Mathis Pfäffli mathispfaeffli.ch

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1 Mathis Pfäffli 2014 mathispfaeffli.ch

2 139cm 175cm Bleistift auf Papier 2014

3 139cm 175cm Bleistift auf Papier 2014

4 139cm 175cm Bleistift auf Papier 2014

5 139cm 175cm Bleistift auf Papier 2014

6 133cm 165cm Bleistift auf Papier 2014

7 133cm 165cm Bleistift auf Papier 2014

8 122cm 130cm Bleistift auf Papier 2014

9 133cm 165cm Bleistift auf Papier 2014

10 2014 M35 Luzern

11 Devices 2014 Bleistift auf Papier A3 (Serie ca. 20)

12 Jetzt haben wir schon lange geredet. Bist du noch da, magst du noch ein wenig weiter gehen? Ein wenig erinnert mich dieser Ort, wo wir uns gerade befinden, an einen Skulpturenpark im Norden Dänemarks den ich vor Jahren mit Timo besuchte. wir waren siebzehn und rauchten Zigaretten auf der offensichtlich den Faschismus feiernden Kunst. Nur wenig Leute wussten von diesem Ort und als wir ihn damals besuchten waren da nur weidende Schafe zwischen den Betonfiguren. Es gab zwischen den Werken kleine Wege, diese schienen aber eher von Tieren als von Menschen angelegt. Die Pflanzen hatten eine grüne Farbe, jedoch nicht ein saftiges Grün, sondern diesen trockenen und zähen Ton wie ich ihn aus Griechenland oder Italien kenne. Die Atmosphäre war freundlich, jedoch konnte jederzeit ein Wind aufkommen, der einem die trockene Erde gleich einem Sandsturm in die Augen blies und sich in den Büschen verfing. Auch letztes Mal schien doch die Lieblichkeit nur trügerisch. Nicht? Wir befanden uns an einem Küstenstrich vermutlich irgendwo im Süden. Unser Spaziergang führte entlang einer hohen Kalksteinklippe, wo man durch die herunterhängenden Büsche kleine dunkelblaue Buchten erkannte und die hellen Klippen darin in der Tiefe versinkten. Der Fels war gräulich und von verschiedenfarbigen Flechten überzogen, wenn man genauer hinsah, bemerkte man, dass er nicht kantig war wie man das von den Felsen auf Capri oder der Normandie kennt. Viel eher schien er aus einer zähen Masse künstlich erstellt geworden zu sein, tatsächlich erinnerte seine Struktur an geflossenen Gips wie eine Wand aus gigantischen in einander gewachsenen Stalagmiten welche durch die Witterung matt gewaschen wurden. Die ganze Szenerie schien sehr komponiert, jede Pflanze war platziert, nichts sah zufällig aus. Trotzdem glaubte man an pure Natur. Der Wind trug eine frische Brise salziger Luft über die hügeligen Weiten, welche sich jenseits der Klippen ins Landesinnere zogen. Am Morgen jenes Tages waren Du und ich noch weiter im Osten, da sind die Klippen ein bisschen tiefer und man konnte über kleine, in die Klippen gehauene Treppen runter zum Meer laufen, aber seither war es uns zu anstrengend runter zum Meer und wieder hoch zu steigen. Seit heute früh haben wir aber sicher schon hunderte dieser Treppen und ebenso hunderte von kleinen Buchten passiert. Losgelaufen sind wir von einem kleinen Ort, den sich die Menschen entlang einer der breiteren dieser Felstreppen gebaut haben. Das Dorf erinnerte ein bisschen an alte Klippenkloster, an jenes am Udabno zum Beispiel oder die in Meteora. Aber jener Ort war neuer und im Sinne der Moderne gebaut. Schlicht und funktional. Die Dorfstruktur war auch überhaupt keine klösterliche, es bestand aus einzelnen von verschiedenen Bauherren gebauten Häusern. Das Haus zum Beispiel in welchem wir eingeladen waren, hatte die Form eines Ls, wobei die lange Kante waagrecht aus der Klippe ragte und in diesem nicht ganz so steilen Bereich der Klippe zur Hälfte noch vom Fels gehalten wurde. Der kurze Teil ging im Kalk turmartig hoch. Wenn man der Treppe die weiter durch den Ort der Bucht zu führte folgte, musste man unter dem überhängenden Teil des Hauses durchgehen. Über eine schmale geländerlose Treppe und eine ebenso schmale und scharfgeschnittene Tür gelangte man durch den Fussboden in das Entrée. Im Gegensatz zur Fassade welche die gleiche Farbe wie das umliegende Gestein hatte, war innen alles weiss gekalkt. Der Fussboden schien hier die abgeschliffene, weiss gestrichene Klippe zu bilden und verstrahlte eine angenehme Kühle im Raum. Die Treppe des Eingangs endete mitten im Raum, der auf der rechten Seite fast ganz von einem Fenster begrenzt wurde durch welches man bloss die Weite des Meeres sah. Die wenigen Möbel waren aus dunklem Holz und ebenso schlicht in der Form wie alle Gebäude im Dorf. Ich habe das alles erst mit der Zeit wahrgenommen, denn als wir ankamen war das ganze Haus gefüllt mit Menschen. Es war Deine Idee hierher zu kommen, Freunde von Anderswo hatten dich eingeladen. Ich fand du sahst gut aus an diesem Tag, durch das Reisen waren wir ein bisschen verbraucht, was dir ausgesprochen gut stand. Auch die anderen Menschen im Haus waren außerordentlich schön. Ich war fasziniert von der Natürlichkeit, die diese Menschen ausstrahlten. Die ganze Szenerie war ungemein ästhetisch. Erst hatte ich ein bisschen Angst, dass ich mich deplatziert fühlen könnte, da ich niemanden kannte und vielleicht sogar lieber alleine mit Dir den Abend verbracht hätte. Anderswo. Die ganze Situation verschlang mich aber nach kurzer Zeit, so dass ich mich wenig später mit einer Gruppe gerade eben kennen gelernter Freunden auf der Terrasse wieder fand. Immer wieder wurden mir kunstvoll angerichtete Häppchen aus Fisch und Gemüse aus dem Ort gereicht und auf einem Tisch in der Mitte der riesigen Terrasse stand eine Auslage mit gekühlten Getränken die schmeckten wie fruchtiger Weisswein. Wir sassen auf der Mauer und blickten über das Meer. In einer Ecke spielte ein junger Typ elektronische Musik aber die weichen Bässe gelangen nicht bis zu uns, da sie der Wind in die andere Richtung trug. Eine junge Frau sass an diesem Abend rechts von mir und war, wie die meisten hier, Fischerin von Beruf. Eigentlich aber malte sie. Während sie sich eine Zigarette drehte, erklärte sie mir dass sie seit zehn Jahren jeden Tag einmal das Meer male, und immer noch jeden Tag neues dabei lerne. Wenn sie erzählte blickte sie während des Nachdenkens immer wieder ein bisschen hoch, ein Blick jeweils der vor Kraft strotzte und schon beinahe stur wirkte. Es war mir deshalb ein bisschen unangenehm, wenn ich sie manchmal mit einer Frage unterbrach, ich hatte das Gefühl ständig die falschen Fragen zu stellen. Die Art und Weise wie sie mir von ihren Gedanken erzählte hatte sehr wenig mit einer mir bekannten Gesprächskultur zu tun. Gleichzeitig machte sie den faszinierenden Eindruck sich sehr sicher darüber zu sein, dass sie hier an diesem Ort, in dieser Zeit und auf die richtige Art und Weise lebte. Diese Sicherheit ist mir bei den meisten Menschen an diesem Ort aufgefallen. Es schien als ob dort keine Alternative existierte und auch niemand nach einer solchen suchte. Vielleicht hat mich diese natürliche Bestimmtheit deshalb so beeindruckt, weil mir dabei die Diffusion meiner eigenen (Gedanken-)Welt um so gegenwärtiger wurde. Diese Menschen mussten einen überaus potenten Filter zur Verfügung haben, eine Fähigkeit die mir abhanden gekommen ist oder die ich vielleicht gar nie besass. Es war als ob sie, ähnlich ihrem Dorf, über dem rauschenden Ozean stehen könnten, jede einzelne Welle wahrnehmen könnten, jede einzelne Regung spürten aber trotzdem die Übersicht nie verlören. Du meintest damals, dass du deine Freunde auch Anderswo kennengelernt hättest. Das widerlegte meine Annahme es könnte sich bei diesem Dorf um eine Blase handeln. Orte wo nur Jetzt und Hier existieren, wo es kein Anderswo gibt. Orte reiner Materialität. Ich hatte von verschiedenen Quellen von solchen Blasen gehört, konnte mir aber nur schwer vorstellen was man darunter versteht, geschweige denn wie man dort leben kann. Die Existenz solcher Orte fasziniert mich.

13 Ausschnitte aus «Golem» (in Arbeit) 2014 Bleistift auf Papier A3 ca. 40 Seiten

14 Engländerbau Vaduz Leintuch, gefrästes Holz, Graphit Teil einer Gruppeninstallation 2014

15 Von Jetzt An Ist Alles Neu 2013 Südpol Luzern Installation

16 Von Jetzt An Ist Alles Neu 2013 Südpol Luzern Installation (Innenansichten)

17 Cave 2012 Städteatelier Luzern Chicago, in Zusammenarbeit mit Nadine Gerber Installation (komplettes Studio)

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20 CV 1983 geboren und aufgewachsen in Luzern, CH lebt und arbeitet in Zürich 2013 Reisestipendium der Otto Pfeifer Stiftung 2012 Residenz Stipendium der Stadt Luzern in Chicago 2011 Gestaltung weiterer Kunstbücher bei Spector Leipzig Gestaltung diverser Publikationen in Zusammenarbeit mit Luzerner Künstlern Gründung, Kuration Detektiv Bureau 2009 Buchgestaltung bei SPECTOR BUREAU Markus Dreßen, Leipzig, Leipzig, GER Studium an der HAW Hamburg Illustrationsklasse, Hamburg, GER Bachelor of Arts in Graphic Design an der Hochschule Luzern Art & Design, Luzern, CH Vorkurs Hochschule Luzern Art & Design, Luzern, CH Lehrer Seminar Luzern, CH Publiziert 2013 Some Book Graphic Expressions between Design and Art (Print) 2013 It s nice that Yearbook (Print) 2012 Etapes (web) 2012 Qualité Graphique Garantie (web) 2012 It s nice that (web) 2011 Form 238 (print) o (print) Mitherausgeber des Comicmagazins «Blutt» Nominationen 2013 Reisestipendium der Otto Pfeifer Stiftung 2012 Residenz Stipendium der Stadt Luzern in Chicago 2011 Anerkennung der Stiftung für Buchkunst für das Buch «Monika Brandmeier: Sachverhalt» 2010 Nomination Werkbeiträge Luzern mit «Detektivbureau» Ausstellungen Vorträge 2014 «Attache, Adapt, Reflect, Mirror» M35 Luzern 2014 «Down the Rabbithole» Engländerbau Vaduz 2014 «Von Jetzt an ist alles Neu» Installation, Südpol Luzern 2012 «Zeitgeist» Performance, mit Nadine Gerber, MDW & Defibrillator, Chicago, USA 2012 MDW Art Fair, Chicago USA 2012 «Cave», Studio Show, 903 N Damen Ave, Chicago, USA 2012 «We Care For Your Fortune», Performance, mit Nadine Gerber, Out Of Site, Chicago, USA 2012 «T.R.D.A.V.D.A.F», Performance, mit Nadine Gerber, MIGMA 10, Luzern, CH 2012 «Wall Post», mit Nadine Gerber, Gallery 50km/h, Luzern, CH 2011 «Wenn ich Bock habe, Mann», Gruppenausstellung, Installationen, Luzern, CH 2010 Kuration: Luzern/Leipzig, junge Grafik, im Rahmen des Festivals Weltformat, Luzern CH 2010 Detektiv Bureau: 2. Runde um die Vergabe der Werkbeiträge des Kantons, Luzern, CH 2010 «Lawine» Galerie 50km/h, Detektiv Bureau, Luzern, CH 2010 «Mein Block» Buchausstellung in Leipzig 2008 Gruppenausstellung mit dem Bluttmagazin am Comicfestival Hamburg, GER 2008 Gruppenausstellung am «Next» Comicfestival Linz, AUT 2007 Ausstellung «Bedroom» Galerie am Stadttheater Luzern, CH 2014 After School Club 3, HFG of Main 2013 Integrated Conference, Antwerpen

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