werden. Dies betrifft in erster Linie die Kinder, sollte aber auch auf Eltern übergreifen. So werden spezielle regionstypische Angebote, wie z. B. Kräuternachmittage, bergbaubezogene Themen und Besuche von Einrichtungen, Bergwiesenwanderungen, Kreativkurse angeboten. Mit der Integration einer Kindertageseinrichtung im Mehrgenerationenhaus Stützengrün wurde ein ILE-Pilotprojekt umgesetzt, welches Lebensräume von Kindern und Senioren unter einem Dach bietet. 33 (Landratsamt Erzgebirgskreis, Jugendhilfeplan Fortschreibung Bedarfsblatt für Kindertageseinrichtungen und in Kindertagespflege, 2012)

40 Anzahl Schüler Anzahl LEADER-Entwicklungsstrategie der Region Westerzgebirge 40 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Schulen/Bildungsmöglichkeiten Gegenwärtig hat die Region 58 Schulen in einer Struktur nach Abbildung ,35 Damit verfügt die Region über ein ausgewogenes Schulsystem. Die Schülerzahlen wiesen in den letzten Jahren eine leicht steigende Tendenz auf, insbesondere in den Mittelschulen. Die Kommunen haben in interkommunaler Zusammenarbeit gemeinsame Schulbezirke gebildet. Wichtig war hierbei, flächendeckend Grundschulen zu erhalten, da die Erreichbarkeit der Grundschulen ein herausragender Standortfaktor für die Wohnortbestimmung junger Familien darstellt (z. B. Grundschule Bockau, Grundschule Stützengrün) Der bauliche Zustand und die Ausstattung der Schulgebäude zeigt ein unterschiedliches Bild. Es besteht z. T. erheblicher Sanierungsbedarf. Barrierefreiheit bzw. behindertengerechte Ausstattung ist in den meisten Schulen nicht gegeben. Hervorzuheben sind die zusätzlich zum regulären Bildungsangebot vielfältigen weiteren Angebote der Schulen: diese umfassen die klassischen Angebote wie Basteln, Sport, Fußball, Musik, Computer, Schach. Zunehmend werden regionsbezogene, wirtschaftsorientierte und kreative Betätigungsfelder angeboten. Diese Bereiche sollen künftig weiter ausgebaut werden zur Herausbildung der regionalen Identifizierung. Neben bereits eingebundenen Themen wie Umwelt, Landwirtschaft, Handwerk, heimische Kräuter werden weitere Themen im Zuge des LEADER-Prozesses vorbereitet, auch bilinguale Schulen sollen gestärkt werden. Zur Integration von Kindern mit speziellen Bedarfen gibt es innerhalb der Schulen Stützpunkte, an denen in Fördergruppen (z. B. für Kinder mit Lese-/Rechtschreibproblemen und mathematischen Problemen) betreut wird. Schulabschlüsse Grundschule Oberschule Gymnasium Förderschule Schuljahr 2006/07 Schuljahr 2013/14 Abbildung 30: Schulstruktur Grundschule Gymnasium gesamt Mittelschule Berufsschule Die Zahl der Schulabschlüsse weist inzwischen rund Schüler im Jahr aus. Etwa 10 % verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Tendenziell haben in den letzten Jahren die Realschulabschlüsse leicht zugenommen, zu Lasten der Abschlüsse mit Hochschulreife. Dies kommt vom Bildungsweg her der Nachfrage nach Facharbeiterqualifikationen prinzipiell entgegen. Allerdings hat sich die Zahl der Berufsschüler bis 2012 ständig verringert (Abbildung 31). Abbildung 31: Entwicklung Schüleranzahl nach Schultyp Mit den sieben Berufsschulzentren/Berufsschulen in Aue (2), Auerbach, Grünhain-Beierfeld, Morgenröthe-Rautenkranz (Außenstelle vom Berufsschulzentrum Falkenstein), Schneeberg und Schwarzenberg sind wesentliche Voraussetzungen für die Stärkung der Facharbeiterausbildung in der Region gegeben. 34 (Landratsamt Erzgebirgskreis, Schulnetzplan allgemeinbildende Schulen, 2012) 35 (Landratsamt Vogtlandkreis, Fortschreibung der Schulnetzplanung des Vogtlandkreises 2011, 2010)

41 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 41 Spezielle Bildungsmöglichkeiten Mit der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn verfügt die Region über die einzige selbständige Hochschuleinrichtung im Erzgebirgskreis. Die Akademie führt in einem 3-jährigen Studium zum Bachelor of Arts im dualen Studium mit integrierten Praxisphasen. Insgesamt studieren ca. 600 Personen in Breitenbrunn. Als Studiengänge werden angeboten Soziale Arbeit, Tourismuswirtschaft und Industrie. Neue Studienangebote in den Bereichen Soziales und Tourismus, Forschungskooperationen mit Praxispartnern und die weitere Einbindung in die Wissenschaftsregion Chemnitz sind vorgesehen. Abbildung 32: Bildungsinfrastruktur Weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt ist die Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau. In Schneeberg bietet der Studiengang Gestaltung Lehrangebote für die Studienrichtungen Holzgestaltung, Modedesign, Textilkunst/Textildesign. In der Fakultät studieren junge Menschen aus ganz Europa sowie u. a. Israel, Indien, Korea, Russland. In Oberwiesenthal werden in der Eliteschule des Wintersports, einer Außenstelle des Landkreisgymnasiums St. Anna, zukünftige Olympioniken ausgebildet. Im Sportinternat Oberwiesenthal wohnen ca. 100 Schüler. Besondere Bedeutung in der Jugend- und Erwachsenenbildung haben die Musikschulen der Region (Kreismusikschule Standort Aue, Musikschule Johanngeorgenstadt e. V.). Ebenfalls eine wichtige Rolle für die Wahrung von regionsspezifischen Traditionen spielt die Volkskunstschule des Erzgebirgskreises Schloss Schwarzenberg. Die Volkshochschule (VHS) Erzgebirgskreis hat in der Region Standorte in Aue und Schwarzenberg. Die VHS realisiert ein umfangreiches, flächendeckendes und für alle offenes Weiterbildungsangebot. Hervorzuheben sind die Angebote der Seniorenakademie, insbesondere die Tschechisch-Sprachkurse (Abbildung 32). Sport und Freizeit Die Region bietet in sehr großer Anzahl und hoher Qualität Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Alle Wintersportarten können erlernt und betrieben werden. Zahlreiche Wanderwege und Lehrpfade ermöglichen in der schneefreien Zeit eine aktive Bewegung. Neben einer Reihe von saisonal geöffneten Freibzw. Naturbädern laden ganzjährig Komplexe wie das Gesundheitsbad ACTINON Bad Schlema 36 oder die Badegärten Eibenstock 37 ein. Vielfältige Möglichkeiten der sportlichen Betätigung auch im Freizeitsektor hat der Sportpark Rabenberg 38. Beim Outdoor-Team Westerzgebirge e. V. (Johanngeorgenstadt) 39 sind vom Klettern über Abseilen im Bergwerk Glöckl bis hin zum Floßfahren Aktivitäten im Angebot. Herausforderungen für Anfänger bietet auch der Walter-Keiderling-Klettersteig in Erlabrunn. Der Waldpark Grünheide - das Kinder- und Jugenderholungszentrum im Vogtland (Auerbach) - und das KiEZ Am Filzteich (Schneeberg) 40 haben ideale Bedingungen für erlebnisorientierte und lehrplanunterstützende Schul- und Klassenfahrten sowie optimale Möglichkeiten für Trainingslager, Handicaped- Reisen oder Sportevents. Sport- und Freizeitangebote für die ganze Familie sind beispielsweise im Erlebnisdorf Waschleithe oder in Wurzelrudis Erlebniswelt (Eibenstock) zu finden. Über die Region hinaus bekannt ist die Waldbühne Schwarzenberg - mit Plätzen die zweitgrößte Freilichtbühne Deutschlands. 36 (Webseite ACTINON Bad Schlema, 2014) 37 (Webseite Badegärten Eibenstock, 2014) 38 (Webseite Sportpark Rabenberg, 2014) 39 (Webseite Outdoorteam-Westerzgebirge, 2014) 40 (Webseite KiEZ, 2014)

42 42 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Aktive Erholung bietet das Strandbad Filzteich an der ältesten Talsperre Sachsens. Auch das älteste Schaubergwerk des Freistaates, das Bergwerk Herkules-Frisch-Glück Waschleithe 41 liegt in der Region. Pferdetouristik lockt mit einer umfangreichen Angebotspalette das ganze Jahr über. Angrenzend an den Kurpark Bad Schlema lädt der Golfpark Westerzgebirge nicht nur Menschen der Region ein, sondern ist genauso für Kurgäste und Urlauber ein Anziehungspunkt. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Sport- und Freizeitangebote in großer Vielfalt und relativ guter Dichte vorhanden sind. Bei rückläufiger Einwohnerzahl besteht die Herausforderung, die Einrichtungen stärker für Gäste verfügbar und interessant zu gestalten. Medizinische Versorgung Die ärztliche Versorgung der Region wird als (noch) gut eingeschätzt, wobei der Erzgebirgskreis insgesamt bei den niedergelassenen Ärzten/Zahnärzten deutlich unter dem sächsischen Durchschnitt liegt (Tabelle 4). Die Grundversorgung ist in allen Kommunen gesichert, zwischenzeitlich sind Engpässe bei Fachärzten zu erkennen. Mit den Kliniken/Krankenhäusern Helios Kliniken Aue, Bergarbeiterkrankenhaus Schneeberg, Kliniken Erlabrunn besteht eine gute Ausstattung, auch im Hinblick auf die künftige demografische Entwicklung. Gebiet niedergelassene Ärzte je Einwohner Einwohner je niedergelassenen Arzt niedergelassene Zahnärzte je Einwohner Einwohner je niedergelassenen Zahnarzt Apotheken je Einwohner Freistaat Sachsen 160,2 624,3 91, ,4 24,6 Erzgebirgskreis 132,0 757,5 82, ,7 26,2 Tabelle 4: Kennzahlen der medizinischen Versorgung (2012) Für die Sicherung der ärztlichen Versorgung wurden bereits in den vergangenen Jahren verschiedenste Modelle verfolgt. So besteht in Bad Schlema und dessen Versorgungsbereich aufgrund des Heil- und Kurortstatus (staatlich anerkannter Kurort im Freistaat Sachsen - Radonheilbad) eine recht umfassende Versorgung durch die Angebote der Kurgesellschaft. In Johanngeorgenstadt mit größerer Entfernung zum nächsten Unterzentrum konnte kürzlich mit Hilfe von ILE-Mitteln die Ansiedlung einer jungen Ärztin erreicht werden. In Bockau wurde bereits vor Jahren ein medizinisches Voraushelfersystem aufgebaut. Medizinische Voraushelfersysteme, genannt First Responder, haben ihren Ursprung in den USA. In Bockau entstand ein schlagkräftiges Ersthelfersystem mit dem Feuerwehrverein. Zunehmend kommt dies den Senioren vor Ort bei Notfällen zugute. Mit Blick auf den steigenden Anteil Senioren rückt das Thema Erreichbarkeit bzw. die medizinische Betreuung zu Hause in den Vordergrund (Telemedizin, Schwester-Agnes-Modell, Hausbesuche durch Arzt, mobile Arztstation). Die Versorgung mit Medikamenten wird über Apotheken in den Zentren und deren Lieferservice gewährleistet, hier liegt die Ausstattung in der Region deutlich über dem sächsischen Durchschnitt. Gesundheitswirtschaft Die Schwerpunkte der Gesundheitsversorgung liegen im Bereich der Krankenhäuser, der Pflege (stationär und ambulant) sowie den niedergelassenen Arztpraxen (insbesondere Fachärzte/medizinische Versorgungszentren). Für diesen Kernbereich werden der medizinisch-technische Fortschritt und neue Angebotsorganisationsformen wichtig. Da beträchtlicher Bedarf an Pflegeleistungen sowohl ambulant als auch stationär zu erwarten ist, steigen auch Bedarfe im Vor- und Umfeld der Pflege (Beratung von Angehörigen, Besuch- und Begleitdienste, Koordinierungsstelle, etc.). Weitere Bedarfe ergeben sich in den Bereichen Tourismus/Freizeit/Wellness, gesundheitsbewusste Ernährung sowie Wohnen und Bauen für Ältere. Einzelhandel Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfes ist in den Städten und auch in den Hauptorten im ländlichen Raum über stationäre Einrichtungen abgedeckt. In kleineren Orten gibt es in geringem Umfang mobile Versorgung (Bäcker, Fleischer). Über die mittel- und grundzentralen Verbünde ist die Gesamtversorgung des ländlichen Raumes unter der Voraussetzung eines Mindestumfanges an Mobilität überwiegend gewährleistet. Die Gestaltung der Nahversorgung in kleineren Orten für junge Familien 41 (Webseite Schaubergwerk-Waschleithe, 2014)

43 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 43 und Senioren gleichermaßen wird eine wichtige Aufgabe sein. Flexibilität, neue Versorgungsmodelle und bürgerschaftliches Engagement werden gefragt sein. Mit dem genossenschaftlich organisierten Frischemarkt in Bad Schlema bzw. mit praktiziertem Hol- und Bürgerservice liegen bereits Erfahrungen in der Region vor. Die bedarfsgerechte Gestaltung der Infrastruktur ist ein laufender, dynamischer Prozess. Trotz Ausdünnung von Einrichtungen in der Bildungsinfrastruktur und vereinzelte Rückzüge von Unternehmen bei der Grundversorgung im ländlichen Raum zeigt sich eine noch gute Versorgung der Region mit Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, medizinischen Einrichtungen, Handels- und Dienstleistungseinrichtungen. Durch Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen und Bündelung von Funktionen konnte das Angebot und die Qualität einiger Einrichtungen in den letzten Jahren weiter verbessert und entsprechend dem demografischen Profil der Kommune bzw. des Versorgungsbereiches angepasst werden (z. B. Bürgerservicecenter Breitenbrunn, Mehrgenerationenzentrum Stützengrün, Gemeinschaftszentrum Antonsthal und Rittersgrün, Zentrale Kindertageseinrichtung Raschau-Markersbach). Begonnen hat in der kommunalen Zusammenarbeit die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen. Einrichtungs- und Versorgungsfunktionen z. B. Zusammenarbeit von Feuerwehren, gemeinsames Standesamt Silberberg, interkommunale Gewerbeflächen, gemeinsame Bauhöfe. Das Thema Medizinische Versorgungszentren wird diskutiert. Mit der Bündelung von Funktionen sind höhere Ansprüche bzgl. der Erreichbarkeit gestellt. Hier fehlen meist noch bedarfsgerechte und zeitlich flexible Lösungen Teilhabe älterer Menschen, Pflegedienstleistungen Der Pflegebereich wird durch gemeinnützige und private Anbieter abgedeckt. Dazu gehören 45 ambulante Pflegeeinrichtungen und 43 stationäre Einrichtungen. Mit rund 15 Pflegeplätzen je Einwohner jeweils im stationären und ambulanten Bereich entspricht die Versorgung dem aktuellen Bedarf (Tabelle 5). Kernziel der Teilhabe älterer Menschen besteht darin, die Eigenständigkeit der Senioren im vertrauten Umfeld so lange wie möglich zu erhalten und Pflege, Hilfe, Versorgung und sonstige Dienste wohnortnah oder mobil anzubieten bzw. die Erreichbarkeit der entsprechenden Einrichtungen in zentralen Orten zu gewährleisten. Die Versorgung und Teilhabe der älteren Menschen hängt in erster Linie von den konkreten Wohn- und Lebenssituationen der Menschen ab und ist ganz konkret vor Ort zu entwickeln. Ambulanter Pflegedienst Maßeinheit Einrichtungen Anzahl Betreute Pflegebedürftige Anzahl Betreute Pflegebedürftige Stationäre Pflegeeinrichtungen je Einwohner 10,2 10,8 10,6 Einrichtungen Anzahl Plätze Anzahl Plätze Betreute Pflegebedürftige je Einwohner je Einwohner 12,7 14,3 16,7 12,0 14,4 16,1 Tabelle 5: Pflegedienste und betreute Pflegebedürftige In den Kommunen gibt es bereits unterschiedlichste Bemühungen, die Lebensqualität und Teilhabe älterer Menschen zu organisieren. So bieten Wohnungsgenossenschaften im Zuge des Umbaus altersgerechte Wohnungen an, die Gemeinde Stützengrün hat ein Mehrgenerationenhaus durch Umbau der ehemaligen Schule errichtet. Mehrere Gemeinden planen die Umnutzung leerstehender Gebäude für altersgerechtes Wohnen in Kombination von Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen. Im Senioren-, Familien- und Behindertenzentrum HERR-BERGE Burkhardtsgrün sind verschiedenste Betreuungsangebote (Pflegeheim, Kurzzeitpflege, ambulante Pflege, betreutes Wohnen, Hospizdienst, Tagespflege, therapeutische Angebote) vereint und bieten eine umfassende Versorgung. In Kombination mit einer Familienferienstätte und dem finnischen Grillhaus sowie naturpädagogischen Angeboten für Urlauber und Gruppen bzw. auch die Bereitstellung von Räumen als Tagesstätte bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung der Lebensbereiche für Senioren im ländlichen Raum. Mit der in der Region ansässigen Diakonie Aue-Schwarzenberg (rund 600 Mitarbeiter) und der AWO Erzgebirge ggmbh verfügt das Westerzgebirge über Einrichtungen und Strukturen, die von Beratungsstellen, Trägerschaften für Kindertagesstätten bis zu vielfältigen Unterstützungs- und Angebotsformen für Senioren reichen. Auch hier ist durch Verknüpfung

44 44 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials verschiedenster Angebote die soziale Betreuung für alle Generationen angelegt. Insbesondere die Betreuung von behinderten Jugendlichen ist zu erwähnen, da ein großes Engagement in der Erprobung neuer Wohnformen und Möglichkeiten des Zusammenlebens besteht. Mit den vorhandenen Hospizdiensten in Bad Schlema, Aue, Zschorlau und Erlabrunn sollten recht gute Voraussetzungen gegeben sein, die Herausforderungen des demografischen Wandels für eine hohe Lebensqualität der älteren Generation zu gestalten. Eine wichtige Aufgabe wird die Vernetzung und bedarfsgerechte Anpassung sein. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahrzehnten - unabhängig von der zahlenmäßigen Entwicklung der Gesamtbevölkerung - der Anteil der älteren Menschen mit Behinderung deutlich zunehmen wird. Prognosen gehen von Menschen ab einem Alter von 65 Jahren in einer Größenordnung von 37 % im Jahr 2020 aus. 42 Deshalb sollen folgende Angebote flächendeckend vorangebracht werden: Dienstleistungsangebote (z. B. Einkaufsdienste, Essen auf Rädern, Hauswirtschaftsdienste, Reinigungs- und Wäschedienste, Fahrdienste), Bildungsangebote, barrierefreie Infrastruktur in den unterschiedlichen Bereichen (Wohnumfeld, Kultur, Sport, Freizeit), Mobilität und Kommunikation, bürgerschaftlich organisierte soziale Einbindung (durch Angehörige und Nachbarn, Freiwilligendienste, Kirchgemeinden). Zur Optimierung eines differenzierten und bedarfsgerechten Wohnungsangebotes kooperieren Vermieter, Eigentümer, Gemeinden und Landkreise sowie Einrichtungen der Altenhilfe und der Eingliederungshilfe miteinander (Bereitstellung geeigneten Wohnraumes). Vermieter und Eigentümer sind dafür zu sensibilisieren, dass ausreichend bezahlbarer barrierefreier Wohnraum auch für ältere Menschen mit Behinderung zur Verfügung steht. Dabei werden in geeigneter Weise Multiplikatoren wie z. B. KfW, SAB, Landesbausparkassen, Wohnungsbaugenossenschaften u. a. einbezogen. Programme zum Ehrenamt (z. B. Alltagsbegleiter, Freiwilligendienste) werden stärker aktiviert und miteinander verknüpft. Mit dem kürzlich bereitgestellten online-angebot Sozialnavigator (www.erzgebirgskreis.de/navigator/) wurde eine Internetplattform geschaffen, die soziale Angebote im Erzgebirgskreis zeigt. Damit wird den Bürgern Transparenz und Hilfe über aktuelle soziale Angebote (von Kita bis zum Pflegedienst) in der Region gegeben. Der Navigator gibt Auskunft über Beratungsstellen, ambulante und stationäre Pflegedienste/-einrichtungen, Kindertagesstätten, Bildungseinrichtungen (Grundschule bis Berufsausbildung) sowie Vereinswesen und bildet einen ersten Schritt der Transparenz und Vernetzung Jugendquotient Abhängigkeitsquotient Altenquotient Abbildung 33: Entwicklung des Abhängigkeitsquotienten Im Hinblick auf die hohe Bedeutung der Fachkräftesicherung für die wirtschaftliche Stabilität und gleichfalls einer familienorientierten Strategie wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu einer Herausforderung in neuer Dimension. Die Vereinbarkeit lässt sich nicht nur an der Kinderbetreuung festmachen. Auch Familien unterstützende Dienstleistungen, Unterstützung bei der Betreuung und Pflege älterer Familienangehöriger und eine familienfreundliche Arbeitswelt sind wichtige Elemente einer familienfreundlichen Gesellschaft. Denn gerade die sogenannte mittlere Generation ist durch die Doppelbelastung von Erziehung der Kinder und Unterstützung der eigenen Eltern stark steigenden Ansprüchen ausgesetzt. Dies verdeutlicht der ständig steigende Unterstützungsquotient (Summe aus Jugend- und Altenquotient), der sich von 59 (2012) auf 86 (2025) erhöhen wird. Während er in den vergangenen Jahren ( ) eher verhalten anstieg, wird bereits ab 2014 eine deutliche jährliche Zunahme eintreten. Dies bedeutet für 2025: auf 100 potentielle Einwohner in der mittleren Generation kommen dann 70 zu unterstützende" Personen (wobei die Gruppe der über 64-Jährigen wesentlich größer sein wird als die Gruppe der unter 18-Jährigen) (Abbildung 33). Das ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung in neuer Dimension, die alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens berührt. 42 (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, 5. Bericht zur Lage der Menschen mit Behinderungen im Freistaat, 2014)

45 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 45 Sozialleistungen, Armutsrisiko im Alter In Sachsen besteht derzeit noch ein geringes Armutsrisiko im Alter. In allen sächsischen Kreisen liegt der Anteil von Beziehern der Grundsicherung im Alter bei den über 65-Jährigen unter 2 %, in der Region Westerzgebirge noch unter 1 %. Allerdings beträgt der Anteil der Bezieher von Leistung nach SGB II an den 50- bis unter 65-Jährigen in Sachsen zwischen 9 bis 13 %. Diese werden im erheblichen Maße im Alter auf die Grundsicherung angewiesen sein, das heißt, die Gefahr der Altersarmut wird tendenziell steigen Inklusion Inklusion bezeichnet einen Zustand der selbstverständlichen Zugehörigkeit aller Menschen zur Gesellschaft. Dabei richtet sich der Inklusionsansatz nicht allein auf Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern auch auf andere Personengruppen, denen Anerkennung und Unterstützung fehlen, z. B. Asylsuchende oder Menschen mit Migrationshintergrund. Zentrale Dimensionen sind der Bildungsbereich, der Bereich der Teilhabe am Erwerbssystem, die Gesundheit, der Bereich der materiellen Lebenslage, der Bereich der Wohnqualität, der Bereich der sozialen Einbindung sowie der Bereich der Teilhabechancen in Form von politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Erfahrungen haben gezeigt, dass diese komplexe Thematik eine fundierte Begleitung und ortsnahe Verankerung braucht. Teilhabe - Barrierefreiheit - Inklusion, die Begriffe sind untrennbar. Es gilt für alle Menschen einen freien Zugang zu den sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Angeboten der Gesellschaft in ihren Gemeinden zu gewährleisten. Die Umsetzung dieser Grundrechte aus der UN-Behindertenrechtskonvention ist mit Maßnahmen der Bewusstseinsbildung und der Beseitigung von Zugangsbarrieren unmittelbar verbunden: Die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit soll gestärkt werden mit dem Ziel, die Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen mit Behinderungen zu erhöhen, sie positiv wahrzunehmen und ihnen respektvoll zu begegnen sowie ihre Fähigkeiten und Leistungsbeiträge für die Gesellschaft anzuerkennen (Artikel 8). Die Beseitigung von Zugangsbarrieren wird angestrebt, sowohl von baulichen Barrieren aller Art im öffentlichen Raum und in öffentlich zugänglichen Gebäuden als auch von Kommunikationsbarrieren (Artikel 9). 44 Ein generationsübergreifendes und integrierendes Miteinander aller Bevölkerungsschichten und -gruppen ist erforderlich, um die Region auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. So sind der früher auf dem Land selbstverständliche Austausch zwischen den Generationen und die Einbindung der Jugendlichen heute nicht mehr selbstverständlich. Die Identifikation mit dem eigenen Ort ist im Westerzgebirge sehr hoch. Zahlreiche Aktivitäten werden oft ehrenamtlich organisiert. Dazu haben das Kümmern um Hilfsbedürftige, die uneigennützige Nachbarschaftshilfe und die Einbindung der Älteren noch ein hohes Selbstverständnis, das mit den kommenden Generationen aber zunehmend verloren gehen könnte und daher neuer Impulse bedarf. So sollten zukünftig mehr generationenübergreifende Vorhaben entwickelt und umgesetzt werden, um den gemeinsamen Austausch und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Es gibt sehr gute Ansätze und Initiativen für Mehrgenerationeneinrichtungen in der Region. Allerdings reichen diese nicht aus, hier gilt es insbesondere in Bezug auf Wohngemeinschaften weitere Angebote zu entwickeln. Barrierefreiheit in allen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen bedarf auf längere Zeit großer Anstrengungen. Dabei haben die Akteure in der Region bereits zahlreiche Projekte erfolgreich etabliert. Das breite Spektrum wird an Hand der folgenden Beispiele deutlich. Die großen Kinder- und Jugenderholungszentren Waldpark Grünheide und KiEZ Am Filzteich sowie der Sportpark Rabenberg bieten behindertengerechte Erholungsmöglichkeiten. Die Wohnungsbaugesellschaften haben spezielle Angebote in ihren Wohngebieten entwickelt. Neben barrierefreien Wohnungen z. T. mit zusätzlichem Einbau moderner Haustechnik, die den Mietern ein Höchstmaß an Sicherheit sowie ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter gewährleisten, werden über die Genossenschaften spezielle Serviceleistungen (z. B. ein Hausnotruf für Ältere und Kranke) angeboten. Die Große Kreisstadt Aue wurde mit dem Sächsischen Inklusionspreis 2014 für ihr barrierefreies Rathaus ausgezeichnet. Aue 43 (Sächsisches Staatsministerium des Innern, Wohnungspolitisches Konzept "Wohnen in Sachsen", 4. März 2014) 44 (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, 5. Bericht zur Lage der Menschen mit Behinderungen im Freistaat, 2014)

46 46 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials hat bewiesen, dass Behörden selbst in Baudenkmälern barrierefrei zugänglich und nutzbar sein können, auch beim Internetauftritt punktete die Stadt mit Barrierefreiheit. Der Verein Oldschool Mechanics Bockau e.v. hat ein baufälliges Kino restauriert und dort eine Autowerkstatt eingerichtet, in der arbeitslose Jugendliche beschäftigt werden. Ein Großteil konnte durch diese qualifizierenden Maßnahmen in ein festes Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Diese Initiative wurde mit dem Sonderpreis 2014 des DEICHMANN-Förderpreises für Integration ausgezeichnet 45. In Eibenstock läuft ein weiteres beispielgebendes Projekt: Das Soziale Netzwerk für Jugend und Vereine am Auersberg bekommt als eines von 20 Projekten in ganz Deutschland über die Aktion Mensch für das Projekt Gemeinsam gestalten am Auersberg II eine Förderung über drei Jahre. Mit diesem Inklusionsprojekt, welches sich mit neun Teilprojekten auf sieben Vereine in Zusammenarbeit mit der Diakonie Aue-Schwarzenberg und der INVITAS Lebenshilfewerk GmbH aus Schneeberg verteilt, will man die Zugehörigkeit Benachteiligter in der Gesellschaft stärken. Die INVITAS betreibt seit über 20 Jahren u. a. auch eine Tischlerei. In dieser Werkstatt in Bad Schlema fertigen auch Menschen mit Behinderung professionell Qualitätsmöbel. Regelmäßige Kurs- und Freizeitangebote im Begegnungszentrum ZEBRA in Auerbach sollen zum einen Menschen, die einen sozialen Nachteil haben und nur wenig am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, einen Ausgleich bieten. Da die Angebote für jedermann offen sind, wird zugleich das Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Handicap gefördert. Auch in der Kunstgruppe Kunterbunt der Diakonie Aue-Schwarzenberg werkeln nicht nur Menschen mit Behinderung: im Jugendhilfe-Projekt Sonne bauen statt klauen stellen beispielsweise sozial benachteiligte Jugendliche Rahmen für Kunstwerke her. Die Akteursgruppe ÖPNV für alle kümmert sich um Fragen der Mobilität und lädt z. B. zu einem Mobilitäts-Training ein, bei dem moderne Schnittstellen von Bus und Bahn getestet werden 46. Im Sportpark Rabenberg in Breitenbrunn finden mit dem Sächsischen Inklusionssportfest für Förderschulen und dem Wintersportfest der Sächsischen Förderschulen-Geistig zwei herausragende Veranstaltungen statt, die jährlich als Mehrtagesevent für Förderschüler ausgerichtet werden. Hier nehmen bis zu fünfzehn Schulen der Förderschwerpunkte Hören, Sehen, Körper/Motorik, Geistig und Inklusion teil und führen Wettkämpfe im Rahmen von Jugend trainiert für Paralympics mit einem einzigartigen Fest für alle Teilnehmer durch. 47 Inklusion wird natürlich auch in den Bildungseinrichtungen gelebt. Erwähnt werden sollen beispielhaft die Kindertagesstätte Weg ins Leben der AWO Erzgebirge ggmbh in Johanngeorgenstadt. Diese Kita wurde als eine von sechs Modellstandorten in Sachsen für das vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus initiierte Modelprojekt Inklusion in Kindertageseinrichtungen ausgewählt. Die Geschwister- Scholl-Oberschule in Auerbach hat seit dem Schuljahr 2011/2012 Integrationsschüler und eine Sozialpädagogin an der Schule. Im Studiengang Soziale Arbeit der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn wird in der Studienrichtung Arbeit mit behinderten Menschen fundiertes Fachwissen vermittelt. Für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben spielt heute lebensbegleitendes Lernen eine wichtige Rolle. Durch eine sozial ausgewogene Gestaltung der Entgelte wird einer großen Bevölkerungsschicht der Zugang zu den Bildungsangeboten der Volkshochschule des Erzgebirgskreises ermöglicht. Dabei werden für besondere Zielgruppen (Frauen, Senioren, Familien) auch spezielle Angebote unterbreitet. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft. Diese muss von Beginn an erfolgen, um die damit verbundenen Potentiale und Chancen für die Region zu erschließen. Insbesondere unter demografischen Gesichtspunkten spielt die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle für die nachhaltige Entwicklung im Ländlichen Raum. So führt z. B. der Fachkräftemangel zu Problemen bei der Besetzung von offenen Stellen in örtlichen Unternehmen, aber auch die Vereine im Ländlichen Raum haben immer größere Nachwuchssorgen. Die Zunahme der Migranten auch in kleineren Orten stellt dabei eine neue Herausforderung im sozialen Miteinander dar. Bisher laufen die meisten Initiativen über ehrenamtliches Engagement der Bevölkerung. Hier gilt es, Netzwerke in hauptamtlichen Strukturen aufzubauen. Initiativen, wie Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage der Evangelischen Schule Schneeberg oder der Jugendmigrationsdienst der AWO Erzgebirge ggmbh sind zu unterstützen. 45 (KabelJournal Beierfeld , Bockauer Projekt erhält DEICHMANN-Förderpreis, 2014) 46 (Freie Presse , Bürgerpreis Erzgebirge 2014 vergeben, 2014) 47 ("Inklusionssportfest auf dem Rabenberg KabelJournal GmbH, 2014)

47 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 47 Die genannten Beispiele zeigen, dass es zahlreiche, engagierte Akteure und Organisationen in der Region gibt, die sich für Menschen mit Beeinträchtigung einsetzen. Sie sind häufig aus konkreten Situationen heraus entstanden und agieren sehr vielschichtig. Das bürgerschaftliche Engagement gestaltet sich auch sehr dynamisch. Nun sind die Prozesse zur Inklusion zu stärken, die unterschiedlichen Ansätze weiter zu entwickeln und zu vernetzen. Migration im Grenzraum Mit dem EU-Beitritt 2004, dem Beitritt zum Schengen-Raum 2008 sowie der Arbeitnehmer-Freizügigkeit 2011 sind im Sächsisch-Tschechischen Grenzraum die Rahmenbedingungen für ein noch engeres Zusammenwachsen gegeben. Das schließt sowohl Potentiale zur Arbeit, zur zunehmenden Arbeitspendlerverflechtung als auch zur entsprechenden Wohn-Standort-Wahl ein. Dem Grenzraum zu Tschechien wird aufgrund der gegebenen verkehrlichen Erschließung eine gute Erreichbarkeit im Vergleich zu anderen Grenzräumen attestiert. 48 Wanderungsbewegungen sind bisher sehr gering. Zuzüge nach Sachsen sind leicht gestiegen, Wegzüge nach Tschechien fast konstant. Auch Urlauberorte können kaum Gewinne nachweisen. Trotz eines breiten Angebotes von Wohnraum im sächsischen Grenzraum ist bisher kein verstärkter Zuzug aus Tschechien erkennbar. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund liegt in der Region bei 2-3 %. Mit 39,2 Jahren liegt das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich unter dem der Gesamtbevölkerung der Region Gleichstellung (Gender) Gleichstellung bedeutet chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens. Es ist eine gerechte Verteilung von Zugangs- und Lebenschancen zu erreichen. Ausbildung, Erwerbsleben und Partizipation sind zentrale Bereiche. Diese Bereiche eröffnen insbesondere der regionalen und kommunalen Politik unmittelbare Gestaltungs- und Eingriffsmöglichkeiten, die Chancengleichheit von Frauen und Männern direkt zu verbessern. Dabei wird dies nicht nur auf die Gleichstellung von Männern und Frauen reduziert, vielmehr wird für das tägliche Leben ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der alle benachteiligten Bevölkerungsgruppen einbezieht. In der Region hat jede Kommune mit den Gender-Beauftragten eine institutionalisierte Interessenvertretung in der Nähe der administrativen Spitze, die neben den Gleichstellungsbeauftragten der beiden Landkreise verwaltungsinterne Netzwerke und Akteure im Prozess der Gleichstellungspolitik sind. Sie verfügen über direkte Zugänge zu Politik und Verwaltung sowie zur Bürgerschaft. Vereine, Verbände, Institutionen, Bildungsträger, Kirchen und Initiativen schaffen einen wesentlichen Beitrag zur Akzeptanz, zum Verständnis und zur Realisierung der Gleichberechtigung im täglichen Miteinander. Aus der Vielzahl an Anbietern seien neben den großen Sozialträgern wie AWO, Volkssolidarität, Bundesagentur für Arbeit, Kirchen beispielhaft der Förderverein Jugend-, Kultur- und Sozialzentrum Aue e.v. (Träger des Bürgerhauses Aue) 49 und die Initiativgruppe Frauen-Mädchentreff Eibenstock u. Umgebung e.v. genannt. Es werden gezielt Anstrengungen unternommen und Beteiligungsprozesse zu verschiedenen Themen initiiert, z. B. über eine Reihe von Wettbewerben, wie Familienfreundliche Kommune, Familienfreundliches Unternehmen, spezielle Workshops (Gesunderhaltung der Mitarbeiter, Netzwerkkonferenz Frauen und Erwerbsbeteiligung ) oder Aktionstage (z. B. Mädchen- und Jungen- Zukunftstage, Tag der Begegnung, Infotag im Erzgebirge: Beruf - Familie - Ehrenamt). Das Spektrum an Beteiligungsmöglichkeiten umfasst auch Angebote mit Integrationszielen (interkulturelle Verständigung, integrative Angebote für Behinderte ). Bürgerschaftliche Netzwerke wie Frauenpower vermitteln bereits seit Jahren Hilfe für junge Familien, besonders Leihomas und Leihopas für die Betreuung von Kindern, deren Eltern arbeiten. Unterstützt wird das Netzwerk auch durch das Ehrenamtsprogramm Wir für Sachsen von der Bürgerstiftung Dresden (Leibniz-Institut für Länderkunde, Sächsisch-Tschechische Grenzraumstudie, 2013) 49 (Webseite Bürgerhaus Aue, 2014) 50 (Freie Presse , Leihgroßeltern mit Herz werden dringend gesucht, 2014)

48 48 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Aufbauend auf die bisherigen Erfolge im Genderprozess wird weiterer Entwicklungsbedarf gesehen bei der Kinderbetreuung, der Familienförderung, beim Ehrenamt/Vereinstätigkeit und insbesondere bei: der Stärkung sozialrelevanter Branchen/Berufe durch Imageförderung und Wertschätzung, der Entwicklung von Beschäftigungsmodellen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Beschäftigung Älterer (Erhöhung der Erwerbspartizipation Älterer) unterstützen, der Erweiterung von Ganztagesangeboten für alle Altersklassen und einer generellen Flexibilisierung der Betreuungsangebote (Angebote außerhalb der normalen Öffnungszeiten, Betreuungsangebote für Eltern, die am Wochenende arbeiten, Berücksichtigung pendelnder Väter - alleinerziehende Mütter in der Woche), der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (Entwicklung eines Konzeptes zur Gewinnung von mehr Männern als Erzieher in der Kindertagesbetreuung), der Verbesserung der Teilhabe von Ein-Eltern-Familien, der Unterstützung von Arbeitnehmern, die die häusliche Pflege der Eltern übernehmen (Betriebe können so erfahrene, gut ausgebildete Beschäftigte unterstützen und halten). Der Erhalt und die Erneuerung von Kinder- und Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum ist ein wesentlicher Bestandteil der Chancengleichheit für die ländliche Bevölkerung. Dies wurde in der vergangenen Förderperiode bereits maßgeblich durch ILE-Projekte unterstützt Kulturraum Die Region stellt sich aus kultureller Sicht als eine Kulturlandschaft dar, zu der viele Museen, Theater, Orchester sowie Sachzeugen gehören und die vor allem eine lebendige, freie Kunst- und Kulturszene bietet. In den letzten Jahren sind Kultur und Wirtschaft vermehrt in Kontakt gekommen, bei denen traditionelle Zugänge von Wirtschaftsunternehmen zur Kultur erweitert werden konnten. Kultur dient somit auch als Imageträger, als Wirtschaftsfaktor, als Eventrahmen und als Teil der regionalen Standortförderung und ist schließlich ein wichtiger Baustein für Lebensqualität. Zahlreiche Vereine haben sich der Pflege der Heimatgeschichte und des Brauchtums verschrieben. Darüber hinaus gibt es regional und überregional bedeutsame Museen, Schauanlagen, Veranstaltungen und Wettbewerbe, die eine bedeutende wissenschaftliche und kulturhistorische Funktion erfüllen. Die Region verfügt damit über ein stabiles kulturell-touristisches Imagepotential, um sich über ihre Grenzen hinaus darstellen zu können. Mit den Kulturzentren (z. B. Schloss Schwarzenberg, Kulturhaus Aue, Göltzschtalgalerie Nicolaikirche Auerbach, Zeiss-Planetarium und Sternwarte Schneeberg) wirken kommunale Kulturbetriebe über die Grenzen der jeweiligen Kommune hinaus. Hier haben sich Stätten des lebendigen Miteinanders herausgebildet, die die kulturelle Tätigkeit und kulturelle Bildung verknüpfen und in Form von Angeboten umsetzen. Bergparaden, Mettenschichten, große Vielfalt von Dorf- und Stadtfesten sowie spezielle Vereinsfeste der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine sowie der zahlreichen Gesangs-, Mundart- und Heimatvereine sind Beispiele dafür. Der vom Europäischen Köhlerverein (mit Sitz in Sosa) gelebten Tradition der Köhlerei und Teerschwelerei wurde von der Kultusministerkonferenz der Titel Immaterielles Kulturerbe verliehen. Die Museumslandschaft des Westerzgebirges ist durch ein vielfältiges Spektrum der Sammlungsbestände, der Präsentationen und der Rechts- und Betriebsformen gekennzeichnet. Sie bietet zahlreiche überregional bedeutende Museen mit einzigartigem Profil (z. B. Sächsisches Spirituosen-Museum, Museum für bergmännische Volkskunst Schneeberg, Deutsche Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz, Museum für Uranbergbau Bad Schlema, Stickereimuseum Eibenstock, technisches Museum Silberwäsche Antonsthal, Bürstenmuseum, Sächsisches Rot-Kreuz-Museum Beierfeld, Ski- und Heimatmuseum Oberwiesenthal). Hinsichtlich der Vernetzung der Museen mit dem Kulturtourismus lassen sich klare Potentiale erkennen. Gerade im Zusammenhang mit einem zunehmenden Bildungstourismus bei der älter werdenden Generation könnten Museen viel stärker in zielgruppenspezifische Angebote eingebunden werden. Hier schlummern viele regionale Besonderheiten, auf die das Interesse der Touristen hingelenkt werden muss.

49 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 49 Die Region verfügt (noch) über Bibliotheken in hoher Dichte. Sie gehören zu wichtigen Einrichtungen der kulturellen Grundversorgung im ländlichen Raum und erfüllen fundamentale Funktionen als Kultur-, Bildungs-, Informations- und Kommunikationszentren. In den letzten Jahren wurden technische Ausstattungen und Medienbestände weiter modernisiert bei gleichzeitiger Pflege und Sicherung der vorhandenen historischen und Spezialbestände. Es wird auf den Erhalt und den Ausbau eines bürgernahen und effizienten Bibliotheksnetzes im Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen orientiert. Hierbei sollen vor allem die Bibliotheken in den Zentren für eine qualitätsgerechte und auch mobile Bibliotheksarbeit im ländlichen Raum gestärkt werden. Das Bibliothekennetz wird besonders im ländlichen Raum durch neben- und ehrenamtlich geführte Bibliotheken ergänzt. Musik mit großen Traditionen gehört zu den Kernbereichen der Kultur im Westerzgebirge. Neben der Musikpflege in Vereinen und im Privaten haben verschiedene Musikfestivals, beispielsweise das Europäische Blasmusikfestival in Bad Schlema und das Bandonionfestival in Carlsfeld, internationale Bekanntheit erlangt. Die Region besitzt neben herausragenden und überregional bekannten Sehenswürdigkeiten außerordentlich viele kleine Sehenswürdigkeiten (bauliche Einzeldenkmale, Kirchen, Museen, Zeugnisse von Bergbau- und Industriekultur). Bei den meisten kleineren Sehenswürdigkeiten findet eine touristische Nutzung kaum statt, da sie nicht als Angebote entwickelt sind und die erforderlichen Grundvoraussetzungen, wie geregelte, ganzjährige bzw. saisonale Öffnungszeiten, Zertifizierungen und touristische Infrastruktur (Parkplätze, Rast- und WC-Anlagen, Informationsmaterial, Leitsysteme) fehlen. Ein großer Teil der Kleinode steht in der Obhut von Vereinen, deren Mitglieder die erforderlichen Anforderungen nicht erfüllen können. Bei angestrebten Qualifizierungen und Ausweitung als touristische Angebote muss hier über neue Organisations- und Finanzierungsstrukturen nachgedacht werden. Dies erfordert auch die stärkere Integration von Vereinen in den LEADER-Entwicklungsprozess und die weitere thematische Vernetzung von Angebotsstrukturen. Historischer Bergbau und UNESCO-Weltkulturerbe Zahlreiche originale Zeugnisse der über 800-jährigen Bergbaugeschichte sind bis heute auf unterschiedliche Art und Weise erhalten geblieben. In über- und untertägigen Montandenkmalen, in Bergbauund Haldenlandschaften, in Bergstädten mit sakralen und profanen Bauten, in der Natur, in Kunst, Musik und Literatur sowie in den Lebensformen, Bräuchen und Sitten der Menschen lebt die Geschichte der Region fort. Die Identität und Authentizität der montanen Kulturlandschaft Erzgebirge ist weltweit beispiellos. Die für das Jahr 2016 angestrebte Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři greift dieses Potential auf. Insgesamt umfasst die Bewerbung 39 sächsische und 6 tschechische Elemente, die das Montanwesen repräsentieren. Die Region Westerzgebirge beteiligt sich dabei u. a. mit dem historischen Bergbaugebiet Schneeberg (Auerhammer und Weiße Erden Zeche, Schneeberger Floßgraben, Bergbaulandschaft Bad Schlema, Historische Altstadt von Schneeberg, Weißer Hirsch Fundgrube, Montanlandschaft Schneeberg, Blaufarbenwerk Schindlers Werk, Bergbaulandschaft Hoher Forst) und dem historischen Bergbaugebiet Schwarzenberg (Bergbaulandschaft Eibenstock, Eisenhütten, Schloss Schwarzenberg/Erzgebirge). Hauptziel des Vorhabens ist es, durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Marketingmaßnahmen die Außenwahrnehmung des Erzgebirges im In- und Ausland dauerhaft zu verbessern und gleichzeitig einen Beitrag zur Steigerung der regionalen Identität und der Vernetzung innerhalb des Erzgebirges sowie mit den tschechischen Nachbarn zu leisten. Für die touristische Entwicklung und den Wirtschaftsstandort Erzgebirge werden neue Entwicklungsimpulse erwartet. Die Region ist außerordentlich reichhaltig in den verschiedensten kulturellen Facetten ausgestattet. Mit Blick auf die künftige demografische Entwicklung stellt dies eine große Herausforderung dar, um das breite kulturelle Spektrum zukunftsfähig zu gestalten. Für den Erhalt und die Entwicklung der kulturellen Bereiche wird die Aktivierung nach außen insbesondere durch Entwicklung eines zielgruppenorientierten Kulturtourismus unter Beachtung der Produktlinien des TVE/TVV notwendig. Im Mittelpunkt steht die Herausarbeitung der zahlreich vorhandenen Alleinstellungsmerkmale. Das Kulturraumpotential ist ein grundlegender Standortfaktor sowohl für eine hohe Lebensqualität als auch für die Wirtschaft. Hier sollten Angebote zur kulturellen Bildung für alle Generationen insbesondere auch für Kinder und Jugendliche vorangebracht werden (stärkere Vernetzung von Schulen sowie Kindertageseinrichtungen und Kulturangeboten, Verbesserung der Medienkompetenz von kulturellen Einrichtungen und Gruppen, Verbesserung der Erreichbarkeit, Mobilität von Angeboten, Barrierefreiheit).

50 50 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Natur und Landschaft In der Region Westerzgebirge sind die typischen Hochflächen des Berglandes über 700 m durch Flüsse stark und tief aufgegliedert. Der Naturraum hat den höchsten Waldanteil Sachsens. Das Klima ist rau und reich an Niederschlägen. Obwohl die Fichte in ausgedehnten Monokulturen vorherrscht, gibt es auch Reste des ursprünglichen Bergmischwaldes. In den oberen Lagen existieren teils bunt blühende Bergwiesen und Borstgrasrasen, die mit ihren floristischen Kostbarkeiten wie Geflecktes Knabenkraut, Wald-Läusekraut und Verschiedenblättrige Kratzdistel erhaltenswert sind. Besonders in den Kammlagen gibt es auch mehrere Hochmoore. Die kräftigen Niveauunterschiede in der tektonisch herausgehobenen Pultscholle des Erzgebirges führen zu tief eingeschnittenen Tälern in der ansonsten welligen Hochfläche mit einzelnen überragenden Bergkuppen. Die höchsten bebauten Erhebungen der Region Westerzgebirge sind der Fichtelberg (1.214 m), der Auersberg (1.018 m) und der Kuhberg bei Schönheide (795 m). Bei den Kerb- und Kerbsohlentälern sind generell Taltiefen von 100 bis 200 m (an der Westflanke des Auersberges bis 300 m) gegeben. 51 Mit 61,2 % besitzt die Region Westerzgebirge einen überdurchschnittlich hohen Waldanteil (Sachsen 26,8 %). Die Wälder im Westerzgebirge erfüllen neben der Holzproduktion zahlreiche Ökosystemdienstleistungen z. B. im Hochwasser- und Bodenerosionsschutz sowie im Trinkwasserschutz. Zudem prägen die Wälder zusammen mit den Talsperren und Bergwiesen das Landschaftsbild und schaffen die Grundlage für Erholung und Tourismus. Hauptgewässer in der Region Westerzgebirge sind die aus Westen kommende Mulde, in die die Große Pyra, die Wilzsch, der Rähmerbach, die Große Bockau, der Sosabach, der Bockauer Dorfbach und der Filzbach einmünden. In der östlichen Region Westerzgebirge bilden die Große Mittweida zusammen mit dem Pöhlwasser und dem Schwarzwasser die Hauptfließgewässer. Die zum Naturraum Vogtland gehörende westliche Teilregion wird über das Treuener Wasser und die Göltzsch entwässert. Während die Hauptgewässer über längere Strecken noch eine naturnahe Struktur aufweisen, sind die Nebengewässer durch Wasserkraftanlagen und weitere Querbauwerke stark verändert und für Fische und andere Wasserlebewesen nicht passierbar. Aufgrund des ausgeprägten Reliefs sind natürliche Standgewässer in der Region Westerzgebirge selten. Eine Vielzahl künstlicher Gewässer (Talsperren Eibenstock, Sosa, Carlsfeld) wurden als Trink- und Brauchwasserreservoirs sowie zur Energiegewinnung (Pumpspeicherwerk Markersbach) angelegt. Fast die Hälfte der Region (48 %) liegt im Naturpark Erzgebirge/Vogtland, dem in seiner Ost-West- Ausdehnung längsten Naturpark Deutschlands. Wichtige Aufgaben des Naturparks sind die Entwicklung und Pflege des Gebietes unter Berücksichtigung der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege und der Erholungsvorsorge. Dabei soll insbesondere auch der Erholungswert der Landschaft durch Formen des naturverträglichen Fremdenverkehrs erhalten, gewährleistet und entwickelt werden. Zudem sollen die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Teillandschaften mit ihrem naturräumlichen Erscheinungsbild erhalten und entwickelt, sowie gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten in ihrem Bestand gepflegt und gefördert werden. Neben der Sicherung und Verbesserung der ökologischen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der Bevölkerung zum Erhalt und zur Förderung der kulturellen Traditionen sowie einer landschaftstypischen und umweltgerechten Landnutzung ist zentrales Ziel auch Förderung des Umweltbewusstseins durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit (Mansfeld und Bastian, Sächsische Landschaften zwischen Dübener Heide und Zittauer Gebirge, 2012) 52 (Webseite Zweckverband Naturpark "Erzgebirge/Vogtland", 2014)

51 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 51 In der Region Westerzgebirge befinden sich 23 festgesetzte Naturschutzgebiete. Dazu zählen insbesondere Moorgebiete wie der Große Kranichsee, Feucht- und Bergwiesenkomplexe sowie naturnahe Buchenmischwälder wie im Bockautal zwischen Eibenstock und Wildenthal. Vier Landschaftsschutzgebiete schützen exponierte und typische Landschaftsbestandteile wie den Fichtel- und den Auersberg, die Talsperre Eibenstock sowie das Oswaldtal insbesondere vor Eingriffen durch Baumaßnahmen. Mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von NATURA 2000-Gebieten (ca. 17 % der Gesamtfläche der Region) nimmt das Westerzgebirge eine verantwortungsvolle Aufgabe zum Erhalt und zur Entwicklung naturraumtypischer Lebensräume für Pflanzen und Tierarten wahr. Die 24 Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiete) und drei Vogelschutzgebiete umfassen insgesamt eine Fläche von ha, wobei einige davon auch über die Grenzen der Region hinaus reichen (Abbildung 34). 53 Abbildung 34: Natur- und Landschaft Nach dem Sächsischen Landesentwicklungsplan besitzen große Teile der Region Westerzgebirge eine schützenswerte Naturausstattung. Dabei bilden die großen Moorgebiete am Erzgebirgskamm, die zusammenhängenden Waldgebiete und insbesondere die frisch-feuchten Bergwiesenkomplexe um Schönheide, Eibenstock, Bockau bis Oberwiesenthal wichtige Kernzonen eines übergreifenden Biotopverbundes. Dieser sollte ergänzt werden durch den Umbau der Wälder hin zu naturnäheren Buchen-Mischwäldern. 54 Die rechtsgültigen Regionalpläne Chemnitz-Erzgebirge und Südwestsachsen weisen zusammen ca. 35 % der Gesamtfläche der Region als Vorranggebiete von Natur- und Landschaftsschutz sowie weitere 30 % als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft aus. Daraus erwachsen sehr hohe Anforderungen an die frühzeitige Abstimmung von Infrastrukturprojekten und Vorhaben zum naturverträglichen Tourismus Natürliche Ressourcen und Klimaschutz Die Hoch- und Kammlagen der Region Westerzgebirge erhalten die höchsten Niederschläge und zeigen die niedrigsten Jahresmitteltemperaturen. Das regenreichste Gebiet in ganz Sachsen liegt im Umkreis von Auersberg, Carlsfeld und Sachsengrund mit Niederschlagsmengen von bis mm und selbst in mittleren Lagen (650 bis 800 m) werden vielfach Werte von mm/jahr erreicht. 56 Der Schneeanteil kann im Westerzgebirge bis 30 % der Jahresniederschläge betragen; schneefrei sind lediglich die Monate Juni bis September. Schneehöhen von mindestens 1 cm werden am Fichtelberg an 167 Tagen im Jahr erreicht. Gemäß einer Klimaprognose des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie werden die Durchschnittstemperaturen zukünftig erheblich ansteigen. Damit wird eine Abnahme der Schneesicherheit einhergehen, auf die sich insbesondere die Tourismuswirtschaft einstellen muss. 57 Nach den Ergebnissen der Klimasimulationen werden in den nächsten 50 Jahren in Sachsen ausgeprägte Dürreperioden im Sommerhalbjahr häufiger auftreten. Diese Grundtendenz deutet sich in den Messungen der letzten Jahre bereits an. Die Bedeutung der großen Talsperren der Region als Trinkund Brauchwasserreservoirs wird daher deutlich zunehmen. Diese versorgen bereits jetzt nahezu ganz 53 (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Digitale Daten, 2014) 54 (Sächsisches Staatsministerium des Innern, Landesentwicklungsplan Freistaat Sachsen, 2013) 55 (Planungsverband Region Chemnitz, 2008) 56 (Mansfeld und Bastian, Sächsische Landschaften zwischen Dübener Heide und Zittauer Gebirge, 2012) 57 (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Kompendium Klima - Sachsen im Klimawandel, 2014)

52 52 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Südwestsachsen mit Trinkwasser. Dementsprechend sind in den Einzugsgebieten Trinkwasserschutzgebiete mit Bewirtschaftungsauflagen in einer Größenordnung von ha (33 % der Gesamtfläche) ausgewiesen. Der größte Teil davon liegt in den Wäldern der Region, die damit eine wichtige Trinkwasserschutzfunktion innehaben. Hervorzuheben ist insbesondere die bereits jetzt sehr hohe Neigung zu Starkniederschlägen in der Region. So treten überdurchschnittlich häufig Niederschlagsereignisse über 50 mm auf. Gepaart mit dem hohen Abflussverhalten aufgrund steiler Hänge und enger Kerbtäler weist das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie 63 % der Regionsfläche als Hochwasserentstehungsgebiet aus. Für diese Flächen gelten Nutzungsregelungen für einen möglichst hohen Rückhalt von Niederschlägen in der Fläche. 58 Nach Klimaprognosen lassen Starkregenwetterlagen eine zunehmende Tendenz für den Sommer erkennen. Aus diesem Grund ist der weitere Ausbau von Hochwasserschutzmaßnahmen und dezentralen Rückhaltemaßnahmen dringend erforderlich. Die Konzeption im Freistaat Sachsen beinhaltet ein Bündel von Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes, der Erhöhung des Wasserrückhaltes in der Fläche und der verstärkten Hochwasservorsorge. Da nach einschlägigen Prognosen mit einer Zunahme von Extremereignissen wie Orkanen, Waldbränden oder Hochwassern zu rechnen ist, sind Netzwerkstrukturen zur Frühwarnung und zur Bewältigung von Schadensereignissen weiter zu entwickeln. Ca. 70 % der Gesamtfläche sind nach Ausweisung der Regionalplanung aufgrund des Reliefs und der Bodenarten potentiell erosionsgefährdet. 59 Der Vegetationsbedeckung durch Wald und Dauergrünland kommt daher in der Region Westerzgebirge eine besondere Bedeutung zu. Diese Ökosystemleistungen sind zu erhalten und zu stärken. Bei landwirtschaftlich genutzten Steillagen und Abflussbahnen kann es bei Starkregen zu Bodenabträgen kommen. In gefährdeten Wassereinzugsgebieten sind daher Bewirtschaftungskonzepte zur dezentralen Wasser- und Bodenrückhaltung durch angepasste Landnutzung und Strukturierung der Landschaft erforderlich. Den Waldflächen und Moorkörpern der Region kommt neben den beschriebenen Ökosystemdienstleistungen im Hochwasser-, Boden- und Trinkwasserschutz auch eine direkte Klimaschutzfunktion durch die Bindung von klimarelevanten Gasen (insbesondere CO2) zu. Projekte zum standortgerechten Umbau der Wälder sowie zur Wiedervernässung und Erhaltung der Moorkörper dienen also auf direktem Wege dem Klimaschutz. Die Kommunen der Region tragen in vielfältiger Weise zum Umwelt und Klimaschutz bei. Schwerpunkte bilden die energetische Sanierung von Gebäuden, die Reduzierung des Energieverbrauches, die Nutzung alternativer Energiequellen (Solarenergie, nachwachsende Rohstoffe, Pilotvorhaben Geothermie), die umweltverträgliche Gestaltung bei Bauvorhaben, Organisation von Energieberatung für Bürger, aktiver Hochwasserschutz. Zunehmend werden über Einzelvorhaben hinaus komplexe Maßnahmen zur Optimierung der kommunalen Energiearbeit einbezogen, was sich z. B. in der Beteiligung am Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz (European Energy Award (eea)) ausdrückt. Damit wird auch eine Vorbildfunktion der Öffentlichen Hand hinsichtlich Energieeffizienz und Klimaschutz angestrebt (z. B. Gemeinde Zschorlau). Die weitere Nutzung erneuerbarer Energien und Bürgerberatung werden als wichtige Handlungsfelder gesehen. 60 Diese sollen eingebettet sein in ganzheitliche (kommunale) Energiekonzepte unter Berücksichtigung der Energieeffizienz, der Nutzung erneuerbarer Energien und des Klimaschutzes. 58 (Webseite Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Hochwasserentstehungsgebiete (HWEG), 2014) 59 (Planungsverband Region Chemnitz, Erste Gesamtfortschreibung des Regionalplans Südwestsachsen, 2008) 60 (Arbeitsgruppe Natürliche Ressourcen, 2014)

53 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 53 Breite und zeitige Kommunikation notwendig Aufgrund des überdurchschnittlich hohen Flächenanteils an Natura 2000-Gebieten in der Region ist bei vielen Entwicklungsprojekten weiterhin mit potentiellen Interessenskonflikten mit den Schutzzielen der Managementplanungen zu rechnen. Dies gilt auch für Projekte, die räumlich außerhalb von Schutzgebieten liegen, aber deren Folgen in die Gebiete hineinwirken können (z. B. durch erhöhtes Verkehrsaufkommen, Lärm, Partikeleintrag). Daher ist für alle Planungen und Vorhaben eine frühzeitige Beteiligung aller relevanten Gruppen zu empfehlen, um weitere Prüfschritte (z. B. FFH-Verträglichkeitsprüfung) abzustimmen. Die Abstimmung von Vorhaben mit den Zielen und Aufgaben der Verwaltung des Naturparkes Erzgebirge/Vogtland wird insbesondere zu intensivieren sein, um Synergien im naturverträglichen Tourismus und der Umweltbildung zu nutzen. Außerdem soll die Sensibilisierung für Umweltthemen weiter voran gebracht werden. Der Klimawandel wird in zunehmendem Maße erhebliche, in ihrer Art und Schwere nicht völlig vorhersehbare, Auswirkungen auf Natur, Mensch und Wirtschaft im Erzgebirge entfalten. Hier angemessen zu reagieren, ist eine der größten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben der nächsten Jahrzehnte. Mit Blick auf die erforderlichen Ziele des Klimaschutzes sind auch öffentliche und private Werte von zunehmender Hochwasser- und Bodenerosionsgefahr und den daran geknüpften Nutzungsansprüchen bei der Flächeninanspruchnahme betroffen Regionalmarketing Das Regionalmarketing bildet einen wesentlichen Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Es gestaltet die systematische Kommunikation nach außen und innerhalb der Region. Dabei kann es ganz wesentlichen Einfluss auf die Sensibilisierung und Aktivierung der Menschen sowie auch auf die Außendarstellung der Region nehmen. Regionalmarketing beeinflusst die regionale Entwicklung und soll deshalb mit Priorität betrieben werden. Dabei kann aufgebaut werden auf den bisherigen umfangreichen Maßnahmen wie z. B. Internetpräsentation des Vereins Zukunft Westerzgebirge e.v. Bildungs- und Sensibilisierungsveranstaltungen Exkursionen zu Projekten und Erfolgen Informationen in Funk, Fernsehen, Presse und Medien/Amtsblätter der Städte und Gemeinden Broschüren, Zeitschriften, Flyer Aktionen zu Messen und Ausstellungen Wanderausstellungen zu wechselnden Themen Bürgernahe Beratungen Regionalkonferenzen Inzwischen haben alle Kommunen wirksame Marketingaktivitäten und Internetauftritte organisiert, die in einer regionalen Vermarktung Eingang finden müssen. Verstärkt sollen Möglichkeiten neuer Medien genutzt werden, um noch schnellere und effektivere Austauschbeziehungen zwischen den Akteuren zu gestalten, z. B. durch Bereitstellung nutzerbezogener Webspace, thematische APPS, Push-Systeme oder direkte elektronische Kommunikation über einen Sharepointservice. In der Außendarstellung sollen verstärkt überregionale Aktivitäten genutzt werden z. B. bei touristischen Angeboten der TVE/TVV über das Außenmarketing.

54 54 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 2.2 Beschreibung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) Die SWOT-Analyse wird auf der Grundlage der statistischen Analyse der wesentlichen Strukturdaten, der SWOT-Analyse des ILEK-Westerzgebirge, der Evaluierung des ILE-Prozesses und den Ergebnissen der vier Arbeitsgruppen durchgeführt. Es ergeben sich sechs Themenbereiche aus den genannten Unterlagen, den Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Region und den Diskussionen der regionalen Akteure. Eine Zusammenfassung der thematischen Aspekte wird in der Kern-SWOT vorgenommen. Die Erörterung der SWOT fand im Vorstand der LAG und in der LES-Steuerungsgruppe sowie dem Koordinierungskreis statt. Die SWOT bildet unter anderem die Grundlage für das Ableiten der Handlungsbedarfe und der strategischen Ziele der Region SWOT-Analyse nach Themen (Themen-SWOT) Demografie und regionale Identität Stärken starke Traditionsverbundenheit, Heimatliebe umfangreiche regionale Netzwerke engagierte Kommunalpolitiker relativ intaktes Familienbild sozialer Zusammenhalt und reges Vereinsleben Chancen o Umdenken zum Thema demografische Entwicklung, Schrumpfung als Chance o Zuzug junger Familien o Engagementpotential der Bevölkerung o Rückgang Wanderungsverlust Handlungsansatz Stärkung des regionalen Bewusstseins (der regionalen Identität) gezielte Imagebildung und Vermarktung des Westerzgebirges als lebenswerte Region Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, speziell des Potentials der Vereine Unterstützung der Bleibebereitschaft bzw. Ansiedlung junger Familien Schwächen weiterer Bevölkerungsrückgang durch anhaltende Geburtendefizite zunehmende Alterung der Bevölkerung zu geringer Anteil junger Frauen mangelnde Wahrnehmung regionaler Stärken Nachwuchsprobleme in Vereinen, verändertes Engagementpotential Jugendliche erkennen keine berufliche Perspektive in der Region Risiken Rückgang der Geburtenzahlen Abwanderung aufgrund mangelnder Perspektiven Verlust von Kompetenzen (Brain Drain) Verfestigung regionaler und sozialer Disparitäten Schwächung des regionalen Zusammenhaltes Anforderungen an die Kompetenz der LAG Familienfreundlichkeit Traditionen, regionale Geschichte Musik/Kultur und Kunst, Sport Kommunal- und Gemeinwesen, Demografie Kinder, Jugend, Familien, Senioren Gender, Inklusion

55 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 55 Daseinsvorsorge und Lebensqualität Stärken hohe Wohn-, Lebens- und Freizeitqualität noch gute Versorgung mit Infrastruktur breit gefächerte Bildungslandschaft, gute Bildungs- und Entwicklungsangebote preiswerter, großzügiger Wohnraum Vereinbarkeit Familie/Beruf (Kinderbetreuungsangebote) Inklusion und Gender als wichtige Themen in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit erkannt bürgerschaftliches Engagement/Vereinsarbeit für kulturelle und soziale Angebote Chancen o bewusste Lebensweise in der Gesellschaft o Sozialportal eröffnet Perspektiven zur Teilhabe o Vernetzung und Multifunktionalität (medizinische Versorgung, Pflege, kommunale Bürgerschaft, interkommunale Kooperation) o hoher Freizeitwert von Natur und Landschaft Handlungsansatz Stärkung der Zusammenarbeit in der Daseinsvorsorge neue Modelle zum Aufbau einer nachhaltigen/flexiblen/barrierefreien Mobilität und Versorgung im ländlichen Raum zukunftsfähige Kommunikations- und Informationstechnologien demografiegerechte Stadt-/Dorfentwicklung, Lebensqualität für Jung und Alt Schwächen Defizite in der Nahversorgung, Erreichbarkeit, Barrierefreiheit unzureichende Anpassung soziokultureller Einrichtungen an die demografische Entwicklung abnehmende ärztliche Versorgung in den Dörfern kein seniorenpolitisches Gesamtkonzept unzureichende Vermarktung der Wohn- und Standortqualitäten steigende Kosten für technische Infrastruktur Risiken steigende Kosten bei Wohnen und sozialer Versorgung mangelnde Kaufkraft und Steuereinnahmen wachsende interkommunale Konkurrenz bei ungenügender Kooperation Schwächung des regionalen Zusammenhaltes Attraktivitätsverlust als Wohnstandort durch sinkendes Angebot der Daseinsvorsorge Anforderungen an die Kompetenz der LAG Kommunalwesen, Demografie, Grundversorgung, Vernetzung Infrastruktur, Bildung, Sport Kinder, Jugend, Familien, Senioren Gender, Inklusion Barrierefreiheit, Mobilität Breitband und neue Medien Finanzen

56 56 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Siedlungs- und Infrastruktur Stärken Nähe zu starken Regionen (Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau) gute Anbindung an Mittel- und Oberzentren zwei Städteverbünde mit abgestimmter Raumentwicklung, umfangreiche städtebauliche Sanierungen vielfältige Siedlungsstruktur mit reichem baukulturellem Erbe, weitgehend erhaltene dörfliche Strukturen mit sanierten Zentren überwiegend guter Ausbauzustand der Infrastruktur gute interkommunale Zusammenarbeit bei Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung Chancen o weitere Vernetzung Stadt-Land o Belebung Innenentwicklung, lebenswerte funktionsreiche Ortskerne o Ansiedlung junger Familien im Bestand o Verringerung Flächenverbrauch und Neuversiegelung Handlungsansatz interkommunale und bedarfsgerechte Siedlungsund Infrastrukturentwicklung, demografiegerechte Dorfentwicklung Etablierung eines attraktiven öffentlichen Verkehrsnetzes mit ergänzenden Mobilitätsangeboten Ausbau Wegenetz (einschl. Rad- und Fußwege) bedarfsgerechte Breitbandversorgung Schaffung eines regionalen, aktiven Leerstandmanagements, Immobilienmanagement - Nachnutzungen und Lückenschluss forcieren Pflege und Bewahrung der regionstypischen Baukultur Schwächen zunehmende Leerstände von Wohnungen, Gebäuden, Infrastruktureinrichtungen weiteres Ansteigen der Siedlungs- und Verkehrsfläche bei rückläufigen Bevölkerungszahlen relativ alter Wohngebäudebestand gewerbliche und landwirtschaftliche (einschl. Kleingärten) Brachflächen unzureichende Anpassung an demografische Entwicklung (Wohnraum, öffentliche Bereiche), kein Konzept für Leerstandsmanagement Defizite in der Infrastruktur in Teilräumen (Straßen, Breitband) Risiken differenzierter Entwicklungsfortschritt im Verdichtungsraum und im ländlichen Raum Gefährdung wirtschaftlicher Tragfähigkeit von Dienstleistungs- und Versorgungseinrichtungen Wettbewerbsnachteile für Wirtschaft Standortnachteile des südlichen Teiles der Region durch schlechtere überregionale Anbindung fehlender Fortschritt bei Breitbandanschlüssen entsprechend dem rasant wachsenden Bedarf Verlust historisch wertvoller Bausubstanz unzureichende Finanzausstattung der öffentlichen Hand Anforderungen an die Kompetenz der LAG Kommunal- und Gemeinwesen, Grundversorgung, Vernetzung Infrastruktur, regionale Baukultur Kinder, Jugend, Familien, Senioren Gender, Inklusion Barrierefreiheit, Mobilität Leerstandsmanagement Breitband und neue Medien Finanzen

57 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 57 Wirtschaft und Arbeit Stärken vielfältige Wirtschaftsstruktur, breites Branchenspektrum, hohe Industriedichte traditionsreiche Branchen, industrielles Kernprofil aus Maschinenbau und Metallverarbeitung Betriebe mit überregionalem Bekanntheitsgrad und Weltmarktbedeutung, Unternehmen mit positiver Imagewirkung umfangreiche Kooperationsbeziehungen innerhalb der Region und nach außen traditionsbewusstes Handwerk starker Mittelstand, Standortbindung und regionale Identität der Unternehmen leistungsfähige Gewerbegebiete dichtes Netz von Einrichtungen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung hohe Erwerbsbeteiligung und hohe Mobilitätsbereitschaft Rückgang Arbeitslosenzahlen Chancen o weitere Profilierung des Wirtschaftsimages der Region, Qualifizierung, Standortmarketing o Potential in Schlüsselbranchen (z. B. Gesundheitswirtschaft, Maschinenbau, Erneuerbare Energien) o Vielfalt und Innovationskraft der Wirtschaftszweige o Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten o intensivere Verbindung von Wirtschaft und Bildung o hohe Wohn-, Umwelt- und Landschaftsqualität, Familienfreundlichkeit im Zentrum einer Fachkräftestrategie o Intensivierung Wirtschaftsbeziehungen zu Tschechien Handlungsansatz Weiterentwicklung von Kooperationen, insbesondere regionaler Wertschöpfungsketten Stärkung der Kleinst- und Kleinbetriebe, insbesondere der zahlreichen familiengeführten Unternehmen im ländlichen Raum Entwicklung eines breiten Angebots für ein lebenslanges Lernen bei Weiterentwicklung und Vernetzung des regionalen Bildungsangebots Unterstützung der Nutzung neuer Informationsund Kommunikationstechniken Qualifizierung und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und benachteiligter Gruppen Schwächen Defizite im wirtschaftlichen Strukturwandel geringe Anzahl an Großunternehmen, Bereiche von Zukunftstechnologien bisher kaum vertreten geringe Eigenkapitalausstattung insbesondere in Kleinst- und Kleinunternehmen fallende Zahl von Gewerbeanmeldungen, ungünstiger Saldo An- und Abmeldungen hoher negativer Pendlersaldo beginnendes Fachkräftedefizit und Überalterung der Beschäftigten Überalterung der Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmensinhaber niedriges Lohnniveau teilweise ungünstige Verkehrsanbindung im südlichen Bereich der Region Grenzübergänge für den LKW-Verkehr von/nach Tschechien unzureichend zu wenig wohnortnahe Arbeitsplätze, besonders im südlichen Bereich hoher Anteil Arbeitsloser 50+ Risiken Abwanderung von Unternehmen Ansiedlungs- und Erweiterungsprobleme von Unternehmen infolge ungenügend vernetzten Flächenmanagements Standortkonkurrenz innerhalb und außerhalb der Region Probleme in der Unternehmensnachfolge wirtschaftliche Tragfähigkeit kleiner Handwerksbetriebe anhaltend zu geringe regionale Wertschöpfung und niedrige Kaufkraft der Bevölkerung Anforderungen an die Kompetenz der LAG Wirtschaft Regionale Wertschöpfung, regionaltypisches Handwerk, regionale Produkte Innovation, Bildung, Demografie, Kooperation/Vernetzung, Familien, Senioren Gender, Inklusion Finanzen, grenzüberschreitende Zusammenarbeit Breitband und neue Medien

58 58 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Land- und Forstwirtschaft, Natur und natürliche Ressourcen Stärken Intakter, vielfältiger Naturraum mit reicher Naturraumausstattung flächendeckende Landwirtschaft und Pflege der Kulturlandschaft haben hohen Stellenwert überwiegend kleinstrukturierte Landwirtschaft, entspricht der kleinteiligen Grünlandstruktur der Bergwiesen große Anzahl an Schutzgebieten zur Sicherung der Biodiversität Naturpark Erzgebirge/Vogtland, Gütesiegel für Umweltqualität Natur- und Kulturlandschaft mit hohem Freizeitwert für Naherholung und Tourismus hohes Trinkwasseraufkommen, umfassende Nutzung der Wasserkraftressourcen größtes zusammenhängendes Waldgebiet in Sachsen große Waldgebiete ermöglichen effektiven Naturschutz auf großer Fläche Chancen o Nachfrage nach regionalen Qualitätsprodukten, Bioprodukten o Trend zu naturverträglichem Tourismus o anhaltender Trend zum Bauen mit Holz o Erhöhung des Anteils ökologisch wirtschaftender Betriebe o Forderung nach intakter Umwelt, steigender Umweltbildungsbedarf o Nutzung der Naturraumpotentiale für Tourismus und Naherholung o Zunahme privater und ehrenamtlicher Initiativen zum Erhalt von Kultur- und Naturlandschaft o Diversifizierung durch Entwicklung eines Erzeuger- Verbraucher-Dialogs Handlungsansatz Ausbau der Vermarktung regionaltypischer Produkte, insbesondere im Bereich der Land- und Forstwirtschaft Bewusstseinsbildung für den Wert und das Potential des Landschafts- und Naturraumes, speziell des Naturparkes Erzgebirge/Vogtland stärkere wirtschaftliche nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, Erhalt der Biodiversität Fachkräftesicherung für die Land- und Forstwirtschaft Aufbau eines standortgerechten, an den Klimawandel angepassten Waldbestandes Sicherung lokaler Trinkwasserressourcen Steigerung der regionalen Energieeffizienz Schwächen vergleichsweise geringes Angebot an Produkten aus der Region, wenig Direktvermarkter, fehlende Professionalität, fehlendes Marketing Pflege der Kulturlandschaft nicht ausreichend als Dienstleistungswert anerkannt kaum regionale Wertschöpfung aus dem Holzvorrat der Region, fehlende leistungsstarke Holzverarbeitung vor Ort geringe Eigenkapitalausstattung in landwirtschaftlichen Unternehmen und bei forstwirtschaftlichen Dienstleistern keine nachhaltig gesicherte Bewirtschaftung schwer zugänglicher Bergwiesen und Restflächen Hochwasserrisiko in Teilbereichen Risiken Risiken durch Klimawandel (Hochwasser, Bodenerosion, Waldschäden, Ertragsverluste, Gefährdung Arten) multifunktionale Schutz- und Nutzungsansprüche in großen Teilen der Region, Nutzungskonflikte und teilweise langwieriger Abstimmungsbedarf sinkende Wettbewerbsfähigkeit Preissteigerung bei Betriebsmitteln und Energien sowie Pachten Fachkräftemangel in der Landwirtschaft und bei forstwirtschaftlichen Dienstleistern Gefährdung naturschutzfachlich wertvoller Gebiete (Bergwiesen, Moore, Fließgewässer) Übernutzung von Ressourcen Verfall lokaler Trinkwasserressourcen Bergbauhinterlassenschaften Anforderungen an die Kompetenz der LAG Wirtschaft, Regionale Wertschöpfung, regionale Produkte, Landwirtschaft Vernetzung Energieeffizienz Biodiversität, Natur- und Landschaftsschutz Landschaftspflege, Klimaschutz regionaltypisches Bauen

59 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 59 Tourismus, Naherholung und Kultur Stärken hohes Potential in Natur und Kultur für Tourismus, Naherholung und Bildung Tourismus im gesamten Gebiet verankert (Kernkompetenz) überregional bekanntes Tourismusgebiet vielseitige Angebots- und Infrastruktur, hohes Potential im Bereich Sport und Freizeit vielseitiges Kultur- und Veranstaltungsangebot, touristisch und kulturell hochkarätige Angebote lebendiges Brauchtum potentielle Alleinstellungsmerkmale in verschiedenen Bereichen Qualitätswanderweg Kammweg Erlebnisdörfer (Bockau, Waschleithe, Morgenröthe-Rautenkranz, Sosa) Chancen o Trend Kurzurlaub, Kultur-, Natur-, Gesundheitstourismus o steigende Nachfrage nach Naherholung, echten authentischen Naturerlebnissen, genussvollen und erlebnisreichen Angeboten o wachsender Markt 50+ o positiver Nachfragetrend Aktiv-Urlaub (Radfahren, Mountainbike, Golf, Nordic Walking, Wandern, Naturerlebnis) o zunehmender Stellenwert von Brauchtum, Tradition und Authentizität o Vernetzung vorhandener Angebote o Synergien zur Lebensqualität für Einwohner o neue Destinationsstrategien TVE/TVV Handlungsansatz Verbesserung der Zusammenarbeit (Vernetzung) der kulturellen und touristischen Leistungsanbieter bei Erhöhung der Qualität Profilierung der Angebote im Bereich Kultur, Sport und Naherholung zur Stärkung des Standortfaktors (Lebensqualität, Tourismus) und der Wertschöpfung im Tourismus Schärfung des Bewusstseins für eine intakte Natur- und Kulturlandschaft Aufbau eines abgestimmten Marketings für die Region Schwächen Auslastung der Kapazitäten zu gering Unterschiede in Qualität und Professionalität, teilweise kleinstrukturierter Tourismus, geringer Spezialisierungsgrad der Gastgeber vergleichsweise wenig Angebote für Barrierefreiheit und die Generation 50+ teils mangelnde Kooperation der touristischen Akteure, Konkurrenzdenken, Marketing zersplittert Qualität des touristischen Wegenetzes (teilweise) meist fehlende Mehrsprachigkeit der Informationen ÖPNV-Verbindungen kaum auf Tourismus und Naherholung abgestimmt Familien- und Kinderfreundlichkeit zu wenig vermarktet Schlechtwetterangebote unzureichend Defizite in der Verknüpfung Tourismus-Kultur-Naherholung Museen und Ausstellungen nur teilweise attraktiv gestaltet Risiken verschärfte Konkurrenz und zunehmender Wettbewerbsdruck durch Vielzahl an touristischen Destinationen im Mittelgebirgsbereich demografische Probleme in Vereinen (Zeitzeugen, Nachwuchs) in kulturellen und touristischen Bereichen unzureichende Beachtung der Qualitätsansprüche der Gäste sowie der Angebotsdynamik (Leistungsanbieter verschlafen Trends) Einfluss des Klimawandels (Wintersport, Hochwasser), Rückgang Wintertourismus fehlende nachgefragte Angebote im Ganzjahrestourismus, schwache wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus Defizite in Kultur- und Freizeitangeboten schwächen den Wirtschaftsstandort Westerzgebirge Anforderungen an die Kompetenz der LAG regionale Wertschöpfung, regionaltypisches Handwerk, regionale Produkte, Kräuter Tourismus Traditionen, regionale Geschichte, Musik/Kultur und Kunst, Sport, regionale Baukultur interkommunale Zusammenarbeit, Barrierefreiheit, Mobilität grenzüberschreitende Zusammenarbeit

60 60 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials SWOT-Analyse Zusammenfassung (Kern-SWOT) Stärken hohe Wohn-, Lebens-, Bildungs- und Freizeitqualität starke Heimat- und Traditionsverbundenheit, lebendiges Brauchtum intakte Kulturlandschaft mit reicher Naturraumausstattung enge Vernetzung Stadt-Land erhaltene dörfliche Strukturen mit reichem baustrukturellem Erbe traditionsreiche und leistungsstarke Industrie- und Handwerksbetriebe, starker Mittelstand dichtes Netz von Einrichtungen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung überregional bekanntes Tourismusgebiet, touristisch und kulturell hochkarätige Angebote gelebte Chancengleichheit von Frau und Mann Chancen o Potentiale in der Vielfalt und Innovationskraft der Unternehmen und des Handwerks o Wirtschaftsbeziehungen zu Tschechien o Schrumpfung ist Potential zur Qualitätsverbesserung und Sicherung der Lebensqualität o positiver Nachfragetrend Aktiv-Urlaub (Radfahren, Mountainbike, Golf, Nordic Walking, Wandern, Naturerlebnis) o zunehmender Stellenwert von Naturraum, Freizeit, Tradition und Authentizität bei Lebensplanungen o Kooperation und Vernetzung in allen Bereichen, auch gebiets- und grenzübergreifend o durch Zuwanderung und Migration interkulturelle Bereicherung sowie Sicherung von Fach- und Arbeitskräften o breitere Nutzung des energetischen Potentials (Wasserkraft, Geothermik, nachwachsende Rohstoffe) Handlungsansatz Ausbau und Erhalt der vielfältigen Industrie, des traditionellen Handwerks/Gewerbes, der Landwirtschaft Weiterentwicklung des Tourismus Entwicklung regionaler Wertschöpfungspartnerschaften flächendeckende und bedarfsgerechte Sicherung der Nahversorgung und der sozialen Strukturen bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen/ Dorfumbau, Erhalt der Wohnstandortqualitäten Stärkung des sozialen Miteinanders und des Ehrenamtes Beschleunigung der Nutzung neuer Informationsund Kommunikationstechnologien Steigerung der regionalen Energieeffizienz und der Aufbau einer nachhaltigen Nutzung Pflege und Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaft Erhalt des hohen Niveaus an Bildungs- und Qualifikationsangeboten, Ausbau von Spezialangeboten Nutzung der Grenzlage zur Tschechischen Republik als Standortvorteil Schwächen demografische Entwicklung (Bevölkerungsrückgang, Alterung), unzureichende Anpassung zunehmende Leerstände von Wohnungen, Gebäuden, Infrastruktureinrichtungen beginnendes Fachkräftedefizit und Überalterung (Beschäftigte und Inhaber) geringe Wertschöpfung aus regionalen Produkten Bewirtschaftungsprobleme bei schwer zugänglichen Bergwiesen teilweise kleinstrukturierter Tourismus auf Anbieterebene, Unterschiede in Qualität und Professionalität, geringer Spezialisierungsgrad der Gastgeber Mangel an Mobilität, Defizite im Bereich Barrierefreiheit Defizite in der Kommunikationsinfrastruktur Risiken anhaltend zu geringe regionale Wertschöpfung und niedrige Kaufkraft der Bevölkerung Übernutzung der Ressourcen Folgen des Klimawandels (Schneearmut, Hochwasser, Sturmereignisse) unzureichende Finanzausstattung der Kommunen und des Landkreises ab 2019 Verfestigung regionaler und sozialer Disparitäten Verlust von Traditionen, regionalen und kulturellen Werten sowie des Zusammenhalts Abwanderung qualifizierten Personals sowie sinkendes Ausbildungsniveau Rückgang Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in speziellen Fachbereichen unzureichende (kreative und innovative) Investitionen sowie Pflege der Infrastruktur in den Bereichen allgemeine Versorgung, Tourismus, Freizeit und Kultur Ausgrenzung von Menschen und einzelnen Bevölkerungsgruppen aus der Gesellschaft Anforderungen an die Kompetenz der LAG Wirtschaft, regionale Wertschöpfung, regionaltypisches Handwerk, regionale Produkte, Montanwesen, Landwirtschaft, Innovation Tourismus Traditionen, regionale Geschichte, Musik/Kultur und Kunst, Sport, regionale Baukultur Kommunal- und Gemeinwesen Demografie, Familien, Gender, Inklusion Vernetzung, interkommunale Zusammenarbeit, Bildung Energieeffizienz, energetisches Bauen Natur- und Landschaftsschutz, Klimaschutz, Biodiversität, Energie Grundversorgung, Mobilität, Infrastruktur, Leerstandsmanagement Breitband und neue Medien Finanzen grenzüberschreitende Zusammenarbeit

61 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Einbeziehung Planung und Strategien Übergeordnete Planungen Landesentwicklungsplan (LEP) 61 Im LEP-2013 wird davon ausgegangen, dass sich das dreistufige zentralörtliche Konzept der Ober-, Mittel- und Grundzentren im Freistaat Sachsen als raumstrukturelles Organisationsprinzip für die dezentrale Siedlungsstruktur zur Sicherung der Daseinsvorsorge bewährt hat. Für die Region Westerzgebirge sind als Mittelzentren die Städteverbünde Silberberg (Aue, Lauter, Bernsbach, Lößnitz, Bad Schlema, Schneeberg und Schwarzenberg) sowie Göltzschtal (Auerbach, u. a. Orte im Vogtlandkreis) ausgewiesen. Die Mittelzentren sollen als regionale Wirtschafts-, Bildungs-, Kultur- und Versorgungszentren die Stabilisierung des ländlichen Raumes sichern und stärken. Der LEP verfolgt weiterhin u. a. über das Zentrale-Orte-Konzept gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen des Freistaates Sachsen zu gewährleisten. Die Bevölkerung soll Einrichtungen der Daseinsvorsorge in zumutbarer Entfernung zu ihrem Wohnort erreichen können. Die Region Westerzgebirge wird überwiegend dem Mittelbereich Silberberg zugeordnet, lediglich Oberwiesenthal zählt zum Bereich des Mittelzentrums Annaberg-Buchholz. Die Kommunen Steinberg, Auerbach, Morgenröthe-Rautenkranz im westlichen Teil der Region liegen im Mittelbereich Göltzschtal. Die Gemeinde Schönheide wird als Überschneidungsbereich definiert, ist sowohl dem Städteverbund Göltzschtal als auch dem Städteverbund Silberberg zugeordnet. Die Region zählt zu den Räumen mit besonderem Handlungsbedarf: vollständig hinsichtlich grenznaher Gebiete und teilweise in den Kommunen Bad Schlema, Schneeberg, Johanngeorgenstadt, Breitenbrunn, Schwarzenberg, Raschau-Markersbach und Oberwiesenthal bezüglich Bergbaufolgelandschaften (Altbergbau). Große Teile der Region im mittleren und südlichen Bereich gelten als Vorkommensgebiete von Festgesteinen inclusive Karbonatgestein höherer Wertigkeiten. Der mittlere und östliche Teil der Region ist als Verbreitungsgebiet für Wolfram, Zinn und Uran ausgewiesen. Nach dem LEP besitzen große Teile der Region Westerzgebirge eine schützenswerte Naturausstattung. Dabei bilden die großen Moorgebiete am Erzgebirgskamm, die zusammenhängenden Waldgebiete sowie insbesondere die frisch-feuchten Bergwiesenkomplexe um Schönheide, Eibenstock, Bockau bis Oberwiesenthal Kernzonen eines übergreifenden Biotopverbundes. Dieser soll ergänzt werden durch den Umbau der Wälder hin zu naturnäheren Buchen-Mischwäldern. Regionalplan 62 Mit der ersten Gesamtfortschreibung des Regionalplanes Südwestsachsen (Regionalplan Südwestsachsen 2008) wurden in der Region neben den mittelzentralen Städteverbünden mit einzelnen oberzentralen Funktionen als übergemeindliche Versorgungs- und Siedlungskerne ausgewiesen: die Grundzentralen Verbünde Breitenbrunn-Johanngeorgenstadt und Zschorlau-Stützengrün sowie die Grundzentren Eibenstock und Schönheide. Die Ausgestaltung der Verflechtungsbeziehungen zwischen diesen eher städtisch geprägten Räumen und dem ländlichen Umland bleibt weiter ein zentrales Thema der Region. Aue und Auerbach sind als regionale Vorsorgestandorte für Industrie und produzierendes Gewerbe ausgewiesen. Die im LEP benannte überregionale Verbindungsachse Karlsbad-Städteverbund Silberberg-BAB72- Zwickau verläuft als zentrale Entwicklungsachse durch die Region. Sie bindet den südlichen Raum an den Städtebund und verbindet die Region mit Tschechien. Weitere fünf Entwicklungsachsen und fünf Verbindungsachsen sind ausgewiesen. Der Regionalplan stärkt die Rolle des Tourismus in der Region, indem sie überwiegend als Tourismus- Erholungsgebiet ausgewiesen ist: im mittleren und südlichen Teil als Bestandsgebiet, im nördlichen Teil überwiegend als touristisches Entwicklungsgebiet. Schwarzenberg, Aue, Schneeberg und Lößnitz gelten als überregional bedeutsame Schwerpunkte im Städtetourismus. Weitere Orte sind staatlich anerkannte Kur-/Erholungsorte sowie Orte mit besonderer Erholungsfunktion. Überregional bedeutsame Ferienstraßen (Silberstraße, Kammweg) und Radrouten (Mulderadweg, Karlsroute) durchqueren die Region und sollen thematisch weiter ausgestaltet werden. Auch die für die Region charakteristischen Sach- 61 (Sächsisches Staatsministerium des Innern, Landesentwicklungsplan Freistaat Sachsen, 2013) 62 (Planungsverband Region Chemnitz, Erste Gesamtfortschreibung des Regionalplans Südwestsachsen, 2008)

62 62 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials zeugen der Kultur- und Industriegeschichte sowie des Bergbaues sind einer touristischen Nutzung zugänglich zu machen. Die Entwicklung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor soll auf die qualitative Ergänzung und den qualitativen Ausbau der touristischen Infrastruktur gerichtet werden, vorrangig für eine saisonunabhängige Nutzbarkeit der Tourismuseinrichtungen. Auf eine langfristige abgestimmte Entwicklung des Naturparkes Erzgebirge/Vogtland als einheitliches großräumiges Tourismusgebiet ist hinzuwirken. Destinationsstrategie 2020 Erzgebirge/Vogtland Die Destinationsstrategien der TV formuliert die Rahmenbedingungen für alle touristischen Aktivitäten der Region. Durch eine Tourismusentwicklung nach einheitlicher Strategie soll die Destination Erzgebirge bis 2020 in ihrem Bekanntheitsgrad erhöht werden (unter den TOP 5 der bekanntesten Mittelgebirge positioniert), jährliche Steigerungsraten von 2 % bei den gewerblichen Übernachtungen erreichen und den Bruttoumsatz auf über 1,1 Mrd. EUR steigern. 63 Als Kernaufgaben in den Regionen werden Innenmarketing und Vernetzung, Ausbau und Erhaltung touristischer Infrastruktur, Entwicklung von Angeboten und Produkten und Übergabe der Angebote zur Vermarktung an den TVE gesehen. Für die Produktentwicklung sind vier Produktlinien formuliert: in (h)erzreicher Natur, Erlebnis Bergbau & Kulturschätze, Traditionshandwerk & Weihnachtswunderland und Eisenbahnromantik & Oldtimerträume. Kernanforderungen in allen Themenbereichen sind Qualität, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Innovation. Auf Landes- und Landkreisebene liegen weiterhin vielseitige Planungen und Konzepte vor, die Aussagen zur künftigen Entwicklung der Region enthalten und im Rahmen der LES-Erarbeitung ausgewertet wurden. Deren strategische Entwicklungsrichtungen und Ziele sowie Handlungsempfehlungen dienen als Grundlage und Orientierung für die Erarbeitung des LES. Folgende Dokumente standen dabei im Vordergrund: Landesverkehrsplan Sachsen 2025 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Fachkräftestrategie Sachsen 2020 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Stadtentwicklungsstrategie 2020 (Staatsministerium des Inneren) Tourismusstrategie Sachsen 2020 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Waldstrategie 2050 für den Freistaat Sachsen (Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft) Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Radverkehrskonzeption für den Freistaat Sachsen 2014 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Sozialstrukturatlas des Landesjugendamtes für den Freistaat Sachsen (Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz Sachsen, 2013) Sächsisches Gesamtkonzept zur Versorgung älterer Menschen mit Behinderung (Empfehlung des Landespflegeausschusses des Freistaates Sachsen, 2011) Sächsisch-Tschechische Grenzraumstudie (Leibniz-Institut für Länderkunde, erstellt im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren, Leipzig 2013) Ländliche Lebensverhältnisse in Sachsen (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie) Modellvorhaben zum demographischen Wandel in der Region Westerzgebirge ( ) (Staatsministerium des Inneren) Pflege- und Entwicklungskonzept Naturpark Erzgebirge/Vogtland, 2003 Nahverkehrsplan für den Nahverkehrsraum Chemnitz/Zwickau (Fortschreibung 2010) Konzept zur Regionalen Entwicklungsstrategie Lebensraum/Wirtschaftsraum VOGTLAND 2020, 2010 Studie zur Erreichbarkeitssituation wichtiger Industriestandorte zu den kommunalen Zentren des Erzgebirges (Regionalmanagement Erzgebirge, 2013) Projekt Regional- und Standortmarketing Erzgebirge 2020 (Regionalmanagement Erzgebirge, 2012) Bedarf erzgebirgischer Unternehmen an ausländischen Fachkräften (Regionalmanagement Erzgebirge, Industrie- und Handelskammer Chemnitz Region Erzgebirge, Februar 2014) Deutsch-tschechischer UNESCO-Weltkulturerbeantrag Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/ Krušnohoři 63 (Tourismusverband Erzgebirge, Vortrag "Destinationsentwicklung Erzgebirge", 2011)

63 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Kommunale Planung und Konzepte Neben den regionalen und überregionalen Planungen sind die kommunalen Planungen und Konzepte für die konkreten Entwicklungen der Region entscheidend. Für die Erarbeitung der LES wurden die Planungen und Konzepte der Kommunen sowie die Planungsbedarfe einbezogen (zusammengefasste Darstellung in Anlage 4). Die kommunale Bauleitplanung als Grundlage für die Gemeinde- und Stadtentwicklung liegt in Form von bestätigten Flächennutzungsplänen in nahezu allen Kommunen der Region vor. Teilweise besteht Bedarf zur Überarbeitung und Anpassung an neue räumliche und rechtliche Gegebenheiten wie den Landesentwicklungsplan. Auf dieser Grundlage planen die Kommunen ihre Wohnbau- und Gewerbeentwicklung kontinuierlich in Form von Bebauungs- und Entwicklungsplänen sowie Satzungen. Zunehmend wird insbesondere die Planung neuer Gewerbegebiete interkommunal betrieben. Dies bildet eine wichtige Schnittstelle zum LES hinsichtlich der Förderung interkommunaler Zusammenarbeit, Stärkung des Wirtschaftsstandortes Westerzgebirge und Umsetzung der Flächensparstrategie. Wesentliche Planungsgrundlagen stellen (integrierte) städtische Entwicklungskonzepte sowie Sanierungskonzepte, Dorf- und Ortsentwicklungskonzepte dar, die für viele Kommunen im Bestand vorliegen. Hieraus leiten sich konkrete Entwicklungsprojekte ab, die sich teilweise in der Planung bzw. Vorbereitung befinden. Schwerpunkte der Bedarfe sind konkrete Ortsumbau- und Infrastrukturkonzepte (z. B. Dorfplatzgestaltung, Gehwegsplanungen, Ausbau und Sanierung einzelner Straßen und Wege), gefolgt von Freizeit- und Sportstättenplanungen zur Verbesserung der touristischen und dörflichen Attraktivität sowie der Naherholung. Der Umsetzungsbedarf für diese Konzepte zeigt sich hoch. Stärkere Abstimmungen und Priorisierungen werden im weiteren Projektverlauf zu steuern sein. In Einzelfällen muss die demografiegerechte Ausrichtung vertieft werden. Weiter fokussieren die Kommunen auf Konzepte zur Nachnutzung bzw. zum Rückbau ungenutzter Gebäudesubstanz bis hin zu Industriebrachen. Durch Nutzung dieser Baulandreserven sowie der Baulücken lassen sich Flächen im Außenbereich sparen und das Stadt-/Dorfbild insgesamt aufwerten. Die Thematik des aktiven Flächenmanagements nicht mehr genutzter Gebäude wird einen wesentlichen Platz in der LES einnehmen. Trotz einiger bestehender Tourismuskonzepte wird der Bedarf an gemeindeübergreifenden Planungen als hoch eingeschätzt. Genannt werden insbesondere die Ganzjahresnutzung sowie die Unterhaltung von Infrastrukturen (Lifte, Parkplätze und Wege) für Skilauf, Skaten, Wandern und Radfahren. Daneben gibt es viele Ideen zur touristischen Aufwertung, die mit konkreten Konzepten untersetzt werden können. Rad- und Wanderwegekonzeptionen sollen qualifiziert, an die Radwegekonzeption des Freistaates angepasst und ausgeweitet werden. Die Weiterentwicklung des Tourismus bildet einen wichtigen Baustein zur wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Räumen. Die Bündelung der vielen Konzepte/Projekte steht im Mittelpunkt. Eine hohe Anzahl Bedarfe gibt es in den Bereichen Kinderbetreuung und Bildung (z. B. innovative Konzepte für Kindertagesstätten und Schulen der Region) und zu Konzepten für altersgerechte Versorgung und Wohnen. Hier sind die Ideen zur Vernetzung der Ziele besonders hoch, z. B. bedarfsgerechte Mobilität und Grundversorgung, Ferien-Kindertagesstätte (Kita), grenzüberschreitende Schulkonzepte. Planungsansätze zu Energiekonzepten liegen teilweise bereits sehr konkret vor: z. B. zur Energiegewinnung mit nachwachsenden Rohstoffen, teilweise kommunale Energiekonzepte, Verbesserung der Energieeffizienz öffentlicher Gebäude vor. Gemeindeübergreifend wird an der Flächennutzungsplanung sowie an Tourismuskonzepten gearbeitet. Regionsübergreifend interessierte Projekte liegen in der Kinderbetreuung (grenzübergreifende und bi-/multilinguale Schul- und Kita-Konzepte), der Freizeit-/Sportstätten, auf kulturellem Gebiet in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen.

64 64 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 2.4 Regionale Handlungsbedarfe Die wesentlichen Handlungsbedarfe werden im Ergebnis der SWOT-Analyse benannt und strukturiert dargestellt. Die Verknüpfung zu den festgelegten Maßnahmen der Akteure erfolgt im Abschnitt 4, in dem den jeweiligen Maßnahmen die aufgegriffenen Bedarfe zugeordnet sind. Daseinsvorsorge, Lebensqualität und Identität (D) Die Akteure wollen die ansprechende ländliche Lebensqualität in der Region erhalten und an den demografischen Wandel anpassen. Dabei soll ausdrücklich die Attraktivität für (junge) Familien erhöht werden. Hierfür sind entsprechende Angebote für Wohnstandorte und in der Grund- und Nahversorgung bereitzustellen. Der gute Standard in der Kinderbetreuung soll durch flexible Modelle der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt werden. Im medizinischen Bereich, in der Pflege und im sozialen Miteinander der Generationen erfordern bestehende Angebote die weitere Ausgestaltung besonders mit Blick auf ältere, nicht mobile und benachteiligte Gruppen. Die Stärkung der für das Gemeinwesen wichtigen Vereine wurde von den Akteuren als grundlegender Bedarf zur Verbesserung der Lebensqualität benannt (AG3 - Lebensqualität). B-D1 Sicherung und Ausgestaltung der Grundversorgung B-D2 Mobilität und Erreichbarkeit für alle Generationen (bedarfsorientierter ÖPNV, flexible Ergänzungsangebote, Abbau von Barrieren) B-D3 Familienfreundlichkeit, Attraktivität durch selbstgestaltetes junges Wohnen B-D4 Sicherung und Optimierung Jugendarbeit (mobile Angebote, Einbindung benachteiligter Gruppen) B-D5 Vereinbarkeit Beruf und Familie unterstützen durch neue Modelle B-D6 Zukunftsfähige Kommunikation und Information (Kontaktplattformen, Sozialnavigator, Sharing- Angebote, spezielle Angebote und Unterstützung Älterer im Umgang mit neuen Medien, Breitband, Hot-Spots, Info-Points) B-D7 Ausbau Lebensqualität durch Stärkung der Vereine (insbesondere Kultur- und Heimatvereine) und des Ehrenamtes B-D8 Soziale Netzwerke ausbauen und neue etablieren, insbesondere mit Bezug auf benachteiligte Gruppen B-D9 Identität stärken und Image als Wohnregion kommunizieren Siedlungs- und Infrastruktur (S) Die Anpassung der Siedlungs- und Infrastruktur an die alternden und geringer werdenden Einwohner bleibt eine zentrale Herausforderung in der Region Westerzgebirge. Dabei wird der Handlungsbedarf zunehmend komplexer und differenzierter. Die Dörfer sollen attraktiv sein für junge Familien und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben der wachsenden älteren Generationen ermöglichen. Hieraus ergeben sich verschiedene Ansprüche und Handlungsbedarfe hinsichtlich der baulichen Strukturen von Wohnungen, öffentlichen Räumen, Versorgungs- und Verkehrsinfrastrukturen. Die abnehmende Bevölkerung führt zu hohem Wohnungsleerstand und Brachfallungen von Grundstücken in ländlichen Räumen. Vorausschauende Strategien der weiteren Nutzung/Verwertung sind gefragt, der Beratungsbedarf für ältere Bürger nimmt zu. B-S1 B-S2 B-S3 B-S4 B-S5 B-S6 B-S7 Anpassung der öffentlichen Räume und Gebäude an die alternden Einwohner unter besonderer Beachtung generationenübergreifender und baukultureller Aspekte Vertiefung der interkommunalen Zusammenarbeit zur bedarfsgerechten Entwicklung der Infrastruktur Leerstandsmanagement zur aktiven vorausschauenden Nutzung baulicher Strukturen, Umnutzung und Wiedernutzung (AG2 - Wirtschaft und Arbeit) Qualitative Anpassung bzw. Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes Qualitätsverbesserung an Straßen, insbesondere innerörtlicher Straßen und Plätze Sicherung und Anpassung der Grund- und Nahversorgung in allen Kommunen entsprechend der demografischen Situation der Orte Rückbau und Neuordnung nicht mehr nutzbarer/bedarfsgerechter Strukturen und Flächen

65 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials 65 Wirtschaft und Arbeit (W) In der Region Westerzgebirge hat sich eine breit aufgestellte Wirtschaft entwickelt, die u. a. durch viele Kleinst- und Kleinunternehmen gekennzeichnet ist. Erhalt und Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit besonders dieser Unternehmen stellt eine große Herausforderung angesichts der Fachkräftesituation, anstehender Unternehmensnachfolgen, Investitionsbedarfe u. a. dar. Das Zusammenwirken von Akteuren und soliden Netzstrukturen werden für die Ausschöpfung von Standort- und Innovationspotentialen immer wichtiger. Über Wertschöpfungspartnerschaften soll die Wirtschaftskraft nachhaltig verbessert werden. Verarbeitung und Absatz regionaler, in der Region Westerzgebirge erzeugter Produkte sind immer noch zu schwach entwickelt. Regionale Erzeugnisse und regionale Wirtschaftskreisläufe müssen zur wirtschaftlichen Belebung ausgebaut werden. Infrastrukturelle Rahmenbedingungen für Unternehmen sollen weiter unterstützt werden. Der Mangel an Fachkräften und Lehrlingen macht sich in einigen Branchen bereits bemerkbar (Handwerk, produzierendes Gewerbe, Gesundheitswesen, Tourismus und Landwirtschaft), dem soll mit verschiedenen Strategien entgegengewirkt werden (AG2 - Wirtschaft und Arbeit). B-W1 Steigerung der Wertschöpfung durch regionale Partnerschaften B-W2 Sicherung und Entwicklung von Kleinst- und Kleinunternehmen, insbes. regionales Handwerk B-W3 Stärkung der Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse und Dienstleistungen B-W4 Ausbau Standortmarketing B-W5 Sicherung und Bindung von Fachkräften B-W6 Integration älterer Arbeitnehmer und Langzeitarbeitsloser B-W7 Berufsorientierung und wirtschaftsnahe Interessensbildung für Jugendliche Land- und Forstwirtschaft, Natur und natürliche Ressourcen (L) In der Land- und Forstwirtschaft sind weitere Diversifizierungen zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung erforderlich. Im Forstbereich können die Be- und Verarbeitung heimischer Hölzer und die Wildbretvermarktung in der Region dazu beitragen. Zunehmender Bedarf an forstwirtschaftlichen Dienstleistungen in den nächsten Jahren erfordert Fachkräfte und leistungsfähige regionale Unternehmen. Zur Entwicklung der Biodiversität müssen besonders gebietsbezogene Landschaftselemente erhalten und erweitert werden. Begleitend dazu soll über Wissensvermittlung insbesondere das Potential des Naturparks Erzgebirge/Vogtland weiter in Wert gesetzt werden. Im Rahmen des Boden- und Trinkwasserschutzes haben die Akteure Handlungsbedarf zum Erosionsschutz in ausgewählten Lagen und zur Sicherung lokaler Trinkwasserressourcen ausgemacht. Intelligente lokale Energieversorgungen fehlen bisher (AG1 - Natürliche Ressourcen). B-L1 B-L2 B-L3 B-L4 B-L5 B-L6 B-L7 Sicherung und Entwicklung der Biodiversität, insbesondere der gebietstypischen Landschaftselemente Diversifizierung in der Land- und Forstwirtschaft mit Schwerpunkt Landschaftspflege, Tourismus und Direktvermarktung Fachkräftesicherung für Land- und Forstwirtschaft Sensibilisierung für den Wert und das Potential des Landschafts- und Naturraumes, speziell des Naturparks Erzgebirge/Vogtland Weitere Inwertsetzung/Nutzung der natürlichen Potentiale für Naherholung und Tourismus (insbesondere Rad- und Gesundheitstourismus, Familienurlaub) Sicherung lokaler Trinkwasserressourcen im Zusammenhang mit Notwasserversorgungen Verbesserung der regionalen Energieeffizienz als Beitrag zum Klimaschutz (Modellvorhaben lokale Energieerzeugung, kommunale Energiestrategien)

66 66 Analyse des Entwicklungsbedarfs und -potentials Tourismus, Naherholung und Kultur (T) In der Region Westerzgebirge kommt dem Tourismus flächendeckend wirtschaftliche Bedeutung zu. Die strukturelle Anpassung des ehemals allein auf Wintersport und Wandern ausgerichteten Tourismus ist noch nicht abgeschlossen. Zahlreiche Akteure und Akteursgruppen engagieren sich im touristischen Bereich. Eine Vielfalt von Angeboten mit differenzierten Qualitätsstandards und unzureichender Verzahnung erschweren inzwischen die Überschaubarkeit für den Gast. Kooperation und Bündelung können die Entwicklung voranbringen. Des Weiteren müssen die touristische Infrastruktur und Angebote angepasst und ausgebaut werden. Die Region Westerzgebirge verfügt über umfangreiche Potentiale und Strukturen für Naherholung und Kultur. Sie müssen für die schrumpfende und alternde Bevölkerung weiter entfaltet werden. Dies betrifft Fragen des sich ändernden Freizeitverhaltens, der Barrierefreiheit und Erreichbarkeit, der multimedialen Angebotsformen u. ä. gleichermaßen. Eine stärkere Einbindung in den touristischen Bereich wird auch hinsichtlich der Tragfähigkeit von Einrichtungen notwendig. Der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche wird eine besondere Bedeutung beigemessen. B-T1 B-T2 B-T3 B-T4 B-T5 B-T6 Verbesserung der Zusammenarbeit der touristischen Leistungsanbieter und Gebietsgemeinschaften Qualitative Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur, insbesondere des touristischen Wegenetzes (Kernnetz, Themennetz, Lückenschlüsse, Unterhaltung) und kleinerer Beherbergungseinrichtungen Steigerung der Wertschöpfung im Tourismus durch Qualitätsorientierung in Angeboten, Service und Marketing, im Fokus steht der Ganzjahrestourismus Stärkere Herausbildung von Synergieeffekten durch Einbindung regionaler Produkte und kultureller Potentiale (z. B. Wertschöpfungspartnerschaften, Erlebnisdörfer, Kräuterland, Handwerkskunst, Kulturtourismus) Sicherung und bedarfsgerechte Entwicklung der vielfältigen Erholungs- und Freizeitangebote (Anpassung an die demografische Entwicklung und Schaffung touristischer Angebote) Sicherung und stärkere Inwertsetzung des kulturellen Erbes, insbesondere des baukulturellen Erbes zur Industrie- und Bergbaugeschichte

67 Strategische Ziele 67 3 Strategische Ziele Die Akteure haben sich im Prozess der Strategiediskussion darauf verständigt, ihre Region Westerzgebirge weiter als eine attraktive Wohn-, Wirtschafts-, Erholungs- und Sportregion auszubauen und dies deutlich nach außen zu kommunizieren. Dazu werden die regionalen Potentiale, ausgehend von der Identität und Tradition, dem vielfältigen und aktiven Mittelstand, dem starken bürgerschaftlichen Engagement, der intakten und vielfältigen Kulturlandschaft und der guten Vernetzung innerhalb der Region und mit Nachbarn noch stärker genutzt. Aufbauend auf den Potentialen und Bedarfen der Region sowie den Erfahrungen in der ländlichen Entwicklung in den letzten 10 Jahren wurde eine dreistufige, überschaubare Zielstruktur aufgebaut mit den Ebenen Leitbild drei strategischen Zielen und elf Maßnahmezielen, von denen sechs prioritär über LEADER angesprochen werden. Außerdem sind als Querschnittsziele Nachhaltigkeit, Innovation, Klimaschutz, Teilhabe und Netzwerke aufgenommen worden (Abbildung 35). Anhand der dargestellten Ziele wird im Folgenden die Strategie beschrieben. Die Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele sind in Abschnitt 4 erläutert. Abbildung 35: Zielstruktur

68 68 Strategische Ziele 3.1 Leitbild Innerhalb des Zielsystems stellt das Leitbild die oberste Ebene dar und bildet die Grundlage zum Ableiten von strategischen Zielen, Grundsätzen und Maßnahmezielen. Das Leitbild soll die Zielvorstellung in der regionalen Partnerschaft komprimiert widerspiegeln. Das Leitbild hat Orientierungsfunktion der Region nach innen und außen. Mit der Erarbeitung der LES 2014 bis 2020 wurde das Leitbild der ILE-Region Westerzgebirge Das Westerzgebirge - eine vitale, familienfreundliche Region mit Tradition und Zukunft in verschiedenen Gruppensitzungen und in der Steuerungsgruppe diskutiert und fortgeschrieben. Der Diskussionsprozess ergab, dass das Leitbild in seinen wesentlichen Aussagen nach wie vor zutrifft. Der Bezug auf eine familienfreundliche Region mit der Verknüpfung zur Tradition soll auch zukünftig Bestandteil des Leitbildes sein. Hiermit wird deutlich auf die Lebensqualität in der Region Westerzgebirge in Verbindung mit traditionellen Werten des Bergbaues, der Industriegeschichte, des Handwerkes u. a. hingewiesen. Familienfreundlich soll aber auch implizieren, dass die Strategie auf alle Menschen in der Region ausgerichtet ist, für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderung, für Menschen mit und ohne Benachteiligung, für weibliche und männliche Personen, für Alteingesessene und Zuzügler. Die regionale Partnerschaft selbst versteht sich als eine große Familie, in der alle Aufgaben lösungsorientiert, offen und in Zusammenarbeit durchgeführt werden. Die regionalen Akteure kamen weiterhin überein, die Rolle der Innovationen in der Region in der bisherigen und künftigen Entwicklung hervorzuheben. Schließlich waren die Akteure darauf bedacht, die starke Identifizierung der Einwohner mit ihrer Region und den hohen Grad der erreichten partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Leitbild zu verankern. Deshalb wird in der Benennung der Region ausdrücklich Unser Westerzgebirge verwendet. Diese Grundgedanken der Diskussion sollten sich letztendlich auch in einer eingängigen Formulierung niederschlagen, die für eine flüssige und zukunftsorientierte Kommunikation des Leitbildes geeignet ist. Im Ergebnis wurde als Leitbild für die LES beschlossen: Unser Westerzgebirge - F. I. T. für die Zukunft Familienfreundlich Innovativ Traditionell

69 Strategische Ziele Beschreibung der strategischen Ziele Die Oberziele der Entwicklung des ländlichen Raumes bilden die Zielsetzungen auf EU-Ebene. Die Europa-2020-Strategie zielt auf intelligentes, nachhaltiges und integriertes Wachstum mit den fünf Kernzielen: Beschäftigung, Forschung und Entwicklung, Klimawandel und nachhaltige Energiewirtschaft, Bildung, Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Ferner sind als Querschnittsziele Nachhaltigkeit und Chancengleichheit definiert. Darüber hinaus sind landespolitische Ziele zu beachten, die in den drei Hauptanliegen des EPLR münden. Der strategische Ansatz für die Region Westerzgebirge geht vom Leitbild aus. Es soll ein dreistufiges Zielsystem aufgebaut werden, welches sich in die Ebenen strategische Ziele, Maßnahmeziele, Teilziele gliedert. Aufgrund des ermittelten, vielseitigen Handlungsbedarfes wurden die Ziele breit angelegt und umfassen soziale, ökonomische und ökologische Ziele. Diese reflektieren in den drei strategischen Zielen, auf die sich die Akteure verständigt haben: A Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität B Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz C Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen. Mit diesen strategischen Zielen werden die Prioritäten für die Entwicklung der Region Westerzgebirge gesetzt. Alle drei strategischen Ziele sind darauf ausgerichtet, die regionalen Potentiale besser zu nutzen, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu erhöhen, regionale Wertschöpfungspartnerschaften zu initiieren und zu vertiefen, die vielfältigen Ressourcen zu schützen und zu nutzen, um insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Die strategischen Ziele knüpfen an die erfolgreichen Entwicklungspfade aus den letzten Förderperioden an. Die EU- und Landesziele finden sich in den strategischen regionalen Zielen wieder und geben damit die langfristige Entwicklungsrichtung der Region vor. Weiterhin wurden Querschnittsziele (Innovation, Klimaschutz, Teilhabe, Netzwerke, Nachhaltigkeit) aufgenommen, die für alle Maßnahmebereiche gelten. Somit gewährleistet der strategische Ansatz, dass die Umsetzung der LES Westerzgebirge einen Beitrag zur Erreichung der Landesziele sowie der EU-Ziele in der ländlichen Entwicklung leisten wird. A Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität Mit dem ersten strategischen Ziel wird der sozioökonomische Entwicklungspfad aufgegriffen, um auch unter den markanten demografischen Veränderungen die Gemeinschaft zu stärken, eine hohe Lebensqualität für alle zu sichern und eine breite Mitwirkung und die starke Identifikation der Bürger mit der Region zu erhalten. Der demografische Wandel erfordert neue Modelle im Zusammenleben der Generationen. Dies betrifft nicht allein die Gestaltung der Daseinsvorsorge, sondern vor allem auch die gesellschaftliche Integration und Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen sowie eine verstärkte Nutzung der sozialen und kulturellen Potentiale in den Städten und Dörfern. In den Diskussionen stehen Themen wie Bildung und Betreuung, Mobilität und Erreichbarkeit, Nahversorgung und Begegnung, Gesundheit und Pflege, Freizeit und Erholung sowie Sicherheit im Mittelpunkt. A.1: Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen Dieses Ziel stellt angesichts der demografischen Entwicklung hohe und neue Anforderungen an die Region. Die Ansprüche an Lebensqualität für Jüngere und Ältere sollen berücksichtigt werden. Vor allem junge Familien und generationsübergreifendes Wohnen stehen im Fokus. Die Bleibebereitschaft junger Familien und Attraktivität des (Heimat-)Wohnstandorts für Rückkehrer sollen gestärkt werden. Das individuelle Wohnen auf dem Land im Westerzgebirge wird als Markenzeichen für Lebensqualität entwickelt. Mit Blick auf den zunehmenden Anteil älterer Menschen soll der Abbau von Barrieren als Voraussetzung für den gleichwertigen Zugang zu Einrichtungen, die gleichberechtigte Nutzung regionaler Angebote und die Pflege sozialer Kontakte für alle Bevölkerungsgruppen forciert werden. Grundlegende Versorgungseinrichtungen müssen für alle Bevölkerungsgruppen zeitlich und räumlich bequem erreichbar sein, Nahversorgung als Aspekt der Daseinsvorsorge soll in jeder Gemeinde gesichert werden.

70 70 Strategische Ziele Mobilität ist die Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlichen Lebens und muss für alle Bevölkerungsgruppen gewährleistet sein. Besonders die Erreichbarkeitsqualität für Gruppen ohne eigenes Fahrzeug soll verbessert werden. Dafür sind neue flexible Ansätze im Nahverkehr durch Angebotserweiterung und -vernetzung sowie durch integrative Lösungen vorgesehen. Nachhaltige Konzepte sollen auch zur Reduktion verkehrsbedingter Lärm- und Emissionsbelastungen bis 2020 führen. A.2: Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale Angesichts der demografischen Entwicklung sollen das generationenübergreifende Zusammenleben und bürgerschaftliche Miteinander als Indikator für Lebensqualität vorangebracht werden. Durch Mobilisierung von Initiativen im Rahmen von Dorfgemeinschaften und Vereinen wird der Zusammenhalt der Gemeinschaft gestärkt. Dabei stehen die für dörfliche und touristische Funktionen oft wichtigen Vereine selbst vor strukturellen Fragen, die zu lösen sind. Für die in der Region bereits vielfältigen sozialen Angebote, z. B. in den Bereichen Kinder, Jugend, Senioren, Benachteiligte wird eine stärkere Vernetzung angestrebt. Es soll vor allem die Zusammenarbeit von Dienstleistern, Ehrenamt und Aktivitäten im privaten Bereich verdichtet werden. Mit zunehmenden Anforderungen im Unterstützungsbedarf älterer Menschen sollen Beratung und Information über Angebote verbessert bzw. entwickelt werden. Der Erhalt materieller und ideeller Kulturgüter in der montanen Kulturlandschaft Westerzgebirge ist ein zentrales Ziel für die Akteure. Durch Sanierung und Inwertsetzung wertvoller Bausubstanz sollen Geschichte und Kultur ebenso erhalten werden wie durch Vermittlung von Tradition, Brauchtum und altem Handwerk an Einwohner und Gäste. Im Sinne des lebensbegleitenden Lernens soll der allgemeine und gleichwertige Zugang zu kultureller Infrastruktur der Region gesichert sowie das Kulturangebot durch Vernetzung von Kultureinrichtungen mit den Bereichen Wirtschaft, Freizeit und Tourismus und Bildung aufgewertet werden. Verstärkt werden Synergien für Lebensqualität und Wirtschaft durch Belebung der Alltagskultur erwartet. Mit der Wertschätzung eines kulturbezogenen Lebens auf dem Land sollen außerdem lokale Identität und regionaler Stolz gestärkt werden. Hierzu gehören auch Veranstaltungen, kultureller Austausch, Kleinkunstarbeit und Schaffung von kreativen Milieus. A.3: Verbesserung der gesellschaftlichen Integration Die erforderliche gesellschaftliche Integration von Bevölkerungsgruppen im Sinne der sozialen Inklusion wurde von den Akteuren als zunehmend bedeutsames Thema erkannt. Schwerpunkte sind die Integration von Menschen nach Zuwanderung sowie die Integration benachteiligter Gruppen. Da die Region zur Stabilisierung der Bevölkerungsstruktur künftig auf Zuwanderung angewiesen sein wird, bedarf es der weiteren Ausprägung einer Willkommenskultur. Soziale Inklusion soll der Norm der Gleichstellung entsprechen und erfordert weitreichende Maßnahmen. Soziale Inklusion bezieht sich z. B. auf die Einbindung ausgegrenzter oder vereinsamter Menschen. Es bedeutet aber auch, heute bestehende Sondereinrichtungen wie Heime für Menschen mit Behinderung zu verändern. Im Rahmen von LEADER soll zur Verbesserung der gesellschaftlichen Integration über Ziel A.2 durch Unterstützung von speziellen Netzwerken ein Beitrag geleistet werden. B Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz Die weitere Profilierung der Region als attraktiver Wirtschaftsstandort, vor allem die nachhaltige Sicherung der kleinen mittelständischen Unternehmen in der Fläche sowie die Unterstützung der einzigartigen Handwerksstruktur der Region bilden die Hauptzielrichtung der Akteure. Durch den Aufbau von regionalen Wertschöpfungspartnerschaften soll die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Der Tourismus wird nachhaltig im überwiegend sensiblen Naturraum weiterentwickelt und in seinen Funktionen als Arbeitgeber und Imageträger der Region gestärkt. Durch strategische Kooperationen mit in der Region ansässigen wissenschaftlichen Einrichtungen und Wissenstransfer sollen Innovationen befördert werden. Die Sicherung von Fachkräften stellt eine zunehmende Herausforderung dar, die ein weitreichendes Engagement erfordert. B.1: Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften Zur wirtschaftlichen Stärkung der Region wird die Verbesserung der regionalen Wertschöpfung durch Ausbau nachhaltiger regionaler Wirtschaftskreisläufe angestrebt. Bestehende Strukturen sollen weiter ausgebaut und neue Partnerschaften gebildet werden. Der Fokus liegt auf Unternehmenskooperationen zwischen Kleinst- und Kleinunternehmen für regionale Produkte und Dienstleistungen. Die Etablierung

71 Strategische Ziele 71 regionaler Qualitätsmarken und neuer Vermarktungsstrategien sollen verstärkt zum Kauf von Erzeugnissen aus der Region führen. B.2: Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft Tourismus ist in der gesamten Region etabliert und insbesondere in der Kammregion ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den ländlichen Raum. Verbesserung der Qualität von Infrastruktur, Angeboten und Service stehen im Mittelpunkt. Die Weiterentwicklung und Sicherung des Wegenetzes, zielgruppenorientierte Angebote, Übernachtungskapazitäten und Sicherung eines Ganzjahrestourismus sollen die Wertschöpfung erhöhen. Regionale Ressourcen zum Ausbau des Gesundheits- und Kulturtourismus können ebenfalls dazu beitragen. Die regionale und überregionale Vernetzung soll weiter vorangebracht und die Vermarktung im Rahmen der Destinationen Erzgebirge und Vogtland organisiert werden. Sensibilisierung zur Verbesserung von Servicequalität, Besucherfreundlichkeit und Besucherlenkung sowie die hochwertige Zertifizierung von Angeboten und Unternehmen gehören zum Zielspektrum der Akteure. B.3: Stärkung des Innovationspotentials der gewerblichen Wirtschaft Die gewerbliche Wirtschaft in ihrer Branchenvielfalt und ihrem noch traditionellen Handwerk bildet das wirtschaftliche Rückgrat der Region und einen entscheidenden Faktor für die Lebensqualität im ländlichen Raum. Für die besonders im ländlichen Raum verankerten klein- und mittelständischen Unternehmen soll durch Netzwerke Raum für Innovationen und Synergien geschaffen werden. Mit strategischen Kooperationen kann der Wirtschaftsstandort gestärkt werden. Hierzu gehört die Vertiefung der Kooperationen zu wissenschaftlichen Einrichtungen oder im Rahmen von Liefer- und Leistungsketten. Die Sicherung der Standorte und Arbeitsplätze soll erreicht werden. Neuansiedlungen, gesicherte Unternehmensnachfolgen und innovative Neugründungen werden als wichtige Bausteine der Weiterentwicklung gesehen. Über LEADER wird ein Beitrag im infrastrukturellen Umfeld und in der Unterstützung von Netzwerkarbeit gesehen. B.4: Verbesserung der defizitären Fachkräftesituation Die Sicherung und Ansiedlung von Fachkräften nehmen an Bedeutung zu. Attraktive Wohn- und Arbeitsbedingungen, Bildungs- und Kulturangebote, Verdienst- und Karrierechancen, Heimatverbundenheit u. a. sind Kriterien, die Fachkräfte an einen Standort binden. Insofern bleibt die Zielstellung komplex und enthält wesentliche Elemente zur Mehrung der Lebensqualität. Langfristig geht es um den Verbleib von jungen Familien in der Region und die Entwicklung der Humanressourcen der Region durch Bildung und Qualifizierung. Dafür soll ein breites Spektrum lebenslangen Lernens weiterentwickelt werden: von der Kinderbetreuung, Vorschule, Grundschule, weiterführenden Schule über Berufsorientierung und -ausbildung sowie Weiterqualifizierung und Weiterbildung im Beruf bis zu Bildungsangeboten für ältere Menschen. Der Ausbau von Bildungseinrichtungen und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sowie der Bezug zu regionalen Handwerkstechniken sind ein wichtiges Anliegen. Um die Voraussetzung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter zu verbessern, sind im Kontext des lebenslangen Lernens bilinguale Ansätze eingebunden. C Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen Das dritte strategische Ziel richtet sich auf die Gestaltung einer attraktiven Siedlungsstruktur, Sicherung und Nutzung der einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft als Grundlage für eine hohe Lebensqualität der Bewohner. Damit werden sehr komplexe Ziele aufgegriffen, die im Kern sowohl die Folgen des demografischen Wandels bei der Entwicklung der Siedlungsstrukturen als auch die umfangreichen, in starkem Maße auch überregional ausgerichteten Ökosystemdienstleistungen betreffen. C.1: Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen Die bau- und siedlungskulturelle Vielfalt der Region soll durch zukunftsfähiges Gestalten der Gebäude und Freiräume zum Wohnen, Arbeiten, Erholen, für Tourismus und Kultur unter Verwendung ortstypischer Elemente und lokaler Bautraditionen gesichert werden. Dabei wird auf die nachhaltige Nutzung der Dorfkerne orientiert. Weitere Qualitätsverbesserungen im Straßen- und Fußwegenetz der Kommunen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Reduzierung von Emissionen sollen erreicht werden. Nicht genutzte bzw. unternutzte Gebäude- und Infrastrukturen müssen weiter der demografischen Entwicklung angepasst werden. Interkommunale Zusammenarbeit und strategisches Vorgehen sollen zu

72 72 Strategische Ziele nachhaltigen Lösungen führen, die auch die privaten Grundstückseigentümer einbeziehen. Durch aktives Gebäudemanagement muss einerseits die Wiedernutzung gefördert werden, andererseits können durch Rückbau auch Flächen für neue Nutzungen mobilisiert werden. In Kombination mit einem regionalen Öko-Konto wird ein Beitrag zur Flächensparstrategie des Freistaates geleistet. C.2: Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes Das Westerzgebirge steht für nachhaltigen Arten- und Lebensraumschutz und trägt besonders mit seinen großen NATURA 2000-Gebieten zur Förderung regionaler Biodiversität bei. Auch außerhalb der Schutzgebietskulissen sind vor allem gebietstypische Landschaftselemente zur Sicherung der regionalen Biodiversität und Kulturlandschaft im Sinne der Daseinsvorsorge langfristig zu erhalten. Das Bewusstsein für die ökologische Vielfalt und Einzigartigkeit der Natur- und Kulturlandschaft soll durch Sensibilisierung der Bevölkerung gestärkt werden. In diesem Zusammenhang ist auch vorgesehen, die umfangreichen Leistungen der Region im Rahmen überregionaler Schutzgebiete und des Naturparkes Erzgebirge/Vogtland stärker nach innen und außen zu kommunizieren und in die touristische Wertschöpfung einzubinden. C.3: Nutzung innovativer Technologien zum Klimaschutz Die Region will Nachhaltigkeit im Klimaschutz forcieren. Das Interesse der Bevölkerung und Unternehmen z. B. zur höheren Energieeffizienz, zur nachhaltigen Erzeugung und Nutzung regionaler Energie ist groß. Allerdings werden Informationsdefizite genannt, die abzubauen sind. Bisher gibt es zahlreiche einzelne Aktivitäten in der Region, die weder umfänglich bekannt, noch ausreichend kommuniziert und koordiniert wurden. Hier ist zunächst im Wissenstransfer anzusetzen, um strukturelle Möglichkeiten zum Vorgehen zu entwickeln. Weiterhin sollen regionale, innovative Lösungen zur Energiegewinnung und Energiespeicherung sowie zur Ressourcenrückgewinnung gefunden und erprobt werden. Das Innovationspotential der Region im energetischen Bereich soll gestärkt und genutzt werden. Der Beitrag von LEADER wird sich auf ausgewählte Pilotvorhaben wirksamer entfalten. C.4: Gewährleistung des Boden- und Gewässerschutzes Im Mittelpunkt stehen der vorsorgende Hochwasser- und Erosionsschutz. Für die Landwirtschaft sollen vor allem aufgrund des geringen Anteils an Ackerfläche die Bodenqualität verbessert und Bodenerosion sowie Bodenvernässung verringert werden. Auch auf Forstflächen und Grünland besteht im Hinblick auf zunehmende extreme Wetterereignisse im niederschlagsreichen Westerzgebirge eine steigende Gefahr für Bodenerosionen. Neben den umfangreichen Aufgaben und Zielen des Westerzgebirges im Trinkwasserschutz und in der überregionalen Trinkwasserbereitstellung wollen die Akteure die Sicherung lokaler Trinkwasserquellen voranbringen. Über LEADER soll ein Beitrag zum Aufbau von Notwasserversorgungseinrichtungen bei nicht mehr in Anspruch genommenen Standorten der Trinkwasserquellen geleistet werden. Querschnittsziele Die regionale Partnerschaft hat in ihrer Entwicklungsstrategie weiterhin Querschnittsziele aufgenommen, die sich aus übergeordneten Herausforderungen begründen. Die Querschnittsziele gelten für alle Vorhaben und finden sich in den Kriterien der Vorhabenauswahl sowie im Bonussystem des Aktionsplanes wieder. Das EU-Querschnittsziel-Chancengleichheit, nicht - Diskriminierung und Gleichstellung von Männern und Frauen trifft für jede Maßnahme zu und ist als Grundvoraussetzung von allen Vorhaben zu erfüllen. Zur Umsetzung dieses Zieles wurde in den Koordinierungskreis eine Gleichstellungsbeauftrage berufen. Regionaler Handlungsspielraum Die regionale Partnerschaft hat sich mit den strategischen Zielen und der Zielstruktur auf Schwerpunkte der regionalen Entwicklung festgelegt. Angesichts des verfügbaren Budgets sind prioritär zu unterstützende Ziele definiert worden. Mit der Priorisierung der Ziele und dem Aktionsplan soll unter Anwendung der Auswahlkriterien die möglichst größte Wirkung der finanziellen Mittel erreicht werden. Dabei wird vor allem am Grundsatz der Nachhaltigkeit in seiner ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension orientiert. Insofern stehen langfristige Vernetzungen und Kooperationen im Mittelpunkt.

73 Strategische Ziele 73 Eine qualifizierte Prozesssteuerung ist zentraler Bestandteil der Strategie. Sie soll auf das Zusammenwirken der verschiedenen Finanzierungsquellen, insbesondere der Integration der Strukturfonds hinwirken. Den hier bestehenden Handlungsspielraum wollen die Akteure verstärkt ausschöpfen. Angesichts der bereits mit der Erstellung der LES vorliegenden rd. 350 Ideen für Vorhaben wird deutlich, dass ein erheblicher Umfang der regionalen Entwicklung außerhalb des LEADER-Budgets umgesetzt werden muss. Besonders für die weitere Ausprägung und Zusammenarbeit der Stadt-Umlandbeziehungen sind Synergien zu erschließen. Die Akteure wollen intensiv weitere Finanzierungsquellen, z. B. im Rahmen von Länder- und Bundesinitiativen, Mobilisierung von privatem Kapital, die Nutzung von Stiftungsvermögen u. ä. als Handlungsspielraum zur Ergänzung der LEADER-Mittel nutzen. Hierfür soll eine geeignete regionale Bündelung erfolgen. Selbstverständlich wird die Beteiligung der Bürger und die Mobilisierung von privatem Kapital als grundlegender Ansatz verstärkt genutzt. Oftmals bedarf es relativ weniger finanzieller Mittel und geeigneter Vernetzungen, um nachhaltig bürgerschaftlich organisierte Strukturen zu aktivieren. In diesem Zusammenhang kommt Würdigung und Kommunikation des Erreichten ein wesentlicher Stellenwert zu. Es wird eine verstärkte zukunftsorientierte Kommunikation nach innen und außen verfolgt. Hierbei stehen die Potentiale und Leistungen der Region im Mittelpunkt. Die Besonderheit des Westerzgebirges (auch innerhalb des Erzgebirges z. B. bezüglich Natur, Kultur, Sport, Traditionen, Menschen) soll noch mehr als Potential zur Imagebildung genutzt werden. 3.3 Priorisierung der Ziele und Zielindikatoren Nach Herausbildung der Handlungsbedarfe und im Zuge der Zielstrukturierung standen die Akteure auch vor der Aufgabe, ihre Ziele zu priorisieren. Diese erfolgte mit einer standardisierten Punktbewertung durch Akteure im Rahmen der thematischen Arbeitsgruppen und durch Bürger, die sich in zwei Bürgerveranstaltungen über den Stand der Erarbeitung informierten. Im Rankingergebnis zeigen sich keine relevanten Unterschiede zwischen beiden Bewertergruppen. Insofern ergab sich ein Gesamtergebnis nach (Tabelle 6 64 ). Mit Blick auf die Auskömmlichkeit des LEADER-Budgets verständigten sich die Akteure auf 4 Prioritäten der Ziele, von denen die Prioritäten 1 bis 3 die LEADER-Ziele (Budgetrelevante Ziele) bilden. Die Prioritäten gelten auch für die entsprechenden zielbezogenen Maßnahmen. Zielübergreifende Maßnahmen sollen die Priorität 1 erhalten, da von ihnen der größte Mehrwert erwartet wird. C.1 B.2 A.1 C.2 B.1 A.2 B.3 A.3 C.3 B.4 C.4 Maßnahmeziel Punkte Arbeitsgruppen Punkte Bürgerinfo Punkte gesamt Anteil in Prozent Ranking Priorität Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen , Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft , Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen , Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes , Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften , Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale , Stärkung des Innovationpotentials der gewerblichen Wirtschaft , Verbesserung der gesellschaftlichen Integration , Nutzung innovativer Technologien zum Klimaschutz , Verbesserung der defizitären Fachkräftesituation , Gewährleistung des Boden- und Gewässerschutzes , ,00 Tabelle 6: Bewertungen der Ziele durch Akteure und Einwohner 64 (Datenquelle Priorisierung: Bewertung durch die Mitglieder der Arbeitsgruppen und die Teilnehmer der Bürgerveranstaltungen, 2014)

74 74 Strategische Ziele Zielindikatoren Die Entwicklung der Indikatoren wurde thematisch auf Maßnahmeebene angesetzt (Abschnitt 4.5) sowie für Struktur- und Prozessziele und Ziele für das Regionalmanagement (Abschnitt 5.6) vorgenommen. Diese Strukturierung der Indikatoren soll neben der thematischen Zielsteuerung auch die indikative Steuerung der Organisations- und Arbeitsstrukturen zur Sicherung der Prozessqualität erlauben. Die Indikatoren sind in den genannten Abschnitten zusammengestellt. Ergänzende Parameter werden im Monitoringsystem geführt (Abschnitt 6.3). 3.4 Übereinstimmung mit den übergeordneten Programmen und Strategien Die strategischen Ziele der Region ordnen sich ein in die EUROPA-2020-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Zu den fünf Kernzielen der Wachstumsstrategie (1 - Beschäftigung, 2 - Forschung und Innovation, 3 - Klimaschutz und Energie, 4 - Bessere Bildung, 5 - Armutsbekämpfung) leisten die Ziele der Region Beiträge. Unter Beachtung der Zielstellungen der Strategie EUROPA 2020 und der für die Entwicklung des ländlichen Raums definierten Ziele im Rahmen der GAP gem. Art. 4 ELER-VO ist die sächsische Strategie des EPLR auf drei Hauptanliegen ausgerichtet. Die LES muss insbesondere dem Hauptanliegen 1 des EPLR entsprechen. Darüber hinaus können auch die Hauptanliegen 2 und 3 unterstützt werden: 1) Unterstützung der Entwicklung des ländlichen Raums unter Beachtung der spezifischen und lokalen Bedürfnisse insbesondere mit Blick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels durch verstärkte Entscheidungskompetenz und Verantwortung auf lokaler Ebene 2) Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft und anderer Landbewirtschafter im Kontext mit umweltund klimafreundlicher sowie naturschutzgerechter Bewirtschaftung, um so einen wesentlichen Beitrag sowohl zu Umweltzielen als auch zur Wiederherstellung und Sicherung der biologischen Vielfalt zu leisten 3) Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft bei der Umstellung zu energieeffizienten, emissionsarmen Bewirtschaftungsweisen und der Implementierung von Innovationen, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern. Für die Verwirklichung der Hauptanliegen wurden im EPLR Schwerpunktbereiche der Unionsprioritäten gem. Art. 5 der ELER-VO primär programmiert: 2a), 3a), 4a), 4b), 4c), 5b), 5c), 5d), 5e), 6a), 6b). 65 Der multisektorale strategische Zielansatz der Region Westerzgebirge wirkt in den primär im EPLR programmierten Schwerpunktbereichen der Unionsprioritäten (Tabelle 7). Zu den nicht durch LEADER angesprochenen Unionsprioritäten stehen die Ziele der LES nicht im Widerspruch. Die Detailübersicht zu den sechs Zielen und ihren Schwerpunktbereichen enthält Anlage 5. Damit wird den Zielstellungen des EPLR entsprochen. Darüber hinaus umfasst das Zielsystem der Region auch thematische Ziele der ESIF-VO, die durch den EFRE und den ESF bedient werden. Durch die strukturierte Zielsteuerung sollen Synergieeffekte beim Einsatz der Fonds erreicht werden. 65 (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Entwicklungsplan für den ländlichen Raum, 2014)

75 Strategische Ziele 75 Ziele Westerzgebirge A. Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität Beitrag Kernziele A. 1 Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen 5, 4 6 b A. 2 Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale 5, 4 6 b A. 3 Verbesserung der gesellschaftlichen Integration 5 6 b B. Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz B. 1 Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften 1, 2 6 a, 6 b B. 2 Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft 1 6 b B. 3 Stärkung des Innovationspotentials der gewerblichen Wirtschaft 1, 2, 3 6 a, 6 b B. 4 Verbesserung der defizitären Fachkräftesituation 1, 4 6 a, 6 b C. Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen Beitrag Unionsprioritäten C. 1 Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen 5, 3 4 (a-c), 6 b C. 2 Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes 3 4 (a-c), 6 b C. 3 Nutzung innovativer Technologien zum Klimaschutz 3, 2 5 (a-e) C. 4 Gewährleistung des Boden- und Gewässerschutzes 3 4 (a-c), 5 (a-e) Prioritäre Ziele für LEADER Tabelle 7: Zuordnung der Maßnahmeziele zu den Kernzielen der EUROPA-2020-Strategie und den Unionsprioritäten des EPLR 3.5 Beitrag zu den LEADER-spezifischen Indikatoren des EPLR Bezeichnung Indikator Zielwert 2020 Anteil der Bevölkerung im ländlichen Raum, für die lokale Entwicklungsstrategien gelten (in %) Bevölkerung im ländlichen Raum, für die lokale Entwicklungstrategien gelten Sachsen 66 Westerzgebirge In unterstützten Projekten geschaffene Arbeitsplätze (LEADER) /7 1) 1) 150 Arbeitsplätze im Rahmen LEADER-Prozess insgesamt, davon aktuell 30 in Arbeitsgruppen abgestimmt, mindestens 7 direkt durch LEADER finanzierte Vorhaben; 750 gesicherte Arbeitsplätze Tabelle 8: Zielindikatoren des EPLR und Region Westerzgebirge Indikator Wert Sachsen 67 Westerzgebirge Zahl der ausgewählten lokalen Aktionsgruppen 29 1 Von einer lokalen Aktionsgruppe abgedeckte Personen Öffentliche Gesamtausgaben EUR - Unterstützung für die Durchführung von Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Maßnahmen zur lokalen Entwicklung (19.2) Öffentliche Gesamtausgaben EUR - Vorbereitung und Durchführung von Kooperationsmaßnahmen zur lokalen Aktionsgruppe (19.3) Öffentliche Gesamtausgaben EUR - Unterstützung für laufende Kosten und Sensibilisierung (19.4) Tabelle 9: Outputindikatoren des EPLR und Region Westerzgebirge (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Entwicklungsplan für den ländlichen Raum, 2014) 67 (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Entwicklungsplan für den ländlichen Raum, 2014)

76 76 Strategische Ziele 3.6 Erläuterung der integrierten, multisektoralen und innovativen Merkmale der Strategie Die Strategie ist integriert und multisektoral angelegt: - Mit den drei strategischen Zielen der regionalen Partnerschaft werden übergreifende soziale, ökonomische und ökologische Potentiale und Bedarfe angesprochen. - Vernetzung und Kooperation sind zentrale Bestandteile der lokalen Entwicklungsstrategie und werden als übergeordnete Leitlinie betrachtet. Kooperative Strukturen und Vorhaben werten jedes Einzelvorhaben auf, in den Auswahlkriterien und Fördersätzen sind entsprechende Kriterien zur Steuerung eingearbeitet. Die Weiterentwicklung in der Region etablierter Netzwerke wird angestrebt. Verschiedene Maßnahmen sind im Kern auf die Schaffung von Kooperationen zur Erhöhung der Wertschöpfung ausgelegt. - Die gebietsübergreifende Zusammenarbeit zu den angrenzenden Regionen nimmt einen neuen Stellenwert ein. Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Partnerregionen soll in Verbindlichkeit und thematischer Vielfalt auf eine neue Qualitätsstufe gehoben werden. - Der integrierte multisektorale Ansatz dokumentiert sich in der Prozessentwicklung zur Erstellung der LES. In der regionalen Partnerschaft sind Akteure zusammengekommen, die aus unterschiedlichsten Bereichen und mit unterschiedlichem Wissen die Strategie für die Region bestimmt haben. Deutlich wird dies in der Kompetenzstruktur der entstandenen LAG. Regionale Akteure mit sektorübergreifender Kompetenz und für die Strategie maßgebliche Institutionen sind vertreten (z. B. IHK, Regionalplanung, Arbeitsförderung, Naturschutz, Sozialwesen, Eurigio Egrensis u. a.), es sind übergreifende Verwaltungsstrukturen integriert. - Ein leistungsfähiges Regionalmanagement zur Prozesssteuerung soll eingesetzt werden. Die schon jetzt bestehenden Kommunikationsstrukturen hinsichtlich der Strukturfonds und dem Ziel-3-Bereich werden ausgebaut. Der abgestimmte Einsatz von finanziellen Mitteln aus den ESI-Fonds wird angestrebt. - Die Strategie ist angesichts der demografischen Herausforderungen auf ein weiteres Zusammenrücken der Städte und Gemeinden angelegt. Nicht nur die Zusammenarbeit im Rahmen der Städteverbünde, sondern vor allem die Ausgestaltung der Stadt-Land-Beziehungen stehen im Vordergrund. - In der Wirtschaft sollen Unternehmen stärker vernetzt werden, um durch sektorübergreifende Kooperationen regionale Kreisläufe und höhere Wertschöpfung zu generieren. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt in der tieferen Verzahnung von Wirtschaft und Bildung. Dies betrifft über Branchen hinweg berufsorientierende Maßnahmen für Jugendliche und praxisorientierte Qualifizierungsangebote. - Zur Entwicklung des Tourismus wird die Ausweitung der multisektoralen Zusammenarbeit angestrebt. Durch Verknüpfung touristischer Aktivitäten zwischen den Teilräumen sollen Kommunikationen und Wissenstransfer verbessert sowie Abläufe gestaltet werden. Die Zusammenarbeit von Betrieben aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Natur und Kultur, Freizeit und Sport mit touristischen Leistungsanbietern werden erweitert. - Zum nachhaltigen Schutz der regionalen Natur- und Kulturlandschaft wird mit der Strategie verstärkt auf Vernetzung im Rahmen des gebietsübergreifenden Naturparkes Erzgebirge/Vogtland gesetzt. Hierzu soll auch ein überregional ausstrahlendes Kräuterkompetenzzentrum aufgebaut werden. Die Strategie enthält innovative Elemente, z. B.: - Innovation spielt im Bereich der regionalen Energiewirtschaft in der Strategie eine herausragende Rolle - das Interesse der Bevölkerung am Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung und -nutzung wurde aufgegriffen. Es soll durch Aufklärung und Beratung eine nachhaltige Effizienzsteigerung erreicht werden. Über Pilotvorhaben soll Know-How der Region für innovative Lösungen mobilisiert werden. Mit professioneller Information und Beratung sollen zukunftsfähige Konzepte und Vorhaben initiiert werden.

77 Strategische Ziele 77 - Zur Gewährleistung individueller Mobilität für alle Einwohner und Gäste wird das öffentliche Verkehrsnetz bedarfsgerecht angepasst. Hierfür sind innovative Lösungen gefragt. - Die Zusammenarbeit zwischen Kultur, Bildung, Tourismus soll forciert werden, um das Wissen über regionale Kultur zu stärken und nachhaltig in Wertschöpfungskreisläufe einzubinden. In diesem Rahmen ist die Strategie auf Wissensvermittlung über Biodiversität und Ökosysteme ausgelegt. Es soll eine qualifizierte und innovative Wissensvermittlung durch Naturführer und Kräuterpädagogen etabliert werden. - Durch bedarfsgerechte Ergänzung bestehender Nahversorgungsstrukturen um flexible/bürgerschaftlich organisierte Lösungen (z. B. Hol- und Bringeservice, Genossenschaftsmodelle) wird die flächendeckende Nahversorgung aller Einwohner angestrebt.

78 78 Aktionsplan 4 Aktionsplan Der Aktionsplan enthält die Maßnahmen, die zum Erreichen der sechs prioritär von LEADER angesprochenen Ziele genutzt werden sollen. Die Maßnahmen werden beschrieben und sind den Zielen zugeordnet. Für jede Maßnahme haben die Akteure die Zuwendungsempfänger und die Fördersätze bestimmt. Mit Blick auf die Durchführung des Förderverfahrens sind allgemeine und besondere Zuwendungsvoraussetzungen sowie Vorgaben zu den einzureichenden Unterlagen festgelegt. Die dafür erforderliche Konkretisierung der Fördergegenstände und Förderbedingungen wurde auf Grundlage der Erfahrungen der letzten Förderperiode und mit Unterstützung der zuständigen Bewilligungsbehörden bei den Landratsämtern erreicht. Mit den Maßnahmen werden die Zielindikatoren definiert und zusammengefasst aufgeführt. Schließlich enthält der Aktionsplan die maßnahmespezifische Aufschlüsselung des LEADER-Budgets. 4.1 Übersicht der vorgesehenen Maßnahmen Im Folgenden sind vorgesehene Maßnahmen für LEADER nach Zielen und in der Zuordnung zum investiven und nicht investiven Bereich dargestellt. Maßnahmeziele Maßnahmen Strategische Ziele A: Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität A.1 Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen investiv A.1.1 Schaffung von Wohnraum in dörflicher Bausubstanz x A.1.2 Barrierereduktion in öffentlichen Räumen sowie Gestaltung von Freianlagen und Plätzen x nicht investiv A.1.3 Bauliche Investitionen für nichtgewerbliche Grundversorgungseinrichtungen x A.1.4 Dörfer in Aktion x x A.2 Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale A.2.1 Vereinsanlagen und deren Ausstattung x A.2.2 Aufbau und Erhalt von Netzwerken zur Inklusion x x A.2.3 Bauliche Investitionen in Objekte ländliches Kulturerbe Strategische Ziele B: Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz B.1 Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften B.1.1 Aufbau und Qualifizierung von regionalen Wertschöpfungspartnerschaften x x x B.1.2 Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse x x B.1.3 Unterstützung privatwirtschaftlicher Initiativen für dorftypische/traditionelle Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungen und Versorgung x x B.2 Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft B.2.1 Investive Vorhaben zum Landtourismus x B.2.2 Erweiterung und Qualitätssteigerung von Beherbergungskapazitäten x B.2.3 Ausbau des Radwegenetzes x Strategische Ziele C: Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen C.1 Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen C.1.1 Ausstattung von Grundversorgungseinrichtungen x C.1.2 Ausbau von Ortsstraßen und Gehwegen x C.1.3 Abbruch von baulichen Anlagen und Flächenentsiegelung x C.2 Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes C.2.1 Aus- bzw. Weiterbildung von Akteuren zur Verbesserung der Biodiversität C.2.2 Sensibilisierung für Biodiversität x x x C.2.3 Erhalt von gebietstypischen Landschaftselementen x C.2.4 Pflanzungen und Anlagen zum Schutz von Ortslagen x

79 Aktionsplan 79 Maßnahmeziele Zielübergreifende Maßnahmen Maßnahmen investiv nicht investiv Z.1 Zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Z.1.1 Betreiben der Lokalen Aktionsgruppe Westerzgebirge einschließlich Regionalmanagement und Entscheidungsgremium der LAG x Z.1.2 Sensibilisierung von LEADER-Akteuren x Z.1.3 Konzeptionelle Vorbereitung, Begleitung, Koordinierung von prozessbezogenen Vorhaben sowie Qualifizierung von LEADER-Akteuren x Z.1.4 Vorbereitung von Kooperationsvorhaben der LAG (gebietsübergreifend und transnational) x Z.1.5 Durchführung von Kooperationsvorhaben in den LAG (gebietsübergreifend und transnational) x x Z.2 Weitere zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Z.2.1 Etablierung innovativer Kommunikationssysteme für die Entwicklung und Verbesserung von Partnerschaften x x Z.2.2 Regionale, innovative Energieeigengewinnung und Energiespeicherung sowie neue Technologien zur Ressourcenrückgewinnung x x Z.2.3 Verfahren der ländlichen Neuordnung x x 4.2 Allgemeine Voraussetzungen Grundsätzlich gelten die Bestimmungen der Richtlinie des SMUL zur Umsetzung von LEADER-Entwicklungsstrategien (RL LEADER/2015). Für die Region Westerzgebirge hat die LAG weitere Kohärenzkriterien definiert: Zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie soll auch die Fachförderung einbezogen werden. Einige Fachförderprogramme werden vorrangig vor der LEADER-Förderung behandelt. Für die Inanspruchnahme von LEADER-Mitteln ist in diesen Fällen ein Negativbescheid der zuständigen Bewilligungsbehörde der Fachförderung beizubringen. Die jeweiligen Vorrangregeln sind in den Aktionsplänen aufgeführt. Ländliche Gebäude umfassen keine Gebäude nach dem Baujahr 1965 und keine Geschossbauten über vier Geschosse, einschließlich Erdgeschoss. Ein Gebäude gilt auch dann als leerstehend oder ungenutzt, wenn sich Teile des Gebäudes in Nutzung befinden. Förderfähig ist der leerstehende oder ungenutzte Teil. Eine Wieder- oder Umnutzung eines Gebäudes ist zuwendungsfähig, wenn mindestens 35 % der konstruktiven Außenhülle erhalten bleiben und keine wesentliche Änderung der Kubatur erfolgt. Für alle baulichen Maßnahmen bilden die DIN 276 (Hochbau) und die AKS 85 (Tiefbau) des Bauwesens die Grundlage zur Ermittlung der Vorhabenkosten sowie zur Ermittlung des Honorars für Architekten und Ingenieure. Bei baulichen Vorhaben (Umnutzung, Wiedernutzung, Sanierung oder Modernisierung) ist die Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der jeweils gültigen Fassung nachzuweisen. Diese Kohärenzkriterien werden zum Zeitpunkt der Vorhabenauswahl abschließend durch die LAG geprüft. Weiterhin gibt die LAG folgende Hinweise: Bei baulichen Vorhaben (Gebäude, Straßen, Wege, Plätze und sonstige Freianlagen) sollten die Hinweise zur regionalen Baukultur eingehalten werden (Anlage 6). Für Pflanzungen sollen heimische Gehölzarten eingesetzt werden (Anlage 7). Nicht förderfähig ist Grunderwerb, einschließlich der Nebenkosten. Nicht förderfähig sind Sachleistungen gem. Art. 61 Abs. 3 ELER-VO. Abschreibungen sind von der Unterstützung ausgeschlossen, soweit diese nicht in den indirekten Kosten nach Art. 68 ESIF-VO enthalten sind. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung der Förderung besteht nicht. Die rechtskräftige Förderzusage erhält der Antragsteller von der jeweils zuständigen Bewilligungsbehörde.

80 80 Aktionsplan 4.3 Festlegung der Fördersätze Bei der Gestaltung der Fördersatztabelle hat die LAG den Ansatz verfolgt, eine differenzierte, zielorientierte Förderung bei sparsamer Mittelverwendung zu erreichen. Die Grundlage dazu bildeten folgende Eckpunkte: es soll ein Fördermittelrahmen entstehen, der zur Zielerfüllung stimuliert es werden variable Fördersätze mit Unter- und Obergrenzen definiert es werden minimale und maximale absolute Förderhöhen festgelegt es wird eine differenzierte Unterstützung bzgl. Antragstellergruppen eingerichtet und es muss das verfügbare Budget berücksichtigt werden. Im Ergebnis hat man sich auf ein System verständigt, welches auf einem Basisfördersatz (auch minimaler Fördersatz) und zielorientierten Zuschlägen beruht. Die Bandbreite der festgelegten Fördersätze und Zuschüsse ist in Tabelle 10 dargestellt. Gegenüber der letzten Förderperiode wurde die Gruppierung der Antragsteller erweitert (10 Gruppen). Damit ist vom Ansatz her bereits eine differenzierte Förderung abgebildet. So sollen z. B. Antragsteller mit privatem, bürgerschaftlichem oder kooperativem Hintergrund stärker gefördert werden. Hierbei ging es der LAG vor allem darum, die guten Ideen der Bürger, die sich in der Region meist ehrenamtlich engagieren, über eine stärkere Förderung von Vereinen bei der Gestaltung der Zukunft intensiver einzubeziehen. Die Spanne zwischen minimalem und maximalem Fördersatz wird über zielorientierte Zuschläge auf den Basisfördersatz generiert. Diese Zuschläge sind maßnahmebezogen angelegt und wurden für Kriterien bzgl. regionaler Bedeutung, Multifunktionalität, Barrierereduktion, Demografie, Baukultur, Gemeinnützigkeit, Inklusion und Gender, Vernetzung und Kooperation, Innovation u. a. vereinbart (Übersicht der Kriterien in Anlage 8). Im Regelfall wird der Basisfördersatz pro erfülltem Kriterium um 10 Prozentpunkte erhöht (in Einzelfällen um 5 bzw. 20 Prozentpunkte). Bei der Definition der Kriterien war wesentlich, dass diese objektiv und bereits aus den Antragsunterlagen feststellbar und nachweisbar sind. Die einzelnen Kriterien sind bei der Darstellung jeder Maßnahme aufgeführt. Antragsteller minimaler Fördersatz (in %) maximaler Fördersatz (in %) minimaler Zuschuss nicht investiv (in EUR) minimaler Zuschuss investiv (in EUR) maximaler Zuschuss (in EUR) Natürliche Personen Gebietskörperschaften Kommunale Zweckverbände Unternehmen, gilt nur außerhalb beihilferelevanter Tatbestände Kirche (investiv) Kirche eingetragene Vereine Landkreis Stiftungen LAG Tabelle 10: Fördersätze und Zuschüsse

81 Aktionsplan Darstellung der Maßnahmen Es werden die Maßnahmen zum Erreichen der Ziele entsprechend der Zielstruktur vorgestellt. Neben der Kurzbeschreibung der Maßnahmen sind die Bedarfe der Region benannt (entsprechend Abschnitt 2.4), die die Maßnahme aufgreift. Der Bezug zu EPLR wird hergestellt (siehe auch Anlage 9). Abstimmungsbedarf zu Planungen und Beispiele für Vorhaben ergänzen die Darstellung der Maßnahme. Für jedes prioritäre Maßnahmeziel werden zugeordnete Maßnahmen einschließlich der festgelegten Förderhöhen tabellarisch zusammengefasst. Die weitere Konkretisierung der Maßnahmen enthält Anlage 10 (Details Aktionspläne). Die Gesamtübersicht der LEADER-Maßnahmen innerhalb der Zielstruktur wird in Anlage 11 gezeigt Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen A.1.1 Schaffung von Wohnraum in dörflicher Bausubstanz Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zur Verbesserung der Wohnraumsituation für den Eigenbedarf durch Um- und Wiedernutzung leerstehender Bausubstanz. Die Maßnahme wird in Fortführung vieler erfolgreicher Vorhaben der letzten Förderperiode noch zielgerichteter angeboten. Vor allem junge Familien und generationsübergreifendes Wohnen stehen neben den siedlungsstrukturellen Zielen im Fokus. Bleibebereitschaft junger Familien und Attraktivität des (Heimat-)Wohnstandorts von Rückkehrern sollen gestärkt werden. Das individuelle Wohnen auf dem Land im Westerzgebirge wird als Markenzeichen für Lebensqualität entwickelt. Die Maßnahme trägt auch dazu bei, die Identität des ländlichen Raumes mit lebendigen Orten zu wahren. Die hohe Überalterung in der demografischen Entwicklung wird abgefedert, die dörfliche Gemeinschaft belebt. Weiterhin werden Beiträge zu Boden- und Klimaschutz erreicht (keine Neuversiegelung des Bodens, hohe Energieeffizienz, Verwendung erneuerbarer Energien oder die Anwendung ressourcenschonender Bauweisen). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D3, B-D5, B-D9, B-S3; Bezug EPLR: B40] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) Johanngeorgenstadt, Oberwiesenthal, INSEK Schneeberg, Schwarzenberg Integriertes Stadtentwicklungskonzept (SEKO) Lauter, Aue Ortsentwicklungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Umnutzung einer Scheune zum Wohngebäude/Privat Wiederherrichtung eines Dreiseithofes für junge Familie/ Privat Kurzbeschreibung Vorhaben Die Umnutzung soll unter Beibehaltung der vorhandenen Konstruktionen erfolgen und in der Außenansicht das Ortsbild verbessern. Es entsteht bedarfsgerechter Wohnraum für eine junge Familie. Ein leerstehendes ehemaliges Bauerngehöft soll unter Einsatz erneuerbarer Energien, alters- und mehrgenerationsgerechter Sanierung Wohnraum und Lebensmittelpunkt für eine junge Familie werden. Insbesondere für Kinder soll ein großzügiger Bereich bereitgestellt werden. Die ortsbildprägende Charakteristik des Anwesens für die Dorfmitte soll im Wesentlichen erhalten bleiben (Hofseite mit Fachwerk, Naturschiefer an Fassade und Dach).

82 82 Aktionsplan A.1.2 Barrierereduktion in öffentlichen Räumen und Gestaltung von Freianlagen und Plätzen Beschreibung Durch investive Vorhaben zum Abbau von Barrieren in öffentlichen Räumen sollen Zugang und Aufenthaltsqualität für Menschen mit Behinderungen verbessert werden (Zugang und Nutzung von öffentlich zugänglichen Plätzen, Gebäuden und Einrichtungen). Eingeschlossen sind hier Vorhaben zur Verbesserung der Mobilität in der Schnittstelle zum ÖPNV. Die Maßnahme umfasst zudem die Aufwertung von öffentlich zugänglichen Freiflächen in Ortslagen (Plätze, Grünflächen, Spielplätze, Parkanlagen u. a.). Durch Aufwertung des Freiraums unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen Funktionen (Erholen, Begegnen, Aktionen, Multifunktionalität u. a.) und Einbindung ortstypischer Elemente (Grünflächen, Bäume, Teiche, Wege, Denkmale u. a.) sollen das Ortsbild und die Qualität des öffentlichen Lebens gestärkt werden. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D2, B-D5, B-S1, B-T5; Bezug EPLR: B40, B41] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit RVE Studien zur Mobilität/barrierefreie Haltestellen Ortsentwicklungskonzepte Demografiekonzepte Landkreise Betreuungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Umgestaltung Dorfplatz Carlsfeld/ Gebietskörperschaft Dorf-Begegnungsplatz in Waschleithe/Gebietskörperschaft Errichtung eines Abenteuerspielplatzes an der Hauptstraße/ Gebietskörperschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofsvorplatzes soll ein zentraler Dorfplatz errichtet werden. Die Einbindung des vorhandenen Bahnhofsgebäudes spielt dabei eine zentrale Rolle, da hier eine multifunktionale öffentliche Nutzung im Zusammenhang mit dem übergreifenden Vorhaben Errichtung der Schmalspurbahn Wilzschhaus-Carlsfeld geschaffen wird. Für die Verbesserung der Kommunikation der Einwohner des Erlebnisdorfes Waschleithe mit den Gästen soll am Haus der Vereine/Tierpark ein Begegnungsplatz errichtet werden. Hier werden auch Events vorwiegend mit Jugendlichen stattfinden (z. B. erstes internationales Schnitzsymposium mit der Schnitzergilde Erzgebirge) Errichtung eines Abenteuerspielplatzes an der Hauptstraße als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Der Abenteuerspielplatz soll als attraktiver Begegnungs- und Spielbereich mit kurzen Wegen die soziokulturelle Infrastruktur im oberen Ortsteil verbessern und die Standortqualität zum Wohnen für junge Familien erhöhen. A.1.3 Bauliche Investitionen für nichtgewerbliche Grundversorgungseinrichtungen Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zum Erhalt und zur Verbesserung der örtlichen Grundversorgung (Nahversorgung, medizinisch-pflegerische Infrastruktur, Bildung etc.), einschl. Erschließungsflächen. Mit der Maßnahme soll die Bereitstellung von Leistungen der Grundversorgung flächendeckend, in guter Qualität und kontinuierlich auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung gesichert werden. Aufgrund der Schrumpfungsprozesse sind innovative Lösungen gefragt. Die Maßnahme ist zudem auf die Nutzung vorhandener und historisch bedeutsamer bzw. ortsbildprägender Bausubstanz sowie auf den Zugang für benachteiligte Menschen ausgerichtet. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D1, B-D5, B-S2, B-S3, B-S6; Bezug EPLR: B40, B41] auf.

83 Aktionsplan 83 Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Regionale Fachkonzepte Versorgung Ortsentwicklungskonzepte Demografiekonzepte Landkreise kommunale Betreuungs- und Versorgungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Einrichtung eines Zentralarchivs/ Gebietskörperschaft Innovative Daseinsvorsorge - Einrichtung und Betrieb eines kommunalen poliklinischen Zentrums/Gebietskörperschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Vereine, Uranbergbaumuseum, Kurgesellschaft, Wohnungsgesellschaft, Gemeinde verfügen über einen gewaltigen Archivbestand. Die Lagerung ist auf verschiedene Orte verteilt und teilweise nicht optimal. Ein Zentralarchiv durch Umbau der Turnhalle am Rathaus soll optimale Bedingungen schaffen und den Zugang erleichtern. Zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung und medizinischen Sicherstellung der lokalen Unternehmen soll ein kommunales multifunktionales medizinisches Versorgungszentrum eingerichtet und gemeinsam mit einem regionalen medizinischen Dienstleister betrieben werden. Neben verschiedenen Arztpraxen ist eine Gemeindeschwesternstation vorgesehen. Diese wird neue Wege insbesondere in der Schmerzprävention für Patienten in ländlichen Räumen beschreiten. Ein Patientenfahrdienst und ein mobiler Apothekenservice werden eingebunden. A.1.4 Dörfer in Aktion Beschreibung Förderung zur Sicherung des ehrenamtlichen Engagements als zunehmend bedeutsamer Teil der Lebensqualität im ländlichen Raum. Mit der Maßnahme sollen über Wettbewerbe viele und unterschiedliche Aktivitäten gezielt und unbürokratisch unterstützt werden. Die Vorhaben können zur Stärkung der Orte und der Region im Zusammenhalt, in ihrer kulturellen oder geschichtlichen Bedeutung, in ihrer Attraktivität oder zur Teilhabe und besonderer Aktivitäten der Bürgerschaft beitragen. Durch den Wettbewerb sollen gute Ideen gefunden werden, bei denen das bürgerschaftliche Engagement besonders erkennbar ist. Dies ist an eine Mindestpersonenzahl (10 aktive Bürgerinnen und Bürger) und eine Mindeststundenzahl (mindestens 80 h gemeinsame Tätigkeit) gebunden. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D7, B-W6, B-W7] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit abhängig von der jeweiligen thematischen Ausrichtung, vorrangig Abstimmung mit öffentlichen und wirtschaftlichen lokalen Planungen

84 84 Aktionsplan Priorität 2 Prioritäres Maßnahmeziel A.1 Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen Maßnahmenübergreifender Indikator Verbesserungen in allen Kommunen, in mindestens 30 % der Orte der Region, mindestens 5 beispielhafte Lösungen Indikator Anzahl barrierereduzierter Anzahl unterstützter Anzahl erhaltener Einrichtungen Anzahl Personen, Personen/ Familien historisch wertvoller Bausubstanz und Plätze einschließlich ÖPNV- Haltepunkte die begünstigt werden Versorgungsfläche in m² Versorgte Einwohner Anzahl Wettbewerbe Regionale Wirksamkeit - Anteil Kommunen, in denen Teilnehmer erreicht werden (in %) Ausgangslage Zielzustand / > 50 Maßnahme A.1.1 Schaffung von Wohnraum in dörflicher Bausubstanz A.1.2 Barrierereduktion in öffentlichen Räumen sowie Gestaltung von Freianlagen und Plätzen A.1.3 Bauliche Investitionen für nichtgewerbliche Grundversorgungseinrichtungen A.1.4 Dörfer in Aktion Erläuterung Verbesserung der Wohnraumsituation durch Um- und Wiedernutzung leerstehender Bausubstanz mit Schwerpunkt junge Familien und generationenübergreifendes Wohnen Unterstützung dörflicher Siedlungs- und Baustrukturen Investive Maßnahme unter besonderer Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zur Aufwertung von öffentlichen Räumen (Gebäude, Freianlagen und Plätze) und zur Verbesserung des Ortsbildes; Schwerpunkt ist der Ausbau von Frei-, Begegnungs- und Aktionsräumen für multifunktionale und generationenübergreifende Nutzung Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung und Daseinsvorsorge Wettbewerbe zur Vergabe regionaler Sachkostenzuschüsse für Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich aktiv für ihre Dorfgemeinschaft oder die Region Westerzgebirge engagieren Fonds ELER ELER ELER ELER ELER Priorität 6b 6b 6b 6b Förderhöhen nach Antragsteller Natürliche Personen Gebietskörperschaften Kirche Gebietskörperschaften Kirche Rechtsfähige Vereine Zukunft Westerzgebirge e. V. oder andere gemeinnützige Vereine im Auftrag der LAG - Basisfördersatz in % Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz jeweils + 10 jeweils + 10 jeweils in Prozentpunkten - je Kind - je Generation (> 2) - Einbindung der Bürger bei der Planung - Stärkung Innenentwicklung - Umnutzung leerstehender Bausubstanz - gemeinnütziger Verein als Antragsteller - Denkmal oder historisch wertvolle Bausubstanz - ökologische Bauweise/Versiegelungsgrad - Denkmal - junge Familie (Antragsteller oder Nutzer < 35 Jahre) < 60 % + 20 für Barrierereduktion - Multifunktionalität - Barrierereduktion - Maximaler Fördersatz in % Bemerkungen Regelungen zur Fachförderung Vorrang Denkmalschutzförderung (SächsDSchföVO) Vorrang Denkmalschutzförderung (SächsDSchföVO) Ausstattung über Fachförderung Sachkostenzuschuss je Initiative bis maximal EUR

85 Aktionsplan Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale A.2.1 Vereinsanlagen und deren Ausstattung Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements im Rahmen von Vereinstätigkeit. Die Förderung der Ressourcen soll die Qualität ehrenamtlicher Strukturen zur Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders nachhaltig sichern. Die infolge der demografischen Entwicklung notwendigen strukturellen Anpassungen werden unterstützt. Es werden insbesondere Maßnahmen gefördert, die Themen mit hoher Relevanz für die Region betreffen bzw. mit überregionaler Ausstrahlung verbunden sind. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D7, B-D8, B-D9, B-T6; Bezug EPLR: B40, B41, B42] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Ortsentwicklungskonzepte Regionale Tourismuskonzepte Lokale Betreuungs- und Versorgungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Internationales Begegnungszentrum für Bandonion- und Konzertina-Freunde Carlsfeld/Zivilgesellschaft Sanierung und Errichtung einer Mehrzweckhalle/Zivilgesellschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Aufbau eines internationalen Zentrums der Bandonion- und Konzertina-Tradition, das Produktion, Instrument- und Bandonionkultur vor dem Aussterben bewahrt und gleichzeitig neu akzentuiert. Das Zentrum soll Treffpunkt für diese Musikkultur mit überregionaler und internationaler Beteiligung sein. Notenarchiv und Netzwerk auf nationaler und internationaler Basis mit weltweiten Austauschmöglichkeiten; Sammlung und Sicherung von bedrohten historischen Materialien; Schaffung von Weiterbildungs- und Wettbewerbsmöglichkeiten; Erweiterung der kulturellen touristischen Angebote. Sanierung und Umbau einer Halle zu einer Mehrzweckhalle, um ihre Funktionalität zu erhöhen und mit deren verbesserten Voraussetzungen die Grundlagen für die Vorbereitung und Durchführung reitsportlicher Veranstaltungen, wie Turniere, Feriencamps, Freizeitsport und dessen Einbindung in den Tourismusverband Schwarzenberg zu schaffen. A.2.2 Aufbau und Erhalt von Netzwerken zur Inklusion Beschreibung Förderung von Maßnahmen zur Vernetzung und Qualifizierung sowie zur Sensibilisierung von Akteuren und Schaffung von Angeboten zur gegenseitigen Hilfe und zur Integration aller gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere zur Unterstützung von Inklusion und Gleichberechtigung. Hierbei geht es vor allem darum, die bereits vielfältigen Einzelangebote der Region bzw. des Erzgebirges stärker zu vernetzen und wirksamer sowie dauerhaft zu etablieren. Gefördert werden nicht investive Vorhaben (z. B. Netzwerkarbeit, Informationsmaterial, Qualifizierung, Sensibilisierung, Sprachkurse für Zuzügler) und in begrenztem Umfang investive Vorhaben (z. B. Ausstattung Kommunikationsstützpunkte, Beratungsräume, Infopoints). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D4, B-D8] auf.

86 86 Aktionsplan Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Konzepte der Gleichstellungsbeauftragten und der großen sozialen Einrichtungen und Dienstleister der Region Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Integration ausländischer Bürger/ Gebietskörperschaft Aufsuchende Jugendsozialarbeit/ Gebietskörperschaft Erlebnispädagogisches Schulungszentrum/Zivilgesellschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Integration ausländischer Familien mit Arbeitsort und Wohnsitz im OT Erlabrunn der Gemeinde Breitenbrunn aufgrund der Beschäftigungsverhältnisse in den Kliniken Erlabrunn. Erstellung einer Begrüßungsfibel und Schaffung von Angeboten zur Integration in die gesellschaftlichen Prozesse (Wohnumfeld, Kindergärten, Vereinsleben). Die demografische Entwicklung stellt die Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum vor die Herausforderung, ein professionelles, flächendeckendes Angebot für immer weniger Kinder und Jugendliche bereithalten zu müssen und sich dabei den stets ändernden Anforderungen flexibel anzupassen. Genau hier soll das Vorhaben ansetzen: Die aufsuchende Jugendsozialarbeit bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, ihre Kreativität entfalten zu können und unter sich sein zu dürfen. Etablierung einer überregional wirkenden Einrichtung für erlebnispädagogisches Teamtraining (nach Vorgaben BDA) mit Zielgruppen Schüler ab 8. Klasse, Auszubildende, Studenten sowie Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen. Außerdem soll die Ausbildung von Erlebnispädagogen mit geprüftem Abschluss Erlebnispädagoge mit Inhalten - allg. EP - Prozessbegleitung integriert werden. A.2.3 Bauliche Investitionen in Objekte ländliches Kulturerbe Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zum Erhalt bzw. zur Modernisierung von baulichen Objekten des ländlichen Kulturerbes. Vorrangig sollen Objekte der Industrie- und Bergbaugeschichte, thematisch gewidmete Schauanlagen und technische Anlagen als Zeitzeugen einbezogen werden. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D9, B-T6; Bezug EPLR: B40, B42] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Kultur-Leitlinien Erzgebirge-Mittelsachsen UNESCO Weltkulturerbe Montanregion Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Schwibbogen Antonshöhe/ Zivilgesellschaft Schaffung einer Heimatstube mit Verkaufsladen in Beierfeld/Privat Weiterentwicklung der Kulturveranstaltung Kunst- und Kulturherbst Peter-Pauls-Kirche Beierfeld zu einem transnationalen Kulturevent/Zivilgesellschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Das Rondell in Antonshöhe ist der Ortsmittelpunkt mit parkähnlichem Charakter. Um den Charakter der Mitte und des Parkes noch mehr hervorzuheben und die Bewohner und Gäste des Ortes zu erfreuen und Bergbau- sowie Ortsgeschichte zu vermitteln, soll ein ca. 4 m langer Schwibbogen mit Motiven des Bergbaus erbaut werden. In einem über 400 Jahre alten Haus, dessen ursprüngliche Substanz noch weitgehend erhalten ist, soll eine Heimatstube mit Verkaufsladen geschaffen werden. Die Einrichtung ist für die örtlichen erzgebirgs- und kulturhistorischen Vereine zur Wahrung der erzgebirgischen Tradition geplant. Mit dem Vorhaben soll ein etablierter Veranstaltungsort technisch und logistisch soweit aufgerüstet werden, dass Veranstaltungen mit internationalem Charakter durchgeführt werden können. Damit kann ein entscheidender Schritt hin zu einem bedeutenden Kunstzentrum für bildende Künste und die Wahrung der Heimattradition realisiert werden.

87 Aktionsplan 87 Priorität 3 Prioritäres Maßnahmeziel Maßnahmenübergreifender Indikator Indikator Ausgangslage 2014 A.2 Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale Inwertsetzungen in mindestens 50% der Mitgliedskommunen Anzahl unterstützter Vereine 0 Erhöhung des Bekanntheitsgrades von LEADER bei Vereinen x (in 2015 zu erheben) Anzahl erreichter Teilnehmer Anzahl neuer bzw. erhaltener Netzwerke Anzahl gesicherter kultureller Güter und historischer Objekte Erhöhung Besucherfrequenz (in %) x (zu erheben vor Maßnahmebeginn) Zielzustand x + 15 % x + 20 Maßnahme A.2.1 Vereinsanlagen und deren Ausstattung A.2.2 Aufbau und Erhalt von Netzwerken zur Inklusion A.2.3 Bauliche Investitionen in Objekte ländliches Kulturerbe Erläuterungen Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders und des bürgerschaftlichen Engagements unter besonderer Berücksichtigung der vielfältigen nachhaltigen ehrenamtlichen Strukturen Maßnahmen zur Vernetzung und Qualifizierung sowie zur Sensibilisierung von Akteuren und Schaffung von Angeboten zur gegenseitigen Hilfe und zur Integration aller gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere zur Unterstützung von Inklusion und Gleichberechtigung Bewahrung und Entwicklung der Sachzeugen des Kulturerbes als Grundlage der kulturellen Lebensqualität sowie als wichtigen Baustein der touristischen Entwicklung Fonds ELER ELER ELER ELER Priorität 6b 6b 6b Förderhöhen nach Antragsteller Kirche Rechtsfähige Vereine Unternehmen Kirche Rechtsfähige Vereine Gebietskörperschaften Gebietskörperschaften Gebietskörperschaften - Basisfördersatz in % (30 ab 2018) Kirche Rechtsfähige Vereine - Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten jeweils gemeinnütziger Verein als Antragsteller - barrierefrei - multifunktional - Angebote für Inklusion oder Gender - Denkmal jeweils gemeinnütziger Verein als Antragsteller - Beteiligung von mehr als 5 Partnern - mehr als 3 Themen - Zertifizierung der Betreuung bzw. Beratung jeweils gemeinnütziger Verein als Antragsteller - Denkmal - regional, ortshistorisch oder städtebaulich bedeutsam - barrierefrei - Maximaler Fördersatz in % (30 ab 2018), wenn beihilferelevant Bemerkungen/Regelungen zur Fachförderung Vorrang Denkmalschutzförderung (SächsDSchföVO) Vorrang Denkmalschutzförderung (SächsDSchföVO)

88 88 Aktionsplan Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften B.1.1 Aufbau und Qualifizierung von regionalen Wertschöpfungspartnerschaften Beschreibung Förderung von Vorhaben (investiv und nicht investiv), die eine Vernetzung regionaler Wertschöpfungspartnerschaften zwischen Unternehmen einer oder mehrerer Branchen unterstützen. Regionale Produkte und Erzeugnisse sollen im Mittelpunkt stehen. Mit der Maßnahme wird auch ausdrücklich die touristische Wertschöpfung angesprochen. Durch Bündelung und Vernetzung bestehender und neuer Angebote und Produkte können diese aufgewertet werden. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-W1, B-W2, B-W3, B-W4, B-W5, B-W6, B-L2, B-L5, B-T1, B-T3, B-T4; Bezug EPLR: B35, B36] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Initiativen der IHK und Kreishandwerkerschaft Regionale Tourismuskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Kräuterpädagogisches Zentrum Sachsen/ Kommunen/Unternehmen/Verein Neue Erlebnisstationen zum Thema Wurzelrudi/Kommunen rund um den Auersberg/ Unternehmen/Vereine Kurzbeschreibung Vorhaben Schaffung eines Zentrums für die Aus- und Weiterbildung von Kräuterpädagogen, Natur- und Landschaftsführer Durchführung von Workshops, Ausstellungen, Informationsveranstaltungen zur regionalen Wertschöpfungspartnerschaft Kräuter Thematische Entwicklung Wurzelrudis Murmelwald Thematische Entwicklung Wurzelrudis Zauberwald B.1.2 Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse Beschreibung Förderung von Vorhaben, die die Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse unterstützen. Dies zielt auf eine höhere Wertschöpfung für regionale Produkte und auf die Erweiterung der wirtschaftlichen Tätigkeit landwirtschaftlicher Betriebe im Rahmen der Diversifizierung. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-W2, B-W3, B-W6, B-L2; Bezug EPLR: B35, B36] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Initiativen der IHK und Kreishandwerkerschaft Direktvermarktung Sachsen Regionale Tourismuskonzepte Lokale Einzelhandels- und Versorgungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Vermarktungs- und Entwicklungskonzept Rund um den Kuhberg /Gebietskörperschaft Erweiterung und Modernisierung eines betrieblichen Teilbereiches/Unternehmen Kurzbeschreibung Vorhaben Die Erstellung eines eigenständigen Vermarktungs- und Entwicklungskonzeptes soll konkrete Wertschöpfungspartnerschaften innerhalb der Gebietsgemeinschaft und auch darüber hinaus (Eibenstock, Bockau, Zschorlau, Schneeberg etc.) entwickeln und umsetzen (einschließlich Direktvermarktung). Attraktive Gestaltung des Besucherbereiches mit Werksverkauf Verbesserung der Zusammenarbeit mit regionalen Gastronomen Pflege regionalen Brauchtums und Traditionen

89 Aktionsplan 89 B.1.3 Unterstützung privatwirtschaftlicher Initiativen für dorftypische/traditionelle Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungen und Versorgung Beschreibung Förderung von investiven und nicht investiven Vorhaben, die zur Sicherung und Erweiterung der wirtschaftlichen Tätigkeit beitragen und wohnortnahe Arbeitsplätze bereitstellen sowie die Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen in den Dörfern sichern. Besonders die noch zahlreichen Kleinstbetriebe für Handwerk und Gewerbe sollen unterstützt werden. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D1, B-S3, B-W2, B-W3, B-W5, B-W6, B-L2, B-L3, B-T4; Bezug EPLR: B34, B35, B37, B39, B40, B41] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Initiativen der IHK und Kreishandwerkerschaft Lokale Versorgungskonzepte Ortsentwicklungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Umbau eines ehemaligen Stickereigebäudes zur Produktionshalle/Privat Umgestaltung Hammerherrenhaus zur Familienbegegnungsstätte/Zivilgesellschaft Einrichten eines Bio-Cafés mit Hofladen/Privat Aufbau eines integrativen Marktes (CAP-Markt)/Privat Kurzbeschreibung Vorhaben Eine alte Stickerei soll zu einem Produktionsgebäude für die Metallbranche (Schlosserei, Metallaufbereitung) umgebaut werden. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, in selbständiger Tätigkeit einer regionstypischen Metallbearbeitung nachzugehen. Mit der Umgestaltung des historischen, Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Hammerherrenhauses in Carlsfeld zu einer Familienbegegnungsstätte kann in einem geschichtsträchtigen Gebäude ein in die Zukunft weisendes und familienunterstützendes Nutzungskonzept umgesetzt werden. Nach der Sanierung soll im Herrenhof Erla ein Bio-Café mit Hofladen inkl. Schauküche eingerichtet werden. Die Errichtung erfolgt unter Verwendung regionaler Tischlerkunst unter dem Motto So natürlich wie möglich. Damit werden zur Wiederbelebung eines Teiles des im 17. Jahrhundert erbauten Vierseithofes beigetragen, regionale Betriebe gefördert und die Angebotspalette in der Region erweitert. Die Gemeinde Stützengrün mit ihren Ortsteilen verfügt über keinerlei Einkaufsgelegenheiten für Lebensmittel/Waren des täglichen Bedarfs. Ein ortsansässiger Unternehmer saniert die ehemalige, unter Denkmalschutz stehende, ortsbildprägende Dampfbrauerei Tippner. Dort sollen Räumlichkeiten für den Aufbau eines Integrationsmarktes (mind. 40 bis 60 % der Angestellten sind Menschen mit Behinderung) zur Verfügung gestellt werden. So werden Arbeitsplätze geschaffen, Menschen mit Handicap integriert und die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung realisiert.

90 90 Aktionsplan Priorität 2 Prioritäres Maßnahmeziel Maßnahmenübergreifender Indikator Indikator B.1 Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften Schaffung von mindestens 5 neuen Arbeitsplätzen sowie Erhalt von mindestens 30 Arbeitsplätzen Anzahl der regionalen Wertschöpfungspartnerschaften Sensibilisierung der Bevölkerung für regionale Wert- Anzahl thematischer Waren- Erweiterung regionaler Sorti- Anteil Vorhaben im Bereich traditionelles Handwerk schöpfung durch Öffentlichkeitsarbeikörbe (Internetshop) mentsvielfalt (in %) (in %) Anzahl unterstützter Branchen pro Jahr Ausgangslage Aktionen pro Jahr 1 x (zu erheben ab 2015) 0 2 pro Jahr Zielzustand Maßnahme Erläuterungen mindestens 5 Aktionen pro Jahr B.1.1 Aufbau und Qualifizierung von regionalen Wertschöpfungspartnerschaften Verbesserung der regionalen Wertschöpfung durch Ausbau nachhaltiger regionaler Wirtschaftskreisläufe; Fokus liegt auf Unternehmenskooperationen zwischen Kleinst- und Kleinunternehmen für regionale Produkte und Dienstleistungen 3 x + 25 > 50 mindestens 4 pro Jahr B.1.2 Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse Unterstützung von Kleinst- und Kleinunternehmen beim Absatz ihrer regionalen Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung der regionalen Wertschöpfung (einschließlich Erzeugnisse der Diversifizierung in landwirtschaftlichen Unternehmen) B.1.3 Unterstützung privatwirtschaftlicher Initiativen für dorftypische/traditionelle Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungen und Versorgung Gestaltung wirtschaftsnaher Infrastruktur, beispielsweise Schaffung von Kundenparkplätzen oder barrierearmen Zugangsmöglichkeiten, Investive Maßnahmen zur Bestandssicherung für Kleinunternehmen einschl. wirtschaftsnaher Infrastruktur und Umnutzung leerstehender oder ungenutzter ländlicher Bausubstanz Fonds ELER ELER ELER ELER Priorität 6a, 6b 6b 6b Förderhöhen nach Antragsteller Unternehmen Unternehmen Unternehmen - Basisfördersatz in % 35 (30 ab 2018) 35 (30 ab 2018) 35 (30 ab 2018) - Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten - Maximaler Fördersatz in % Bemerkungen/Regelungen zur Fachförderung jeweils innovative Vorhaben - regionaltypische Erzeugnisse (traditionelles Handwerk, beispielsweise Holz, Bürsten, Kräuter) - Neugründung von Unternehmen - gebietsübergreifend (30 ab 2018), wenn beihilferelevant jeweils Netzwerk (> 2 Unternehmen) - regionaltypische Erzeugnisse (traditionelles Handwerk, beispielsweise Holz, Bürsten, Kräuter) - Neugründung von Unternehmen (30 ab 2018), wenn beihilferelevant jeweils investive Vorbereitung für einen Behindertenarbeitsplatz - Denkmal oder leerstehende Bausubstanz - Raumkategorie ländlicher Raum nach LEP (30 ab 2018), wenn beihilferelevant

91 Aktionsplan Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft B.2.1 Investive Vorhaben zum Landtourismus Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben, die der Qualitätssteigerung und Vernetzung der touristischen Infrastruktur und der Angebote dienen. Dabei kann es sich um bestehende sowie neue Strukturen oder Angebote handeln. Die Vorhaben müssen einen touristischen Mehrwert bieten und öffentlich zugänglich sein. Dazu gehören insbesondere bauliche Vorhaben: a) zur Schaffung der Barrierefreiheit, b) der lokalen Besucherlenkung und Information, c) zur Schaffung und zum Ausbau der touristischen Wegestruktur, d) für besondere Spielplätze und Schauwerkstätten, e) für die Schaffung von Schlechtwetterangeboten, f) zur Schaffung touristischer Gesundheitsangebote. Die Maßnahme soll die ganzjährige touristische Wertschöpfung unterstützen, zur Erschließung neuer Zielgruppen beitragen und die Nachhaltigkeit der Infrastruktur sichern. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-W4, B-T2, B-T3, B-T4, B-T5, B-T6; Bezug EPLR: B34, B35, B39, B43] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Jährliche Marketingpläne Destination Management Organisation (DMO) Kurortentwicklungskonzepte Oberwiesenthal, Bad Schlema, Eibenstock Tourismuskonzepte der Kommunen Konzeption Sächsisch-Böhmischer Mountainbikepark PEK Naturpark Erzgebirge/Vogtland Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Sanierung Carlsturm inklusive Außenanlagen/ Gebietskörperschaft Errichtung eines Kletterparks im Waldpark/ Zivilgesellschaft Errichtung einer Kältekammer im Kurmittelhaus/Privat Themenwanderweg Anton-Günther/ Gebietskörperschaft Neugestaltung Schmalspurbahnmuseum/ Gebietskörperschaft Errichtung eines Bergmannhauses/ Zivilgesellschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Der Carlsturm (1880 mit einer Höhe von 22 Metern errichtet) in Auerbach befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Zur touristischen Erschließung dieses bedeutenden Aussichtspunktes sind eine Sanierung des Gebäudes sowie die Neugestaltung seines Umfeldes erforderlich. Das Gebiet des Waldparks Grünheide ist als typisches Ausflugs- und Naherholungsgebiet mit längerfristigem Fremdenverkehr etabliert. Unmittelbar am Gelände des Waldparks Grünheide soll durch die Errichtung eines Kletterparks eine sinnvolle Ergänzung der bereits vorhandenen Angebote und Verbesserung der dortigen touristischen Infrastruktur erreicht werden. Im Radonheilbad Bad Schlema stehen die Radonanwendungen im Mittelpunkt. Diese wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und chronischen Schmerzzuständen. Eine dem Beschwerdebild des Patienten angepasste Begleittherapie wirkt sich positiv auf den Erfolg der Behandlung aus. Eine Kältekammer soll als ideale ergänzende Therapieform integriert werden. Kurgäste und Gesundheitsurlauber könnten auf ihr individuelles Beschwerdebild hin behandelt werden. Der Ausbau des Anton-Günther-Weges nach neuen Anforderungen in Qualität und Quantität einschließlich Sehenswürdigkeiten und Parkmöglichkeiten für Quereinsteiger, damit deutliche Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Die Ausstellung im Schmalspurbahnmuseum widmet sich neben der Entwicklung der sächsischen Schmalspurbahnen dem Transport im Erzgebirge. Das Museumsgelände einschließlich der Gebäudenutzung und Attraktionen in den Außenanlagen soll umgebaut und neu gestaltet werden und so zu einem besonderen, die Ansprüche der modernen Museumsgestaltung erfüllenden, touristischen Anlaufpunkt werden. Mit der Erweiterung der bergmännischen Erlebniswelt im Schaubergwerk Herkules Frisch Glück in Waschleithe sollen die Besucher einen interessanten Einblick in die Lebensverhältnisse der Bergleute vor Jahrhunderten gewinnen. Das Bergmannshaus soll ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit zeittypischer Möbelausstattung werden. Das Vorhaben ist in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Bergbauverein Mauricius geplant.

92 92 Aktionsplan B.2.2 Erweiterung und Qualitätssteigerung von Beherbergungskapazitäten Beschreibung Förderung von investiven baulichen Vorhaben zur Erweiterung und Qualitätsverbesserung von Beherbergungskapazitäten im Bereich von mindestens 9 und maximal 30 Gästebetten. Es werden Ausnahmen zugelassen, beispielweise bei Kapazitäten unter 9 Betten für spezielle barrierefreie Angebote. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-T2, B-T3, B-T4, B-T5, B-T6; Bezug EPLR: B34, B43] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Jährliche Marketingpläne der DMO Ortsentwicklungskonzepte Regionale Tourismuskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Gestaltung traditioneller Gästezimmer/Privat Umbau eines ehemaligen Fabrikgeländes zu einem touristischen Ziel/Privat Gestaltung eines familienfreundlichen Erlebnishofs/Privat Kurzbeschreibung Vorhaben Nach der Sanierung des Herrenhofes in Erla soll eine traditionelle Pension mit ca. 10 Gästezimmern im Bergbau-Stil eröffnen. Die Zimmer werden modern mit erzgebirgischem Bezug ausgestattet und stellen somit eine Bereicherung im Übernachtungsangebot der Region dar. In Wernesgrün soll ein viergeschossiges leerstehendes Fabrikgebäude in eine Herberge mit ca. 10 Zimmern umgewandelt werden. Unter Nutzung eines Brunnenreservoires ist die Einrichtung eines kleinen Spa vorgesehen. Durch Erneuerung des vorhandenen Aufzugs soll Barrierefreiheit erreicht werden. Weiterhin soll ein Bioladen mit regionalen Produkten eingerichtet werden. Der Gutshof der Wernersgrüner Brauerei soll zu einem familienfreundlichen Erlebnishof (Gastronomie mit Heimatkunde zum Anbeißen) umgestaltet werden. Die Errichtung eines Hofladens ist ebenfalls geplant. Mit diesem Konzept könnte der traditionsreiche Gutshof sich zu einem besonderen Touristenmagneten entwickeln. B.2.3 Ausbau des Radwegenetzes Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zur Qualitätsverbesserung des touristischen Radwegenetzes (Wegezustand, Beschilderung, Lückenschluss, Durchgängigkeit, Anbindung, Angebote). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift den Bedarf [B-T2; Bezug EPLR: B43] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Radverkehrskonzeption Sachsen 2014 Radwegekonzeption Schwarzwasser-Pöhlwassertal und andere lokale Radwegekonzepte Lokale Verkehrsentwicklungskonzepte Mulderadweg Sächsisch-Böhmischer Mountainbikepark Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Lückenschluss Mulderadweg ins Vogtland/Kommunaler Zweckverband Ausschilderung von Rad/E-Bike- Touren im Westerzgebirge/Verein in Zusammenarbeit mit der WfE Errichtung von Radwegen als Zuführung zum Mulderadweg/Kommunen Sanierung einer ehemaligen Eisenbahntrasse/Kommune Wiedererrichtung der Toellebrücke/Kommune Kurzbeschreibung Vorhaben Ausbau des Mulderadweges zwischen Wolfsgrün und Muldenhammer Ausgehend von den großen Routen des europäischen Fernradnetzes sollen in der Region vernetzte Rad-/E-Bike-Touren mit einer Nummerierung versehen werden und entsprechend ausgeschildert werden. Die Festlegung der Touren sowie die Prüfung der Routenführung erfolgt in enger Abstimmung mit den Kommunen, dem Staatsbetrieb Sachsenforst, tschechischen Partnern u. a. Anbindung der Orte/Ortsteile Zschorlau, Albernau Errichtung eines Radweges Verbindung zwischen Hartenstein und Bad Schlema zur Komplettierung des Radwegenetzes/Anbindung der LEADER Region Zwickauer Land

93 Aktionsplan 93 Priorität 2 Prioritäres Maßnahmeziel B.2 Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft Maßnahmenübergreifender Indikator Steigerung der Besucherzahlen um 10 % Indikator Anzahl der nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes zertifizierten Wege (Familienspaß, Regionaler Genuss oder 100 % Komfort) Steigerung Gästeintensität 1) (in %) Anzahl der gewerblichen Neuanmeldungen Anteil Vorhaben mit mindestens 4-Sterne-Zertifizierung nach DTV in % Anzahl der Lückenschlüsse bzw. thematischen Anbindungen bzw. Komplettierung Anzahl E-Ladestationen Ausgangslage x (ab 2015 zu erheben) x (ab 2015 zu erheben) Zielzustand > x + 5 Maßnahme Erläuterungen B.2.1 Investive Vorhaben zum Landtourismus Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und bedarfsgerechten Entwicklung der touristischen Infrastruktur und der Angebote; Weiterentwicklung des touristischen Wegenetzes (Loipen, Wander-, und Reitwege, Lückenschlüsse, Qualitätsstandards, Kernnetz) und touristischer Produkte B.2.2 Erweiterung und Qualitätssteigerung von Beherbergungskapazitäten Maßnahmen im kleingewerblichen Bereich (> 9, < 30 Betten) mit Fokus auf Qualitätssteigerung B.2.3 Ausbau des Radwegenetzes Investive Maßnahmen zur Komplettierung des Radwegenetzes einschl. Beschilderung und Beleuchtung Fonds ELER ELER ELER ELER Priorität 6b 6b 6b Förderhöhen nach Antragsteller Gebietskörperschaften Kommunale Zweckverbände Rechtsfähige Vereine - Basisfördersatz in % Unternehmen Unternehmen 35 (30 ab 2018) 35 (30 ab 2018), wenn beihilferelevant Gebietskörperschaften Kommunale Zweckverbände Landkreis Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten jeweils Beitrag zu Vernetzung und Lückenschluss - Mehrsprachigkeit (dt., tschech., engl.) bei Infomaterial und -tafeln (Zuschuss bis 2017, ab 2018 grundsätzliche Bedingung) - digitale Erfassung - barrierefrei - nachhaltiges Unterhaltungskonzept - familienfreundliche Orte und Einrichtungen - Maximaler Fördersatz in % (30 ab 2018), wenn beihilferelevant jeweils bereits bestehendes Unternehmen - barrierefrei - Umnutzung Leerstand (30 ab 2018), wenn beihilferelevant + 20 Lückenschluss + 10 Mehrsprachigkeit bei Infomaterial bzw. Infotafeln + 5 interkommunal Bemerkungen 1) einzubeziehende Gästestruktur mit Ersterhebung zu definieren < 9 Betten bei Barrierefreiheit möglich

94 94 Aktionsplan Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen C.1.1 Ausstattung von Grundversorgungseinrichtungen Beschreibung Förderung von Vorhaben zur Sicherung einer bedarfsgerechten, wohnortnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen unter besonderer Beachtung des Anpassungsbedarfs an die demografische Entwicklung. Besonders unterstützt werden Vorhaben, die auf Abbau von Barrieren, bürgerschaftliches Engagement oder Inklusion ausgerichtet sind. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D1, B-D2, B-S6; Bezug EPLR: B34, B35, B40, B41] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit INSEK/SEKO Ortsentwicklungskonzepte Lokale Versorgungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Sicherung einer wohnortnahen Grundversorgung bzgl. Einzelhandel/Gebietskörperschaft Einbau Ladengeschäft in ein Mehrfamilienhaus (Nahversorger)/ Gebietskörperschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Derzeit bestehen in den ländlichen Ortsteilen der Stadt keine Nahversorgungseinrichtungen. Zur Verbesserung der Situation sollen Voraussetzungen geschaffen werden, dass sich ein Dorfladen ansiedeln und etablieren kann. Erweiterung der bereits vorhandenen Dienstleistungsstrukturen im Gebäude (altersgerechter Wohnblock) durch Einbau eines Ladengeschäftes. Durch die Nutzung der barrierefreien Erschließung entspricht das Ladengeschäft besonders der demografischen Situation. C.1.2 Ausbau von Ortsstraßen und Gehwegen Beschreibung Förderung von Vorhaben zum bedarfsgerechten Erhalt und zur Verbesserung der Qualität des vorhandenen Gemeindestraßennetzes einschließlich straßenbegleitender Gehwege. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-S1, B-S4, B-S5; Bezug EPLR: B37, B38, B39, B40] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Straßennetzplanungen Bundes-, Staats- und Kreisstraßen Ortsentwicklungskonzepte, lokale Verkehrsentwicklungskonzepte Planungen der Medienträger (Zweckverband Wasserwerke (ZWW), Telekom) Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Grundhafter Straßenbau im OT Rebesgrün/Gebietskörperschaft Ausbau eines Fußweges im OT Reumtengrün/Gebietskörperschaft Ausbau Dorfberg/Gebietskörperschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Grundhafter Straßenausbau der Schillerstraße zur Verbesserung der Wohnqualität in der Ortslage Rebesgrün Ausbau des unbefestigten Weges (Fußweg Steig ) zur Verbesserung des Schulweges für die Grundschule und den Kindergarten (Fußweg zur Turnhalle), da entlang der Staatsstraße kein Fußweg vorhanden ist. Damit wird die Verkehrssicherheit für die Schüler erhöht. Erneuerung einer Straße am Dorfberg; bedarfsgerechte Anpassung an die aktuellen Verkehrsbedingungen

95 Aktionsplan 95 C.1.3 Abbruch von baulichen Anlagen und Flächenentsiegelung Beschreibung Förderung von nicht mehr sanierungs- oder umnutzungsfähigen baulichen Anlagen durch Rückbau. Flächenentsiegelungen sowie der Rückbau von überdimensionierter, finanziell nicht tragfähiger Infrastruktur stehen als Teilmaßnahmen für die bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen zur Verfügung. Mit der Maßnahme werden Ziele des Bodenschutzes, insbesondere Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Bodenversiegelung sowie der Aufwertung der Ortsbilder verfolgt. Weiterhin soll die Maßnahme zur erfolgreichen Innenentwicklung der Orte durch Schaffung von Freiflächen und Bauplätzen beitragen. Die Maßnahme dient nicht zur Sanierung von Altlasten und Rückbauvorhaben großer Industriebrachen. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D9, B-S7; Bezug EPLR: B19, B37, B40] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit INSEK/SEKO Flächennutzungspläne der Kommunen Ortsentwicklungskonzepte Denkmalschutz Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Rückbau ehemaliges Rathaus Markersbach/Gebietskörperschaft Abbruch ehemalige Turnhalle im Ortsteil Grünstädtel/Gebietskörperschaft Rückbau eines einsturzgefährdeten Wohnhauses/Privat Kurzbeschreibung Vorhaben Das durch Gemeindezusammenlegung frei gewordene ehemalige Rathaus Markersbach in zentraler Ortslage ist zurückzubauen, um im Zentrum von Raschau-Markersbach neue Möglichkeiten in der Innenentwicklung zu schaffen. Das Gebäude der ehemaligen Turnhalle, die seit 2011 ungenutzt ist und sich in einem nicht mehr sanierungsfähigen baulichen Zustand befindet, soll abgebrochen werden. Das Ortsbild wird verbessert. Mit der Aufwertung des Flurstücks können neue planerische Überlegungen angestellt werden. Mit dem Abriss wird eine akute Gefährdung beseitigt und das angrenzende Wohnhaus aufgewertet. Zielsetzung ist eine nachhaltige Nutzung dieses Gebäudes. Das Gesicht des Dorfes würde sich bei dem Konzept nicht wesentlich verändern.

96 96 Aktionsplan Priorität 1 Prioritäres Maßnahmeziel Maßnahmenübergreifender Indikator Indikator C.1 Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen Anpassung von Dorfstrukturen in mindestens 20 Ortsteilen/Ortslagen Vorhaben mit ortsübergreifender oder multifunktionaler Versorgung in % Anzahl Vorhaben mit Erweiterung der Versorgungsstruktur Qualitätsverbesserung auf Straßen bzw. Gehwegen (in km) Anzahl erschlossener öffentlicher Einrichtungen Flächenaufwertung durch Entsiegelung in m² Abbau von Gefährdungen Ausgangslage x (zu erheben in 2015) Zielzustand 2020 > 30 > > x - 75 % Maßnahme Erläuterung C.1.1 Ausstattung von Grundversorgungseinrichtungen Sicherung der Grundversorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen C.1.2 Ausbau von Ortsstraßen und Gehwegen Straßenbaulast liegt beim Antragsteller (ausgenommen sind Bundes-, Kreis-, Staats- und Ortsverbindungsstraßen sowie Brücken) C.1.3 Abbruch von baulichen Anlagen und Flächenentsiegelung Rückbau von Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen in Ortslagen, einfache Herrichtung des Grundstücks in ungebundener Befestigung Fonds ELER ELER ELER ELER Priorität 6b 6b 4a - 4c, 6b Förderhöhen nach Antragsteller Unternehmen Rechtsfähige Vereine Gebietskörperschaften Natürliche Personen Gebietskörperschaften Unternehmen - Basisfördersatz in % 35 (30 ab 2018) (30 ab 2018) - Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten - Maximaler Fördersatz in % jeweils +10 jeweils investive Vorbereitung für einen Behindertenarbeitsplatz - Stärkung der Innenentwicklung - Erschließung öffentlicher Einrichtungen - gemeinnütziger Verein als Antragsteller - Raumkategorie ländlicher Raum nach LEP - einzige Versorgungseinrichtung der Branche im Ort - Raumkategorie ländlicher Raum nach LEP (30 ab 2018), wenn beihilferelevant jeweils Stärkung Innenentwicklung - Raumkategorie ländlicher Raum nach LEP (30 ab 2018), wenn beihilferelevant Bemerkungen Regelungen zur Fachförderung Straßenbeleuchtung nur im Zusammenhang mit Ausbau Ortsstraße Vorrang RL-KStB Vorrang VwV Brachflächenrevitalisierung, VwV Rückbau Wohngebäude

97 Aktionsplan Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes C.2.1 Aus- bzw. Weiterbildung von Akteuren zur Verbesserung der Biodiversität Beschreibung Förderung nicht investiver Vorhaben zur Qualifizierung in den Bereichen Natur und Umwelt. Mit Naturerlebnisangeboten und Informationsangeboten über Natur und Landschaft, insbesondere mit Bezug zu den Themen des Naturparkes und zum Kräuterland Erzgebirge, möchte die LAG das große natürliche Potential der Region stärker für Einheimische und Gäste nutzen. Hierbei ist die Bandbreite möglicher Angebote groß und kann nur durch qualifizierte Akteure umgesetzt werden. Bei der Kommunikation zur Identität der Region nach innen und außen spielen zertifizierte Kräuterpädagogen und Naturführer eine bedeutende Rolle. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-L1, B-L4, B-T4, B-T5; Bezug EPLR: B17, B45] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit PEK, Bildungskonzept Naturpark Erzgebirge/Vogtland Entwicklungs- und Pflegekonzepte NATURA 2000-Gebiete Umweltbildungspläne LANU, Gundermann-Akademie Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Ausbildung von Kräuterpädagogen/Kommunen und Vereine Ausbildung von Natur- und Landschaftsführern/Naturpark Erzgebirge/Vogtland Kurzbeschreibung Vorhaben Qualifizierungskurse der Gundermann-Akademie mit abschließender Zertifizierung durch die LANU Qualifizierungskurse mit abschließender Zertifizierung durch die LANU C.2.2 Sensibilisierung für Biodiversität Beschreibung Förderung von investiven und nicht investiven Vorhaben zur Vermittlung von Kenntnissen zu Natur und Umwelt sowie dem Klimawandel. Das Themenbewusstsein zur Biodiversität konnte in der breiten Bevölkerung bereits geschaffen werden; das Problembewusstsein indessen benötigt mehr gezielte Aktivitäten zur Biodiversität. Dies trifft vor allem für das Westerzgebirge zu, in dem knapp die Hälfte der Fläche zum Naturpark Erzgebirge/Vogtland zählt. Daher soll Natur als Entwicklungsmotor positiv besetzt und als wesentlicher Standortfaktor für den ländlichen Raum klar herausgestellt und kommuniziert werden. Somit sollen Vorhaben unterstützt werden, die das Verständnis für die Einheit von Biodiversität, Lebensqualität und Wirtschaft fördern (einschließlich Tourismus). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-W4, B-L1, B-L4, B-T4; Bezug EPLR: B17, B45] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit PEK Naturpark Erzgebirge/Vogtland Entwicklungs- und Pflegekonzepte NATURA 2000-Gebiete Umweltbildungspläne LANU, Naturpark Erzgebirge/Vogtland Umweltbildungspläne Sachsenforst, Landestalsperrenverwaltung Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Errichtung einer ökologischen Schauimkerei/Privat BergwiesenKräuterWald/ Kommune Kurzbeschreibung Vorhaben Errichtung und Ausstattung eines Arbeitsraumes Aufarbeitung einer vorhandenen Streuobstwiese in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden Verknüpfung der erlebnispädagogischen Lehrpfade Bergwiesenerlebnispfad und Kräuterlehrpfad zur nachhaltigen Vermittlung der reichen Fauna und Flora der Region

98 98 Aktionsplan C.2.3 Erhalt von gebietstypischen Landschaftselementen Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zur nachhaltigen Sicherung der Landschaftsstruktur durch die Erhaltung gebietstypischer Landschaftselemente. Zu den gebietstypischen Elementen gehören z. B. Hecken und Steinrücken, Hoch- und Quellmoore, Berg-, Feucht- und Streuobstwiesen, Bergmischwälder und historische Bergbaugebiete. Auch die biologische Vielfalt der innerörtlichen Grünflächen und Wiesen bedarf besonderer Aufmerksamkeit bei der Anpassung der Dorfstrukturen, dient sie doch der ländlichen Lebensqualität in vorzüglicher Weise. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-D9, B-L1, B-L4; Bezug EPLR: B14] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit PEK Naturpark Erzgebirge/Vogtland Naturschutzgroßprojekt Moore Hochwasserschutzkonzepte lokale Gewässerunterhaltungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Aufwertung einer Parkanlage/ Kommune Sanierung eines Dorfteiches/ Kommune Flächennaturdenkmal/Kommune Kurzbeschreibung Vorhaben Pflanzung landschaftstypischer Gehölze mit ausgewählten Blühaspekten, Einordnung in die Umgebung Erhalt eines gebietstypischen Landschaftselementes zur Sicherung der Biodiversität und Aufwertung der Lebensqualität im Ort Errichtung eines Naturlehrpfades in einem Biotopgebiet am Ortsrand mit gebietstypischen Landschaftselementen C.2.4 Pflanzungen und Anlagen zum Schutz von Ortslagen Beschreibung Förderung von investiven Vorhaben zum Schutz von Ortslagen vor abfließendem Wasser. Die Maßnahme soll sich auf den ortsnahen oder innerörtlichen Bereich erstrecken. Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-S5, B-L1; Bezug EPLR: B14] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Hochwasserschutzkonzepte Ortsentwicklungskonzepte lokale Gewässerunterhaltungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Wild abfließendes Wasser im OT Brunn/Gebietskörperschaft Wild abfließendes Wasser im OT Vogelsgrün/Gebietskörperschaft Regenrückhaltung Pfarrweg/ Emmler/Gebietskörperschaft Regenrückhaltung Langenberger Weg/Gebietskörperschaft Kurzbeschreibung Vorhaben Schutzmaßnahmen vor wild abfließendem Oberflächenwasser im OT Brunn, Siedlung an der Schallerbachstraße. Die Siedlung liegt am Rand eines Wald- und ehemaligen Steinbruchgeländes. Nach Starkregen und Schneeschmelze werden Grundstücke sowie der nahegelegene Sportplatz stark vernässt. Maßnahmen zur Ableitung des Wassers sind zur Aufwertung des dörflichen Wohnstandortes erforderlich. Schutzmaßnahmen vor wild abfließendem Oberflächenwasser im Bereich der Schönheider Straße im OT Vogelsgrün zur Aufwertung des Wohnstandortes. Die bei Starkregen die direkte Ortsmitte Raschaus mit Wohngebäuden u. a. öffentlichen Einrichtungen immer wieder überflutenden Oberflächenwässer sind auf geeignete Weise zu puffern. Die bei Starkregen die bebaute Ortslage Markersbach immer wieder überflutenden Oberflächenwässer sind auf geeignete Weise zu puffern. Dies trifft ebenfalls auf die Ortsmitte von Raschau zu, in der Wohngebäude und öffentliche Einrichtungen betroffen sind.

99 Aktionsplan 99 Priorität 3 Prioritäres Maßnahmeziel C.2 Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes Maßnahmenübergreifender Indikator Durchführung von mindestens 10 Vorhaben, die im Naturpark Erzgebirge/Vogtland wirken und/oder in NSG bzw. LSG liegen Indikator Anzahl zertifizierter Akteure Wirksamkeit der Akteure in Netzwerken zur Umweltbildung (in %) Stärkung des Bewusstseins für Biodiversität/Anzahl Teilnehmer Anteil Kinder und Jugendlicher an Teilnehmern (in %) Anteil Vorhaben, die einem gebietsspezifischen Schutzziel dienen (in %) 1) Neuanlage auf m² - Fläche Anteil Vorhaben, die gleichzeitig der Sicherung der Biodiversität dienen (in %) Ausgangslage x (zu erheben in 2015) 0 x (zu erheben in 2015) Zielzustand x x + 25 > > 50 3 Maßnahme Erläuterung C.2.1 Aus- bzw. Weiterbildung von Akteuren zur Verbesserung der Biodiversität Aus- und Weiterbildung von Natur- und Landschaftsführern sowie von Wald- und Kräuterpädagogen C.2.2 Sensibilisierung für Biodiversität Informationsangebote zur Sensibilisierung z. B. im Rahmen von Workshops, Ausstellungen, fachspezifische Informationsmedien, Infopoints, Fachexkursionen (einschl. Management) C.2.3 Erhalt von gebietstypischen Landschaftselementen Erhalt und Schaffung gebietstypischer Strukturelemente wie Hecken, Steinrücken, Natursteinmauern, Berg-, Feucht- und Streuobstwiesen sowie innerörtlicher Grünflächen/Freiflächen Anzahl geschützter Ortslagen C.2.4 Pflanzungen und Anlagen zum Schutz von Ortslagen Schutz von Ortslagen vor wildabfließendem Oberflächenund Niederschlagswasser Fonds ELER ELER ELER ELER ELER Priorität 4a - c,6b 4a - c, 6b 6b 6b Förderhöhen nach Antragsteller Gebietskörperschaften/ kommunale Zweckverbände Stiftungen Rechtsfähige Vereine Gebietskörperschaften/ kommunale Zweckverbände Stiftungen Rechtsfähige Vereine Gebietskörperschaften Rechtsfähige Vereine/Natürliche Personen Unternehmen Gebietskörperschaften - Basisfördersatz (in %) /30 35 (30 ab 2018) 40 - Minimaler Zuschuss (in EUR) 2) Maximaler Zuschuss (in EUR) 2) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten jeweils Zertifizierung durch die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt - gebietsübergreifende Wirkung ZV Naturpark Erzgebirge/ Vogtland Kooperation mit ZV Naturpark Erzgebirge/Vogtland Kooperation mit ZV Naturpark Erzgebirge/Vogtland jeweils Gemeinnützigkeit - Kooperation mit ZV Naturpark Erzgebirge/Vogtland - Vernetzung - thematische Integration benachteiligter Gruppen gesetzlich geschützte Biotope Maßnahme basiert auf übergreifender naturschutzfachlicher Planung - Beteiligung Bevölkerung bei der Planung - Antragsteller ist gemeinnütziger Verein - Kooperation mit ZV Naturpark Erzgebirge/Vogtland jeweils interkommunal - Beteiligung Bevölkerung bei der Planung - Grundlage HWS-Konzept - Maximaler Fördersatz (in %) 70/ / / (30 ab 2018), wenn beihilferelevant Bemerkungen/Regelungen zur Fachförderung 1) Schutzziel ist noch zu definieren; 2) investiv/nicht investiv zu beachten 70 Voraussetzung: Stellungnahme der Unteren Wasserbehörde

100 100 Aktionsplan Zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Z.1.1 Betreiben der Lokalen Aktionsgruppe Westerzgebirge einschließlich Regionalmanagement und Entscheidungsgremium der LAG Beschreibung Förderung der LAG, insbesondere zum Betreiben des Regionalmanagements, einschließlich seines Entscheidungsgremiums (Koordinierungskreis) und der Öffentlichkeitsarbeit. Zuwendungsvoraussetzungen entsprechend der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (RL LEADER/2015) Z.1.2 Sensibilisierung von LEADER-Akteuren Beschreibung Förderung von Vorhaben zur Sensibilisierung der Bevölkerung und Beratung der Akteure (z. B. Erfahrungsaustausch von Akteuren, Sensibilisierung für Themen Inklusion und Gleichberechtigung, Organisation und Moderation, Webseiten). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift den Bedarf [B-W6; Bezug EPLR: B45] auf. Zuwendungsvoraussetzungen entsprechend der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (RL LEADER/2015) Z.1.3 Konzeptionelle Vorbereitung, Begleitung, Koordinierung von prozessbezogenen Vorhaben sowie Qualifizierung von LEADER-Akteuren Beschreibung Förderung zur Erstellung und Fortschreibung von Konzepten im Rahmen der LES sowie Studien und Analysen zur Vorbereitung von Vorhaben (z. B. Bedarfsanalyse, Netzwerkanalyse, Machbarkeitsstudie, Evaluierung). Außerdem wird die Begleitung komplexer oder mehrerer Vorhaben gebündelt durch Vorhabensteuerung und/oder Coaching unterstützt. Gefördert werden weiterhin für die Zielerreichung der LES erforderliche Qualifizierungen und Weiterbildungen von Akteuren zu sozialen, kulturellen und touristischen Themen. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit Entsprechend der thematischen Zielstellungen der Vorhaben Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Konzept zur touristischen Neuausrichtung der Region Spiegelwald/Kommunaler Zweckverband Breitband-Backboneplanung/Unternehmen Ausbildung Tourismus/Unternehmen Masterplan Aktivtourismus/Kommune Errichtung eines Pools von freiwilligen Helfern bei Großschadensereignissen Mitgliederwerbung freiwillige Feuerwehr/Kommune Konzipierung eines örtlichen Versorgungskonzeptes/Kommune Kurzbeschreibung Vorhaben Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sollen die Neuausrichtung des Tourismuszweckverbandes geprüft und neue Orientierungsvorschläge auch im Zusammenhang mit einer besser vernetzten Tourismuslandschaft erarbeitet werden. Konzept für Ringleitungen durch das Erzgebirge (Funk, Glas, Hybrid) Ausbildung neuer Mitarbeiter für Incoming-Reisen Mit dem Projekt sollen einheitliche touristische Strukturen innerhalb einer Kommune in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen geschaffen werden. Nach einer umfassenden Analyse soll ein Konzept für ein touristisches Leitsystem erarbeitet werden. Mit der Klimaveränderung nehmen auch die Gefahren für Unwetterkatastrophen zu. Zum vorbeugenden Hochwasserschutz gehören nicht nur investive Maßnahmen. Es sollten ebenfalls Vorbereitungen getroffen werden, um im Notfall ein Hilfesystem von freiwilligen Helfern aufzubauen, die neben Feuerwehr, Rettungsdienst u. a. zur Verfügung stehen. Zur Sicherung des Brand- und Katastrophenschutzes gilt es Formen zu finden, wie Mitglieder für die freiwillige Feuerwehr geworben werden können. Energetisches Versorgungsmodell mit unterschiedlichen Formen von Nutzungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien

101 Aktionsplan 101 Priorität 1 Ziel Z.1. Zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Maßnahmenübergreifender Schaffung von mindestens 2 neuen Arbeitsplätzen sowie Erhalt von mindestens 5 Arbeitsplätzen Indikator Indikator Aufrufe zur Einreichung von Anzahl Anzahl Beratungen Anzahl Pressemitteilungen/ Anzahl VZÄ 1) Akteursberatungen/Jahr Projektideen/ Newsletter/Jahr des Koordinierungskreises/Jahr Jahr Jahr Anzahl prozessbegleitender Vorhaben Anzahl qualifizierter Akteure Ausgangslage , Zielzustand % Maßnahme Z.1.1 Betreiben der Lokalen Aktionsgruppe Westerzgebirge einschließlich Regionalmanagement und Entscheidungsgremium der LAG Z.1.2 Sensibilisierung von LEADER-Akteuren Z.1.3 Konzeptionelle Vorbereitung, Begleitung, Koordinierung von prozessbezogenen Vorhaben sowie Qualifizierung von LEADER-Akteuren Erläuterung siehe Richtlinie RL LEADER/2015 des SMUL siehe Richtlinie RL LEADER/2015 des SMUL a) Studien, Konzepte, Vorhabenmanagement und -coaching, vorhabenbezogene Moderation und Information b) Qualifizierung sozialer, kultureller und touristischer Akteure Fonds ELER ELER ELER ELER Priorität 6b 6b 6b Förderhöhen nach Antragsteller LAG LAG Gebietskörperschaften Kommunale Unternehmen Rechtsfähige Kirche LAG Zweckverbände Vereine Basisfördersatz (in %) (30 ab 2018) Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten jeweils + 10 a) - überregionale Wirkung - regionale Wirkung - interkommunale Wirkung - besonders modellhaft/innovativ - Gemeinnützigkeit bei Vereinen a) und b) Bereich Tourismus + 10 für Mitglieder DMO Maximaler Fördersatz (in %) (30 ab 2018), wenn beihilferelevant b) - Fortbildung führt zu branchenüblicher Zertifizierung - Gemeinnützigkeit bei Vereinen - Querschnittsthemen (Inklusion, Demografie, bürgerschaftliches Engagement) - besonders modellhaft/innovativ ) VZÄ - Vollzeitäquivalent Zuwendungsvoraussetzungen nach Richtlinie LEADER/2015 des SMUL Zuwendungsvoraussetzungen nach Richtlinie LEADER/2015 des SMUL

102 102 Aktionsplan Z.1.4 Vorbereitung von Kooperationsvorhaben der LAG (gebietsübergreifend und transnational) Beschreibung Förderung von Vorhaben, die der Anbahnung von Kooperationsvorhaben dienen. Dazu zählen z. B. Vorbereitung und Durchführung von Kontakt-/Netzwerktreffen, Erfahrungsaustausch, Vorbereitung von Informationsmaterial, Durchführung von Verhandlungen und Erarbeitung von Dokumenten. Zuwendungsvoraussetzungen entsprechend der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (RL LEADER/2015) Z.1.5 Durchführung von Kooperationsvorhaben in den LAG (gebietsübergreifend und transnational) Beschreibung Förderung von Vorhaben, die durch die Teilnahme von einem oder mehreren Partnern außerhalb der Region Westerzgebirge gebietsübergreifend bzw. transnational wirken. Zuwendungsvoraussetzungen entsprechend der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (RL LEADER/2015) Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Kooperation mit der tschechischen LAG Zentrales Erzgebirge/LAG Westerzgebirge/ Kommunen Kooperation mit der Tschechischen LAG Servisio/LAG Westerzgebirge/Kommunen Kooperation mit der LAG Sagenhaftes Vogtland Kurzbeschreibung Vorhaben Gesundheitstourismus Montanregion Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit Regionale Produkte Wissenstransfer und Bildung Verbindung bzw. Vervollständigung des touristischen Wegenetzes

103 Aktionsplan 103 Priorität 1 Ziel Maßnahmenübergreifender Indikator Indikator Z.1 Zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Vorbereitung und Durchführung von Kooperationsvorhaben mit mindestens 5 Regionen zu 5 verschiedenen Themen Anzahl Teilnehmer an Vorbereitung Anzahl Akteursgruppen Anzahl gebietsübergreifender Maßnahmen Anzahl transnationaler Kooperationsvorhaben Ausgangslage Zielzustand mindestens 5 mindestens 3 mindestens 2 Maßnahme Erläuterung Z.1.4 Vorbereitung von Kooperationsvorhaben der LAG (gebietsübergreifend und transnational) Förderung der Vorbereitung für gebietsübergreifende oder transnationale Kooperationsvorhaben der LAG gem. Art. 35 Abs. 1 c) ESIF-VO i. V. m. Art. 44 Abs. 1 b) ELER-VO Z.1.5 Durchführung von Kooperationsvorhaben in den LAG (gebietsübergreifend und transnational) Förderung gebietsübergreifender und transnationaler Kooperationsvorhaben gem. Art. 35 Abs. 1 c) ESIF-VO i. V. m. Art. 44 Abs. 1 a) ELER-VO; nicht förderfähig: Sachleistungen gem. Art. 61 Abs. 3 ELER-VO, Abschreibungen, soweit nicht in indirekten Kosten nach Art. 68 ESIF-VO enthalten; bei Vorhaben, für die eine Standardmaßnahme im EPLR programmiert ist, gelten die jeweils programmierten förderfähigen Kosten Fonds ELER ELER/Zusammenarbeit mit Tschechien ELER Priorität 6b 6b LAG Förderhöhen nach Antragsteller Gebietskörperschaften Kommunale Zweckverbände Rechtsfähige Vereine Natürliche Personen Unternehmen LAG - Basisfördersatz (in %) (30 ab 2018) 80 - Minimaler Zuschuss (in EUR) - Maximaler Zuschuss (in EUR) - Mögliche Zuschläge zum Basisfördersatz in Prozentpunkten jeweils Kooperation mit LAG - bei Erfüllung eines Indikators jeweils Kooperation mit LAG - bei Erfüllung eines Indikators jeweils Gemeinnützigkeit - Kooperation mit LAG jeweils modellhaft/ innovativ jeweils modellhaft/ innovativ - Kooperation mit LAG Maximaler Fördersatz (in %) (30 ab 2018), wenn beihilferelevant Bemerkungen Zuwendungsvoraussetzungen nach Richtlinie LEADER/2015 des SMUL 80

104 104 Aktionsplan Weitere zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Z.2.1 Etablierung innovativer Kommunikationssysteme für die Entwicklung und Verbesserung von Partnerschaften Beschreibung Förderung zur Verbesserung der Kommunikation im Netzwerk Westerzgebirge, einschließlich schnellen Internets - Digitale Zukunft. Ausbau der Breitbandversorgung für flächendeckenden leistungsfähigen Zugang zum Internet sowie weiterer Maßnahmen zur Nutzung des Internets (z. B. Hot-Spots, Info- und Management-Systeme, Entwicklung Apps). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift den Bedarf [B-D6; Bezug EPLR: B46] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit IT Strategien Freistaat Sachsen, Landkreise Vorhaben Regionale Infrastrukturentwicklungen Regionale Tourismuskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Digitale Zukunft/Unternehmen Digitale Zukunft/Unternehmen Digitale Zukunft/Unternehmen Kurzbeschreibung Vorhaben Entwicklung von Apps Errichtung von Hot-Spots Verbesserung der Breitbandversorgung Z.2.2 Regionale, innovative Energieeigengewinnung und Energiespeicherung sowie neue Technologien zur Ressourcenrückgewinnung Beschreibung Förderung innovativer Vorhaben mit Modellcharakter, die in besonderer Weise auf den Klimaschutz ausgerichtet sind. Unterstützung energetischer Pilotvorhaben zur Nutzung regionaler Ressourcen sowie zur Ressourcenrückgewinnung (z. B. Notwasserversorgungsanlagen). Bezug zu Bedarfen Die Maßnahme greift die Bedarfe [B-L6, B-L7; Bezug EPLR: B40] auf. Querbezug und Abstimmung der Vorhaben mit INSEK/SEKO/Ortsentwicklungskonzepte kommunale Energie-/Klimaschutzkonzepte Hochwasserschutzkonzepte lokale Versorgungskonzepte Beispiele für Vorhaben Bezeichnung Vorhaben/Träger Kommunale Zweckverbände/ Unternehmen Kommunale Zweckverbände/ Unternehmen Kurzbeschreibung Vorhaben Energetische Pilotvorhaben Z.2.3 Verfahren der ländlichen Neuordnung Beschreibung Errichtung von Notwasserversorgungsanlagen und Sicherung von Trinkwasserquellen Förderung zur Verbesserung der Agrarstruktur im Rahmen integrierter ländlicher Entwicklungsansätze. Zuwendungsvoraussetzungen entsprechend der Förderrichtlinie Ländliche Entwicklung (RL LE/2014)

105 Aktionsplan 105 Priorität 1 Ziel Z.2 Weitere zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES Maßnahmenübergreifender Schaffung mindestens 3 regionaler Innovationen und deren positive Wahrnehmung Indikator Indikator Anzahl Anzahl energetischer Pilotvorhaben zum Innovationstransfer Anzahl Veranstaltungen Anzahl Hot-Spots Anzahl Apps Info-Systeme Ausgangslage Zielzustand jährlich Maßnahme Z.2.1 Etablierung innovativer Kommunikationssysteme für die Entwicklung und Verbesserung von Partnerschaften Z.2.2 Regionale, innovative Energieeigengewinnung und Energiespeicherung sowie neue Technologien zur Ressourcenrückgewinnung Erläuterungen Digitale Zukunft - Unterstützung Ausbau der Breitbandversorgung für flächendeckenden leistungsfähigen Zugang zum Internet, sowie weiterer Maßnahmen zur Nutzung des Internet (z. B. Hot-Spots, Info- und Management-Systeme, Entwicklung Apps) Unterstützung energetischer Pilotvorhaben zur Nutzung regionaler Ressourcen sowie zur Ressourcenrückgewinnung (z. B. Notwasserversorgungsanlagen) Z.2.3 Verfahren der ländlichen Neuordnung Gegenstand und Verfahren nach RL Ländliche Entwicklung Fonds ELER ELER ELER - Fachförderung, RL LE 2014 ELER Priorität 6b 6b Förderhöhen nach Antragstelleschafteneine Gebietskörper- Unternehmen Rechtsfähige Ver- Gebietskörper- Unternehmen Rechtsfähige einschließlich schaften/ Vereine kommunale Zweckverbände LAG kommunale Zweckverbände - Basisfördersatz in % (30 ab 2018) (30 ab 2018) 50 - Minimaler Zuschuss (in EUR) Maximaler Zuschuss (in EUR) Mögliche Zuschüsse zum Basisfördersatz in Prozentpunkten - Maximaler Fördersatz in % 70/75 40 bei Breitband jeweils Anzahl der Partner > 3 - Breitband, Netzzugang > 30 MBit/s - Raumkategorie ländlicher Raum nach LEP - Inklusion - gemeinnützige Vereine (30 ab 2018), wenn beihilferelevant jeweils Breitenwirksamkeit (z. B. Genossenschaftsmodelle) - Gewinnung + Speicherung oder Gewinnung + Einsparung oder Speicherung + Einsparung + 10 gemeinnützige Vereine 90 70/ (30 ab 2018), wenn beihilferelevant 90 entsprechend RL LE/2014 Bemerkungen/Regelungen zur Fachförderung Vorrang RL LE/2014, RL DiOS

106 106 Aktionsplan 4.5 Übersicht der Zielindikatoren auf Maßnahmeebene Für die sechs Ziele, die durch LEADER prioritär unterstützt werden sollen, wurden die Indikatoren definiert. Diese sollten SMART, d. h. spezifisch, messbar, anspruchsvoll, realistisch und terminiert sein. Die Akteure stellten in den Mittelpunkt, solche Indikatoren festzulegen, die realistisch und durch LEADER-Maßnahmen erfüllbar sind. Sie sollen geeignet sein für die Prozesssteuerung. Im Ergebnis wurden die in Tabelle 11 zusammengefassten Indikatoren mit konkretem Bezug zu den Maßnahmen des Aktionsplanes aufgestellt. Die Indikatoren und ihre Zielgrößen sind im Monitoringsystem hinterlegt und dienen der operativen und strategischen Zielsteuerung. Die LAG hat mit den Maßnahmeindikatoren in die inhaltlichen Ziele quantifiziert. Ziel Indikatoren Zielgrößen Termine A Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität A.1 Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen A.1.1 A.1.2 A.1.3 A.1.4 Schaffung von Wohnraum in dörflicher Bausubstanz Anzahl unterstützter Personen/Familien 70/ Anzahl erhaltener historisch wertvoller Bausubstanz Barrierereduktion in öffentlichen Räumen sowie Gestaltung von Freianlagen und Plätzen Anzahl barrierereduzierter Einrichtungen und Plätze einschließlich ÖPNV-Haltepunkte Anzahl Personen, die begünstigt werden Bauliche Investitionen für nichtgewerbliche Grundversorgungseinrichtungen Dörfer in Aktion Versorgungsfläche (in m²) Versorgte Einwohner Anzahl Wettbewerbe Regionale Wirksamkeit - Anteil Kommunen, in denen Teilnehmer erreicht werden (in %) A.2 Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale A.2.1 A.2.2 A.2.3 B Vereinsanlagen und deren Ausstattung Aufbau und Erhalt von Netzwerken zur Inklusion > Anzahl unterstützter Vereine Erhöhung des Bekanntheitsgrades von LEADER bei Vereinen x + 15 % (Ist-Erhebung 2015) 2020 Anzahl erreichter Teilnehmer Anzahl neuer bzw. erhaltener Netzwerke Bauliche Investitionen in Objekte ländliches Kulturerbe Anzahl gesicherter kultureller Güter und historischer Objekte Erhöhung Besucherfrequenz (in %) Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz B.1 Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften B.1.1 B.1.2 Aufbau und Qualifizierung von regionalen Wertschöpfungspartnerschaften Anzahl der regionalen Wertschöpfungspartnerschaften Sensibilisierung der Bevölkerung für regionale Wertschöpfung durch Öffentlichkeitsarbeit Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse Anzahl thematischer Warenkörbe (Internetshop) Erweiterung regionaler Sortimentsvielfalt (in %) (mindestens) x + 20 (Ist-Erhebung vor Maßnahmebeginn) mindestens 5 Aktionen/Jahr jährlich x + 25 (Ist-Erhebung ab 2015) 2020

107 Aktionsplan 107 Ziel Indikatoren Zielgrößen Termine B.1.3 Unterstützung privatwirtschaftlicher Initiativen für dorftypische/traditionelle Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungen und Versorgung Anteil Vorhaben im Bereich traditionelles Handwerk (in %) > Anzahl unterstützter Branchen pro Jahr mindestens 4 jährlich B.2 Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft B.2.1 B.2.2 B.2.3 C Investive Vorhaben zum Landtourismus Anzahl der nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes zertifizierten Wege (Familienspaß, Regionaler Genuss oder 100 % Komfort) Steigerung Gästeintensität (in %) > Erweiterung und Qualitätssteigerung von Beherbergungskapazitäten Ausbau des Radwegenetzes Anzahl der gewerblichen Neuanmeldungen Anteil Vorhaben mit mindestens 4-Sterne-Zertifizierung nach DTV (in %) Anzahl der Lückenschlüsse bzw. thematischen Anbindungen Anzahl E-Ladestationen Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen C.1 Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen C.1.1 C.1.2 C.1.3 Ausstattung von Grundversorgungseinrichtungen Ausbau von Ortsstraßen und Gehwegen Vorhaben mit ortsübergreifender oder multifunktionaler Versorgung (in %) Anzahl Vorhaben mit Erweiterung der Versorgungsstruktur Qualitätsverbesserung auf Straßen bzw. Gehwegen (in km) x + 5 (Ist-Erhebung ab 2015) 2020 > > Anzahl erschlossener öffentlicher Einrichtungen Abbruch von baulichen Anlagen und Flächenentsiegelung Flächenaufwertung durch Entsiegelung (in m²) > Abbau von Gefährdungen C.2 Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes C.2.1 C.2.2 C.2.3 C.2.4 Aus- bzw. Weiterbildung von Akteuren zur Verbesserung der Biodiversität Sensibilisierung für Biodiversität x - 75 % (Ist-Erhebung 2015) 2020 Anzahl zertifizierter Akteure Wirksamkeit der Akteure in Netzwerken zur Umweltbildung (in %) x +20 Stärkung des Bewusstseins für Biodiversität/Anzahl Teilnehmer Anteil Kinder und Jugendlicher an Teilnehmern (in %) x + 25 Erhalt von gebietstypischen Landschaftselementen Anteil Vorhaben, die einem gebietsspezifischen Schutzziel dienen (in %) (Ist-Erhebung 2015) (Ist-Erhebung 2015) 2020 > Neuanlage auf Fläche (in m²) Pflanzungen und Anlagen zum Schutz von Ortslagen x - Ausgangswert des Indikators zu Beginn der Maßnahme Tabelle 11: Zielindikatoren der Maßnahmeziele Anteil Vorhaben, die gleichzeitig der Sicherung der Biodiversität dienen (in %) > Anzahl geschützter Ortslagen

108 108 Aktionsplan 4.6 Aufteilung des Budgets nach Maßnahmen Die vorläufige Budgetzuweisung vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft für die Region Westerzgebirge für den Zeitraum 2015 bis 2020 beläuft sich auf 22,926 Millionen Euro. Die Zuordnung des Budgets auf Ziele und Maßnahmen erfolgte auf der Grundlage der Priorisierung der Ziele, der aktuell eingebrachten (über LEADER zu finanzierenden) Ideen für Vorhaben sowie der formulierten Maßnahmen (Art des Vorhabenträgers, Fördersätze, Zuschläge, Kappungsgrenzen usw.). Hiernach ergibt sich die Budgetaufschlüsselung nach Tabelle 12, die detaillierte Untersetzung nach Einzelmaßnahmen enthält Anlage 12. Die maßnahmebezogene Budgetaufteilung spiegelt die strategische Ausrichtung der Region wider. Die Aufteilung des Budgets nach Maßnahmen kommunaler und nicht kommunaler Antragsteller ergibt, dass der Umfang nicht kommunaler Vorhaben eine Größenordnung von 35 % einnehmen könnte. Eine Minderinanspruchnahme der kofinanzierenden Landesmittel ist folglich nicht wahrscheinlich. Die Umsetzung der LES ist als dynamischer Prozess angelegt. Umschichtungen des Budgets zwischen Maßnahmen sind deshalb zugelassen, wenn dadurch die Strategie der LES nicht verändert wird. Strategische Anpassungen können mit der Evaluierung 2018 vorgenommen werden. Umschichtungen zu Lasten der zielübergreifenden Maßnahme Z.1.1 (Betreiben der Lokalen Aktionsgruppe Westerzgebirge einschließlich Regionalmanagement und Entscheidungsgremium der LAG) sind nicht zulässig, da die durchgängige Bereitstellung der Kapazität der Prozesssteuerung als übergreifende Aufgabe gewährleistet sein muss. Nr. Ziele Anteil in % Zuschussvolumen in EUR A Förderung des sozialen Zusammenhalts und der regionalen Identität 28, A.1 Mehrung der Lebensqualität für alle Generationen 22, A.2 Inwertsetzung der sozialen und kulturellen Potentiale 5, B Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Fachkräftekompetenz 27, B.1 Ausbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften 7, B.2 Qualitätssteigerung und Vernetzung der Tourismuswirtschaft 20, C Sicherung der Siedlungsstrukturen und der natürlichen Lebensgrundlagen 26, C.1 Bedarfsgerechte Anpassung der Dorfstrukturen 21, C.2 Sicherung des gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutzes 4, Z Zielübergreifend 17, Z.1 Zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES 10, Z.2 Weitere zielübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der LES 7, Summe 100, Tabelle 12: Budgetaufschlüsselung nach Zielen 4.7 Vorhabenauswahl Festlegen der Kriterien Aufgabe der Vorhabenauswahl ist es, aus den zu einem definierten Zeitpunkt (Einreichtermin der thematischen Aufrufe) vorliegenden Vorhabenanträgen diejenigen zur Förderung zu identifizieren, welche die Entwicklungsstrategie am besten umsetzen, also den größten Mehrwert für die Region erbringen. Dafür wurden transparente, objektive und reproduzierbare Bewertungskriterien definiert.

109 Aktionsplan 109 Die Akteure der Region kamen überein, die Kriterien in einem vierstufigen Kriterienkatalog strukturiert zusammenzufassen. Es soll eine handhabbare und vor allem für die Antragsteller nachvollziehbare sowie an der Zielstruktur ausgerichtete Einzelbewertung der Vorhaben gewährleistet sein. Die zu erwartenden Vorhaben decken eine große thematische Bandbreite ab. Dies liegt in der Zielstruktur der LES begründet und ist auch als Ergebnis der Diskussionen der Akteure ausdrücklich erwünscht, da nur so die Entwicklungsbedarfe der Region im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung bedient werden können. Die Bewertungskriterien müssen diesem Umstand Rechnung tragen. Ein einzelner Kriterienkatalog für alle Vorhabenarten kann diesen Anspruch nicht erfüllen, wie bereits in der Abschlussevaluierung der letzten Förderperiode festgestellt wurde. Maßnahmespezifische Kriterien sollen deshalb Berücksichtigung finden. Ein Ergebnis der Arbeitsgruppen zeigt an, dass die Vorhabenauswahl nicht ausschließlich über eine formale, standardisierte Routine erfolgen soll. Entscheidungsprozesse der LAG durch Willensbildung, Diskussion und Abwägung im Entscheidungsgremium (Koordinierungskreis) müssen mit einfließen, auch um keinen Bedeutungsverlust dieses Gremiums herbeizuführen. Insbesondere unkonventionelle Vorhaben erfordern eine eingehende Diskussion und lassen sich nur begrenzt standardisiert bewerten. Somit steht der Anspruch, eine demokratische, unter Beachtung der Auswahlkriterien zustande gekommene Entscheidung des Auswahlgremiums zu manifestieren. Unter diesen Prämissen wurden die Auswahlkriterien erarbeitet, welche ausschließlich aus Kohärenz- und Rankingkriterien bestehen. Die Liste der Kohärenzkriterien dient der Prüfung der grundsätzlichen Förderfähigkeit entsprechend den CLLD-Anforderungen, den Vorgaben des EPLR, der LES und reflektieren Erfahrungen der Region aus der letzten Förderperiode. Deshalb sollen insbesondere auch Eigentumsrechte und Finanzierungsfragen nachweislich vor Eintritt in das Auswahlverfahren gesichert sein. Alle Kohärenzkriterien werden zum Zeitpunkt der Vorhabenauswahl abschließend durch die LAG geprüft. Die folgenden Kriterien sind Rankingkriterien, mit denen über einen Punktwert die Aufstellung einer Reihenfolge zur Auswahl der besten Vorhaben erfolgt. Alle Rankingkriterien werden zum Zeitpunkt der Vorhabenauswahl abschließend durch die LAG geprüft. Die Rankingkriterien gliedern sich in - Kriterien zur Bewertung des LEADER-Mehrwertes - Maßnahmespezifische Bewertungskriterien - Bewertungskriterien des Koordinierungskreises Mit der Kriteriengruppe Bewertung des LEADER-Mehrwertes wird der Beitrag zu den übergreifenden Zielen überschaubar ermittelt. Aus Gründen der Transparenz und Handhabbarkeit wurde auf eine Gewichtung der Kriterien untereinander verzichtet und in den Vordergrund die Vielfalt der relevanten Kriterien gesetzt. Damit kann der Breite der zu erwartenden Vorhaben entsprochen werden. Die Kriterien versuchen also die Qualitäten vielfältiger Vorhaben mit unterschiedlichen Parametern zu erfassen. Die maßnahmespezifischen Kriterien greifen die Bewertung des Vorhabens hinsichtlich konkreter Maßnahmeziele auf. Hierfür wird eine differenzierte, gängige Punktbewertung nach einer vierstufigen Klassenausprägung vorgenommen. Es lassen sich fünf Gruppen von Maßnahmen unterscheiden. Im Vordergrund der Systematik stehen auch hier Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle Beteiligten. In der letzten Gruppe fließt die Bewertung der Vorhaben durch den Koordinierungskreis ein. Die Akteure haben sich darauf verständigt, dass Vorhaben mit einer voraussichtlichen Zuschusshöhe von über EUR oder auf Antrag eines Mitgliedes des Koordinierungskreises persönlich vorgestellt werden. Damit besteht die Möglichkeit der Entscheidungsträger - die ja ganz unterschiedliche Interessen im Gremium vertreten - über die formalen Bewertungskriterien hinaus die Bewertung ihrer Interessenslage einzubringen. Nach einer Voreinschätzung der Kriterien zur Bewertung des LEADER-Mehrwertes und der maßnahmespezifischen Bewertung durch das Regionalmanagement erfolgt die abschließende Bewertung der Rankingkriterien durch den Koordinierungskreis.

110 110 Aktionsplan Die Kriterien zur Bewertung wurden in einem Prätest (nachträgliche Anwendung für in der Vergangenheit bearbeitete Vorhaben) getestet. Mit dem Kriterienset zur Vorhabenbewertung (Anlage 13) kann eine eindeutige und nachvollziehbare Entwicklungsgrundlage für den Koordinierungskreis in Form einer maßnahmebezogenen Rankingliste bereitgestellt werden. Da Kriterien mit einem Punktesystem gekoppelt sind, wird der Beitrag jedes Vorhabens innerhalb einer Maßnahmegruppe zur LES quantitativ festgestellt. Die Bewertung erfolgt gesondert für Vorhaben nach Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe b (Auswahlkriterien nach Anlage 13a) und nach Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe c (Auswahlkriterien nach Anlage 13b). Die Kriterien sind geeignet, anhand der eingereichten Unterlagen eine Vorhabenauswahl im schriftlichen Verfahren durchzuführen. Die Vorhabenbewertung (Kriterienbogen) erfolgt immer im Zusammenhang mit dem Datenbogen des Vorhabens. Der von der LAG Westerzgebirge entwickelte Datenbogen dient der Transparenz und der Vergleichbarkeit von Anträgen. Er enthält eine Übersicht zu den wesentlichen Daten sowie eine knappe Beschreibung der Inhalte nach einheitlichem Schema und erleichtert die Erfassung der Information für alle Beteiligten: Vorhabenträger, Regionalmanagement, Vorstand, Koordinierungskreis, Bewilligungsbehörde. Zudem beschleunigt dies den Auswahlprozess, da die Informationen systematisch vorliegen. Der Datenbogen fußt auf den Inhalten des Projektideenaufrufs im Rahmen der LES-Erstellung Darstellung des Auswahlverfahrens Das Regionalmanagement veröffentlicht über verschiedene Medien (Webseite der LAG, Amtsblätter, Kabeljournal, Push-Mailing) mindestens drei thematische Aufrufe pro Jahr zur Einreichung von Vorhaben. Die Themen können sich auf eine oder mehrere Maßnahmen beziehen. Die Aufrufe werden langfristig gestartet, um eine qualifizierte Vorbereitung und Begleitung der Vorhaben zu gewährleisten. Mit dem jeweiligen Aufruf stehen für alle Akteure die relevanten Unterlagen im Internet zum Download bereit bzw. können direkt vom Regionalmanagement bezogen werden. Diese Unterlagen enthalten auch das Bewertungsschema sowie Hinweise zum Verfahren der Auswahl. Das Regionalmanagement steht zur Beratung der Antragsteller und Qualifizierung der Anträge zur Verfügung. Die Abgabe des Vorhabenantrags erfolgt zu einem im Aufruf definierten Termin beim Regionalmanagement. Zur Entscheidung anstehende Vorhaben können nur diejenigen Anträge sein, die zum Stichtag eingereicht wurden. Das Regionalmanagement prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und bereitet die maßnahmebezogene Bewertung durch den Koordinierungskreis vor. Bei Bedarf werden externe Sachverständige einbezogen (Arbeitsgruppe von externen Experten). LAG-eigene Vorhaben werden wie jedes andere Vorhaben im Koordinierungskreis beraten und bestätigt oder abgelehnt. Die Auswahlkriterien der LES sind auf LAG-eigene Vorhaben anzuwenden. Vorhaben der Maßnahme Z.1.1 (Betreiben der LAG) sind von der Vorhabenprüfung ausgenommen. Für alle fristgerecht eingereichten Anträge, für welche alle Kohärenzkriterien erfüllt sind, werden Rankinglisten zum jeweils aufgerufenen Thema für die Koordinierungskreismitglieder als Beratungsunterlage erstellt. Zur Sitzung des Koordinierungskreises erfolgt die Erörterung der Vorhaben und die finale Vorhabenbewertung, die zur abschließenden Rankingliste führt. Dies bildet die Grundlage für die Auswahl und Votierung. Bei Punktegleichstand erhalten Vorhaben die gleiche Platzierung in der Rankingliste. Sollte das Budget für gleich platzierte Vorhaben nicht ausreichen, sind alle gleich platzierten Vorhaben sowie alle nachfolgend platzierten Vorhaben abzulehnen. Die verbindliche Anwendung der Auswahlkriterien für die Vorhabenauswahl regelt die Geschäftsordnung des Entscheidungsgremiums (siehe Anlage 14). Alle fristgerecht eingereichten Anträge, die die Kohärenzkriterien nicht erfüllen, sind vom Koordinierungskreis abzulehnen. Das Ergebnis der Auswahl des Koordinierungskreises wird dem Antragsteller innerhalb von zehn Arbeitstagen schriftlich mitgeteilt. Gleichzeitig enthält diese Mitteilung auch den Hinweis auf die Widerspruchsmöglichkeit gegen die Auswahlentscheidung im Rahmen des Widerspruchsrechts bei der zuständigen Bewilligungsbehörde. Der Antragsteller wird im Falle einer Ablehnung seines Vorhabens schriftlich darüber informiert, welche Gründe für die Ablehnung ausschlaggebend waren. Es wird ihm die Möglichkeit eröffnet, in der nächsten Sitzung des Koordinierungskreises, die der Ablehnung folgt, Einwände gegen die Entscheidung zu erheben. Das Entscheidungsgremium hat über das Vorhaben nach Anhörung abschließend erneut einen Beschluss zu fassen.

111 Aktionsplan 111 Bei positivem Votum hat der Antragsteller die kompletten Antragsunterlagen beim Regionalmanagement innerhalb von zwei Monaten einzureichen. Nach Sichtung des Antrages durch das Regionalmanagement wird dieser an die jeweilige Bewilligungsbehörde weitergeleitet. Eine Zusammenfassung des Verfahrensablaufs enthält Abbildung 36. Abbildung 36: Verfahrensablauf Projektbewertung Umlaufverfahren Im Ausnahmefall ist eine Abstimmung im Umlaufverfahren möglich. Ausnahmen können insbesondere dann auftreten, wenn zeitlich dringende oder andere begründbare organisatorische Erfordernisse eine Vorhabenauswahl notwendig machen. Für die Abstimmung im Umlaufverfahren sind den Mitgliedern des Koordinierungskreises Vorhabenunterlagen und der vorbereitete vorhabenbezogene Kriterienkatalog beizulegen. Auch im Umlaufverfahren sind die Mitglieder des Koordinierungskreises bei persönlichen Interessenkonflikten von Beratungen und Beschlussfassung ausgeschlossen. Sie sind verpflichtet, dies auf dem Abstimmungsblatt zu vermerken. Bei Abstimmung im Umlaufverfahren wird eine angemessene Frist angesetzt (in der Regel 5 Arbeitstage), innerhalb der die Abstimmung erfolgen muss. Im Umlaufverfahren herbeigeführte Abstimmungen werden analog der Sitzungsabstimmung dokumentiert.

112 112 Aktionsplan Dokumentation der Einhaltung der Regeln für jede Auswahlentscheidung Die Bewertung des Vorhabens und das Auswahlverfahren werden vorhabenbezogen schriftlich dokumentiert. Dokumentation und Archivierung liegen beim Regionalmanagement. Das Ergebnis der Beschlussfassung des Entscheidungsgremiums wird zu jedem Einzelvorhaben protokolliert. Die einzelnen Beschlussfassungen sowie die Teilnehmerliste sind Bestandteil des Gesamtprotokolls. Zu jedem Einzelvorhaben wird mindestens festgehalten: Feststellung der Beschlussfähigkeit namentliche Nennung der teilgenommenen, stimmberechtigten Mitglieder namentliche Nennung bei Ausschluss von Abstimmung wegen persönlicher Interessenskonflikte Bewertung und Position auf der Rankingliste Abstimmungsergebnis. Die Dokumentation der Beschlussfassung zum Einzelvorhaben erfolgt mit Hilfe eines Formblattes. Das Ergebnis der Beratung des Koordinierungskreises wird mittels Ergebnisprotokoll eindeutig und auch nachvollziehbar festgestellt. Alle Vorhabenanträge und Auswahlvorgänge sind in der Datenbank Prozesssteuerung in geeigneter Form erfasst und dokumentiert. Die Geschäftsordnung wurde vom Koordinierungskreis am 10. Dezember 2014 beschlossen (siehe Abschnitt 5.2). Transparenz Die Auswahlkriterien (Checklisten) sowie die Vorgehensweise des Auswahlverfahrens und die Auswahlentscheidung werden von der LAG auf der Internetseite veröffentlicht. Die Kriterien sind damit zum gleichen Zeitpunkt für alle potentiellen Akteure bekannt gegeben und gelten für alle Antragsteller gleichermaßen. Die Veröffentlichung soll den potentiellen Antragstellern auch als Orientierungshilfe zur Selbsteinschätzung ihres Vorhabens dienen. Die Bewertungskriterien werden vom Regionalmanagement im Rahmen der Betreuung der Vorhaben kommuniziert. Das Verfahren zur Bewertung und Auswahl des Vorhabens ist für den Antragsteller kosten- und gebührenfrei. Die Aufrufe und die Ergebnisse der Auswahl werden auf der Internetseite der LAG veröffentlicht. Die Regelungen zur Transparenz der Auswahlentscheidung orientieren sich an den Empfehlungen der LEADER-Referenten des BMELV Ausschluss von Unvereinbarkeiten und Interessenskonflikten Dem Koordinierungskreis obliegt die inhaltliche Auswahl der zu realisierenden Vorhaben, deren Zustimmung zur Förderung und die Inanspruchnahme des regionalen Budgets. Aufgrund dieser Kompetenzen bedarf es einer transparenten und nachzuvollziehenden Entscheidungsfindung sowie der unmissverständlichen Regelung, wie in der LAG mit Unvereinbarkeiten bzw. Interessenskonflikten umzugehen ist. Werden Unvereinbarkeiten eines Mitglieds des Projektauswahlgremiums festgestellt, verliert diese Person ihre Stimmberechtigung und darf weder beratend noch entscheidend mitwirken. Entscheidungen werden in diesem Fall in Abwesenheit des jeweiligen Mitglieds getroffen. Der Ausschluss an der Abstimmung wird namentlich dokumentiert. Das Mitglied hat seinen Konflikt beim Vorsitzenden anzuzeigen. Die Einzelheiten sind in der Geschäftsordnung des Koordinierungskreises geregelt. Eine objektive Vorhabenauswahl ist somit durch klare Regelungen zu Unvereinbarkeiten sowie durch einheitliche Bewertung von Vorhaben nach dem festgelegten Auswahlprozess incl. Projektauswahlkriterien sichergestellt. 68 (Empfehlung - Transparenz der Auswahlentscheidungen der LEADER-Aktionsgruppen, 2011)

113 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Darstellung des Widerspruchsverfahrens Nach Abschluss einer Beratung des Koordinierungskreises erhält jeder Antragsteller innerhalb von 10 Werktagen das Ergebnis der Beratung bzgl. seines Vorhabens. Diese Mitteilung enthält auch den Hinweis auf die Möglichkeit des Widerspruchs, mit den Angaben zu der Stelle und der Frist für die Einreichung des Widerspruchs. Legt ein Antragsteller in der vorgegebenen Frist bei der Widerspruchstelle (Bewilligungsbehörde) Widerspruch zum Ergebnis des Koordinierungskreises bzgl. seines Vorhabens ein, prüft die Bewilligungsbehörde diesen Widerspruch und weist den Widerspruch zurück oder bestätigt ihn. Wird dem Widerspruch stattgegeben, geht die Entscheidung über die Förderung des Vorhabens an den Koordinierungskreis zurück und wird dort neu beraten. Diese Beratung findet im Regelfall in der folgenden Sitzung des Koordinierungskreises statt. In Ausnahmefällen kann eine außerordentliche Sitzung einberufen werden. Die Budgetverwaltung soll so organisiert werden, dass durch auftretende Widerspruchsverfahren positiv votierte Vorhaben bzw. bereits bei den Bewilligungsstellen eingereichte Vorhaben nicht behindert werden Bewilligungsbehörde Bewilligungsbehörde für ELER-finanzierte Maßnahmen nach der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zur Umsetzung von LEADER-Entwicklungsstrategien (Förderrichtlinie LEADER - RL LEADER/2014) ist der für den jeweiligen Ort des Vorhabens zuständige Landkreis. Verfahrensleitende Bewilligungsbehörde einschließlich der Bearbeitung der Anträge der LAG ist der Landkreis Erzgebirgskreis. 5 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 5.1 Die LAG als dynamisches Gremium Zur Umsetzung der LES Westerzgebirge kann die Region auf die in den letzten zehn Jahren aufgebauten und etablierten Strukturen setzen. Dabei steht der Verein Zukunft Westerzgebirge e. V. im Mittelpunkt. Er versteht sich als öffentlich-private Partnerschaft und verkörpert die Lokale Aktionsgruppe (LAG). Die Aufgaben und Ziele des Vereins orientieren sich an den Zielen zur ländlichen Entwicklung der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen. Mitglieder sind die 19 Kommunen der Region und zahlreiche Bürger, Wirtschafts- und Sozialpartner. Zur Organisation regionaler Entwicklungsprozesse nach LEADER ist in der Satzung des Vereins die Lokale Aktionsgruppe benannt (Satzung in Anlage 15). Mitgliederversammlung und Vorstand sind als eigenständiges Organ verankert. Dabei ist neben der Bezeichnung festgeschrieben, dass sich die LAG aus den Mitgliedern des Vereins zusammensetzt, die LAG Träger der regionalen Entwicklungsstrategie ist und dass die Geschäftsstelle (Regionalmanagement) ihren Sitz in Bockau hat. Die Aufgaben der LAG Westerzgebirge umfassen unter Einbindung der regionalen Akteure: Erstellung und Umsetzung der LES Initiierung und Koordination von Vorhaben, Arbeitsgruppen und Initiativen Entscheidung und Beschlussfassung über LEADER-Fördervorhaben Motivation und Mobilisierung zur Teilhabe an regionalen Entwicklungsprozessen Monitoring und Evaluierung der LES Fortschreibung der LES entsprechend der Ergebnisse der Evaluierung Beratung und Dokumentation zu Vorhaben Zusammenarbeit mit anderen LAG, Gremien, Initiativen und der Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVL) Teilnahme am grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch und Vorbereitung und Durchführung von Vorhaben in Kooperation mit nationalen und transnationalen Partnern. Die LAG beruft den Koordinierungskreis zur Auswahl der Vorhaben. Die LAG ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist. Über den Verlauf der Sitzungen der LAG wird eine Niederschrift angefertigt. Die Struktur der LAG zeigt Abbildung 37.

114 114 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Abbildung 37: Struktur zur LAG Westerzgebirge Die LAG ist ein dynamisches Gremium, welches seit ihrer Gründung im Jahr 2007, insbesondere im Verlauf der Erarbeitung der LEADER-Entwicklungsstrategie im Jahr 2014 von 27 auf 71 Mitglieder (zum , Mitgliederliste siehe Anlage 16) stetig gewachsen ist. Regelungen zur Anpassung der LAG Auch zukünftig steht die LAG allen interessierten juristischen und natürlichen Personen offen, die die Entwicklung des Westerzgebirges im Sinne der LEADER-Entwicklungsstrategie unterstützen wollen. Die strukturelle Entwicklung der LAG soll auch in der Umsetzungsphase der Strategie nicht aufhören. Die LAG bemüht sich insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und Themen der Inklusion um jugendliche Akteure, Beteiligung von Frauen und um Menschen benachteiligter Gruppen. Für diese Akteursgruppen will sich die LAG stärker engagieren. Ideen und Konzepte für Vorhaben liegen bereits vor (Integrationskonzept Jugend, Unterstützung interkultureller, kreativer und bilingualer Schulen, Verbesserung Medienkompetenz kultureller Angebote, Vernetzung Sozialangebote). Die Mitarbeit im Verein und in den Arbeitsgruppen ist für jeden offen. Die flexible Gestaltung der thematischen Arbeitsgruppen entsprechend den sich ändernden Anforderungen und Rahmenbedingungen bedingt auch unterschiedliche Akteure. Der Beteiligungsprozess ist dynamisch angelegt und wird durch Sensibilisierungs- und Informationsaktivitäten gesteuert. Die Hürden für eine formelle Mitgliedschaft von Privatpersonen und Vereinen in der LAG sind in der Beitragsordnung moderat gestaltet. Hervorzuheben ist, dass im Schwung der LES-Erarbeitung nicht nur zahlreiche neue Akteure zur LAG gefunden haben, sondern besonders der Anspruch an integrativer und vernetzter Arbeit in den Mittelpunkt rückte. Die Kapazität der LAG wurde quantitativ und qualitativ deutlich erweitert (siehe Abschnitt 6).

115 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz LEADER-Entscheidungsgremium (Koordinierungskreis) Das LEADER-Entscheidungsgremium in der Region Westerzgebirge trägt den Namen Koordinierungskreis. Die Mitglieder des Koordinierungskreises wurden aus den Mitgliedern der LAG gewählt. Die Mitgliederversammlung der LAG hat am die 16 stimmberechtigten Mitglieder des Koordinierungskreises gewählt. Jedes Mitglied des Koordinierungskreises hat für den Verhinderungsfall einen persönlichen Stellvertreter benannt. Der Wahlvorgang ist im Protokoll der Mitgliederversammlung dokumentiert. Die namentliche Nennung, Kompetenz und Zuordnung zu öffentlichem bzw. nicht öffentlichem Bereich der Mitglieder enthält Tabelle 13. Die konstituierende Sitzung des Koordinierungskreises fand am statt. In dieser Beratung wurde die Geschäftsordnung des Koordinierungskreises beschlossen. Diese Geschäftsordnung wurde am überarbeitet (Anlage 14). Das Gremium trifft die Auswahl der Vorhaben nach dem in Abschnitt 4.5 beschriebenen Verfahren. Neben den stimmberechtigten Mitgliedern des Koordinierungskreises können auch beratende Mitglieder und Gäste geladen werden. Diese besitzen kein Stimmrecht. Von zentraler Bedeutung für ein rechtskonformes Handeln auf Entscheidungsebene ist die Einhaltung der geltenden EU-Bestimmungen hinsichtlich der personellen Besetzung. In Bezug auf die Entscheidungsprozesse in der Lokalen Partnerschaft setzt die EU in der ESIF-Verordnung fest: (2) Von der örtlichen Bevölkerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung werden durch lokale Aktionsgruppen [...] betrieben; dabei sind auf der Ebene der Beschlussfassung weder Behörden im Sinne der nationalen Vorschriften noch eine einzelne Interessengruppe mit mehr als 49 % der Stimmrechte vertreten;" Art. 32 (2) b) Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 ESIF-VO. (3) Die Aufgaben der lokalen Aktionsgruppen umfassen: b) das Ausarbeiten eines Auswahlverfahrens und von objektiven Kriterien für die Auswahl von Vorhaben, die [...] gewährleisten, dass mindestens 51 % der Stimmen in den Auswahlentscheidungen von Partnern stammen, bei denen es sich nicht um Behörden handelt [...], Art. 34 (3) b) Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 ESIF-VO. Die personelle Zusammensetzung des gewählten Koordinierungskreises der LAG gewährleistet die Einhaltung dieser Vorgaben, weder Behörden noch einzelne Interessengruppen sind mit mehr als 49 % Stimmanteilen vertreten. Eine paritätische Besetzung von weiblichen und männlichen Personen wurde erreicht. Die Interessen Jugendlicher und Migranten sind angemessen vertreten. Die fachliche Kompetenz der Mitglieder deckt die Themenschwerpunkte und Maßnahmen der Strategie ab. Durch die Besetzung des Gremiums überwiegend durch Multiplikatoren der Region wird eine breitenwirksame Arbeit in hoher Qualität gewährleistet. Im Falle des Ausscheidens eines Mitglieds wählt die LAG in ihrer nächsten planmäßigen Mitgliederversammlung ein neues Mitglied. Bis zu diesem Zeitpunkt agiert der Koordinierungskreis mit den verbliebenen Mitgliedern ohne Neubesetzung. Die Kapazitäten der LAG sind in Abschnitt 6 dargestellt.

116 116 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Nr. Name, Vorname LAG-Mitglied ist (Funktion oder berufliche Tätigkeit) weiblich männlich öffentlich vertritt Themenfeld/Zielgruppen privat/zivilgesellschaftlich 1 Dittrich, Helga Privatperson (Senioren- und Behindertenbeauftragte des Erzgebirgskreises) Inklusion X X 2 Fischer, Ralf Gemeinde Breitenbrunn (Bürgermeister) Kommunalwesen/ sonstiger öffentlicher Bereich X X 3 Göpel, Cornelia Privatperson (Mitinhaberin Hotel Forstmeister ) Wirtschaft - Regionale Wertschöpfung X X 4 Grüner, Andreas Regionaler Planungsverband, Region Chemnitz (Referent) Landesplanung/ Demografie X X 5 Hiebl, Veronika 6 Kippig, Dr. Frank Tourismusverband Erzgebirge e. V. (Geschäftsführerin) Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (Geschäftsführer) Tourismus X X Innovation X X 7 Kuttner, Gerd-Reiner Privatperson LAG-Vorsitzender Zielübergreifend/ Kooperation/ Vernetzung X X 8 Leonhardt, Wolfgang Gemeinde Zschorlau (Bürgermeister) Kommunalwesen/ sonstiger öffentlicher Bereich X X 9 Mothes, Romy 10 Nestler, Birgit Deutsche Raumfahrtausstellung e. V. (Leiterin) Privatperson (Inhaberin Hofladen und landwirtschaftliches Unternehmen) Gemeinwesen X X Landwirtschaft X X 11 Rauh, Andreas BÜMAG eg (Geschäftsführer) Wirtschaft - Regionaltypisches Handwerk X X 12 Reichel, Birgit Privatperson (Rentnerin) Gender/Senioren X X 13 Röber, Sven Sportpark Rabenberg e. V. (Marketing) Junge Familien/ Sport X X 14 Scheiter, Knut 15 Trzarnowski, Sabrina Bauplanungsbüro Süß GmbH (Geschäftsführer) Privatperson (Azubi) Regionale Baukultur X X Jugend X X 16 Ullmann, Sigrid Zweckverband Naturpark Erzgebirge/Vogtland (Geschäftsführerin) Natur- und Landschaftsschutz X X Summe Tabelle 13: Besetzung des Koordinierungskreises

117 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Öffentlichkeits-, Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen Gezielte Öffentlichkeitsarbeit Eine breite Öffentlichkeitsarbeit wurde bereits während der vorangegangenen Förderperiode geleistet. Diese soll fortgeführt und ausgebaut werden. Dabei werden zunächst die neue Zielstruktur und Informationen über Maßnahmen sowie Fördermöglichkeiten, Informationen über die Arbeit der LAG und über Umsetzungsverfahren zu kommunizieren sein. Als wesentliche Elemente der Öffentlichkeitsarbeit sind zu nennen: Gestaltung und Betreiben eines Internetauftritts Newsletter Presse- und Medienarbeit Informationsveranstaltungen Wanderausstellungen Zielgruppenspezifische Bildungs- und Sensibilisierungsveranstaltungen Projekteröffnungen Exkursionen Regionalkonferenzen Hierbei sollen wie bisher verschiedene Medien zum Einsatz kommen z. B. Faltblätter, Poster, Pressemappen, Projektinformationsbroschüren, Informationstafeln, Informationsfilm (Eigenproduktion mit KabelJournal), Kurzbeiträge und Anzeigen über regionale Medien und Amtsblätter der Kommunen. Die Möglichkeiten neuer Medien sollen verstärkt genutzt werden, z. B. internetbasierte soziale Medien. Speziell jugendliche Zielgruppen sind darüber besser zu erreichen und zu integrieren. Auf kommunaler Ebene wird die Aktivierung des Ehrenamtes und wie bisher die verpflichtende Einbindung der Vorhabenträger in die Kommunikation positiv beitragen. Es wird zudem die begleitende Öffentlichkeitsarbeit bei der Umsetzung von Vorhaben genutzt. Diese kann direkt durch den Akteur erfolgen oder mit Unterstützung durch das Regionalmanagement. Information und Motivation Für die laufende Beteiligung der Bevölkerung an der Umsetzung der Strategie sind die oben genannten verschiedenen Maßnahmen vorgesehen. Dafür werden die in der vergangenen Förderperiode eingesetzten Medien weiter genutzt. Wichtigstes Medium der Region Westerzgebirge ist die Webseite: (Abbildung 38). Im Zuge der Weiterentwicklungen im Bereich neuer Medien und insbesondere mobiler Geräte sollen Anpassungen entsprechend der LES zu Beginn der neuen Förderperiode in der zweiten Jahreshälfte 2015 starten. Die Webseite soll transparent zur Arbeit der LAG, zu den Prozessen, Strukturen sowie den Beteiligungsmöglichkeiten, zur Umsetzung der LES durch Vorhaben und den Stand der Zielerreichung informieren. Informationen zum Verein (Vorstand, Mitgliederliste, Satzung, Geschäftsordnung, Mitgliedsbeitragsordnung, Mitgliedsaufnahmeformulare etc.), über den Koordinierungskreis, über öffentliche Termine bis hin zu aktuellen Meldungen über Aktivitäten und Vorhaben werden auf der Webseite des Vereins aktuell strukturiert. Die Verlinkung mit anderen lokalen, regionalen und überregionalen Webseiten wird ausgebaut, um die Vernetzungsdichte zu erhöhen. Inhaltlich soll die Seite verstärkt auf Motivation von Bürgern zur Mitwirkung entwickelt werden.

118 118 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Verstärkt setzt die Region in der neuen Förderperiode auf die Steigerung der Bekanntheit durch Präsenz. Hierzu werden die allgemeinen Förderhinweise der EU bei der Umsetzung von Vorhaben um Hinweise auf die LAG ergänzt. Die Öffentlichkeitsarbeit durch das Regionalmanagement wird systematisch weiter profiliert, im Sinne des Innenund Außenmarketings der Region. Die gute Kommunikation mit den Netzwerkpartnern sowie mit externen Zielgruppen ist für einen erfolgreichen Regionalentwicklungsprozess unverzichtbar. Die Ausweitung dieser Aufgaben im Regionalmanagement ist deshalb vorgesehen. Es sollen verstärkt Image, Leitbild, Ziele, Vorhaben der Akteure im engen Kontext zu Förderinstrumenten und zur Europäischen Union innerhalb der Region und nach außen kommuniziert werden. Abbildung 38: Aktuelle Webseite 5.4 Verfahren zur Erarbeitung der LES In der Region Westerzgebirge haben sich in den vergangenen zwei Förderperioden dezidierte und effektive Beteiligungs-, Kommunikations- und Organisationsstrukturen für die regionale Entwicklung etabliert. Auf diesen interregionalen sowie gebietsübergreifenden Vernetzungen konnte unmittelbar aufgebaut werden. Im Verein Zukunft Westerzgebirge e. V. liegen langjährige Erfahrungen zur breiten Beteiligung der regionalen Gemeinschaft vor. Der Beteiligungsprozess wurde rechtzeitig strukturiert und bereits mit Beginn der Evaluierung der vergangenen Förderperiode aufgenommen. Die Rückschau auf die vergangene Förderperiode mit vielen Akteuren des Prozesses wurde gleichfalls genutzt, um den Blick nach vorn zu richten. Zur Erarbeitung der LES wurde ein partizipatives Prozessdesign gewählt, bei dem Bürger sowie Interessensgruppen, Verbände und Institutionen aus der Zivilgesellschaft und kommunale Entscheidungsträger aktiv eingebunden wurden. Die Abbildung 39 zeigt die Vorgehensweise und die genutzten Beteiligungsformen wie Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und beteiligte Gremien (weitere Termine in Anlage 17). Die Erstellung der LES wurde durch eine kontinuierliche und vielschichtige Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Im Weiteren werden der Kreis der Beteiligten und insbesondere das große Engagement von nicht kommunalen Akteuren im Ideenfindungsprozess, die Arbeitsschritte zur Einbindung und die Intensität der Beteiligungs- und Abstimmungsverfahren sowie die Öffentlichkeitsarbeit beschrieben. Insgesamt waren über 250 Personen eingebunden.

119 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 119 Steuerungsgruppe In der Steuerungsgruppe kamen Schlüsselpersonen des Vereins Zukunft Westerzgebirge e. V. (der Förderperiode ) zusammen. Sie hatte bei der Erarbeitung eine Steuerungs- und Entscheidungsfunktion. Die Gruppe hat insgesamt dreimal getagt. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe übernahmen zudem Multiplikatorenfunktion, indem sie Aufgaben zur kompetenten personellen Zusammensetzung der LAG übernahmen und für die Teilnahme am Schülerwettbewerb und an den Arbeitsgruppen warben. Themen und Inhalte der Steuerungsgruppensitzungen waren u. a.: Abstimmung der Vorgehensweise zur Erstellung der LES und hier insbesondere der Beteiligungsformen Entwicklung der Arbeits- und Organisationsstruktur Diskussion und Abstimmung der SWOT-Analyse Erarbeitung und Abstimmung von Leitbild und strategischen Zielen Festlegung eines Projektauswahlverfahrens Erstellung des indikativen Finanzplanes Vorbereitung der Bürger- und Abschlussveranstaltungen Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit Unterstützung im Schülerwettbewerb Beteiligung der Städte, Gemeinden und Fachämter der Landkreise Um flächendeckend Bedürfnisse, Absichten und Vorhaben der kommunalen Gebietskörperschaften in Erfahrung zu bringen sowie diese in die Erarbeitung der Entwicklungsstrategie einzubinden, wurden mit Bürgermeistern und interessierten Vertretern der Gebietskörperschaft persönliche Gespräche geführt. Zudem erarbeitete jede Kommune eine kompakte Darstellung zu aktuellen Planungen, Abstimmungsbedarfen und zukünftigen Planungs- und Entwicklungsabsichten. Hierbei konnte eine intensive Beteiligung aller 19 Kommunen erreicht werden, so dass ein gutes Fundament vor allem zur Gestaltung der künftigen Stadt-Umland-Partnerschaften bzw. der Vernetzung und interkommunalen Zusammenarbeit geschaffen wurde. Abbildung 39: Übersicht Bürgerbeteiligung

120 120 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Beteiligung von Vertretern der Wirtschaft und Sozialpartnern Parallel zu den Beteiligungen der Kommunen wurden Kontakte mit Akteuren der privaten Wirtschaft und Sozialpartner gesucht, um Themenschwerpunkte und Handlungsansätze in diesen Bereichen zu eruieren. Gespräche wurden geführt mit relevanten Wirtschaftspartnern, die sich auch als ständige Mitglieder in den thematischen Arbeitsgruppen (z. B. IHK, Tourismusverbände, Bauernverbände, Landschaftspflegeverband) beteiligten. Weitere Wirtschaftspartner wurden schriftlich angefragt. Bei 75 % der einbezogenen Partner sind Schnittstellen bestimmt worden. Eine Übersicht der einbezogenen, schriftlich angefragten Partner enthält Anlage 18. Abbildung 40: Sitzung Arbeitsgruppe Abbildung 41: Mitgliederversammlung der LAG Bürgerinformationsveranstaltungen Am sowie wurden Bürgerinformationsveranstaltungen durchgeführt. Um den Bürgern der Region die Zugänglichkeit zu erleichtern, fanden die Veranstaltungen am jeweils anderen Ende der Region Westerzgebirge statt - in Grünhain-Beierfeld und Schönheide. Über Presse, Regionalfernsehen, Amtsblätter und Internet wurden die Bürger eingeladen. An den Veranstaltungen nahmen fast 100 Personen teil. Sie wurden über die Inhalte der LES informiert und nahmen aktiv an der Bewertung der erarbeiteten Maßnahmeziele teil. Diese Bewertung fand Eingang in die Strategie im Rahmen der Priorisierung der Maßnahmen. Abbildung 42: Bürgerinformation in Grünhain- Beierfeld Abbildung 43: Bürgerinformation in Schönheide

121 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 121 Schülerwettbewerb Am wurde der Schülerwettbewerb Mensch Är zgebirge! ins Leben gerufen mit dem Ziel, auch Kinder und Jugendliche bei der Erarbeitung der LES einzubinden. Um viele Schüler zu erreichen, wurden mit Anschreiben plus Flyer alle Gymnasien, Oberschulen sowie Förderschulen der Region Westerzgebirge unterrichtet. Aufgabe im Wettbewerb war es, ein Gesellschaftsspiel zu entwerfen, dem die Region Westerzgebirge zugrunde liegt. Inhalt konnten die natürlichen Ressourcen der Region, ihre kulturellen Höhepunkte oder regionaltypische Traditionen sein. Bei dem Schülerwettbewerb sollten die Schüler der Klassen 1-10 eingebunden werden, wobei die Schüler der Klassen 5-10 die Spiele entwerfen und die Grundschüler die entworfenen Spiele nach verschiedenen Gesichtspunkten wie Spaßfaktor, Spielbarkeit usw. testen sollten. Somit konnten die älteren Schüler das dabei erworbene Wissen an die Jüngeren weitergeben. Selbstverständlich winkte den Schülern der besten drei Entwürfe ein fantastischer Preis aus der Region. Abschließend sollen diese drei Entwürfe verfeinert und bis wieder eingereicht werden. Eine Jury wird dann das beste Spiel ermitteln, welches danach professionell von einem in der Region ansässigen Künstler gestaltet wird. Die Schüler der Oberstufe entwarfen insgesamt 10 Spiele. Per Los wurde die Jenaplanschule Markersbach zum Testen ermittelt. Die Grundschüler bewerteten alle Spiele und erstellten letztendlich die Rangfolge, und somit die Plätze 1 bis 3. Die Freie Presse berichtete am über den Test mit folgendem Titel: Erzgebirge spielend kennenlernen. Die Preisübergabe erfolgte im Rahmen der Regionalen Abschlussveranstaltung am Abbildung 44: Auszeichnung der Preisträger des Schülerwettbewerbs Regionale Abschlussveranstaltung Die Abschlussveranstaltung am in Schwarzenberg diente dazu, den Weg zur LES, Ergebnisse der LES mit Handlungsbedarfen und Zielen, den aufgestellten Aktionsplan für die nächsten Jahre und die Finanzierungsgrundlagen vorzustellen. Die Preisträgerinnen und Preisträger der drei besten Entwürfe im Schülerwettbewerb wurden im Rahmen der Veranstaltung prämiert. Der Einladung zur Veranstaltung folgten insgesamt 72 Personen, davon 18 Kinder bzw. Jugendliche unter 25 Jahren.

122 122 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Öffentliche Beteiligung, Arbeitsgruppen Im Ergebnis der öffentlichen Aufrufe und Informationen haben sich viele Akteure für die Erarbeitung und Umsetzung der LES versammelt. Weiterhin wurden über Gespräche des Vorstandes des Vereins Zukunft Westerzgebirge e. V. vorrangig mit Multiplikatoren Mitwirkungen zur Erarbeitung der LES aktiviert. Es wurden vier thematische Arbeitsgruppen (AG) gebildet: AG1 - Natürliche Ressourcen AG2 - Wirtschaft und Arbeit AG3 - Lebensqualität AG4 - Organisatorisches Den Arbeitsgruppen kommt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der LES zu. Sie generieren die Ideen für die Zukunft. Sie standen bereits frühzeitig zur Verfügung und konnten sich deshalb in jeweils vier Beratungen intensiv in den Prozess einbringen. Die Besetzung der Arbeitsgruppen entwickelte sich ohne administrative Vorgaben und war jederzeit für neue Mitwirkende offen. Abhängig von den zu bearbeitenden Diskussionsthemen wurden Experten und Sachverständige hinzugezogen bzw. in die Vorbereitung der Arbeitsgruppensitzung eingebunden. Darüber hinaus fanden themenspezifische Werkstattgespräche (Zukunftswerkstätten) und Kleingruppendiskussionen statt. Öffentlichkeitsarbeit Die Erstellung der LES wurde durch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Außerdem wurden zur Unterstützung der Bewerbung alle beteiligten Kommunen um eine Unterstützererklärung gebeten. Die Öffentlichkeit wurde zeitnah und regelmäßig über den Entwicklungsprozess informiert, wobei folgende Medien genutzt wurden: LES-Tagebuch unter - LEADER ebenfalls online aktuelle Termine der Arbeitsgruppen und weitere Veranstaltungen regelmäßig Pressearbeit und Informationen über News der KabelJournal GmbH akteursgruppenbezogene Informationen über Mailverteiler Bürgerinformationsveranstaltungen. Insgesamt wurden durch die LAG 51 Veröffentlichungen initiiert, 38 davon erreichten über die Amtsblätter der Kommunen jeden Haushalt. Weiterhin begleiteten mehr als 75 Veröffentlichungen über LAG-Mitglieder und ihre Initiativen (die größtenteils auch im Konzept benannt sind) den Diskussionsprozess der regionalen Partnerschaft. Berichtet wurde selbstverständlich auch über in den Arbeitsgruppen behandelte Themen (z. B. Abbildung ). Abbildung 45: Presseecho Arbeitsgruppe 69 (Die Sorgen der allein gebliebenen Omas, 15. Juli 2014 in der Freien Presse)

123 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 123 Arbeitsstruktur zur LES-Erarbeitung Für die Erarbeitung der LES hat sich die LAG auf eine Arbeitsstruktur nach Abbildung 46 verständigt. Die Bündelung der Bürgerbeteiligung erfolgte über vier thematische Arbeitsgruppen. Über die Ergebnisse zu den thematischen Arbeiten berichteten die Arbeitsgruppenleiter an die Steuerungsgruppe, diese wiederum fasste die Ergebnisse zusammen und koordinierte den gesamten Prozess. Die Vorbereitungen für Kooperationen wurden im Wesentlichen durch den Vorstand des Vereins wahrgenommen. Dies betrifft zahlreiche Entwicklungslinien und Vorhaben, da Kooperationen und Vernetzung im Fokus der künftigen Entwicklung der Region stehen werden. Abbildung 46: Arbeitsstruktur zur LES-Erarbeitung 5.5 Kooperation und Vernetzung In der Region Westerzgebirge stand die Netzwerkarbeit bereits in den vergangenen Förderperioden im Mittelpunkt der regionalen Entwicklung. Es bestehen gut funktionierende Netzwerke auf den unterschiedlichsten Ebenen und zu verschiedensten thematischen Bereichen. Wissens- und Erfahrungsaustausch waren bei den Akteuren im Westerzgebirge seit jeher geschätzt. Das Regionalmanagement ist auf vielen Ebenen vernetzt, innerhalb und außerhalb der LAG sowie mit anderen LAG s, im Freistaat Sachsen und mit Partnern in Tschechien. Die Mitglieder des Vorstandes wirken als Multiplikatoren und binden weitere Multiplikatoren und deren Potentiale in die Strukturen der LAG ein. Einige Vorstandsmitglieder nehmen wesentliche Netzwerkaufgaben innerhalb des Freistaates wahr. Die Netzwerkstrukturen werden fortlaufend gepflegt, erweitert und vertieft, um über Kooperationen Wertschöpfungen zu generieren. Dies betrifft überregional angelegte Projekte mit den angrenzenden Regionen und Partnerschaften zwischen Akteuren innerhalb der Region gleichermaßen. Derartige Kooperationen aufzubauen, benötigt Zeit und klare gemeinschaftliche Zielstellungen. Deshalb wurden bereits mit der Erarbeitung der LES konkrete Vereinbarungen vorbereitet. Netzwerkarbeit

124 124 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz und die Entwicklung von Kooperationsbeziehungen stellen einen Schwerpunkt in der LES dar, um Synergien und Mehrwert zu erreichen. Das inhaltliche Spektrum der fortzusetzenden Partnerschaften bzw. geplanten Kooperationen ist in Abbildung 47 skizziert. Abbildung 47: Kooperation und Netzwerke 1 Regionale Zusammenarbeit Bei der Zusammenarbeit innerhalb des Westerzgebirges ist die lokale Aktionsgruppe der Motor. Die unter LEADER und ILE begonnene Zusammenarbeit soll intensiviert werden und wichtige Impulse für die Festigung der Stadt-Land-Beziehung geben. 2 Regionsübergreifende Zusammenarbeit Ein Schwerpunkt der regionsübergreifenden Zusammenarbeit ist das Themenfeld Touristische Infrastruktur. Dazu zählen (siehe auch Anlage 23): Abstimmung regionsübergreifender Wege des Kernnetzes einheitliche Beschilderung des Kernnetzes insbesondere Sicherung der durchgängigen Befahrbarkeit und Beschilderung des Mulderadweges von der Quelle im Vogtland über das Westerzgebirge ins Zwickauer Land Weitere Schwerpunkte für die Zusammenarbeit mit Nachbarregionen werden angestrebt bei: Wertschöpfungspartnerschaften für Herstellung und Absatz regionaler Produkte verschiedensten Maßnahmen zur Sicherung von Fachkräften alternativen Mobilitätskonzepten und mobilen Versorgungslösungen überregionalem Hochwasserschutz Netzwerklösungen im kulturellen Bereich gebietsübergreifendem Bergwiesenmanagement Sensibilisierung von Akteuren zur Biodiversität im Bereich Naturpark Erzgebirge/Vogtland

125 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz Transnationale Zusammenarbeit Die seit vielen Jahren bestehende intensive Zusammenarbeit mit Tschechien im Rahmen ZIEL 3 soll zukünftig eine neue Qualitätsstufe erreichen und in LEADER-Kooperationsprojekten mit den Regionen Servisio und Zentrales Erzgebirge münden (siehe auch Anlage 23). Innovationstransfer aus anderen Gebieten Beim Innovationstransfer aus anderen Gebieten kommt dem Regionalmanagement eine Schlüsselrolle zu. Durch regelmäßige Teilnahmen an Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen des Bundes, der Deutschen Vernetzungsstelle Ländlicher Raum des Freistaates Sachsen und der Landkreise können unter dem Blickwinkel Innovationstransfer und Regionalentwicklung Erfahrungen aus anderen Regionen generiert und im Westerzgebirge bekannt gemacht werden. Über laufende Kontakte insbesondere zu den Regionalmanagements der angrenzenden Gebiete besteht stabiler Innovationstransfer. Dieses Potential nimmt weiter an Bedeutung zu, da z. B. die Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels in allen Regionen des Freistaates ein zentrales Thema darstellt. Die Schwerpunkte des Innovationstransfers orientieren sich an den Bedarfen und Zielsetzungen der Region. Insbesondere die bereits bestehende Zusammenarbeit mit Bildungs- und angeschlossenen Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen sollen zukünftig erweitert und intensiviert werden, u. a. bei Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau und der TU Chemnitz, auch über regionale Kooperationsbörsen bei sozialen Innovationen mit der im Westerzgebirge ansässigen Studienakademie Breitenbrunn und der Westsächsischen Hochschule Zwickau Die LAG wird zukünftig auch die neue Plattform für unternehmensnahe Dienstleistungen Chemnitz Forum für Kooperationen, Innovation & Netzwerke als Impulsgeber für neue Denkweisen, zukunftsorientierte Technologien und Netzwerkarbeit sowie die Internetplattform der BMBF-Innovationsinitiative Neue Länder nutzen. Weitere Initiativen zur regionalen Entwicklung Neben der LAG Westerzgebirge bestehen weitere Initiativen, die sich mit der regionalen Entwicklung im Westerzgebirge befassen. Hierzu zählen insbesondere: Kulturraum Erzgebirge Landschaftspflegeverband Westerzgebirge Naturpark Erzgebirge/Vogtland verschiedene touristische Gebietsvereinigungen Regionalmanagement Erzgebirge und der LEADER Nachbarregionen Mit allen Initiativen steht die LAG in Kontakt. Der überwiegende Teil der Initiativen ist nunmehr Mitglied im Verein Zukunft Westerzgebirge e. V. Somit war die Einbindung bei der Erarbeitung der LES selbstverständlich und die Abstimmung der geplanten Vorhaben ist gewährleistet. Kooperationen mit den o. g. Initiativen sollen weiter vertieft werden.

126 126 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 5.6 Struktur- und Prozessziele Neben der inhaltlichen Ausrichtung der Ziele umfasst die Strategie die Sicherung einer hohen Prozessqualität. Diese soll besonders die breite Beteiligung der Bürger und die Dynamik im Umsetzungsprozess gewährleisten. Zur Steuerung und Verbesserung der Organisations- und Arbeitsstrukturen, Kooperationen und Beteiligungen haben die Akteure operationalisierte Ziele für die LAG (Tabelle 14) und für das Regionalmanagement (Tabelle 15) aufgestellt. Ziele Indikatoren Zielgrößen Termine Aufbau effektiver Arbeitsstrukturen der LAG o Die Zusammensetzung und Kompetenz der LAG wird aufgabengerecht entwickelt, die Zahl der Mitglieder kontinuierlich erhöht. o Die LAG hat die Beteiligungsstruktur durch Einbindung weiterer Netzwerke ausgebaut. o Die Besetzung und Häufigkeit der Beratungen des Koordinierungskreises entsprechen den Schwerpunktsetzungen. o Die Ressourcen des Regionalmanagements (RM) werden den neuen Aufgaben angepasst. o Eine transparente Arbeitsweise der LAG wird gepflegt. o Die Vorstandssitzungen werden aufgabengerecht und effizient durchgeführt. o Die Umsetzung der LES wird in der Region kommuniziert und mit den Akteuren diskutiert. Erweiterung der Beteiligung der Bevölkerung o Die Webseite der LAG wird zur interaktiven Bürgerbeteiligungsplattform entwickelt. o Insbesondere zur Beteiligung Jugendlicher wird eine LEADER-APP Westerzgebirge entwickelt. o Durch zielgruppenorientierte Aktionen werden neue Beteiligungen und Beteiligungsformen erreicht. o Regelmäßig werden Marketing-Maßnahmen bzw. Exkursionen zu zentralen Themen und Best-of-Vorhaben durchgeführt. o Die Akteure des Westerzgebirges bewerten die Struktur und Transparenz des Verfahrens zur Vorhabenauswahl positiv. Zahl der Mitglieder +10% +20% Zahl der Netzwerke 2 5 Besetzung/Mitglieder Zahl der Beratungen 16 mindestens jährlich Vollzeitäquivalente im RM 3 ab Ernennung Veröffentlichung aller LAG-Termine und Dokumente auf der LAG-Webseite Zahl der Sitzungen Note in Effizienzbewertung Veröffentlichung der bewilligten Vorhaben Zahl Mitglieder-Versammlungen 100 % kontinuierlich mindestens 4 3 oder besser 2 oder besser 100 % >/= 1 Zahl der Nutzer > 300 > 500 jährlich je Quartal jährlich Zahl der Nutzer > Zahl der Aktionen Zahl der Maßnahmen 4 6 Note 2 oder besser 2 oder besser Ausbau der gebiets- und länderübergreifenden Zusammenarbeit o Die gebietsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit der LAG und anderer Vorhabenträger wird in Anbahnung und Umsetzung unterstützt. o Durch zunehmende Netzwerkarbeit werden Kooperationen erhalten und ausgebaut. Zahl der Vorhaben (gebietsübergreifend/transnational) Anzahl einbezogener Teilnehmer an der Vorbereitung Anzahl mehrsprachiger Publikationen Zahl der Teilnahmen an Netzwerkveranstaltungen Tabelle 14: Operationalisierte Struktur- und Prozessziele der LAG mindestens 3/2 mindestens 20 4 mindestens jährlich

127 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 127 Ziele Indikatoren Zielgrößen Termine Kompetenz und laufende Qualifizierung o Das Team des Regionalmanagements hat an einer Ausbildung teilgenommen. Anzahl Ausbildungen o Regelmäßige Teilnahmen an den fachspezifischen Qualifikationen des SMUL/LfULG. Anzahl Veranstaltungen lt. Plan SMUL/LfULG jährlich o Das Regionalmanagement nimmt an Veranstaltungen der DVS teil. Anzahl Veranstaltungen mindestens o Das Regionalmanagement nimmt zusätzlich an weiteren Fortbildungsveranstaltungen/Messen/ Kooperationsbörsen teil. Anzahl Veranstaltungen mindestens 2x jährlich o Die Mitarbeiter des Regionalmanagements werden als kompetent bewertet. Note für Kompetenz 2 oder besser 2 oder besser Hohe Beratungsqualität o Eine umfassende Beratung wird gewährleistet. Zahl der unterstützten Akteure > 250 jährlich o Die Akteure sind mit der Qualität der Beratung zufrieden. Note Beratungsqualität 2 oder besser 2 oder besser Regelmäßiges Monitoring und Selbstevaluierung o Es wird ein detailliertes laufendes Monitoring betrieben und Daten zu Stichtagen zusammengestellt. Dokumentation für den Koordinierungskreis für Mitgliederversammlung 3 1 jährlich jährlich o Selbstevaluierung nach Signal-Check für operative Steuerung Anzahl 1 Quartal o Die Beteiligten an der Evaluierung bescheinigen gute Ergebnisse. Note Ergebnisbewertung, Zufriedenheit 2 oder besser 2 oder besser Kontinuierliche und zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit o Mit der gezielten Öffentlichkeitsarbeit werden neue Akteursgruppen erreicht. Anzahl neuer Gruppen o Der Bekanntheitsgrad der LAG und des Regionalmanagements wird durch Öffentlichkeitsarbeit erhöht. o Es werden Exkursionen für Akteure und Interessierte organisiert. Anzahl Pressemitteilungen Pressekonferenz Newsletter/Jahr Web-News Flyer > 25 4 Zahl 2 4 jährlich jährlich jährlich jährlich o Durchführung thematischer Aufrufe und Wettbewerbe Zahl >/= 3 jährlich o Die Akteure sind mit der Qualität der Öffentlichkeitsarbeit zufrieden. Note für Qualität Tabelle 15: Operationalisierte Ziele des Regionalmanagements 2 oder besser 2 oder besser

128 128 Bottom - Up - Ansatz und Transparenz 5.7 Legitimation der LAG Mit der Informationsveranstaltung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft am in Freiberg wurden die Regionen im Freistaat Sachsen aufgerufen, ihre LES zu erarbeiten. Die Mitgliederversammlung des Vereins Zukunft Westerzgebirge e. V. fasste am den Beschluss zur Erarbeitung der LES. Gleichzeitig wurden vier thematische Arbeitsgruppen und eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen sowie ein Aufruf über verschiedenste Medien an die Bürger gestartet. Unter breiter Bürgerbeteiligung bildete sich mit der Erarbeitung der LES eine Lokale Aktionsgruppe, die in ihrer Kompetenz und Interessenvertretung den Zielen der erarbeiteten Strategie entspricht. In der Region Westerzgebirge fungiert der Verein Zukunft Westerzgebirge e. V. als LAG und hat seine Gremien und Dokumente entsprechend gestaltet: - Mitgliederversammlung am mit Beschlussfassung zur Satzung des Vereins (Anlage 15) und Beitragsordnung (Anlage 20) - Mitgliederversammlung am mit Wahl der Mitglieder des Koordinierungskreises entsprechend den Anforderungen der Europäischen Union - Konstituierende Sitzung des Koordinierungskreises am mit Beschlussfassung zur Geschäftsordnung (Anlage 14) und Bestätigung der LES Westerzgebirge (Anlage 21) - Zustimmung der kommunalpolitischen Gremien aller 19 Kommunen der Region zur LES Westerzgebirge (Anlage 25) - Erklärungen der Mitglieder des Koordinierungskreises (Anlage 24).

129 Kapazität der LAG Kapazität der LAG 6.1 Struktur der LAG Die Region kann auf den Erfahrungen der sächsischen LEADER+-Region Südlicher Teil des Landkreises Aue-Schwarzenberg und Oberwiesenthal und der ILE-Region Westerzgebirge aufbauen. Während der LEADER+-Periode verfügte die Region noch nicht über eine eigenständige Trägerstruktur. Die Akteure agierten als loser Zusammenschluss, welcher erst im Jahr 2007 in eine eigenständige juristische Person (eingetragener Verein) überführt wurde. Seitdem wurde die regionale Partnerschaft durch die Einbeziehung weiterer Akteure progressiv erweitert. Insbesondere mit der Erarbeitung der LEADER-Entwicklungsstrategie im Jahr 2014 hat sich die Zusammensetzung der LAG zielkonform strukturiert. Breit aufgestellte LAG vertritt alle Akteure der Region Entsprechend den strategischen Zielen und der weiteren Ausrichtung auf den CLLD-Ansatz wurden über eine breite Öffentlichkeitsarbeit viele Bürger angesprochen. Es haben sich vor allem Privatpersonen, Vereine und Wirtschaftsakteure eingebracht und sind zur Verstetigung des Regionalprozesses der LAG beigetreten. In der LAG sind nunmehr Akteure verschiedenster gesellschaftlicher Bereiche vertreten, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine ausgewogene Zusammensetzung (46 % öffentlicher, 54 % nicht öffentlicher Bereich) sicherstellen und dem regionalen Entwicklungsbedarf entsprechen. In Tabelle 16 sind die Bereiche und Kompetenzen der LAG-Mitglieder zusammengefasst aufgeführt. Diese verdeutlichen, dass die Mitglieder die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen in Bezug auf die in der Strategie aufgestellten Ziele sowie die zu bearbeitenden Aufgaben der LAG besitzen. Anlage 16 enthält die detaillierte Mitgliederliste mit Stand vom Die Mitglieder der LAG decken nicht nur alle für die Entwicklung der Region relevanten Themenbereiche ab, sie vertreten auch die Belange verschiedener Gesellschaftsgruppen sowie alle räumlichen Teilbereiche der Region. Erfahrungen und Vernetzung der LAG-Mitglieder Neben ihrer fachlichen Kompetenz stellen die Mitglieder der LAG Multiplikatoren für die Region Westerzgebirge dar. Viele von ihnen sind ehrenamtlich engagiert und in Netzwerken bürgerschaftlicher Aktivitäten eingebunden. Auf diese Weise bildet die LAG die Basis für die Einbindung eines breiten Akteursspektrums im regionalen Entwicklungsprozess. Aktivitäten der Vereine, Verbände und Initiativen, in denen die LAG-Mitglieder tätig sind, können aufgegriffen und bei Entscheidungen der LAG berücksichtigt werden. Vorhandene Erfahrungen der Akteure können in die Arbeit der LAG einfließen. Neue Kompetenzfelder besetzt Die strukturelle Stärkung des Bereiches der klein- und mittelständischen Unternehmen in der LAG stützt besonders die Maßnahmen des strategischen Zieles B. Das strategische Ziel A wird durch die Mitwirkung weiterer bürgerschaftlicher Zusammenschlüsse und Vereine untersetzt. Wertvoll erweist sich die Integration von Multiplikatoren. Vernetzung und Wissenstransfer sowie Marketing werden in besonderer Weise gestärkt. Auch Themen wie Demografie, Inklusion und Gender sind durch Fachkompetenz gut vertreten. Um die Aufgaben der LAG erfüllen zu können, werden in der laufenden Umsetzung die Beteiligten weiter qualifiziert, indem zu ausgewählten Themen Vernetzungsveranstaltungen oder Regionalkonferenzen durchgeführt werden. Erfahrungen aus Best-Practice-Beispielen sollen durch Nutzung neuer Medien und Anschauung vor Ort (Exkursionen) intensiver vermittelt werden. Betrieb eines Regionalmanagements Die in der vergangenen Förderperiode in Bockau errichtete Geschäftsstelle/Regionalmanagement soll weitergeführt werden, da sich die zentrale Lage in der Region und die Erreichbarkeit bewährt haben. Dabei kann die LAG auf solide Verwaltungsinfrastrukturen zurückgreifen. Die LAG verfügt in der Gemeindeverwaltung Bockau über ein aus mehreren Zimmern bestehendes Büro mit einer vollständigen Ausstattung an Mobiliar und Geräten für das Regionalmanagement. In

130 130 Kapazität der LAG Vorbereitung auf die neue Förderperiode wurde die Anschaffung und Unterhaltung der Kommunikations- und IT-Infrastruktur vom Regionalmanagement in Eigenregie übernommen. Die Implementierung einer eigenen Netzwerkstruktur ist in Vorbereitung, um das effektive Zusammenarbeiten des Personals im Regionalmanagement zu sichern (siehe dazu Abschnitt 6.2). Damit sind Voraussetzungen geschaffen, um möglicherweise zukünftig eine weitere Bündelung von in der Region vorhandenen Funktionen im Regionalmanagement vorzunehmen. Ob sich Ansatzpunkte für eine verstärkte Integration und Verstetigung in diesem Sinne ergeben, kann erst der Verlauf der Entwicklung zeigen. Kapazitäten der LAG (Stand ) Bereiche Städte und Gemeinden Sonstige Körperschaften öffentlichen Rechts/sonstiger öffentlicher Bereich Klein- und mittelständige Unternehmen Bürgerschaftliche Zusammenschlüsse, Vereine Privatpersonen Kompetenzen/Fähigkeiten Kommunalwesen Demografie Infrastruktur Barrierefreiheit Inklusion Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Vernetzung Interkommunale Zusammenarbeit Montanwesen Landschaftspflege Innovation Klimaschutz Grundversorgung Mobilität Radtourismus Familienfreundlichkeit Natur- und Landschaftsschutz Landesplanung Demografie Regionale Baukultur Bildung Energie Biodiversität Regionale Wertschöpfung Regionaltypisches Handwerk Regionale Produkte Öffentlichkeitsarbeit Tourismus Breitband und neue Medien Energetisches und regionaltypisches Bauen Finanzierung Gemeinwesen allgemein Traditionen Regionale Geschichte Sport Musik, Kultur und Kunst Kinder und Jugendliche Tourismus Gender Senioren Jugend Junge Familien Inklusion Chancengleichheit Leerstandsmanagement Politik Kräuter Landwirtschaft Anzahl LAG-Mitglieder Anteil in % 19 26,76 7 9, , , ,17 Summe ,00 Tabelle 16: Übersicht der strukturellen Kapazität der LAG

131 Kapazität der LAG 131 Zusammensetzung der LAG Städte und Gemeinden 28% 30% Sonst. Körperschaften öffentlichen Rechts/ sonstiger öffentlicher Bereich Klein- und mittelständige Unternehmen 14% 16% 12% Bürgerschaftliche Zusammenschlüsse, gemeinnützige Vereine Privatpersonen Abbildung 48: Zusammensetzung der LAG 6.2 Personal der LAG (Regionalmanagement) Das sehr umfangreiche Aufgabenspektrum einer Lokalen Aktionsgruppe wird im Westerzgebirge durch ein professionelles Regionalmanagement unterstützt. Aufgabe des Regionalmanagements ist es, die Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu erhöhen. Die Arbeit des Regionalmanagements zielt auf die Aktivierung von Eigenkräften ab, die intensivere Nutzung der räumlichen Ressourcen, den gezielten Abbau von Entwicklungshemmnissen und die Vernetzung der Akteure, Vorhaben und Regionen. Die Aufgaben des Regionalmanagements umfassen: Organisation und Umsetzungsbegleitung Koordination der Organisations- und Kommunikationsstruktur der regionalen Partnerschaft Organisation der Mitwirkung der Bevölkerung und aller relevanten Akteure der Region am Diskussionsprozess Organisation und Anleitung von Arbeitsgruppen Abstimmung und Kooperation mit anderen regionalen Initiativen und Managements Anbahnung von Kooperationen und Netzwerken Unterstützung beim Aufbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften Beratung von Antragstellern Erfassung, Abstimmung und Vernetzung der Vorhaben Vorbereitung und Mitarbeit bei der Vorhabenauswahl und Priorisierung von Vorhaben in Abstimmung mit dem regionalen Entscheidungsgremium und in Übereinstimmung mit den Entwicklungszielen der Region Prozessbezogene Akquise von Förder- und Drittmitteln Kommunikation/Moderation Präsentation von Arbeitsergebnissen Vorbereitung, Moderation und Nachbereitung von Beratungen Konfliktmanagement Finanzierungsstrategie Erwirtschaftung förderunschädlicher Eigenmittel Spenden/Sponsoring Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Sensibilisierung/Regionalmarketing Mitarbeit an Veröffentlichungen Information durch regionale Veranstaltungen/Stärkung der regionalen Identität

132 132 Kapazität der LAG Erstellung von Printmedien Erstellung und Pflege der Homepage Vorbereitung und Teilnahme an Präsentationen und Messen Umsetzung des Leitbildes und Regionalpotentials Unterstützung bei der Entwicklung und Kommunikation eines regionalen Images Weiterbildung Qualifizierung zum Regionalmanager/-berater, falls noch nicht erworben Teilnahme an den LEADER-Weiterbildungsveranstaltungen des Freistaates Sachsen, der DVS und des Bundes Teilnahme an sonstigen Weiterbildungsveranstaltungen, die die regionale Entwicklungsstrategie betreffen Teilnahme an Veranstaltungen im Sinne der Umsetzungsbegleitung der LES Prozessevaluation Selbsteinschätzung des regionalen Entwicklungsprozesses Fortschreibung der LES Berichterstattung an die regionalen Akteure und zuständigen kommunalpolitischen Gremien Jährliche Tätigkeitsberichte/Monitoring Zwischenevaluierung 2018 Die Personalausstattung des Regionalmanagements wird gegenüber der vergangenen Förderperiode deutlich erhöht, um den künftigen Anforderungen zur Steuerung der Entwicklung der Region gerecht zu werden. Dies betrifft sowohl die größere Vielfalt der Maßnahmen entsprechend der relativ breiten Zielstruktur der Region und die damit verbundenen Aufgaben zur Umsetzung der LEADER- Maßnahmen als auch der Koordinierung der nicht LEADER-finanzierten Vorhaben. Hinzu kommen neue Anforderungen bei der anspruchsvollen Vorhabenauswahl und der Budgetverwaltung der Region. Gleichzeitig besteht der Eigenanspruch der Region, einen hohen Mehrwert durch deutlich stärkere Bündelungseffekte im Rahmen von Kooperationen und Partnerschaften zu erreichen. Dies wird mit intensiven Steuerungsaktivitäten des Regionalmanagements verbunden sein. Die Vielfalt der Arbeitsaufgaben im Westerzgebirge erfordert zukünftig ein Regionalmanagement- Team, welches aus 3-5 Personen bestehen wird. Die vorgesehenen Kapazitäten, Qualifizierungen und Aufgabenzuordnungen enthält Tabelle 17. Das regionale Finanzierungsmodell sieht vor, dieses Regionalmanagement kontinuierlich und langfristig über das Jahr 2020 hinaus anzulegen (zur Finanzierung siehe Abschnitt 7). Zukunft Westerzgebirge e. V. Struktur des LEADER-Regionalmanagement-Teams Personalstelle Arbeitszeit Qualifikation Aufgabenbereiche Regionalmanager/in (Leitung des Teams) Assistenz des Regionalmanagements Projektmanager Büroorganisation Praktikanten Externe Beratung 1 VbE Hochschulabschluss Berufserfahrung Zusatzqualifikation: Regionalmanagement/-beratung Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung 1 VbE Hoch- oder Fachhochschulabschluss Erlangen der Zusatzqualifikation Regionalmanagement/-beratung 0,5 VbE bis 1 VbE, auch temporär Fachausbildung, ggf. Fachhochschulausbildung Spezialist für Teilbereiche des regionalen Entwicklungsprozesses Leitungskompetenz Aufbau Netzwerke Öffentlichkeitsarbeit Sozialkompetenz Kommunikation Organisationsfähigkeit ESI-Fonds-Koordination Thematisches Projektmanagement Thematische Beratung Thematische Kommunikation 0,5 VbE Fachausbildung Büroorganisation, Buchhaltung Koordination und Kommunikation Vorbereitung Veranstaltungsmanagement temporär 0,5 VbE Erfahrungen in regionalen Entwicklungsprozessen Tabelle 17: Kapazität und Struktur des Regionalmanagements Strategieberatung Moderation IT-Struktur und Datenbank Webauftritt

133 Kapazität der LAG Prozessmonitoring und Evaluierung Die LAG Westerzgebirge wird sich, um die Zielerreichung und Effizienz von Strategien, Prozessen und Vorhaben zu überprüfen, an den im Leitfaden Selbstevaluierung in der Regionalentwicklung - Leitfaden und Methodenbox 70 bundesweiten Standard anlehnen. Kontinuierlich mit unterschiedlicher Terminierung sollen die drei Bereiche Inhalte und Strategie, Prozess und Struktur sowie Aufgaben des Regionalmanagements evaluiert werden (Tabelle 18). Die Ergebnisse werden im Koordinierungskreis, im Vorstand bzw. der Jahresversammlung der LAG vorgestellt und notwendige Beschlüsse zur Anpassung getroffen. Ein möglicher Fortschreibungsbedarf der LES soll im Rahmen der umfassenden Evaluierung 2018 identifiziert werden. Selbstevaluierungskonzept Region Westerzgebirge Bewertungsbereich Methoden Zielgruppe Termine Inhalt und Strategie Jahresbericht Mitglieder LAG jährlich Zielfortschrittsanalyse Koordinierungskreis, Vorstand 2 x jährlich Verein Fragebogen, Bilanzworkshop Mitglieder LAG 2018, 2020 Prozess und Struktur Feedback-Abfragen bei Veranstaltungs- Veranstaltungen Veranstaltungen Teilnehmer Reflexionsrunden thematische Kleingruppen laut Arbeitsplan Fragebogen, Bilanzworkshop Mitglieder LAG 2018, 2020 Aufgaben des Regionalmanagements Fragebogen zu Kundenzufriedenheit Service-/Beratungsqualität Vorhabenträger nach Abschluss eines Vorhabens (ggf. nach Bewilligung) Gruppendiskussion Regionalmanagement Erzgebirge/Sachsen Kollegen mindestens 2 x jährlich Tabelle 18: Selbstevaluierungskonzept LAG Westerzgebirge Monitoring Das Monitoring dient der kontinuierlichen Beobachtung und systematischen Erfassung und Bewertung von Informationen zu relevanten Aktivitäten. Es erfolgt in der operativen Tätigkeit durch das Regionalmanagement. Das Monitoring liefert Informationen über den momentanen Zustand und gleichzeitig Daten, die in der Evaluierung weiter analysiert werden. Das Monitoring umfasst darüber hinaus nicht nur die Vorhabenebene (Inhalt und Strategie), sondern auch die Prozessebene mit der Organisationsstruktur und Arbeitsweise der LAG. Effektivität und Kontinuität der Entscheidungswege und Abstimmungen müssen bewertet werden. Mit dem Monitoring werden zwei sich ergänzende Zielsetzungen verfolgt: die fortlaufende Generierung von strukturierten Informationen hinsichtlich der Umsetzung der LES und die operative Programmsteuerung. Diese Ansprüche werden methodisch und technisch über ein leistungsfähiges Datenbanksystem mit regionsspezifischer Informationsstruktur abgedeckt (siehe auch Abschnitt 6.4). Darin laufen alle Informationen über aktuelle Prozesse sowie über beantragte oder in Umsetzung befindliche Vorhaben zusammen. Ein solches System wurde im Regionalmanagement Westerzgebirge bereits in der vorangegangenen Förderperiode entworfen und genutzt. Nach Anpassung der Datenstruktur entsprechend der LES wird ein effektives und tagaktuelles Monitoring verfügbar sein. Das erlaubt eine vielseitige Nutzung in der operativen Tätigkeit, der Dokumentation und der Öffentlichkeitsarbeit. Das Monitoring läuft auf Ziel-, Maßnahme- und Vorhabenebene. 70 ( Selbstevaluierung in der Regionalentwicklung - Leitfaden und Methodenbox (Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (DVS), 2014)

134 134 Kapazität der LAG Eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie erfordert die Sicherung einer hohen Prozessqualität. Dafür sollen ein laufendes Monitoring und verschiedene Selbstevaluierungen eingesetzt werden. Die Monitoringaktivitäten entsprechen dem Signal-Check. Ohne nennenswerten weiteren Inputbedarf ist zusätzlich zur Führung des Informationssystems die Anwendung der Zielfortschrittsanalyse und Zielüberprüfung vorgesehen. Die Steuerung der Prozesse erfolgt über die Zielindikatoren der Maßnahmen sowie die diversen Finanzdaten. Ein zentraler Bereich ist hierbei die finanzielle Steuerung des Budgets. Die Steuerung betrifft das Gesamtbudget, den Einsatz der Mittel nach Zielen und die Maßnahmen. Evaluierung Die Evaluierung beinhaltet regelmäßige oder auch nur einmalige Aktivitäten der rückschauenden, vertieften Analyse und des Vergleichs des aktuellen, erreichten Zustands mit dem angestrebten. Die Evaluierung erlaubt, sowohl erzielte Erfolge zu erkennen und zu quantifizieren als auch Defizite und Nachsteuerungsbedarf abzuleiten. Bei der Evaluierung kann auf den Erfahrungen und dem Evaluierungsansatz der vorhergehenden Förderperiode aufgebaut werden. Neben SWOT-Analysen werden überwiegend Befragungen verschiedener Zielgruppen und moderierte Bilanz-Workshops einbezogen. Die Evaluierungsaktivitäten sollen sich weiterhin auf diese Methoden stützen, jedoch zukünftig noch strukturierter und zielgerichteter erfolgen. Die regelhafte Evaluierung entspricht dem Multi-Check. Ein Fokus-Check ist fallweise vorgesehen. Als wichtige Methode, um Einschätzungen verschiedener Partner- und Akteursgruppen zum Vorhaben- und Strategieerfolg zu erhalten, werden regelmäßige Befragungen gesehen. Diese sind flexibel und dennoch zielgerichtet einsetzbar und können internetbasiert effektiv durchgeführt werden. Dies erlaubt außerdem eine einfache und unkomplizierte Ansprache der Zielgruppen und erleichtert deren Teilnahme. Grundsätzliche Zielgruppen für diese Befragungen sind Vorhabenträger, LAG-Mitglieder, Bürgermeister und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen sowie sonstige Akteure und Multiplikatoren in der Regionalentwicklung. Befragungen mit regelhaftem Charakter (jährliche Durchführung) werden sich tendenziell eher an ein halböffentliches Publikum wenden, das aus Akteuren mit LEADER-Erfahrung und einem entsprechenden Hintergrundwissen besteht. Befragungen werden primär in Eigenverantwortung der LAG durchgeführt. Parameter und Indikatoren Unter Parametern werden hier die im Rahmen des Monitoring zu erhebenden und in die Datenbank einzupflegenden Daten verstanden. Indikatoren sind Resultate, anhand derer der Grad der Zielerreichung bestimmbar ist. Die meisten Parameter sind einfache Output-Indikatoren. Die Parameter und Indikatoren sind im Zuge der LES-Erstellung vorläufig benannt worden und werden noch angepasst oder ergänzt. Sie ergänzen die in Abschnitt 4.4 und den Aktionsplänen aufgeführten Indikatoren und sind in Anlage 19 aufgeführt.

135 Kapazität der LAG Technische Lösungen und Kapazitäten für das Datenmanagement Die Anforderungen an das Datenmanagement zur Steuerung des LEADER-Prozesses sind gegenüber der vergangenen Förderperiode deutlich gewachsen. Dies resultiert vor allem aus der Komplexität der Ziele der Regionalentwicklung dem Anspruch einer zielgesteuerten Entwicklung der höheren Verantwortung der Regionen hinsichtlich der eigenständigen Budgetverwaltung der starken Orientierung der Region Westerzgebirge auf Netzwerkarbeit der intensiven zielgruppenorientierten Unterstützung der Akteure der zunehmenden Informationsflut in allen Bereichen der Entwicklung. Der Erfolg der Regionalentwicklung ist zunehmend enger damit verknüpft, wie gut das Management mit Informationen umgehen kann. Ein solides Datenmanagement beinhaltet viele verschiedene Facetten und ist sowohl technisch wie organisatorisch sorgfältig zu planen. Die effektive Nutzung der Informationen ist heute nur noch mit Hilfe entsprechender Hard- und Software möglich. Grundlage dafür ist gleichfalls, dass die Informationen strukturiert erfasst, gepflegt und aufbereitet werden. Nur so können sie als Treiber für die Leistungsfähigkeit und Entwicklung wirken. Selbstverständlich ist in diesem Zusammenhang eine ganze Reihe von täglichen Verwaltungsarbeiten effektiv zu gestalten, um die Produktivität des Personals zu steigern. Diese neuen Anforderungen sind vom Vorstand des Vereins rechtzeitig erkannt worden. Die technischen Kapazitäten zur Verarbeitung der für die Umsetzung der LES erforderlichen Daten wurden aufgebaut (PC-Arbeitsplätze, Laptop, Netzwerk, Software). Im Umgang mit strukturierter Informationsverarbeitung über lokale Datenbankapplikationen und teilautomatisiertem Workflow hat die Region bereits in der vergangenen Förderperiode Erfahrungen gesammelt. Die Informationsverarbeitung war im Wesentlichen projektbezogen und hat die Zusammenarbeit zwischen Akteuren und Regionalmanagement sowie den Bewilligungsbehörden abgebildet. Entsprechend den Anforderungen der vorliegenden LES muss das Datenkonzept im größeren Umfang angepasst werden. Die größere Informationsvielfalt, die daraus resultierenden Informationsstrukturen und der Zugriff sowie die Vernetzung verschiedener Mitarbeiter erfordern eine neue technische Plattform. Neu einzubinden sind vor allem Module zur Budgetverwaltung, zur Zielsteuerung, zum laufenden Monitoring und zur externen Vernetzung. Hierfür werden vier Basisinformationsblöcke mit modularen Bausteinen strukturiert (Abbildung 49). Abbildung 49: Datenblöcke der strukturierten Informationsverarbeitung

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