B e r i c h t und A n t r a g. des Stadtrates an den Einwohnerrat. betreffend. Kredit für die Sanierungsarbeiten an der Rohrhängebrücke Aufeld

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1 EINWOHNERRAT BRUGG B e r i c h t und A n t r a g des Stadtrates an den Einwohnerrat betreffend Kredit für die Sanierungsarbeiten an der Rohrhängebrücke Aufeld 1. Ausgangslage Für den Transport des Abwassers aus dem gesamten Siedlungsraum links link der Aare wurde im Jahre 1972 eine Rohrhängebrücke mit einer Gesamtlänge von rund 120 m und einer Spannweite von rund 80 m erstellt. Dies ermöglicht es, das Abwasser vom PumpPum werk Aufeld über die Aare der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Brugg-Windisch Brugg zuzuführen. Sie besteht aus einer feuerverzinkten Stahlkonstruktion, Stahlko uktion, die an Stahlseilen aufau gehängt ist. Die Seile führen über zwei Pylone und sind beidseits der Aare in einem massiven Betonlager verankert. Die Brücke wurde vor 40 Jahren von der Einwohnergemeinde Brugg in Auftrag gegeben und durch die Firma Mathias as Streiff AG aus Schwanden erstellt. Für den Langsamverkehr steht die Rohrhängebrücke als Querungsmöglichkeit der Aare zwischen den Flusslandschaften des Wasserschlosses zur Verfügung. FussFuss und Radverkehrende im Naherholungsgebiet machen rege Gebrauch davon. von.

2 2 Zusätzlich dient die Brücke als Querungsbauwerk für eine eine Hochdruck-Gasleitung Hochdruck der Erdgas Zürich AG und eine Gasleitung Gaslei mit Stromerschliessung der IBB-Gruppe. IBB Die Absicht, die Rohrhängebrücke einer Sanierung zu unterziehen, wird seit einigen Jahren erwogen. Die Bauverwaltung liess den Zustand durch Spezialisten analysieren und beurteilen sowie ein Projekt mit Sanierungsmassnahmen erstellen. 2. Zustandsanalyse 2.1 Betonfundamente Die Stahlbrückenkonstruktion der Brücke ist auf zwei Betonfundamenten (Fundation der Pylone) abgestützt und über zwei Betonwiderlager verankert. verankert Mit Ausnahme des PylonPylo fundaments ments auf der Seite der ARA, welche im Flussbereich steht, sind die drei anderen Betonfundamente im Uferbereich gut zugänglich. Die TFB AG aus Wildegg untersuchte un die Qualität des Betons und erstellte einen Prüfbericht. Die Prüfung beinhaltete die visuelle Aufnahme, die Bestimmung der BewehrungsBewehrung überdeckung, die Bestimmung der Prellhärte Prellhärt sowie die Bestimmung der KarbonatisieKarbonatisi rungstiefe und des Korrosionsgrades. Korrosionsgrad Der Betonspezialist stellt fest, dass die Betonfundamente Betonfundamente grundsätzlich in einem guten Zustand sind und sich keine Sanierung des Betons aufdrängt.

3 3 2.2 Stahlkonstruktion Die Erstellerfirma Mathias Streiff AG wurde vor Jahren in die Nachfolgefirma InauenSchätti AG überführt. Sie hat die Brücke visuell überprüft. Dazu wurde die vorhandene fahrbare Serviceplattform ertüchtigt und montiert, montiert, was zusätzlich eine Inspektion der Unterseite der Brücke ermöglichte. ermöglichte Der Inspektionsbericht attestiert, dass die Brücke in einem nem gebrauchstauglichen Zustand ist und weiterhin im heutigen Umfang genutzt werden kann.. Gewisse Sanierungsarbeiten sind jedoch notwendig. Die Zinkbeschichtung ist durch die WitWi terungseinflüsse der letzten 40 Jahren erheblich abgenutzt. Für einen weiteren n Lebenszyklus der Brücke ist es notwendig, die gesamte StahlkonStahlko struktion mit einem entsprechenden Korrosionsschutzanstrich zu schützen. Die Festigkeit der Schraubenverbindungen der Klemmplatten und sämtlicherr Stahlteile muss auf ihr Drehmoment überprüft werden. Rostige Schrauben sind zu ersetzen. Einzelne Schrauben der Geländerbefestigung sind abgebrochen. Die Befestigungen sind instandzusetzen nstandzusetzen. Ein Verschweissen des Geländers mit den Konsolen wird geprüft. 2.3 Seilkonstruktion Zur Überprüfung der Seilkonstruktion hat die Firma Inauen-Schätti Inauen Schätti AG ihren StahlseilStahlsei spezialisten, die Firma Fatzer aus Romanshorn, Romanshorn beigezogen. Die Firma hat sämtliche Seile visuell überprüft. Auch hier ergab sich, dass das Seiltragwerk, unter Berücksichtigung Berücksichtigung des Alters, in einem verhältnismässig guten Zustand ist und nach leichten Sanierungsmassnahmen die Gebrauchstauglichkeit wiederum für längere Zeit gegeben ist. An den WindWind und Tragseilen sind die korrosiven Stellen zu reparieren und die Seile mit einem einem flexiblen KorrosiKorros

4 4 onsschutzanstrich zu versehen. Die Seilendbefestigungen sind äusserlich frei von Korrosion. Es wird empfohlen, die Befestigungen zu öffnen, um auch die innenliegenden Teile inspizieren zu können. Dazu wird das Seil vorübergehend mit einem em hydraulischen Spannwerkzeug gespannt. Die Endmuffen werden über die Fettnippel geschmiert, was auch im regelmässigen Unterhalt notwendig ist. Bei den Hängeseilen ist die untere Befestigung die kritische Stelle, da dort Wasser eindringen kann. Optisch kann der Zustand nicht überprüft werden. Es wird aus Gründen der Betriebssicherheit empfohlen, die Seile zu ersetzen. Dabei können die heutige, teilweise schlechte Ausrichtung korrigiert und die ganz kurzen Seile durch Stangen ersetzt werden. Die Windseile reiben sich bei Kreuzungspunkten aneinander, wie auch an der aufgehängten Gasleitung. Im Zuge der Sazu nierungsarbeiten wird versucht, die Situation diesbezüglich verbessern. 2.4 Rohrleitungen Abwasserleitungen Beidseits der Brücke führen die Abwasserleitungen vom Pumpwerk Aufeld zur ARA. Die vier verzinkten Stahlrohr-Pumpleitungen bilden gleichzeitig das Geländer der Brücke und sind ein Teil der Brückenkonstruktion. Es handelt sich um zwei kleinkalibrige Leitungen für den Transport der Trockenwettermenge und zwei grosskalibrige Leitungen für die Regenwettermenge. Je eine Leitung davon ist in Betrieb, die beiden andern dienen als Reserveleitung. Um die Innenseite der Leitungen inspizieren zu können, wurde das Kanalfernsehen eingesetzt. Untersucht wurde die in Betrieb stehende Trockenwetterleitung, die vorüberge- hend ausser Betrieb genommen werden konnte. Die Kanalfernseh-Aufnahmen ergaben keine grösseren Schadensbilder in der Leitung. Im Bereich der Richtungswechsel der Rohre sind einige unproblematische Abplatzungen sichtbar, verursacht durch den Aufprall von Steinen und harten Gegenständen, welche im Abwasser mittransportiert werden. Auch Ablagerungen halten sich in Grenzen. Aussen entspricht der Zustand der Rohrleitungen der übrigen Brückenkonstruktion. Es ist deshalb notwendig, den Korrosionsschutz in der gleichen Art zu erneuern.

5 5 Die Reserverohre sind innen in einem einwandfreien Zustand. Für die Ableitung von zusätzlichen Abwassermengen wären die Leitungen ausreichend dimensioniert und verwendbar. So könnten die Rohre bei einer Aufhebung der ARA Umiken, welche langfristig im kantonalen Konzept Abwasserreinigung Kanton Aargau angestrebt wird, als Schutzrohr für die neu zu erstellende Druckleitung aus Richtung Umiken dienen. Auf die Gesamtrevision der generellen Entwässerungsplanung hat die Sanierung der Rohrhängebrücke keine direkten Auswirkungen. Aus den bisherigen Erkenntnissen der Gesamtrevision ergibt sich auch kein Handlungsbedarf für die Rohrhängebrücke (z.b. Erweiterung der Rohrdimension). Hochdruck-Erdgasleitung Die Hochdruck-Erdgasleitung ist im Eigentum der Erdgas Zürich AG und wird von dieser unterhalten. Mit den Inspektionsarbeiten an der Brücke konnte auch die Erdgasleitung näher untersucht werden. Die Isolation weist örtlich leichte Mängel auf, die im Zuge der Sanierungsarbeiten behoben werden. Die Erdgas Zürich AG nutzt nach der Erstellung des Brückengerüstes die Gelegenheit, die Leitung einem Sicherheitscheck zu unterziehen. Im Bereich der Rohrauflager werden die Rohrübergänge zusätzlich auf ihren Zustand überprüft. Erdgasleitung und Elektro-Rohranlage Die Erdgasleitung sowie die Rohranlage für Stromkabel sind im Eigentum und in der Unterhaltszuständigkeit der IBB-Gruppe. Auch die IBB-Gruppe hat ihre Leitungen inspiziert und kommt zum Schluss, dass kein Handlungsbedarf zur Sanierung der Leitungen besteht. 3. Sanierungsmassnahmen 3.1 Betonfundamente Die Betonfundamente weisen einen guten Zustand auf und es besteht grundsätzlich kein Sanierungsbedarf. Während den Sanierungsarbeiten der Stahlkonstruktion wird das Gerüst genutzt, um das im Wasser stehende Pylonfundament ebenfalls zu inspizieren. Ge-

6 6 mäss Grobbeurteilung des Fachmannes kann man davon ausgehen, dass auch diese Betonkonstruktion einen guten Zustand aufweist. 3.2 Stahlkonstruktion Sämtliche Schraubenverbindungen werden mit Drehmomentschlüssel auf ihre Festigkeit überprüft sowie rostige und fehlende Schrauben ersetzt. Auf die Metallkonstruktion der Brücke und auf die Abwasser-Rohrleitungen wird eine Korrosionsschutzschicht aufgebracht. Aus Umweltschutzgründen dürfen keine Staubpartikel ins Wasser oder in die Luft gelangen. Dies bedingt ein geschlossenes Gerüst im Arbeitsbereich, eine sogenannte Einhausung, und möglicherweise das Absaugen der Luft über Staubfilter. In der Kostenermittlung wurde davon ausgegangen, dass die Einhausung über den ganzen Brückenbereich erstellt werden muss. In der Ausführungsplanung wird geprüft, ob ein Arbeiten mit einer verschiebbaren Teil-Einhausung möglich und kostengünstiger ist. Das genaue Vorgehen wird in Absprache mit den kantonalen Fachstellen Abteilung für Umwelt (AfU) und Abteilung für Landschaft und Gewässer (ALG) festgelegt. Die Betonplatten des Brückenbelages sind für die Arbeiten zu entfernen. Aufgrund des weitgehend guten Zustandes erübrigt sich eine Reinigung vor dem Wiedereinbau. Die hohe Erstellungsqualität vor 40 Jahren erlaubt es, dass die vorhandene Zinkschicht beibehalten werden kann. Die Tragkonstruktion wird angeschliffen. Auf ein Sandstrahlen kann verzichtet werden. Lediglich die Pylone werden mit Sand gestrahlt. Nach dem Erreichen der geforderten Reinheitsgrade und Vorbehandeln erfolgt die dreilagige Beschichtung. Die Farbgebung ist noch zu bestimmen. Die Brücke soll sich gut in die natürliche und sensible Umgebung der Flusslandschaft einpassen. Grüne und graue Farbtöne stehen dabei im Vordergrund. Die Farbmuster werden der ALG und der Bau- und Planungskommission Brugg zur Zustimmung unterbreitet. 3.3 Seilkonstruktion Die Endbefestigungen der Trag- und Windseile werden geöffnet, inspiziert und wenn nötig repariert. Die Hängeseile werden ersetzt und sauber ausgerichtet. Die kurzen Seilabschnitte werden durch Stangen ersetzt.

7 7 Die Beschichtung der Trag- und Windseile erfordert eine gewisse Flexibilität. Für die Beschichtung wird ein fachgerechtes und bewährtes Verfahren gewählt. Nach dem Strahlen der Seile mit Trockeneis und dem mechanischen Reinigen und Ausschleifen der Roststellen erfolgt die Grundierung. Die Beschichtung erfolgt mit erprobten Sika-Produkten. 3.4 Rohrleitungen Die Abwasserrohre werden im gleichen Verfahren wie die Konstruktionsteile behandelt und beschichtet. Die Winkelbereiche im Innern der Rohre, welche leichte Abrasionsschäden aufweisen, werden vorgängig mit einer Messung der Rohrwandstärke überprüft. Die notwendigen Massnahmen an den übrigen Rohrleitungen Dritter erfolgen in Koordination und auf Kosten der jeweiligen Werkeigentümer. Die Werkeigentümer haben sich bereit erklärt, sich an den Gerüstkosten im Verhältnis des Nutzens für ihre eigenen Massnahmen an den Leitungen zu beteiligen. 4. Investitionskosten und Finanzierung Auf Basis des Sanierungsprojektes und verschiedenen Richtofferten wurden die Kosten mit einer Genauigkeit von +/- 20 % ermittelt. 1 Vorarbeiten CHF Gerüst und Einhausung CHF Stahl- und Seilkonstruktion CHF Korrosionsschutz CHF Ingenieurarbeiten (Honorare und Nebenkosten) CHF Baunebenkosten CHF Unvorhergesehenes 15% CHF Total ohne MwSt. CHF MwSt. 8 % CHF Investitionskosten inkl. MwSt. 8 % CHF

8 8 Die Kosten für die Abwasseranlagen werden über den Eigenwirtschaftsbetrieb Abwasserbeseitigung finanziert. Der Bestand der Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung, Konto 29002, betrug per 31. Dezember 2011 rund CHF 11.7 Mio. Die Investition betrifft die Erneuerung einer bestehenden öffentlichen Anlage für die Abwasserbeseitigung, eben der Rohrhängebrücke Aufeld, und wird über die Erneuerungsgebühren finanziert. Der Stadtrat hat für die Sanierung dieses Objektes in seinem Finanzplan für das Jahr 2013 CHF vorgesehen. 5. Ausführung Die Umsetzung der Massnahmen erfordert eine gute Detailplanung und Koordination mit den verschiedenen beteiligen Firmen. Die Hauptarbeiten, die Einhausung und die Korrosionsschutzarbeiten werden gemäss Submissionsdekret ausgeschrieben. Die Sanierungsarbeiten erfordern kein Baugesuchsverfahren. Das Projekt benötigt jedoch eine Eingabe an die Abteilung für Baubewilligungen, damit alle zuständigen kantonalen Fachstellen, welche für den Zuständigkeitsbereich der Aare verantwortlich sind, koordiniert Stellung nehmen und allfällige Auflagen formulieren können. Die Zuständigen des Waffenplatzes werden ebenfalls rechtzeitig mit einbezogen. Die Hochwassersicherheit während den Sanierungsarbeiten ist zu berücksichtigen. Während der Zeitspanne der Sanierungsarbeiten muss die Brücke für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Da die Verarbeitung der Korrosionsbeschichtung stark temperatur- und feuchtigkeitsabhängig ist, werden die Arbeiten ab Frühling 2013 stattfinden. Der Zeitraum der Sperrung soll minimal gehalten werden. Die Benutzerinnen und Benutzer der Rohrhängebrücke werden mit Plakaten vor Ort und einem Inserat rechtzeitig über die Sperrung informiert. 6. Schlussbemerkungen Die Brücke wurde vor 40 Jahren in hoher Qualität erstellt und weist heute einen erstaunlich guten Zustand auf. Die Inspektion hat gezeigt, dass keine signifikanten Sicherheitsmängel vorliegen und die Gebrauchstauglichkeit nicht in Frage gestellt ist.

9 9 Trotzdem drängen sich heute Sanierungsarbeiten auf. Der Korrosionsschutz hat sich über die Jahre abgebaut. Der Zustand der Verzinkung erlaubt es, dass mit relativ geringer Bearbeitung eine neue zusätzliche Beschichtung aufgebracht werden kann, um die Lebensdauer des gesamten Brückenbauwerkes für die nächsten 30 Jahre zu gewährleisten. Ein zeitliches Hinausschieben der Sanierung wäre nicht zweckmässig und hätte zur Folge, dass die restliche Zinkschicht vollständig entfernt und der Korrosionsschutz neu aufgebaut werden müsste. Dadurch ergäbe sich ein wesentlich grösserer Aufwand. Die Sanierung zum heutigen Zeitpunkt wird von den Spezialisten als optimal angesehen. Der Stadtrat beurteilt die Sanierung als zweckmässig und wirtschaftlich, da sie dem langfirstigen, kontinuierlichen Erhalt der Abwasserinfrastruktur dient. Demgemäss der A n t r a g : Sie wollen für die Sanierung der Rohrhängebrücke Aufeld einen Kredit von CHF , zuzüglich Teuerung ab April 2012 (ZH WBK-Index Basis 2010, Punkte), bewilligen. Brugg, 25. Juli 2012 NAMENS DES STADTRATES Der Stadtammann: Der Stadtschreiber: Der Sanierungsbericht ist beim Stadtbauamt zu den Bürozeiten einsehbar. Ebenfalls sind die Unterlagen mit weiteren Informationen auf der Homepage der Stadt Brugg einsehbar (www.stadt-brugg.ch» Verwaltung» Stadtbauamt» Siedlungsentwässerung» mehr Infos).

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