Zeit für Pflege Beruf und Angehörigenpflege vereinbaren Ratgeber für Unternehmen und Beschäftigte in Berlin

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1 Zeit für Pflege Beruf und Angehörigenpflege vereinbaren Ratgeber für Unternehmen und Beschäftigte in Berlin

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3 Zeit für Pflege Inhaltsverzeichnis Bevor der Pflegefall eintritt 06 Wenn der Pflegefall eintritt 12 Während der Pflegezeit 20 Nach der Pflegezeit 28 Welche Pflegeformen gibt es? 32 Pflege und Berufstätigkeit Auf einen Blick: Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber 38 Kontakte in Berlin 40 Dieser Balken hilft Ihnen bei der Orientierung

4 Plötzlich ist alles anders Für viele Menschen ist der Gedanke noch fern, aber für immer mehr rückt er immer näher: Sie haben Ehe- oder Lebenspartner, Eltern, Geschwister, andere Verwandte oder auch Freunde, die vielleicht einmal Hilfe und Pflege benötigen. Dann stellt sich die Frage: Will ich und kann ich oder auch muss ich die Pflege einer mir nahestehenden Person übernehmen? Viele sind prinzipiell bereit zu pflegen. Doch die Realität lässt dies oft nicht zu. Im einen Fall ist die räumliche Entfernung zu groß, im anderen sind noch kleine Kinder im Haushalt, und in vielen Fällen würde die Pflege bedeuten: Dann muss ich aufhören zu arbeiten. Während sich im Spannungsfeld zwischen Kinderbetreuung und Berufstätigkeit in den letzten Jahren einiges verbessert hat, empfinden fast 80 Prozent der Deutschen die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege immer noch als schwierig, obwohl zwei Drittel grundsätzlich bereit wären, Pflegeaufgaben zu übernehmen. Dabei ist die Angehörigenpflege die wichtigste Ressource, um die Folgen des demografischen Wandels zumindest im Bereich der Pflege halbwegs abfedern zu können. Die Schere zwischen dem Bedarf an Pflegeleistungen und dem Angebot professioneller Pflegeanbieter klafft immer weiter auseinander. Füllen können diese Lücke nur Angehörige ihre Pflegearbeit kommt die Steuerund Beitragszahler ohnehin deutlich günstiger als Pflegeheime und -dienste. Prognosen der Bevölkerungsforscher zeigen, dass sich auch in Berlin die Altersstruktur dramatisch verändern wird. Bei einer ungefähr gleich bleibenden Einwohnerzahl wird die Zahl der über 65-jährigen Berlinerinnen und Berliner bis zum Jahr 2030 um fast ein Drittel zunehmen. Männer werden dann in Berlin im Schnitt 83,6 Jahre alt (heute 77,5 Jahre), Frauen stattliche 87,4 Jahre (heute 82,6 Jahre). Zwar werden in Zukunft mehr Menschen aufgrund des medizinischen Fortschritts länger gesund bleiben. Doch allein die starke Zunahme der älteren Generation bringt eine deutlich höhere Zahl an Pflegebedürftigen für Berlin mit sich: im Vergleich zu gut heutzutage. Dies wird die öffentlichen Haushalte erheblich belasten, sodass die Pflege zu Hause durch Angehörige eine immer größere Bedeutung einnehmen wird. Hinzu kommt: Schon heute leidet die Altenpflegebranche unter Personalknappheit und entsprechend angespannten Arbeitsbedingungen für Altenpflegekräfte. Bei einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung in Berlin wird er bis 2030 auf zehn Prozent prognostiziert wird sich diese Situation eher noch verschärfen als entspannen. Zunehmend gefragt ist also auch aus diesem Blickwinkel die Pflege durch Angehörige. Fast die Hälfte aller Pflegebedürftigen in Berlin wird jetzt schon allein von Angehörigen gepflegt, ein weiteres Viertel von Angehörigen mit Unterstützung eines Pflegedienstes. Das bedeutet, dass in Berlin über Menschen rund fünf Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Form an einer Pflegeaufgabe beteiligt sind. Davon ist die Mehrheit zwischen 40 und 64 Jahre alt, könnte also oft noch im Beruf stehen. Tatsächlich sind jedoch viele wegen der Pflegeaufgabe aus dem Beruf ausgeschieden. In Zukunft wird dies immer weniger möglich sein Stichworte: 4

5 höheres Rentenalter, längere Lebensarbeitszeit und Arbeitskräftemangel in vielen Branchen. Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wird zur Notwendigkeit werden. Bevölkerungsprognose Deutschland wird älter Altersgruppen nach Jahren Anteile in Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt Berliner Firmen werden künftig zunehmend mit der Tatsache konfrontiert sein, dass Beschäftigte jemanden in der Familie oder im Freundeskreis haben, den sie pflegen müssen oder wollen. Noch sind erst wenige Unternehmen auf diese Situation vorbereitet, aber in Zukunft wird sie vielleicht so normal werden wie heute die Ankündigung einer Elternzeit. Noch beschränkt sich die Unterstützung von Unternehmen vornehmlich auf Angebote für Beschäftigte mit kleinen Kindern. Angebote für Beschäftigte mit alten Eltern werden dazukommen müssen % 61 % 15 % 5 % und älter Diese Broschüre möchte Unternehmen und Beschäftigten viele praktische Hinweise und Tipps geben, wie sie sich rechtzeitig auf diese neue Herausforderung einstellen können, was im Akutfall zu tun ist und welche Möglichkeiten es für beide Seiten gibt, eine Berufs- und Pflegetätigkeit miteinander zu verbinden % 50 % % % 80 und älter 5

6 Bevor der Pflegefall eintritt Manchmal kündigt es sich allmählich an, manchmal kommt es völlig unerwartet: Ein Familienmitglied oder ein anderer nahestehender Mensch braucht nicht nur gelegentlich Hilfe, sondern dauerhaft Pflege. Ist die Entwicklung schon seit Längerem absehbar, haben Sie Zeit sich vorzubereiten, und sollten diese auch nutzen. Nach einem plötzlichen Ereignis hingegen, einem Schlaganfall, einem Sturz oder einem Krankenhausaufenthalt, müssen Sie sofort handeln und entscheiden auch ohne mit dem Thema vertraut zu sein. Einer solchen Situation können Sie vorbauen: Indem Sie rechtzeitig mit Ihrer oder Ihrem Angehörigen sprechen über das, was passieren könnte und was für diesen Fall erwünscht ist und was nicht. Bedenken Sie auch: Keineswegs nur alte Menschen können pflegebedürftig werden sondern auch jüngere durch Unfall, Krankheit oder Behinderung. Vorab-Gespräch mit dem Arbeitgeber Die Frage nach der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege lässt sich schon im Vorfeld angehen. Wenn zum Beispiel Ihre Eltern zunehmend gebrechlich werden, sprechen Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig darauf an. Klären Sie gemeinsam Ihre Vorstellungen und Erwartungen, was in einer solchen Situation möglich ist und was nicht, welche Arbeitszeitmodelle, befristeten Freistellungs- und weiteren Unterstützungsmöglichkeiten denkbar sind. Solche Überlegungen sollten Sie auch schon anstellen, wenn Ihre Angehörigen zwar noch nicht pflegebedürftig sind, aber immer stärker Betreuung, Hilfe und zeitliche Zuwendung brauchen. Vorteil eines solchen Gesprächs: Ihr Arbeitgeber ist nicht unvorbereitet, wenn der Pflegefall tatsächlich eintritt und Sie ungeplant ausfallen womöglich für längere Zeit. Es besteht schon vorher Klarheit darüber, welche Unterstützung Sie erwarten dürfen und welche Maßnahmen auf den Arbeitgeber, zum Beispiel für die Beschaffung einer Vertretung, zukommen. Sie sind Ihrerseits gewappnet vor unliebsamen Überraschungen, wenn der Arbeitgeber Ihren Vorstellungen nicht vollständig entgegenkommen kann oder will. Informationen sammeln Bereiten Sie sich auf den Ernstfall vor, indem Sie rechtzeitig Informationen zum Thema Pflege einholen, zum Beispiel bei Sozialämtern, bei Wohlfahrts- und Sozialverbänden, Pflegekassen, bei ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen und vor allem bei Pflegestützpunkten und Selbsthilfe-Kontaktstellen (siehe ab Seite 40). Einen guten Überblick über die Berliner Pflege-Landschaft und über alle wichtigen Fragen zum Thema Pflege in Berlin gibt das Pflegeportal des Landes Berlin im Internet: 6

7 Wichtige Fragen, bevor der Pflegefall eintritt > > Welche Vorstellungen haben Sie und Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger davon, wie die Pflege organisiert sein könnte? > > Lässt die Wohnsituation eine Pflege zu Hause zu? Kann die Wohnung angepasst werden? > > Reichen die Kräfte und die Kenntnisse aus, um eine medizinisch und pflegerisch angemessene Betreuung zu gewährleisten? > > Welche anderen familiären Verpflichtungen (z. B. Kinder) gibt es, die außerdem berücksichtigt werden müssen? > > Ist Unterstützung möglich, etwa durch andere Familienangehörige oder professionelle Pflegekräfte? > > Wie ist die finanzielle Situation des Angehörigen, der Pflege braucht? > > Welche Regelungen müssen für den Notfall getroffen werden? Ist eine Vorsorgevollmacht sinnvoll? > > Und nicht zuletzt: Lässt sich eine Pflegetätigkeit mit dem Beruf vereinbaren? Besprechen Sie diese Fragen rechtzeitig und in Ruhe. Sie sollten sich ein realistisches Bild davon machen, ob eine Pflege in der Familie möglich ist. Dies kann Sie vor bösen Überraschungen und Überforderung bewahren. Denn die Pflege soll auch für Sie eine positive und bereichernde Lebenserfahrung sein. 7

8 Pflegestützpunkte in Berlin Aufgabe der Berliner Pflegestützpunkte ist es, Pflegebedürftige, von Pflegebedürftigkeit bedrohte Menschen und deren Angehörige umfassend, unabhängig und unentgeltlich zu folgenden Themen zu beraten: > > rund um die Pflege und ums Alter > > zu den Leistungen der Pflege- und der Krankenkassen > > zu Sozialleistungen des Staates > > zu sämtlichen Hilfsangeboten in der Pflege > > zu Wohnungsanpassung, Hilfsmitteln, Alltagshilfen und weiteren Unterstützungsmöglichkeiten Ein Verzeichnis aller 26 Berliner Pflegestützpunkte findet sich im Internetportal der Berliner Pflegestützpunkte sowie auf der Internetseite Die Stützpunkte werden gemeinsam von den Pflege- und Krankenkassen und dem Land Berlin getragen. Lassen Sie sich auch von der Ärztin oder dem Arzt der zu pflegenden Person beraten, wie sie oder er die Situation einschätzt, zum Beispiel wann Pflege in welchem Umfang erforderlich werden könnte und welche Unterstützung empfehlenswert wäre. Die Berliner Pflegestützpunkte stellen auf der Internetseite eine umfangreiche Datenbank zur Verfügung. Sie enthält Adressen, Informationen und Beratungsangebote für pflegebedürftige, behinderte und ältere Menschen zu den Themen Gesundheit, Pflege, Wohnen, Alter, Freizeit und Hilfen im Alltag. Die Suche ist nach Themengebiet und nach Postleitzahl oder Straße möglich. Die Anschriften und Internet- Adressen wichtiger Institutionen für das Thema Pflege, auch auf Bundesebene (z. B. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerium für Gesundheit) finden Sie ab Seite 40. Vorauswahl ambulanter Pflegedienste Die tägliche Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst oder eine von den Pflegekassen anerkannte Einzelpflegekraft ist gerade bei Berufstätigen, die Angehörige pflegen, oft unabdingbar. Es ist im Akutfall eine erhebliche Erleichterung, wenn Sie bereits vorab mit einigen in Frage kommenden Pflegediensten gesprochen haben am besten zusammen mit Ihrer oder Ihrem Angehörigen. Einige wichtige Auswahlkriterien finden Sie auf Seite 34. 8

9 Informationen für Arbeitgeber Bevor der Pflegefall eintritt Der demografische Wandel ist unaufhaltsam: Die Belegschaften altern und immer mehr Beschäftigte befinden sich in der Situation, dass sie sich zum Beispiel um ihre alten Eltern kümmern müssen. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 35 und 55 gehören zudem der Sandwich-Generation an: Sie sind einerseits noch für Kinder verantwortlich und nehmen andererseits möglicherweise auch schon Hilfs- und Pflegedienste für ältere Angehörige wahr. Personalumfrage zum Thema Pflege Aus Furcht vor negativen Folgen am Arbeitsplatz reden viele Betroffene nicht darüber, wenn sie zusätzlich zum Beruf noch eine Pflegeaufgabe bewältigen müssen. Enttabuisieren Sie das Thema, indem Sie eine (freiwillige) Umfrage machen, welcher Bedarf in puncto Pflege auf Seiten Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besteht. Als Arbeitgeber in Zeiten eines zurückgehenden Angebots an nachrückenden jungen Arbeitskräften müssen Sie sich auf die veränderte Situation einstellen. Machen Sie Pflege zum Thema in Ihrem Unternehmen. Signalisieren Sie, dass Sie dieses Thema wichtig nehmen und bereit sind, Unterstützung anzubieten. Sie zeigen damit, dass Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in schwierigen Situationen in der privaten Lebenssphäre nicht allein lassen, und stärken so die Mitarbeiterbindung und die Identifikation mit dem Unternehmen. In Ihrem eigenen Interesse bauen Sie außerdem unliebsamen Überraschungen vor, etwa wenn bewährte und dringend benötigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter plötzlich wegen einer Pflegeaufgabe in der Familie zeitweise oder gar dauerhaft ausfallen. Sie stehen dann nicht vor der plötzlichen Herausforderung, einen Personalausfall kurzfristig oder behelfsmäßig überbrücken zu müssen. Eine Auswahl von Maßnahmen, die zur Vorbereitung dienen können: Inhalte einer Personalumfrage können zum Beispiel sein: > > Haben Sie aktuell eine Pflegeaufgabe übernommen bzw. werden Sie in absehbarer Zeit möglicherweise eine solche Aufgabe übernehmen? > > Wer wird von Ihnen in welchem zeitlichen Umfang gepflegt / soll künftig gepflegt werden? > > Welchen zeitlichen Umfang nimmt Ihre Pflegeaufgabe ein / könnte sie künftig einnehmen? > > Wie lange könnte die derzeitige / zukünftige Pflegeaufgabe andauern? (z. B. nur kurzfristig, auf absehbare oder auf unbestimmte Zeit usw.) > > Können Sie Ihre Berufstätigkeit und Ihre derzeitige Pflegeaufgabe gut miteinander vereinbaren bzw. glauben Sie, dass dies möglich sein wird? > > Welche Schwierigkeiten haben Sie dabei / sehen Sie auf sich zukommen? > > Welche Unterstützung seitens des Unternehmens wünschen Sie sich im Hinblick auf die derzeitige / künftige Pflegeaufgabe? (z. B. vorübergehende Arbeitszeitreduzierung oder befristete Freistellung, Familienpflegezeit, flexible Arbeitszeiten, Heimarbeit, finanzielle Hilfen, Beratung und Information usw.) > > Wie gut schätzen Sie Ihr derzeitiges Wissen zum Thema Pflege und Unterstützungsangebote ein? > > Würden Sie ein persönliches Gespräch zu diesem Thema wünschen? 9

10 Personalgespräche Bieten Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Gespräch an, um ein genaueres Bild über die individuelle Situation und den möglichen Unterstützungsbedarf zu erhalten. Legen Sie dar, welche Hilfen das Unternehmen anbieten kann. Wenn Sie regelmäßige Mitarbeitergespräche führen, fragen Sie aktiv nach, welcher Bedarf zum Thema Pflege besteht. Einbindung der Führungskräfte und der Mitarbeitervertretung Beziehen Sie Führungskräfte und die Mitarbeitervertretung ein. Ernennen Sie eine Führungskraft zum Beauftragten für die Pflege-Thematik, Informationen sammelt, weitergibt, Ideen entwickelt und Initiativen startet. Hilfreich kann es zum Beispiel sein, wenn die oder der Pflege-Beauftragte auch persönlich unmittelbar oder potenziell betroffen ist, da ihre oder seine Arbeit dann von eigenen Erfahrungen und besonderem Engagement geprägt sein wird. alle Kommunikationskanäle (Informationsveranstaltungen, Mitarbeiterversammlung, Mitarbeiterzeitschrift, Intranet), um regelmäßig auf das Thema Pflege und die Informations- und Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Ermöglichen Sie interessierten und betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich in einem regelmäßigen Gesprächszirkel oder, wenn möglich, in einem Intranet-Forum auszutauschen. Auch in das innerbetriebliche Fortbildungsangebot können Pflegethemen aufgenommen werden. Kooperation mit lokalen Altenpflegeeinrichtungen Ähnlich wie mit Kindergärten können Unternehmen auch mit Altenpflegeeinrichtungen zusammenarbeiten zum Beispiel Belegplätze für Kurzzeitpflege reservieren. Diese Plätze können dann bei entsprechendem Bedarf an Angehörige von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vergeben werden. Dies entlastet die Beschäftigten erheblich, wenn eine akute Pflegesituation eintritt. Informationen und Austausch Sie als Arbeitgeber oder auch Ihre Pflege-Beauftragte oder Ihr Beauftragter sollten wichtige allgemeine Informationen zum Thema Pflege sammeln und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stellen digital auf dem Server bzw. im Intranet in einer speziellen Rubrik Informationen zur Pflege oder durch Broschüren und andere Informationsmaterialien, die an zentraler Stelle gesammelt werden und eingesehen werden können. Nutzen Sie Unterstützung auch für helfende Angehörige Die Grenzen zwischen Hilfe und Pflege sind oft fließend. Auch unterhalb einer offiziellen, von der Pflegeversicherung anerkannten Pflegebedürftigkeit haben ältere Menschen oft schon erheblichen Betreuungsbedarf, etwa bei der Haushaltsführung, für Einkäufe und Arztbesuche usw. Auch in solchen Situationen sind berufstätige Angehörige für Unterstützung und Entgegenkommen ihres Arbeitgebers dankbar. 10

11 Dr. Eberhard M. Richter GASAG Hauptabteilungsleiter Personal Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es nicht nur um Kinderbetreuung. Vielmehr gewinnt auch das Thema Angehörigenpflege zunehmend an Bedeutung. Mitarbeiter, die Pflegeaufgaben haben, stehen unter einer starken physischen und psychischen Belastung. Deswegen ist es wichtig, dieses Thema ins Unternehmen einzubringen Unsere Mitarbeiter können flexible Arbeitszeiten ohne feste Kernarbeitszeiten nutzen und Aufgaben zeitweise im Home Office oder regulär in alternierender Telearbeit erledigen. Im Intranet bieten wir Informationen zum Thema Beruf und Familie mit Ansprechpartnern und, über einen Familienservice, Informations- und Beratungsleistungen an. Bei Bedarf vermittelt dieser auch bundesweit eine Pflegeeinrichtung. Wir haben außerdem einen Concier ge- Service und eine Pflegesprechstunde eingeführt. Mit diesen Angeboten wollen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer schwierigen Lebensphase loyal zur Seite stehen. Im Gegenzug versprechen wir uns eine hohe Arbeitszufriedenheit und Motivation. Im Jahr 2010 hat die GASAG am Audit berufundfamilie der gemeinnützigen Hertie- Stiftung teilgenommen und wurde 2011 zertifiziert. Die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft versorgt seit über 160 Jahren Berlin mit Gas und ist heute ein bundesweit agierendes Energie- Dienstleistungsunternehmen. 11

12 Wenn der Pflegefall eintritt Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger benötigt im täglichen Leben immer mehr Unterstützung und Hilfe oder ist nach einer Krankheit oder einem Unfall plötzlich auf Pflege angewiesen. Sie haben sich entschlossen, diese Pflegeaufgabe zu übernehmen. Welche Aufgaben stehen jetzt an? Kurzzeitige Arbeitsverhinderung gemäß Pflegezeitgesetz einreichen Die Pflege einer oder eines Angehörigen zu organisieren, erfordert gerade in der Anfangsphase viel Zeit. Es müssen Informationen eingeholt, Anträge gestellt, Pflegedienste oder -heime besucht, Arztbesuche veranlasst und die oder der Angehörige währenddessen natürlich gepflegt werden. In dieser schwierigen Phase müssen die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Teil ihres Jahresurlaubs nehmen, um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können. Das hat Nachteile: Urlaubstage, die zur Erholung und Regeneration gedacht waren, sind damit weg. Möglicherweise ist der Jahresurlaub bereits aufgebraucht. Und nicht zuletzt kann der Arbeitgeber den Urlaubsantrag ablehnen, wenn dringende betriebliche Bedürfnisse dagegen sprechen. Daher hat der Gesetzgeber 2008 im Pflegezeitgesetz die Möglichkeit einer kurzzeitigen Arbeitsverhinderung vorgesehen. Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht, sich bei einer akut auftretenden Pflegesituation für maximal zehn Tage freistellen zu lassen. Der Arbeitgeber muss diesem Wunsch entsprechen die Unternehmensgröße oder Beschäftigtenzahl spielt ebenso wenig eine Rolle wie die Dauer der Betriebszugehörigkeit. Die kurzzeitige Arbeitsverhinderung wird bisweilen auch kurze Pflegezeit oder Pflegeurlaub genannt und kann nur für die Organisation der Pflege von nahen Angehörigen genommen werden. Als nahe Angehörige gelten: > > Eltern > > Ehegatten, Lebenspartner und Partner in eheähnlicher Gemeinschaft > > Geschwister > > Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder (auch des Ehegatten oder Lebenspartners) > > Großeltern, Enkelkinder > > Schwiegereltern, Schwiegerkinder Die oder der Beschäftigte muss dem Arbeitgeber die kurzzeitige Arbeitsverhinderung unverzüglich mitteilen, idealerweise schriftlich mit Angabe, wer die oder der nahe Angehörige ist und wie lange die kurzzeitige Arbeitsverhinderung voraussichtlich in Anspruch genommen wird. Das Unternehmen wiederum kann verlangen, dass die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit von der behandelnden Ärztin, dem Arzt oder dem Krankenhaus bescheinigt wird. Die Freistellung von der Arbeit kann für jede oder jeden Angehörigen nur ein Mal beantragt werden. Eine Stückelung der zehn Tage ist nicht möglich. Der Nachteil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist, dass es sich, im Unterschied zum Jahresurlaub, um unbezahlte Freistellung handelt. Die Antragstellerin oder der Antragsteller erleidet für diese Zeit also finanzielle Einbußen, auch werden für die zehn Tage keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Der Versicherungsschutz besteht allerdings ohne Einschränkung weiter. 12

13 Allerdings haben gemäß 616 BGB Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf Entgeltzahlung bei einer Arbeitsverhinderung, wenn sie unfreiwillig eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit verhindert sind. Für die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen sehen Tarifverträge zahlreicher Branchen daher zwischen einem Tag und zwei Tagen bezahlte Freistellung von der Arbeit und darüber hinaus bis zu einem Jahr unbezahlten Urlaub vor. Viele Unternehmen bieten ihren Beschäftigten auch Hilfestellungen und längere unbezahlte Freistellung an, wenn es zu einer unvorhersehbaren familiären Ausnahmesituation kommt, die es der oder dem Beschäftigten vorübergehend nicht ermöglicht zu arbeiten. Anerkennung der Pflegebedürftigkeit bei der Pflegeversicherung beantragen Während der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung sollten Sie klären, ob Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger als pflegebedürftig anerkannt werden und damit Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen kann. Dies bringt eine gewisse finanzielle Entlastung. Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Wer gesetzlich krankenversichert ist, gehört automatisch der sozialen Pflegeversicherung an. Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegeversicherung abschließen. Die Pflegeversicherung ist eine Hilfe und Grundsicherung, die die Kosten der Pflege zumindest teilweise abdeckt. In den wenigsten Fällen reicht sie jedoch aus, um alle Ausgaben zu bestreiten. Es sind also immer auch private Mittel erforderlich, um die Pflege finanzieren zu können. Hierüber sollten Sie sich bereits im Vorfeld ein Bild verschaffen. Als pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung gilt, wer regelmäßig und auf Dauer Hilfe braucht das heißt, voraussichtlich länger als sechs Monate bei der Körperpflege (z. B. Waschen, Toilettengang), Ernährung (Nahrung anreichen), Mobilität (Aufstehen, Gehen in der Wohnung) und der hauswirt schaft - lichen Versorgung (Einkaufen, Kochen, Putzen). Musterantrag auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung gemäß 2 Pflegezeitgesetz Hiermit teile ich meine kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen einer akuten Pflegesituation mit. Die zu pflegende Person ist Die akute Pflegesituation besteht seit Meine Arbeitsverhinderung dauert bis zum (Verwandtschaftsverhältnis und Name) (Datum) (max. 10 Arbeitstage) Eine ärztliche Bescheinigung lege ich bei (oder kann ich auf Wunsch vorlegen). 13

14 Pflegestufen Wie groß die finanziellen Hilfen im Einzelfall sind, hängt davon ab, wie pflegebedürftig die oder der Angehörige ist. Die Pflegeversicherung unterscheidet drei Pflegestufen (vereinfachte Beschreibung): Stufe I Erhebliche Pflegebedürftigkeit Mindestens 90 Minuten Zeitaufwand täglich für Pflege und hauswirtschaftliche Hilfe; davon mehr als 45 Minuten für Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) Stufe II Schwere Pflegebedürftigkeit Mindestens 3 Stunden Zeitaufwand täglich für Pflege und hauswirtschaftliche Hilfe; davon mehr als 2 Stunden für Grundpflege, auf drei Einsätze am Tag verteilt Stufe III Schwerste Pflegebedürftigkeit Pflegebedarf rund um die Uhr, auch nachts, Zeitaufwand für Pflege mindestens 5 Stunden täglich, davon mindestens 4 Stunden für Grundpflege Prüfung und Einstufung Zuständig für die Pflegeversicherung ist die Krankenkasse Ihrer oder Ihres Angehörigen. Bei dieser stellen Sie den Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung ein Anruf genügt. Die Kasse schickt Ihnen dann das entsprechende Formular zu. Wenn Sie den Antrag für Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen stellen, benötigen Sie dafür eine schriftliche Vorsorgevollmacht. Denken Sie also rechtzeitig daran, solange sie oder er noch körperlich und geistig dazu in der Lage ist. Wurde ein Antrag gestellt, meldet sich der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zu einem Besuch in der Wohnung Ihrer oder Ihres Angehörigen an. Bei diesem Besuch werden die Pflegebedürftigkeit und die Pflegestufe ermittelt. Sie sollten auf jeden Fall anwesend sein, um Auskunft geben zu können. Tragen Sie deshalb auf dem Antrag ein, dass der Termin mit Ihnen abgestimmt werden soll. 14

15 Pflegetagebuch Auf die Begutachtung sollten Sie sich gut vorbereiten z. B. mit einem Pflegetagebuch, das Sie eine Woche lang vor dem MDK-Besuch führen. Die Einstufung hängt davon ab, wie viele Minuten Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger täglich für die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung benötigt. Dies sollten Sie akribisch notieren und dabei nichts beschönigen. Leistungen der Pflegeversicherung Nach der Begutachtung erhält Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger einen schriftlichen Bescheid, wie sie oder er eingestuft worden ist. Die Pflegeversicherung zahlt entweder Pflegegeld oder eine so genannte Pflegesachleistung aus. Sie können zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung und einer Kombination aus beidem wählen. Vom Pflegegeld können Artikel für Pflege, aber auch eine Anerkennung für Sie als pflegende Person finanziert werden. Tipp MDK-Begutachtung: Die pflegebedürftige Person darf sich beim MDK-Besuch keinesfalls zusammenreißen und Probleme aus falscher Scham bagatellisieren. Dies könnte eine niedrigere oder gar keine Einstufung zur Folge haben. Pflegegeld (pro Monat) Pflegestufe I 235, Pflegestufe II 440, Pflegestufe III 700, Sie können zu Ihrer Unterstützung auch professionelle Pflegefachkräfte engagieren, die ins Haus kommen. Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger erhält dann die Pflegesachleistung, die höher ist als das Pflegegeld. Pflegesachleistung (pro Monat) Pflegestufe I 450, Pflegestufe II 1.100, Pflegestufe III 1.550, Härtefall bis 1.918, Die Pflegekassen erstatten nur Leistungen für qualitätsgesicherte Pflegeund Betreuungsangebote. Nähere Informationen zur Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes oder einer Pflegefachkraft finden Sie auf den Seiten Schöpfen Sie die Sachleistung nicht ganz aus, steht Ihnen anteilig Pflegegeld zu, das Ihrer oder Ihrem Angehörigen (nach der Abrechnung des Pflegedienstes mit der Pflegekasse) überwiesen wird. 15

16 Demenzerkrankungen Für psychisch kranke, behinderte oder demenziell erkrankte Menschen mit oder ohne Pflegestufe können gesondert Leistungen beantragt werden. Viele haben einen hohen Betreuungsbedarf, erfüllen aber nicht unbedingt die formalen Anforderungen der Pflegeversicherung für Pflegebedürftigkeit. Auch hier kann eine Begutachtung durch den MDK beantragt werden. Ob Anspruch auf den Grundbetrag oder den erhöhten Betreuungsbetrag besteht, hängt von den Einschränkungen ab, die der Gutachter feststellt. Eine Liste mit Betreuungsangeboten sowie Heimplätzen für demenzerkrankte Menschen finden Sie im Internet- Pflegeportal des Landes Berlin unter (Rubrik Pflegeangebote > Spezielle Zielgruppen). Leistungen für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (pro Monat) Grundbetrag 100, Erhöhter Betrag 200, Zusätzlich sind ab dem im Pflege-Neuausrichtungsgesetz folgende Leistungen für diesen Personenkreis vorgesehen: Pflegestufe Pflegegeld Pflegesachleistungen Pflegestufe 0 * 120, 225, Pflegestufe I 305, 665, Pflegestufe II 525, 1.250, Pflegestufe III 700, 1.550, * ohne Pflegestufe 16

17 Wenn Pflege-Fachkenntnisse fehlen In vielen Fällen, gerade bei plötzlicher Pflegebedürftigkeit, sind die Familienmitglieder überhaupt nicht auf die Pflegeaufgabe vorbereitet. Die Krankenkassen vermitteln Kurse für die Pflege zu Hause, z. B. über medizinische Aspekte, Körperpflege, Umgang mit Hilfsmitteln, Vorbeugung von Folgekrankheiten usw. Die Kurse sind auch wichtig für den Erfahrungsund Gedankenaustausch mit anderen Angehörigen und grundsätzlich kostenlos. Die Zeit der kurzfristigen Freistellung sollten Sie daher gegebenenfalls auch nutzen, um sich über entsprechende Kurse und Termine zu erkundigen. Hilfsmittel Der behandelnde Arzt sollte Ihnen Auskunft geben können, welche Hilfsmittel (etwa Rollstuhl, Gehhilfen, Inkontinenzeinlagen usw.) Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger benötigt, und diese per Rezept verordnen. Über weitere Hilfsmittel, die Sie eventuell zur Pflege benötigen (Pflegebett, Lagerungshilfen, Hebegerät, Notrufsystem, Ver brauchs produkte wie Einmalhandschuhe oder Betteinlagen) sollten Sie sich in einem Pflegekurs und bei Ihrem Pflegestützpunkt erkundigen. Die Pflege versicherung übernimmt die Kosten für notwendige technische Hilfsmittel mit einer Eigenbeteiligung des Versicherten von 10 Prozent (maximal 25 Euro). Für Verbrauchsprodukte gibt es einen Zuschuss von 31 Euro pro Monat. Zuschüsse müssen bei der Pflegekasse beantragt werden. Den Bedarf prüft der MDK; eine ärztliche Verordnung ist nicht erforderlich. Manche Pflegehilfsmittel werden leihweise durch die Pflegekasse bereitgestellt. Wohnungsanpassung In Pflegekursen und bei Beratungen in den Pflegestützpunkten erfahren Sie auch, welche Möglichkeiten es gibt, die Wohnung pflege- und behindertengerecht anzupassen. Entsprechende Um- und Einbauten können die Pflege erheblich erleichtern. Vermieter dürfen solche Maßnahmen nicht grundsätzlich verbieten. Die Pflegekasse bezuschusst eine Anpassungsmaßnahme auf Antrag mit bis zu Euro. Auch der Umzug in eine für die Pflege geeignetere Wohnung wird bezuschusst. 17

18 Aufnahme in eine stationäre Einrichtung Manchmal kommt es doch anders als geplant: Insbesondere nach einer Krankheit oder einem Unfall, aber auch bei fortschreitender Pflegebedürftigkeit stellt sich heraus, dass eine häusliche Pflege nicht (mehr) möglich ist und kurzfristig ein Pflegeheim gefunden werden muss. Auch hierfür können und sollten Sie die kurzfristige Arbeitsfreistellung nutzen. Eine Liste mit Kriterien für die Pflegeheimauswahl finden Sie auf Seite 37. Leistungen der Pflegeversicherung für stationäre Pflege (pro Monat) Pflegestufe I 1.023, Pflegestufe II 1.279, Pflegestufe III 1.550, Härtefall bis 1.918, Alternative Wohnformen für Pflegebedürftige Inzwischen gibt es auch ein immer größeres Angebot an alternativen Wohnformen etwa betreute Wohngemeinschaften, bei denen mehrere hilfs- und pflegebedürftige Menschen zusammen in einer Wohnung leben und von einem Betreuerteam unterstützt werden. Solche Wohngruppen und Hausgemeinschaften sind manchmal auch im Rahmen von Pflegeheimen zu finden. Informationen zu Angeboten in Berlin finden Sie im Internet-Pflegeportal des Landes Berlin unter pflege (Rubrik Pflegeangebote > Alternative Wohnformen). Lassen Sie sich gezielt neutral beraten, z. B. in den Pflegestützpunkten. Grundlage sollte immer die Hilfe- und Pflegebedürftigkeit Ihrer oder Ihres Angehörigen und ihr oder sein individuelles Bedürfnis nach Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung sein. Die Wahl der Lebens- und Betreuungssituation sollte ganz auf sie oder ihn zugeschnitten sein und auch die zukünftige Entwicklung berücksichtigen. 18

19 Informationen für Arbeitgeber Wenn der Pflegefall eintritt Wenn eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer ob erwartet oder unerwartet mit einer akuten Pflegeaufgabe im engeren Familienkreis konfrontiert ist, hat sie oder er das Recht, sich für zehn Tage von der Arbeit freistellen zu lassen. Sie müssen für diese Zeit keinen Lohn und auch keine Sozialabgaben bezahlen. Besondere Meldepflichten bestehen nicht. Der Anspruch besteht für alle Beschäftigten vom ersten Arbeitstag an auch in Unternehmen mit weniger als 15 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Ein begründet vorgetragener Freistellungswunsch kann nicht abgelehnt werden. Beachten Sie, dass einige Tarifverträge oder auch individuelle Arbeitsverträge eine Weiterbezahlung vorsehen können. Eine mündliche Vereinbarung der kurzfristigen Freistellung genügt; Sie können aber einen schriftlichen Antrag und eine medizinische Bescheinigung der voraussichtlichen Pflegebedürftigkeit verlangen. Sie können betroffene Beschäftigte auf vielfältige Weise unterstützen: > > Die im Pflegezeitgesetz verankerte kurzfristige Arbeitsverhinderung ist ein Mindeststandard. Es ist Ihnen freigestellt, darüber hinaus gehende Regelungen einzuführen: etwa eine (teilweise oder befristet) bezahlte Freistellung oder eine Verlängerung der Freistellung bei Bedarf. > > Beschäftigte, die die unbezahlte Freistellung aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen, können Sie anderweitig unterstützen: Bieten Sie eine vorübergehende Arbeitszeitreduzierung, flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, an. Auf Wunsch sollte der bezahlte Jahresurlaub, wenn nötig sogar am Stück, genommen werden können. > > Gehen Sie aktiv auf die Betroffenen zu und bieten Sie Ihnen Beratung und Unterstützung durch die Pflegebeauftragte oder den Pflegebeauftragten Ihres Unternehmens, sofern vorhanden (siehe Seite 10), an. Zeigen Sie den Betroffenen von sich aus die Möglichkeiten der Pflegezeit und der Familienpflegezeit auf (siehe Seiten 20 26). 19

20 Während der Pflegezeit Wenn die ersten Weichen gestellt sind wenn also der MDK die Pflegebedürftigkeit Ihrer oder Ihres Angehörigen anerkannt hat und Sie gegebenenfalls einen ambulanten Pflegedienst gefunden haben, ist es Zeit zu überlegen, wie es mittelfristig weitergehen soll. Unternehmen Sie jetzt keine unüberlegten Schritte, die Sie möglicherweise nicht mehr rückgängig machen können etwa ein Wechsel in eine Teilzeitbeschäftigung oder gar einen endgültigen Berufsausstieg. Der Gesetzgeber hat Möglichkeiten geschaffen, wie Sie sich zumindest eine Zeitlang um die Pflege kümmern können, ohne sich die Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz zu verbauen. Pflegezeit Zusätzlich zur maximal zehntägigen kurzzeitigen Arbeitsverhinderung (siehe Seite 12) können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten Pflegezeit gemäß Pflegezeitgesetz beantragen. Das heißt, sie können sich für die Pflege einer oder eines nahen Angehörigen für maximal sechs Monate ganz oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Dies gilt für Vollzeitebenso wie für Teilzeitbeschäftigte. Sie genießen während dieser Zeit Kündigungsschutz. Die Pflegezeit kann für jede oder jeden Angehörigen jeweils ein Mal beantragt werden. Eine Aufteilung der Pflegezeit in getrennte Zeitabschnitte ist nicht möglich. Für Beamte gilt das Pflegezeitgesetz übrigens nicht sie haben generell Anrecht auf eine bis zu zwölfjährige unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Weitere Informationen zur Pflegezeit bietet die Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit: (Suchwort Pflegezeit eingeben) Pflegezeit als Teilzeit Die Freistellung ist allerdings unbezahlt dies dürfte viele Betroffene möglicherweise davon abhalten, die Pflegezeit vollständig in Anspruch zu nehmen. Eine Alternative kann es sein, die reguläre Arbeitszeit für die gewählte Pflegezeitdauer (maximal für sechs Monate) zu reduzieren. Das entsprechend geringere Arbeitsentgelt könnte, zusammen mit dem Pflegegeld der oder des Angehörigen, eventuell ausreichen, zumindest ein paar Monate finanziell zu überbrücken. 20

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