Linux-Server für Intranet und Internet

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1 Linux-Server für Intranet und Internet Den Server einrichten und administrieren von Jörg Holzmann, Jürgen Plate 2. Auflage Hanser München 2002 Verlag C.H. Beck im Internet: ISBN Zu Inhaltsverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei beck-shop.de DIE FACHBUCHHANDLUNG

2 CARL HANSER VERLAG Jörg Holzmann, Jürgen Plate Linux-Server für Intranet und Internet Den Server einrichten und administrieren

3 Kapitel 6 Webserver-Statistik Aus den vielen Programmen für die Auswertung der Logdateien haben wir nur einige wenige herausgegriffen. Einige Programme wie Analog, Webalizer oder wusage setzen wir selbst ein. Bei anderen haben wir darauf geachtet, daß die Software frei ist und sich gegebenenfalls leicht an eigene Wünsche anpassen läßt (Programmiersprache Perl oder C). Nach einer einführenden Übersicht zeigen wir Ihnen, wie mit einfachen Skripten statistische Daten gewonnen werden können und behandeln dann eines der erwähnten Programme, den Webalizer, dessen Ausgabe Sie auch auf bewundern können. 6.1 Plattformunabhängige Tools Bazaar Analyzer Ein Logfile-Analysator, der mit jedem Java-fähigen Browser funktioniert. Viele Features und Grafikausgabe. Die Standardversion ist kostenlos. 3D UWwebmon ist ein Java-Applet das mit jedem Java-fähigen Browser funktioniert. Grafikausgabe, konfigurierbar. WatchWise erlaubt Echtzeit-Analyse und -statistik, verwendet eine eigene Datenbank. Webtrax ist ein freies Perl-5-Programm für das NCSA Combined log format. 6.2 Unix-Tools http-analyze: Das Programm von Stefan Stapelberg vereint viele Funktionen anderer Statistikprogramme und ist freie Software.

4 200 6 Webserver-Statistik Sawmill: (früher Chartreuse Cartouche) kann beliebige Logdate-Formate lesen und detaillierte grafische Statistiken liefern. Es kann als CGI-Programm die Statistik auch on-the-fly liefern. Konfiguration über ein WWW-Interface. The Webalizer: schnelles, freies Analyseprogramm, das die Statistiken im HTML-Format ablegt. Für verschiedene Logformate. Detaillierte Statistiken. Checklog: ist ein einfaches Perl-Skript zum Generieren von Reports. Das Programm versucht zu ermitteln, wie viele Personen den Server besuchen und wie tief sie in die Seiten gehen. wusage: ist ein C-Programm zum Generieren von grafischen Logfile- Statistiken. Läuft auf verschiedenen Plattformen. getstats: ist ein C-Programm zum Generieren von detaillierten Statistiken (stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich, nach Domain etc.). Getgraph produziert dann grafische Darstellungen der Reports. Analog: arbeitet ähnlich wie getstats, ist jedoch schneller und hat ein etwas unterschiedliches Ausgabeformat. Konfigurierbar und mehrsprachig. sret1/analog/ W3Perl: ist ein grafisches Statistikpaket, das in Perl geschrieben wurde. Es erhebt den Anspruch, das umfassendste und umfangreichste Server-Statistik- Tool zu sein. WWWStat: erzeugt die Serverstatistiken im HTML-Format. Dateinamen müssen im Quelltext (Perl) angepaßt werden. Verschiedene Möglichkeiten der Statistik-Ausgabe. BrowserCounter: ist ein Agent Log Analyzer. Das Programm listet alle Browser auf, die den Server besucht haben. snowhare/utilities/browsercounter.html ErrorChk: ist ein Error Log Analyzer. ErrorChk ist ein Perl-Skript, das die Fehler-Logdatei zusammenfaßt. towheed/software/ Summary: erlaubt in der Profi-Version Sub-Reports für virtuelle Domains, liefert umfangreiche Reports (auch für Referrer) und erlaubt den Export der Daten.

5 6.3 Einfache Statistik-Tools Einfache Statistik-Tools Wenn es nur um eine Übersicht geht oder wenn nur ganz bestimmte Dateien statistisch untersucht werden sollen, dann geht es sogar mit Bordmittteln. Um nur die Anzahl von Abrufen zu ermitteln, genügt ein Shellskript. Das folgende Mini- Script soll Ihnen zeigen, wie einfach das ist. Voraussetzung für das Gelingen ist die Verwendung der GNU-Versionen der Programme. Das Script muß zudem am ersten Tag des Monats aufgerufen werden. Es liefert dann die Statistik für den vergangenen Monat. Die Ergebnisse werden in eine Datei geschrieben, deren Name durch die Variable DATEI vorgegeben ist. Die Variable SUCH gibt ein Suchmuster für die Dokumentennamen vor. Dies kann ein Namensteil einer Datei oder ein Pfadname sein, z.b. index definiert als regulärer Ausdruck. Der sed-aufruf entfernt Dateipfade und andere unnötige Dinge aus der Eingabe. Gegebenenfalls müssen Sie das Skript Ihren Wünschen anpassen. #!/bin/sh # Zugriffsstatistik # DATEI=/home/httpd/db/bstat. date --date 1 days ago +%y%m AKT= date --date 1 days ago +/%b/%y: SUCH="vertrieb" cd /home/httpd/stat echo "" echo "Abgerufene Dokumente date --date 1 days ago +%b %Y " echo " " echo "" echo " Anz. Datei" echo "" grep "$SUCH" /var/log/httpd.access_log \ grep "$AKT" \ sed -e s?ˆ/.*/?? -e s?ˆ/?? -e s? HTTP.*$?? \ grep ".html" \ sort \ uniq -c > $DATEI Etwas komfortabler ist die Statistik, die das folgende Perl-Programm liefert. Die umfangreicheren Statistikprogramme liefern oft nur Zusammenfassungen und die am häufigsten abgerufenen Seiten. Aus dem Skript unten kann man sich auch durch ein paar kleine Änderungen eine maßgeschneiderte Statistik für ganz bestimmte Seiten anfertigen. Dazu kann man die Variablen $include und $exclude mit geeingeten regulären Ausdrücken belegen. Die Balkengrafiken werden durch kleine Tabellen erzeugt, deren Maße vom Programm entsprechend der Statistik berechnet werden. #!/usr/bin/perl # Die folgenden Variablen muessen an die lokale Konfiguration # angepasst werden. # Zeichenkette(n), die in der Protokollzeile auftauchen muessen. # # Sie koennen auch mehrere Strings angeben, z.b. # $include="laber/eins laber/zwei";

6 202 6 Webserver-Statistik # # $include = "ALL"; nimmt alle Protokollzeilen, mit Ausnahme der # durch $exclude ausgeschlossenen. $include="all"; # Protokollzeilen, die diese Strings enthalten, werden # bei der Berechnung der Statistik ausgeschlossen # (hier: Graphiken und Aufrufe von CGI Programmen). # # Mehrere Strings wieder durch " " trennen. $exclude = "gif jpg png cgi"; # Name und Pfad der Webserver-Logdatei $LOGDATEI = "/var/log/any-access_log"; # Farbe der Balken fuer die Stundenstatistik $scolor = "#FFFF00"; # Farbe der Balken fuer die Tagesstatistik $wcolor = "#FF00FF"; # Das wars! Ab hier muss nichts mehr geaendert werden! ################################################### &datum; &open_logfile; &calc_access; &kopf; &general; &by_hour; &by_date; &by_html; &fuss; sub open_logfile # Server-Logdatei oeffnen open (LOG,"$LOGDATEI") die "Kann $LOGDATEI nicht oeffnen!\n"; while ($line = <LOG>) chomp($line); if ((($line = /$include/) ($include eq "ALL")) && ($line! /$exclude/i)) close(log); sub calc_access # Daten aus der Logdatei extrahieren $i = 0; $currentdate = ""; foreach

7 6.3 Einfache Statistik-Tools 203 ($site,$j1,$j2,$when,$j3,$j4,$page,$j5,$number,$bytes) = split; $page= s/%7e/ /gi; ($date,$hour,$minute,$second)=split( :,$when); $hour= s/ˆ0//; # Wenn Datum gleichbleibt, inkrementiere Counter fuer dieses Datum if ($date eq $currentdate) $counter[$i]++; # Naechster Tag (Tageszaehler ist die Variable $i) else $i++; $currentdate=$date; $counter[$i]++; ($firstdate) ($firstdate=$date); ($day,$month,$year) = split( /,$date); $date = "$year/$month/$day"; $date= s/\[//; $dates$date++; # Anzahl Zugriffe pro Tag $hours$hour++; # Anzahl Zugriffe pro Stunde $pages$page++; # Anzahl Zugriffe pro FILE $totalbytes = $totalbytes + $bytes; if ($totalbytes < 10) print "<html><head>\n"; print "<title>keine Abrufe f"ur $include.</title>\n"; print "</head><body>\n"; print "<h1 align=center>keine Abrufe f"ur $include.</h1>\n"; print "F"ur das Verzeichnis (die Verzeichnisse) <b>$include</b>\n", print "wurden im letzten Monat keine Abrufe verzeichnet.\n"; print "</body></html>\n"; exit; sub kopf # Seitenkopf, kann erweitert/angepasst werden print "<HTML>\n"; print "<head><title>zugriffs-statistik</title></head>\n"; print "<body bgcolor=\"#ffffff\" text=\"#000000\"\n"; print "link=\"#0000ff\" vlink=\"#cc00cc\">\n"; if ($include eq "ALL") print "<H2 ALIGN=CENTER>Zugriffstatistik</H2>\n"; else print "<H2 ALIGN=CENTER>Zugriffstatistik f"ur $include</h2>\n"; print "<H4 ALIGN=CENTER>$long_date</H4>\n"; sub general # allgemeine Statistikwerte $firstdate= s/\[//; $firstdate = s/ˆ0//; print "<H2>Allgemeine Daten</H2>\n"; print "<B>Auswertungszeitraum:</B> $firstdate bis $date_2<br>\n"; print "<B>Gesamtzahl aller Zugriffe:</B> $#lines <BR>\n"; print "<B>Gesamtvolumen (in Bytes):</B> $totalbytes <BR>\n";

8 204 6 Webserver-Statistik sub by_hour # Stunden-Statistik berechnen print "<H2 ALIGN=CENTER>Zugriffsstatistik nach Tageszeit</H2>\n"; print "<TABLE BORDER=1 CELLPADDING=3 ALIGN=CENTER><TR><TD>\n"; print "<TABLE BORDER=0 CELLPADDING=3 ALIGN=CENTER>\n<TR>"; $highest=0; # ermittle maximale Anzahl von Zugriffen zu einer Stunde foreach $key (keys %hours) if ($hours$key > $highest) $highest=$hours$key; foreach $key (keys %hours) $barsize$key = int(($hours$key * 250) / $highest); foreach $key (0..23) if ($barsize$key < 2) $barsize$key = 2; print "<TD ALIGN=CENTER VALIGN=BOTTOM>\n"; print "<I>$hours$key</I><BR>\n"; # als einspaltige Tabelle mit variabler Hoehe realisiert print "<TABLE BORDER=0 BGCOLOR=\"$scolor\"\n"; print " HEIGHT=$barsize$key WIDTH=10>\n"; print "<TR><TD>\ </TD></TR></TABLE>\n"; print "</TD>\n"; print "</TR>\n<TR>\n"; foreach $key (0..23) print "<TH ALIGN=CENTER>$key</TH>\n"; print "</TR>\n<TR>\n"; print "<TH ALIGN=CENTER colspan=24>uhrzeit</th>\n"; print "</TR>\n"; print "</TABLE>\n"; print "</TD></TR></TABLE>\n<P>\n"; sub by_date # Tages-Statistik berechnen $highest=0; undef %barsize; foreach $key (keys %dates) if ($dates$key > $highest) $highest=$dates$key; foreach $key (keys %dates) $barsize$key = int(($dates$key * 350) / $highest); print "<H2 ALIGN=CENTER>Abrufstatistik der letzten 30 Tage</H2>\n"; print "<TABLE BORDER=1 CELLPADDING=3 ALIGN=CENTER><TR><TD>\n";

9 6.3 Einfache Statistik-Tools 205 print "<TABLE ALIGN=CENTER BORDER=0 CELLPADDING=3>\n"; foreach $tag (sort $a cmp $b (keys %dates)) print "<TR><TD ALIGN=RIGHT VALIGN=MIDDLE><TT>$tag</TT></TD>\n"; print "<TD><B>$dates$tag</B></TD>\n"; print "<TD ALIGN=LEFT VALIGN=MIDDLE>\n"; # Balken wird als einzeilige Tabelle mit variabler Breite realisiert print "<TABLE BORDER=0 BGCOLOR=\"$wcolor\"\n"; print " HEIGHT=20 WIDTH=$barsize$tag>\n"; print "<TR><TD>\ </TD></TR></TABLE></TD>\n"; print "</TR>\n"; print "</TABLE>\n"; print "</TD></TR></TABLE>\n<P>\n"; sub by_html # Zugriffs-Statistik aller Seiten print "<H2 ALIGN=CENTER>Zugriffe pro HTML-Seite</H2>\n"; print "<TABLE BORDER=1 CELLPADDING=3>\n"; # sortiere die WWW-Seiten vor der Augabe foreach $page (sort(keys %pages)) $page= s/[\<\>]//g; print "<TR><TD> <a href=$page>$page</a> </TD>"; print "<TD><B> $pages$page </B></TD></TR>\n"; print "</TABLE>\n<P>\n"; sub fuss # Seitenende, kann erweitert/angepasst werden print "</body>\n"; print "</html>\n"; sub datum # Datum in brauchbaren Formaten erzeugen ($sec,$min,$hour,$mday,$mon,$year,$wday,$yday,$isdst) = localtime(time); if ($sec < 10) $sec = "0$sec"; if ($min < 10) $min = "0$min"; if ($hour < 10) $hour = "0$hour"; if ($mon < 10) $mon = "0$mon"; if ($mday < 10) $mday = "0$mday"; $month = $mon + 1; $year = $year + = ("Januar","Februar","Maerz","April","Mai", "Juni","Juli","August","September","Oktober", = ("Jan","Feb","Mar","Apr","May","Jun","Jul", "Aug","Sep","Oct","Nov","Dec"); $date_1 = "$mday.$month $year"; $date_2 = "$mday/$months2[$mon]/$year"; $long_date = "$mday\. $months1[$mon] $year ($hour\.$min Uhr)";

10 206 6 Webserver-Statistik 6.4 Zugriffe auswerten mit Webalizer Es gibt diverse Programme zum Aufbereiten von Server-Logdateien. Wie so oft ist die einfachste Lösung meist die beste. Der Webalizer ist ein Opensource- Programm zur Darstellung der Zugriffsstatistiken für eine Homepage. Er ist auf die unterschiedlichsten Plattformen portiert, z.b. Linux auf PC, Alpha und PPC, Solaris auf Sparc oder Windows. Die Auswertungsmöglichkeiten sind recht umfangreich und hängen davon ab, wie die Konfigurationsdatei des Webalizers und die Konfigurationsdatei des Webservers eingerichtet sind. Er kann zudem nicht nur für WWW-Logs, sondern auch für die Squid- und FTP-Logdateien verwendet werden. Das Programm liefert eine Webstatistik der letzten 12 Monate. In dieser Übersicht sehen Sie die monatlichen Daten im Vergleich: Zusammenfassung des Monats, Tages-Statistik, Statistik nach Uhrzeiten, Auswertung nach abgerufenen Seiten, Liste der Rechner, die auf die Webseiten zugegriffen haben, Browsertypen und vieles mehr In den meisten Distributionen ist der Webalizer enthalten. Im Netz ist er über erhältlich. Dort stehen die Quellen und fertige Binaries für alle Plattformen zur Verfügung, die nur entpackt werden müssen. Die Unterstützung verschiedener Sprachen ist leider etwas archaisch, denn es müssen die passenden Headerdateien einkompiliert werden es ist also auch das komplette Quellpaket erforderlich. Für eine Installation in Deutsch (und in anderen Sprachen) stellen z.b. die DLR oder die schwedische Firma Chalmers die Quellen zum Download bereit. (http://www.go.dlr.de/fresh/unix/src/www/.warix/ webalizer src.tgz.html) (http://swamp.chl.chalmers.se/pub/www/tools/webalizer/) Im Folgenden wird eine relativ einfache Konfiguration beschrieben. Webalizer bietet darüber hinaus weitere Features, die in der beiliegenden Dokumentation beschrieben sind Installation Wer die Installation mittels der Quell-Dateien vornimmt, muß diese auf normalem Wege mit der Befehlsfolge unten kompilieren. Die genaue Anleitung mit den Optionen, die bei./configure möglich sind, kann man in der einfachen Installationsanleitung der Webalizer-Homepage nachlesen.

11 6.4 Zugriffe auswerten mit Webalizer 207./configure make make install Wer die Binaries entpacken will, sollte die gezippte Datei in ein eigenes Verzeichnis legen und sie dort entpacken. Danach muß nur die Programmdatei webalizer in ein bin-verzeichnis kopiert werden. Die Konfigurationsdatei kann im Webalizer-Verzeichnis oder in /etc liegen. Eine gute manual page verbirgt sich in der Datei webalizer Konfiguration Nach Installation des Webalizers enthält das Verzeichnis eine Standard- Konfigurationsdatei, in der viele Optionen voreingestellt sind. Andere sind auskommentiert, so daß man sie bei Bedarf nur aktivieren muß. Für den größten Teil der Optionen existiert eine Default-Einstellung, so daß prinzipiell kein Eintrag in der.conf-datei nötig ist. Es werden hier nur die wichtigsten Optionen der Konfigurationsdatei besprochen. Die Datei heißt standardmäßig webalizer.conf und sollte, damit sie beim Start des Webalizers ohne Pfadangabe gefunden wird, am besten in /etc/ stehen. Um sie zu benutzen, wird der Durchlauf dann einfach mit webalizer gestartet. Benutzt man verschiedene Konfigurationsdateien für verschiedene Aufgaben, so muß außer bei Benutzung von /etc/webalizer.conf als Konfigurationsdatei dem Programm stets der Pfad mit der Option -c mitgegeben werden. So lassen sich beispielsweise für jeden virtuellen Server getrennte Statistiken erstellen. Nun wird die Konfigurationsdatei mit dem Editor bearbeitet. Suchen Sie die Zeile: #LogFile /var/lib/httpd/logs/access log Entfernen Sie das Kommentarzeichen (#) und ersetzen Sie die Pfadangabe mit dem Pfad zu Ihrem Apache-Logfile. In der Konfigurationsdatei muß angegeben werden, welche Logdatei benutzt werden soll, d.h. es gibt hier keine Voreinstellung. LogFile /var/log/httpd/access log Es gibt mehrere Logfile-Formate, die benutzt werden können, das Standardformat heißt clf. Ebenso funktioniert der Durchlauf mit gezippten Logfiles im gz- Format, was man vielleicht nutzen möchte, weil man ab und zu große Logfiles packen will, um Plattenplatz zu sparen. Dann sollten Sie das Verzeichnis angeben, in dem die Ergebnisse gespeichert werden sollen. Suchen Sie nun die Zeile: #OutputDir /var/lib/httpd/htdocs/usage Entfernen Sie das Kommentarzeichen und ersetzen Sie die Pfadangabe mit der zu dem Verzeichnis, in dem Sie die Berichte ablegen möchten. Dieses sollte sich in Ihrem Webverzeichnis befinden. Zum Beispiel: OutputDir /opt/www/htdocs/webalizer Es empfiehlt sich natürlich, eigene Verzeichnisse für die Ausgabe zu erstellen.

12 208 6 Webserver-Statistik Falls man mit verschiedenen Konfigurationsdateien verschiedene Jobs erledigt, sollte man natürlich auch in der jeweiligen.conf-datei das jeweilige Ausgabeverzeichnis angeben, da sonst Daten überschrieben werden oder, je nach Einstellung, neue Daten an solche angehängt werden, die überhaupt nicht dazu passen. Bedenken Sie auch, daß Ihre Statistik dann auch von außen abrufbar ist. Falls Sie das nicht wünschen, müssen Sie das Verzeichnis mit einem Paßwortschutz versehen. Suchen Sie dann die Zeile: #Incremental no Entfernen Sie das Kommentarzeichen und ersetzen Sie no durch yes. Hiermit weisen Sie Webalizer an, den Stand des Logfiles zu speichern und beim nächsten Aufruf an dieser Stelle fortzusetzen. Da die Logdateien meistens per Cron-Job regelmäßig komprimiert gespeichert werden, stehen sonst nur die letzten Daten zur Verfügung. Suchen Sie die Zeile #ReportTitle Usage Statistics Entfernen Sie das Kommentarzeichen und ersetzen Sie den Eintrag durch einen Titel Ihrer Wahl. Suchen Sie dann die Zeile #HostName localhost Entfernen Sie das Kommentarzeichen und tragen Sie Ihren Hostnamen ein. Danach folgen viele eher unwichtige bzw. defaultmäßig richtig oder sinnvoll eingestellte Parameter. Viele Ausgabeparameter können eingestellt werden, die die Ausgabe des Textes betreffen (meist beginnend mit HTML). Wichtig ist hier nur die Angabe, welcher Dateityp als page gezählt werden soll und schließlich als Page Impression ausgegeben wird (Zeilen mit PageType). Voreingestellt sind hier htm* und cgi. Benutzt man php und/oder Perl, so sind die entsprechenden Zeilen einfach zu aktivieren bzw. bei anderen Formaten hinzuzufügen (z.b. PageType asp). Interessant wird es dann erst wieder weiter unten, wo festgelegt wird, welche Top Tables in welcher Größe angezeigt werden. Allerdings kann auch hier getrost die Default-Einstellung genommen werden, aber man sollte damit spielen, um eine Ausgabe zu bekommen, die dem eigenen Geschmack entspricht. Der Agent und der Referrer, die hier angegeben werden können, werden wie oben besprochen nur ausgegeben, wenn sie in der Apache-Konfiguration aktiviert sind. Durch die Angabe von 0 wird die entsprechende Tabelle abgeschaltet. Ein Beispiel dazu: TopSites 0 TopURLs 60 #TopReferrers 30 #TopAgents 15 TopCountries 0 Falls nicht index.html als Standard-Startseite für Verzeichnisse verwendet wird, sondern beispielsweise home.html, so ist dies im Abschnitt IndexAlias zu definieren, z.b. IndexAlias homepage.htm

13 6.4 Zugriffe auswerten mit Webalizer 209 Der nun folgende Abschnitt mit den Hide-, Group-, Ignore- und Include- Schlüsselwörtern ist wieder von größerer Wichtigkeit für eine vernünftige Auswertung der Zugriffe. In diesem Abschnitt kann man die Zugriffe z.b. von der eigenen Maschine, von anderen Rechnern des gleichen Netzwerks (z.b. alle Rechner der eigenen Firma) oder von ungeliebten Nutzern ausblenden oder sogar völlig ignorieren. Auf der anderen Seite kann man (z.b. für interne Zwecke) alle Nutzer ausblenden und nur explizit ganz bestimmte anzeigen lassen. Ausblenden kann (und sollte) man auch die Zugriffe auf die Bilder (oder bestimmte andere Dateitypen der Homepage, z.b. txt oder tpl), da sonst jeder Button als Hit gezählt wird. Wählt man das Schlüsselwort Hide, um bestimmte Angaben zu verstecken, werden die jeweiligen Zahlen in den Tabellen und den Graphen der TopStatistiken ignoriert. Sie tauchen jedoch in den Total -Tabellen am Anfang der Webalizer- Ausgabe auf bzw. werden dort mitgezählt. Wählt man hingegen Ignore, werden diese Zugriffe völlig ignoriert, auch in den Total -Tabellen. Der angegebene Wert kann ein * als führendes oder nachgestelltes Jokerzeichen enthalten. Gibt es kein Sternchen, kann der angegebene String irgendwo in der URL auftauchen. Auf würden die Parameter netz, aber auch mafia.de oder passen. Hier ein Dateiauszug: HideURL *.gif HideURL *.GIF HideURL *.jpg HideURL *.JPG HideURL *.ra Weiterhin stecken hier einige Gruppierungsfunktionen, mit denen man bestimmte Parameter gruppieren kann. Spielen mit der Gruppierungsfunktionen kann gegebenenfalls die Ausgabe übersichtlicher machen. Weitere Einstellungen sind aber in der Regel nicht nötig. Speichern Sie die Datei webalizer.conf Ausführen Die einfachste Methode ist der Start von Hand. Damit wird die Logdatei ausgelesen und die HTML-Dateien mit der Serverstatistik in dem von Ihnen angegeben Verzeichnis erstellt. Webalizer sucht seine Konfigurationsdatei zuerst im aktuellen Verzeichnis und dann in /etc. Der Aufruf zum Test könnte dann lauten: webalizer -c /etc/webalizer.conf Der manuelle Aufruf ist auf Dauer natürlich nicht besonders praktisch. Besser ist da ein Eintrag für den Cron-Mechanismus. Man kann z.b. in die Datei /etc/crontab folgenden Eintrag aufnehmen: 30 4 * * * root /opt/www/bin/webalizer > /dev/null 2>&1 Gegebenenfalls sind noch die Parameter -p für den inkrementellen Modus oder -c file zur Angabe der Konfigurationsdatei nötig. Weitere Parameter listet die Manualpage auf. Ihre Statistik rufen Sie mit Hilfe der Datei index.html im durch OutputDir

14 210 6 Webserver-Statistik spezifizierten Verzeichnis ab FTP-Statistik mit Webalizer Der Webalizer ist auch in der Lage, die Informationen aus der Datei /var/log/transferlog auszuwerten. Die Schritte dazu sind relativ einfach. Zuerst richten Sie analog dem Verzeichnis für die Webstatistiken ein weiteres Verzeichnis ein, z.b. /opt/www/htdocs/ftpstats Nun wird eine zweite Konfigurationsdatei erzeugt, die für die Analyse der FTP-Daten angepaßt ist. Dazu kopieren Sie einfach die originale Datei /etc/webalizer.conf auf /etc/ftpstats.conf und ändern diese Datei ab. Dabei sind nur drei Zeilen zu modifizieren: LogFile /var/log/xferlog LogType ftp OutputDir /opt/www/htdocs/ftpstats Wichtig ist dabei besonders der LogType, damit Webalizer auch alles richtig macht. Das Programm kennt zwei Typen web und ftp, wobei web die Voreinstellung ist. Mit dem Aufruf webalizer -c /etc/ftpstats.conf kann dann die FTP-Statistik abgerufen werden Proxy-Statistik mit Webalizer Wenn Sie auch noch die Logdatei des Squid analysieren wollen, geht auch dies nach dem gleichen Schema wie für FTP. Zuerst richten Sie analog dem Verzeichnis für die Web- und FTP-Statistiken noch ein weiteres Verzeichnis ein, z.b. /opt/www/htdocs/squidstats Nun wird eine weitere Konfigurationsdatei erzeugt, die für die Analyse der Squid-Daten angepaßt ist. Dazu kopieren Sie einfach die originale Datei /etc/webalizer.conf auf /etc/squidstats.conf und ändern diese Datei ab. Dabei sind auch wieder nur drei Zeilen zu modifizieren: LogFile /var/squid/logs/access.log LogType web OutputDir /opt/www/htdocs/squidstats Diesmal wird wieder der LogType web verwendet. Die Auswertung funktioniert aber nur, wenn die Logdatei des Squid das richtige Format besitzt. Statt des Standardformats der Squid-Logs muß der Squid seine Logdateien im Apache- Stil abliefern. Das erreichen Sie durch die Einstellung emulate httpd log on in der Datei squid.conf. Mit dem folgenden Aufruf kann dann die Proxy- Statistik abgerufen werden:

15 6.4 Zugriffe auswerten mit Webalizer 211 webalizer -c /etc/squidstats.conf Weitere Protokollierungs-Tools Die folgenden Tools geben nicht nur Daten aus Log-Dateien aus, sondern sammeln auch ensprechende Daten aus verschiedenen Quellen. SWATCH (The System Watcher) von Stephen E. Hansen und E. Todd Atkins (ftp://coast.cs.purdue.edu/pub/tools/unix/swatch/) SWATCH wurde geschrieben, um die in Unix-Systemen integrierten Protokollierungs-Utilities zu ergänzen. SWATCH wurde in Perl geschrieben und ist somit leicht zu portieren und zu erweitern. SWATCH besitzt unter anderem: ein Backfinger ;-Utility, das versucht, finger-informationen vom angreifenden Host abzufangen und von Bedingungen abhängige Ausführung von Befehlen. Watcher von Kenneth Ingham (http://www.i-pi.com/) Watcher analysiert verschiedene Log-Dateien und Prozesse, sucht nach abnormen Aktivitäten und schlägt gegebenenfalls Alarm. Watcher läuft auf den meisten Unix-Systemen und erfordert einen C-Compiler. lsof (List Open Files) von Vic Abell (ftp://coast.cs.purdue.edu/pub/tools/unix/lsof/) Dies Programm verfolgt nicht einfach nur offene Dateien (einschließlich Netzwerkverbindungen, Pipes, Datenströmen usw.), sondern auch deren Eigentümer-Prozesse. Bei den umfangreichen Möglichkeiten der Überwachung der User über die Auswertung der Squid-Logs sei an die Beachtung der geltenden Vorschriften erinnert. Dazu gehören das Bundesdatenschutzgesetz, die Datenschutzgesetze der einzelnen Bundesländer und das Telekommunikationsgesetz.

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