LEADER wie geht es weiter nach 2013?

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1 Herzlich willkommen! Welcome! LEADER wie geht es weiter nach 2013? Erfahrungen und Perspektiven Kiel, den 4. Dezember 2010 Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 1 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume? Erfahrungen aus der Umsetzung LEADER: Ist-Zustand und Ausblick Ralf Wolkenhauer Leiter der Unterabteilung Ländliche Entwicklung im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 2

2 Stand der Umsetzung bei LEADER Zum sind für den Schwerpunkt 4 LEADER in der EU-27 erst ca. 104 Mio. von vorgesehenen 5,7 Mrd. verausgabt worden, das sind 5, 9 %! (Vergleich: Schwerpunkt 1: 33,6 %; SP 2: 44,4 %; SP 3: 13,3 %) LEADER startet, das wissen wir aus der Vergangenheit, traditionell mit Verspätung. Auswahl und Etablierung der LAG en benötigen Zeit. Aber: Große Mitgliedstaaten wie Frankreich, Polen und viele Regionen in Italien und Spanien konnten bis zum Sommer 2010 noch keine Bewilligung aussprechen. D liegt hinsichtlich der Umsetzung bei LEADER über dem Durchschnitt EU-27 bei zum Teil erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesländern. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 3 Hindernisse bei der Umsetzung a) Verständnis vom Mainstreaming des Leader-Ansatzes Gedacht als Möglichkeit, über Leader auch solche Vorhaben der Schwerpunkte 1-3 fördern zu können, wurde daraus in der Praxis eine Beschränkung auf die Fördermöglichkeiten der zu diesen Schwerpunkten gehörenden Maßnahmen mit ihren Förderbedingungen. Die EU-Kommission hat auch auf Veranlassung des BMELV auf diese Fehlinterpretation hingewiesen. Auf Programmebene sind darauf bestehende Restriktionen jedenfalls in D zumeist beseitigt worden. Gleichwohl hält sich diese einengende Auslegung auf Ebene der Bewilligungsbehörden hartnäckig. BMELV sieht hier noch eine gewisse Bringschuld der Bundesländer im internen Verhältnis. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 4

3 Hindernisse bei der Umsetzung b) Bereitstellung der öffentlichen Kofinanzierung Anders als noch unter Leader+ orientiert sich der Beitrag des ELER ausschließlich an den zuschussfähigen öffentlichen Ausgaben. Bereitstellung öffentlicher Mittel wird zunehmend schwieriger. Gründe dafür waren auch diverse Konjunkturprogramme in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise, die mit relativer Vorzüglichkeit ausfinanziert werden mussten. Vielfach haben die Bundesländer die Kofinanzierung allein der kommunalen Ebene überlassen. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 5 Hindernisse bei der Umsetzung c) Restriktives Verwaltungs- und Kontrollsystem Auch im LEADER Bereich wird das aus der 1. Säule GAP stammende Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKos) angewendet. Klar ist, dass dieses Kontrollsystem ausgehend von relativ einfachen homogenen Maßnahmen in der 1. Säule nur schwer auf den LEADER Prozess und die entsprechende Durchführung von Projekten übertragbar ist. Folgen sind: Verzögerungen bei der Bewilligung von Projekten und zunehmende Demotivation bei den Akteuren in den LAGen. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 6

4 Lösungsansätze Bewusstsein schaffen Auf Ebene der Verordnungen und Programme steht die Ampel für eine umfassende Nutzung der Möglichkeiten von LEADER schon auf grün. EU-Kommission wird den bekannten Leitfaden zu LEADER überarbeiten - gerade auch um die Umsetzungsebene zu einer offensiveren Einstellung zu ermutigen. BMELV und die Deutsche Vernetzungsstelle (DVS) werden hierzu auf Ihrer Ebene weitere geben. Politisches Signal könnte auch mit von dieser Konferenz ausgehen. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 7 Lösungsansätze Ansätze zur Weiterentwicklung Die Regeln der Zuschussfähigkeit im ELER sind den Regelungen bei den EU-Strukturfonds anzugleichen, u. a. durch Harmonisierung der Bestimmungen zur Förderfähigkeit der Mehrwertsteuer und der Anrechnung von Sachleistungen. Die Bereitstellung der nationalen Kofinanzierung kann nicht allein den Kommunen überlassen werden. Dies führt zu einer Dominanz der Förderung von Leaderprojekten für kommunale Endempfänger. Deshalb sollten sich die Länder mit Blick auf die Weiterentwicklung stärker engagieren. Deutliche Vereinfachung der Verwaltungs- und Kontrollsysteme durch passgenaue Vorgaben für den LEADER Ansatz. Einrichtung von Regionalbudgets. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 8

5 Ausblick Mitteilung der Kommission vom zur Fortentwicklung der GAP. Zwar keine Ausführungen zur Zukunft LEADER. Aber: EU-Kommission wird an LEADER - Ansatz festhalten. Aber gewisser Paradigmenwechsel: Weg von einer Schwerpunktförderung hin zu einer zielorientierten Förderung. Das bedeutet: Ist bisher die Einhaltung der mit den Maßnahmen verbundenen Bedingungen und Auflagen Rechtfertigung für eine Förderung, so soll diese zukünftig in der Erreichung des Zieles bestehen. Der Weg zur Zielerreichung würde dann idealerweise auf der lokalen Ebene definiert, die diese Zielerreichung anstrebt. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 9 Ausblick Vielen Dank! Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 10

6 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume? Erfahrungen aus der Umsetzung Ms. Leena Anttila Ministry of Agriculture and Forestry, Finnland Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 11 In total 56 LEADER Groups: 55 LAGs in the Mainland Finland 1 LAG in the Åland Islands

7 LEADER/ Axis 4 Funding Total public funding 242 MEUR EU funding 45% State funding 35 % Funding from municipalities 20 % + Private funding (estimated) 128 MEUR Öffentliche Mittel gesamt: 242 Mio. davon: 45% EU-Mittel 35% staatliche Mittel 20% kommunale Mittel + private Mittel geschätzt: 128 Mio MEUR public funding / LAG On average 45,000 inhabitants/ LAG 2,5 6,5 Mio öff. Mittel/LAG Im Durchschnitt EW/LAG Leader LAGs are available to select measures in the Rural Development Programme: Axis Vocational training and information (Developing human potential) Adding value to agricultural and forestry products Co-operation for development of new products, processes and technologies Axis Agri-environment payments Support for non-productive investments Axis Diversification of agriculture Creation and development of micro-enterprises (less than 10 employees) Encouragement of tourism activities Setting up basic services for the economy and rural population Village renewal and development Conservation and upgrading of the rural heritage Training and information Axis Inter-territorial and transnational projects Running the local action group, acquiring skills and animating the territory

8 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume? Erfahrungen aus der Umsetzung LEADER empowers people and creates new sources of livelihood in the rural areas LEADER ermächtigt Menschen und schafft neue Einnahmequellen in ländlichen Gebieten Ms. Leena Anttila Ministry of Agriculture and Forestry, Finnland Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 15 LEADER empowers people and creates new sources of livelihood in the rural areas Ms. Leena Anttila Local initiative is the best way in responding to local needs Lokale Initiative ist die beste Antwort auf lokale Bedürfnisse/Notwendigkeiten Rural people can contribute actively for development of their villages Einwohner ländlicher Gebiete können aktiv an der Entwicklung ihrer Dörfer mitwirken Local people can participate in the decision-making (board of LAG) Menschen vor Ort können sich an Entscheidungsprozessen beteiligen (LAG - Entscheidungsgremium) Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 16

9 LEADER empowers people and creates new sources of livelihood in the rural areas Ms. Leena Anttila LAGs are easy to approach as they speak the language of the people LAG n sind zugänglich, da sie die Sprache der Menschen vor Ort sprechen LEADER brings new jobs to the rural areas by funding micro-businesses LEADER schafft neue Arbeitsplätze in ländlichen Regionen durch Förderung von Kleinunternehmen New sources of living enhance faith to the future of the rural areas Neue Einnahmequellen steigern das Vertrauen in die Zukunft der ländlichen Räume LEADER transfers new contacts across national and international borders LEADER ermöglicht neue Kontakte über nationale und internationale Grenzen hinweg Learning from experience of others brings new ideas to the rural areas. Lernen von den Erfahrungen anderer bringt neue Ideen in die ländlichen Regionen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 17 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume? Erfahrungen aus der Umsetzung Einfach und pragmatisch - Leader Dänemark Gösta Toft Sekretär der Schleswigschen Partei, Apenrade/Aabenraa, Dänemark Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 18

10 Die Regionen und Kommunen in Dänemark 2007 Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 19 Nordschleswig/Sønderjylland - von 23 auf 4 Kommunen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 20

11 Top down Kommunalreform 2007 & Bottom up Leader Dänemark Gösta Toft Die Kommunalreform 2007 Von 271 Primärkommunen auf 98 Kommunen Von 14 Amtskommunen auf 5 Regionen Aufgabenreform: Kommunen übernehmen die bürgernahen Aufgaben Die Regionen übernehmen Gesundheit sowie regionale Entwicklung Reform des Finanzzuweisungssystems Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 21 Top down Kommunalreform 2007 & Bottom up Leader Dänemark Gösta Toft Leader Dänemark Mehr Lebensqualität auf dem Land und eine vielfältige Wirtschaftsstruktur 56 LAGs, Netzwerkzentrum, Entwicklungsförderungskontor(USK) Ausschuss für Leben auf dem Land 63 Landdistriktskommunen: Randkommunen, Landkommunen, Zwischenkommunen Nationales Landdistriktsprogram DKK 7,6 Mrd. (davon 4,6 Mrd. EU) Achse 1: 24,3% Achse 2: 52,6% Achse 3: 7,5% Achse 4: 11,1% Für die LAGs stehen DKK 759,5 Mill. bereit Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 22

12 Auszahlungen verteilt auf Achsen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 23 Leader Umsetzung in Dänemark Gösta Toft Bottom up ist TOP TOP Ergebnisse Leader+ 12 LAGs mit km 2 (29%) und (11% der Bevölkerung) Leader 56 LAGS mit km Projekte (Ziel 2013:1263 entspricht 259%) Effekte 270 Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen Hebelwirkung für Drittmittel und Multiplikatoreffekt Bessere Sichtbarkeit und besseres Image des ländlichen Raumes Hinweis Internetseite: Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 24

13 Erfahrungen Halbzeitbilanz Gösta Toft Strategiepläne bewähren sich und sollen weiterentwickelt werden Komplexität nimmt zu Effektive Verwaltung und Dokumentation Engere Zusammenarbeit und Dialogbereitschaft fördern Koordinatoren und LAGs sollen besser ausgebildet werden Bildung von Koordinatorgemeinschaften Einbeziehung der Bildungseinrichtungen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 25 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume? Erfahrungen aus der Umsetzung Impuls Headline Hans-Jürgen Kütbach Vorsitzender der LAG AktivRegion Holsteiner Auenland Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 26

14 Holsteiner Auenland Die grüne Mitte Holsteins erleben LEADER - wie geht es weiter nach 2013? Veranstaltung am 4. Dezember 2010 in Kiel Holsteiner Auenland ca. 925 km² ca EW 3 Kreise: Pinneberg, Segeberg, Steinburg eingetragener Verein 8 Ämter und Städte 23 private Mitglieder

15 Entwicklung Holsteiner Auenland verschiedene Projekte aus den einzelnen Gemeinden LSE II-Förderung 2004 Erarbeitung regionales Reitwegenetz Grüne Mitte Holstein - LSE II-Projekt Sommer 06 Winter 06 Januar 07 Vorbereitungen zur Grünen Woche, Berlin - Umbenennung, Corporate Identity Ausschreibung Regionalmanagement Beginn Regionalmanagement 2007 Öffentlichkeitsarbeit / Vorbereitung der Integrierten Entwicklungsstrategie (Regionsgespräche, ) Aufbau Arbeitsgruppen Corporate Design

16 Entwicklung Holsteiner Auenland (2) Arbeitsgruppen, Öffentlichkeitsarbeit, Januar 09 - Einreichen der Integrierten Entwicklungsstrategie (März) - Vereinseintragung (8. August) - Anerkennung der AktivRegionen durch MLUR am 6. September - 2. Ausschreibung Regionalmanagement - Zuwendungsbescheid für Geschäftsstelle (15. Dezember) Beginn Regionalmanagement / Geschäftsstelle Holsteiner Auenland e.v. 2009/2010 Projekterarbeitungen und -umsetzungen Projektstruktur LAG AktivRegion Holsteiner Auenland e.v

17 Projektbeirat Kommunale Partner Amt Bad Bramstedt-Land Amt Hörnerkirchen Amt Kaltenkirchen-Land Amt Kellinghusen-Land Amt Rantzau Amt Boostedt-Rickling Gemeinde Hohenlockstedt Stadt Bad Bramstedt Stadt Barmstedt Stadt Kellinghusen Wirtschafts- und Sozialpartner ADFC Landesverband Schleswig-Holstein e.v. Bauernverband S-H e.v. (Kreisbauernverband Pinneberg) Hans Möller, ldw. Betrieb + Ferienhof Kreisjugendring Pinneberg Kreissportverband Segeberg Landfrauenverband Projektbüro ergo Reese Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Steinburg VHS Kaltenkirchen-Südholstein GmbH Wildpark Eekholt KG Aufgaben Regionalmanagement Geschäftsstelle Holsteiner Auenland e.v. Fördermittelakquise Projektentwicklung /-förderung Zuarbeit zu den Gremien der AktivRegion Öffentlichkeitsarbeit Begleitung / Steuerung der Arbeitsgruppen

18 Handlungsfelder Regionalmanagement & Interkommunale Kooperation 1. Aufbau von innerregionalen Netzwerken u. überregionalen Kooperationen 2. Energie sparen in öffentlichen Gebäuden 3. Flächendeckende Breitbandversorgung Tourismus Kooperation Holstein Unterelbe & Auenland Konzentration auf den Tagestourismus Familienfreundlichkeit 1. Verbesserung der Vereinbarkeit Familie & Beruf 2. Förderung lebenslanges Lernen 3. Verbesserung der Freizeitangebote für Kinder & Jugendliche Regionale Produkte & Wirtschaftskreisläufe 1. Aufbau einer Regionalmarke Holsteiner Auenland 2. Sicherung der Grundversorgung 3. Regionale Kaufkraftbindung + Sicherung der Wirtschaftsfunktion der zentralen Orte 4. Wegebau Arbeitsstrukturen Regionalmanageme nt & Interkommunale Kooperation Kommunaler Lenkungsausschuss (Modernisierung Ländlicher Wege, Energie sparen in öffentlichen Gebäuden, Breitbandversorgung, Netzwerkarbeit u. überregionale Kooperationen) Tourismus Arbeitskreis der Touristiker Familienfreundlichke it Auftaktveranstaltung Bildung: (Themen: Fortbildung Ehrenamtlicher an Ganztagsschulen, Bildungsnetzwerke, ) Arbeitsgruppe Bildung Regionale Produkte & Wirtschaftskreislä ufe Arbeitsgruppe Regionale Produkte (Veranstaltungen, Märkte, Pressearbeit)

19 Projektablauf Projektbeginn Projekte (Stand: ) 25 Projekte aus Grundbudget bewilligt Gesamtinvestitionen von ca. 2,24 Mio. Euro 2 Leuchtturmprojekte Zuschuss ca. 1 Mio. Euro Gesamtinvestitionen von ca. 3,2 Mio. Euro 6 private / 21 öffentliche Projekte 31 geschaffene Arbeitsplätze / 26 gesicherte

20 Holsteiner Auenland Holsteiner Auenland Die grüne Mitte Holsteins erleben Die grüne Mitte Holsteins erleben Planungs- und Holsteiner Auenland e.v. Finanzausschuss im Amt Bad Bramstedt-Land Kisdorf König-Christian-Str Bad Bramstedt Telefon Erfahrungen und aus der LAG AR Holsteiner Auenland Hans-Jürgen Kütbach "Regionsfähigkeit" und Binnenmarketing fördert Identifikation! Wettbewerb der Regionen - aber ohne "KO" ("Schleswig-Holstein-Modell") - ermöglicht gemeinsamen Erfahrungsaustausch u. Fortbildung auf Landesebene Verbindung mit "Tourismus" förderlich Einbindung Kommunen auf Leitungsebene Schlanke Entscheidungsstrukturen Regionalmanager/Geschäftsstelle ist "Förderungs-Kompetenzzentrum" Dezentrale Schnittstelle zum hoheitlichen Bereich (Landesamt, Ministerium) Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 40

21 Diskussion im Plenum Moderation: Friedemann Magaard Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 41 Mittagspause Kiel, den 4. Dezember 2010 Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 42

22 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume! Erfolgsfaktoren für die Fortführung von LEADER nach 2013 LEADER is an efficient method in rural development -it is time to spread it into new areas and sectors LEADER ist eine effiziente Methode für die ländliche Entwicklung es ist Zeit, LEADER auf neue Gebiete und Bereiche auszudehnen Ms. Leena Anttila Ministry of Agriculture and Forestry, Finnland Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 43 LEADER is an efficient method in rural development - it is time to spread it into new areas and sectors Ms. Leena Anttila LEADER has been mainstreamed in the rural areas - Next steps? LEADER wurde als übergeordnete Methode (mainstream) in der Förderpraxis ländlicher Räume angewendet nächste Schritte? LEADER should go beyond the rural development - it could also succeed in the urban areas, social and employment actions, etc. LEADER sollte über die Ländliche Entwicklung hinaus Anwendung finden es kann auch in städtischen Gebieten und bei Sozial- und Beschäftigungsmaßnahmen erfolgreich sein LEADER should reach still new groups of people to keep openness LEADER sollte noch weitere Gruppen erreichen und dadurch offen bleiben Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 44

23 LEADER is an efficient method in rural development - it is time to spread it into new areas and sectors Ms. Leena Anttila LEADER should focus on issues where it is strongest, e.g. local level LEADER sollte sich auf seine Stärken konzentrieren, so z.b. auf der lokalen/kommunalen Ebene More flexibility of rules and adaptability to local conditions is needed Mehr Flexibilität bei Regeln/Richtlinien und Anpassungsbedarfen an lokale Gegebenheiten ist erforderlich Without simplification of the current EU legislation it is difficult to progress. Ohne Vereinfachung des derzeitigen EU-Rechts ist es schwierig, Fortschritte zu machen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 45 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume! Erfolgsfaktoren für die Fortführung von LEADER nach 2013 Big is beautiful Gösta Toft Sekretär der Schleswigschen Partei, Aabenraa, Dänemark Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 46

24 Big is beautiful Gösta Toft Die Wirtschaftsentwicklung soll in den Mittelpunkt gerückt werden Es dürfen gröβere Projekte angepackt werden Gröβere geographische Einheiten bilden Wie wäre es mit crossborder-projekten? Mehr Aufmerksamkeit auf Nachhaltigkeit der Projekte Ein Muβ: Simplifizierung Zusammenhänge über die Achsen hinweg stärker beachten Höhere Effektivität durch Problemorientierung Leader für Verbesserung der Rahmenbedingungen im ländlichen Raum einsetzen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 47 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume! Erfolgsfaktoren für die Fortführung von LEADER nach 2013 Leader = Bürger gestalten ihre Heimat Dr. Joseph Köpfer Leitender Ministerialrat im Bayrischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, München Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 48

25 Leader = Bürger gestalten ihre Heimat (Dr. Joseph Köpfer) Bürgerschaftliches Engagement ernst nehmen, nicht behindern (Bürokratie!) Leader ist v.a. Ansatz (Methode), aber auch Förderinstrument; notwendig daher auch ausreichend EU- und Landesmittel Ohne qualifiziertes LAG-Management geht es auch nicht... Staatliche Ebene sollte Leader-Regionen (LAGs) nicht im eigenen Saft schmoren lassen, sondern bestmöglich unterstützen - z.b. durch kompetentes staatliches Personal - auf gleicher Augenhöhe, ohne zu bevormunden Kooperationen in Leader sind wertvoll: Förderanreize helfen über Hemmschwelle Qualitätsmanagement einschließlich Evaluierung ihrer Arbeit macht LAGs noch besser. Aber bitte nicht zu perfektionistische Anforderungen! Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 49 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume! Erfolgsfaktoren für die Fortführung von LEADER nach 2013 LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume! Prof. Dr. Peter Weingarten Leiter des Instituts für Ländliche Räume des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vti), Braunschweig Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 50

26 LEADER eine, aber nicht die Methode zur Entwicklung ländlicher Räume Prof. Dr. Peter Weingarten Entwicklung ländlicher Räume nur bedingt politisch steuerbar Vielzahl raumwirksamer Politikmaßnahmen LEADER ein sinnvoller Baustein zur Entwicklung ländlicher Räume, wenn kompetente Akteure in der Region sich hierfür engagieren Probleme von regionaler Bedeutung gelöst werden sollen regionale/lokale Kenntnisse und Prioritätensetzung von Bedeutung sind weiche Faktoren wie Vernetzung/Kooperation verbessert werden sollen innovative Ansätze gefragt sind LEADER weniger/nicht geeignet, wenn Probleme von überregionaler Bedeutung gelöst werden sollen Standardmaßnahmen ausreichen, die mit geringeren Transaktionskosten auf Landesebene umgesetzt werden können Seilschaften, Klüngel als negative Ausprägung von Sozialkapital vorherrschen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 51 Erfolgsfaktoren akteursorientierter Förderprogramme wie LEADER Prof. Dr. Peter Weingarten Hohe Motivation / Kontinuität / hohe Identifikation ( problem ownership ) 1. Engagement der Akteure 2. Fähigkeiten der Akteure Soziale und fachliche Kompetenzen, Innovationsbereitschaft Kommunikation, Kooperation und Steuerung 3. Organisatorische Struktur Erfolg 4. Fachliches Konzept Fachliche Qualität, Win-Win-Situationen, Synergieeffekte Einstellung zu Verfahren und anderen Akteuren / Vertrauen im Prozess 5. Akzeptanz- und Kooperationsklima 6. Materielle Ressourcen Nutzung von Förderprogrammen, Stiftungen / Sponsoring, Regionale Ressourcen Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 52 Quelle: Neumeier/Pollermann/Jäger (2010)

27 LEADER im Spannungsfeld von notwendigem Freiraum und angemessener Kontrolle der Verwendung von Steuergeldern Prof. Dr. Peter Weingarten Kritik an LEADER in der EU von LAG: zu bürokratisch, zu wenig Spielraum für innovative Maßn. vom Europäischen Rechnungshof (2010): Nur wenige LAG konnten in ihren Strategien oder Projekten innovative Elemente oder eine Interaktion zwischen verschiedenen Sektoren unter Beweis stellen. Projektauswahl: zu geringe Orientierung an strategischen Zielen, Verfahren nicht immer transparent, schlecht dokumentiert, Interessenkonflikte möglich berechtigtes Interesse des Steuerzahlers an Kontrolle; um so wichtiger, je weniger LEADER nur ein Experimentierfeld für innovative Maßnahmen mit überschaubarem Mitteleinsatz ist Balanceakt zwischen notwendigem Freiraum und angemessener Kontrolle Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 53 Die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 Prof. Dr. Peter Weingarten Im Zentrum der Diskussionen in Deutschland und der EU Zukunft der Direktzahlungen, Umverteilung zwischen Mitgliedstaaten Honorierung der Landwirtschaft für öffentliche Güter ländliche Entwicklung i.e.s. spielt nur untergeordnete Rolle in Diskussionen für Deutschland Kürzung der Direktzahlungen zu erwarten Gefahr aus Sicht der ländlichen Entwicklung: werden ländliche Entwicklungsprogramme dann noch stärker auf Landwirtschaft ausgerichtet? Entscheidungen über GAP nach 2013 im 2. Halbjahr 2012 zu erwarten: hoher Zeitdruck für Ausgestaltung ländlicher Entwicklungsprog Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 54

28 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Prof. Dr. Peter Weingarten Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 55 Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 56

29 LEADER das überlegene Instrument!!! Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 57 Drei zentrale Erfolgsfaktoren LEADER 5.0 Olaf Prüß Ehrlichkeit Verlässlichkeit Einfachheit ist dadurch gekennzeichnet, dass nur wenige Faktoren zu einem Entstehen oder Bestehen beitragen, und dadurch das Zusammenspiel dieser Faktoren gewährleistet wird. Fördertatbestände, Förderquote, Kofinanzierung, Zweckbindung, Beihilfe, Ausschreibung, Anlastungsrisiko, Health Check, Kernwege, öffentlicher Träger, Leuchttürme, Bewertungskriterien, ex ante, ex post, Halbzeitbewertung, Evaluation, Monitoring, Auswahlkriterien,. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 58

30 Zwei zentrale Erfolgsfaktoren LEADER 5.0 Olaf Prüß Ehrlichkeit darüber,dass wir eine Strategie für den ländlichen Raum umsetzen.,was mit den vorhandenen Ressourcen erreicht werden kann.,was die Förderkulisse wirklich hergibt, das ländliche Entwicklung Bodenständigkeit und Innovation zugleich ist. Verlässlichkeit weil: neue Regionen 2 Jahre brauchen, um im Arbeitsalltag anzukommen (und beginnen strategische Fragen zu beantworten). strategische Arbeit erst ab dem 3-4 Jahr möglich wird. eine Strategieumsetzung 5-7 Jahre dauert Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 59 Die Butter bei die Fische-Liste LEADER 5.0 Olaf Prüß Voradventliche Wunschliste eines Regionalbetreuers Land Bund EU Klare Aussage: Strategie für die Entwicklung des ländlichen Raumes Verlässlichkeit: strategische Umsetzung über AktivRegionen bis heute schon den Übergang denken (kein Prozessleerlauf) x x x Anerkennung von ehrenamtlichen Eigenleistungen x x Kofinanzierungsproblematik bei privaten Projekten lösen x x x Verlagerung des Leuchtturmprojektebudgets in die Regionen - dafür Auszeichnung besonders innovativer Projekte - strategische Steuerung und Innovationsinput durch MLUR x x x x x x Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 60

31 Die Butter bei die Fische-Liste LEADER 5.0 Olaf Prüß Voradventliche Wunschliste eines Regionalbetreuers Land Bund EU Erweiterung der Fördergrundlagen - auf alle Maßnahmen des ELERs - Anerkennung von Personalkosten in der Projektaufbauphase bei innovativen Projekten Vereinfachung des Verfahrens insbesondere für gemeinnützige Träger x x x x x Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 61 Butter bei die Fische Olaf Prüß Das Gute ist der Feind des Besten. oder Jedes Schulterklopfen ist als Anschubsen für die nächste Herausforderung zu verstehen. Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 62

32 Diskussion LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume! Erfolgsfaktoren für die Fortführung von LEADER nach 2013 Diskussion im Plenum Moderation: Friedemann Magaard Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 63 Podiumsdiskussion LEADER eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume?! Erkenntnisse und Handlungserfordernisse auf politischer Ebene Dr. Juliane Rumpf Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein Ulrike Rodust (SPD) Mitglied des Europäischen Parlaments Britta Reimers (FDP) Mitglied des Europäischen Parlaments Vertreter der EU-Kommission (angefragt) Moderation: Friedemann Magaard Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 64

33 Diskussion im Plenum Moderation: Friedemann Magaard Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 65 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! LEADER wie geht es weiter nach 2013? Erfahrungen und Perspektiven Kiel, den 4. November 2010 Kiel, 4. Dezember 2010 Seite 66

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