Geschäftsbericht 2013/14

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1 Geschäftsbericht 2013/14 Bericht über das 15. Geschäftsjahr der AEW Energie AG vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014

2 2 Kernaussagen KERNAUSSAGEN Kunden werden über das Verteilnetz der AEW Energie AG direkt mit Strom beliefert Mio. kwh betrug der Netzabsatz im vergangenen Geschäftsjahr Kunden beziehen Naturstromprodukte der AEW Energie AG. 58,9 Mio. CHF investierte die AEW Energie AG. 69 Wärmeverbunde werden durch die AEW Energie AG betrieben. 67,1 Mio. CHF beträgt das Unternehmensergebnis der AEW Energie AG.

3 Inhalt / Impressum 3 Inhalt 2 Kernaussagen 3 Inhalt / Impressum 4 Highlights 6 Bericht an die Aktionäre 9 Führungsstruktur 10 Energie 14 Produktion 16 Netze 19 Nachhaltigkeit 20 Mitarbeitende 21 Corporate Governance 28 Beteiligungen 29 Geschäftsjahr auf einen Blick Finanzteil AEW Energie AG 30 Erfolgsrechnung 31 Bilanz (vor Gewinnverteilung) 33 Geldflussrechnung 34 Erläuterungen 39 Verwendung des Bilanzgewinnes 40 Bericht der Revisionsstelle Finanzteil AEW Gruppe 41 Konsolidierte Jahresrechnung 42 Bericht der Revisionsstelle 43 Gesamtergebnisrechnung 44 Bilanz 45 Eigenkapitalnachweis 46 Geldflussrechnung 47 Allgemeine Informationen 50 Grundsätze 64 Risikomanagement 72 Erläuterungen 93 Weitere Informationen 97 Glossar Herausgeberin: AEW ENERGIE AG, Obere Vorstadt 40, Postfach, CH-5001 Aarau Konzept / Realisation: Braintrain AG, ein Unternehmen der Trurnit Gruppe, CH-5000 Aarau Druck: Bürli AG, Döttingen, gedruckt auf FSC-Papier Der AEW Geschäftsbericht ist erhältlich bei: AEW ENERGIE AG, Unternehmenskommunikation, Obere Vorstadt 40, Postfach, CH-5001 Aarau,

4 4 Highlights HIGHLIGHTS 2013/14 1. Oktober Die AEW Energie AG hat zum zweiten Mal den Wettbewerb «Energiesparfamilie» gestartet. Oktober 2013 November Dezember Die AEW Energie AG begrüsst die Einwohner der Gemeinde Brittnau neu als Kunden. Brittnau hat sein Elektrizitätswerk an die AEW Energie AG verkauft. Dezember Oktober Die AEW Energie AG engagiert sich über die «AEW Deutschland GmbH» bei der Entwicklung von Windparkprojekten in Baden-Württemberg (Deutschland). Januar 2014 Februar 2014 März Januar Die AEW Energie AG führt für ihre Naturstrom-Kunden den Energieeffizienzbonus ein. Wer 15 % Strom einspart, erhält eine Gutschrift auf der Rechnung.

5 Highlights 5 8. Juli Start mit dem Neubau des Unterwerks in Sins. Die AEW Energie AG investiert hier CHF 12,5 Mio. in die Verstärkung und Erneuerung der Netzinfrastruktur in der Region Sins. 10. Juli Die AEW Energie AG und das Paul Scherrer Institut (PSI) vertiefen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Energieforschung. April Mai Juni Juli August September August Die AEW Energie AG kündigt per 1. Januar 2015 eine markante Senkung der Energiepreise an und beliefert ihre Privatund Firmenkunden in der Grundversorgung mit 100 % erneuerbarer Energie. 26. September Die Wärmeverbund Rheinfelden AG nimmt den Betrieb auf. Die Zähringerstadt wird mit Bierwärme beheizt.

6 6 Bericht an die Aktionäre Gutes operatives Ergebnis in schwierigem Marktumfeld Die AEW Energie AG erzielte in einem schwierigen Marktumfeld im Geschäftsjahr 2013/14 ein gutes operatives Ergebnis. Das operative Ergebnis (EBIT) von CHF 59,1 Mio. (CHF 13,4 Mio. über Vorjahr) ist vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation als gut zu werten. Nachdem das Vorjahresergebnis mit ausserordentlichen Rückstellungen, primär aus Produktionsrisiken, belastet war, mussten im Berichtsjahr dank Projektoptimierungen netto keine zusätzlichen Rückstellungen gebildet werden. Die AEW Energie AG hat sich im schwierigen Marktumfeld dank Effizienzsteigerungen, Fokussierung in der Marktbearbeitung und Flexibilisierung in der Strom-Beschaffung auf die neuen Marktgegebenheiten ausgerichtet. Das Netzgeschäft als Hauptsegment lieferte trotz eines witterungsbedingt um 2,0 % tieferen Absatzes ein stabiles Ergebnis auf Vorjahresniveau. Das Überangebot an elektrischer Energie im europäischen Umfeld führte zu weiter sinkenden Grosshandelspreisen und zu einer weiter steigenden Wettbewerbsintensität. Unsere Kunden konnten von den sinkenden Energiepreisen profitieren. Dies führte zu einer Umsatzreduktion und zu weiteren Margeneinbussen im Energiegeschäft. Positiv auf das operative Ergebnis wirkten sich die Dienstleistungen aus. Entstehung der Wertschöpfung 58,5 % Strombeschaffungs- und Warenaufwand 3,5 % Material und Fremdleistungen 3,2 % Sach- und Betriebsaufwand 0,1 % Finanzaufwand 6,3 % Abschreibungen und Wertveränderungen 28,4 % Nettowertschöpfung Mitarbeitende nach Segmenten (ohne Lernende) Das Finanzergebnis liegt bei gleichbleiben der Dividende der Axpo Holding AG mit CHF 19,0 Mio. praktisch auf dem Vorjahresniveau von CHF 19,1 Mio. Dies führt zu einem ordentlichen Unternehmensergebnis nach Steuern von CHF 67,1 Mio., welches CHF 12,6 Mio. über Vorjahr liegt. Der Grossteil der Nettoinvestitionen in Sachund immaterielle Anlagen von insgesamt CHF 58,9 Mio. floss in die Anlagenerneuerung zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit der Netzinfrastruktur und in den Erwerb von Ortsnetzen. Weiter wurden CHF 10,4 Mio. in Wärmeverbunde investiert. Die Investitionen konnten wiederum vollumfänglich aus dem betrieblichen Geldfluss gedeckt werden. Hinter der Planung zurück blieben die Investitionen in 7 Produktion 163 Netz 14 Netznahe Dienstleistungen 29 Elektrische Energie 14 Wärme 5 Telco 37 Übrige 269 Total

7 Bericht an die Aktionäre 7 Ernst Werthmüller (Präsident des Verwaltungsrates), Dr. Hubert Zimmermann (CEO) Verwendung der Wertschöpfung neue erneuerbare Energien, deren Ausbau durch externe, von der AEW Energie AG nicht beeinflussbare Faktoren, nach wie vor behindert wird. 29,1 % Mitarbeitende 19,6 % Öffentliche Hand 16,0 % Aktionäre (Kanton Aargau) 0,3 % Kreditgeber 35,0 % Unternehmen Nettoinvestitionen nach Anlagekategorien TCHF (inkl. Anlagen im Bau) Betriebsanlagen Verteilung Übrige Netzteile Betriebsimmobilien Betriebsanlagen Erzeugung Übrige Betriebsanlagen inkl. Wärme Immaterielle Anlagen Total Die Bilanz des Unternehmens ist stark und weist eine unverändert hohe Eigenkapitalquote aus, eine wichtige Voraussetzung zur Erfüllung der langfristigen Unternehmensziele. Die Wertentwicklung in der konsolidierten Bilanz ist volatiler geworden. Die Konsequenzen der energiepolitischen Entwicklung im europäischen Umfeld wirken sich insbesondere auf Firmen mit grossem Engagement in der Produktion aus, davon betroffen ist auch die AEW Beteiligungsgesellschaft Axpo Holding AG. Schwerpunkte im Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat versammelte sich zu sechs Sitzungen und einer Klausur, der Strategieausschuss zu zwei Sitzungen und der Prüfungs- und Finanzausschuss zu sieben Sitzungen. Neben den laufenden Geschäften bildeten folgende Themen die inhaltlichen Schwerpunkte der Tätigkeit: die Entwicklungen der energiepolitischen Rahmenbedingungen, insbesondere betreffend die Energiestrategie 2050 des Bundesrates und die vollständige Markt öffnung, Entwicklungen des Strommarktes, das Verhältnis und die Kontaktpflege zum Eigentümer, die Unternehmensstrategie und -planung, die Geschäftsentwicklung in allen Geschäftssegmenten, Schlüsselinvestitionen, die Entwicklungen in den Beteiligungsgesellschaften, namentlich der Axpo Holding AG, und der neuen erneuerbaren Energien sowie personelle Angelegenheiten. Nach dem Rücktritt von Dr. Olivier Robert an der Generalversammlung 2014 wurden in einem Ausschreibeverfahren unter Führung des ad hoc gebildeten Nominationsausschusses in enger Abstimmung mit dem Eigentümer zwei neue Verwaltungsratsmitglieder evaluiert. Anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung vom 23. Oktober 2014 wurden Dr. Raffael Schubiger, Geschäftsführer, Baden, und Jörg Walther, Rechtsanwalt, Aarau, für die

8 8 Bericht an die Aktionäre laufende Amtsperiode bis zur nächsten Wahl 2015 gewählt. Damit gelang es, den Verwaltungsrat mit bestens qualifizierten Persönlichkeiten zu ergänzen und zusätzlich zu verjüngen. Gemäss den Statuten der AEW Energie AG findet eine jährliche Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrats statt. Massive Marktverzerrungen im europäischen Umfeld Wasserkraft weiter stark unter Druck Preisreferenz für elektrische Energie in der Schweiz sind die Termin-Marktpreise an der Strombörse in Leipzig. Diese sanken im Verlauf des Berichtsjahres weiter. Auslöser waren Überkapazitäten, bedingt durch massiv geförderte neue erneuerbare Energien und eine bescheidene Nachfrage im europäischen Raum, sowie weiter sinkende Preise für Kraftwerkskohle und tiefe Preise für CO 2 -Zertifikate. Die Marktverzerrungen durch die massive Förderung akzentuierten sich, und es ist weiter kein Ende dieser Entwicklung abzusehen. Diese Preisentwicklung beeinträchtigt die Wirtschaftlichkeit der einheimischen Wasserkraft massiv. Zusätzlich negativ wirken sich steigende Gestehungskosten, bspw. durch Anlagenerneuerungen oder durch die Erhöhung des Wasser zinses um 10 % per 1. Januar 2015, aus. Totalrevision des Energiegesetzes Mit der am 4. September 2013 vom Bundesrat verabschiedeten Botschaft zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 legte dieser eine Totalrevision des Energiegesetzes sowie Änderungen in neun weiteren Gesetzen vor, um damit auch den 2011 von Bundesrat und Parlament gefällten Grundsatzentscheid für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie umzusetzen. Das erste Massnahmenpaket sieht einen Ausbau der Produktion aus erneuerbaren Energien, die Senkung des Energieverbrauchs und eine verbesserte Energieeffizienz vor. Damit soll die Energieversorgung ohne Kernenergie langfristig sichergestellt werden. Die Kommission für Umwelt, Energie und Raumplanung des Nationalrates hat den Entwurf zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 beraten. Nach intensiver Vorberatung in der Kommission war die Vorlage per Ende Oktober 2014 bereit für die Behandlung im Nationalrat. Die Arbeiten zur Vorbereitung der vollständigen Strommarktöffnung wurden weitergeführt. Der Bundesrat hat am 8. Oktober 2014 die Vernehmlassung zu einem Bundesbeschluss über die volle Strommarktöffnung gestartet. Ab 2018 sollen alle Schweizer Stromkonsumentinnen und -konsumenten, also auch die Haushalte und das Gewerbe, ihren Stromlieferanten selber wählen können. Die AEW Energie AG spricht sich für eine vollständige Marktöffnung für alle Kunden aus. Ausführliche Informationen über wichtige Tätigkeiten und Entwicklungen sowie deren finanzielle Auswirkungen finden sich im Jahresbericht und in der Jahresrechnung, inklusive des Anhanges zur konsolidierten Jahresrechnung nach IFRS, die auf in vollständiger Form publiziert sind. Dank Wir danken den Lesenden im Namen des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung für das Interesse an der AEW Energie AG. Sehr gerne danken wir allen Mitarbeitenden unseres Unternehmens für ihren engagierten Einsatz für unser Unternehmen. Auch gilt unser Dank allen Kundinnen und Kunden, Lieferanten und Partnern sowie dem Eigentümer für das Vertrauen und die Unterstützung. Die AEW Energie AG wird ihre Tätigkeit auch künftig auf die sichere, kompetitive und umweltgerechte Versorgung der Kunden mit elektrischer Energie fokussieren. Die Ausrichtung der Dienstleistungen auf die sich verändernden Kundenbedürfnisse wird konsequent weiterverfolgt. Dies unter Einhaltung einer wirtschaftlichen Unternehmensführung mit dem Ziel der langfristigen Sicherung und Steigerung des Unternehmenswerts. Aarau, 14. Januar 2015 Ernst Werthmüller Präsident des Verwaltungsrates Dr. Hubert Zimmermann CEO

9 Führungsstruktur 9 Führungsstruktur der AEW Energie AG Stand: 1. Januar 2015 CEO Dr. H. Zimmermann * Personal R. Gerhard Unternehmenskommunikation Y. Kohler Geschäftsentwicklung M. Jaggi Produktion Dr. H. Zimmermann * Finanzen, Stv. CEO D. Schibli * Energie M. Ritter * Netze R. Soland * Erneuerbare Energie L. Lutz Controlling C. Wildi Vertrieb Privat- und Gewerbekunden M. Ritter Netznutzungs- Management Dr. G. Castelli RC Bremgarten J. Füglistaler Informatik und Organisation C. Urbani Vertrieb Industriekunden und Energieversorger A. Bächli Netzinfrastruktur und Betrieb A. Schwammberger RC Lenzburg W. Brunner Dienste und Beteiligungsmanagement M. Bartholdi Energiewirtschaft und Beschaffung D. Stäger Messung und Telematik P. Hauser RC Rheinfelden S. Bühlmann Rechnungswesen Th. Freymond Service Center R. Müller Vermessung J. Reist RC Turgi K. Bächli Wärme M. Kränzlin Arbeitssicherheit und Ausbildung H. Wernli * Mitglied der Geschäftsleitung Geschäftsbereich Abteilung Stab

10 10 Energie Die Partnergemeinde und Energiestadt Dottikon Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit Die AEW Energie AG behauptete sich weiterhin als führende Energielie fe r antin im Kanton Aargau. Trotz zunehmender Wettbewerbsintensität am Markt konnte die AEW Energie AG dank bedürfnisorientiertem Leistungsangebot und konsequenter Kostenoptimierung ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. 78 Gemeinden werden von der AEW Energie AG direkt mit Strom versorgt. Im Segment der Grosskunden gelangen der AEW Energie AG ausserhalb ihres Versorgungsgebietes einige grössere Vertragsabschlüsse mit Industriekunden. Die tiefen Grosshandelspreise intensivierten den Wettbewerbsdruck weiter, und so waren auch im Geschäftsjahr einige Kundenwechsel zu verzeichnen. Insbesondere grosse Endverteiler sowie Stadtwerke nutzten die Möglichkeit, ihre Energie mittels Mehrlieferantenstrategie am Grosshandelsmarkt zu beschaffen. Diese Abgänge bewirkten einen tieferen Stromabsatz, der auch durch die Akquisitionen bei den Industriekunden nicht ausgeglichen werden konnte. Diesen Herausforderungen begegnet die AEW Energie AG mit einem attraktiven und flexiblen Produktportfolio. An verschiedenen Veranstaltungen wurden die Kunden über die Möglichkeiten AEW Stromkennzeichnung 2013 beim Wechsel von der Grundversorgung in den freien Strommarkt sowie über die differenzierte Ausgestaltung der Produkte und Dienstleistungen der AEW Energie AG informiert. Tiefere Energiepreise Kostenoptimierungen im Vertrieb und bei der Beschaffung sowie Preisentwicklungen am Grosshandelsmarkt wirkten sich positiv auf die Energie kosten aus, sodass die Energiepreise gesenkt werden konnten. Dies vermochte jedoch die Erhöhung der Preise für Netznutzung und vor allem bei gesetzlichen Abgaben nicht vollständig zu kompensieren. Die Gesamtstrompreise der Basisprodukte für Privat- und Firmenkunden und für die öffentliche Beleuchtung mussten deshalb leicht erhöht werden. Neue Partnergemeinden Bei den direkt versorgten Gemeinden, den Partnergemeinden, konnten im Laufe des Berichtsjahres zwei Neuzugänge begrüsst werden. Die Versorgungsnetze der Gemeinden Gansingen und Brittnau mit rund Einwohnern wurden in das Netz der AEW Energie AG überführt. Somit werden insgesamt 78 Gemeinden im Kanton Aargau direkt durch die AEW Energie AG versorgt. 39,3 % Wasserkraft, Sonne, Wind und Biomasse aus der Schweiz 2,4 % geförderter Strom aus der Schweiz 58,3 % Kernenergie aus der Schweiz

11 Energie % erneuerbare Energie Im Berichtsjahr wurden Anpassungen im Produktsortiment für Geschäftskunden und Endverteiler vorgenommen. Bei der Grundversorgung sowie der Marktenergie wurde zusätzliche Flexibilität innerhalb der Produkte geschaffen. Zudem hat die AEW Energie AG für nachgewiesene Stromeinsparungen bei ihren beiden Naturstromprodukten einen Effizienzbonus eingeführt. Sie verstärkt auch im Folgejahr ihr Engagement für die erneuerbaren Energien und beliefert ab Januar 2015 die Privat- und Firmenkunden in der Grundversorgung ausschliesslich mit 100 % erneuerbarer Energie. Unterstützung für mehr Energieeffizienz Mit der Umsetzung des Grossverbraucherartikels im kantonalen Energiegesetz sind Grosskunden verpflichtet, ihren Energieverbrauch zu analysieren und Massnahmen zur Verbrauchsoptimierung zu realisieren. Die AEW Energie AG unterstützte ihre Grosskunden auch im Geschäftsjahr mit ihren Energieeffizienzdienstleistungen für Heizung, Kälte, Lüftung und Strom bei der Erfüllung dieser kantonalen Zielvorgaben. Energiebeschaffung 92,1 % der elektrischen Energie beschaffte die AEW Energie AG am freien Markt, bevorzugt bei ihrer strategischen Partnerin Axpo. Zur direkt verwerteten Eigenproduktion von 7,2 % aus den eigenen Kraftwerken und von Beteiligungen lieferten weitere unabhängige Produzenten 0,7 % der für den Absatz benötigten Energie. Weiteres Wachstum beim Naturstrom Das Interesse der Privatkunden an den beiden Naturstromprodukten AEW naturstrom und AEW naturstrom+ war auch im Berichtsjahr ungebrochen. Die abgesetzte Menge hat sich gegenüber dem Vorjahr um 51 % gesteigert. Insgesamt bezogen per Ende Berichtsjahr rund (Vorjahr ) der Kunden Naturstrom. Mehr als die Hälfte der direkt versorgten Gemeinden bezieht Naturstrom für die gemeindeeigenen Bauten und Anlagen wie öffentliche Beleuchtung oder die Wasserversorgung. Eine grosse Anzahl von Endverteilern nutzte das Naturstrom-Partnerschaftsmodell der AEW Energie AG zur Vermarktung von lizenzierten Naturstromprodukten in ihrem direkten Versorgungsgebiet. Stromkennzeichnung 2013 Die AEW Energie AG belieferte ihre Endkunden im Kalenderjahr 2013 wiederum ausschliesslich mit Energie aus schweizerischer Produktion. Die Stromkennzeichnung bildet einzig den Strom ab, der den Endverbrauchern geliefert wird, wobei dieser vollständig mit Herkunftsnachweisen hinterlegt ist. 58,3 % stammten aus schweizerischen Kernkraftwerken. Der Anteil der erneuerbaren Energien sank auf 41,7 %, darin sind 2,4 % geförderter Strom enthalten. Neuregistrierungen bei Ökostrombörse Die mit Aargauer Stadtwerken Ende 2011 lancierte Online-Plattform weckt Interesse bei Produzenten aus der ganzen Schweiz: Mit 270 neu registrierten Anlagen hat sich im Kalenderjahr 2013 die Anzahl der angemeldeten Produzenten um fast das Doppelte auf 613 erhöht. In 13 Ausschreibungen wurden Herkunftsnachweise für 4,95 Mio. kwh vermittelt, davon 3,6 Mio. kwh allein von Photovoltaikanlagen. Erfolgreiche Naturstrombörse Mit der Naturstrombörse besteht ein weiterer wichtiger Absatzkanal für erneuerbare Energien. Die Internetplattform bietet Privatkunden die Möglichkeit, Ökostrom direkt aus der Nachbarschaft zu beziehen. Der Verein Aargauer Natur strom (ANS) unterstützte über die Naturstrombörse sowie durch den Verkauf von Naturstrom-Tranchen wiederum viele regionale Produzenten. Insgesamt wurden im Kalenderjahr über 1 Mio. kwh in rund Tranchen Naturstrom abgesetzt. Es wurden Fördergelder in der Höhe von CHF für den Bau neuer Anlagen ausbezahlt. Per Ende 2013 zählte der Verein mit der AEW Energie AG 73 Verteilnetzbetreiber als Mitglieder Kunden beziehen Naturstromprodukte der AEW Energie AG. 4,95 Mio. kwh wurden von der Ökostrombörse vermittelt.

12 12 Energie Wärmeverbund Rheinfelden AG, die Zähringerstadt wird mit Bierwärme beheizt Stefan Bienz Das Wärmegeschäft wächst weiter Mit ihren Wärmeverbunden reduzierte die AEW Energie AG den Einsatz fossiler Energien. 150 Mio. kwh Wärmeenergie aus überwiegend erneuerbaren Quellen werden inzwischen in 69 Fernwärmenetze eingespeist. Übersicht Wärmeverbunde Möhlin Rheinfelden Magden Kaiseraugst Pratteln Liestal Itingen Bubendorf BL Diegten Kaisten Oeschgen Bözen Effingen Windisch Schinznach Küttigen Wohlenschwil Erlinsbach Lenzburg Kaiserstuhl Ehrendingen Wettingen ZH Spreitenbach Mellingen Stetten Bergdietikon 69 Wärmeverbunde werden durch die AEW Energie AG betrieben. SO Hirschthal Uerkheim Rothrist BE LU Rheinfelden: 5 Anlagen Kaiseraugst: 4 Anlagen Gemeinden mit mehreren Anlagen: Möhlin: 7 Anlagen Bremgarten: 2 Anlagen Rheinfelden: 5 Anlagen Kaiseraugst: 4 Anlagen Möhlin: 7 Anlagen Bremgarten: 2 Anlagen Dottikon Gretzenbach Ammerswil Unterkulm Oberkulm Meisterschwanden Menziken Bremgarten Muri Obfelden Sins ZG Gattikon Wangen b. Dübendorf Horgen Uetikon am See Übersicht Wärmeverbunde der AEW Energie AG Immer mehr Gemeinden und Bauherren setzen auf Wärmesysteme, die Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugen, und suchen die Partnerschaft mit der AEW Energie AG. Das Wärmegeschäft wächst Jahr für Jahr. Per Ende Geschäftsjahr betrieb die AEW Energie AG 69 Fernwärmenetze. Damit können über Haushalte mit 150 Mio. kwh Wärmeenergie (Vorjahr: 124 Mio. AEW ENERGIE AG kwh) auf Basis von vorwiegend erneuerbaren Obere Vorstadt 40 Energien zur Gebäudebeheizung CH-5001 Aarau und auch zur T , F Warmwassererzeugung versorgt werden. Weiter Massstab 1 : 430'000 wurden zahlreiche neue Anschlüsse an bestehende Wärmenetze erstellt und mit der Realisierung von vier weiteren Wärmeverbunden gestartet. SCK /

13 Energie 13 Auch ausserhalb ihres Versorgungsgebietes ist die Kompetenz der AEW Energie AG gefragt: Einer der neuen Wärmeverbunde wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Uetikon am See ZH erstellt. Damit betreibt die AEW Energie AG elf Wärmeverbunde ausserhalb des Kantons Aargau. Beitrag zu Klimazielen Der Einsatz von erneuerbaren Energien bei den Wärmenetzen reduziert den Anteil an fossilen Rohstoffen wie Heizöl und Erdgas bei der Wärmeenergie beträchtlich. Bei einem Vergleich mit Heizöl würden 15 Mio. Liter pro Jahr eingespart, was eine erhebliche Reduktion beim Ausstoss von CO 2 bedeutet. Im Geschäftsjahr wurden Anzahl Wärmeanlagen (durch die AEW Energie AG betrieben) insgesamt Tonnen CO 2 eingespart, rund Tonnen CO 2 mehr als im Vorjahr. Damit leisten die AEW Energie AG und ihre Kunden einen substanziellen Beitrag zur Verringerung der CO 2 -Emissionen und unterstützen so die Klimapolitik des Bundes. Wärmeversorgung für Neubau-Grossquartier Anfang 2014 konnte mit dem Bau der Energiezentrale für den Wärmeverbund Staufen begonnen werden. Am westlichen Dorfrand entstehen auf einer Fläche von m 2 rund 500 Wohnungen im neuen Quartier Esterli- Flöösch. 380 der vor Bauvollendung stehenden Wohnungen werden ab Anfang 2015 durch die AEW Energie AG mit Wärme für Heizung und Warmwasseraufbereitung versorgt. Die Wärmekunden profitieren ganzjährig von Energie auf der Basis von regional produzierten Holzschnitzeln. Mit dem neuen Staufner Wärmeverbund können jährlich rund 1,9 Mio. kwh an fossiler Energie und damit 500 Tonnen CO 2 eingespart werden Tonnen CO 2 sind durch die Wärmeverbunde der AEW Energie AG vermieden worden. 25 Wärmepumpen 25 Holzschnitzelanlagen 12 Holzpelletsanlagen 5 Wärmerückgewinnung und Fernwärme 2 Erdgasanlagen Energieabgabe Wärmeanlagen (durch die AEW Energie AG betrieben) Energieabgabe in Mio. kwh Pionierprojekt am Netz Kurz vor Ende des Geschäftsjahres ging die Wärmeverbund Rheinfelden AG ans Netz. Das Projekt ist gemeinsam mit der Stadt Rheinfelden realisiert worden. Es versorgt Liegenschaften im Gebiet Schifflände, Teile der Altstadt sowie die im Bau stehende Überbauung Salmenpark mit umweltfreundlicher Wärme für Heizzwecke und Warmwasseraufbereitung aus der Brauerei Feldschlösschen. Die ersten 200 Liegenschaften in Rheinfelden werden seit September 2014 aus der Anlage beheizt, über 400 weitere Haushaltungen kommen bis Ende 2015 hinzu. Das Pionierprojekt nutzt Niedertemperaturabwärme von rund 25 C aus der Brauerei und wandelt diese in eine höhere Temperatur von bis zu 81 C um. Die Fernwärmeanlage erzeugt so über 90 % der Wärme CO 2 -frei. Aus der Gesamtleistung von rund kw resultieren 12 Mio. kwh Heizenergie. Würde man diese Menge mit Heizöl oder Gas erzeugen, müsste man jährlich Liter Heizöl oder m 3 Erdgas einsetzen. Heizöl würde mit jährlich rund Tonnen und Erdgas mit rund Tonnen CO 2 -Emissionen zu Buche schlagen. 55,2 Wärmepumpen 69,4 Holzschnitzelanlagen 4,9 Holzpelletsanlagen 19,4 Wärmerückgewinnung und Fernwärme 0,6 Erdgasanlagen

14 14 Produktion Weiterer Zubau in der Photovoltaik Im Berichtsjahr erfolgte vor allem bei der Photovoltaik ein weiterer Zubau mit neuen Anlagen. Bestehende Projekte bei der Windenergie und in der Kleinwasserkraft wurden weiter vorangetrieben. 5 x 2,3 Megawatt beträgt die Leistung der geplanten Windturbinen im Windpark Burg. Bei den neuen Energien zeigte sich im Geschäftsjahr vor allem im Bereich Photovoltaik ein starkes Wachstum mit der Inbetriebnahme von zwei neuen Anlagen, dem Baubeginn von drei weiteren Anlagen und der Projektierung von nochmals zwei Anlagen. Damit wird sich die installierte Leistung um ein Dreifaches erhöhen. Bei den Projekten für Windparks und Kleinwasserkraft wurden wichtige Zwischenschritte erreicht. Photovoltaik Im Bereich der Photovoltaik (PV) hat die AEW Energie AG einen grossen Schritt getan. Eine PV-Anlage mit 95 kwp ist auf einem Werkgebäudedach des Paul Scherrer Instituts installiert und in Betrieb genommen worden. Eine weitere Anlage mit 146 kwp ist bei einem Geflügelbetrieb in Mellingen fertiggestellt worden. Es wurde mit dem Bau dreier weiterer Anlagen begonnen: Beim Regional-Center Lenzburg der AEW Energie AG wird die bestehende Anlage um 177 kwp erweitert, eine 275 kwp-anlage ist bei einem Geflügelbetrieb in Sins im Bau und die dritte Anlage mit 24 kwp kommt auf eine Turnhalle in Oberkulm zu stehen. Die Projektierung zweier grosser PV-Anlagen mit 220 kwp und 705 kwp wurde gestartet mit dem Ziel, die beiden Anlagen in der nächsten Berichtsperiode in Betrieb zu nehmen. Windenergie Windparkprojekte benötigen einen langen Atem. Bis zur Realisierung vergehen Jahre. Nach wie vor in Bearbeitung sind die beiden Projekte Windpark Burg und Windpark Lindenberg, an denen die AEW Energie AG beteiligt ist. Eine wichtige Zwischenetappe wurde beim Windpark Burg erreicht: die Komplettierung der Umweltverträglichkeitsprüfung. Sie kann wie geplant Anfang 2015 bei den Behörden eingereicht werden. Die Umweltverträglichkeitsprüfung behandelt alle umweltrelevanten Aspekte und ist erforderlich, um die Zonenänderung für den Bau der Anlage zu beantragen. Die Erschliessungsplanung für den Anschluss des Windparks ans Netz wurde definiert, ebenso wurden die fünf Standorte der Windturbinen von der Projektgesellschaft festgelegt. Beim Windpark Lindenberg wurde eine Windmessungseinrichtung erstellt. Sie befindet sich auf 90 Metern Höhe und wird voraussichtlich zwei Jahre lang die Windstärke auf dem Lindenberg messen. Zudem konnte in der Gemeinde Hohenrain LU ein weiterer Windtur binenstandort gesichert werden. Mit der im Oktober 2013 gegründeten AEW Deutschland GmbH werden Windpark projekte im süddeutschen Raum entwickelt mit dem Ziel, diese bei Genehmigung entweder selbst zu bauen und zu betreiben oder Dritten anzubieten. Wasserkraft Für das Projekt der zusätzlichen Wassernutzung beim Einlaufkanal des Reusskraftwerks Museum Bruggmühle war man im Berichtsjahr mit der Ausarbeitung des Konzessionsgesuches beschäftigt. Es soll bis Anfang 2015 fertiggestellt sein.

15 Produktion Dieses Projekt sieht den Einbau einer neuartigen Turbine vor. Produktion aus dem AEW eigenen Kraftwerk Bremgarten-Bruggmühle verwertete die AEW Energie AG selbst. Die Wasserführung erlaubte eine Produktion von 99,6 % (Vorjahr: 108 %) der Normalproduktion bei der KWA und 92,7 % bei der LKW (Vorjahr: 100 %). Die Produktion aus neuen erneuerbaren Energien wird über Naturstromprodukte am Markt abgesetzt, für den Eigenbedarf verwendet oder über die Bilanz gruppe für erneuerbare Energien verwertet. Verwertung der eigenen Stromproduktion Die Verwertung der Energie aus eigenen Pro duktionsstätten sowie der Beteiligungs- und Vorzugsenergie erfolgte im Rahmen der stra tegischen Partnerschaft zum grossen Teil durch die heutige Axpo Trading AG. Die Beteiligungs Übersicht AEW AEW Kraftwerke Kraftwerke und und Beteiligungen Beteiligungen Übersicht energien aus der Kraftwerk Augst AG (KWA) und der Limmatkraftwerke AG (LKW) sowie die Kraftwerke und Beteiligungen Übersicht 12 der AEW Energie AG Ausserhalb Kanton Kanton AG AG Ausserhalb Wasserkraftwerke (> (> MW) MW) Wasserkraftwerke AEWKraftwerk KraftwerkBremgarten-Zufikon Bremgarten-Zufikon AEW AarewerkeAG, AG,Klingnau Klingnau Aarewerke KraftwerkAugst AugstAG, AG,Augst Augst Kraftwerk KraftwerkReckingen ReckingenAG, AG,Küssaberg KüssabergDD Kraftwerk Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG,Waldshut-Tiengen Waldshut-TiengenDD Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG, RheinkraftwerkSäckingen SäckingenAG, AG,Bad BadSäckingen SäckingenDD Rheinkraftwerk Klein-Wasserkraftwerke (< (< MW) MW) Klein-Wasserkraftwerke AEWKraftwerk KraftwerkBremgarten-Bruggmühle Bremgarten-Bruggmühle AEW LimmatkraftwerkeAG, AG,Turgi Turgi Limmatkraftwerke LimmatkraftwerkeAG, AG,Schiffmühle Schiffmühle Limmatkraftwerke LimmatkraftwerkeAG, AG,Kappelerhof Kappelerhof Limmatkraftwerke Limmatkraftwerke AG, Aue Limmatkraftwerke AG, Aue Photovoltaikanlagen Photovoltaikanlagen Rheinfelden:44Anlagen, Anlagen,AEW AEWEnergie EnergieAG AG Rheinfelden: AEWRegional-Center Regional-CenterTurgi, Turgi,Untersiggenthal Untersiggenthal AEW DoppelturnhalleRisi Risiin indottikon, Dottikon,AEW AEWEnergie EnergieAG AG Doppelturnhalle AEWRegional-Center Regional-CenterLenzburg Lenzburg AEW Kraftwerk Augst AG, Augst Kraftwerk Augst AG, Augst GesellschaftMont-Soleil, Mont-Soleil,Mont-Soleil Mont-Soleil Gesellschaft AnlageSchöni Schöniin inbaden-rütihof, Baden-Rütihof,AEW AEWEnergie EnergieAG AG Anlage Werkstattgebäude PSI in Villigen, AEWEnergie EnergieAG AG Werkstattgebäude PSI in Villigen, AEW AnlageGisi Gisiin inmellingen, Mellingen,AEW AEWEnergie EnergieAG AG Anlage Neudorf-Turnhallein inoberkulm, Oberkulm,AEW AEWEnergie EnergieAG AG Neudorf-Turnhalle Windkraftwerk Windkraftwerk 22 Juvent JuventSA, SA,Saint-Imier Saint-Imier 22 Kernkraftwerk Kernkraftwerk 23 Kernkraftwerk KernkraftwerkLeibstadt LeibstadtAG, AG,Leibstadt Leibstadt 23 Stand: Stand: kwp Photovoltaik-Anlagen leistung wurden hinzu gebaut.

16 16 Netze Die Netzelektriker der AEW Energie AG sind für die Netzinfrastruktur zuständig Wachsende Investitionen in das Netz Um das Versorgungsnetz für künftige Anforderungen bereitzuhalten, ist der stetige Ausbau der Netzinfrastruktur ein zentrales Anliegen der AEW Energie AG. Damit stärkt sie die Versorgungssicherheit Mio. kwh betrug der Netzabsatz im vergangenen Geschäftsjahr. Der Netzabsatz erreichte Mio. kwh und liegt damit 2,0 % unter der Vorjahresmenge. Der Rückgang betraf dabei vor allem das Segment der Haushaltskunden. Bei den Industriekunden dagegen war eine geringe Zunahme zu verzeichnen. Der Rückgang bei den Haushaltskunden war dabei primär auf die meteorologischen Verhältnisse im Geschäftsjahr zurückzuführen. Netzwirtschaft Für die Netzwirtschaft relevant sind neben den Erlösen die Betriebs- und Kapitalkosten. In den Betriebskosten sind auch externe Kosten wie die Netznutzung der vorgelagerten Netzbetreiber enthalten, welche die AEW Energie AG nicht beeinflussen kann. Die vom Bundesrat festgelegte Verzinsung des im Stromnetz gebundenen Kapitals (WACC) ist im Kalenderjahr 2014 aufgrund neuer Berechnungsgrundsätze von 3,83 % auf 4,7 % angestiegen. Deswegen erhöhten sich nicht nur die eigenen Kapitalkosten, sondern auch die Kosten, die an die vorgelagerten Netzbetreiber zu leisten waren. Netznutzungspreise Die AEW Energie AG erhöhte im Kalenderjahr 2014 die Netznutzungspreise. Gründe dafür sind der angestiegene WACC sowie die massive Erhöhung der Kosten für die Systemdienstleistungen der Swissgrid von 0,31 Rp./kWh auf 0,64 Rp./kWh. Dies hatte Auswirkungen auf die Endpreise der Kunden. Im schweizweiten Vergleich bewegen sich die Netznutzungspreise der AEW Energie AG für die Haushalte (Netzebene 7) trotzdem noch unter dem Durchschnitt. Die Netzpreise für die Verteilnetzbetreiber (Netzebene 5a) und die Industrie (Netzebene 5b) liegen im unteren Drittel. Netzinfrastruktur und Betrieb Auf einen langfristigen Zeitraum angelegt ist die Spannungsumstellung des Hochspannungsnetzes der Axpo von 50 kv auf 110 kv. Damit soll die Leitungskapazität ausgebaut und den zukünftigen Bedürfnissen angepasst werden. Für die AEW Energie AG ist das Projekt relevant, da zahlreiche Unterwerke als Übergabepunkte entsprechend umgerüstet werden müssen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind die Netzziele für den Abschluss der Etappe 2015 terminiert und die weiteren Etappen mit der Axpo konkretisiert worden. Netzplanung Für die zukünftige Versorgung der Grossindustrie, bedingt durch Neubauten und Erweiterungen, im Raum Lenzburg und im Fricktal, wurden vertiefte Netzanalysen durchgeführt. Einen Schwerpunkt bildete auch die Netzintegration des neuen Unterwerks Schafisheim. Weiter wurde eine hohe Anzahl von Anschlussgesuchen von zukünftigen Stromproduzenten im Kanton Aargau, hauptsächlich Photovoltaikanlagen, bearbeitet.

17 Netze 17 Investitionen in die Netzinfrastruktur Verschiedene Industrien bauen aktuell ihre Produktionsanlagen aus, was einen erhöhten Bedarf an Energie verursacht. Weiter wird mit einem Wachstum der Bevölkerung gerechnet. Vor diesem Hintergrund investiert die AEW Energie AG in ihre Netzinfrastruktur und stärkt damit die Versorgungssicherheit. In Rekingen haben im Februar die Arbeiten für den Neubau eines Unterwerks begonnen, welches dasjenige von Zurzach ersetzt. Im Juli starteten die Bauarbeiten für das neue Unterwerk im Areal Industrie Nord in Sins und Mitte September erfolgte der Spatenstich für den Bau eines neuen Unterwerks in Schafisheim. Bei den Mittelspannungsleitungen (16 kv) wurde die Verkabelung der Teilstrecke Sins Oberrüti bis Ende des Geschäftsjahres realisiert. Verschiedene Ausbauten konnten koordiniert mit dem Kanton und den Gemeinden durchgeführt werden. Unterhalt Netz und Anlagen Gut gewartete Anlagen bilden das Rückgrat für eine sichere Stromversorgung. In diesem Zusammenhang führte die AEW Energie AG durch das Jahr verschiedenste Unterhaltsarbeiten (Kontrollen, Inspektionen, Funktionskontrollen, Wartungen, Prüfungen) an all ihren Anlagen durch. Immer wieder nisten Störche auf Freileitungsmasten. Die AEW Energie AG hat sich entschieden, in einer in der Schweiz einzigartigen Aktion zwei Storchennester zu zügeln, anstatt sie, wie sonst üblich, einfach zu entfernen. So wurden in Rottenschwil und Oberlunkhofen zwei Nester auf Masten neu platziert, sodass zukünftig sowohl die Störche als auch das Stromnetz unversehrt bleiben. Betrieb In der Netzleitstelle in Aarau wurden die komplette Hardware des Leitsystems erneuert und umfangreiche Software-Updates durchgeführt. Eine der wichtigsten Zielsetzungen für die Erneuerung war auch die Erhöhung der IT-Sicherheit. Weiter befasste sich die AEW Energie AG intensiv mit OSTRAL, dem vom Bund eingesetzten Programm für die Elektrizitätswirtschaft zur Bewältigung von Mangellagen in der Stromversorgung. Telecom Das Glasfasernetz wurde mit weiteren Strecken ergänzt. So wurden weitere Gemeinden in Vorbereitung auf die kommenden Kommunikationsbedürfnisse hin erschlossen. Zudem konnte der Ausbau des Telekommunikations-Backbones mit der leistungsfähigeren MPLS-Technologie abgeschlossen werden. Störungsursachen im Mittelspannungsnetz 24,3 % Atmosphärische Einwirkungen (z. B. Gewitter) 47,1 % Andere Einwirkungen (meist unbekannter Ursache) 5,7 % Betriebsbedingte Einwirkungen (z. B. Kabelschaden) 2,9 % Fremde Einwirkungen (Schaden durch Dritteinwirkung) 20 % Rückwirkungsstörungen (von ausserhalb des Netzes der AEW Energie AG) Störungsursachen im Niederspannungsnetz 2,4 % Atmosphärische Einwirkungen (z. B. Gewitter) 23,8 % Andere Einwirkungen (meist unbekannter Ursache) 42,8 % Betriebsbedingte Einwirkungen (z. B. Kabelschaden) 31,0 % Fremde Einwirkungen (Schaden durch Dritteinwirkung) Nicht zeitgerecht gelieferte Energie Jahr Störungen Ausschaltungen Total 2012/ MWh 39 MWh 142 MWh 2013/14 19 MWh 63 MWh 82 MWh (Ereignisse länger als 3 Min.)

18 18 Netze Statistik Versorgungsqualität Kennzahl ElCom (Vorgabe max.) Unterbrechungen durch Kennzahl AEW vorstädtisch ländlich Störung Ausschaltung 2013/ /13 Unterbrechungshäufigkeit pro Jahr (SAIFI) Nichtverfügbarkeit (Minuten) pro Jahr (SAIDI) Unterbruchsdauer (Minuten) pro Ereignis (CAIDI) 3 4 0,06 0,07 0,13 0, ,3 10,0 12,3 20, ,8 139,4 96,0 89,0 (Ereignisse länger als 3 Min.) LED-Leuchten werden von der AEW Energie AG in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Programm ProKilowatt neu installiert. Messung und Telematik Der Einsatz von Smart-Meter-Technologie wird immer interessanter. Bei der Integration des Verteilnetzes von Gansingen in das Netz der AEW Energie AG wurden in der Gemeinde sämtliche alten Stromzähler durch Smart Meter ersetzt. Weiter erfolgte erstmals der Einsatz von smarten Lastschaltmodulen anstelle der Rundsteuerempfänger. Die Nachfrage der Verteilnetzbetreiber nach Smart-Metering-/Smart-Grid- Lösungen ist angestiegen. Auch beim Geräteund Zählerverkauf ist ein Anstieg von Smart- Meter-fähigen Geräten zu beobachten. Leitungsauskünfte Um dem gesetzlichen Auftrag zur Leitungsverordnung zu entsprechen, dokumentiert die AEW Energie AG die Lage aller Strom-, Wärmeund Kommunikationsleitungen in einem modernen geografischen Informationssystem. Die Leitungsauskunft wird von Bauherren, Architekten und Tiefbauunternehmen in Anspruch genommen, die sich bei Bauvorhaben über die Lage bestehender Leitungen informieren. Bei der jährlich steigenden Anzahl Auskünfte vergrösserte sich wie in den Vorjahren der Anteil an Online- Auskünften. Netznahe Dienstleistungen Die LED-Technologie etabliert sich bei der öffentlichen Beleuchtung zum Standard. Die AEW Energie AG bietet zu diesem Thema umfassende Angebote wie Beratung und Erarbeitung individueller Konzepte an. Beispielsweise wurden in der Gemeinde Hallwil im Berichtsjahr 60 % der Strassenbeleuchtung mit insgesamt 80 LED- Leuchten ersetzt. Für interessierte Gemeinden erstellte die AEW Energie AG beim Regional- Center Bremgarten eine Musteranlage mit 15 verschiedenen LED-Leuchtstellen und führte drei Fachveranstaltungen durch. Auch das Leuchtensortiment wurde erweitert. Zudem hat die AEW Energie AG bei den jährlichen wettbewerblichen Ausschreibungen von «ProKilowatt», einer Initiative des Bundesamts für Energie BFE, ein Projekt eingereicht und den entsprechenden Zuschlag erhalten. Es sieht vor, Gemeinden dabei zu unterstützen, alte Strassenbeleuchtungen durch neue, energieeffiziente zu ersetzen. Das Projekt wurde ins Programm von «ProKilowatt» aufgenommen und wird mit entsprechenden Fördergeldern unterstützt. Anzahl Leitungsauskünfte 2013/ Netz AEW Energie AG manuell Netz AEW Energie AG online Datennetz Zürich Total

19 Nachhaltigkeit 19 Heute an morgen denken: Naturstrom und Nachhaltigkeit Nachhaltigkeitsziele erreicht Die Umstellung der Heizanlagen auf Betrieb mit erneuerbarer Energie in den Regional-Centern der AEW Energie AG ist abgeschlossen. Zudem konnten im Vergleich zum Vorjahr 48 % mehr Naturstrom-Kunden gewonnen werden. Die AEW Energie AG ordnet der Umwelt einen hohen Stellenwert zu. Als führende Stromversorgerin im Kanton Aargau handelt sie nachhaltig unter Abwägung ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen. Sie unterstützt den nachhaltigen Einsatz der Energieträger und die effiziente Energienutzung. Eigenverbrauch mit Naturstrom Der Schwerpunkt zur Verbesserung der Umweltbilanz lag im Berichtsjahr bei der Verringerung des CO 2 -Ausstosses beim Heizen. Beim eigenen Stromverbrauch hat die AEW Energie AG komplett auf erneuerbare Energien umgestellt und damit ihr definiertes Nachhaltigkeitsziel erreicht, indem sie selbstgenutzte Gebäude nun ausschliesslich mit dem eigenen Produkt AEW naturstrom versorgt. Zudem konnte im Geschäftsjahr der Umstellungsprozess bei den Heizanlagen in den Regional-Centern auf Betrieb mit nachhaltig erzeugter Energie abgeschlossen werden. Nachweise erbracht Das Qualitäts- und Umweltmanagement der AEW Energie AG hat auch in der Berichtsperiode wieder den Nachweis erbracht, die ISO-Normen 9001 und zu erfüllen. Die jährlich stattfindenden Kontrollen durch die Zertifizierungsstelle SQS sind im Frühjahr durchgeführt und mit gutem Ergebnis abgeschlossen worden. Eigenverbrauch Energie in MWh 282 Benzin 932 Diesel 4 Erdgas (Treibstoff) Erdgas (Heizung) Strom (Gebäude) Strom (Wärmeanlagen) 112 Fernwärme 215 Holz Total Naturstrom-Kunden Zu den Nachhaltigkeitszielen gehörte auch, den Absatz von erneuerbaren Energien weiter zu fördern. Dazu hatte die AEW Energie AG für nachgewiesene Stromeinsparungen bei ihren beiden Naturstromprodukten einen Effizienzbonus eingeführt. Gegenüber dem Vorjahr konnten 48 % mehr Naturstrom-Kunden gewonnen werden. Auch der Absatz der mehrheitlich CO 2 -neutralen Wärmeenergie für die Wärmeverbunde hat sich gesteigert: Es wurden 150 Mio. kwh geliefert, im Vergleich zum Vorjahr +21 %. 48 Prozent mehr Naturstrom- Kunden

20 20 Mitarbeitende Die AEW Mitarbeitenden sind bestens für ihre Aufgaben gerüstet Arbeitssicherheit im Fokus Für ihre Mitarbeitenden ist die AEW Energie AG eine verlässliche und sichere Arbeitgeberin. Die Anzahl der Berufsunfälle konnte gesenkt werden. 287 Mitarbeitende sind bei der AEW Energie AG beschäftigt. 18 Lernende wurden bei der AEW Energie AG ausgebildet. Am Ende des Geschäftsjahres waren bei der AEW Energie AG 287 Mitarbeitende inkl usive Lernende (Vorjahr: 279) tätig. Der Stand der Lernenden lag per 30. September 2014 bei 18 (Vorjahr: 19). Davon werden elf Lernende als Netzelektriker ausgebildet, sechs Lernende im kaufmännischen Bereich sowie ein Lernender in der neu geschaffenen Lehrstelle für Geomatiker. Vorsorgekommission Zur langfristigen Sicherung der beruflichen Vorsorge sind von der PKE Vorsorgestiftung Energie per 1. Januar 2014 neue Massnahmen in Kraft gesetzt worden. Die aktiv Versicherten wurden darüber orientiert und Fragen im Zusammenhang mit freiwilligen zusätzlichen Sparbeiträgen beantwortet. Nebst Standardtraktanden wie der aktuellen Situation der PKE und dem Deckungsgrad hat sich die Vorsorgekommission auch mit dem Projekt «Umwandlung der Gemeinschaftsstiftung in eine Sammelstiftung PKE» befasst. Personalkommission Die Personalkommission ist eine wichtige Plattform für die Mitwirkung der Mitarbeitenden. Ihr Ziel ist es, bestmögliche Arbeits- und Anstellungsbedingungen zu schaffen, Mitarbeitende zu Arbeitsthemen zu beraten und ihr Sprachrohr zu sein. Arbeitssicherheit geht vor Arbeiten an Starkstromanlagen können mit qualifizierten und geschulten Mitarbeitenden, der Wahl geeigneter Arbeitsmethoden und der Verwendung einwandfreier Arbeits- und Schutzmittel sicher durchgeführt werden. Mit einem Sicherheitskonzept zollt die AEW Energie AG den genannten Aspekten besondere Beachtung. Gemäss diesem Konzept und den gesetzlichen Vorgaben werden alle Mitarbeitenden in ihrem Arbeitsbereich regelmässig geschult. Im Berichtsjahr haben Instruktionen für Netzelektriker bei Arbeiten unter Niederspannung sowie Schulungen für sicheres Staplerfahren stattgefunden. Im Juni wurde eine Evakuierungsübung im Hochhaus der AEW Energie AG in Aarau durchgeführt. Zudem wurden Ausrüstungen zur Absturzsicherung an Betonmasten montiert. Berufs- und Nichtberufsunfälle Geschäftsjahr 2013/ /13 Anzahl Mitarbeitende inkl. Lernende Berufsunfälle Ausfalltage Nichtberufsunfälle Ausfalltage

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