Weisungen des Kleinen Kirchenrates betreffend Datenschutz und Datensicherheit

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1 311.4 EVANGELISCH-REFORMIERTE GESAMTKIRCHGEMEINDE BERN Weisungen des Kleinen Kirchenrates betreffend Datenschutz und Datensicherheit vom 20. September 2006

2 311.4 Weisungen Datenschutz/Datensicherheit Inhaltsverzeichnis A ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN Gesetzliche Grundlagen Zweck der Weisungen... 3 B DATENSCHUTZ Register der Datensammlungen Zugriff auf Daten Einsichtnahme in Daten, Beschwerden Adresslieferungen an Dritte... 4 C DATENSICHERHEIT Datensicherung Passwortschutz Schutz vor Viren und andern missbräuchlichen Zugriffen Bearbeitung und Aufbewahrung von Daten Versand von Daten Einziehung von Daten Vernichtung von Daten / 7

3 Weisungen Datenschutz/Datensicherheit A ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN 1. Gesetzliche Grundlagen Datenschutzgesetz des Kantons Bern vom Art. 2 Abs. 1 lit. k Organisationsreglement der Ev.-ref. Gesamtkirchgemeinde Bern vom Zweck der Weisungen 1 Die Weisungen dienen dem Schutz und der Sicherheit von Personendaten in der Gesamtkirchgemeinde. Sie sind als Ausführungsbestimmungen zum Datenschutzgesetz des Kantons Bern zu verstehen. 2 Sie gelten für Mitarbeitende, Behördenmitglieder sowie alle andern im Auftrag der Gesamtkirchgemeinde tätigen Personen. DATENSCHUTZ 3. Register der Datensammlungen Es ist ein Register mit allen Datensammlungen zu erstellen, die in der Gesamtkirchgemeinde nicht nur kurzfristig geführt werden und die nicht rechtmässig veröffentlicht sind. 3 Der Kirchmeier ist dafür verantwortlich. 1 DSG, Bernische Systematische Gesetzessammlung BSG, Ziffer Vgl. Erlasssammlung Ev.-ref. Gesamtkirchgemeinde Bern, Ziffer Vgl. Art. 18 DSG. 3 / 7

4 311.4 Weisungen Datenschutz/Datensicherheit 4. Zugriff auf Daten Den Mitgliedern von Behörden, den Mitarbeitenden und allen andern im Auftrag der Gesamtkirchgemeinde tätigen Personen wird nur der Zugriff auf jene Daten gewährt, die sie für ihre Arbeit benötigen. Der Kleine Kirchenrat definiert für jede Datensammlung nach Funktionsträger/innen, welche Personen Zugriff haben. Falls es der Inhalt der Daten erfordert, kann der Datenzugriff auf einzelne Personen eingeschränkt werden. 5. Einsichtnahme in Daten, Beschwerden 1 Betroffene können mittels schriftlichem Gesuch an das Kirchmeieramt Einsicht in die über sie gespeicherten Daten verlangen. 4 2 Die Legitimation der Gesuchsteller/in ist in jedem Fall vor der Einsichtnahme zu überprüfen. 3 Die entsprechenden Gesuchsunterlagen sind bis zur nächsten Revision der Datenschutzaufsichtsstelle aufzubewahren. 4 Über Reklamationen und Beschwerden sowie über deren Erledigung ist ein Register zu führen. Die entsprechenden Unterlagen sind längstens während 10 Jahren aufzubewahren. 6. Adresslieferungen an Dritte 1 Die Bekanntgabe von Adressen an Dritte für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet. 2 Die Bekanntgabe von Adressen an Dritte für andere Zwecke ist genehmigungsbedürftig. Die Anfrage muss schriftlich erfolgen. Die entsprechende Genehmigungskompetenz wird dem Kirchmeier übertragen. 5 4 Vgl. Art. 21 DSG. 5 Das Kirchmeieramt pflegt eine sehr restriktive Praxis. Adressen werden praktisch nie herausgegeben. Berechtigten Interessen Dritter wird entsprochen, indem zum Beispiel deren Informationsmaterial eigenen Versänden beigelegt wird (beim Brot für alle -Versand wird das Material in Bfa-Kuverts durch die Kirchgemeinden versandt). Das Kirchmeieramt 4 / 7

5 Weisungen Datenschutz/Datensicherheit Über die Abgabe von Adressen an Dritte ist ein Verzeichnis zu führen (mit Empfänger/in, Zweck, bekannt gegebenen Adressinhalten, Datum der Bekanntgabe). DATENSICHERHEIT 7. Datensicherung 1 Im Kirchmeieramt werden die Daten auf dem Server abgelegt. Die Daten werden täglich automatisch gesichert, so dass sie wieder gelesen und bearbeitet werden können. 2 Verantwortlich für Sicherung und Kontrolle ist der/die Systemverantwortliche EDV des Kirchmeieramtes. Dieser/diese hat über die Datensicherung ein Protokoll zu führen. 3 Für nicht auf dem Server abgelegte Daten ist jeder/jede PC- Anwender/in verpflichtet, selbst die regelmässige Datensicherung vorzunehmen. 4 Die tägliche Sicherung im Kirchmeieramt wird verwaltungsintern in einem feuersicheren Tresor abgelegt, die monatliche Sicherung in einem externen Banktresor. 8. Passwortschutz 1 Jeder/jede Mitarbeitende hat ihren PC mit einem Passwort zu sichern. Dasselbe gilt für Behördenmitglieder sowie andere im Auftrag der Gesamtkirchgemeinde tätige Personen, sofern sie in Amtsräumen der Gesamtkirchgemeinde arbeiten. 2 Das Passwort ist ab PC-Eingabe beim EDV-Verantwortlichen in einem verschlossenen Kuvert zu hinterlegen. Der/die EDV-Verantwortliche darf das Passwort ohne Einwilligung der hinterlegenden Person nur zur Kenntnis nehmen bzw. benützen, wenn die Situation dies erfordert ist gerne bereit, die Verantwortlichen der Kirchgemeinden im Einzelfall zu beraten. 5 / 7

6 311.4 Weisungen Datenschutz/Datensicherheit (Problem sonst nicht oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand lösbar). Die Öffnung des Passwortes ist dem/der PC-Benützer/in sobald als möglich mitzuteilen, damit er/sie dieses erneuern und wieder hinterlegen kann. 3 Das Passwort soll mindestens sechs Stellen umfassen (vorzugsweise Buchstaben und Zahlen). Es ist regelmässig zu erneuern, bei Verdacht auf Missbrauch umgehend. 4 Das Passwort darf nirgends so vermerkt sein, dass es für Dritte wahrnehmbar ist. 5 Die Bestimmungen betreffend Passwortschutz gelten sinngemäss auch für jene Personen, welche mit Passwörtern über Internet Zugriff auf Bank- und Postkonten der Gesamtkirchgemeinde haben. 9. Schutz vor Viren und andern missbräuchlichen Zugriffen 1 Der Server und die PC (auch die zu beruflichen oder behördlichen Zwecken oder sonst im Auftrag der Gesamtkirchgemeinde verwendeten privaten Geräte) sind mit geeigneten Schutzprogrammen (gegen Viren, Trojaner etc.) zu versehen. Diese Programme sind regelmässig aufzudatieren (Update). 2 Die Festplatten von Server und PC sind regelmässig zu scannen. Datenträger (ZIP, CD, Diskette), ab denen Daten eingelesen werden sollen, sind vorgängig ebenfalls zu scannen. 10. Bearbeitung und Aufbewahrung von Daten Dokumente mit Personendaten (wie Protokolle, Verträge, Briefe, Aktennotizen) sowie Sammlungen von Personendaten sind unabhängig von der Art des Datenträgers mit geeigneten Massnahmen vor unbefugtem Zugriff bzw. vor unbeabsichtigter Zerstörung zu schützen. Dies gilt unabhängig vom Ort der Bearbeitung (wie Amtsräume, Privathaushalte, Büroräume). 6 / 7

7 Weisungen Datenschutz/Datensicherheit Versand von Daten Dokumente mit Personendaten sind mit normaler oder eingeschriebener Post zu versenden. Sie dürfen nicht per versandt werden, ausser wenn sie durch spezielle Sicherheitsmassnahmen (z. B. Verschlüsselung) so gesichert sind, dass Unberechtigten jeder Zugriff verwehrt wird. 12. Einziehung von Daten 1 Beim Austritt von Behördenmitgliedern, Mitarbeitenden oder andern im Auftrag der Gesamtkirchgemeinde tätigen Personen ist das Kirchmeieramt dafür verantwortlich, dass Dokumente mit Personendaten oder sonst unter das Amtsgeheimnis fallendem Inhalt dem Kirchmeieramt abgegeben werden. 2 Es ist ein entsprechendes Übergabeprotokoll zu erstellen, das datiert und von beiden Seiten unterzeichnet wird. 3 Das Übergabeprotokoll ist während 10 Jahren aufzubewahren Vernichtung von Daten Daten, die nicht mehr benötigt werden, sind zu vernichten. 7 Es ist sicherzustellen, dass Unbefugte Dritte beim Vernichtungsvorgang keinen Zugriff auf die zu vernichtenden Daten erhalten. Diese Weisungen wurden vom Kleinen Kirchenrat am 20. September 2006 genehmigt und am gleichen Tag in Kraft gesetzt. 6 Vgl. dazu Weisung Gemeindearchive / Aktenaufbewahrung in der Gemeinde, Ziffer V., Bernische Systematische Information Gemeinden BSIG, 1/ Vgl. Weisung Gemeindearchive / Aktenaufbewahrung in der Gemeinde (a.a.o.) sowie Art. 19 DSG (a.a.o.). 7 / 7

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