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1 Ausgabe Lübeck Dezember zwischen Nord- und Ostsee Schwerpunktthema Interview Gesundheitswirtschaft Wirtschaftsminister Jost de Jager IHK Schleswig-Holstein Ehrung der besten Azubis Leserumfrage 2009 liegt dieser Ausgabe bei Bis wählen!

2 Dezember 2 Meinung Wirtschaft in Schleswig-Holstein 4 IHK-Initiative: Kurs 09 Volle Kraft für den Mittelstand 6 Unternehmen in Schleswig-Holstein 10 Firmen-Ticker 11 Ökonomen zwischen Nord- und Ostsee Interview 14 Der neue Wirtschaftsminister Jost de Jager Schwerpunktthema: Gesundheitswirtschaft 16 Uniklinikum: Wissen schafft Gesundheit 18 Lotsendienst: Gesundheit als Wettbewerbsvorteil 19 Zukunftsbranche mit überdurchschnittlichem Potenzial 20 Gesundheitsberufe an der Wirtschaftsakademie IHK vor Ort Enthält Bekanntmachungen in der Ausgabe Lübeck IHK Schleswig-Holstein 21 Führung im Wandel: Unternehmerinnen im Norden Foto: Götz Sommer Interview: Wirtschaftsminister Jost de Jager Wir wollen das wirtschaftsfreundlichste Bundesland Deutschlands werden, sagt Jost de Jager, der neue Wirtschaftsminister Schleswig- Holsteins. Im Gespräch mit der Wirtschaft führt der bisherige Staatssekretär aus, wie er dieses Ziel erreichen will und welche inhaltlichen Schwerpunkte er in seiner Regierungsarbeit setzen wird. S. 14 Standortpolitik 22 Interview: Leitbilder und Zertifizierungen 23 Hafenkonzept Unterelbe Starthilfe und Unternehmensförderung 24 EU will Verbraucherrechte vereinheitlichen Aus- und Weiterbildung 25 Ehrung der besten Azubis in Schleswig-Holstein 26 Ausbildungsbeispiel des Monats: Vishay Innovation und Umwelt 28 Partnerschaft zwischen DIHK und Bundesregierung 30 IHK Nord: Positionspapier erneuerbare Energien Schwerpunktthema: Gesundheitswirtschaft Schleswig-Holstein ist von der Gesundheitswirtschaft geprägt wie kein anderes deutsches Bundesland, das zeigt eine aktuelle Studie. Gestiegene Lebenserwartung, demografischer Wandel, die moderne Medizin und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein eröffnen ein großes Wachstumspotenzial. S. 16 Foto: Pixelio/Rainer Sturm International 31 IHK-Unternehmerreise nach Südafrika Recht Fair Play 33 Interview: EuGH-Urteil zum Fernabsatz 34 Neues aus Berlin und Brüssel 35 Veranstaltungen 36 Börsen 37 Buchtipps 38 Jubiläen 39 Umschau 40 Vorschau 40 Impressum Foto: Bilderbox Titelbild: Starke Gesundheitswirtschaft in Schleswig- Holstein Illustration: Götz Wiedenroth Die besten Azubis 2009 Die IHK Schleswig-Holstein hat die besten 102 Auszubildenden aus Industrie, Handel und Dienstleistung für ihre hervorragenden Prüfungsleistungen ausgezeichnet. Ebenso geehrt wurden die Ausbildungsbetriebe, Berufsschullehrer sowie drei IHK-Prüfer stellvertretend für ihre insgesamt Kollegen. S. 25

3 Meinung Foto: Insa Korth Margarete Böge, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein Die Würfel sind gefallen! Sehr geehrte Leserinnen und Leser, im Bund wie im Land hat sich der Wähler mehrheitlich für einen Politikwechsel ausgesprochen: Weg von einer Großen Koalition, hin zu einer bürgerlich-liberalen Mehrheit. Man könnte auch sagen: Weg vom Programm gewordenen Kompromiss, hin zu einer Politik mit einer erkennbaren Ausrichtung, unabhängig davon, ob man diese nun teilt oder auch nicht. Mit der Aussage von 2005 Große Koalitionen bewältigen große Aufgaben mochte sich im Sommer 2009 jedenfalls niemand mehr zitieren lassen, weder in Berlin und schon gar nicht in Kiel. Ende Oktober liegen nun die Koalitionsverträge vor. In Berlin spricht man von Vertrauen in die Strukturen und Mechanismen der Sozialen Marktwirtschaft - eine gute Botschaft, die lange nicht zu hören war. Sollten diese Strukturen gar verschlankt und transparenter werden, die richtigen Anreize setzen und einen in Teilen unstrittig vorhandenen Wildwuchs korrigieren, dann können wir darauf hoffen, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes reaktiviert werden und wir gestärkt aus der Krise hervorgehen. In Kiel wird es darum gehen, wieder zu konstruktiver Sacharbeit zurückzufinden. Unbestritten ist, dass auch eine neue bürgerlichliberale Koalition mit nur minimalen finanziellen Spielräumen ausgestattet ist. Diese begrenzten Mittel, davon sind die Industrieund Handelskammern des Landes überzeugt, müssen eingesetzt werden, um 1. im Kern gesunden Unternehmen mit ausreichend ausgestatteten Soforthilfen die Überbrückung der aktuellen Krise zu erleichtern und so zum Erhalt der mittelständischen Strukturen im Lande beizutragen. 2. Rahmenbedingungen in Politik und Verwaltung so zu optimieren, dass sie den Unternehmen die notwendigen Freiräume für mutiges, zukunftsgerichtetes unternehmerisches Handeln bieten. Dies erfordert straffe Haushaltsdisziplin, konsequente Entbürokratisierung und ein beherztes Umsetzen echten E-Governments. 3. eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Infrastruktur in allen Bereichen, wie etwa: an den Schulen, in Form besseren und wirtschaftsnäheren Unterrichts, um die Zahl nicht ausbildungsfähiger Schulabsolventen zu reduzieren und das Verständnis der Jugend in unsere Wirtschaftsordnung zu stärken, an den Hochschulen durch mehr und verbindlichere Kooperation, verlässliche Mittelzuwendungen und die Chance der Erhebung von Studiengebühren und im Verkehr, durch den bedarfsgerechten Ausbau der Hauptverkehrsachsen, um die Erreichbarkeit des Landes und seine Anbindung an die Hauptmärkte zu sichern. Sehr geehrte Leserinnen und Leser, unser Forderungskatalog ist durchaus länger als vorstehend skizziert und die damit verbundenen Aufgaben nicht durch die Politik alleine zu bewältigen. Auch wir als Unternehmer müssen unseren Teil zur Überwindung der Krise beizutragen. Ich appelliere also an Sie alle, weiter ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, um den Nachwuchs an qualifizierten jungen Menschen zu sichern und weiter alle erdenklichen Anstrengungen zu unternehmen, um Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Entlassungen zu bewahren und so Ihre wichtigste Ressource für den Neustart nach der Krise zu sichern. Die IHK Schleswig-Holstein wird uns auch in Zukunft durch vielfältige Informationen und eigene Initiativen bei unserer Arbeit unterstützen. Alle gemeinsam wollen wir den Standort Schleswig-Holstein so gestalten, dass wir den zukünftigen Herausforderungen optimistisch entgegensehen und letztlich erfolgreich standhalten können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen unternehmerische Zuversicht und Tatkraft und das unverzichtbare Quäntchen Glück, das auch der Tüchtige für den Erfolg benötigt. Vor allem aber wünsche ich Ihnen eine stabile Gesundheit, ein harmonisches und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr Mit den besten Wünschen Margarete Böge Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein 2 zwischen Nord- und Ostsee 12 09

4 Wirtschaft in Schleswig-Holstein Spezialmaschine zum Segel nähen: Werkstatt-Leiter Ole Künast (l.) und Auszubildender Clemens Gehrholz Foto: Jens Neumann Segelmacherei Thomsen Glückstadt Jedes Segel ein Unikat Vom Binnenland an die Elbe: Diese Entscheidung ist dem Itzehoer Christoph Tommy Thomsen nicht allzu schwer gefallen. Segel gehören zu Booten - und Boote ins Wasser. Anfang September hat der 42-Jährige mit seiner Firma in Glückstadt festgemacht. Wo wir Segel herstellen, ist eigentlich egal. Aber es ist schon schöner, wenn die Kunden auf dem Seeweg zu uns kommen können, sagt Thomsen. Das war am bisherigen Standort in Rellingen (Kreis Pinneberg) natürlich nicht möglich. Allerdings war das auch nicht der Grund für die Betriebsverlagerung. Wir arbeiten schon seit einiger Zeit sehr eng mit der Yachtwerft Glückstadt zusammen und betreuen gemeinsame Kunden, berichtet der Segelmacher. Gemeinsam wollen wir jetzt ein Kompetenzzentrum bilden, weil es so etwas an der Elbe und entlang der Westküste noch nicht gibt. Tommy Thomsen hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Nach der Schulzeit stand für den passionierten Segler schnell fest, den ausgefallenen Beruf zu ergreifen wagte der gebürtige Hamburger den Schritt in die Selbstständigkeit. Gerade einmal 20 Quadratmeter war die erste Werkstatt groß. Doch der Erfolg mit dem neu geschaffenen Thomsen Segel stellte sich schnell ein. Bereits ein Jahr später wurde die international tätige Segelmachergruppe Hood Sailmakers auf den Hamburger aufmerksam - und ernannte ihn zum Lizenzpartner für Deutschland und Österreich. Segelmachen ist Handarbeit Das Franchise-Unternehmen ist seitdem stetig gewachsen. Auf rund 580 Quadratmetern Fläche im umgebauten Kommissionslager der Yachtwerft stellen Tommy Thomsen und seine sechs Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende, künftig in der Elbestadt exklusive Segeltücher verschiedenster Größen her. Jedes Segel, das hier rausgeht, ist ein Unikat - ein Maßanzug, sagt der 42-jährige Itzehoer, dessen Frau Kerstin aus Glückstadt stammt. Die Segeltücher werden bei Hood in Irland gewebt, auf Ballen angeliefert - und erst vor Ort verarbeitet. Entscheidend sei die feine Struktur, erklärt Thomsen. Ein Segeltuch ist im Grunde wie ein Perserteppich. Je mehr Fäden verwebt sind, desto besser. Herzstück des Unternehmens ist das Schneidezentrum. Hier werden die bis 20 Meter langen Bahnen für die Segel mit Hilfe eines feinen Laserstrahls geschnitten. Das hat den Vorteil, dass die Kanten gleich mit versiegelt werden, erzählt Thomsen. Danach ist Handarbeit angesagt. Die Bahnen werden erst miteinander verklebt - und anschließend mit einem speziellen Stich genäht. So lassen sich Segel in allen Größen herstellen. Das Größte, was wir gebaut haben, war ein 980 Quadratmeter großer Spinnaker. Die Entwicklung in Glückstadt sieht der Segelmacher positiv. Im Zuge der Hafenerneuerung wird die Yachtwerft in einen neuen Travellift investieren. Damit sollen künftig bis zu 50 Tonnen schwere Schiffe - bisher 25 Tonnen aus dem Wasser gehoben werden können. Thomsen: Auch für uns wird das ganz wertvoll sein. Jens Neumann Christoph Thomsen Beteiligungs GmbH Am Rethövel 15-16, Glückstadt Telefon: (04124) zwischen Nord- und Ostsee

5 Wirtschaft in Schleswig-Holstein Reform der Unternehmenssteuerreform Status quo verschärft Krise Reform bezeichnet in der Politik eine größere, planvolle und gewaltlose Umgestaltung bestehender Verhältnisse und Systeme. Für die Unternehmensbesteuerung hieße das: Einfachheit, Plausibilität und Transparenz. Genau das Gegenteil haben die Reformen der Vergangenheit bewirkt. Eine Korrektur ist dringend geboten. Die Unternehmenssteuerreform der abgewählten großen Koalition sollte laut Koalitionsvertrag das Unternehmenssteuerrecht grundlegend fortentwickeln und international wettbewerbsfähige Steuersätze realisieren. Erklärtes Ziel war es, die Steuerlast von 35 Prozent auf unter 30 Prozent zu senken und Beschäftigung zu sichern. Tatsächlich reduziert wurde der Körperschaftssteuersatz von 25 auf 15 Prozent. Auf dem Papier liegt jetzt die Steuerlast einschließlich Gewerbesteuer für Kapitalgesellschaften bei 29,8 Prozent, für Personengesellschaften bei etwa 30 Prozent. Die Entlastung beim Steuertarif wurde ebenso wie bei vorangegangenen Reformen ähnlicher Art durch eine entsprechende Verbreiterung der Bemessungsgrundlage gegenfinanziert. In diesem Fall wurde allerdings maßlos überzogen. Legitimiert als Stopfen von Steuerschlupflöchern steigt die Nettobelastung für eine Vielzahl von Unternehmen, die solche Steuerschlupflöcher gar nicht nutzten. Die Folgen sind in der Krise höchst gefährlich. Kompliziertes Konstrukt Um nach einer vorübergehenden Entlastung um etwa fünf Milliarden Euro in 2008 das Steueraufkommen der Unternehmen sogar über das Aufkommen vor der Steuerreform steigen zu lassen, wurden in Teilen betriebswirtschaftliche Logik und ordnungspolitische Vernunft ad acta gelegt. Dies gilt neben der mit einer Million Euro zu niedrig bemessenen Freigrenze der Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen sowie der Torpedierung der Unternehmenssanierung durch Unternehmensübernahme mit der faktischen Eliminierung der Verlustvortragsnutzung insbesondere für die Hinzurechnung von Kostenbestandteilen zum Gewerbeertrag. Verpackt in einem formal komplizierten Konstrukt verbergen sich fiskalpolitische Taschenspielertricks zur Verbesserung der Staatsliquidität. Prozyklische Wirkung Die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer durch die betriebswirtschaftlich völlig absurde Ausweitung der Hinzurechnung von Kostenbestandteilen zum Gewerbeertrag bewirkt im Kern die teilweise Ertragsunabhängigkeit dieser Ertragssteuer. Im Ergebnis werden Unternehmen deutlich stärker belastet, weil ohne realen Gewinn Steuern auf die Substanz gezahlt werden müssen. In der Krise wird dies zahlreiche Unternehmen die Existenz kosten. Die in der Konsequenz prozyklische Wirkung der Unternehmenssteuerreform ist offensichtlich. Neben der Frage nach Sachverstand und Zielen der Autoren der Unternehmenssteuerreform stellt sich die Forderung nach einer unverzüglichen Korrektur. Maßnahmen unzureichend Gemäß Punkt 1.2 des Koalitionsvertrages der neuen Koalition von CDU, CSU und FDP soll ab Januar 2010 mit einem Sofortprogramm krisenentschärfende Maßnahmen begonnen werden, Wachstumshemmnisse zu beseitigen. Dazu gehören die Entschärfung der Verlust- und Zinsabzugsbeschränkungen, bei den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen die Reduzierung des Hinzurechnungssatzes bei den Immobilienmieten von 65 auf 50 Prozent sowie die Einführung eines Wahlrechts zur Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter bis 410 Euro oder die Poolabschreibung für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 und Euro. Das Problem der grundsätzlich krisenverschärfenden Wirkung kann durch diese Korrekturen an der Unternehmenssteuerreform gemildert, aber keinesfalls aufgehoben werden. Hierzu bedürfte es als Sofortmaßnahme der Aussetzung der Anwendung und sodann der Beseitigung aller Elemente der Substanzbesteuerung. Grundsätzliches Problem Alle bisherigen Unternehmenssteuerreformen ignorieren das grundsätzliche Problem der Dichotomie zwischen den auf betriebswirtschaftlicher Logik gegründeten Regelungen des HGB und den zu diesen zunehmend in fundamentalem Widerspruch stehenden Festlegungen des Steuerrechts. Insbesondere für die Unternehmer im Bereich der KMU sind Plausibilität und Transparenz der Unternehmensbesteuerung ein Problem. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Abschreibung von Waren- und Materiallagern. Gängigkeitsabschläge sind hier in der Betriebsprüfung regelmäßig Gegenstand grundsätzlicher und oft teurer Kontroversen. Lagerabschreibung nach HGB Bei umfangreichen Lagerbeständen ist der beizulegende Wert zu vertretbarem Aufwand oft nicht im Wege der Einzelbetrachtung und Einzelbewertung festzulegen und kann in Form von Gängigkeitsabschlägen, zumeist anhand des Reichweitenverfahrens, ermittelt werden. Bei diesem Verfahren werden Lagerbestände zu den Lagerabgängen ins Verhältnis gesetzt und die Lagerreichweite ermittelt. Damit sollen unter anderem Risiken technisch-wirtschaftlicher Art wie Qualitätsminderungen, technische Veralterung oder Mode- und Geschmacksänderungen berücksichtigt werden. Gemäß 253 Abs. 3 Satz 1 und 2 HGB gilt für die Bewertung das Niederstwertprinzip. Dieses fußt auf dem Imparitätsprinzip, nach dem vorhersehbare Verluste, sobald sie erkennbar sind, bereits vor ihrem Eintritt zu berücksichtigen sind. So erreichen Sie Ihre IHK: IHK Flensburg, Service-Center Heinrichstr , Flensburg Telefon: (0461) Telefax: (0461) IHK zu Kiel, Bergstraße 2, Kiel Telefon: (0431) Telefax: (0431) IHK zu Lübeck, Service-Center Fackenburger Allee 2, Lübeck Telefon: (0451) Telefax: (0451) Foto: Andre Walther, projekt-zwei 4 zwischen Nord- und Ostsee e 12 09

6 Wirtschaft in Schleswig-Holstein Herstellungskosten, kann in der Steuerbilanz auch dieser angesetzt werden. Gemäß 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG ist dies der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebes im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut bei Gesamtfortführung ansetzen würde. In der Steuerbilanz können nach 6 Abs. 1 Nr.2 EStG außerplanmäßige Abschreibungen jedoch nur dann erfolgen, wenn die Wertminderung nachgewiesen von Dauer ist. Die lange Lagerdauer ist nach der Rechtsprechung des BFH jedoch keine Rechtfertigung für eine Teilwertabschreibung. Während im Steuerbilanzrecht auf Grundlage des Lagerreichweitenverfahrens ermittelte Gängigkeitsabschläge unzulässig sind, müssen in der Handelsbilanz nach 253 Abs. 3 HGB außerplanmäßige Abschreibungen auch dann vorgenommen werden, wenn diese nicht von Dauer sind. Foto: Bilderbox Beispiel Abschreibung auf Warenlager : Widerspruch zwischen HGB und Steuerrecht Lagerabschreibung nach Steuerrecht Die Bewertung des Umlaufvermögens in der Steuerbilanz steht unter dem Bewertungsvorbehalt des 5 Abs. 6 EStG. Ist der Teilwert aufgrund einer dauernden Wertminderung niedriger als Anschaffungs- oder Grundlegende Reform unabdingbar Die krisenverschärfenden Elemente der Unternehmenssteuerreform und der in diesem Zusammenhang ebenfalls negativ wirkenden Erbschaftssteuerreform müssen unverzüglich beseitigt werden. Das vorstehende Beispiel belegt aber auch die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Unternehmensbesteuerung. Als ersten Reformschritt sollte im Bereich der KMU die Unternehmensbesteuerung künftig grundsätzlich auf Grundlage der Handelsbilanz erfolgen. Dipl.-Volkswirt Wolfram Müller zwischen Nord- und Ostsee

7 Wirtschaft in Schleswig-Holstein Engineering Consult DALOCK Mit dem Ei auf Erfolgskurs Foto: Helicharter Nord Mit dem Helikopter schneller zum Ziel Heli Charter Nord in Kiel Flüge für Geschäftsleute und Verliebte Mit dem Hubschrauber abheben und ohne Verkehrsstaus und verspätete Züge den nächsten Termin erreichen oder am Tag der Hochzeit vom Standesamt zur Kirche fliegen? Marcus Wahl und der Berufspilot Michael Grosch machen es mit ihrem Unternehmen Heli Charter Nord möglich. Sie organisieren seit Sommer 2007 Geschäftsreisen, Frachttransporte, Hochzeits- oder Rundflüge mit dem Helikopter. Für Geschäftsleute ist der Flug mit dem Hubschrauber eine gute Möglichkeit schnell ans Ziel zu kommen, erklärt Wahl. Er und sein Geschäftspartner Grosch vermitteln beispielsweise Anschlussflüge vom Flughafen Hamburg, Kiel oder Lübeck. Trifft dort ein Kunde ein, wird er vom Flugplatz direkt auf das Firmengelände geflogen. Denn ein Hubschrauber benötigt nur wenig Platz und kann auf fast allen freien Flächen landen, berichtet der Unternehmer. Heli Charter Nord bringt auch Frachten in die Luft und von Ort zu Ort. Wir können zwar nur bis zu einer bestimmten Größe und Gewicht Teile transportieren, aber wenn zum Beispiel einer Firma kurzfristig wichtige Produktionselemente für die Fertigung fehlen, ist der Helikopter schnell vor Ort, so Wahl. Aus der Vogelperspektive können regelmäßig Fluggäste in Kiel bei Rundflügen die Welt betrachten. Von Frühjahr bis Herbst ist es vor allem der Blick auf die Segelyachten der Kieler Förde, der die Fluggäste begeistert. Und auch in Hamburg und Berlin bietet das Unternehmen Rundflüge an. Besondere Ereignisse sind Hochzeitsflüge, berichtet Marcus Wahl. Ein Paar bekam von Freunden einen Flug zur eigenen Hochzeitsfeier geschenkt. Die Überraschung war groß, erzählt er. Und die erste Frage lautete: Stürzt der auch nicht ab?. Getraut hat sich das Paar trotzdem. Bei Firmenaktionen zu Jubiläen landet der Hubschrauber direkt auf dem Firmengelände und hebt auf Wunsch für Rundflüge über das Unternehmen ab - ein Erlebnis für die Mitarbeiter. Auch für Luftaufnahmen ist der Helikopter ein wichtiges Instrument. Das Unternehmen bietet Foto- und Filmflüge an, egal ob eine Firma ihr Gelände von oben fotografieren möchte oder Filmaufnahmen wünscht. In ganz Norddeutschland organisiert das Unternehmen Flüge, hat aber auch Partner im gesamten Bundesgebiet und der Schweiz. dl Heli Charter Nord Grosch + Wahl GbR Geibelallee Kiel Telefon: (0431) Nature s Best : Unter diesem Motto realisiert der technische Dienstleister Engineering Consult DALOCK in Ahrensbök zurzeit eine Babywiege, die exakt der Form eines Straußeneis entsprechen soll. Das Projekt ist eine Vision von The EGG Project S.A.. Das spanische Unternehmen unter deutscher Leitung beschäftigt sich mit dem Thema Geburt und Babycare unter streng ökologischen Aspekten. Die Eiform hat für unseren Auftraggeber einen symbolischen Charakter, da sie der Ursprung allen Lebens ist, sagt Walter Dalock, der das gleichnamige Unternehmen vor sechs Jahren gegründet hat. Darüber hinaus hat die Natur uns die perfekte Bauform vorgegeben, bezüglich Stabilität und Design. Die Tätigkeitsschwerpunkte seiner Firma sind seit ihrer Gründung die Planung, Entwicklung und Konstruktion von Technologien für die Kunststoffverpackungsund Lebensmittelindustrie. Aber auch Sonderprojekte, wie die Entwicklung der Babywiege gehören zum Aufgabenspektrum. Das Spannende an dem Babywiegen-Projekt ist unter anderem der bionische Ansatz, der in der Verwirklichung von Produkten immer mehr an Bedeutung gewinnt, so Dalock. Das Projekt ist auch exemplarisch für die Einbindung regionaler Netzwerkpartner. Die FHL-Projekt GmbH in Lübeck hat ein Original-Straußenei mit einem 3D-Laser gescannt. Auf dieser digitalisierten Geometrie konnten wir mit unserem 3D-CAD aufsetzen und die Wiege entsprechend den Kundenwünschen realisieren, erklärt Dalock. Für die Herstellung der Wiege gewann Dalock die Hako Werke als Fertigungspartner. Hako verfügt über die notwendigen Produktionsanlagen, um die Wiege, die später auch als Kindersitz Verwendung finden soll, als Kunststofftiefziehteil herzustellen, erläutert er. Der Vorteil für den Auftraggeber: Mit der Firma Engineering Consult DALOCK hat er für die gesamte Projektrealisierung nur einen Ansprechpartner. red Engineering Consult DALOCK Karl-Schmidt-Weg Ahrensbök Telefon: (04525) zwischen Nord- und Ostsee 12 09

8 Kundennähe ist für uns ein Versprechen, das wir mit über neuen Filialen eingelöst haben. Sie suchen eine Filiale in Ihrer Nähe? Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen? oder * Ihre Meinung ist uns wichtig! * 6 Ct. je Anruf aus dem deutschen Festnetz; ggf. abweichende Mobilfunktarife. Für Sie machen wir unsere Filialen immer besser. Und bauen ihre Servicestärke immer weiter aus. Nicht nur die Anzahl der Filialen konnten wir seit 2002 von auf fast steigern, auch die Öffnungszeiten wurden in den letzten 20 Jahren um 139 % verlängert. Hinzu kommen weitere Verkaufspunkte. So können wir heute jeden Tag 2 bis 3 Mio. Kunden bei uns begrüßen und zufrieden stellen: Laut der Studie Kundenmonitor Deutschland 2009 sind 90 % unserer Kunden zufrieden bis vollkommen zufrieden mit dem Filialservice der Deutschen Post.

9 Wirtschaft in Schleswig-Holstein Schütt & Jahn Flensburg Der Mensch steht im Mittelpunkt Elektro-Scooter für mehr Mobilität, elektronische Handprothesen mit ausgefeilter Feinmotorik: Durch moderne Technik können viele Menschen mit Handicap im Alltag wieder selbstständig sein. Das Sanitätshaus Schütt & Jahn ist Spezialist für individuelle und passgenaue Hilfsmittel aller Art. Viggo J. Hansen (links) und Reinhard Jahn in der Orthopädie-Werkstatt des Sanitätshauses Schütt & Jahn Wir wollen die Lebensqualität der Menschen steigern, sagt Geschäftsführer Reinhard Jahn über die Philosophie seines Sanitätshauses. In der Firmenzentrale in Jarplund-Weding gibt es eine große Ausstellungshalle. Dort sind die verschiedensten Mobilitätshilfen ausgestellt: Fahrräder etwa und batteriegetriebene Elektromobile. Sie machen das Leben leichter, weil die Menschen dadurch ein Stück Selbstständigkeit zurückgewinnen, so Jahn. Ein regelmäßiger TÜV ist im Service des Hauses inbegriffen. Nicht ohne Grund beschäftigt das Sanitätshaus 14 Azubis, unter anderem im Bereich Zweiradmechanik. Gemeinsam mit fünf anderen Sanitätshäusern hat Schütt & Jahn eine gemeinsame Logistik für Schleswig-Holstein aufgebaut. Aus dem dreiköpfigen Gründungsteam ist fast 20 Jahre später ein mittelständisches Unternehmen mit 85 Mitarbeitern geworden. Seit 1993 ist Ingo Ketelsen als Gesellschafter und Geschäftsführer dabei. Im Januar dieses Jahres wechselte Norbert Kuss an die Stelle von Peter A. Schütt. Heute betreibt das Unternehmen drei Filialen, Anfang November eröffnete die neueste Niederlassung am Twedter Plack. Seit 2005 befindet sich die Quadratmeter große Zentrale in Jarplund- Weding. Dort bündelt Schütt & Jahn die einzelnen Fachbereiche des Sanitätshauses: Orthopädie- Schuh-Technik sowie Orthopädie- und Rehatechnik, speziell auch für Kinder. Gedanken bewegen Prothese Im Eingangsbereich des komplett barrierefreien Gebäudes findet der Kunde das klassische Sortiment eines Sanitätshauses: Etwa Gymnastikbälle, Blutdruckgeräte oder Bandagen. Neben den rund Produkten, die über Schütt & Jahn bestellt werden können, sind die aufwendig gefertigten Prothesen das Herzstück des Unternehmens. Orthopädietechnikmeister Falk Lohmann: In unserer Werkstatt sind wir für den Bau und die Anpassung von orthopädischen Einlagen und Schuhen, Prothesen und Orthesen zuständig. Wo früher noch mit Holz gearbeitet wurde, kommen heute hochmoderne Werkstoffe zum Einsatz. Auch der Anteil der Elektronik sei enorm gestiegen. Eine Handprothese, die früher noch mechanisch betrieben wurde, ist heute mit feinsten Sensoren ausgestattet, die Signale in Bewegung umsetzen können. Werden sie zum Beispiel an einem Armstumpf befestigt, muss der Patient lediglich die Bewegung denken, damit sich die Prothese öffnet und schließt. Da ist so viel Feinmotorik drin, dass man ein Glas anfassen könnte, so Jahn. In der Reha-Werkstatt fertigt Arne Schumacher Sitzschalen, Reha-Kinderwagen, Rollstühle und weitere Hilfsmittel passgenau an. Jedes Handicap ist anders, so Reinhard Jahn. Besonders bei Kindern erfordere die Entwicklung von individuellen Hilfsmitteln viel Fingerspitzengefühl. Die Versorgung von Kindern ist eines der Spezialgebiete des Sanitätshauses. Wir beraten die Eltern und arbeiten eng mit Therapeuten und Ärzten zusammen, betont Jahn. Einige Räume sind speziell auf sie ausgelegt und im Stil des Dschungelbuchs gestaltet. Jari Wieschmann Sanitätshaus Schütt & Jahn Heideland Süd Handewitt/Weding Telefon: (0461) zwischen Nord- und Ostsee 12 09

10 Deutsch-chinesisches Studienmodell Position im China-Geschäft stärken Prüft Ihr Unternehmen den Markteintritt in China? Oder wollen Sie die Geschäftsaktivitäten ausbauen? Mit dem deutschchinesischen Studienmodell der FH Lübeck und der East China University of Science and Technology haben Firmen im Norden wieder die Gelegenheit, eine Diplomarbeit an einen chinesischen Studierenden zu vergeben. Die Unternehmen profitieren auf mehrfache Weise von der gemeinsamen Zusammenarbeit: Sie machen sich mit Mentalität und Kultur der Chinesen vertraut und arbeiten gemeinsam mit hochmotivierten Studierenden an praxisorientierten Diplomarbeiten, welche optimal mit Aspekten des chinesischen Marktes verknüpft werden können. Betreut wird das deutsch-chinesische Studienmodell von der Fachhochschule Lübeck und der East China University of Science and Technology (ECUST), Shanghai. Das Angebot erstreckt sich auf die Studiengänge Environmental Engineering und Information Technology. Die Studierenden erhalten ihre Ausbildung in Lübeck und in Shanghai. Das zweistufige Auswahlverfahren der ECUST gewährleistet, dass nur die Qualifiziertesten aufgenommen werden. Neben Chinesisch verfügen die Studierenden über Kenntnisse in Englisch und Deutsch. Viele Firmen nutzen bereits diese besondere Form des interkulturellen Austauschs. So wie die Intec Industrietechnik GmbH in Ahrensburg, die bereits seit längerer Zeit in China aktiv ist. Das mittelständische Unternehmen entwickelt, beschafft und konfektioniert Fahrzeugsatzteile in OE Qualität. Wir haben uns bereits zwei Mal für einen chinesischen Diplomanden des deutsch-chinesischen Studienmodells entschieden und werden auch im kommenden Jahr wieder einen chinesischen Diplomanden in unserem Unternehmen begrüßen, sagt Henning Zurmühlen, Geschäftsführer der Intec. Für uns ergeben sich daraus vielversprechende Möglichkeiten, kompetente Mitarbeiter für unser China-Geschäft zu gewinnen und unsere Position dort zu stärken. Die WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH vermittelt in Zusammenarbeit mit der Foto: Bilderbox Wirtschaft in Schleswig-Holstein FH Lübeck chinesische Diplomanden in Ihr Unternehmen. Für den Zeitraum von März bis Juli 2010 werden noch Firmen gesucht, die Interesse an der Vergabe einer Diplomarbeit haben. Diana Wieben WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH Lorentzendamm Kiel Telefon: (0431) Nutzen Sie die Chancen in Entwicklungsländern? Viele Chancen bleiben ungenutzt! Mit dem Programm developpp.de unterstützt das BMZ Unternehmen bei der Umsetzung von Projekten in Entwicklungs ländern, die einen spürbaren und langfristigen Nutzen für die Menschen vor Ort haben. So sichern wir gemeinsam den Erfolg Ihrer innovativen Ideen und schaffen die Voraus setzungen für eine nachhaltige Entwicklung. Unser Angebot: Wir beteiligen uns an der Finanzierung Ihrer Maßnahmen mit bis zu 50 % des Gesamtvolumens Unsere Expertenteams in Deutschland und in den Partnerländern unterstützen Sie bei der Projektentwicklung und Umsetzung beim Zugang zu wichtigen Partnern beim Eintritt in neue Märkte Weitere Informationen finden Sie unter: zwischen Nord- und Ostsee

11 +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Unter dem Motto Bressmer bietet Cerealien-Konzepte hat Bressmer & Francke, der norddeutsche Spezialist für Nahrungsmittel-Grundstoffe, sein bisheriges Tätigkeitsfeld als Speiseöl-, Speisefett- und Cerealienlieferant erfolgreich erweitert. Dieser neue Geschäftsbereich reicht von der Rezepturberatung über die Produktrealisierung inklusive Abpacken bis zur Verpackung. Bressmer präsentiert erstmals auf der FIE 2009 in Frankfurt auch den deutschen Anbietern und Vertreibern von Babynahrung seine neue Dienstleistung als Cerealien-Konzeptentwickler. +++ Auf der diesjährigen BlechExpo in Stuttgart präsentiert die SPI GmbH aus Ahrensburg gemeinsam mit autorisierten Partnern, der Göppinger Cinteg und der Vöhringer Solidpro, die neuen Software-Applikationen für Blech- Konstrukteure: SPI Blech Inventor und SPI SheetMetalWorks. Die SPI Software unterstützt die fertigungsgerechte Modellierung von Blechteilen und -baugruppen und liefert präzise Abwicklungen, welche für die Weiterbearbeitung optimiert sind. +++ Die Hotelvermittlungs- Agentur proconvention in Norderstedt hat Europas erstes Multimedia-Tagungshotel-Portal im Internet gestartet. Sind Unternehmen bisher bei der Suche nach Tagungshotels auf Printprodukte oder Internetportale mit wenigen Informationen angewiesen, bietet das Portal my-tagungshotel.com einen neuen Standard der Hotelpräsentation. Die dem Portal angeschlossenen Tagungshotels präsentieren sich mit Hotel-Videos, Bildern und einer ausführlichen Beschreibung der Tagungsmöglichkeiten. Kurze Videosequenzen geben Erläuterungen zu der jeweils aufgerufenen Portal-Seite, und aktuelle Studioberichte informieren über Themen aus dem Bereich der Hotel- und Veranstaltungswirtschaft. Die deutschen und internationalen Firmenkunden werden derzeit von 25 Mitarbeitern betreut. Am Firmensitz in Norderstedt sollen im Jahr 2010 weitere 20 Arbeitsplätze für die Kundenbetreuung entstehen. Der 25-jährige Geschäftsführer Sven Bergerhausen plant derzeit eine englischsprachige Version von my-tagungshotel.com für den internationalen Markt. proconvention bietet darüber hinaus mit seiner Anfrage- und Buchungssoftware MICE access eine intranetfähige Firmensoftware für den Bereich Tagungs- und Messehotels an. Die Firmenkunden können den vollständigen Prozess von der Hotelauswahl über Anfrage, Angebotsübersicht bis zur Buchung eigenständig über das Internet/ Intranet bearbeiten. Es sind keine Telefonate, s oder Faxe erforderlich. Foto: Fotolia concept eqt consulting GmbH Quickborn Beratung und Schulung im Tandem Wäre es nicht praktisch, Coaching und Consulting aus einer Hand zu erhalten? Das in Quickborn ansässige Unternehmen concept eqt consulting GmbH bietet genau das und hat dieses Beratungs-Werkzeug unter der Marke Business Coaching meets Consulting (BcmC) auch schon schützen lassen. Gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels wird unsere Dienstleistung vermehrt angefordert. Denn bei uns erhalten Unternehmen das, was sie jetzt benötigen: einen Sparringspartner auf Augenhöhe, fundiertes Managementwissen, langjährige Erfahrung im Personalwesen und der Organisationsentwicklung, sagt Norbert Toleikis, der sich mit seinem Unternehmen im Jahr 2002 selbstständig gemacht hat. Mit Ehefrau Monika Toleikis hat er 2003 die concept eqt consulting gegründet. Die Kunden kommen aus weiten Teilen der Republik. Während die promovierte Diplom-Psychologin Monika Toleikis, die bereits für Philips, Audi und im IT-Sektor tätig war, sich um den Bereich Human Resources kümmert, legt ihr Mann, der Betriebswirtschaft studierte, seinen Schwerpunkt auf Business Consulting. Die enge Verzahnung von Coaching und Consulting hat für den Kunden einige Vorteile. Wenn beispielsweise in einem Changemanagement- Prozess zwischenmenschliche Konflikte auftreten, muss der Kunde nicht eine andere Firma suchen, die sich in die komplette Firmenstruktur einarbeiten muss, sondern ist direkt bei uns an der richtigen Stelle, sagt Monika Toleikis. Und Norbert Toleikis ergänzt: Umgekehrt, wenn bei einem Management- Audit deutlich wird, dass auch Geschäftsprozesse optimiert werden müssten, kann das von uns gleichfalls gemacht werden. Die Wirtschaftskrise hat concept eqt consulting gut überstanden. Gerade in Krisenzeiten ist es für ein Unternehmen überlebenswichtig, Human Ressources sinnvoll einzusetzen. Den richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz zu haben oder ihn entsprechend zu schulen, ist eine Kernaufgabe der Personalentwicklung. Wenn Outplacement notwendig wird, hilft Monika Toleikis mit ihrem Team, die geeigneten, maßgeschneiderten Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Auch im Bereich Consulting gibt es keine Modelle von der Stange. Die im eqt-team tätigen Berater verfügen alle über mehr als zehnjährige Beratungserfahrung und waren in leitender Position beziehungsweise unternehmerisch tätig. Dass die Methode Business Coaching meets Consulting ein Konzept mit Zukunft ist, zeigt das Interesse anderer Berater: In Berlin startet jetzt der erste BCmC-Lehrgang. red concept eqt consulting GmbH Droysenkehre Quickborn Telefon: (04106) zwischen Nord- und Ostsee 12 09

12 Ökonomen Foto: TASH Foto: privat Foto: Ärztekammer SH Christian Schmidt Cordelia Andreßen Tamara Zieschang Der designierte Geschäftsführer der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TASH), Christian Schmidt, hat in Kiel seinen Antrittsbesuch absolviert. Der 38 Jahre alte Betriebswirt ist Chef der Hessen Touristik Service e.v. und dort seit elf Jahren beschäftigt. Seine Tätigkeit wird er am 1. Januar 2010 aufnehmen. Schmidt ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er tritt die Nachfolge von Armin Dellnitz an. Dr. Cordelia Andreßen ist neue Staatssekretärin für Wissenschaft im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr. Sie wurde am 19. November 1950 in Berlin geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie studierte Volkswirtschaft und Medizin. Von 1985 bis 2003 war sie Referentin für Krankenhauswesen und stellvertretende Abteilungsleiterin im Sozialministerium Schleswig-Holstein, 2003 bis 2009 Hauptgeschäftsführerin der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Dr. Tamara Zieschang (39) ist zur Staatssekretärin für Wirtschaft ernannt worden. Studium der Rechtswissenschaften. Von 1996 bis 1999 war sie Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Völkerrecht und Öffentliches Recht der Universität Bonn bis 2004 Rechtsanwältin in Berlin, von 2004 bis 2009 Rechtsanwältin beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin. Jan Markus Vogt ist neuer Leiter der Geschäftsstelle Kiel II des unabhängigen Finanz- und Vermögensberaters MLP. Der 37-Jährige hat nach einer Ausbildung zum Immobilienkaufmann BWL studiert und arbeitet seit 2003 für MLP. In den vergangenen zwei Jahren hat er sich zum Certified International Wealth Manager weitergebildet, ein international anerkanntes Zertifikat für Vermögensmanager. Die Geschäftsstelle Kiel II betreut hauptsächlich Studierende sowie Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler, die seit kurzem im Berufsleben stehen. Dr. Martin van Gemmeren (39) wurde für drei Jahre zum Vorstand und Leiter der Restructuring Unit bestellt. Van Gemmeren war von 1996 bis 2006 Berater und später Partner der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Sein Tätigkeitsgebiet umfasste die Banken und Versicherungsbranche mit Schwerpunkt Risikomanagement. Beraten hat er unter anderem die Institutional Restructuring Unit (IRU) der Dresdner Bank. Seit 2006 ist van Gemmeren für die HSH Nordbank tätig. Hier hatte er zuletzt unter anderem das Sanierungsgeschäft sowie das Projekt zum Aufbau der Restructuring Unit verantwortet. Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank bestellte Constantin von Oesterreich (56) mit Wirkung vom 1. November 2009 für drei Jahre zum Risikovorstand der Bank. Von Oesterreich ist ein ausgewiesener Fachmann für Risikomanagement. Er trat 1973 in die Deutsche Bank ein. Seit 1987 arbeitete er dort im Kreditrisikomanagement und bekleidete verschiedene Führungspositionen in Frankfurt, Singapur und London. Zuletzt verantwortete er das Kreditrisikomanagement Immobilien außerhalb Amerikas. Jan Markus Vogt Martin van Gemmeren Constantin von Oesterreich Foto: MLP Foto: HSH Nordbank Foto: HSH Nordbank von Fortschritt im Herzogtum Lauenburg WIR ADELN IHRE GESCHÄFTSIDEE mit einer hochprofessionellen Arbeitsweise, maßgeschneiderten, günstigen Gewerbefl ächen und einer Mentalität, bei der ein Wort noch ein Wort ist. So bringen wir Ihr Geschäft gemeinsam zum Erfolg. Andreas Walther von der zwischen Nord- und Ostsee EFG Elbe Fetthandel GmbH hat diese Vorteile für sich genutzt. Tun Sie es auch: unter oder

13 Wirtschaft in Schleswig-Holstein Unternehmen erwerben lassen. Das Angebot umfasst Mineralwasser, Wellness-, Sportund Diätgetränke, Fruchtsäfte sowie Limonaden. Zusätzlich bieten das Ehepaar unter anderem Biersorten, Spirituosen und Weine anderer Hersteller an. Insgesamt rund Hektoliter Getränke werden bei der Treenetaler Getränke GmbH jährlich vollautomatisch abgefüllt. Treenetaler Getränke GmbH Tarp Heimdienst ist Trumpf Im Treenetal in Tarp befindet sich der Betrieb von Joachim Knutzen und Ulrike Prinz-Knutzen. Seit fast einem halben Jahrhundert werden hier Getränke hergestellt. Das Ehepaar leitet das Familienunternehmen mit 21 Mitarbeitern in zweiter Generation. Ulrike Prinz-Knutzen deutet auf ein gelbliches Gebäude direkt neben der Produktionshalle. Dort liegen die neuen Büroräume, erst vor wenigen Monaten bezogen. Gleichzeitig bietet der Neubau genügend Platz für eine weitere wichtige Veränderung: Endlich haben wir unseren alten Dampfkessel nach vierzig Jahren Betriebslaufzeit ausgewechselt, erzählt die Inhaberin. Dank eines Hochdruckkessels könnten nun verschiedene Geräte in der Produktion gleichzeitig betrieben werden. Als die Knutzens das Unternehmen vor 17 Jahren übernahmen, war eine tiefgreifende Umstrukturierung unumgänglich. Mein Schwiegervater hat die gesamte Produktion noch per Hand gesteuert. Heute verlaufen durch die Halle Fließbänder, die einen fast vollständig automatischen Ablauf ermöglichen. Das beginnt mit der Flaschenwaschmaschine, geht weiter mit dem Scanner, wo die Glasflaschen auf Schäden kontrolliert werden und endet mit dem Pasteur. Er sei für alle safthaltigen Getränke ein Muss, da auf jegliche Konservierungsstoffe verzichtet werde, erläutert Prinz-Knutzen. Auch hält sie weiterhin an Glasflaschen fest. Glas ist im Gegensatz zu Plastik ein Rohstoff, der einen immer gleich bleibenden Geschmack behält. Jährlich entstehen hier rund Hektoliter Getränke. Die Grundlage dafür bildet ein 70 Meter tiefer, artesischer Mineralbrunnen, der sich unmittelbar auf dem Firmengelände befindet. Wie bei dieser Brunnenform üblich, wird das Grundwasser von selbst an die Oberfläche gedrückt. Insgesamt sind es 32 verschiedene Sorten aus eigener Produktion, die sich bei dem Tarper Verstärkt auf Direkt-Marketing setzen Auch heute noch setzt das Familienunternehmen auf den traditionellen Heimdienst, den einst Gründer Detlef Knutzen eingeführt hat. Er funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, wie es früher auf dem Land auch für Milch weit verbreitet war. Nur, dass heute neben dem Telefon Bestellungen auch über das Internet möglich sind. Um alles weitere kümmern sich insgesamt 13 angestellte Fahrer. Für Prinz-Knutzen spricht vieles dafür, an dieser Tradition weiterhin festzuhalten. Mir gefällt das Prinzip der Kundenähe. Außerdem verstehen wir uns als regionales Unternehmen und brauchen deshalb auch kein übermäßig großes Einzugsgebiet. Es erstreckt sich von der dänischen Grenze bis zum Nord-Ostsee-Kanal, und umfasst gut Kunden. Pro Fahrer kommen im Durchschnitt zehn Touren in zwei Wochen zusammen. Die Zuteilung der Kunden bleibt dabei immer gleich. Dadurch pflegen unsere Fahrer einen sehr engen Kontakt, der dem gesamten Betrieb zu Gute komme. Den Heimservice sieht sie als klare Stärke des Unternehmens. So habe man sich gegen regionale Discounter behaupten können. Um in der Umgebung noch bekannter zu werden, will Prinz-Knutzen künftig verstärkt auf Direktmarketing setzen. Dreh- und Angelpunkt bleiben dabei die Fahrer, die Flyer oder Proben verteilen können. Vanessa Barth Treenetaler Getränke GmbH & Co KG Im Treenetal Tarp Inkassobüro IHREM GELD HINTERHERLAUFEN? Nicht mit uns: Wirtschaftsinformationen Inkasso 12 zwischen Nord- und Ostsee 12 09

14 NAVI-NAME GmbH Busdorf Mit dem Namen ans Ziel In Zukunft, so hofft Unternehmer Alwin Dombetzki, wird der Zusatz NAVI-NAME in der Signatur einer genauso selbstverständlich sein wie die elektronische Post selbst. Vor zwei Jahren hatte der Busdorfer eine Idee: Wenn die Straßenkarte nicht mehr ausreicht, könnte man doch den eigenen Namen zum Navigationsinstrument machen. Der 40-Jährige erfand den NAVI-NAME. Dahinter verbirgt sich die Verknüpfung eines Wortes mit der geografischen Breite und Länge eines beliebigen Punktes. Genau darin liegt der Vorteil, so Alwin Dombetzki. Der Punkt könne irgendwo auf der Erde sein, auf einer Wiese, auf einem Betriebsgelände oder einem Wohnkomplex. Also auch an einem Punkt, der schwer zu beschreiben oder der in keinem Karten- oder Navigationsgerät hinterlegt ist. Auf der NordBau hat der Busdorfer erstmals seine Innovation vorgestellt. In der Baubranche reden wir über genau diese Orte, die noch in keinem Plan auftauchen. Mit dem NAVI-NAME ist jede Position auf einem freien Feld eindeutig markierbar. Lieferanten oder andere Dienstleister müssen nicht lange suchen, um die richtige Baustelle zu finden. Darüber hinaus kann sich der Unternehmer noch viele andere Einsatzbereiche vorstellen: Familien markieren ihren Urlaubsort oder Wanderer den schönsten Punkt auf der Strecke. Foto: NAVI-NAME GmbH Namen auf Website reservieren NAVI-NAME funktioniert als Online- Dienst auf der Basis von Google Maps. Auf der Website kann jeder Für die Betreuung unserer Außendienstmonteure und Kunden im Bereich Schleswig-Holstein suchen wir den Partner zum Betrieb einer WERKSNIEDERLASSUNG Nutzer einen beliebigen Namen sofern er noch frei ist mit einem Punkt und weiteren Informationen belegen. Aus den Daten wird kein Profil erstellt. Bewegungen sind nur für diejenigen sichtbar, für die sie sichtbar sein sollen, betont der Unternehmer. Niemand könne sehen, wo sich eine Person befinde, wenn sie es nicht wolle. Für den Kunden fällt für den Service eine Jahresgebühr von rund 15 Euro an. Aus diesem Grund halten wir die Seite auch werbefrei, so Dombetzki. Alle anderen zahlen nichts. Ein NAVI-NAME kann man auf jedem internetfähigen Gerät einsehen. Es ist keine spezielle Hard- oder Software nötig. Schon jetzt kann man einen NAVI- NAME auf ein TomTom-Gerät übertragen und so die Navigation verwechslungsfrei optimieren. Die Punkte können bisher nur mit einem Gerätehersteller verknüpft werden. Andere Plattformen sollen aber laut Unternehmer Dombetzki schnellstmöglich nutzbar gemacht werden. Jari Wieschmann NAVI-NAME GmbH Am Busdorfer Teich 3, Busdorf Wirtschaft in Schleswig-Holstein Kids Ice Media Scharbeutz Freizeittipps für Kids Ein quengelnder Sohn brachte die Geschäftsidee. Matthias Dostall aus Scharbeutz suchte im Internet nach einem Trecker-Treffen für seinen fünfjährigen Sohn, aber ohne Erfolg. Das war vor einem Jahr. Seit sechs Monaten ist seine Seite im Netz, mit mehr als Ausflugszielen für Familien im Norden. Jeder der einen Freizeittipp hat, kann diesen auf der Seite kostenfrei eintragen, ob Privatpersonen, Schulen oder touristische Einrichtungen. Unser Ziel ist es, das Portal für den gesamten deutschsprachigen Raum zu öffnen, so Matthias Dostall, der gemeinsam mit einem befreundeten Programmierer und seiner Frau das Portal ins Netz brachte. Eine Stichwortsuche macht es einfach, das passende Freizeitangebot zu finden. Reitturniere, Ritterspiele, Museen, Freizeitparks oder Abenteuerspielplätze für jeden ist etwas dabei, berichtet Dostall. Das neuste Angebot der Seiten-Macher: Es gibt Live-Streams von Veranstaltungen. Diese Live-Übertragungen sind in einem Videofenster auf der Startseite von kids-ontour zu sehen und zusätzlich in voller Größe auf Dadurch kann jeder Besucher unserer Internetseite live ein Event oder Ausflugsziel am Bildschirm verfolgen und einen Eindruck gewinnen, erklärt der Familienvater. In der Seite steckt viel Arbeit, erzählt er, aber wir können das Portal auch als Familie gut nutzen. dl Kids Ice Media Blauenkrog 5a, Scharbeutz Telefon (0178) Unternehmensnachfolger gesucht? Wir stehen zur Verfügung. Diskret * Seriös * Schnell IVL-Lübeck GmbH, An der Untertrave 59, Lübeck, Tel.: 0451/ Wir bieten Ihnen Alleinvertrieb und Abwicklung aller unserer Vertriebs- und Montageaktivitäten in dieser Region zu attraktiven Konditionen. Für weitere Informationen faxen oder mailen Sie uns einfach Ihre Kontaktdaten. KLIMATOP Wetterschutztechnik GmbH Fax 05722/5035 Schneller, sicherer, kostengünstiger die externe Archivierung Infos unter oder A. Denker GmbH & Co. KG Büsumer Straße Rendsburg zwischen Nord- und Ostsee

15 Interview ew Interview: Der neue Wirtschaftsminister Jost de Jager Wir wollen das wirtschaftsfreundlichste Bundesland werden Der frühere Wissenschafts-Staatssekretär Jost de Jager (44) wurde von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zum Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr befördert. Der CDU-Politiker ist gelernter Journalist. Da war es selbstverständlich, dass er Wirtschaft- Redakteur Michael Legband unmittelbar nach seiner Ernennung Rede und Antwort stand. Wirtschaft: Wird es Änderungen oder Schwerpunktverlagerungen beim Außenwirtschaftsförderprogramm des Landes Schleswig-Holstein geben? Jost de Jager: Mit dem Programm ermöglichen wir den Firmen beispielsweise den Zugang zu internationalen Messen oder zu den weltweiten Business-Centern der WTSH. Angesichts der zunehmenden Außenwirtschaftsorientierung unserer mittelständischen Wirtschaft im Land hat sich dieses Programm in weiten Teilen zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Die WTSH konnte immerhin weit über 100 schleswig-holsteinischen Betrieben, die heute auf den Weltmärkten zwischen Malaysia und Moskau vertreten sind, buchstäblich auf die Sprünge helfen. So gesehen gibt es für mich keinen Grund, an der bisherigen Außenwirtschaftsförderung durch die WTSH etwas zu ändern. Wirtschaft: Und wie will die Landesregierung Investoren nach Schleswig-Holstein locken? de Jager: Die Landesregierung hat sich das Ziel gesteckt, das wirtschaftsfreundlichste Bundesland Deutschlands zu werden. Das heißt vor allem: Wir müssen außerhalb unserer Landesgrenzen noch deutlicher auf unsere Stärken hinweisen und die Arme für ansiedlungswillige Unternehmen noch weiter ausbreiten. Momentan werden wir bundesweit nach meinem Gefühl immer noch zu stark als Agrarland oder Werftindustrie-Standort wahrgenommen. Das moderne Schleswig-Holstein mit seinen Fraunhofer-Einrichtungen, mit seinen Exzellenzclustern in Meeresforschung und Medizin oder seinem Know-how in Ernährungswirtschaft, Chemie, Medizintechnik- oder Life Science hat ein ganz anderes Gesicht. Wir müssen aber nicht nur für unsere Stärken die Werbetrommel rühren, sondern auch potenzielle wachstumsstarke Unternehmen identifizieren, die ihr Wachstum auch Jost de Jager und Michael Legband am Standort Schleswig-Holstein entfalten können. Darauf ist die WTSH spezialisiert und hat in den letzten Jahren gute Ansiedlungsbilanzen vorgelegt. Aber bekanntlich ist nichts so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte. Wirtschaft: Welche Bedeutung hat die Tourismuswirtschaft für Ihr Haus? Ferner interessiert, wie Sie bisher die Umsetzung der neuen Tourismusstrategie beurteilen, die sich auf die Zielgruppen junge Familien, anspruchsvolle Genießer und Best Ager konzentriert. de Jager: Der Tourismus bei uns hat eine weitaus größere Bedeutung als in den meisten anderen Bundesländern. Der Beitrag dieser Branche zum Volkseinkommen beträgt fast fünf Prozent und liegt damit nahezu doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Allein vor diesem Hintergrund ist klar, dass der Tourismus - wie bisher auch - einen hohen Stellenwert für unser Haus hat. Die in der letzten Legislaturperiode auf den Weg gebrachte zielgruppenorientierte Neuausrichtung des Tourismus ist - nicht zuletzt dank maßgeblicher Unterstützung durch die IHK - ein gutes Stück vorangekommen, was sich erfreulicherweise auch in den Buchungszahlen niedergeschlagen hat. Nun werden wir daran arbeiten, das Niveau auszubauen und bundesweit möglichst nah an die Spitze zu kommen. Einen wichtigen Beitrag zur Profilschärfung in den Ferienorten wird auch der im Frühjahr vom Wirtschaftsministerium ins Leben gerufene Wettbewerb zur touristischen Ortsentwicklung leisten. Wirtschaft: Wie sehen Sie die Entwicklungsperspektiven der dualen Ausbildung und wie bewerten Sie die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen? de Jager: Die Verbindung der Lernorte Betrieb und Berufsschule hat sich im europäischen Vergleich bewährt. Sie vermittelt konkrete berufliche Handlungsfähigkeit im Betrieb. Dieses Prinzip gilt es zu stärken, etwa in dualen Studiengängen oder in sogenannten trialen Modellen, in denen in kürzerer Zeit sowohl Ausbildungs- als auch Bachelor-Abschluss erworben werden können. Die verbesserte Durchlässigkeit in akademische Studiengänge über die Zulassung von beruflich Qualifizierten zu Hochschulstudiengängen ist ein weiterer Ansatz zur Stärkung der dualen Ausbildung. Aus Umfragen wissen wir, dass Defizite bei Schulabgängern das größte Ausbildungshemmnis für die Unternehmen darstellen. Der bislang aufwändige Reparaturbetrieb über die Berufsvorbereitung kann das Problem nicht dauerhaft lösen. Ohne die derzeitigen Schulabsolventen zu vernachlässigen, müssen die Maßnahmen stärker präventiv ausgerichtet werden. Für das Bündnis für Ausbildung in Schleswig-Holstein ist daher die Verbesserung der Ausbildungsreife ein zentrales Ziel. Projekte wie das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt oder die geplanten Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben vor Ort durch die bei den Kammern angesiedelten regionalen Fachberaterinnen werden nach meiner Überzeugung sehr bald Wirkung erzielen. Wirtschaft: Welche Verkehrsinfrastrukturprojekte haben für Sie besondere Priorität, und sehen Sie Ansätze für eine engere Zusammenarbeit Norddeutschlands bei der 14 zwischen Nord- und Ostsee e 12 09

16 Interview Durchsetzung gemeinsamer Infrastrukturinteressen? de Jager: Diese Landesregierung hat sich - wie gesagt - das hohe Ziel gesteckt, Schleswig-Holstein zum wirtschaftsfreundlichsten Bundesland Deutschlands zu machen. Dafür ist Mobilität eine notwendige Bedingung und die Verkehrsinfrastruktur im Arbeitsprogramm der Landesregierung folglich ein zentrales Thema. Um Beispiele zu nennen: Für den Straßenverkehr hat nach wie vor der zügige Weiterbau der A20 mit einer westlichen Elbquerung bei Glückstadt höchste Priorität. Weitere wichtige Projekte sind die Hinterlandanbindung zur Fehmarnbeltquerung, der sechsstreifige Ausbau der A7, der so genannte Lückenschluss der A23 bei Itzehoe mit Ausbau der B5 oder der Weiterbau der A21. Im Schienenverkehr werden wir den Nahverkehr in der Metropolregion zu unseren Nachbarn in Hamburg verbessern müssen. Der Ausbau der Bahnverbindung Kiel- Lübeck steht ebenfalls weit oben auf der Prioritätenliste. Weil alle erkannt haben, dass für die Exportnation Deutschland eine gute Hafenhinterlandanbindung überlebenswichtig ist, klappt die Zusammenarbeit mit den anderen norddeutschen Ländern hervorragend. So haben wir etwa gemeinsam die Ahrensburger Liste erstellt, die entsprechende Infrastrukturprojekte für ganz Norddeutschland enthält. In diesem Zusammenhang halte ich auch die Elbvertiefung Foto: Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr für ein wichtiges Thema, weil knapp Arbeitsplätze im Land direkt oder indirekt vom Hamburger Hafen abhängen, der den Wettlauf mit Rotterdam keineswegs verlieren darf. Wirtschaft: Welche Schritte werden Sie unternehmen, um die Leistungsfähigkeit der Technologie-Transfer-Institutionen weiter zu steigern? de Jager: In der mittelständisch geprägten Wirtschaft unseres Landes verfügen die wenigsten Unternehmen über eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten. Unser klares Ziel ist deshalb ein ständiger Austausch zwischen den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes mit den Unternehmen. Wir werden an einer Neukonzeption weiterarbeiten, die zwei Komponenten enthält: Zum Ersten sollen die mit dem Technologietransfer befassten Institutionen für ihre Aufgaben optimiert werden. Zum Zweiten soll ein Anreizsystem zur Erhöhung der Anzahl der im Technologietransfer aktiven Wissenschaftler geschaffen werden. Wirtschaft: In welchem Umfang wird sich die Landesregierung in einer zu schaffenden Breitband-Infrastrukturgesellschaft engagieren? de Jager: Mit unserer Breitbandstrategie verfolgen wir zwei Kernziele: Zum einen wollen wir bis Ende 2010 eine flächendeckende Grundversorgung von Leitungen mit mindestens einem Megabit pro Sekunde erreichen. Langfristig - das heißt bis Ende streben wir die Bereitstellung von Hochgeschwindigkeitsnetzen mit 100 Megabit Leistung und mehr an. Die Breitband- Infrastrukturgesellschaft BIG ist Teil unserer Breitbandstrategie. Ihre Aufgabe besteht darin, ein passives Glasfasernetz dort zu errichten, wo solche Netze noch nicht vorhanden sind. Dieses Netz wird anderen Unternehmen zum Betrieb und für Breitbanddienste bereitgestellt, um möglichst viel Wettbewerb zu generieren. Die BIG soll privatwirtschaftlich aufgestellt sein. Wir erhoffen uns, dass sich vor allem solche Unternehmen, deren Tätigkeit in der langfristigen Bereitstellung und Finanzierung von Infrastruktur liegt, zur Gründung einer solchen Gesellschaft bereitfinden. Jost de Jager, geboren am 7. März 1965 in Rendsburg, verheiratet, ein Kind, Studium der Fächer Geschichte, Englisch und Politik bis 1996 Volontariat beim Ev. Pressedienst in Kiel. Von 1996 bis 2005 Mitglied des Schleswig- Holsteinischen Landtages. Von 2005 bis 2009 Staatssekretär für Wissenschaft und Technologie Referenzen sprechen eine deutliche Sprache Das individuelle Bau-System für INDUSTRIE GEWERBE AUSSTELLUNG VERWALTUNG Wirtschaftlich für alle Branchen aus einer Hand. Wir beraten Sie gern persönlich: Dipl. Ing. Fr. Bartram GmbH & Co. KG Postfach Hohenwestedt Telefon / Fax MITGLIED GÜTEGEMEINSCHAFT BETON zwischen Nord- und Ostsee e

17 Schwerpunktthema Fotos: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Neubauten sind geplant: das Uniklinikum in Lübeck Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Wissen schafft Gesundheit Noch im Juli hat die Regierung den Weg frei gemacht für eines der größten Bauprojekte in der Geschichte des Landes Schleswig-Holstein: In den kommenden 20 Jahren verwirklicht das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) seinen baulichen Masterplan. An beiden Standorten Kiel und Lübeck werden 700 Millionen Euro in Neubauten für Krankenversorgung und Forschung investiert. Von einem starken UK S-H werden nicht nur diejenigen Partner profitieren, die uns in den Bauphasen begleiten, sagt Professor Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UK S-H, die Realisierung des Klinikums der Zukunft ist zugleich Voraussetzung von Systempartnerschaften mit den unterschiedlichsten Branchen in der Krankenversorgung, Forschung und Lehre - und wir hoffen, dass darunter möglichst viele Partner aus unserer Heimat Schleswig-Holstein sein werden. Immer nah, sofort da. Bei über 100 GO! Stationen in Deutschland und Europa ist mit Sicherheit auch eine ganz in Ihrer Nähe, die sich persönlich um Sie kümmert. Ganz gleich ob Spätabholung, Frühzustellung oder ganz individuelle Kurier- und Expressdienstlösungen, wir von GO! sind immer für Sie da rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr. Als Ihr regionaler Partner kennen wir natürlich auch die schnellsten und sichersten Wege zu Ihrem Ziel. GO! ALLES GEHT! Hotline: 0800/ Millionen Euro des Masterplans werden im Wege der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) und 250 Millionen Euro konventionell finanziert. Die haushaltstechnischen Schritte sind eingeleitet. Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des UK S-H und neue Wissenschaftsminister Jost de Jager hatte die Kernpunkte des Masterplans zuletzt im Juli umrissen. Die Schaffung eines Zentralklinikums in Kiel seien Voraussetzung für interdisziplinäre Synergien sowie ein effizientes Prozessmanagement. Für Lübeck Das Neurozentrum Kiel nannte er den Endausbau des Zentralklinikums zur Optimierung der Prozessabläufe und damit zur schnelleren Reduzierung der Betriebskosten. Im Vorlauf kann das UK S-H dringendste Sanierungsmaßnahmen aus dem Konjunkturpaket mit 38,5 Millionen Euro finanzieren. Auf dem Campus Kiel sind dies die Herrichtung der Wöchnerinnenstation, in der 1. Medizinischen Klinik die Erneuerung der Isolierstation sowie die Sanierung der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und der Augenklinik. Der Campus Lübeck bekommt einen neuen Linearbeschleuniger, eine neue Notaufnahme sowie neue Operationssäle in der Herzchirurgie. Auszeichnung mit Exzellenzcluster Populistische Bestrebungen, das UK S-H zu defusionieren, hält Scholz für lokalpatriotische Eitelkeit: Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein profitiert von seinem starken Maximalversorger. Nicht nur, dass eine Vielzahl von Kooperationen für finanzielle Sicherheit zahlreicher Unternehmen und Betriebe sorgt. Fast Spezialisten in mehr als 70 Kliniken und Instituten erhalten die Arbeitsfähigkeit unzähliger Patienten. Und die weltweit anerkannten medizinischen Spitzenleistungen tragen einen entscheidenden Teil zum Bekanntheitsgrad der Marke,Gesundheitsland Schleswig-Holstein bei. Zudem spart die Fusion 23 Millionen Euro jedes Jahr. Bereits in 2010 wird das UK S-H als Ergebnis des anspruchsvollen Sanierungsprozesses eine schwarze Null präsentieren. Das UK S-H deckt campusübergreifend das gesamte Spektrum der modernen Medizin ab. Schwerpunkte der Forschung liegen 16 zwischen Nord- und Ostsee 12 09

18 Schwerpunktthema auf den Feldern Onkologie und Infektion, Klinische Genomforschung, Neurowissenschaften, Endokrine Steuerung und Regulation, Transplantationsmedizin und Biomedizinische Technologien. Jüngst zeichnete der Bund die Forschungsgemeinschaft Entzündung an Grenzflächen mit einem der begehrten Exzellenzcluster aus. Zukunftsweisend ist die Errichtung des Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrums Kiel, das Krebspatienten ab dem Jahr 2012 hoch spezialisierte und besonders schonende Therapien anbieten wird. Beeindruckend auch die wirtschaftliche Bedeutung des UK S-H: Als größter Arbeitgeber des Landes zahlt das UK S-H seinen fast Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 350 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern. Der Gesamtumsatz beträgt rund eine halbe Milliarde Euro. In der Ausbildung Spitze Auch in der Ausbildung ist das UK S-H landesweit an der Spitze: In über 750 Ausbildungs- und etwa Studienplätzen lernen junge Menschen verschiedenste medizinische Berufe. Ergänzend bietet das Bildungszentrum am UK S-H jährlich für Menschen Fort- und Weiterbildungen in 170 Programmen an und stärkt so den Ruf Schleswig-Holsteins als Standort mit hochqualifizierten Mitarbeitern. Daher liegt die Perspektive eines starken UK S-H besonders im Ausbau von Forschung und Lehre. Hier ergeben sich neue Geschäftsfelder und Beschäftigungsmöglichkeiten auch für externe Firmen etwa im Bereich der Auftragsforschung: Über Drittmittel wirbt das UK S-H bereits heute jährlich 41 Millionen Euro ein - Tendenz steigend. Als einziger Maximalversorger für die Krankenversorgung, wichtiger und international renommierter Forschungs- und quantitativ wie qualitativ bedeutender Ausbildungsbereich im Lande, sind wir uns auch unserer Verantwortung dem Standort Schleswig-Holstein gegenüber bewusst. Daher setzen wir bei unseren Plänen zur Weiterentwicklung und Neupositionierung des UK S-H auf die Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern. Dies vor allem dort, wo es in die Einbindung der regionalen Wirtschaft und ihrer Unternehmen geht. Oliver Grieve Website des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Datenbank MedTech Projekte Die medizintechnische Forschung in Deutschland ist umfangreich, vielfältig und interdisziplinär. Auch für Experten ist es kaum möglich zu überblicken, was neu ist und welche Themen bereits an welchen Stellen bearbeitet werden. Weiter ist es oft schwierig herauszufinden, wer Experte für ein bestimmtes Thema ist und welches die richtigen Partner für ein Forschungsvorhaben sind. Die Datenbank MedTech Projekte erfasst Forschungsprojekte aus allen Bereichen der Medizintechnik. Die Erfassung möglichst aller Projekte wird von den relevanten Projektträgern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. red Datenbank MedTech Projekte Ideenpark Gesundheitswirtschaft Wie lässt sich die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern? Wie gelangen mehr Effizienz und Transparenz in das System? Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen können sich bis zum 31. Dezember am Ideenpark Gesundheitswirtschaft der Zeitung Financial Times Deutschland zu beteiligen. Akzeptiert werden vielversprechende Ideen, die noch nicht umgesetzt wurden, aber eine reelle Chance auf Realisierung haben, ebenso wie Pilotprojekte und Konzepte, die sich bereits in der Praxis erfolgreich bewähren. Vorschläge aus sämtlichen Teilbereichen der Gesundheitswirtschaft sind willkommen. Eine Expertenrunde bewertet die eingereichten Vorschläge nach den Kriterien Innovationsgrad, Relevanz, Qualität/ Transparenz/Effizienz, Durchsetzbarkeit und Reichweite. Die besten zehn Konzepte werden während der FTD-Konferenz Gesundheitswirtschaft am 12. und 13. April 2010 in Berlin vorgestellt und in der FTD veröffentlicht. Das Konzept (maximal zehn kopierfähige Seiten) sollte klar herausarbeiten, worin die Innovation des Projekts liegt. Einsendeschluss 31. Dezember red TOP-SEMINARE FÜR IHREN UNTERNEHMENSERFOLG Schnell Seminarprogramm anschauen und anmelden: Gesundheit in besten Händen. Vom Fach. Vor Ort. Eine Firma eine Kasse. zwischen Nord- und Ostsee AOK_x3.indd :57

19 Schwerpunktthema Unternehmensberatung Consulting Weiterbildung in der Region C-deg die Profis für Umwelttechnik und Unternehmensberatung Beratung für Existenzgründung, Fördermöglichkeiten, Sanierung etc. Hilfestellung bei Bankgesprächen, Erstellung von Businessplänen etc. Profitieren Sie von unseren Erfahrungen! Consulting Planning Manufacturing Grasweg 35 D Kiel Tel Selbstmanagement- Seminare mit Biostruktur-Analyse und Zufriedenheitsgarantie! Persönlichkeits- & Teamentwicklung Motivation Kommunikation Coaching PETER SCHMITT Dipl.-Betriebswirt STRUCTOGRAM -Master-Trainer Barghof Norderstedt Tel. 040 / Fax S G & Cie. Consultants GmbH & Co. KG Am Flugplatz 4, Gebäude 49, Lübeck Wir sind spezialisiert auf: - die Realisierung von Finanzierungen - die richtige Kommunikation mit Ihren Banken - die Vermittlung von privaten Investoren Wir informieren Sie gerne über Ihre Möglichkeiten: Ihr Ansprechpartner: Volker Schlicht Telefon: 0451/ Info: Möchten Sie Ihre Anzeige in dieser Rubrik platzieren? Rufen Sie uns an: 04 51/ Lotsendienst von Gesunde Arbeit Schleswig-Holstein e. V. Gesundheit als Wettbewerbsvorteil Verbesserung der Wettbewerbsposition durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement? Kleine und mittlere Unternehmen sind häufig abgeschreckt, weil sie hohen Aufwand und Kosten fürchten. In Schleswig-Holstein gibt es jetzt eine attraktive Option: das Angebot von Gesunde Arbeit Schleswig-Holstein, das für Unternehmen bis 250 Mitarbeiter sogar kostenlos ist. Möglich wird dies durch einen unabhängigen Lotsendienst, der öffentlich finanziert wird und jetzt landesweit interessierten Unternehmern zur Seite steht. Der persönliche Lotse kann gleichermaßen vom produzierenden Gewerbe wie von Dienstleistern angefordert werden. Die Beratung erfolgt in der Regel im Betrieb. Dort wird mit dem Inhaber oder Betriebsleiter besprochen, welche Ausgangslage im Unternehmen besteht, welche Maßnahmen nützen und wie diese umgesetzt werden können. Der Unternehmer erhält einen Überblick darüber, welche Leistungen von Sozialversicherungsträgern oder von Dienstleistern geeignet sein können. Er entscheidet, was getan wird und der Lotse koordiniert die Umsetzung. Unternehmer haben keine Angst, Gesundheitsthemen anzupacken. Sie haben nur Sorge, sich damit viele Kosten und Frust ins Unternehmen zu holen. Wenn ich aber einen Lotsen haben kann, der sich damit auskennt und der keine Eigeninteressen verfolgt, greife ich zu, meint Hendrik Persson, Leiter des Lotsenprojekts. Er zeigt sich zufrieden, dass sich nicht nur Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und die Rentenversicherungsträger beteiligen, sondern auch die IHK und weitere Kammern, Verbände, Kommunen und das Land wesentlich zu diesem Angebot beitragen. Wer sein Unternehmen durch ein Gesundheitsmanagement gut für die Zukunft aufstellen will, kann sich für das Gütesiegel Gesunder Betrieb 2010 bewerben. Das Gütesiegel wird durch Gesunde Arbeit Schleswig-Holstein für vorbildliche Maßnahmen zur Schaffung von betrieblichen Strukturen in den Bereichen Arbeitsschutz, Eingliederungsmanagement und Gesundheitsförderung verliehen. Persson: Es zählt, wenn sich ein Unternehmen konsequent auf den Weg macht. Es muss noch nicht alles perfekt sein. Außerdem bekommt es reichlich Unterstützung durch unsere Lotsen. Das Gütesiegel wurde 2009 zum ersten Mal verliehen und soll jährlich vergeben werden. Mit der erfolgreichen Teilnahme steigern Unternehmen, so Persson, ihre Attraktivität gegenüber den Kunden und Mitarbeitern. Nebenbei verbessern Sie dadurch die Arbeitszufriedenheit und die Produktivität. Der Bewerbungsschluss für das Gütesiegel 2010 ist am 30. März red Website von Gesunde Arbeit Schleswig- Holstein e. V., Illustration: GASH 18 zwischen Nord- und Ostsee 12 09

20 Schwerpunktthema Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein Zukunftsbranche mit überdurchschnittlichem Potenzial Die Gesundheitswirtschaft ist in Deutschland mit rund 240 Milliarden Euro Umsatz und rund 4,3 Millionen Beschäftigten die größte und zudem eine wachsende Branche. Gestiegene Lebenserwartung, demografischer Wandel, die moderne Medizin und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein eröffnen ein großes Wachstumspotenzial besonders für Schleswig-Holstein. Foto: AOK-Mediendienst Rehabilitation: ein Patient bei der physiotherapeutischen Behandlung im Schlingentisch Denn Schleswig-Holstein ist das Bundesland, dessen Wirtschaft am stärksten von der Gesundheit geprägt ist. Dies ist die zentrale Aussage einer Studie, die das Institut für Arbeit und Technik an der Fachhochschule Gelsenkirchen im Auftrag der Gesundheitsinitiative Schleswig-Holstein erstellt hat. In Schleswig-Holstein arbeiten fast Menschen in der Gesundheitswirtschaft, davon knapp sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Schleswig-Holstein hat damit unter allen Bundesländern mit 18,4 Prozent den höchsten Anteil der Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft an den jeweils sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 15 Prozent. Unter den 30 beschäftigungsstärksten Unternehmen Schleswig-Holsteins sind zehn der Gesundheitswirtschaft zuzurechnen (Studie der HSH Nordbank, 2009). Während die Gesamtbeschäftigung zwischen 2003 und 2006 um 1,7 Prozent in Schleswig-Holstein beziehungsweise 2,2 Prozent im Bund zurückging, wuchs die Zahl der Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft insgesamt um 2,1 Prozent beziehungsweise 0,9 Prozent in Deutschland. Zurückzuführen sind die Zuwächse auf ein starkes Beschäftigungsplus im personalintensiven Kernbereich der gesundheitlichen Versorgung, der in Schleswig-Holstein um 3,4 Prozent, im Bund um 1,6 Prozent zwischen 2003 und 2006 zunahm. Fast drei Viertel der Beschäftigten arbeiten in der stationären, teilstationären oder ambulanten Versorgung und Altenhilfe. Die Ausbildung hat mit einer Quote von 13 Prozent eine besonders hohe Bedeutung. Stark überdurchschnittlich vertreten sind in Schleswig-Holstein die Medizintechnik und die pharmazeutische Industrie. Besonderes Profil hat Schleswig-Holstein auch als Rehabilitationsland: Bei der Anzahl der Betten pro Einwohner liegt es auf Platz zwei hinter Mecklenburg-Vorpommern. Innovationsfähigkeit nutzen Die neue Landesregierung wird gemeinsam mit den handelnden Akteuren diese Potenziale des Gesundheitslandes Schleswig-Holstein nutzen und ausbauen. Weil sich mittlerweile zahlreiche Regionen in Deutschland und auch im Ausland als Gesundheitsregionen verstehen und die Chancen dieses wachsenden Zukunftsmarktes nutzen wollen, werden wir in Zukunft verstärkt auf unsere besonderen Kompetenzen setzen. Die Gesundheitswirtschaft in Schleswig- Holstein ist eine Zukunftsbranche: Wir werden die hohe Innovationsfähigkeit nutzen, um den Gesundheitssektor weiter zu stärken und um die Voraussetzungen für neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wir werden Kompetenzen bündeln, die Strukturen miteinander vernetzen, den Austausch von Wissenschaft und Forschung mit der Gesundheitswirtschaft verbessern sowie eine Vermarktungsstrategie entwickeln, die gezielt auf den besonderen Stärken Schleswig-Holsteins aufbaut. Heiner Garg, Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit Website des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Gesundheit Leben in Bewegung Seit dem 1. Januar 2009 behandeln wir unter dem Namen KLINIKUM BAD BRAMSTEDT in 10 Kliniken und Fachabteilungen Erkrankungen des kompletten Stütz- und Bewegungsapparates. Mit unserem medizinischen Kompetenzen und dem umfassenden Präventiv- und Rehabilitationsangebot gehören wir zu einem der anerkanntesten Häuser in Deutschland. Zertifiziert nach: DIN EN ISO 9001, DEGEMED, Qualitätssiegel Schleswig-Holstein Oskar-Ale ander-stra e 2 2 Bad Bramstedt Telefon Fa zwischen Nord- und Ostsee

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