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1 I N F O R M A T I O N zur Pressekonferenz mit Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger am 27. Juli 2009 zum Thema "Agrarpolitik geht alle an 2009 einkommenspolitisch schwierigstes Bauernjahr seit dem EU-Beitritt"

2 LR Dr. Stockinger Seite 2 Agrarpolitik geht alle an Landesrat Dr. Josef Stockinger hat sich als "Mister ländlicher Raum" der oberösterreichischen Landespolitik positioniert. Die Kombination von Gemeinderessort und Agrarressort ist österreichweit einzigartig und hat sich in Oberösterreich bewährt. Oberösterreich hat mit seiner Landesagrarpolitik immer mehr getan als andere auch deswegen, weil die Landesfinanzen in Ordnung sind. Für die Kernthemen der Landwirtschaft und die Begleitung zukunftsfähiger Höfe ist die Landesagrarpolitik mit Finanzreferent Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer gemeinsam mit dem Agrarressort ein verlässlicher Partner für unsere Bäuerinnen und Bauern. Grundpfeiler der oberösterreichischen Agrarpolitik sind: Landwirtschaft braucht jeder Agrarpolitik ist dann gut, wenn sie Bäuerinnen und Bauern und Konsument/innen nützt Oberösterreich ist als sauberes Agrarland positioniert Gentechnikfreiheit auf den Feldern hohe Lebensmittelqualität mit bekannten oberösterreichischen Marken starke Lebensmittelbetriebe als Partner in einer Wertschöpfungskette Energie-, Roh- und Baustoffe aus der Landwirtschaft verlässliches Agrarbudget mit Handschlagqualität Landwirtschaftsschulen als Bildungsdrehscheiben in der Region

3 LR Dr. Stockinger Seite 3 Leader-Netzwerke als Ideen-Schmieden für den ländlichen Raum Oberösterreich ist gut gerüstet, aber schwierigstes Bauernjahr seit EU-Beitritt Nachhaltig und vorausschauend hat sich die Agrarpolitik Oberösterreichs in den vergangenen Jahren positioniert. "Wir sind zwar gut gerüstet, dennoch zeichnet sich das Jahr 2009 einkommenspolitisch als das schwierigste Bauernjahr seit EU- Beitritt seit 1995 ab. Auch die Landwirtschaft befindet sich in einer krisenhaften Depressionsphase mit sinkenden Preisen und lahmenden Märkten", zieht Agrar-Landesrat Stockinger eine aktuelle Zwischenbilanz. Nach einem Einkommensverlust von 4,1 Prozent im Jahr 2008 ist mit einem noch stärkeren wirtschaftlichen Einbruch der Landwirtschaft im heurigen Jahr zu rechnen. "Die Landwirtschaft ist einkommenspolitisch eingeklemmt zwischen Naturkatastrophen und schlechten Erntebedingungen auf der einen Seite und einem Preisverfall auf den Märkten, der den Bauern mittlerweile an die Substanz geht, auf der anderen Seite", sagt Landesrat Stockinger. So ist der Durchschnittspreis für die Milchanlieferung im Vergleich zum Vorjahr um zehn Cent gefallen. Auch die Getreidepreis-Bedingungen für die heurige Ernte sind unbefriedigend. Die Bäuerinnen und Bauern hatten hohe Betriebsmittelkosten beim Getreideanbau und müssen jetzt mit fallenden Preisen rechnen. Der Gerstenpreis betrug im Vorjahr Euro je Tonne. Aktuell liegt der Preis für eine Tonne Gerste lediglich bei 115 Euro.Schwierig ist die Preissituation auch beim Raps.

4 LR Dr. Stockinger Seite 4 Im vergangen Jahr lag der Preis für eine Tonne bei 456 Euro werden 298 Euro pro Tonne bezahlt. Zusätzlich wird die Situation der Bäuerinnen und Bauern durch vermehrte Naturkatastrophen erschwert. Von Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Oberösterreich wurden in zwei großen Hagelwellen Hektar beschädigt. Betroffen waren am 7. Juli 2009 die Bezirke Gmunden, Kirchdorf, Vöcklabruck und Wels Land. Am 23. Juli 2009 gingen die Hagelunwetter vor allem in den Bezirken Braunau, Vöcklabruck, Wels-Land, Linz- Land und Perg nieder. Das bedeutet, dass 8,3 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen bis hin zum totalen Ernteausfall in Mitleidenschaft gezogen wurden. So großflächig und arg war Oberösterreich noch nie zuvor von Hagel betroffen. Die Schadenssumme beträgt rund 15 Millionen Euro. Um die Einkommenssituation der Bäuerinnen und Bauern zu verbessern setzt Landesrat Stockinger große Erwartungen in den Energie- und Rohstoffbereich, den die Bauern bedienen können: "Wenn die Konjunktur anspringt, wird auch die Nachfrage wieder steigen. Daher müssen wir uns jetzt rüsten für den Tag nach der Krise", sagt Stockinger. Jetzt ist allerdings die Marktordnung im wahrsten Sinne des Wortes gefragt. OÖ. tut mehr für seine Bäuerinnen und Bauern Die oö. Kostensenkungs- und Entlastungsinitiative wurde von der Landesagrarpolitik weiter ausgebaut. Wir unterstützen unsere Höfe Jahr für Jahr: Grünlandsicherungsprogramm nur bei uns für über Betriebe: 10,3 Mio. Euro

5 LR Dr. Stockinger Seite 5 Milchhygienezuschuss für Qualitätsproduktion von Milchbauern: 4,7 Mio. Euro Höfesicherung für 740 hauptberuflich am Hof mitarbeitende Kinder: 1 Mio. Euro Trinkwasseruntersuchung für Milchlieferanten und Direktvermarkter: ,- Euro Tierkennzeichnung für nachvollziehbare Herkunft bis zum Teller: ,- Euro Forschung & Entwicklung: für agrarische Innovationen und Zukunftsprojekte: 2 Mio. Euro Milchkuhprämie ab 2010: kleinere Betriebe erhalten mehr (61 Euro bis zur zehnten Kuh pro Jahr), keine Milchkuhprämie ab der 30. Kuh. Kofinanziert aus EU, Bund und Land fließen 8,2 Mio. Euro nach Oberösterreich Neu ab 2009 ist die Weidehaltungs- und Auslaufprämie für rund 6100 Betriebe: 5,5 Mio. Euro Erweiterte Risikoversicherung für zusätzliche versicherte Rinder: ,- Euro Das Agrarressort unterstützt damit zielgerichtet unsere Bauernhöfe mit Direktzahlungen von jährlich rund 25,5 Mio. Euro aus reinen Landesmitteln. Diese ergänzen die bestehenden EU-Ausgleichszahlungen, die von EU (50 %), Bund (30 %) und Land (20 %) gemeinsam finanziert werden. Ab 2010 wird eine Milchkuhprämie mit weiteren 8,2 Mio. Euro aus Landesmitteln eingeführt.

6 LR Dr. Stockinger Seite 6 Verbesserte Investitionsförderung für produzierende Höfe brachte einen gewaltigen Investitionsschub und signalisiert Aufbruch und Zukunft Oberösterreich hat in der Investitionsförderung ein starkes Begleitprogramm umgesetzt. In der einzelbetrieblichen Investitionsförderung wurden in der alten Förderperiode und in der laufenden Förderperiode in Förderfällen insgesamt über 182 Mio. Euro Förderungen ausbezahlt. Der "Betrieb Landwirtschaft" mit seinen über Filialen hat als einer der wichtigsten Konjunkturstabilisatoren und größter regionaler Investor seit 2000 ein Investitionsvolumen von knapp 1,5 Mrd. Euro ausgelöst. "Genussland Oberösterreich" als starke Qualitätskampagne macht unsere Produkte auf der europäischen Lebensmittel-Landkarte unverwechselbar sichtbar Qualität, Unverfälschtheit und Frische ist das unverwechselbare Markenzeichen für heimische Qualitätsprodukte aus Oberösterreich. Das "Genussland OÖ" ist Motor für Regionalität beim Einkauf und heimische Vermarktungsinitiativen wie für Premium-Rind, für die Landessäure Most oder für Spitzenprodukte im Biobereich. Damit bleibt die Wertschöpfung in der Region und werden heimische Arbeitsplätze gesichert. Die Initiative "Genussland Oberösterreich" ist eine tragfähige Brücke zwischen bäuerlichen Erzeuger/innen und den Verbraucher/innen. Diese Handschlagqualität gegenüber den Konsument/innen hat sich zu einem wahren Krisen-Airbag

7 LR Dr. Stockinger Seite 7 entwickelt; inklusive der Bäuerinnen und Bauern hängt mit Arbeitsplätzen jeder sechste Job in Oberösterreich von der Lebensmittelbranche ab. Oö. Biooffensive greift fast 4000 Biobetriebe sind für Oberösterreich heute ein echter Wettbewerbsvorteil und Eckpfeiler eines unverwechselbaren Qualitätsprofils auf der europäischen Landkarte Das Agrarressort des Landes ist ein verlässlicher Partner unserer Biobäuerinnen und Biobauern. Durch die Biooffensive sind die Biobetriebe in den letzten sechs Jahren auf fast gewachsen. Das Land OÖ hat die Biobauern beim Nutzen neuer Marktchancen unterstützt. Mit der Bioschule in Schlägl und einer Offensive für BIO und Regionalität in unseren Landesgroßküchen haben wir zu einer Verbesserung des Bewusstseins beim Konsumenten für unverfälschte Lebensmittel beigetragen. Gentechnik-Freiheit auf unseren Feldern - Oberösterreich als treibender Motor in Europa für ein Selbstbestimmungsrecht der Regionen Im November 2003 wurde auf Initiative Oberösterreichs und der Toskana das Netzwerk der gentechnikfreien Regionen Europas gegründet, das der Gentechnik-Freiheit eine starke Stimme gibt. Dieser selbstbewusste Zusammenschluss, bei dem OÖ die Vizepräsidentschaft innehat, umfasst heute bereits 49 Regionen und Länder Europas und tritt für ein

8 LR Dr. Stockinger Seite 8 Selbstbestimmungsrecht der Regionen bei der Gentechnik- Anwendung und für kompromisslos sauberes Saatgut ein. Mit dem 2006 beschlossenen Oö. Gentechnik-Vorsorge- Gesetz, mit der Umstellung auf eine gentechnikfreie Milchproduktion oder mit den vielfältigen Initiativen für eine bessere Versorgung mit heimischen Eiweiß, auch in Verbindung mit der Bioethanolerzeugung und Rapsölpressen, haben wir europaweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Dass mittlerweile in vielen Ländern Europas wie in Frankreich oder Deutschland ein Umdenken auf breiter Basis im Gange ist, bestätigt unseren Weg. Neun von zehn Konsument/innen stehen dabei hinter uns. 24 LEADER-Regionen als flächendeckende Ideenschmieden im ländlichen Raum Neue Vernetzungs-Ideen im ländlichen Raum sind durch flächendeckende Leader-Programme gelungen. In der alten Förderperiode 2000 bis 2006 wurde in elf LEADER- Regionen mit 158 Gemeinden die Realisierung von 359 Projekten mit 19,5 Mio. gefördert. In der neuen Periode 2007 bis 2013 wurde für 425 Gemeinden in 24 LEADER-Regionen und über 1 Mio. Einwohner/innen mit über 83 Mio. das Fördervolumen für die flächendeckende Umsetzung nachhaltiger Zukunftsprojekte im ländlichen Raum mehr als vervierfacht.

9 LR Dr. Stockinger Seite 9 Oberösterreich ist erfolgreich am "Holzweg" unterwegs Knapp 800 Biomasseheizanlagen ab 100 Kilowatt und 600 Nahwärmeanlagen sind in Oberösterreich bereits im Betrieb. Dazu kommen Kleinfeuerungsanlagen. Für die energetische Biomasseanwendung kommt jährlich 1,25 Mio. Tonnen feste Biomasse zum Einsatz. Dieser "Oö. Holzweg" bedeutet einen Emissionsreduktion von mehr als 1 Mio. Tonnen CO 2 pro Jahr. Die Umsetzung einer holzfreundlichen Bauordnung, die vorbildhafte Verwendung von heimischen Holz im öffentlichen Bau oder der mit der Kunstuniversität Linz gemeinsam initiierte Uni-Lehrgang "ÜberHolz" sind Beispiele für ein neues "Holzbewusstsein" in Oberösterreich. Ökowirtschaft als Zukunftsmotor Oberösterreich nützt seine Energie, Strom und Wärme, die vor der Haustüre wächst und geht mit neuen Rohstoffen schrittweise in eine energieautarke Zukunft Die Nutzung erneuerbarer Energieträger und neuer Umwelttechnologien schützt unsere Umwelt und bringt Wertschöpfung in die Regionen. Sie sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern schafft zusätzlich neue. 73 Biogasanlagen und 13 Biomasse-Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen sind heute schon in Betrieb und liefern Strom für bzw. Wärme für Haushalte. Die Beimischung von 5,75 % Biosprit seit 1. Oktober 2008 ersetzt jährlich rund Tonnen fossilen Treibstoff. Oberösterreich leistet bei der Nutzung nachwachsender Energieträger weltweit Pionierarbeit: Strom aus Holz, Sprit aus

10 LR Dr. Stockinger Seite 10 Stroh, Biogas aus Wiesengras, Sonnenstrom von unseren Dächern oder Bioplastik aus Silage sind heute Realität. Damit haben wir unsere Spitzenposition in diesem absoluten Zukunftsfeld gefestigt und ausgebaut. Oberösterreich geht mit europaweit innovativen Vorzeigeprojekten selbstbewusst neue Zukunftswege Die erste Biogas-Direkteinspeisung in Pucking ist ebenso ein Leitprojekt wie die Oö. Bioraffinerie in Utzenaich, wo mit Gesamtinvestitionen von 3,2 Mio. in einem europaweit einzigartigen Pilotversuch Grassilage zu Bioplastik aus Milchsäure und Hoffnung auf eine neue Form der Grünlandverwertung neben dem Rindermagen entsteht. Die Landwirtschaft ist auf Kyotokurs Die Landwirtschaft hat durch den Klimawandel nicht nur die stärksten Auswirkungen zu tragen, sie zeigt auch Lösungen auf. Im Gegensatz zu allen anderen Sektoren hat die Landwirtschaft in Österreich die Treibhausgasemissionen seit 1990 um 14 % reduziert und damit das Kyoto-Ziel bereits erfüllt. Neue Landesinitiativen wie die landesweite Förderaktion zur Bodenuntersuchung helfen den Bäuerinnen und Bauern, den Düngereinsatz zu optimieren. So wurden in Oberösterreich in den letzten zehn Jahren der Einsatz von Phosphor und Kali um rund 40 % und jener von Stickstoff um rund 20 % reduziert. Das spart Kosten und hilft der Umwelt.

11 LR Dr. Stockinger Seite 11 Die größte landwirtschaftliche Schulbauoffensive mit zeitgemäßem Schulungsangebot gestartet und umgesetzt Im Rahmen der bisher größten landwirtschaftlichen Schulbauoffensive investierte das Land Oberösterreich von über 63 Mio. Euro in die Bildungsdrehscheiben im ländlichen Raum. LWBFS Otterbach: nach fünf Jahren Generalsanierung mit Gesamtkosten von 8,3 Mio. wurde der Umbau der Schule 2006 abgeschlossen. LWBFS Lambach: von 2007 bis 2009 wurden in den Schulneubau 23 Mio. investiert. Agrarisches Bildungszentrum Salzkammergut: am Standort Altmünster entsteht bis Sommer 2011 um 25 Mio. eine neue Bildungsdrehscheibe für den ländlichen Raum. LWBFS Kleinraming: von 2006 bis 2010 laufen umfangreiche Sanierungs- und Adaptierungsarbeiten mit Gesamtkosten von 13 Mio. Euro.

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