Sprach- und Literaturwissenschaften UH

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1 UH Erwartungsgemäss üben viele Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nach ihrem Studium einen Unterrichtsberuf aus oder arbeiten im Bereich Medien und Information. Trotz den bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern verbreiteten Schwierigkeiten, adäquate Stellen zu finden, haben insbesondere Absolventinnen und Absolventen der Landessprachen gute Beschäftigungsaussichten. Aufgrund der verbreiteten Teilzeitbeschäftigung fällt das Einkommen dieser Absolventinnen und Absolventen im Vergleich zu anderen Fächern niedrig aus. Sowohl die Arbeitsmarktsituation wie die Einkommensverhältnisse führen zu einer im Vergleich zu anderen Studienfächern niedrigeren Zufriedenheit mit der Studienwahl. Tabelle 1: Kennzahlen der Stichprobe (in Prozent) Fächer Bachelor (n=332) Master (n=454) Deutsche Literaturwissenschaft Französische Literaturwissenschaft Italienische Literaturwissenschaft 4 8 Englische Literaturwissenschaft Hochschule Universität Basel Universität Bern Universität Freiburg Université de Genève 7 Université de Lausanne 19 Université de Neuchâtel 4 Università della Svizzera italiana 2* Universität Zürich Geschlecht Männer Frauen Tabelle 2: Kennzahlen betreffend Masterübertritt (in Prozent) Sprach und UH Total Übertritt ins Masterstudium Von den Erhebungen aus dem Jahre 2013 werden nur noch die Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch ausgewertet. Infolge zu kleiner Stichprobengrössen werden zu weiteren Studienfächern der keine statistischen Aussagen gemacht. Dies betrifft Nordistik (nordische Sprachen), Romanistik (Spanisch, Rätoromanisch, Portugiesisch), Slavistik (Russisch, slavische Sprachen), Altertumswissenschaften (Klassische Philologie: Griechisch, Latein), Asienwissenschaften und Orientalistik (Chinesisch, Japanisch, Arabisch, Hebräisch, Indologie etc.), Sprachwissenschaft und vergleichende Literaturwissenschaft. Informationen zu Berufseinstieg, Arbeitsmarkt und Tätigkeitsfeldern nach Abschluss eines Studiums in diesen Fachbereichen finden Sie in den entsprechenden Ausgaben der Heftreihe «Perspektiven: Studienrichtungen und Tätigkeitsfelder» (erhältlich im BIZ oder bestellbar unter > Studienwahl, Hochschulen) sowie auf Die hier publizierte Auswertung stützt sich auf die Erhebung der Gesamtstudie: Bundesamt für Statistik BFS, Befragung der Hochschulabsolvent/innen, Abschlussjahrgang Mehr zur Befragung: www. graduates-stat.admin.ch

2 Entwicklung des Arbeitsmarkts Die Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler stossen häufiger als die Gesamtheit der Universitätsabgänger/innen auf Probleme bei der Stellensuche. Dennoch ist unter ihnen die Zahl der Personen, die im Jahr nach dem Masterabschluss ohne Erwerbstätigkeit und auf der Suche nach einer Stelle sind, nicht wesentlich höher als bei der Vergleichsgruppe. Der Anteil weist auch keine grossen jährlichen Schwankungen auf, er bewegt sich stets zwischen vier und acht Prozent. In Bezug auf die erwerbslosen Stellensuchenden sind Unterschiede zwischen den Fächern nicht sehr aussagekräftig, da es sich jeweils um sehr kleine Gruppen handelt. Es gibt allerdings beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Sprachfächern und Sprachregionen. Tabelle 3: Kennzahlen Erwerbssituation nach einem Masterabschluss UH (in Prozent) erwerbstätig stellensuchend Stelle zugesichert Erwerbsverzicht * ** 9 UH Total : Alle sprachwissenschaftlichen Fächer (inkl. andere Sprachfächer, Linguistik und Dolmetschen/Übersetzen), 2013 wurden die Studienfächer Dolmetschen und Übersetzen erstmals separat erfasst, vgl. folgendes Kapitel. Beschäftigungsbereiche Die hauptsächliche Beschäftigungsdomäne für die Masterabsolventinnen und -absolventen der ist erwartungsgemäss die Schule. Allerdings üben auch viele der nicht an staatlichen Schulen Angestellten einen Unterrichtsberuf aus. Insgesamt trifft dies auf 50 Prozent der Befragten zu (siehe Tabelle 4). 14 Prozent der Literaturwissenschaftler/innen üben einen Medienberuf aus. Die Absolventinnen und Absolventen der französischen Philologie in der Deutschschweiz sowie die Germanistinnen und Germanisten in der Westschweiz beispielsweise sind gefragt auf dem Arbeitsmarkt für Lehrpersonen. Aber auch bei Stellen in der staatlichen Administration haben Absolvent/innen der jeweils anderen Landessprachen einen Vorteil, weil in diesem Bereich das Beherrschen mehrerer Landessprachen wichtig ist. Neben den Berufen des Unterrichts und der Bildung finden sich viele Einzelberufe, wie zum Beispiel Verkaufs- und Handelsberufe, Medienschaffende, Dienstleistungsberufe oder Berufe des Marketings.

3 Tabelle 4: Beschäftigungsbereiche nach einem Masterabschluss UH (in Prozent) UH Total Hochschule Schule 36 8 Rechtswesen 2* 8 Information und Kultur 14 3 Gesundheitswesen 1** 12 Pädagogische, Psychologische, Soziale Dienste 2* 3 Land- und Forstwirtschaft 0 0,3 Industrie 3* 5 Energie- und Wasserversorgung 0 0,5 Private Dienstleistungen Öffentliche Verwaltung 7 8 Kirchlicher Dienst 1** 0,7 Verbände und Organisationen 2* 3 Erwerbssituation nach Abschlussgrad 34 Prozent derjenigen Bachelorabsolventinnen und -absolventen, die (noch) kein Masterstudium begonnen haben, geben als Grund an, zuerst berufliche Erfahrungen sammeln zu wollen. Jeweils etwa ein Viertel erachtet ein Masterstudium als nicht nötig und/oder hat genug vom Studieren. Häufiger als in anderen Fachbereichen (31 Prozent) entscheiden sie sich vorerst gegen die Aufnahme eines Masterstudiums, da sie Zeit zur Neuorientierung benötigen. Auch wenn die Zahl der Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, welche die Universität mit dem Bachelorabschluss (vorerst) verlassen, relativ klein ist (n=60), so lässt sich aufgrund der Kennzahlen in Tabelle 5 für die Betroffenen Folgendes festhalten: Sie sind häufiger von Erwerbslosigkeit betroffen als der Durchschnitt aller nach einem universitären Bachelor Befragten. Ebenfalls bezeichnend ist die Tatsache, dass ihre Stellen oft keinen inhaltlichen Bezug zum Studium aufweisen, dass vom Arbeitgeber kein Hochschulabschluss verlangt wird, und sie demnach das Studium meist nicht als Grundlage für ihre Berufstätigkeit sehen. Auch ist ihr Einkommen im Vergleich tiefer. All diese Ergebnisse lassen darauf schliessen, dass ein Bachelorabschluss in diesen Fächern keine gute Grundlage für einen Berufseinstieg darstellt. 83 Prozent der befragten Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler absolvierten ein Masterstudium, weil ein Bachelorabschluss für sie nur einen Zwischenschritt darstellt. Jeweils etwas mehr als die Hälfte haben sich zudem aus Interesse und/oder zur Verbesserung der Berufschancen zu diesem Schritt entschieden. Nach dem Masterabschluss geht für 61 Prozent von ihnen die Ausbildung weiter: Viele streben das Lehrdiplom Sekundarstufe II an, 14 Prozent doktorieren. Der Berufseinstieg ist nach einem Masterabschluss in oft nicht ganz einfach. Bis zu einer Anstellung mussten diese Absolventinnen und Absolventen durchschnittlich sechs Bewerbungen (UH Total: fünf) schreiben. Den Grund für die Schwierigkeiten beim Berufseinstieg sehen sie vor allem in der fehlenden Berufserfahrung (63 Prozent) und der gewählten Studienrichtung (65 Prozent). Wer während des Studiums keine Berufserfahrungen gemacht hat, berichtet auch über deutlich mehr Schwierigkeiten bei der Stellensuche (82 vs. 43 Prozent).

4 Die grosse Mehrheit der Masterabsolventinnen und -absolventen ist teilzeitlich beschäftigt, 17 Prozent möchten gerne mehr arbeiten. Die verbreitete Teilzeitarbeit wirkt sich auch auf die finanzielle Situation aus: Das tatsächliche, nicht auf eine Vollzeitstelle hochgerechnete Einkommen liegt bei Franken. Tabelle 5: Kennzahlen Berufseinstieg Absolvent/innen UH (in Prozent) Bachelor 1 (n=60) Bachelor UH Total Master (n=454) Master UH Total Anteil Stellensuchende 13* Schwierigkeiten bei der Stellensuche Studium als gute Grundlage für den Berufseinstieg betrachtet Rückblickend betrachtet nochmals dasselbe Studium wählen Erwerbstätige: Jahresbruttoeinkommen 2 (in Franken) Mehrere Erwerbstätigkeiten werden ausgeübt Berufliche Stellung Praktikant/in 6** Kein inhaltlicher Bezug zwischen Studium und jetziger Tätigkeit Hochschulabschluss für jetzige Tätigkeit verlangt? Nein Ja, im entsprechenden Fach 3** Ja, auch in verwandten Fächern 6** Ja, aber ohne spezifische Fachrichtung 18* Aktuelle Tätigkeit wird angesehen als längerfristige Tätigkeit zusätzliche Ausbildungsstation Gelegenheitsjob 23* Anteil Teilzeitbeschäftigte (Pensum < 90 Prozent) Anteil befristet Angestellte Bezieht sich nur auf jene Bachelorabsolvent/innen, die im Befragungsjahr (noch) kein Masterstudium aufgenommen haben. 2 Als statistisches Mittel wurde der Median verwendet. Die Einkommen der teilzeitlich beschäftigten Personen wurden auf 100 Prozent hochgerechnet.

5 Erwerbssituation nach Fächern Die Zahl der Befragten mit dem Hauptfach Italienisch ist zwar klein, dennoch lassen die Kennzahlen in Tabelle 6 den Schluss zu, dass sie es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben als die anderen Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Sie berichten zum Beispiel deutlich häufiger über Schwierigkeiten bei der Stellensuche und weisen tiefere Einkommen auf. Tabelle 6: Kennzahlen Berufseinstieg Masterabsolvent/innen UH nach Fächern (in Prozent) Deutsch (n=174) Französisch (n=87) Italienisch (n=37) Englisch (n=156) Anteil Stellensuchende 4* 0 7** 6* Schwierigkeiten bei der Stellensuche Studium als gute Grundlage für den Berufseinstieg betrachtet Rückblickend betrachtet nochmals dasselbe Studium wählen Erwerbstätige: Jahresbruttoeinkommen 1 (in Franken) Mehrere Erwerbstätigkeiten werden ausgeübt * 22 Berufliche Stellung Praktikant/in 10 12* 18* 9 Kein inhaltlicher Bezug zwischen Studium und jetziger Tätigkeit Hochschulabschluss für jetzige Tätigkeit verlangt? Nein * 27 Ja, im entsprechenden Fach Ja, auch in verwandten Fächern 27 11* 11** 13 Ja, aber ohne spezifische Fachrichtung 7 8* 26* 10 Aktuelle Tätigkeit wird angesehen als längerfristige Tätigkeit * 44 zusätzliche Ausbildungsstation Gelegenheitsjob * 13 Anteil Teilzeitbeschäftigte (Pensum < 90 Prozent) Anteil befristet Angestellte In der Schule beschäftigt Als statistisches Mittel wurde der Median verwendet. Die Einkommen der teilzeitlich beschäftigten Personen wurden auf 100 Prozent hochgerechnet.

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