Flüchtlingsforum Ruhr 2016 Netzwerk zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingskindern in Wuppertal K. Sinha / Wuppertal.

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1 Flüchtlingsforum Ruhr 2016 Netzwerk zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingskindern in Wuppertal K. Sinha / Wuppertal Wuppertal

2 Einleitung Motivation Entwicklungshilfe im eigenen Land Im Alltag für die kommenden Herausforderungen gerüstet zu sein Vermittlung von Fachwissen Schaffung von Strukturen, dieses Wissen sinnvoll anzuwenden 1

3 Gliederung Klinischer Alltag besondere Erkrankungen besondere Situationen besondere Erkrankungen in besonderen Situationen Lösungsansätze Strategie Werkzeuge 2

4 Skabiesmilbe (Krätzmilbe), mikroskopisch Foto: Prof. Cremer/Heilbronn 3

5 Krankheiten (erworben, oft infektiös) Epidmiolog. Bulletin Robert Koch Institut Routine - Skabies (Krätze) - Läuse - Tuberkulose - Spezielle Formen der Hirnhautentzündung (tuberkulös, bakteriell ) 4

6 Krankheiten (erworben, oft infektiös) Epidmiolog. Bulletin Robert Koch Institut Exotisch - Malaria - Läuserückfallfieber / Fleckfieber - Thyphus - Amöbenruhr - Lassafieber - Krim-Kongo-Fieber - Leptospirose - Tetanus 5

7 Krankheiten (angeboren) Verschiedene Formen der Blutarmut - Thalassämie - Sichelzellerkrankung - Eisenmangel als Ursache einer Blutarmut 6

8 Sonstige Erkrankungen Unfälle (Verbrühungen / Verbrennungen) Chronische Erkrankungen - Kindliches Rheuma - Diabetes 7

9 Krankheitsbilder Das Häufige ist häufig, das Seltene selten! Aktuell wird das Seltene etwas häufiger! 8

10 Sichelzellerkrankung Anzahl von Sichelzellpatienten weltweit (2007) Afrika > USA ca Frankreich ca England ca Deutschland: mindestens 1000 ( in ca. 200 verschiedenen Kliniken betreut) 9

11 10

12 Warum besteht die Notwendigkeit einer engeren Verknüpfung der beteiligten Strukturen? typische Situationen in der Kinderklinik (Darstellung aus Sicht der Kinderklinik) 11

13 Besondere Erkrankungen in besonderen Situationen 9-jähriger Junge aus Afghanistan, 2 Tage in Deutschland Verbrennungsopfer vor 1 ½ Jahre Mutter und weiteres Geschwisterkind dabei verstorben Weitere Versorgung im Iran Flucht mit dem Vater über Ungarn Vater und Sohn in Ungarn getrennt Mit der Telefonnummer einer Tante nun in Wuppertal angekommen Minderjähriger unbegleiteter Flüchtling, bisher nicht gemeldet, bisher keine med. Versorgung vor Ort 12

14 Besondere Erkrankungen in besonderen Situationen 3 Jahre alter Junge mit Luftwegsinfekt, Vorstellung in der Notfallambulanz um Uhr Familie 7 Tage zuvor in einer Wuppertaler Sporthalle angekommen Keine sprachliche Verständigungsmöglichkeit Keine mitgebrachten Unterlagen über Erstuntersuchung oder Tuberkulose-Screening Banale Erkältung, Tuberkulose bereits ausgeschlossen? 13

15 Medizinische Erstversorgung von 300 Flüchtlingen in einer Sporthalle (Oktober 2015) Kurzfristige Anfrage für medizinische Erstuntersuchung Verschiebung der Ankunft, erneute Organisation am Folgetag Sehr gute Organisation zur Registrierung und Versorgung der Flüchtlinge (gute Zusammenarbeit aller beteiligten Strukturen) Hohe Bereitschaft von Kollegen zur tatkräftigen Unterstützung Hilfreich: die beteiligten Helfer jeglicher Fachrichtung lernen sich persönlich kennen, Abläufe gestalten sich in der Folge flüssiger 14

16 neue Strukturen 99 Flüchtlinge in der Jugendherberge Wuppertal (Nov. 2015) Koordination über European home care GmbH Wie weit ist die medizinische Versorgung (ca.30 Flüchtlinge unter 18 Jahre)? Wer ist Ansprechpartner für welche Fragestellungen? 15

17 Strategie Aus diesen Gründen besteht die Notwendigkeit einer engeren Verknüpfung der beteiligten Strukturen! 16

18 Ziel: gute medizinische Versorgung der Wuppertaler Flüchtlingskinder Wer ist beteiligt - Resort für Migration und Zuwanderung - Gesundheitsamt - Niedergelassene Kinderärzte - Kinderklinik - Einrichtungen, in denen die Flüchtlinge untergebracht sind Wie ist die klinikexterne aktuelle Lage der med. Versorgung? - Sprechstunden in den Unterkünften? - Versorgung in den Kinderarztpraxen? - Aufteilung auf Praxen? 17

19 Strategie Enge Absprachen für Abläufe (Ankunft z.b. Sporthalle) Organisation über das Gesundheitsamt (mit Hilfe der Feuerwehr aufgrund der Zahl), freiwillige Ärzte Ankunft in Wuppertal (Erstaufnahmeeinrichtung) Registrierung Ärztliche Untersuchung direkt bei Ankunft In den nächsten Tagen: Tbc-Screening - >14 Jahre: Röntgen Thorax, < 14 J.: Hauttest - Anschließend MMRV-Impfung 18

20 Strategie: Bürokratische Abfolge (minderjähriger unbegleiteter Flüchtling ohne bisherige Registrierung) Ankunft in Wuppertal z.b. in der Klinik (wie auch immer) Ärztliche Versorgung in der Klinik, Tbc-Screening Einschaltung Jugendamt, da Pat. unter 18 J.: (zentraler Ansprechpartner?) - Klärung des Aufenthalts nach Entlassung aus dem Krankenhaus nach Absprache mit dem Jugendamt - Vormundschaft Registrierung: Ausländeramt Resort 204/Integrationsförderung, An der Bergbahn 33, 3. Etage: (zentraler Ansprechpartner?) - Feststellung, ob Flüchtling < 18 Jahre ist - Wer ist nach Entlassung betreuender Kinderarzt?: muss über die betreuende Einrichtung in die Wege geleitet werden 19

21 Werkzeuge / Nützliche Links: https://www.dropbox.com/sh/0gfqlfiugz4o7v0/aacts9xwyhu vsqsjsr5yv_w8a?dl=0 Hinweise: Vortrag Kitz, Langversion ml RKI Epidemiologisches Bulletin Sept Ungewöhnliche Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden 20

22 21

23 22

24 23

25 Kind 7: Thalassämie (Syrien) 24

26 Kind 7: Sichelzellerkrankung 25

27 26

28 Zusammenfassung Entwicklung lokaler Strategien mit allen beteiligten Strukturen Vermittlung von Wissen für spezielle Krankheitsbilder Überwindung von Sprachbarrieren Verwendung existierender Werkzeuge 27

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