Aktive Beteilung Unter aktiver Beteiligung wird verstanden, daß jemand nicht nur lesend auf Dokumente zugreift, sondern auch selbst Kommentare

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1 Anlage 11 Zugriffsstatistik und Versuch einer Interpretation Aktive Beteilung Unter aktiver Beteiligung wird verstanden, daß jemand nicht nur lesend auf Dokumente zugreift, sondern auch selbst Kommentare schreibt. Auszählung der Beiträge Die Gesamtzahl eingegangener Kommentare innerhalb des DynPubLib-Systems betrug in der Zeit vom bis zum , dem hier analysierten Zeitraum, 210. Untersucht man diese Zahl genauer, so fällt auf, daß ein Großteil der Nachrichten von den Mitarbeiter/inne/n des Projektteams selbst geschrieben wurde. Da bei diesen eine generell höhere Teilnahmebereitschaft angenommen werden muß, werden diese Nachrichten im folgenden nicht mehr berücksichtigt. Ebenfalls nicht berücksicht werden Beiträge von anderen Mitarbeiter/inne/n des eigenen Institutes, um, wie später bei der Logfile-Analyse noch deutlich werden wird, allein die externe Beteiligung messen zu können. Es ist davon auszugehen, daß Zugriffe aus dem eigenen Hause weniger aus fachlichem Interesse erfolgen, sondern weil die Autor/inn/en sehen möchten, wie sich ihre Texte am Bildschirm darstellen und ob sie korrekt in WWW-Seiten umgesetzt worden sind. Die durch diese Ausschlußkriterien bereinigte Gesamtzahl der eingegangenen Kommentare reduziert sich drastisch auf 16. Diese 16 Kommentare verteilen sich auf 10 dynamische Dokumente. Gemessen an der Gesamtanzahl der dynamischen Dokumente sind dies 20,4%. Mit anderen Worten: lediglich ein Fünftel der dynamischen Dokumente weist externe Kommentare auf. Die Spannbreite der Anzahl von Kommentaren innerhalb dieser 10 Dokumente kann - bei 16 externen Beiträgen insgesamt - natürlich nur gering sein. Sie liegt zwischen 1 und 3. Interpretation der Ergebnisse Wenn man die Anzahl eingegangener Kommentare als Kriterium wertet, muß die aktive Beteiligung an den dynamischen Dokumenten des Instituts Arbeit und Technik als sehr gering eingestuft werden. Doch sieht man sich in weiteren Webforen des Internets um, so findet man ein ähnliches Erscheinungsbild vor. Sucht man nach Erklärungen für diese mangelnde Beteiligung, kann man u.a. zu den Thesen kommen, die im dynamischen Dokument Thesen zu dynamischem Publizieren zur Diskussion gestellt worden sind (siehe Anlage 2). Passive Beteiligung Neben der aktiven Beteiligung, die von allen Interessierten über das WWW abgerufen werden kann, indem sie einfach in den jeweiligen dynamischen Dokumenten (Foren) nachsehen und die Beiträge zählen, besteht die Möglichkeit (in einem gewissen 1

2 Rahmen 1 ) auch die die passive Beteiligung zu messen. Dieses geschieht mit Hilfe von Logfiles, die vom jeweiligen Server angelegt werden und die Zugriffe auf alle Dateien des speziellen WWW-Angebotes einer Site protokollieren. Protokoll Dieses Protokoll kann je nach Serversoftware individuell eingestellt werden (Format). Am weitestens verbreitet ist das Common Log Format (CLF), welches zur Zeit auch im IAT Verwendung findet. Nach dem CLF werden die Zugriffe auf eine Datei (pro Zugriff eine Zeile) mit folgenden Angaben protokolliert: 1. Die IP-Adresse des Rechners, von dem die Anfrage kommt (remote host) 2. Der Login-Name des Users (rfc931) 3. Das Passwort des Users (autuser) 4. Datum und Zeit des erfolgten Zugriffs (date) 5. Die Methode (z.b. GET) und Art der nachgefragten Datei (request) 6. Statusmeldung (status) 7. Anzahl der übermittelten Bytes (bytes) Siehe auch: Ergebnisse der Logfile-Analyse Die Logfile-Daten des IAT-Webservers wurden für den Zeitraum bis mit Hilfe des Auswertungsprogramms Hitlist Standard 3.0 der Firma Marketwave 2 analysiert. Der Zeitraum wurde so gewählt, da etwa ab Dezember 1996 erste dynamische Dokumente für das WWW umgesetzt wurden. Der Analysezeitraum beträgt demgemäß ein Jahr. Im folgenden sollen Ergebnisse der Logfile-Daten-Analyse des DynPubLib-Systems (dynamische Dokumente) vorgestellt und mit den Ergebnissen der Logfile-Daten- Analyse des übrigen IAT-Webservers verglichen werden. Damit diese Daten überhaupt analysiert werden konnten, mußten die protokollierten Daten erst von denen des normalen WWW- Angebots durch den Einsatz von Filtern getrennt werden. Zugriffe von innerhalb des Institutes wurden dabei nicht beachtet, da sie wahrscheinlich durch eine große Anzahl von Testaufrufen verfälscht wurden. Beschreibung der Ergebnisse Im Betrachtungszeitraum konnten Page Impressions 3 (Page Views) für den gesamten IAT-Webserver (nachfolgend als IATgesamt bezeichnet) ermittelt werden. Diese kann man nun in die Page Impressions für das DynPubLib- System (nachfolgend DPL genannt) und die Page Impressions für den übrigen Webserver (nachfolgend als IATohne bezeichnet) aufteilen. 1 Diese vorsichtige Formulierung wurde gewählt, weil die Meßmethode, wie im folgenden noch herausgestellt wird, nicht ganz unproblematisch ist. 2 Das Auswertungsprogramm kann unter der URL kostenlos bezogen werden. 3 Es wurden hier nur Dateien mit HTM- bzw. HTML-Endung berücksichtigt! 2

3 Die Page Impressions für das DPL-System allein betrugen , während der übrige Webserver erzielte. Das bedeutet, daß die Page Impressions für DPL fast 30% der Page Impressions des gesamten Webservers ausmachen. Die Visits für IATgesamt betrugen Der aus Page Impressions und Visits ermittelbare durchschnittliche Wert von Page Impressions pro Visit beträgt 3,2. Mit anderen Worten heißt dies, daß im Schnitt pro Besuch ungefähr drei Seiten aufgerufen werden. Die Visits für DPL liegen bei Der Durchschnittswert für Page Impressions pro Visit beträgt somit 4,2 und liegt somit im Vergleich zu IATgesamt um einen Punkt (eine Seite mehr pro Visit) höher. Die meistbesuchten Seiten In der Statistik der meistbesuchten Seiten spielt die jeweilige Homepage der Site eine zentrale Rolle. Hier werden in der Regel die meisten Page Impressions erzielt, da sie meist als Einstiegseite fungiert. So ist es nicht verwunderlich, daß auch in der IAT-Webstatistik die IAT-Homepage mit weit über 8000 Page Impressions auf Platz eins der Hitliste rangiert. Laut Statistik der populärsten Einstiegsseiten, in der die IAT-Homepage ebenfalls an erster Stelle zu finden ist, verzeichnete die IAT- Homepage 5109 Zugriffe. Neben der Homepage gibt es aber auch zentrale Seiten (Übersichten) innerhalb eines WWW-Angebotes, auf die zumeist von der Homepage und anderen Seiten verwiesen wird. Durch die hohe Anzahl der Verknüpfungen erzielen diese Seiten ebenfalls überdurchschnittlich hohe Page Impressions. Zu den zentralen Seiten des DPL-Angebotes zählen die Übersicht der dynamischen Dokumente (/dpl/dyndok/lisdok.html) und die DPL-Homepage (/dpl/dpl_home.html). Die Rangplätze dieser beiden Seiten auf der Liste der meist nachgefragten Seiten sind 4 und 6. Besser stehen nur die Homepage des IAT (Platz 1), die Homepage der Abteilung Arbeitsmarkt (Platz 2), und die Wegskizze des IAT (Platz 3). Die Homepage des Servicebereichs Information und Kommunikation(SIK) rangiert auf Platz 5. Tabelle 1: Meist angeforderte Seiten (IATgesamt) Die Seiten des DPL-Systems sind mit Sternchen gekennzeichnet. Rangplatz Document Page Impressions 1. Homepage IAT Homepage Abt. Arbeitmarkt Wegskizze Liste der dynam. Dokumente* SIK-Homepage DPL-Homepage* BIS-LOK-Informationsseite Pressemitteilung BIS-LOK-Rundschreiben Nr. 19* Es fällt natürlich auf, daß plus nicht , sondern ergibt. Diese Abweichung von etwa 1% muß auf die Rechenungenauigkeit des Programms zurückgeführt werden. Die genauen Zugriffszahlen können nach der beschriebenen Meßproblematik sowieso nicht exakt bestimmt werden, so daß man hier eher mit annähernden Prozentzahlen arbeiten sollte. 3

4 10. Homepage Automobilforschung Überblick Abt. Arbeitsmarkt Wegbeschreibung Homepage Abt. Dienstleistungssysteme Übersicht: Personal des IAT Personal der Abt. Arbeitsmarkt Anfahrtskizze von der Autobahn Veröffentlichungen des IAT Veröffentlichungen der Abt. 689 Dienstleistungssysteme 19. Links auf externe Server Homepage der Abt. Produktionssysteme In der Rangliste der meist angeforderten Seiten innerhalb des DPL-System fallen neben den bereits genannten Übersichtsseiten ( /dpl/dyndok/lisdok.html und /dpl/dpl_home.html ) einige konkrete Texte besonders auf: Tabelle 1: Meist angeforderte Seiten (DPL) Rangplatz Document Page Impressions 1. Liste der dynam. Dokumente Einstiegsseite des DPL-Systems BIS-LOK-Rundschreiben Nr BIS-LOK-Rundschreiben Nr BIS-LOK-Rundschreiben Nr Fassung in älterem Layout 6. BIS-LOK-Rundschreiben Nr Fassung in älterem Layout 7. Thesen zur Einführung von Windows 261 NT 8. Anmeldung zum DPL-System Beitrag zum Jahrbuch 1995 des 214 IAT: Wundermittel Gruppenarbeit 10. Beitrag zum Jahrbuch 1995 des 207 IAT: Qualitätsmanagement im Dienstleistungssektor Die Texte auf den Positionen 3, 5 und 6 müssen zusammen gesehen werden, da sie denselben Inhalt in unterschiedlichem Layout wiedergeben; zusammen würden sie deutlich an erster Stelle stehen und auch in der Gesamtstatistik auf den ersten Platz hinter der IAT-Homepage rücken. Die bloße Zugriffsstatistik berücksichtigt nicht, daß die Texte unterschiedlich alt sind. Während die Jahrbuch-Beiträge (Platz 9 und 10) seit Anfang des Jahres 1997 auf dem WWW-Server zu- 4

5 gänglich waren, stammt das BIS-LOK-Rundschreiben Nr. 19 aus der zweiten Hälfte des Monats März. Die darin geführte Diskussion wurde inhaltlich durch das BIS-LOK-Rundschreiben Nr. 21 fortgesetzt, das Mitte Oktober erstellt wurde und damit gerade einmal sechs Wochen vom analysierten Zeitraum zugänglich war. Die Thesen zur Einführung von Windows NT liegen seit Ende September auf dem WWW-Server und sind damit auch noch recht jung. Die Entwicklung der Page Impressions nach Monaten: Page Impressions IAT ohne DPL 4000 Page Impressions DPL Dez 96 Jan 97 Feb 97 Mrz 97 Apr 97 Mai 97 Jun 97 Jul 97 Aug 97 Sep 97 Okt 97 Nov 97 Bei der Betrachtung der Entwicklungskurven der Page Impressions fällt insgesamt der positive Trend auf. Die deutliche Spitze im Oktober ist durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit zu erklären, die gerade in diesem Monat betrieben worden ist. Interpretation der Ergebnisse Die Logfile-Analyse zeit, daß die Seiten des DynPubLib-Systems sehr wohl genutzt werden. Dieses spiegelt sich in der Zahl von (ca. 30% alle Page Impressions für den IAT-Webserver) wider. Insgesamt scheinen sich Interessent/inn/en für dynamische Dokumente in diesem Bereich etwas länger als auf den übrigen Webserverseiten aufzuhalten, was die Werte für Page Impressions pro Visit zeigen. Leider steht dieser relativ regen passiven Nutzung der dynamischen Dokumente nur eine äußerst spärliche aktive Nutzung (Schreiben von Beiträgen) gegenüber, so daß man sagen kann, daß die Kommunikationsplattform DynPubLib hauptsächlich als Informationsquelle genutzt wird. Dieses Ergebnis ist mit anderen Forschungsergebnissen im Internet durchaus konform. Einige sollen im folgenden dargestellt werden. 5

6 Befunde der Internetforschung Wie wird das WWW genutzt? Auf diese Frage gibt z.b. die aktuelle W3B 5 Studie (Herbst 97) Auskunft. Demnach wird das WWW haupsächlich zu folgenden Zwecken genutzt (Mehrfachnennungen waren möglich): 76,3% Aktuelle Informationen/Nachrichten abrufen 65,6% Software herunterladen 65,5% Aus Neugier, zur Unterhaltung 62,8% Geschäftliche/berufliche/wissenschaftliche Recherche 60,4% Produkt-Informationen abrufen 56,1% Zum Kommunizieren 47,7% Zur Aus- und Weiterbildung 10,4% Zum Spielen 12,8% Sonstiges Probleme bei der Nutzung des Internet Nach W3B (Herbst 97) sehen über 70% der Befragten das Hauptproblem in den hohen Telefonkosten, was nach den Ergebnissen der W3B-Umfrage (April/Mai) durchaus verständlich ist. Dort geben nämlich 45,5% der Befragten an, den Zugang zum Internet über einen eigenen Account bei einem der großen Online-Dienste (z.b. T-Online, AOL, CompuServe) zu bekommen. Die Internetrecherche wird dadurch zum Kostenpunkt. Desweiteren bemängeln viele Befragten die Verbindungsgeschwindigkeiten im Internet, gefolgt von der Unübersichtlichkeit. Gerade diese Unübersichtlichkeit das Informationsangebot ist kaum konsequent geordnet kann nicht nur bei Neueinsteiger/inne/n für Verwirrung und Frustration sorgen. So fragen wir uns: Wie kommt ein/e Interessent/in zu einem dynamischen Dokument, wenn er nicht gerade zufällig einen Link oder eine Ankündigung in einer Mailinglist oder Newsgroup liest? Die Anwort lautet Suchmaschinen. In der Tat kann man, wie der Name schon sagt, manchmal suchen...suchen...suchen, ohne etwas Brauchbares zu finden. Manchmal sind die Erebnisse aber auch sehr hilfreich. In bezug auf die dynamischen Dokumente sind Suchmaschinen das einzige Medium, das kontinuierlich auf diese hinweist. Hinweise in Mailinglists und news groups führen oft nur zu kurzfristigen Spitzen in den Zugriffszahlen, geraten aber sehr schnell wieder in Vergessenheit. Die erweiterten Logfiles, die auch anzeigen, welche Seite ein/e Besucher/in als letzte vorher angesehen hat, zeigen, daß dies häufig eine Suchmaschine war, in der ein Dokument verzeichnet ist. Das System der dynamischen Dokumente richtet sich neben allen möglichen Interessent/inn/en vom Themenspektrum her besonders an Wissenschaftler/innen. Das schränkt die Zahl der potentiellen Nutzer/innen enorm ein. Die Frage ist auch, inwieweit eine aktive Nutzung des Internet überhaupt zu erwarten ist. Die Internet-Forschung unterscheidet zwischen Lurkern und Postern. 5 Größte unabhängige deutschsprachige Meinungsumfrage im Internet 6

7 Als Lurker werden Personen bezeichnet, die sich im Internet bezüglich der Kommunikation eher passiv verhalten. In Mailinglisten, Newsgroups, oder Webforen lesen sie lieber die Beiträge anderer, als selber aktiv zu werden, wie Döring (1996) beschreibt. Allein die Möglichkeit zur Massenkommunikation reicht wohl nicht aus, um das Internet zum Kommunikationsmedium erster Wahl werden zu lassen. Viele lassen sich, wie es in Natur der Massenmedien liegt, eher berieseln, als selber aktiv zu werden. Das Phänomen Lurking sollte aber nicht nur Personenmerkmalen zugeschrieben, werden, da aus Lurkern in anderen Kontexten durchaus Poster werden können, die sich aktiv an einer Diskussion beteiligen. Deshalb ist Lurker nicht gleich Lurker. Das Poster nicht gleich Poster ist, wird durch folgende Untersuchung gestützt. In einer Studie von Batinic/Eichenberg (1997) wurde das Artikelaufkommen im Bereich der deutschen netnews (nur.de) näher untersucht. Als Datengrundlage lagen Artikel in deutschen netnews vor, die EUNET (jetzt UUNET) im März 1997 gezählt hatte. Es wurden 100 Teilnehmer/innen zufällig ausgewählt, und die Anzahl von deren Beiträge im Monat März 1997 wurde ermittelt. Dabei kam unter anderem heraus, daß 5 Nutzer/inner (also 5%) 48,78 Prozent aller gezählten Beiträge der 100 Nutzer/innen geschrieben hatten. (Quelle: Zu einem ähnlichen Befund kommt auch die Studie der Firma Optimal. In dieser Studie (April 1997) wurde ebenfalls herausgefunden, daß innerhalb einer Gruppe von Userss 15 Personen (das sind 0,38%) für 10% des Datentraffics verantwortlich waren. Allein der Hauptnutzer von Usern produzierte 1,5% des gesamten Datenverkehrs. (Quelle: Aufgrund dieser nachweisbaren Nutzungsgewohnheiten ist es nicht weiter verwunderlich, daß auch die Nutzung der dynamischen Dokumente eher passiv stattfindet. René Wojak Stand:

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