Nummer 212 Juni Auskommen. Einkommen

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1 Nummer 212 Juni 2008 Auskommen mit dem Einkommen

2 Schwerpunkt Vorwort Annemarie Hudec, Linz, Vorsitzende der KAB OÖ Liebe Freundinnen und Freunde der KAB! Auskommen mit dem Einkommen ist der Titel dieser Ausgabe. Wer heute in Österreich in einem Einzelhandelsbetrieb arbeitet, muss oft mit einem Einkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze von Euro 900,-- das Auskommen finden. Normalerweise sind es Frauen, die hier arbeiten. In Oberösterreich verdienen sie etwa ein Drittel weniger als Männer. Einer der Gründe dafür ist, dass Frauen in Berufen und Branchen arbeiten, die traditionell gering entlohnt werden. Hier stellt sich die Frage nach der Bewertung von Erwerbsarbeit. Wer bestimmt, dass die Arbeit eines Automechanikers mehr wert ist und daher ab dem ersten Lehrjahr auch höher bezahlt wird als z. B. die Arbeit einer Friseurin? Einkommensgerechtigkeit bräuchte es aber auch in anderen Bereichen. Das Wievielfache eines ArbeiterInnengehal- tes ist für einen Manager gerechtfertigt? Bei welcher Summe beginnt so etwas wie Diebstahl am Gemeinwohl? Welche Arbeiten werden überhaupt finanziell honoriert und sorgen damit für soziales Ansehen? Was ist z. B. mit Haushaltsarbeit? Gerade für Menschen, die nur knapp mit ihrem Geld auskommen, bedeutet die derzeitige hohe Steigerung der Lebenshaltungskosten eine zusätzliche Belastung. Umso wichtiger ist es, gut wirtschaften zu können. Gerade junge Menschen lernen diese Fähigkeit kaum noch und so finden sich Menschen am Anfang ihres (Berufs-)lebens schnell auf der Minusseite wieder. Wenn das Einkommen gerade nur mehr das Überleben sichert, bleibt nichts mehr für Weiterbildung, Kultur und Vorsorge übrig. Und am Ende eines Arbeitslebens mit wenig Einkommen steht eine geringe Pension aufgefettet mit der Ausgleichszulage (für Alleinstehende Euro 747,--). Diese Summe ist auch der geplante Betrag für die Bedarfsorientierte Mindestsicherung. JedeR möge sich selbst vorstellen, wie er/sie davon leben könnte. Sie kann als erster Schritt gesehen werden. Über eine echte Grundsicherung muss meiner Meinung nach noch weiter nachgedacht werden. Die Diskussion über ein Grundeinkommen ohne Bedingungen wurde in dieser Ausgabe jedoch bewusst ausgeklammert. Ich wünsche euch allen einen schönen, erholsamen Sommer. Annemarie Hudec Inhalt Schwerpunkt Theologisches Gerecht wäre, wenn... Severin Renoldner... Seite 3 Einkommens- und Vermögensverteilung... Karl Queteschiner... Seite 4 5 KA-Kolumne Margit Hauft... Seite 5 Einkommensunterschiede... Heinz Stricker... Seite 6 Bewertung von Frauenberufen Elisabeth Zarzer... Seite 7 EU-SILC... Pold Ginner... Seite 8 9 Schuldenprobleme Michaela Moser... Seite 9 10 Der Verbraucherpreisindex Margit Savernik... Seite 11 Der Korb als Hilfe... Bert Hurch-Idl... Seite 12 Leben ohne Einkommen Heinz Zauner... Seite 13 Zauberformel Christian Felber... Seite 14 Berichte Herbstblätter Anna Klementschitsch... Seite 16 Tag der Arbeitslosen Elisabeth Zarzer... Seite 16 KIZ-Solidaritätspreis Seite 17 Jeder Tag eine Chance Edith Rohrhofer... Seite 17 Beriche Wels... Seite 18 A typisch(e) Frauenarbeit Elisabeth Zarzer... Seite 19 Service Konsumententipp... Seite 10 Buchtipp... Seite 15 Obertraun... Seite 19 Termine... Seite 20 IMPRESSUM: Kommunikationsorgan der Kath. ArbeitnehmerInnenbewegung Oberösterreich (KAB OÖ) Alleininhaberin, Herausgeberin und Redaktion: Diözese Linz, KAB/OÖ, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz Zulassungsnummer: GZ02Z031831M Redaktionsteam: Gudrun Bernhard, Reinhard Gratzer, Otto Singhuber, Heinz Stricker, Heinz Mittermayr, Andreas Ullmann, Elisabeth Zarzer Titelbild: Edith und Kurt Rohrhofer Fotoquelle: KAB OÖ, falls nicht anders angegeben Korrektur: Gudrun Bernhard, Eva Landl-Hemmelmayr Layout: Renate Moser Herstellerin: Diözesandruckerei des Pastoralamtes, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz Verlags- und Herstellungsort: Linz Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Information-Diskussion: Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freundinnen und Freunde der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung Oberösterreich. Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

3 Severin Renoldner, Leiter des Sozialreferates der Diözese Linz, Wartberg/Aist Theologisches Schwerpunkt Gerecht wäre, wenn alle leben könnten Unser Entlohnungssystem hat, obwohl viele von uns innerlich glauben oder wünschen, dass es so sein möge, wenig mit Gerechtigkeit bzw. angemessener Beurteilung von Leistung zu tun. Was ist daran gerecht, dass ein Generaldirektor ,-- Euro monatlich verdient und eine Reinigungskraft 700,-- Euro? Leistet der Direktor 100 x so viel? Üblicherweise wird das so gerechtfertigt: Er trägt um so viel mehr Verantwortung. 100 x mehr Verantwortung? Eine Reinigungskraft, die in den Sanitärräumen des Bürogebäudes unachtsam ist, kann eine Infektion mit Hepatitis oder HIV verursachen. Ist das keine Verantwortung? Ein Generaldirektor, der schwere Fehlentscheidungen trifft, sofern sie nicht kriminell waren, wird schlimmstenfalls ausgetauscht. Für die Verluste gerade stehen muss er nicht, wenn er nicht Eigentümer war oder mit Haftung ausgestattet. Der ehemalige Innenminister Strasser erklärte bei seinem Rücktritt, er sähe nicht ein, als Bundesminister (ca ,-- Euro/14 x) bei all dem Stress einen Bruchteil dessen zu verdienen, was ein Sparkassendirektor einer mittelgroßen österreichischen Stadt bekommt. Auch das ist eine Klage über mangelnde Gerechtigkeit! Bewahrung der Würde Die Katholische Soziallehre kennt eine alte Definition des gerechten Lohnes: wenn er für ein Leben in Würde ausreicht, und zwar für alle von dem Lohn abhängigen Menschen (z. B. Ehepartner, Kinder oder andere zu Versorgende). Leo XIII., Autor der ersten modernen Sozialenzyklika (Rerum Novarum, 1891), geht noch völlig von einer patriarchalen Familienstruktur aus, wenn er entgegen dem Elend des damaligen Industrieproletariates fordert dass der Lohn nicht etwa so niedrig sei, dass er einem genügsamen, rechtschaffenen Arbeiter den Lebensunterhalt nicht abwirft. (RN 34) Er erweitert dies um die mitabhängigen Personen: um sich mit Frau und Kind anständig zu erhalten (RN 35), worunter er jedenfalls auch ausreichende medizinische Versorgung, gesunde Wohnverhältnisse und die Fähigkeit, ein bescheidenes Vermögen anzusparen versteht. Leo XIII., der die wirtschaftliche Verteilung seiner Zeit ein himmelschreiendes Unrecht nannte, ging davon aus, dass auf der Basis eines gerechten Lohnes und der Sparsamkeit der Arbeiter allmählich eine Annäherung der Lage beider Stände (nämlich der Unternehmer und Arbeiter) stattfinden müsste (RN 35). Für viele Menschen, nicht nur in den Ländern des Südens, sondern auch in Österreich, ist ein Lohn, der eine anständige Versorgung ermöglicht, heute nicht gegeben. Die Rede ist nicht nur von Arbeitslosen, sondern auch von working poor, die unter so ausbeuterischen Verhältnissen arbeiten oder so wenige Stunden bezahlt bekommen, dass sie unter die Armutsgrenze fallen. Schon die Bibel definiert an vielen Stellen eine Art Existenzminimum, das jedem Menschen, unabhängig von seiner Leistung, seinen Schulden, seiner Tüchtigkeit etc. zusteht dem Menschen als Menschen. Das Gesetz des alten Bundes erlaubte z. B. nicht die Pfändung eines Mantels, den jemand als Pfand für geliehenes Geld eingesetzt hatte (Ex 22,24-26), weil er zur Bedeckung des Körpers in der kalten Nacht der Wüste nötig war. Es verpflichtete die Gutsbesitzer zum Liegenlassen der Nachernte (Nachlese) für die Armen (Lev 19,9-10). Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16) lässt Jesus einen Gutsbesitzer jenen Tagelöhnern, die erst von 17 bis 18 Uhr gearbeitet haben, denselben vereinbarten Lohn (1 Denar) geben wie jenen, die seit 6 Uhr früh tätig waren. Ist das gerecht? Der Denar des Tagelöhners wurde damals als Existenzminimum gesehen. Mit ihm konnten die Lebensmittel für 1 Familie bestritten werden. Gerecht ist also nicht nur, was äußerlich gleich ist, sondern, dass alle Menschen zu essen und zu leben genug haben. Darum sollten wir wirklich existenziell besorgt sein. Reichtum als Verpflichtung Was bedeutet das für unsere Reichen und Generaldirektoren, die Scharingers und Strassers, für George Soros und Bill Gates? Der Reichtum wird in Bibel und Soziallehre nicht als Sünde an sich definiert; er wird nur schlecht, wenn er Schuld trägt am Elend der anderen. Wer nicht abgibt, wer rafft, wer den Armen vor seiner Tür nicht sieht (wie der reiche Prasser den armen Lazarus, Lk 16,19-31), wer dem Geld ( Mammon ein Götze!) dient der kann nicht zugleich Gott dienen. Er wird später, so sagt es die Bibel, furchtbar unter dieser Gottferne leiden müssen. Wenn also nicht die Tatsache, viel zu haben oder zu verdienen, sündhaft ist, so wohnt dem Besitz und Einkommen dennoch laut biblischer Autoren eine negative Tendenz inne, die uns allerdings nicht nur die wenigen extrem Reichen, sondern eben auch uns selbst in ihren Bann zieht, immer mehr haben zu wollen, und dadurch Gott, der uns in den Armen begegnet, nicht mehr begegnen zu können. Wer erkennt, dass unser Lohnsystem unmöglich so gestaltet werden kann, dass es wirklich ganz gerecht wäre, der gewinnt vielleicht der Idee eines existenzsichernden Grundeinkommens etwas ab. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, daran zu arbeiten, dass auch unsere Löhne und Gehälter wenigstens ein kleines Stück mehr Zeugnis von der viel größeren Gerechtigkeit Gottes geben, der die Armen vorrangig liebt. Wenn wir heute sehen, dass die Schere zwischen Armen und Reichen auch bei uns auseinanderwächst, werden die so konservativ klingenden Worte Papst Leos XIII. geradezu prophetisch, dass die Lage der sozialen Stände angeglichen werden sollte. Christliches Zeugnis muss wegen der Würde des Menschen für eine Umverteilung eintreten, entgegen der Steuerprivilegien und Kapitalkonzentrationen. Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

4 Schwerpunkt Karl Queteschiner, Pädagogischer Mitarbeiter der KAB, Linz Einkommens- und Vermögensverteilung in (Ober)österreich Als Einkommen ist der Gesamtbetrag der Einkünfte, die während eines Kalenderjahres bezogen werden zu bezeichnen. Als ArbeitnehmerInnenorganisation beschäftigen wir uns hier hauptsächlich mit den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (Einkommen der unselbständig Erwerbstätigen), wollen aber auch die Einkommensverteilung insgesamt ansehen, um die Verteilungsgerechtigkeit und das Ausmaß von Reichtum und Armut in unserer Gesellschaft beurteilen zu können. Wie aus unten stehender Grafik ersichtlich, ist der Lohnanteil (Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit) am Volksvermögen in den letzten 10 Jahren erheblich gesunken. Die Verteilung hat sich zu Gunsten der Gewinn- und Besitzeinkommen verschoben. Der Rückgang des Lohnanteils am Volkseinkommen ist zwar einerseits die Folge der Flexibilisierung der Arbeitsmärkte in Form von Ausgliederungen, der verstärkte Einsatz von Leiharbeit, neue Arbeitszeitmodelle mit langen Durchrechnungszeiträumen und die rasche Zunahme der Teilzeitbeschäftigung, vor allem aber auf das starke Wachstum der Vermögenseinkommen zurückzuführen. 1 Medianeinkommen 2006 im Vergleich Für die Einkommen von uns gewöhnlichen ArbeitnehmerInnen ist das Medianeinkommen ein wichtiger Indikator. Medianeinkommen bedeutet, dass 50 % der unselbständig Erwerbstätigen weniger Euro brutto pro Monat verdienen als der angegebene Betrag. 2 Erfasst werden die Bruttoeinkommen aller Arbeiter und Angestellten ohne Lehrlinge und ohne Beamte (pragmatisierte Bedienstete) jedoch einschließlich Teilzeitbeschäftigter. Um Missverständnisse zu vermeiden, sind in allen Tabellen die Werte ohne Sonderzahlungen, d. h. mit einem 1/14 des Jahreseinkommens ausgewiesen. Im Österreichschnitt (Tabelle 1) lag 2006 das Medianeinkommen gesamt bei Euro 1.763,--, wobei das geringste Medianeinkommen bei den Arbeiterinnen (weibl.) mit Euro 1.136,-- vorzufinden ist, und das höchste bei den männnl. Angestellten mit Euro 2.722,--. Betrachtet man die Tabelle über den Vergleich der Medianeinkommen zwischen den Bundesländern so kann man feststellen, dass beim Medianeinkommen gesamt Vorarlberg mit Euro 1.846,-- vorne liegt, Oberösterreich (nach Wien) an dritter Stelle mit Euro 1.795,-- anzutreffen ist und Burgenland mit Euro 1.530,-- an letzter Stelle ist. Über alle Bundesländer und die beiden Kategorien ArbeiterInnen und Angestellte hinweg findet sich das kleinste Medianeinkommen bei den Arbeiterinnen im Burgenland (Euro 991,--) und das höchste bei den männl. Angestellten in Vorarlberg (Euro 3.037,--). Im OÖ-Schnitt (Tabelle 2, nach AK OÖ: insgesamt Euro 1.778,--) bewegt sich das Medianeinkommen zwischen Euro 1.059,-- (weibl. Arbeiterin) und Euro 2.809,-- (männl. Angestellter). Über alle Bezirke und die beiden Kategorien hinweg findet sich das kleinste Medianeinkommen bei den weibl. Arbeiterinnen im Bezirk Freistadt (Euro 844,--) und das höchste bei den männl. Angestellten des Bezirkes Steyr Stadt (Euro 3.304,--). Generell ist aus der Statistik zu erkennen, dass es sowohl regionale Unterschiede, als auch bedeutende Unterschiede zwischen ArbeiterInnen und Angestellten, sowie Frauen und Männern gibt. Darüber hinaus könnte man auch noch die Unterschiede des Medianeinkommens nach Wirtschaftsklassen untersuchen. Hier liegt z. B. das Medianeinkommen der weiblichen Arbeiterinnen in privaten Haushalten bei Euro 792,-- (Österreichschitt) und der männlichen Angestellten in der Energieund Wasserversorgung bei Euro 3.600,--. Nicht hinwegtäuschen darf das Medianeinkommen (50 % verdienen darüber, 50 % darunter) außerdem, dass es auch Tabelle 1 Unselbständig Erwerbstätige Gesamt Arbeiter/-innen Angestellte Gesamt Männl. Weibl. Gesamt Männl. Weibl. Gesamt Männl. Weibl. bei den unselbständig Erwerbstätigen in einzelnen Fällen relativ hohe Unterschiede zwischen den SpitzenverdienerInnen und den niedrigsten Einkommen gibt. Vermögensbildung und Reichtum in Österreich 3 Der Sozialbericht des Sozialministeriums weist darauf hin, dass über die Vertei- Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

5 Schwerpunkt Schwerpunkt KA-Kolumne Tabelle 2 Unselbständig Erwerbstätige Gesamt Arbeiter/-innen Angestellte Gesamt Männl. Weibl. Gesamt Männl. Weibl. Gesamt Männl. Weibl. Oberösterreich Braunau Eferding Freistadt Gmunden Grieskirchen Kirchdorf Linz-Land Linz-Stadt Perg Ried Rohrbach Schärding Steyr Stadt Steyr Land Urfahr Vöcklabruck Wels Stadt Wels Land lung der Gewinn- und Vermögenseinkommen auf Personen und Haushalte mensbezogenen Vermögen. der Immobilien und 100 % der unterneh- aussagekräftige Daten fehlen. 4 Durch Modellannahmen versucht (!?!) man, sich (auf Auftrag des Sozialausschusses des Nationalrates!) dem Thema des Ausmaßes und der Verteilung der Vermögen anzunähern. Dabei wird unterschieden zwischen Geldvermögen Das Gesamtvermögen des obersten 1 % macht ca. 318 Milliarden Euro aus und ist höher als das Gesamtvermögen der unteren 90 % (299 Milliarden). Das durchschnittliche Pro-Kopf-Vermögen des obersten 1 % (Euro ,--) ist fast das Hundertfache der unteren 90 % der Bevölkerung (Euro ,--). Eigengenutztem Immobilienbesitz Beteiligung an Unternehmen. Die angegebenen Werte beziehen sich auf das Jahr Demnach betrug das private Geldvermögen 269 Milliarden Euro. Der Wert der eigengenutzten Immobilien (eigengenutzte Häuser und Wohnungen) 428 Milliarden Euro. Der Gesamtwert privater Unternehmensbeteiligungen (ohne öffentliche Unternehmungen) beträgt mehr als 247 Milliarden Euro. Dabei gibt es eine hohe Vermögenskonzentration in Österreich! Die Top , das oberste 1 % haben 10 % vom Geldvermögen, 15 % von den Immobilien und 91 % an den unternehmensbezogenen Vermögen. Die Top , die obersten 10 % haben 35 % des Geldvermögens, 71 % Dokument1 Ich möchte hier betonen, dass sich die Zahlen auf Österreich beziehen und aus dem Jahr 2002 stammen. Auf Grund der in den letzten Jahren stark gestiegenen Gewinne (das Gewinnwachstum zwischen dem Jahr 2000 und 2006 betrug 62 % 5 ) ist anzunehmen, dass sich die Vermögenskonzentration seither weiter verstärkt hat. 1) Bundeministerium für Soziales und Konsumentenschutz: Bericht über die soziale Lage , S. 23f 2) Das Durchschnittseinkommen ist für den Vergleich nicht geeignet, weil dabei einige wenige kräftige Ausreisser nach oben das Durchschnittseinkommen ebenfalls stark ansteigen lassen und dadurch das mittlere Einkommen der lohnabhängigen Bevölkerung verfälschen würden. 3) Bundeministerium für Soziales und Konsumentenschutz: Bericht über die soziale Lage , S. 22f 4) Ebenda S. 24 5) Quelle: AK OÖ: Grafik: Gewinne wachsen doppelt so schnell wie Löhne Margit Hauft, Präsidentin der KA OÖ, Wels Einkommen zum Auskommen Gerechte Verteilung der Güter Gutes Leben für alle... Vertraute Klänge in den Ohren Engagierter, manchmal als gebetsmühlenartig empfunden: Schon wieder die alte Leier! Leider sind sie aber nicht überholt, diese Schlagworte bekommen fast täglich neue, traurige Aktualität: Als eine Bekannte neulich in ihrer dritten Volksschulklasse fragte, was für einen Beruf die Kinder denn gerne haben möchten, sagte eine der Neunjährigen: Ich möchte unbedingt EINEN Beruf, aber einen mit einem richtigen Namen! Und auf die Nachfrage der Lehrerin kam die Erklärung: Mama geht in drei Firmen arbeiten, sie tut ganz viel, aber sie hat keinen Beruf. Was gehen kindliche Wünsche dieser Art uns alle an? Sind sie einfach weiter zu geben an die Firmeninhaber, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen mögen, an die, deren Job es ist, für gute Jobs zu sorgen, oder sind nicht auch immer und immer wieder wir als Christen und Christinnen gefragt? Der eine lebt vom anderen, für sich kann keiner sein. Jesus hat Menschen Mut gemacht, zusammen zu halten, füreinander da zu sein. Nächstenliebe hat sich heute auch im gesellschaftspolitischen Engagement zu bewähren. Das ist kein Sonntagsspaziergang, es kostet immer wieder unheimlich viel Kraft Flagge zu zeigen. Aber wir kämpfen nicht auf verlorenem Posten, Gott beruft uns täglich neu, das Gute Leben für alle zu verkünden. Dafür zeigen wir Flagge gelegen oder ungelegen. Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

6 Schwerpunkt Heinz Stricker, Pensionist, Hellmonsödt Die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen bestehen nach wie vor Trotz anders lautender politischer Entscheidungen, ist die Bezahlung von Frauen und Männern immer noch durch massive Ungleichheit gekennzeichnet. Noch deutlicher wird dieser Unterschied bei den Pensionen. Wenn man die Zahlen über die Beschäftigung und die Bezahlung von Frauen in unserer Gesellschaft genauer ansieht, fallen einem doch einige Tatsachen bemerkenswert ins Auge. Da ist einerseits die Tatsache, dass Frauen immer gebildeter werden. Die Zahlen der Studien-Abschlüsse von Frauen steigen massiv an. Wenn man allerdings die Zahlen der Beschäftigung von Frauen in führenden Positionen ansieht, fällt einem die Diskrepanz schon auf. Die Besetzung von Frauen in führenden Positionen nimmt nämlich rapide ab. Verzicht auf Frauen? Wie sehr kann es sich eine Gesellschaft leisten, auf hochgebildete Frauen zu verzichten? Irgendwie erinnert mich all das daran, was ich von 20 Jahren in Kenia kennengelernt habe. In Kenia wurden in den 60er und 70er Jahren Afrikanerinnen aus gutem bürgerlichen Haus hervorragend ausgebildet, allerdings von Engländern nach einem englischen Erziehungssystem. Mit dem Ergebnis, dass sie für die afrikanischen Männer zu klug und gebildet waren, sie daher als Ehefrauen nicht in Frage kamen. Und für die afrikanische Wirtschaft hatten sie eine Bildung, die für diese Wirtschaft nicht gebraucht wurde. Die kenianische Gesellschaft verzichtete damit auf hochgebildete intelligente Frauen. An den Rand gedrängt, landeten sie in den Bordellen Nairobis. Auch bei uns muss man sich fragen, wie sehr es sich eine Gesellschaft leisten kann, solche gebildeten Frauen unter ihrer Qualifikation zu beschäftigen und damit auf ein wesentliches Kapital der Human Ressources zu verzichten. (Die Katholische Kirche zeigt ja vor, wohin das führt, wenn man zuerst Menschen zu Priestern ausbildet und sich diese Ausbildung auch viel kosten lässt, und dann auf sie verzichtet, nur weil sie heiraten.) Die Abhängigkeit von Frauen gegenüber Männern wächst Ein zweites fällt noch auf. Frauen verdienen immer noch weniger, als Männer in den gleichen Positionen, wenn sie überhaupt solche Positionen erreichen. Obwohl schon die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948 für gleiche Arbeit gleichen Lohn vorsieht, sind die Verhältnisse dennoch andere. Und es müsste, wenn man die politischen Absichtserklärungen aller Parteien nimmt, anders aussehen. Mit ein Zeichen dafür, wie sehr die Wirtschaft die Politik schon im Griff hat und auch gesellschaftliche Entscheidungen auf den Manager-Etagen von Firmen getroffen werden. Und Politiker damit nur noch Handlanger von wirtschaftlichen Interessen geworden sind. Vor kurzem hat es mich doch erschüttert, als ich erfahren habe, dass es in der Linzer Plus- City Verkäuferinnen gibt, die mit monatlich ca. Euro 700,-- netto auskommen müssen, trotz voller Arbeitsleistung (Euro 1.072,-- brutto). Angeblich ist dies durchaus nicht ungewöhnlich. Schockiert hat mich auch, dass das anscheinend kaum jemanden mehr aufregt, sondern für viele eh normal ist. Ich frage mich, wie das gehen soll, wenn man von diesem Lohn die Miete für eine Wohnung bezahlen und dann noch von dem restlichen Geld leben muss? Diese Frauen müssen also entweder neben ihrer Arbeit noch irgendwo dazu verdienen, oder sie brauchen einen Mann, der einen wesentlichen Beitrag zum Familieneinkommen leistet. Frauen verdienen durchschnittlich 20 % weniger als Männer. Bei Pensionen ist der Unterschied gar bei 40 %. Das bedeutet dann aber insgesamt, dass die Abhängigkeit von den Männern, auf jeden Fall für Frauen in bestimmten Schichten, massiv zugenommen hat. Und damit ist die Emanzipation nur für eine ganz kleine Gruppe von Frauen zumindest ansatzweise verwirklicht worden. Frauen verrichten den Großteil sozialer Arbeit unentgeltlich im Verborgenen Was aus diesen veröffentlichten Zahlen auch nicht zu erkennen ist, ist die Tatsache, dass Frauen den Großteil an Arbeiten leisten, die gesellschaftlich bisher kaum anerkannt werden. So verrichten Frauen etwa unentgeltlich die Erziehung von Kindern. Sie sind in der unentgeltlichen Pflege von kranken Angehörigen am meisten involviert. Vermutlich ließen sich noch viele Beispiele für solche Tätigkeiten aufzählen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind, aber kaum anerkannt werden. Wie würde unser Gesellschaftssystem dastehen, wenn diese Arbeitsleistungen nicht mehr erbracht werden oder bezahlt werden müssten? Was bedeutet dies aber für Frauen, kaum beachtete Tätigkeiten zu verrichten? Was bedeutet es für Frauen, den Großteil der Arbeit zu verrichten, aber über das Vermögen auch das gemeinsame kaum verfügen zu können? Was bedeutet es für Frauen, nicht im Blick der Gesellschaft zu stehen, trotz gewaltiger Arbeitsleistungen allerdings eben im Verborgenen? Nun könnte man argumentieren, dass es den Frauen, weltweit gesehen, woanders noch viel schlechter geht. Immerhin können sie bei uns wählen und mehr mitbestimmen als woanders. Sie sind freier. Ich glaube aber, dass das für die Frauen in Österreich kein wirklicher Trost ist. 6 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

7 Elisabeth Zarzer, KAB-Organisationsreferentin, Leonding Schwerpunkt Bewertung von Frauenberufen Friseurin, Verkäuferin, Bürokauffrau, Krankenschwester noch immer wählen die Mehrheit der Mädchen einen typischen Frauenberuf. Und für diese Berufe gilt: Sie rangieren am unteren Ende der Gehaltsskala, bieten kaum Aufstiegschancen und besitzen wenig gesellschaftliche Anerkennung. Wählen Mädchen jedoch einen gewerblich-technischen Beruf, sind sie häufiger erwerbslos als ihre männlichen Kollegen. Auch die Familiengründung gestaltet sich äußerst schwierig, weil in diesen Berufen von einer 100 % verfügbaren Arbeitskraft ausgegangen wird. Oft wurde/wird die schlechtere Bezahlung von sozialen Berufen im Vergleich zu gewerblich-technischen Berufen mit vermehrter körperlicher Anstrengung argumentiert. Doch wer z. B. den Beruf einer Altenfachbetreuerin ansieht, kommt zu einem anderen Schluss: körperliche Schwerarbeit! Außerdem sind heute zunehmend Fähigkeiten gefordert, mit denen vor allem Frauen punkten können, so genannte softskills. Warum also diese Ungerechtigkeit? Ein Blick zurück Mit Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts löste sich das berufliche Handeln aus den familiären Bezügen. Es kam zu einer Trennung von Leben und Erwerb. Zu dieser Zeit verlor das Haus als Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft seinen öffentlichen Charakter, die Arbeit der Frau im Haus wurde privat und unsichtbar. Es kam zu einer Abwertung der Haus -Arbeit. Die aufkommende Arbeitsteilung wurde geschlechterspezifisch entsprechend der natürlichen Arbeitsteilung konzipiert. Männerlöhne müssten für den Unterhalt einer Familie reichen, Frauenlöhne nur für den eigenen Unterhalt. Frauen wurden somit naturgemäß in ihrem Lebensunterhalt als von Männern abhängig definiert. Spezielle Frauenarbeitsplätze wurden geschaffen das Interesse der Arbeitgeber lag hier auf Kostensenkung, d. h. Frauen wurden geringer bezahlt. Egal, wo Frauen arbeiteten, in Heimarbeit als Näherin, in den Fabriken, in den neuen Dienstleistungsberufen (Schule, Krankenpflege) in Administration und Verwaltung (Post, Telegrafie, Sekretariat), die Arbeitgeber waren entschlossen, Kosten zu sparen Frauen wurden auf billige Arbeit festgelegt. Für Männer war weibliche Berufsarbeit grundsätzlich unerwünscht, das Ideal die nicht-arbeitenden Ehefrau. Das Proletariat sah Frauen als Konkurrenz und Lohndrückerinnen. Die bürgerliche Schicht fürchtete eher die Unabhängigkeit und Emanzipation ihrer Frauen durch Erwerbsarbeit. Erst während des 1. Weltkriegs verstummten die Stimmen über die Minderwertigkeit weiblicher Arbeit. Frauen ersetzen Männer überall. Doch sowohl nach dem 1. als auch nach dem 2. Weltkrieg mussten die Frauen die Arbeitsplätze wieder räumen. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit Nach wie vor ist der Arbeitsmarkt geschlechtsspezifisch geteilt: Durch Fortbestand der traditionellen Frauenberufe und schlechtere Bewertung von Frauenarbeit und durch unterbrochene Erwerbsverläufe Vom Sekretär zur Sekretärin der Wandel eines Berufsbildes Bis zur Mitte des 19. Jhd. war der Beruf des Sekretärs Männersache. Ab 1850 hielten Frauen Einzug in die Kanzleien. Dabei sorgte das Ausbildungssystem für Bürodamen dafür, dass nur Frauen aus den besten bürgerlichen Kreisen in die männlich dominierten Comptoirs vordringen konnten. Zu dieser Zeit lassen sich folgende Veränderungen feststellen: 1) vermehrter Arbeitsaufwand in den Büros durch die Industrialisierung 2) wirtschaftlicher Druck auf bürgerliche Frauen bzw. der Wunsch nach standesgemäßer Berufstätigkeit 3) Ansehens- und Positionsverlust dieser einst hoch privilegierten Berufsklasse. Ende des 19. Jhds. begann das Zeitalter der Schreibmaschine. Männer lehnten das Maschineschreiben als niedrige Tätigkeit ab. Frauen waren bereit, die neue Technik aufgrund der ungleichen Aufteilung der Versorgungs-/Betreuungsarbeit kommt es zur Fortschreibung der Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen. Damit Frauen gleichberechtigt über Einkommen und Vermögen verfügen können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen und politischen Gestaltungswillen. Grundsätzlich gilt: Bekommen Frauen ihr Geld aus Erwerbsarbeit, ist die Erwerbstätigkeit von Frauen zu ermöglichen, zu fördern und Lohngerechtigkeit herzustellen. Dazu muss sich die Berufstätigkeit von Frauen vom Etikett Zuverdienst lösen und Frauenarbeit durch Anwendung diskriminierungsfreier Arbeitsbewertungssysteme neu und fair beurteilt werden. Bekommen Frauen ihr Geld als Transferleistungen für unbezahlte, unsichtbare Frauenarbeit in Erziehung, Bildung, Pflege hat der Staat für eine entsprechende, gerechte Umverteilung zu sorgen. Als Vision habe ich eine Gesellschaft vor Augen, die eine gleichberechtigte und gleichwertige Teilnahme beider Geschlechter am Arbeitsleben und am Familienleben ermöglicht. zu erlernen und sie hatten durch das Klavierspielen trainierte Finger. Die Männer im Büro sahen es jedoch als selbstverständlich an, dass die Schreibfräulein unten anfangen mussten, d. h. mit einem Bruchteil des Männergehaltes. Bereits 1907 war der Frauenanteil bei 50 %. Frauen arbeiteten billiger, waren belastbarer und gefügiger als ihre männlichen Kollegen. Im 20. Jhd. kam es durch technische Entwicklungen zu einer vermehrten Einstellung von angelernten weiblichen Arbeitskräften, die tippten, lochten, sortierten, telefonierten Die gesellschaftliche Schere ging zunehmend auf in männliche Vorgesetzte und weibliche Arbeitskräfte. Bis in unsere hochelektronische Bürowelt hinein wirkt dieses Klischee von mächtigen Chefs und weiblichen Schreibkräften nach. Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

8 Schwerpunkt Pold Ginner, Geschäftsführer der Sozialplattform OÖ, Linz EU-SILC* - Einkommen, Armut und Lebensbedingungen in Ö 2006 Die Statistik Austria hat ihren Bericht über die Ergebnisse der Erhebung 2006 veröffentlicht. In Österreich wurde EU-SILC erstmals 2003 durchgeführt und ist eine Statistik über Einkommen und Lebenssituation von Privathaushalten, die in ganz Europa nach vergleichbaren Standards durchgeführt wird. die Sozialtransfers über ein Drittel des Gesamt-Haushalts-Einkommens aus, in nicht armen Haushalten haben sie daran einen Anteil von 13 %. Zentrale Themen sind Einkommen, Beschäftigung, Wohnen neben vielen anderen Bereichen. Detaillierte Ergebnisse sind auf der Website von Statistik Austria abrufbar. Das inzwischen übliche Zusatzmodul befasst sich in dieser Erhebung mit der sozialen Teilhabe 2005 lag der Focus auf der intergenerationalen sozialen Mobilität. Finanziert wird die Erhebung von EURO- STAT und dem BMSK. Grundsätzlich sind die Daten zur Armutsgefährdung in Österreich relativ stabil. Zwei Drittel der Bevölkerung geht es gut, ein Drittel hat mit prekären Lebenssituationen bzw. mit Einkommensarmut zu kämpfen. Die Armutsgefährdung beginnt für einen Einpersonenhaushalt rechnerisch bei 893,-- Euro monatlich. 12,6 % der Bevölkerung (rund 1 Mio. Menschen) haben ein gewichtetes Pro-Kopf-Haushaltseinkommen unter diesem Schwellenwert, wobei im Schnitt 15,5 % der Armutsgefährdeten weniger hatten, also um 138,-- Euro unter dieser Schwelle lagen (Armutsgefährdungslücke). Für Oberösterreich kann eine Armutsgefährdungsquote von gut 10 % (rund Personen) angenommen werden. Working Poor Working Poor sind alle Personen, die aktuell erwerbstätig, zwischen 20 und 64 Jahren sind und deren Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt, das sind rund Personen, rund davon sind vollzeiterwerbstätig. Ein Viertel aller Armutsgefährdeten sind Kinder und Jugendliche Rund Kinder bis 16 Jahren und rund abhängige Jugendliche (bis 27 Jahren) leben in Haushalten, deren Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt, davon kommen bei knapp Kindern und Jugendlichen zur Einkommensarmut noch massive weitere Benachteiligungen und Einschränkungen dazu, sie sind somit als manifest arm zu betrachten. Sozialleistungen haben eine hohe umverteilende Wirkung Sozialleistungen reduzieren deutlich das Armutsgefährdungsrisiko und sichern Teilhabechancen. Ohne Sozialleistungen und Pensionen wären statt 12,6 % der Bevölkerung 43 % armutsgefährdet. Die größte Wirkung haben neben Pensionszahlungen Familien- und Bildungsleistungen, wobei diese Leistungen auch in absoluten Beträgen die umfangreichsten sind. Bedarfsorientierte Leistungen, wie Sozialhilfe und Wohnbeihilfe sind vom absoluten Aufwand her unbedeutend, für die Beziehenden aber von umso größerer Bedeutung. Ein- Eltern-Haushalte (früher Alleinerziehende) sind beispielsweise im besonderen Maße von staatlichen Leistungen abhängig. Ohne Sozialtransfers wäre die Zahl der Personen in armutsgefährdeten Ein-Eltern- Haushalten fast doppelt so hoch statt (auch mit Sozialleistungen) überdurchschnittlichen 27 % wären 53 % armutsgefährdet (knapp Personen). In armutsgefährdeten Haushalten machen EU-SILC ein mehrdimensionales Armutskonzept Über Haushalte mit knapp Personen älter als 16 Jahre wurden befragt. Nicht befragt werden Menschen in Anstalten, Heimen und Obdachlose. Haushalte mit Migrationshintergrund und Soziahilfebezug sind in dieser Erhebung unterrepräsentiert, was die Gesamtsituation etwas verzerrt. Drei Zentrale Begriffe stehen für die Beschreibung von Armut zur Verfügung: Einkommensarmut, also materielle Benachteiligung (Mangel an Ressourcen), Deprivation, also der erzwungene Verzicht auf die Befriedigung allgemein wichtiger Bedürfnisse, ein beschränkter Zugang zu einem gewissen Lebensstandard, Soziale Ausgrenzung, also keine Teilhabe an als notwenig erachteten gesellschaftlichen Bereichen, die nicht notwendigerweise mit Einkommensarmut einhergeht In folgenden Dimensionen wird Armut und soziale Ausgrenzung gemessen: Primäre Benachteiligung der Lebensführung, also die Möglichkeit einmal im Jahr Urlaub zu machen, die Wohnung angemessen warm zu halten, bei Bedarf Kleidung kaufen zu können, Zahlungsrückstände etc. Sekundäre Benachteiligung der Lebensführung, also die Unmöglichkeit übliche Güter anschaffen zu können, wie PKW, PC, Internetanschluss, Geschirrspülmaschine, etc. Gesundheitliche Einschränkungen, wie schlechter Gesundheitszustand, chronische Krankheit, Behinderung, etc. 8 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

9 Michaela Moser, Sozialethikerin, Wien Schwerpunkt Schuldenprobleme in Österreich: Hintergründe und Auswege Wohnungsprobleme und mangelhafte Ausstattung, wie kein Bad oder WC, Schimmel, keine Waschmaschine, etc. Probleme im Wohnumfeld, wie Lärm-, Staub-, Geruchsbelästigung, Kriminalität, Vandalismus, etc. Um den Zusammenhang zwischen niedrigem Einkommen und benachteiligten Lebensbedingungen zu verdeutlichen, können vier unterschiedliche Armutslagen dargestellt werden. Damit tritt bei rund 6 % der Bevölkerung (rund Menschen) Einkommensarmut und Deprivation in mindestens einem zentralen Lebensbereich auf. Das niedrige Einkommen wird auch in einer prekären Lebenssituation sichtbar, sodass von manifester Armut gesprochen werden kann. Soziale und kulturelle Teilhabe Wie nicht verwunderlich, besteht ein starker Zusammenhang zwischen Armutslagen und sozialer Kontakte bzw. kultureller Teilhabe. Personen, die in Einkommen und Lebensstandard doppelt benachteiligt sind, haben weit seltener soziale Kontakte sowohl innerhalb des Haushalts als auch außerhalb des Haushalts (Verwandte, Freunde, Nachbarn) und sie haben die geringste Partizipation im kulturellen Bereich. Darüber hinaus zeigt sich, dass Deprivation in anderen Lebensbereichen etwas stärker mit geringerer sozialer Teilhabe zusammenfällt als die reine Einkommensarmut. *) EU-SILC (Community Statistics on Income and Living Conditions) ist eine Erhebung, durch die jährlich Informationen über die Lebensbedingungen der Privathaushalte in der EU gesammelt werden. Aus diesen Angaben können Schlüsse über die Lebensbedingungen verschiedener Bevölkerungsgruppen, über Armut und soziale Ausgrenzung gezogen werden. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Sozialpolitik in Österreich und im EU-Raum. Die Einkommenszufriedenheit ist 2003 auf den niedrigsten Stand gesunken, seit sie von SORA gemessen wird (ab 1997). Immer weniger Österreicher- Innen geben an, von ihrem Einkommen gut leben zu können. Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Alleinerzieherin mit drei Kindern zwölf, sieben und vier Jahre alt. Ihr Mann ist untergetaucht. Sie beziehen ein Einkommen von 1.416,-- Euro (alles inklusive) und haben Fixkosten in der Höhe von 1.135,-- Euro. Dann verbleiben Ihnen monatlich 281,-- Euro für Ihre Familie. Das sind pro Kopf 2,30 Euro am Tag. In den Fixkosten ist auch die Rate für einen Kredit enthalten, den sie gemeinsam mit ihrem Mann aufgenommen hatten. Ihr Konto ist seit Monaten heillos überzogen. Überlegen Sie einfach einmal, was beispielsweise 1 kg Zucker oder 1/2 kg Brot kostet und wie viel Sie davon mit den 2,30 Euro kaufen können Schulden, die beispielsweise durch die Aufnahme eines Kredites oder den Ankauf auf Raten entstehen, gehören heute zur normalen Lebensrealität. Schuldenprobleme entstehen, wenn fällige Schulden in einer angemessen Frist nicht mehr zurückgezahlt werden können. Fachleute sprechen dann von Überschuldung. In Österreich sind nach Einschätzung der Schuldenberatungen an die Haushalte überschuldet oder an der Grenze zur Überschuldung. Im Hintergrund steht oft eine unvorhergesehene Veränderung der Lebens- und Einkommensverhältnisse durch z. B. Unfall, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung. Auch Fehlinformationen und -kalkulationen im Zusammenhang mit Kreditkosten, in der Einschätzung des eigenen Haushaltsbudgets und die Kreditvergabe an Personen mit zu geringem Einkommen führen nicht selten zu Schuldenproblemen. Erleichtert und begünstigt wird diese Situation durch die unkomplizierte Form, Girokonten zu überziehen und durch Leasingangebote. Kommt es zu Rückständen oder Unregelmäßigkeiten in der Rückzahlung von Schulden, wächst der Druck der Gläubiger und es fallen zusätzliche Kosten (Mahnspesen, Kosten für Inkassobüros oder RechtsanwältInnen) und Probleme (bis hin zur gerichtlichen Pfändung) an. Wenn die Summe aus laufenden Zinsen, Verzugszinsen, Eintreibungs- und Gerichtskosten die jeweilige Rückzahlungsrate übersteigt, wächst die Gesamtverschuldung trotz laufender Rückzahlung. Verschärft wird die Situation Betroffener durch den Umstand, dass Schulden insbesondere wenn bereits Lohn gepfändet wird ein schwerwiegendes Arbeitsmarkthindernis darstellen. Schuldenberatung und -regulierung An die Personen wenden sich jährlich neu an eine der zehn staatlich anerkannten Schuldenberatungen, die seit Ende der 1980er Jahre kostenlose Unterstützung in Form von rechtlicher, wirtschaftlicher und psycho-sozialer Beratung anbieten. Seit der Einführung der Privatkonkurse 1995 bieten die von öffentlicher Hand geförderten und nach hohen Qualitätskriterien arbeitenden Beratungsstellen auch professionelle Unterstützung im gerichtlichen Schuldenregulierungsverfahren an. Das umgangssprachlich als Privatkonkurs bekannte Verfahren soll motivierten SchuldnerInnen eine realistische Chance auf einen (wirtschaftlichen) Neubeginn geben. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein, damit das Gericht einem Schuldenregulierungsverfahren zustimmt: regelmäßiges Einkommen (auch Arbeitslosengeld o. ä.) gesicherte Wohnsituation Bezahlung von Fixkosten vollständige Gläubigerlisten keine neue Schulden nachweisliches Bemühen der SchuldnerInnen um höchstmögliche Rückzahlungsquote (z. B. Arbeitslose bemühen sich um einen Job) Wurde der Konkurs eröffnet, hat das unmittelbare Auswirkungen für die SchuldnerInnen: zunächst werden nicht nur Gläubiger, sondern auch Arbeitgeber sowie die kontoführende Bank über das eingeleitete Verfahren informiert. Manche Banken reagieren damit, dass sie das Girokonto der KundInnen sperren, was Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

10 Schwerpunkt Fortsetzung Michaela Moser, Schuldenprobleme in Österreich Tipp Josef Kohlbauer, Leiter der Kirchenbeitragsstelle, Esternberg zu weiteren Problemen mit Arbeitgebern oder bei der Jobsuche führen kann. Das Verfahren wird auch online veröffentlicht unter Mit Konkurseröffnung treten aber auch Zinsenstopp und Exekutionsstopp ein, das heißt alle ab nun anfallenden Zinsen können von den Gläubigern nicht geltend gemacht werden und alle laufenden Exekutionen werden eingestellt. Sollte der Konkurs scheitern, leben die alten Schulden und alle über die Jahre angesammelten Zinsen wieder auf. Ist das Verfahren erfolgreich, der/die SchuldnerIn also allen Pflichten nachgekommen insbesondere der erforderlichen Rückzahlungsquote (mindestens 10 %!) erteilt das Gericht eine Restschuldbefreiung: Einem schuldenfreien Neuanfang steht nichts mehr im Wege. Es gibt drei Verfahrensformen im Privatkonkurs: Dem Zwangsausgleich (Mindestquote von 20 bis 30 % über zwei bis fünf Jahre) und dem Zahlungsplan (Mindestangebot entsprechend dem voraussichtlich pfändbaren Einkommen, maximal sieben Jahre lang) muss eine Mehrheit der Gläubiger zustimmen. Scheitert das Zustandekommen eines Zahlungsplans wird ein Abschöpfungsverfahren eingeleitet, für das keine Zustimmung der Gläubiger notwendig ist. Für die SchuldnerInnen bedeutet das: Leben am Existenzminimum, denn jedes Einkommen darüber wird zur Rückzahlung der Schulden verwendet sieben Jahre lang. Prävention und Lobbying Über die Beratungstätigkeit zur Bewältigung von Schuldenproblemen hinaus leistet Schuldenberatung auch Präventionsarbeit in Form von Anleitung zum verbesserten Umgang mit dem eigenen Budget durch zahlreiche Bildungsprojekte mit Kindern, Jugendlichen und zuweilen auch mit Erwachsenen. Auf politischer Ebene wird durch gezieltes Lobbying an Verbesserungen der Rahmenbedingungen, z. B. im Hinblick auf strengere Regeln bei der Kreditvergabe, gearbeitet. Auch die Abschaffung der 10 % Mindestquote im Privatkonkurs steht seit Jahren im Forderungskatalog der Schuldenberatungen, da diese bei unterdurchschnittlichem Einkommen, mehreren Unterhaltsforderungen oder sehr hohen Schulden (z. B. von ehemaligen Selbständigen) oft eine unüberwindliche Hürde darstellt. Eine weitere Forderung umfasst das Recht auf ein Girokonto. Initiativen wie jene der Zweiten Sparkasse, die seit gut einem Jahr in mehreren österreichischen Bundesländern Konten für Menschen zur Verfügung stellt, die bei keiner anderen Bank ein Konto bekommen, sind begrüßenswert; im Sinne der flächendeckenden Versorgung (die oberösterreichischen Sparkassen haben sich beispielsweise dieser Initiative nicht angeschlossen) und eines Rechtsanspruchs bleibt die Forderung nach gesetzlicher Verankerung jedoch nach wie vor wichtig. Umfassende Lösungsansätze Generell gilt, dass es zur Vermeidung und Bekämpfung von Überschuldung und finanzieller Ausgrenzung umfassende Lösungsansätze braucht. Nachhaltige Lösungen können nur durch die Bündelung und Abstimmung kurativer, präventiver, regulierender und bewusstseinsbildender Elemente erreicht werden und verlangen ein systematisches Zusammenwirken aller relevanten AkteurInnen, von öffentlicher Hand und GesetzgeberIn über soziale Organisationen, FinanzdienstleisterInnen und GläubigerInnenvertretungen bis hin zu den Betroffenen selbst. Staatlich anerkannte Schuldenberatungseinrichtungen in Oberösterreich: Schuldnerberatung OÖ Stifterstraße 16, 4020 Linz Tel: 0732/ , Fax: 0732/ mit Regionalstellen in Ried, Steyr, Vöcklabruck, Wels schuldner-hilfe Verein für prophylaktische Sozialarbeit, Stockhofstraße 9, 4020 Linz, Tel: 0732/ , Fax: 0732/ mit Regionalstelle in Rohrbach Bildungsgutschein der Kath. Kirche OÖ 1. Die Höhe des Bildungsgutscheines beträgt 20,-- Euro. Ehepaare, die eine gemeinsame Kirchenbeitragsvorschreibung erhalten, können jeweils 20,-- Euro pro Person einlösen. 2. Dieser Bildungsgutschein wird auf den jeweils ersten Kirchenbeitragaussendungen der Jahre 2008/2009 angebracht sein. BeitragszahlerInnen, die diesen Zahlschein nicht erhalten, können den Gutschein in den zuständigen Kirchenbeitragsstellen anfordern. 3. Der Bildungsgutschein kann nur bei Einrichtungen des Forums Kath. Erwachsenenbildung der Diözese Linz ab einem Kursbeitrag von 40,-- Euro eingelöst werden. Dieser Betrag kann nicht in bar abgelöst werden. Die Bildungsanbieter zeichnen in ihren Programmen die durch den Bildungsgutschein förderbaren Kurse mit einem eigens dafür gestalteten Logo aus. 4. Förderbar sind persönlichkeitsbildende, religiöse und gesellschaftspolitische Kursangebote. 5. Bei öffentlichen Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft ist der Bildungsgutschein für Jahreskarten im Wert von mindestens 40,-- Euro einlösbar. 6. Der Bildungsgutschein wird vorerst für 2008 und 2009 angeboten. Weitere Informationen unter: 10 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

11 Margit Savernik, Angestellte in der AK-Konsumenteninformation, Wels Schwerpunkt Der Verbraucherpreisindex (Warenkorb) Einmal im Monat veröffentlichen alle Medien Zahlen zu den Lebenshaltungskosten. Zuletzt erschreckten Meldungen über Verteuerungen von Vollmilch um 14 %, Käse um 21 %, Teigwaren um 39 %, Brot und Gebäck um 11 %, Treibstoffe um bis zu 30 %. Zusammenfassend wird eine Zahl veröffentlicht, die einen Durchschnittswert der jeweiligen Veränderungen der Preise auf dem Inlandsmarkt anzeigt. Die Rede ist vom Verbraucherpreisindex (VPI). Was der Preisindex ist und was er kann, soll in diesem Artikel kurz beleuchtet werden. Der VPI ist ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung in Österreich. Mit Hilfe eines repräsentativen (aussagekräftigen) Warenkorbs wird ermittelt, wie sich die Preise für Güter und Dienstleistungen im Durchschnitt über die Zeit verändert haben. Beim Haushaltswarenkorb sind es Güter, die private Haushalte für den eigenen Konsum kaufen. Also Lebensmittel, Verbrauchsgüter, dauerhafte Gebrauchsgüter wie Möbel, Auto, Dienstleistungen wie Friseurbesuch oder Unterhaltungsveranstaltungen. Zur Vermeidung von Preisbrüchen werden Güter gewählt, die voraussichtlich lange in unveränderter Form auf dem Markt sind. Die Auswahl wird von Wirtschaftsakteuren getroffen und evaluiert. Dann erfolgt eine regelmäßige Preiserhebung, wo diese Berichtsstellen befragt werden, zu welchem Preis sie die Erhebungspositionen zum Stichtag oder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes verkauft haben. Qualitätsbereinigungen müssen auf Grund des fortschrittsbedingten Strukturwandels bei verkauften Gütern durchgeführt werden. Die Ergebnisse zeigen zunächst die Entwicklung der Konjunktur. Wichtig sind Preisindizes zur Beurteilung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage und können daher Anlass für politische Maßnahmen sein. Der VPI dient auch als Maßstab für die Beurteilung der Inflation in einer Volkswirtschaft, Maßnahmen der Geldpolitik knüpfen sich dementsprechend an die Entwicklung des Preisindex. Eine weitere Funktion ist die Anwendung bei Wertsicherungsklauseln, das sind Absicherungen für später anfallende Geldzahlungen, die auf die Basis der gegenwärtigen Preis- und Kostenverhältnisse gestellt werden und als Indexanpassung wirksam werden (z. B. bei Wohnmieten, Unterhaltszahlungen). Den VPI gibt es schon seit Laut EU- Verordnung muss alle fünf Jahre eine Warenkorbanpassung erfolgen wurde die siebente Warenkorbanpassung vorgenommen. Die Nettostichprobe umfasste Haushalte, die freiwillig gegen ein Honorar von 50,-- Euro ein Haushaltsbuch über sämtliche Verbrauchsausgaben, auch Großanschaffungen, für den laufenden Bedarf führten. 770 Produkte sind im Warenkorb in 12 Kategorien gelistet. Unterschiedliche VPI Neben dem Haushaltsverbraucherpreisindex, der alle im Inland getätigten Ausgaben, auch der von Touristen in Österreich getätigten Ausgaben, beinhaltet, stehen auch Sonderauswertungen, wie der Preisindex für Pensionistenhaushalte, für den privaten PKW-Verkehr, für Gebühren und Steuersätze zur Verfügung. Preisentwicklungen werden auf unterschiedlichen Stufen des Wirtschaftsprozesses gemessen mittels Erzeugerpreisindizes, Großhandelsindizes, Import-, Exportindizes und Preisindizes der Ausrüstungsgüter (Investitionsgüter). Mit dem harmonisierten VPI wird die durchschnittliche EU- bzw. Eurozoneninflation berechnet. Es existieren mehrere Gewichtungsschemata. Der Pensionistenhaushaltsindex beinhaltet Positionen des VPI, die Ausgabenanteile beziehen sich aber nur auf österreichische Pensionistenhaushalte. Weiters wird ein Index des wöchentlichen und täglichen Einkaufs berechnet (Mini- und Mikrowarenkorb). Alle Indizes zusammen erlauben es, über die Preisentwicklung auf den verschiedenen Märkten Aussagen zu treffen. Durch den inneren Zusammenhang der einzelnen Preisindizes erhalten Wirtschaftsanalytiker Informationen darüber, in welchem Ausmaß beispielsweise sich die Verteuerung von Rohstoffpreisen auf die Verbraucherpreise durchschlägt. Die aktuellen Preise der Warenkörbe werden jeweils mit jenen der Basisperiode verglichen, z. B. Basis Dezember 2007 oder VPI 2005 = 100. Die Gewichtung der einzelnen Güter, das ist der prozentuelle Anteil der einzelnen Indexpositionen an den Gesamtausgaben, bleibt dabei konstant. Preisindizes sind bedingt durch die kurzen Zeitabstände (monatlich) wichtige Konjunkturindikatoren. Im Fall von räumlichen Vergleichen zeigen sie die Relation der Preisniveaus einer Region zu einer Vergleichsregion an. Soviel zur Theorie der Statistik.* Reaktionen gefordert Der VPI liefert also, wenn auch im Nachhinein, eine genaues Abbild der preistreibenden und preisdämpfenden Ausgabengruppen und deren vergleichbare zeitliche Entwicklung. Was dabei jeden von uns interessiert ist: Wer reagiert wie auf diese Informationen? Werden politische Maßnahmen gesetzt, um die Teuerungen abzufedern? Familien mit kleinen Einkommen spüren die Teuerungswelle bei Lebensmitteln deutlicher, da sie an die 20 % ihres Einkommens dafür ausgeben müssen (Durchschnittshaushalte etwa 13 %). Steuersenkungen und Anhebung von Negativsteuern bei steuerbefreiten Einkommen, Einfrieren von Gebühren- und Tariferhöhungen im öffentlichen Bereich müssen als Gegensteuerung eingefordert werden. Preismonitorings bei Lebensmitteln und Treibstoffen wurden eingeführt, um die Wettbewerbssituation am österreichischen Markt zu prüfen und Preisabsprachen und Monopolbildungen aufzudecken. Ausführliche Analysen der Preisentwicklung müssen als Grundlage für Verhandlungen zwischen Politik und Wirtschaft eingesetzt werden. Der hohe Verbraucherpreisindex fordert die Politiker heraus, ihrer Aufgabe, der Sorge um das Gemeinwohl, gerecht zu werden. Konsumentinnen und Konsumenten können das Ihre dazu beitragen, wenn sie sich informieren, preisbewusst einkaufen und den Wettbewerb am Markt nützen. *) Erklärungen und Zahlen unter Information Diskussion Nr. 212 /

12 Schwerpunkt Bert Hurch-Idl, Betriebsseelsorger, Gampern Der Korb als Hilfe zum guten Leben Vor knapp 2 Jahren wurde in Vöcklabruck ein Sozialmarkt gegründet: Der Korb. Menschen mit niedrigem Einkommen haben hier die Möglichkeit, zu äußerst günstigen Preisen Waren des täglichen Bedarfs einzukaufen. Weißt du, was es heißt mit 25,-- Euro am Tag auszukommen? Für alles: für Essen, Wohnung, Kleidung, Kredite, Fernsehen, Schuhe, Zahnpasta, Auto, Handy, Kino, Urlaub für alles eben. Oder was es heißt, vielleicht mit noch (viel) weniger das Auslangen finden zu müssen? Jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen. Und trotzdem geht es sich nicht aus. Urlaub ist keiner drinnen. Und oftmals die Scham, nicht mithalten zu können Diese 750,-- Euro im Monat sind cirka die Höhe des so genannten Ausgleichszulagenrichtsatzes, ein ungefähres Richtmaß für die Armutsgrenze. Weil die Armut wächst, müssen leider viele immer mehr Menschen mitten im so reichen Österreich davon oder mit noch weniger leben. Und das ist zugleich der Richtsatz, bis zu dem man/frau berechtigt ist, im Vöcklabrucker Sozialmarkt Der Korb einzukaufen: Das sind oft Menschen, die ihr Leben lang brav gearbeitet haben, aber z. B. im Alter Damit das Notwendigste für alle gesichert ist. Infos zu dieser Postkarte unter in die Armut rutschen. Oder wegen eines Firmenkonkurses zuerst in die Arbeitslosigkeit Und plötzlich können sie sich das Auto nicht mehr leisten, das sie immer gehabt haben. Sehr viele sind PensionistInnen, vor allem allein stehende Frauen. Denn die Armut ist vorwiegend weiblich. Dann kommen auch zunehmend Flüchtlinge und Familien sowie natürlich arbeitslose und kranke Menschen. Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeit In Vöcklabruck gibt es den Korb nunmehr seit knapp 2 Jahren und die Zahl der Kunden wächst. Inzwischen sind knapp 400 Ausweise als Einkaufsberechtigungen ausgestellt. 3 mal die Woche darf man/frau dann zu maximal 10,-- Euro einkaufen. Damit lässt sich ein Korb sehr gut füllen, denn die Preise sind äußerst niedrig, sie liegen bei ca. 1/3 von Diskonter-Preisen. Die Palette ist inzwischen groß. Waren des täglichen Bedarfs: Milch, Brot, Nudeln, Aufstriche, Obst, Gemüse, Dosen manchmal auch Waschmittel, Babynahrung usw. Und so ist es nicht verwunderlich, dass dieses Angebot sehr geschätzt wird. Integrieren statt ausgrenzen so lautet die Devise. Und dazu kommt, dass man auch mal sein Herz ausschütten, Probleme ansprechen oder einen Tipp bekommen kann, einfach menschliche Ansprache findet. Beliefert wird der Korb von 50 bis 60 Lieferanten aus ganz Österreich. Die Idee dahinter: Verwerten von einwandfreien genusstauglichen Lebensmitteln, statt sie zu entsorgen. Also z. B. Ware, die falsch etikettiert ist, Dosen die verbeult sind etc. werden dem Korb geschenkt. Oder Waren werden aus sozialen Gründen gespendet. Der Korb holt diese Produkte ab und verkauft sie zu günstigsten Preisen weiter. Arbeitsplätze Dabei entstehen zugleich Arbeitsplätze: Die Seele ist eine hauptamtliche Geschäftsführerin, die als Multitalent alle Fäden in den Händen halten muss. Da gilt es, die MitarbeiterInnen geschickt zu leiten, die Waren zu organisieren, Kunden zu informieren, Ausweise auszustellen kurzum ein soziales Geschäft zu führen. Dann gibt es einen Arbeitsplatz über Hilfe zur Arbeit und 5 Plätze für Menschen über Pro Mente, die froh sind, hier stundenweise Arbeit zu finden, gebraucht zu werden. Dazu kommen noch ein Zivildiener und 9 Ehrenamtliche, ohne die vieles nicht möglich wäre. Stachel und Auftrag Der Korb ist angesiedelt als jüngstes Projekt im Verein Sozialzentrum Vöcklabruck. Entstanden ist er als ein Kind des Armutsnetzwerkes Vöcklabruck, dem regionalen Teil des österreichischen Netzwerkes gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Dabei geht es uns immer wieder darum, Armut zu thematisieren, zu enttabuisieren und uns im großen gesellschaftspolitischen Rahmen für gerechte Verteilungsstrukturen einzusetzen. Wir wollen aber auch vor Ort und regional mögliche Abhilfen, konkrete Schritte, Projekte verwirklichen. Und so toll es ist, dass sich der Korb so gut entwickelt, so traurig ist es zugleich, dass es eine derartige Einrichtung in Österreich überhaupt braucht. In diesem Sinne bleibt er ständiger Stachel und Auftrag, für eine gerechtere Welt Sorge zu tragen, in der alle Menschen menschenwürdige Lebensbedingungen vorfinden. 12 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

13 Heinz Zauner, Verein Arge für Obdachlose, Linz Schwerpunkt Leben ohne Einkommen Bei uns muss keiner verhungern!, heißt es. Auch wenn man gar nichts mehr hat, durchgefüttert wird man in Oberösterreich schon. In den Wärmestuben für Obdachlose zählte man alleine in Linz im letzten Jahr BesucherInnen. Vielleicht kommt der eine oder die andere auch wegen der Ansprache vorbei. Im Normalfall fehlt einfach das Geld zur Befriedigung der elementarsten Bedürfnisse: Essen, Trinken, etwas zum Anziehen. Aber kann es wirklich sein, dass Menschen ganz ohne Einkommen bleiben? Wer keine Arbeit hat und durch das Netz der Sozialversicherung fällt oder dort zu wenig Unterstützung erhält, hat immerhin einen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe. Das wären in Oberösterreich für den Alleinunterstützten 552,-- Euro im Monat. Sozialexperten schätzen, dass viel mehr Menschen einen Anspruch auf Sozialhilfe hätten, diese aber nicht in Anspruch nehmen. Warum ist das so? Die Erfahrungen in der Wohnungslosenhilfe zeigen, dass viele Menschen in einer plötzlichen Notlage, etwa bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit, gar nicht über mögliche Unterstützungen wie Wohnbeihilfe oder Sozialhilfe Bescheid wissen. Ein anderer Aspekt ist die Scham, um Hilfe zu bitten. Eine Studie der Armutskonferenz zeigte auch viele Mängel im Vollzug der Sozialhilfe auf. Dazu ein konkreter Fall im Mühlviertel: Ein selbstständiger Keramiker erkrankt schwer und hat kein Einkommen mehr. Er geht zum Sozialamt und wird mit der Begründung abgewiesen, dass er nicht arbeitssuchend beim AMS gemeldet und somit nicht arbeitswillig sei. Als Selbstständiger hätte er aber dort keine Unterstützung erhalten, und als Kranker kann er keine Arbeit suchen. Nach Intervention einer Sozialeinrichtung gibt es dann doch Sozialhilfe. Die Studie zeigt auf, dass 47 % der Hilfesuchenden ihr Recht nur durch Intervention einer Hilfsorganisation zugestanden bekommen. Im Teufelskreis Die heuer von Sozialminister Buchinger vorgestellten österreichweiten Armutsdaten zeigen auch deutlich einen Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Armutsgefährdung. Vor allem Langzeitarbeitslosigkeit erhöht massiv das Risiko der Armutsgefährdung. Während die Armutsgefährdung von Erwerbstätigen 7 % und von Kurzzeitarbeitslosen (unter 6 Monate) 11 % beträgt, steigt sie bei Langzeitarbeitslosen (mehr als 12 Monate) auf 52 %. In der Wohnungslosenhilfe spricht man auch vom Teufelskreis: Keine Arbeit keine Wohnung, keine Wohnung keine Arbeit. Wenn man einmal wirklich draußen vor der Tür steht, dann ist eine Reintegration schwierig. Menschen, die nirgendwo gemeldet sind, können keinen Antrag auf Arbeitslosengeld oder andere Unterstützungen stellen. Oft wohnen sie irgendwo mit, können sich dort aber nicht melden, oder sie leben wirklich auf der Straße. Da das soziale Sicherungssystem erwerbszentriert ist, bedeutet der Ausschluss aus dem Erwerbsleben meist auch gleich den Ausschluss aus dem sozialen Sicherungssystem. Das Arbeitslosengeld, die Notstandshilfe und die Pension, sie alle berechnen sich aus dem vorherigen Erwerbseinkommen. Kaum jemand kann sich in Österreich auch nur vorstellen, dass man im Krankheitsfall nicht einfach zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen kann. Für Personen ist das aber die Realität, da sie nicht krankenversichert sind. Wenn im Juli 2009 die Bedarfsorientierte Mindestsicherung eingeführt wird, sollen zumindest SozialhilfeempfängerInnen krankenversichert sein. Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung wird dann ca. 730,-- Euro im Monat betragen und 14 mal im Jahr ausbezahlt werden. Die Sozialhilfe muss derzeit nach einer Überwindung der Notlage zurückbezahlt werden. Der Regress bildete hier eine Armutsfalle, die mit der Mindestsicherung abgeschafft werden wird. Bei aller Kritik darf man nicht vergessen, dass Sozialleistungen in Österreich das Armutsgefährdungsrisiko beträchtlich reduzieren. Die im EU-25-Vergleich in Österreich unterdurchschnittliche Armutsgefährdungsquote von 13 % (16 % im EU-25 Durchschnitt) ist in starkem Ausmaß auf den Umfang der wohlfahrtsstaatlichen Leistungen zurückzuführen. Gäbe es keine Pensionen und Sozialleistungen, würde das Armutsgefährdungsrisiko anstatt bei 13 % bei 43 % liegen. (Quelle: Statistik Austria, EU-SILC 2006). raus bist du! Auch wenn das soziale Netz in Österreich einen großen Teil der Armut abwenden kann, so gibt es immer wieder Menschen, die zwischen den Sicherungssystemen durchfallen und schließlich ohne Einkommen dastehen. Es kann schon genügen, dass man einen Brief vom Amt nicht gelesen oder verstanden hat, und man fällt gänzlich aus dem System. Dem 61jährigen Herrn H. wird von der Pensionsversicherungsanstalt die Invaliditätspension abgelehnt, obwohl er schwer herzkrank ist. Zu einer Untersuchung wurde er nicht vorgeladen. Er erhält also wieder Notstandshilfe vom AMS. Als es ihm gesundheitlich nicht gut geht, wird er vom Arzt krank geschrieben. Die schriftliche Einladung zum Chefarzttermin registriert er nicht und so wird die Notstandshilfe gesperrt. Er kommt erst dahinter, als kein Geld mehr kommt und inzwischen war auch die Nachfrist der Krankenversicherung abgelaufen. Krank und von Delogierung bedroht, wendet er sich an die Arge für Obdachlose, bei der er schon früher Hilfe fand. Ein Zivildiener bringt Herrn H. zum Hausarzt, bezahlt dort die Rechnung und fährt weiter zum Chefarzt der Gebietskrankenkasse. Dem ist der Befund des Hausarztes zu wenig und er schreibt den Mann nicht krank. Somit gibt s kein Geld und keine Versicherung über das AMS. Die Barmherzigen Schwestern des Vinzenzstüberl helfen und organisieren einen Facharzttermin im Krankenhaus des Konvents. Herr H. erhält dann wieder Notstandshilfe. Unter Begleitung einer Sozialeinrichtung ist der Pensionsantrag mit Verschlimmerungsgutachten gleich gestellt. Nach einer Untersuchung bei der PVA wird die Pension gewährt. Information Diskussion Nr. 212 /

14 Schwerpunkt Christian Felber, freier Publizist, Wien Zauberformel Eine große Mehrheit in der Gesellschaft empfindet die größer werdenden Ungleichheiten als Gefahr. Gleichzeitig gibt es eine breite Ablehnung von totaler ökonomischer Gleichheit. Logische Frage: Wie groß soll die Ungleichheit sein? In 30 Ländern ist das Pro-Kopf-Einkommen seit 1990 gesunken. Fast drei Milliarden Menschen leben von weniger als zwei Dollar pro Tag. Auch in Österreich weitet sich die Kluft: Der Anteil der Löhne am Volkseinkommen stürzte seit 1980 von 73 auf 58% ab. Laut Sozialbericht gibt es bereits Menschen, die von akuter Armut betroffen sind, andererseits zählen Personen zum Club der Millionäre. Beide Gruppen verzeichnen Zuwachs. Entscheidend ist dieser Zusammenhang: Die einen werden reich, weil die anderen arm werden und umgekehrt. Grundnormen entscheidend für Armut und Reichtum Dieser Gedanke gilt noch viel allgemeiner: Wie arm oder reich jemand wird, ist nicht primär Frucht seines oder ihres Fleißes, sondern der zugrunde liegenden gesellschaftlichen Vereinbarungen. Diese beginnen beim Schutz von Privateigentum und Verträgen, ziehen sich durch die gesamte Inszenierung des Marktes und reichen bis zur Steuergesetzgebung und zum Sozialstaat. Diese kulturellen und rechtlichen Grundnormen entscheiden, wie sich Armut und Reichtum in einer Gesellschaft entwickeln. Wenn aber Demokratien die Spielregeln für die Wirtschaft festlegen, dann sollten wir es doch so tun, dass niemand hungert, arm oder ökonomisch entrechtet ist. Logische Konsequenz der wachsenden Ungleichheiten und ihrer breiten Ablehnung in der Bevölkerung wäre daher die Festlegung von Grenzen für die Ungleichheit. Zum Beispiel: Die Spitzeneinkommen dürfen nicht mehr als das 20fache der Mindestlöhne betragen, und niemand soll sich mehr als zehn Millionen Euro Privatvermögen aneignen dürfen. Maßloses Benchmarking * Diese Regel wäre keine Enteignung der gegenwärtigen Elite, sondern die Begrenzung ihres Rechts auf Aneignung. Die Beschwörung der Vernichtung des Leistungsanreizes ist unbegründet. Zum einen ist es ein Märchen, dass leistungswillige Menschen nur dann tätig werden, wenn sie das 100fache des Mindestlohns kassieren, beim 20fachen aber faul in der Hängematte bleiben. Manager wollen vor allem deshalb mehr als das 20fache der normalen Menschen verdienen, weil es die Kollegen der Konkurrenzfirma auch tun. Diese Form des Benchmarking ist aber wohl der schlechteste Regulationsmechanismus. Er hat dazu geführt, dass die Managergehälter in den letzten Dekaden empfindlich schneller gewachsen sind als ihre Leistung. Wenn niemand mehr als das 20fache verdienen könnte, wären alle Manager aus dem Vergleichswettbewerb erlöst und könnten sich wieder auf das Werteschaffen (Wirtschaft) konzentrieren. Zum anderen ist die maßlose Überbewertung der Leistung der Manager nicht nur eine Diskriminierung ihrer MitarbeiterInnen ( du bist nur ein 500stel wert?), sondern auch systemisch falsch: Ohne die Leistungen der MitarbeiterInnen sind die Leistungen der Manager nichts wert. In einem Die Managergehälter stiegen 2005 in Österreich laut Wirtschaftsforum der Führungskräfte um Euro von auf Euro (+ 8,5 %), also um das 11-fache der geringsten Löhne. In der Finanzwirtschaft stiegen die Managergehälter um 15,2 % (Der Standard, 31. Mai 2006). Die Einkommen der ATX-Manager nahmen 2005 um 30 % zu, die der ArbeitnehmerInnen dieser Konzerne um 1 %. Die Gewinne stiegen um 53 %, die Dividenden um 58 % (Trend 7 8/2006). System ein Unternehmen, die Wirtschaft sind die Beiträge aller unverzichtbar. Auch das spricht für eine Begrenzung der Entlohnungsschere. Ich glaube weiters nicht, dass bei der Regel alle Spitzentalente nach Nordamerika davonlaufen würden. Der Mensch ist kein homo oeconomicus: Materieller Wohlstand ist bei reifen Menschen nur eines von mehreren Lebenszielen. Null-Armut-Gesellschaft Und, wenn dank der Regel in Österreich/Europa die Armut gegen null ginge, das soziale Klima sicherer und friedlicher würde, die Steuereinnahmen sprudeln und Vollbeschäftigung wiederhergestellt würde (dringend nötige Arbeiten in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Biolandbau, öffentlicher Verkehr und Gemeinden würden finanzierbar), die Entwicklungszusammenarbeit verbessert und dadurch die Zahl der Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge spürbar zurückgehen würde, dann hätte diese Null-Armut-Gesellschaft bestechende Vorteile. Ethik fordert andere Werte In keiner Weltreligion oder großen Philosophie ist die maximale Anhäufung von materiellen Gütern ein zentraler Wert, im Gegenteil. Alle großen Geistesschulen legen Wert auf ein Leben, das bescheiden an materiellen und reich an immateriellen Werten ist: Gefühle, Beziehungen, Teilen, Solidarität, Spiritualität. Ist es nicht erstaunlich, dass wir trotz dieser Einstimmigkeit im ethisch-spirituellen Überbau die Spielregeln für den Lebensalltag vollkommen konträr gestalten? Wäre es nicht höchst an der Zeit, den Unterbau das Wirtschaftssystem wieder schrittweise an den Überbau anzunähern? Die Regel ist auf diesem langen Weg ein kleiner, aber strategisch wertvoller Schritt. Ein paradoxer Schritt sowohl aus der materiellen als auch aus der immateriellen Armut. *) Benchmarking (Maßstäbe setzen). ist eine vergleichende Analyse mit einem festgelegten Referenzwert. 14 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

15 Andreas Ullmann, Buchhändler, Puchenau Schwerpunkt Buchtipp Lesenswertes zum Thema Kirche und Arbeitswelt Bleibe hier und schaff mit uns Mit Betriebsseelsorger Paul Schobel im Gespräch, von Zweigle, Hartmut; Siedler, Rolf; 144 Seiten, Euro 13,20, 2008, Schwabenverlag Dieses soeben erschienene Buch sollte in keinem Haushalt eines Mitgliedes von KAB und Betriebsseelsorge fehlen. Viele haben Paul Schobel auch schon persönlich kennen gelernt oder ähnliches im Berufsalltag erlebt und können somit sicher seine Aussagen und Rückblicke noch besser verstehen. Als kundiger Grenzgänger zwischen Kirche und Arbeitswelt ist Paul Schobel seit Jahrzehnten in der Betriebsseelsorge tätig. Er gilt als Baumeister der katholischen Betriebsseelsorge. In einem Gespräch mit seinem evangelischen Kollegen Hartmut Zweigle schildert er seinen Werdegang. Er erzählt von seinen Einsätzen als Hilfsarbeiter im Betrieb, von seinen Bemühungen, eine Arbeitergemeinde aufzubauen und wie er zum gefragten Gesprächspartner weit über die Kirche und die Region hinaus wurde. Für ihn heißt leben aus dem Evangelium, solidarisch zu sein mit den Menschen, die im Arbeitsprozess zu kurz kommen, ausgebeutet werden und unter ungerechten Bedingungen zu leiden haben. In das Gespräch eingeflochten sind Texte aus Predigten von Paul Schobel zum Verhältnis von Kirche und Arbeitswelt und Beiträge über sein Wirken aus der Sicht Dritter, beispielsweise von Oswald von Nell-Breuning. Ein beeindruckendes Lebenszeugnis eines Betriebsseelsorgers. Für alle, die am Thema Kirche und Arbeitswelt interessiert sind. B I L D U N G... Berufsmatura Fern-Hochschule Hamburg Fremdsprachen Gesundheit und Soziales EDV, Technik Wirtschaft und Management Werkmeisterschulen etc.... mehr Chancen im Leben Information Diskussion Nr. 212 /

16 Schwerpunkt Herbstblätter Bericht Herbstblätter... im Frühling Tag der Arbeitslosen Zu Beginn möchte ich mich kurz vorstellen, da mich viele LeserInnen ja nicht kennen werden: Ich bin Anna Klementschitsch, Jahrgang 1936, und wohne mit meinem Mann Sepp in Vöcklabruck. Unsere große Familie besteht aus 6 Kindern, 4 Schwieger- und 9 Enkelkindern, die von Wien über das Mühlviertel und Vöcklabruck bis nach Salzburg verstreut sind. Sepp und ich leben schon einige Jahre allein in unserem Reihenhaus. Wir kamen beide aus der steirischen KAJ und sind mit der KAB bald nach unserer Übersiedelung nach Oberösterreich im Jahre 1967 durch Heidi und Fritz Nußbaumer in Kontakt gekommen. Mit ihnen sowie mit Fanny Mitterhuber und Mitzi und Engelbert Schobesberger aus Schwanenstadt, Inge Desch aus Attnang-Puchheim, Waltraud und Hermann Staudinger aus Weyregg und Hedy Lanz aus Unterach, sind wir seit ungefähr dieser Zeit in einer übergebietlichen KAB-Runde beisammen. Hier in Vöcklabruck haben wir mit zwei weiteren Ehepaaren und unserem geistlichen Betreuer, Dechant Josef Friedl aus Ungenach, auch seit über 30 Jahren eine Familienrunde, in der nur wir KAB- Mitglieder sind. Übrigends in beiden Runden zusammen sind in dieser langen Zeit 42 Kinder groß geworden. Für mich sind diese Gemeinschaften ein wertvoller Ankerplatz und ich finde, dass sie gerade jetzt im Alter wieder wichtiger gegen Kontaktlosigkeit und Vereinsamung geworden sind. Die Themenschwerpunkte haben sich freilich gewandelt. Mir ist es z. B. nicht mehr so wichtig was in der Arbeitswelt passiert, sondern wie gehe ich mit dem Altwerden, mit Krankheit um, wie kann ich mein Leben noch lebenswert gestalten etc. Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt, ist Beziehungsarbeit. Sepp und ich haben am 6. April unseren 50. Hochzeitstag gefeiert und wir stellen in Abständen fest, dass es oft großer An- strengung bedarf, unsere Beziehung lebendig zu erhalten. Über dies alles und noch vieles mehr tut es gut, sich in den Runden auszutauschen. Ja, was mache ich sonst noch außer dem Alltäglichen, was mich zwar oft schon belastet, von dem ich aber trotzdem hoffe, dass ich es noch lange ohne Hilfe schaffen kann: Da wäre jetzt im Sommer der Garten, der mir viel Freude, oft aber auch schon Mühe macht. Gelegentlich koche ich für die Familie meiner Tochter, was mir etwas Abwechslung bringt vor allem fühle ich mich dadurch gebraucht. Einmal im Monat treffe ich mich mit meist 8 Frauen zum Schreiben in einer Frauen-Schreibwerkstatt. Hier geht es sehr abwechslungsreich zu, da jedes Mal eine andere von uns das Thema vorgibt und wir immer wieder über die Ergebnisse erstaunt sind. Gemeinsam haben Sepp und ich neben Spaziergängen und Wanderungen seit Herbst noch ein Bewegungsprogramm. Wir gehen nämlich einmal wöchentlich zum Tanzen in eine Senioren-Tanzgruppe, was uns gut tut und Spaß macht. Zum Abschluss muss ich unbedingt noch etwas loswerden: Vor ein paar Tagen fiel mir bei einem Waldspaziergang auf, dass die kleineren Buchen neben den langen, spitzen Blütenknospen, aus welchen schon die Spitzen der neuen Blätter hervorschauen, noch ihre hellbraunen, trockenen Herbstblätter festhalten. Dies hat mich daran erinnert, dass ich diesen Brief schreiben soll, was ich nun auch getan habe. Mit dem Wunsch für einen schönen Frühling und Sommer grüßt euch alle Anni Klementschitsch Viele Menschen in unserem Land erleben Arbeitslosigkeit als Teil ihrer Lebensrealität. Um auf die Lage der betroffenen Menschen und auf das gesellschaftliche Problem Arbeitslosigkeit aufmerksam zu machen, fand am 30. April 2008 eine Kundgebung an der Linzer Landstraße statt. Die beteiligten kirchlichen Organisationen (Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, KAB & Betriebsseelsorge und Kath. Jugend/ Forum Arbeit KAJ) stellen fest, dass trotz guter Wirtschaftslage noch immer viele Menschen auf der Suche nach einem passenden Arbeitplatz sind. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass atypische/prekäre Arbeit und Arbeitslosigkeit einander in immer rascherer Folge abwechseln. Zum Beispiel steigen geringfügige Beschäftigung und Teilzeit überproportional an, wovon vor allem Frauen stark betroffen sind. Arbeit unter prekären Bedingungen betreffend Arbeitszeit, Bezahlung oder sozialrechtlicher Absicherung ist nicht die Lösung für das Problem Arbeitslosigkeit. Mit Santa Precaria für FAIR statt PREKÄR: Mit einem Umzug durch die L a n d s t r a ß e unter der Schirmherrschaft von Santa Precaria sollte auf Fehlentwicklungen in der Arbeitswelt und die daraus resultierende Not hingewiesen werden. Dabei geht es um Widerrede gegen vermeintlich unvermeidbare Entwicklungen und um gegenseitige Bestärkung. Für uns ist Santa Precaria eine Symbolfigur für die vielen oft unbekannten Frauen und Männer, die sich in ihrem Lebensumfeld für eine faire Arbeitswelt einsetzen. Elisabeth Zarzer 16 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

17 Bericht Schwerpunkt Kolumne Gratulation zum KirchenZeitungs-Solidaritätspreis 2008 Am 15. Mai 2008 wurde der 15. Solidaritätspreis der KirchenZeitung der Diözese Linz verliehen. Wir gratulieren dazu sehr herzlich den PreisträgerInnen aus unseren Reihen: Robert Bräuer (Haslach) Für sein langjähriges solidarisches Wirken in KAJ, Betriebsseelsorge, Verein VEROM und Verein ALOM, Böhmerwaldwerkstätte und Textilwerkstatt Haslach/Manufaktur Haslach sowie für den Aufbau des Textiles Zentrum Haslach. Robert Bräuer, Leiter des Treffpunktes mensch & arbeit Rohrbach, setzt das Motto Cardijns Sehen Urteilen Handeln in seinem Leben konsequent um. Er engagiert sich für nachhaltige Veränderungen im Sinne der Schwächeren und Benachteiligten. LH Pühringer, Uta Hörburger Waltraud Staudinger (Weyregg) Für ihren Einsatz seit 27 Jahren für psychisch kranke Menschen, denen sie als Laienhelferin von pro mente wöchentlich Zeit schenkt und für sie einfühlsame Begleiterin ist. Waltraud Staudinger ist langjährige Mitarbeiterin der KAB. Fotos: KirchenZeitung/fmg. Foto Stadt Leonding v. l.: LR Ackerl, Robert Bräuer Dr. Uta Hörburger (Gallneukirchen) Für das unermüdliche Engagement für die kosovarische Familie Kabashi um deren Bleiberecht, das dieser in der Woche vor der Solidaritätspreisverleihung erteilt wurde. Die Ehrung versteht die Jury auch stellvertretend für all jene, die ebenfalls für ein Bleiberecht von Menschen kämpfen, die seit Jahren bei uns und gut integriert sind. Uta Hörburger ist auch im Treffpunkt mensch & arbeit Standort voestalpine engagiert. Bischof Aichern, Waltraud Staudinger Aus Haidfeldstraße wird Ehrenfellner-Straße Am Harter Plateau in Leonding gibt es seit Februar 2008 eine Ehrenfellner-Straße. Die Stadt Leonding will dadurch ihre Wertschätzung für das Wirken und das vielfältige soziale Engagement von Prälat Monsignore Johann Ehrenfellner zum Ausdruck bringen. Wir gratulieren zu dieser Anerkennung! Jeder Tag - eine Chance Edith Rohrhofer, Hausfrau, Linz Denk ich an den Begriff Geschenk, fällt mir sofort ein Päckchen mit bunter Schleife ein. Doch es gibt auch andere Geschenke, die nicht gleich als solche zu erkennen sind, die aber oft viel wertvoller sein können. So betrachte ich es z. B. als Fügung des Himmels, dass wir eine Bauernfamilie kennen lernten, auf deren Hof wir seit Jahrzehnten die Sommerzeit verbringen und mit der uns eine innige Freundschaft verbindet. Als kleinere, nicht minder gute Gaben, die uns zugefallen sind, wären die vielen guten Beziehungen zu nennen, die Freunde, von denen ich so viel an Schönem und Erfreulichem aufzählen kann. Indem ich mich bemühe, in der Gegenwart zu leben und die Dinge um mich bewusst wahrzunehmen, schärft sich auch mein Blick, um mich am kleinsten Schönen zu erfreuen. Manchmal ist es ein gutes Wort, eine liebevolle Geste, ein kleines Ereignis am Rande, wo die leitende Hand Gottes spürbar wird. Eine Winzigkeit oft nur: Mein Partner wünscht sich, dass ich einen bestimmten Artikel in einer Zeitung lese. Fast widerwillig komme ich der Bitte nach. Ich finde das Geschriebene ganz gut, jedoch für mich nichts Neues. Aber der Anhang, vielleicht als Füller gedacht, spricht mich an. Er bringt mich auf eine Idee, für die ich dankbar bin. Danken für etwas Schönes und Angenehmes ist leicht: Für die guten Beziehungen zu den eigenen Kindern, dass wir in Frieden und relativem Wohlstand leben dürfen, dass wir uns geliebt wissen, von Gott und den Menschen und vieles mehr. Aber schlimme Ereignisse, wie Krankheiten, Konflikte, Schicksalsschläge als Geschenke anzunehmen, sind schwerer, manchmal zu schwer. Erst später, wenn wir die Herausforderungen positiv überwunden und aus ihnen gelernt haben, erkennen wir, dass wir dadurch ein Stück reifer geworden sind. Auch mit schwierigen Lebenssituationen dankbar umzugehen, gehört zum geglückten Leben. Information Diskussion Nr. 212 /

18 Ankündigungen/Berichte Wels Integration für ein gutes Zusammenleben in Wels Infoabend Im Rahmen der Woche für Respekt und Toleranz luden wir zu einem Infoabend ein, um das Zusammenleben der Kulturen zu thematisieren. Als Referentin erzählte uns Daniela Nömeyer vom Integrationsbüro Wels über die Situation in Wels sowie über die Schwerpunkte in ihrer Arbeit. In Wels leben 15,9 % Fremde, 8,9 % in OÖ und in den Welser Kindergärten sind es 38,6 % Kinder mit Migrationshintergrund. In den Volksschulen waren es 2005/ ,57 % der SchülerInnen. Von war die Hochphase v. l.: D. Nömeyer, M. Petz, P. Zechmeister der Einwanderung. Das Integrationsbüro gibt es seit dem Jahre Es ist eine Einrichtung der Volkshilfe und hat 6 MitarbeiterInnen. Ziele des Integrationsbüro sind Verbesserung des sozialen Klimas zwischen Einheimischen und Zugewanderten, Sensibilisierung der Gesellschaft, Abbau von Klischees und Vorurteilen, bessere Einbeziehung der MigrantInnen auf Gemeindeebene, Konfliktschlichtung und Prävention. Was passiert bei uns: Kursmaßnahmen wie z. B. Deutschkurse für Erwachsene, Lernkurse für SchülerInnen in den Ferien, Fördermaßnahmen an den Welser Volksschulen. Öffentlichkeitsarbeit: Vorträge, Anlaufstelle für Fragen zu Integration und Migration, Podiumsdiskussionen, kulturelle Aktivitäten: Fest der Kulturen, literarische Abende, Tag des Kindes etc. Netzwerkarbeit: ausländische Kulturvereine, soz. Einrichtungen, Frauenforum, Kirche, Schulen Kindergärten, Miteinander Wohnen: Gemeinwesenarbeit in den Krisengebieten, Konfliktschlichtung und Konfliktbearbeitung. Ein ganz besonderer Schwerpunkt ist die interkulturelle Mediation, das Welser Modell der Konfliktprävention: Miteinander Wohnen. Oft stellt sich erst im Laufe des Verfahrens heraus, ob tatsächlich die Kultur konfliktauslösend war oder ob es ein herkömmlicher Konflikt war und die unterschiedliche Kultur eine Nebensache war. Mitglieder unterschiedlicher Kulturen haben unterschiedliches Konfliktverhalten, Sitten, Sprache und Gebärden sind durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur geprägt. Erkenntnis aus der interkulturellen Mediation ist: Das Erkennen und Erklären der kulturell bedingten Unterschiede sind die Hauptvoraussetzungen für eine gelingende Mediation. Nicht die Unterschiede als solche führen zu Konflikten, sondern die Handhabung dieser Unterschiede. Zum Abschluss ein Text zum Nachdenken: Dein Christus ist ein Jude Dein Auto ein Japaner Deine Pizza italienisch Deine Demokratie griechisch Dein Kaffee brasilianisch Dein Urlaub türkisch Deine Zahlen arabisch Deine Schrift lateinisch Und dein Nachbar nur ein Ausländer Ältere Arbeitnehmerinnen in Wels Befragung von Passantinnen durch die ÖGB Frauen Wels: Arbeiten Sie in einem körperlich sehr beanspruchenden Bereich? Ist Ihre Arbeit mit zunehmenden Alter beschwerlicher geworden? Gesund älter werden am Arbeitsplatz, was ist dazu notwendig? Wie geht es Ihnen als Frau am Arbeitsplatz? Was soll die Gewerkschaft für ältere Arbeitnehmerinnen tun? Ca. 60 Frauen erzählten aus ihrem Arbeitsleben. Dabei waren oft sehr berührende Schilderungen über das Arbeitsklima, über entwertendes Verhalten von Vorgesetzten, aber auch über eine hohe Arbeitszufriedenheit mit ihrem Beruf. Oft gelingt auch eine gute Balance zwischen den immer steigenden Anforderungen und den knapperen Ressourcen. Hier eine Zusammenfassung der Umfrage: Das Alter der befragten Frauen war zwischen 40 und 60 Jahren und es waren Branchen wie Gesundheitswesen, Gastronomie, Handel, öffentl. Dienst, Reinigungsgewerbe und Industrie vertreten. Alle Frauen berichteten durchwegs über zunehmenden Druck und Stress, z. B. durch Personaleinsparungen. Auch nimmt die Kontrolle und Überwachung am Arbeitsplatz zu. Frauen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, haben durchwegs Probleme mit Heben, Tragen und langen Arbeitszeiten; Frauen aus dem Reinigungsbereich erzählten, dass sie viele Flächen in kurzer Zeit reinigen müssten. Die Belastbarkeit sinkt und der Generationskonflikt zwischen Jüngeren und Älteren wird als problematisch erlebt. Bei der Frage, was notwendig ist um am Arbeitsplatz gesund älter zu werden, wünschten sich die Frauen mehr Ruhephasen, menschlichen Umgang im Miteinander, eine gute Betriebskultur, dass der Mensch wieder mehr im Vordergrund steht und Stress und Druck nicht überhand nehmen. Als Frau geht es den meisten an ihrem Arbeitsplatz gut. Auf die Frage, was der ÖGB für ältere Arbeitnehmerinnen tun kann, wurde angeführt: Gleichberechtigung bei der Bezahlung, Rechtsanspruch für Altersteilzeit, besserer Kündigungsschütz für ältere Arbeitnehmerinnen, kürzere Arbeitszeitblöcke und längere Ruhephasen. v. l.: W. Swoboda, BR Alten und Pflegeheim, G. Leitner BR a. D., B. Wimmer, Betriebsseelsorge Wels, A. Scharhauser, BR Industriebetrieb, S. Reitinger, BR Vorsitzende im Klinkium Wels 18 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

19 Berichte/Ankündigungen Schwerpunkt A typisch(e) Frauenarbeit: Von Wischmop bis Laptop Am 19. April 2008 fand in Linz eine gemeinsame Tagung von Betriebsseelsorge & KAB und ÖGB-Frauen zum Thema atypische Frauenarbeit statt. Einen besonderen Stellenwert hatte dabei der Austausch betroffener Frauen untereinander über die positiven und negativen Aspekte ihrer (Arbeits-)Situation. In Kleingruppen hatten sie die Gelegenheit, ihre Lebensgeschichten darzulegen. Sie wurden mit ihren Problemen und Wünschen gehört und wertgeschätzt. Atypische Arbeit ist vorwiegend weiblich und zieht sich quer durch alle Branchen, jedes Alter und alle Ausb i l d u n g s t y - Selbstversorger-Ferienhaus Obertraun Das Ferienhaus Obertraun ist im Sommer noch zu folgenden Zeiten frei: Juli, August 2008 Das Haus mit Hüttencharakter verfügt über eine eigene Liegewiese samt Badehütte am See und ist ideal geeignet für Gruppen oder Familien bis ca. 20 Personen. Gerade im Jahr der Landesausstellung 2008 ist diese Region einen Besuch wert! Anfragen und Reservierungen: Edeltraud Feichtinger, Tel. 0732/ , (Buchungen jeweils wochenweise von Sa. bis Sa., tageweise auf Anfrage). pen. Damit auch atypische Arbeit genug Geld zum L e b e n bringt und v. l.: Teilnehmerin, Anna Wall-Strasser, Brigitte Ruprecht, Referentin Heidrun Silhavy im Gespräch nicht zur A r m u t s - falle wird, f o r d e r t e Staatssekretärin Heidrun Silhavy in ihrem Referat: Der Begriff ArbeitnehmerIn muss ausgeweitet werden. Wer als freie Dienstnehmerin z. B. mit einem Werksvertrag wirtschaftlich von einem Auftraggeber abhängig ist, muss als ArbeitnehmerIn gelten und in die Pflichtversicherung aufgenommen werden. Vor allem bei Geringfügiger Beschäftigung und Teilzeit ist in den letzten Jahren ein starker Anstieg zu beobachten. Anfangs von vielen Frauen oft selbst gewählt, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, erweist sich die atypische Arbeitsform oft genug als Bumerang in Bezug auf Einkommen, Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten, soziale Absicherung, usw. Für eine echte Wahlmöglichkeit muss sich die Gesellschaft von alten Denkmustern verabschieden. Frauenarbeit gehört aufgewertet und gleichzeitig muss Männern die gleichberechtigte Teilnahme am Familienleben ermöglicht werden. Elisabeth Zarzer Information Diskussion Nr. 212 /

20 Termine Schwerpunkt P.b.b. ZLNR: GZ02Z031831M; Erscheinungsort Linz; VPA: 4020 Linz Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf Nettingsdorferstr. 58, 4053 Haid Tel / Treffpunkt-Sommerfest Fr., , ab Uhr Musik, Grillen, Feiern Arbeitslosentreff Linz-Land Mo., , bis Uhr Kontaktmöglichkeit, Beratung und Tipps bei Problemen in der Arbeitslosigkeit, Frust ablassen Bibelabend Di., , Uhr Was bedeutet ein solidarisches Leben in Gemeinschaft in Abgrenzung zur Vereinzelung der heutigen Gesellschaft? Vorsicht: Biblische Texte können zu einem solidarischen Leben führen. Keine Vorkenntnisse notwendig. Männerwochenende: Auf dem Weg in meine Mitte und zurück Fr., bis Sa., , Obertraun Gemeinsam mit Treffpunkt mensch & arbeit Vöcklabruck: unseren Grund-sätzen auf der Spur. Anmeldung bis im TP WiazHaus Fr., , Uhr geselliges Beisammensein, Zeit zum Reden, Musik hören, Spielen Treffpunkt mensch & arbeit Braunau Salzburger Straße 20, 5280 Braunau 07722/ Terrassenfest Fr., , ab Uhr Ausflug zu und mit Sepp Schreiner So., , 9.00 Uhr Teilnahme am Gottesdienst in Unterach/ Attersee, anschl. Wanderung auf den Hochplettspitz Bildungshaus Betriebsseminar Kapuzinerstraße 49, 4020 Linz 0732/ Die gute Botschaft Es wird ein Ausblick gegeben auf die biblischen Texte der Liturgie des kommenden Monats, mit besonderem Blick auf ihre befreiende Botschaft. Do., und , bis Uhr Praktikum Arbeitswelt und Auswertungswoche So., bis Do., Genauere Informationen im Betriebsseminar KAB & Betriebsseelsorge OÖ Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz 0732/76 10/3631 KAB-Sommerwochen Familien-Reflexions- & Urlaubswoche Sa., bis Sa., , Deutschlandsberg Familien-Urlaubswoche Sa., bis Sa., , Bruck/Mur Familienurlaubstage Osor/Kroatien Sa., bis Mi., Exerzitien Brunnbach, Mo., 07. bis Fr., Nussdorf, Mo., bis Fr., Attac-Sommerakademie Steyr Den Neoliberalismus aushebeln Bilanz und Perspektiven nach 10 Jahren Globalisierungspolitik Mi., 16. bis So., Bergtage Dem Leben auf der Spur Mo., 28. bis Mi., Mödlingerhütte m, Ennstaler Alpen Infos und Anmeldung: Heinz Mittermayr (0732/ ) Bergmesse mit Blick auf Linz So., , Hagerberg bei Altenberg, Abgang 9.30 Uhr Straßenbahnendhaltestelle Linie 1 und 2/Universität, ca Uhr Gottesdienst Herbstfahrt der KAB OÖ in den Lungau und in die Obersteiermark Besichtigungen, Ausflüge, Wanderungen, Treffen mit Bischof Aichern Mi., bis Sa., Programmfolder und Anmeldungen im KAB- Büro 0732/ Treffpunkt mensch & arbeit Wels Carl-Blum-Straße 3, 4600 Wels 07242/ Bergwanderung So., , Info: Karl Bernhard Grillfest Finale Fr., , Uhr Treffpunkt mensch & arbeit Standort voestalpine Währingerstraße 30, 4030 Linz 0732/ Spiele-Nachmittag Mi., , Uhr Frauen-Cafe Do., , Uhr Gottesdienste Sa., , Uhr letzter Gottesdienst vor Sommerpause Sa., , Uhr erster Gottesdienst im Herbst Fr., bis So., Treffpunkt geschlossen! Gottesdienst und Startfest Sa., Treffpunkt mensch & arbeit Rohrbach Stadtplatz 8, 4150 Rohrbach 07289/88 11 Bibelwanderung Österreich/Tschechien Sa., 20. bis So., Treffpunkt mensch & arbeit Vöcklabruck Graben 19/1, 4840 Vöcklabruck 07672/ Vokal- und Instrumentalensemble MIRA Sa., , Uhr, Pfarre Steyrermühl, Lieder und Texte von Arbeit Leben Liebe, im Rahmen der Landesausstellung Männerwochenende: Auf dem Weg in meine Mitte und zurück Fr., bis Sa., , Obertraun, siehe TP Nettingsdorf 20 Information Diskussion Nr. 212 / 06-08

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