REGIONALE BILDUNGSSTRATEGIE TRIESTINGTAL

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1 REGIONALE BILDUNGSSTRATEGIE TRIESTINGTAL NACH SONDERRICHTLINIE DES BMLFUW ZUR UMSETZUNG VON MAßNAHMEN IM RAHMEN DES ÖSTERREICHISCHEN PROGRAMMS FÜR DIE ENTWICKLUNG DES LÄNDLICHEN RAUMES SONSTIGE MAßNAHMEN, LERNENDE REGIONEN (M341), GZ BMLFUW-LE /0012-II/6/2007

2 AuftraggeberIn: Leader Region Triestingtal Dipl.-Ing. in Elisabeth Hainfellner Leobersdorfer Straße Berndorf Tel: Projektleitung Auftragnehmer: mecca - Ingenieurbüro DI Dr. Hannes Schaffer Projektkoordination: Dipl.-Ing. Andreas Dillinger Bearbeitung: DI Dr. Hannes Schaffer Mag. Stefan Plha Andreas Schiffermüller Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich Dipl.Pädagoge Ing.Hans Rupp Doris Winkler DI Dr. Hannes Schaffer Unternehmensberatung Ingenieurbüro für Raum- und Landschaftsplanung A-1130 Wien, Hochwiese 27 Tel.: Fax: Wien, Dezember

3 Inhaltsverzeichnis 1. EINLEITUNG LERNENDE REGION TRIESTINGTAL ALLGEMEINE DATEN DER LEADER REGION Lage der Region Rechtsform Organigramm ERHEBUNG DER BILDUNGSLANDSCHAFT Bildungsrelevante Strukturdaten Regionales Bildungsangebot Ergebnisse der Bildungsbefragung in der Region Triestingtal Regionale Bildungsinitiativen Regionale Bildungsprojekte REGIONALE BILDUNGSSTRATEGIE TRIESTINGTAL BESCHREIBUNG DES ENTWICKLUNGSPROZESSES Herangehensweise Arbeitsschritte KOHERÄNZ ZU BESTEHENDEN STRATEGIEN/VERORDNUNGEN Regional relevante Strategien Lokale Entwicklungsstrategie Leader Region Triestingtal SWOT Tourismus und Kultur Wirtschaft, Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen Landwirtschaft & Landschaft, Umwelt und Energie Gesellschaft, Arbeitsmarkt, Qualifizierung und Weiterbildung TRENDHYPOTHESEN Außentrends Regionale Trends ÜBERSICHT REGIONALE BILDUNGSSTRATEGIE SCHWERPUNKTE Tourismusregion Triestingtal Landwirtschaft + Kulturlandschaft Wirtschaft, Gewerbe und Industrie Integration und Gesellschaft Natur und Umwelt ZIELE DER LERNENDEN REGION Tourismusregion Triestingtal Landwirtschaft + Kulturlandschaft Wirtschaft, Gewerbe und Industrie Integration und Gesellschaft Natur und Umwelt Geplante Evaluierung/Monitoring NETZWERK NetzwerkpartnerInnen Zusammenarbeit der NetzwerkpartnerInnen Unterstützung des Netzwerkes bei der Umsetzung und begleitenden Öffentlichkeitsarbeit IMPLEMENTIERUNG GENDER MAINSTREAMING FÖRDERPERSPEKTIVEN ZEITPLAN KOSTENPLAN FINANZIERUNG ANHANG 1: BESPRECHUNG, , BERNDORF ANHANG 2: ERGEBNISPROTOKOLL AUFTAKTBESPRECHUNG, , BERNDORF ANHANG 3: ERGEBNISPROTOKOLL, , BERNDORF ANHANG 4: ERGEBNISPROTOKOLL REGIONSCAFÉ, , BERNDORF ANHANG 5: ERGEBNISPROTOKOLL, , BERNDORF ANHANG 6: EINLADUNGSLISTE

4 1. EINLEITUNG Die Leader Region Triestingtal möchte sich in der aktuellen Förderperiode Leader auch als Lernende Region positionieren und ein Netzwerk regionaler AkteurInnen rund um das Thema Lernen und Bildung aufbauen. Dazu soll eine Regionale Bildungsstrategie, die genau auf die Bedürfnisse und das Potenzial der Region abgestimmt ist, erarbeitet werden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer praxisgerechten und bereichsübergreifenden Bildungsstrategie. Die Strategie dient als Grundlage für die weitere Entwicklung als Lernende Region im Rahmen der Lokalen Entwicklungsstrategie Lernende Regionen fördern das lebenslange Lernen und sichern dadurch die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes. Im Rahmen einer Lernenden Region bilden regionale Institutionen ein Netzwerk, erarbeiten eine regionsbezogene Strategie in Bezug auf Lernen und setzen diese in Folge gemeinsam um. Dabei werden regionale Bedürfnisse, Möglichkeiten und Synergien sichtbar. 1 Folgende Zielsetzungen sollen erreicht werden: Steigerung der regionalen Bildungsbeteiligung und der Bewusstseinsbildung über die Wichtigkeit des Lernprozesses Entwicklung von erfolgreichen Lernprojekten und weiteren Begleitmaßnahmen wie Bildungsberatung und -information Nutzung von Synergien durch bereichsübergreifende Zusammenarbeit Aufbau eines regionalen Wissensmanagements ( Wenn die Region wüsste, was sie weiß... ) Stärkung der Identifikation der BewohnerInnen mit ihrer Region 2. LERNENDE REGION TRIESTINGTAL Die Beschreibung der Leader Region Triestingtal basiert auf der Lokalen Entwicklungsstrategie und wird weiters durch zusätzliche bildungsrelevante Analysen sowie durch die durchgeführte Online-Befragung ergänzt. 2.1 ALLGEMEINE DATEN DER LEADER REGION Lage der Region Die Leader Region Triestingtal besteht aus 12 Mitgliedsgemeinden, welche bis auf Kaumberg (politischer Bezirk Lilienfeld) im politischen Bezirk Baden liegen. Diese Gemeinden haben beschlossen, im Rahmen des Leader-Programms innovative und nachhaltige Projekte in der Gesamtregion umzusetzen. Basierend auf diesem Programm hat sich nun die Leader Region Triestingtal zu einer vertiefenden Zusammenarbeit zum Thema Lernen und Bildung entschieden. Um regionsspezifische Maßnahmen im Rahmen der Richtlinie des BMLFUW umsetzen zu können, ist aufbauend auf der Lokalen Entwicklungsstrategie eine Regionale Bildungsstrategie zu erstellen. 1 Nach Sonderrichtlinie des BMLFUW zur Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen des Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raumes sonstige Maßnahmen, Lernende Regionen (M341), GZ BMLFUW- LE /0012-II/6/2007 4

5 Karte 1: Übersichtskarte Leader Triestingtal Die Leader Region erstreckt sich mit 329 km² entlang des Triestingtals in west-östlicher Richtung. Das Triestingtal weist einen hohen Anteil an unterschiedlichen Schutzgebieten auf. Der nördliche Teil der Region gehört zum Biosphärenpark Wienerwald. Die südöstlich gelegenen Gemeinden zählen fast flächendeckend zu den Landschaftsschutzgebieten Rax-Schneeberg und Enzesfeld-Lindabrunn- Hernstein. Weite Teile der Region fallen unter die Regelungen von Natura Zwei Naturschutzgebiete befinden sich in Furth/Triesting (Wieselthaler Steinwand) und Schönau/Triesting (Schönauer Teich). Auch die naturnahe bzw. teilweise verbaute Flussstrecke der Triesting und ihre Nebenbäche zeichnen diese Region aus. Die Gemeinden Leobersdorf und Schönau an der Triesting und Günselsdorf am Talausgang gelegen zählen räumlich bereits zum Wiener Becken. Die B18 sowie die Bahnlinie Leobersdorf Weissenbach stellen die wichtigsten Verkehrsanbindungen dar. Leobersdorf verfügt über einen Anschluss an die Autobahn A2 und an die Südbahn. Schönau a.d. Triesting und Günselsdorf liegen an der B17. Berndorf als regionales Zentrum nimmt mit zentralen Einrichtungen und höheren Schulen eine wichtige Rolle ein. Die Gemeinden sind mit Einrichtungen für den täglichen Bedarf gut ausgestattet. Wiener Neustadt und Baden bieten mit Krankenhäusern und anderen zentralen höherrangigen Versorgungseinrichtungen die wichtigsten Zentren. Die Gemeinden am Taleingang verzeichnen eine große Zahl von industriellen und gewerblichen Betrieben. Je weiter man von Leobersdorf kommend in das Triestingtal fährt, desto ländlicher ist es geprägt (Hernstein, Weissenbach, Furth, Altenmarkt und Kaumberg). 5

6 Tabelle 1: Übersicht der Mitgliedsgemeinden der Leader Region Triestingtal Bevölkerung 2008 Fläche in Gemeinde Frauen Männer Gesamt km2 Altenmarkt/Triesting Berndorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth/Triesting Günselsdorf Hernstein Hirtenberg Kaumberg Leobersdorf Pottenstein Schönau/Triesting Weissenbach/Triesting Triestingtal Quelle: Statistik Austria, ISIS Abfrage Die Gemeinden Altenmark und Furth sind mit einer Katasterfläche von rund 64 km² flächenmäßig am größten, Hirtenberg mit ca. 1 km² und Günselsdorf mit 7 km² haben die kleinsten Katasterflächen. Kaumberg ist die einzige Gemeinde, die im Verwaltungsbezirk Lilienfeld liegt, alle anderen Gemeinden der Leader Region Triestingtal befinden sich im Bezirk Baden Rechtsform Vereinsnamen: Verein Leader Region Triestingtal Die Rechtsform ist ein Verein. Sitz des Vereines ist im RIZ-GründerInnenzentrum Berndorf, Leobersdorfer Straße 42, 2560 Berndorf Der Tätigkeitsbereich des Vereines erstreckt sich auf das gesamte Bundesgebiet von Österreich speziell aber auf Niederösterreich und die Region Triestingtal. Sein Zweck ist ein ausschließlich gemeinnütziger im Sinne der Bundesabgabenordnung, seine Tätigkeit parteiunabhängig und nicht auf Gewinn gerichtet. Die Leader Region Triestingtal besteht aus 12 Mitgliedsgemeinden Organigramm Der Verein bzw. Vereinsvorstand trifft grundsätzliche Vorgaben und behandelt allgemeine Regionsthemen. Das Management übernimmt die operativen Tätigkeiten der Leader Region und ist bei der Projekterstellung, Umsetzung sowie Abrechnung und Evaluierung beratend tätig. Das LAG-Auswahlgremium (sozioökonomische Besetzung) entscheidet über jene Projekte, die nach positiver Rückmeldung seitens des Landes umgesetzt werden sollen. Die Arbeitskreise entwickeln in der ersten Leader Phase neben den regionalen Schwerpunkten auch erste Projektideen. Weitere Projekte sollen dann aus der Region kommen. Das Qualitätsteam übernimmt entsprechend dem Qualitätssicherungsprozedere die Kontrolle über die strategiekonforme und effiziente Leader Programmumsetzung. Wichtig sind den Proponenten der LAG-Triestingtal die gemeinschaftliche Zusammenarbeit aller Involvierten und die Rückkoppelung von oben nach unten und von unten nach oben. Die ARGE Kleinregion Triestingtal wickelt im Rahmen seiner Tätigkeit Projekte im vorwiegenden Interesse der Kommunen ab. Dies ist aber nur ein Teil des Aufgabenprofils der Kleinregion, daneben 6

7 gibt es noch eine Reihe von anderen Aktivitäten, die zum Teil über andere EU Programme finanziert werden. Abbildung 1: Organigramm Verein Leader Region Triestingtal Projekt Projekt Projekt Projekt Projekt Arbeitskreis Kultur/Tourismus Arbeitskreis LW/Umwelt/Energie LAG Management (40h ManagerIn 20h Assistenz) Arbeitskreis Wirtschaft Arbeitskreis Soziales LAG Vorstand LAG Auswahlgremium Qualitätsteam LEADER Region Triestingtal (Gemeinden, Vereine, InteressensvertreterInnen, Unternehmen, Privatpersonen, etc,) Quelle: Lokale Entwicklungsstrategie Triestingtal ERHEBUNG DER BILDUNGSLANDSCHAFT Der nachfolgende Analyseteil der Leader Region Triestingtal beschäftigt sich eingehend mit der Ausgangslage in Bezug auf Lernen Bildungsrelevante Strukturdaten Arbeitslose an der Gesamtbevölkerung Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist im Vergleichszeitraum 2005 bis 2009 regionsweit mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um 2,58% negativ. Diagramm 1: Veränderung der Arbeitslosen jeweils für die Monate Jänner-Oktober Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Nov

8 So stieg die Arbeitslosigkeit in Berndorf um 16 %, Hernstein um 13 % und Hirtenberg um 4 % an. Eine Abnahme der Arbeitslosigkeit ist in Altenmarkt (-32%), Weissenbach (-15 %) und Furth (-10 %) zu verzeichnen. Der dramatische Anstieg der Arbeitslosigkeit in einigen Gemeinden stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Arbeitslose Jugendliche Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit ist im Triestingtal ein starker Anstieg um 10 % festzustellen. Diese negative Entwicklung liegt weit über den NÖ weiten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit und erfordert rasche Gegenmaßnahmen. Aufgrund der statistischen Erfassung der arbeitslosen Jugendlichen in AMS Bezirken konnte bei der Auswertung nur der AMS Bezirk Berndorf-St. Veit erfasst werden. Die Gemeinden Günselsdorf, Kaumberg, Leobersdorf und Schönau/Triesting wurden nicht berücksichtigt, dürften aber in einer ähnlichen Situation sein. Diagramm 2: Veränderung der arbeitslosen Jugendlichen jeweils für die Monate Jänner-Oktober Erwerbspersonen 2001 Fast alle Gemeinden in der Leader Region Triestingtal sind AuspendlerInnengemeinden, d.h. es pendeln mehr Erwerbstätige aus, als EinpendlerInnen verzeichnet werden. Deutlich mehr Aus- als EinpendlerInnen haben die Gemeinden Furth/Triesting und Berndorf. Positive Pendlersaldi wurden nur in Pottenstein und Kaumberg festgestellt. Tabelle 2: Erwerbspersonen 2 am Wohnort und AuspendlerInnen Gemeinden Erwerbspersonen am Wohnort Auspendler Anteil Erwerbspersonen am Wohnort in % Altenmarkt/Triesting ,9 Berndorf ,6 Enzesfeld-Lindabrunn ,7 Furth/Triesting ,6 Günselsdorf ,6 Hernstein ,6 Hirtenberg ,3 Kaumberg ,1 Leobersdorf ,0 Pottenstein ,4 Schönau/Triesting ,1 Weissenbach/Triesting ,1 Triestingtal ,6 Baden ,1 Lilienfeld ,4 Quelle: STATISTIK AUSTRIA Der Anteil der Erwerbspersonen am Wohnort abzüglich der AuspendlerInnen zeigt an, wie viele Personen in ihrer Heimatgemeinde einer Beschäftigung nachgehen. Regionsweit ist der Wert mit 34,6 % eher niedrig. Einen vergleichsweise geringen Anteil an Erwerbspersonen, die in ihrer 2 Person, die einer durch Lohn oder Einkommen bezahlten Arbeit nachgeht und eine bestimmte minimale wöchentliche Arbeitszeit überschreitet. Als Erwerbspersonen zählen alle unselbstständig Beschäftigten und alle selbstständig tätigen Personen sowie Arbeitslose. Die Zahl der Erwerbspersonen beträgt in Österreich rund (Mikrozensus 1991). Das Verhältnis der Erwerbspersonen zur Wohnbevölkerung ist die Erwerbsquote; STATISTIK AUSTRIA, Nov

9 Heimatgemeinde arbeiten, weisen Hernstein (23, 6 %) und Günselsdorf (25,6 %) auf. Deutlich über dem Regionsschnitt liegen hingegen Berndorf mit einem Anteil von 44,6 % Erwerbstätige am Wohnort und Weissenbach/Triesting mit 43,1 %. Arbeitsstätten 3 Bei der Anzahl der Arbeitsstätten wird deren signifikante Konzentration in Leobersdorf und Berndorf deutlich. Die beiden Gemeinden weisen mehr als doppelt soviele Arbeitsstätten wie andere Gemeinden der Region auf. Die Betriebsstruktur der Region ist durch einen hohen Anteil an kleinen Betrieben (keine unselbstständig Beschäftigten: 32,3 %, unter 10 Beschäftigte: 55,4 %) geprägt. Sie sind die Wirtschaftsmotoren der Region. Tabelle 3: Anzahl der Arbeitsstätten absolut 2001 Quelle: mecca, Mai 2009 Insgesamt hat die Leader Region Triestingtal Betriebe. Der Anteil der großen Betriebe mit über 200 Beschäftigen ist mit 0,5 % (sieben Betriebe) sehr gering; drei davon befinden sich in Berndorf, die weiteren sind in Enzelsdorf-Lindabrunn, Hirtenberg, Schönau/Triesting und Weissenbach/ Triesting. Diagramm 3: Anzahl der Arbeitsstätten nach Betriebsgröße in % 2001 Quelle: mecca, Mai Bisher besteht keine einheitliche, verbindliche Definition für kleine und mittlere Unternehmen. Eine Empfehlung betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen" dient als Anhaltspunkt für die Zuordnung der Unternehmen nach den Kriterien: Anzahl der MitarbeiterInnen, Umsatz oder Bilanzsumme sowie betriebliche Unabhängigkeit. [Quelle: Wirtschaftskammer Österreich, ] 9

10 Bildung Der Bildungsstand der Bevölkerung ist für die Bewertung der Innovationsfähigkeit einer Region und für die Ansiedlung von Betrieben von hoher Bedeutung. Aus der Bildungsstatistik wurden dafür zum regionalen und lokalen Vergleich Bildungsstufen definiert: Die Bildungsstufe I umfasst den Abschluss der Allgemeinbildenden Pflichtschule, einer Lehre und der Berufsbildenden Mittleren Schule, also die Bildungswege ohne Abschluss mit Matura. Bildungsstufe II entspricht dem Abschluss mit Matura (Berufsbildende Höhere Schule, Allgemeinbildende Höhere Schule, Kolleg), Bildungsstufe III dem Abschluss einer Hochschule oder hochschulverwandten Ausbildung. Tabelle 4: Bildungsstand der Wohnbevölkerung nach höchstem Abschluss in % 2001 Quelle: STATISTIK AUSTRIA Beim Bildungsstand der Wohnbevölkerung nach dem höchsten Abschluss weicht der Regionsschnitt kaum vom niederösterreichischen Wert ab. Es ist eine leichte Verschiebung der höheren Bildungsstufen zur Bildungsstufe I festzustellen. Die Gemeinden mit dem höchsten Anteil an Hochschul- und hochschulverwandter Ausbildung sind Enzesfeld-Lindabrunn (6,4 %) und Hernstein (6,2 %). Den deutlich niedrigsten Anteil verzeichnet Furth/Triesting (2,5 %). Diese Zahlen sind von der Bevölkerungsstruktur und der regionalen Lage zu den nächstgelegenen Zentren geprägt. 10

11 2.2.2 Regionales Bildungsangebot Die in Karte 2 dargestellte Übersicht des Bildungsangebotes in der Leader Region Triestingtal ist das Ergebnis einer Internetrecherche der offiziellen Gemeindewebsites sowie anderer offizieller Quellen (siehe Datenquelle in Karte 2). Das Ziel dieser Analyse war es einen Überblick über das Bildungsangebot in der Region und die Selbstdarstellung (online-auftritt) der Gemeinden im Bereich Bildung aufzuzeigen. Karte 2: Bildungsangebot Triestingtal Die Leader Region Triestingtal weist eine flächendeckende Grundausstattung mit Bildungseinrichtungen (Kindergärten und Volksschulen) auf. Einzig Günselsdorf hat keine Volksschule, hier gehen die Kinder in die Volksschule Teesdorf. Die öffentlichen Betreuungseinrichtungen werden in den größeren Orten durch private Anbieter ergänzt. Haupt- und Sonderschulen sowie Polytechnische Schulen sind ausreichend vorhanden (Berndorf, Pottenstein). Im Bereich der weiterführenden Bildungswege gibt es zahlreiche Angebote in Baden und Wr. Neustadt, die für die BewohnerInnen im Osten der Region leicht erreichbar sind (Südbahn). 11

12 Im Triestingtal gibt es keine Berufsbildenden Höheren Schulen (siehe Karte 3), jedoch in Baden, Mödling und Wr. Neustadt. Karte 3: Bildungswege an einer Berufsbildenden Höheren Schule Weiterführende Bildungswege an Allgemeinbildenden Höheren Schulen (siehe Karte 4) werden in Berndorf und im direkt an der Regionsgrenze gelegenen Bad Vöslau angeboten. Karte 4: Bildungswege an Allgemeinbildenden Höheren Schulen 12

13 In Hernstein gibt es einen Lehrgang universitären Charakters (incite 4 : akademische UnternehmensberaterIn WKO) sowie in Leobersdorf die emca academy 5 für Technik und Wirtschaft. Karte 5: Bildungswege nach der Reifeprüfung Ergebnisse der Bildungsbefragung in der Region Triestingtal In der Leader Region wurde eine Online-Befragung zu den Themen Lernen, Bildung und regionale (Bildungs-)Schwerpunkte durchgeführt. Die meisten Teilnehmer waren Privatpersonen. Insgesamt nahmen 91 Personen an der Befragung teil, wovon 62 Private sind. 68 % der Befragten waren weiblich. Ziel dieser Befragung war die Aktivierung der Bevölkerung zu dem Thema Lernende Region sowie eine bessere Einschätzung der (Weiter-)Bildungssituation in der Leader Region Triestingtal. Ergebnisse Privatpersonen Der technische Stand der Region in Bezug auf Internetanschlüsse ist sehr hoch. Vier von den 62 Befragten geben jedoch an, keinen Internetzugang zu haben. Dem Großteil (89 %) stehen sowohl privat und am Arbeitsplatz bzw. nur privat ein Computer mit Internetnutzung zur Verfügung. Hinsichtlich der bevorzugten Umgebung ziehen diese Schulungs- bzw Trainingsräume (29 %) gegenüber dem Lernen zu Hause (23 %) und in der Natur (19 %) vor

14 Tabelle 5: Bevorzugte Lernumgebung in % In Schulungs bzw. Trainingsräumen Am Arbeitsplatz Zu Hause/am Computer In der Natur Unterwegs Überwiegend in der Region Triestingtal Überwiegend außerhalb der Region Triestingtal Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Zu den beliebtesten Lernmethoden in der Region Triestingtal zählen Gruppenarbeiten bzw. Workshops (19 %), sowie Projektarbeiten (15 %). Ein bestimmter Teil kann dem Frontalunterricht bzw. Vortrag (11 %), Selbststudium (11 %) und Lernen im Arbeitsprozess (10 %) etwas abgewinnen, während Einzelschulungen (4 %) und Planspiele (5 %) ablehnt werden. Die Interessen sind im Triestingtal weit gestreut, es sind vor allem Fremdsprachen (13 %), Allgemeinwissen (10 %) sowie Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz/Soziales Lernen (11 %) und Erziehung/Familie/Generation (10 %) hervorzuheben. Regionswissen/Regionalidentität (3 %) und vor allem der Gastronomie und Kulinarik (0 %) wird nur sehr wenig bis gar keine Begeisterung entgegengebracht. Etwas mehr als die Hälfte (60 %) der Befragten würden in die Weiterbildung investieren. Die meisten Befragten beziehen die Information zum Thema Weiterbildung entweder über Homepage/Internet (23 %) oder persönliche Kontakte (16 %). Tabelle 6: Interesse an Themenbereichen in % Allgemeinwissen Fremdsprachen Kommunikationstechnik/Informationstechnologie Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz/Soziales Lernen Erneuerbare Energie Land & Forstwirtschaft/Gartenbau Kultur & Veranstaltungsmanagement Gesundheits & Pflegewesen/Sozialwesen Nachhaltigkeit/Lebensstil/Werte Erziehung/Familie/Generationen Ernährung Gastronomie/Kulinarik Tourismus Regionswissen/Regionale Identität Sonstiges Quelle: mecca, Juli

15 Die persönliche Entwicklung (52 %) sowie bessere Berufschancen (47 %) werden von der Bevölkerung als wichtige Indikatoren für Weiterbildungsmöglichkeiten angesehen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Region wird nicht als sehr wichtig erachtet. Diagramm 4: Motivatoren fürs Lernen in % Persönliche Entwicklung Bessere Berufschancen Wirtschaftliche Entwicklung der Region weder noch Quelle: mecca, Juli 2009 Die meisten (57 %) gaben an, dass sie sich am liebsten in der Freizeit und am Arbeitsplatz weiterbilden möchten. Um sich Informationen für Weiterbildungsangebote einzuholen, bevorzugen viele entweder das Internet (22 %) oder einen Infoabend bzw. Kurzpräsentationen (21 %). Bei der Befragung nach den Hinderungsgründen für die Weiterbildung, haben sich zwei Faktoren herauskristallisiert und zwar der Zeitmangel (25 %) und die zu hohen Kosten für die Kurse (18 %). Hingegen werden mangelndes Interesse (3 %) oder kein Angebot für meinen Bildungsbedarf (3 %) in der Umfragte verneint. Man kann daraus schließen, dass die Weiterbildungsmöglichkeiten gegeben sind aber die zuvor genannten Punkte das Hauptproblem darstellen. Tabelle 7: Hinderungsgründe für Weiterbildung in % Zeitmangel Unternehmer fördern Weiterbildung der Mitarbeiter zu wenig Zu wenig Information über regionale Angebote Fehlendes bzw. zu geringes Angebot Mangelnde Qualität des Angebots Betreuungspflichten Kein Angebot für meinen Bildungsbedarf Zu hohe Kosten für Kurse Mobilität Erreichbarkeit des Kursortes Mangelndes Interesse Keine Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Stärken sehen die Triestingtaler in den bestehenden Angeboten vor Ort (28 %) und in den guten Karrierechancen für Bildungswillige in ihrer Region (28 %). 15

16 Ergebnisse Unternehmen Es wurden 5 Unternehmen befragt, wovon 4 Kleinunternehmen (bis 49 Beschäftigte) sind. 80 % der Unternehmen bieten für MitarbeiterInnen Schulungen außerhalb des Betriebes an. Tabelle 8: Bestehende Bildungsangebote nach Themenbereichen in Unternehmen Allgemeinwissen Fremdsprachen Kommunikation/Marketing/Sales/Public Relations Informationstechnologie/EDV Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz Kultur & Veranstaltungsmanagement Technik/Preproduction Management Schulungen für betriebsinterne & spezifische Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Für ein Drittel der Unternehmen sind Schulungen für betriebsinterne und spezifische Bereiche (31 %) von großer Wichtigkeit. Fremdsprachen, Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz/Soziales Lernen sowie Technik/Preproduction Management, mit jeweils 8 %, belegen in der Auswertung die letzten Ränge. Diagramm 5: Weiterbildungsbedarf des Unternehmens bzw. der MitarbeiterInnen in % Allgemeinwissen Fremdsprachen Informationstechnologie/EDV Kommunikation/Marketing/Sales/ Public Relations Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz Schulungen für betriebsinterne & spezifische Bereiche Quelle: mecca, Juli 2009 Die MitarbeiterInnen sind in vielen Bereichen wissbegierig, egal ob es sich um Schulungen für betriebsinterne und spezifische Bereiche (27 %), Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz /Soziales Lernen (20 %) oder Kommunikation/Marketing/Sales/Public Relations (20 %) handelt. Das Mittelfeld nehmen Fremdsprachen und Informationstechnologie/EDV mit jeweils 13 % ein. Die Weiterbildungsmaßnahmen werden für die MitarbeiterInnen im Triestingtal entweder am Arbeitsplatz (44 %) oder überwiegend bei Bildungsanbietern in der Region (33 %) gewährleistet. Es gibt keine Maßnahmen in firmeneigenen Schulungs- bzw. Trainingsräumen sowie bei Bildungsanbietern außerhalb der Region. 16

17 Tabelle 9: Ort der Weiterbildungsmaßnahmen Bildungsanbieter in der Region Am Arbeitsplatz Zu Hause/am Computer In firmeneigenen Räumen Bildungsanbieter außerhalb der Region Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Die Defizite bzw. Schwierigkeiten im Bildungsangebot der Unternehmen sind die gleichen wie bei den Privatpersonen. Auch hier gaben die meisten den Zeitmangel (22 %) und die zu hohen Kosten (22 %) als Hauptprobleme an. Keiner von den Probanden gab weder ein fehlendes bzw. geringes Angebot noch eine mangelnde Qualität des Angebotes als Schwäche an. Tabelle 10: Defizite bzw. Schwierigkeiten im Bildungsangebot in Unternehmen in % Zeitmangel Zu hohe Kosten für Kurse Zu wenig Information über regionale Angebote Betreuungspflichten Kein Angebot für den Bildungsbedarf meiner MitarbeiterInnen Zu geringe Flexibilität des Angebotes Keine Fehlendes bzw. zu geringes Angebot Mangelnde Qualität des Angebots Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Ergebnisse Bildungseinrichtungen An der Befragung haben 24 Bildungseinrichtungen teilgenommen, wobei Primäre Bildungseinrichtungen (17 %) und Verein/ARGE/IG (25 %) führend sind. Kindergarten, Tertiäre Bildungseinrichtungen, Landwirtschaftlicher Betriebe, Volkshochschule und Gesundheitseinrichtungen haben nicht teilgenommen. 17

18 Tabelle 11: Art der Bildungseinrichtung in % Kindergarten Primäre Bildungseinrichtung Sekundäre Bildungseinrichtung Tertiäre Bildungseinrichtung Verein/ARGE/IG Unternehmen Landwirtschaftlicher Betrieb Institution mit öffentlicher Trägerschaft Gewerkschaft/Interessensvertretung/Kammer Volkshochschule Kirchliche Organisation Privat Gesundheitseinrichtung Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Die Zielgruppe der bestehenden Bildungsangebote führen Kinder und Jugendliche (26 %) an. Alle anderen nehmen das Mittelfeld zwischen 5 und 10 % ein. Die kleinste Zielgruppe ist die der Selbstständigen (5 %). Tabelle 12: Zielgruppen der bestehenden Bildungsangebote in % Kinder & Jugendliche Erwerbstätige Ältere Menschen/SeniorInnen MigrantInnen NeueinsteigerInnen WiedereinsteigerInnen Arbeitslose/Arbeitssuchende Menschen mit Beeinträchtigung Selbstständige Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Der größte Weiterbildungsbedarf wird bei Jugendlichen (16 %), MigrantenInnen (13 %) und Menschen mit geringerem Bildungsniveau (13 %) gesehen. WiedereinsteigerInnen sowie Ehrenamtliche und Funktionäre sind im Mittelfeld. Weit abgeschlagen ist die Tourismuswirtschaft mit nur 1 %. 18

19 Tabelle 13: Weiterbildungsbedarf nach Zielgruppen in % Jugendliche WiedereinsteigerInnen UnternehmerInnen Tourismuswirtschaft Bäuerliche Bevölkerung MitarbeiterInnen in Betrieben Ehrenamtliche & Funktionäre SeniorInnen Lehrkräfte Menschen mit Beeinträchtigungen Lehrlinge MigrantInnen Menschen mit geringem Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Bestehende Angebote sind in den Bereichen Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz/Soziales Lernen (17 %) und Nachhaltigkeit/Lebensstil/Werte (14 %) gegeben. Viele gaben an, dass ihnen ihre Bildungsorganisation regelmäßig Bildungsangebote (75 %) gewährleistet und diese überwiegend in Schulungs- und Trainingsräumen (39 %), in der Region Triestingtal (20 %) und in der Natur (15 %) stattfinden. Die meisten Bildungsangebote werden über eine Homepage (19 %), durch persönliche Kontakte (15 %) oder über Printmedien (12 %) beworben. Ein ähnlicher Trend ist auch bei den Privatpersonen zu erkennen. 19

20 Tabelle 14: Bestehendes Angebot der Bildungseinrichtungen nach Themenbereichen in % Allgemeinwissen Fremdsprachen Kommunikationstechnik/Informationstechnologie Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz/Soziales Lernen Erneuerbare Energie Land & Forstwirtschaft/Gartenbau Kultur und Veranstaltungsmanagement Gesundheits & Pflegewesen/Sozialwesen Nachhaltigkeit/Lebensstil/Werte Erziehung/Familie/Generationen Tourismus Regionswissen/Regionale Identität Gastronomie/Kulinarik Ernährung Sonstiges Quelle: mecca, Juli 2009 Ein zusätzlicher Bedarf wird in den Bereichen Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz/Soziales Lernen (15 %) und Erziehung/Familie/Generation (13 %) gesehen. Das Schlusslicht bilden Land- und Forstwirtschaft/Gartenbau, Kultur- und Veranstaltungsmanagement sowie Gastronomie/Kulinarik, diese nehmen jeweils 3 % ein. Tabelle 15: Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen nach Themenbereichen in % Allgemeinwissen Fremdsprachen Kommunikationstechnik/Informationstechnologie Persönlichkeitsbildung/Soziale Kompetenz Erneuerbare Energie Land & Forstwirtschaft/Gartenbau Kultur & Veranstaltungsmanagement Gesundheits & Pflegewesen/Sozialwesen Nachhaltigkeit/Lebensstil/Werte Erziehung/Familie/Generationen Tourismus Regionswissen/Regionale Identität Gastronomie/Kulinarik Ernährung Sonstiges Quelle: mecca, Juli

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