Gender & Diversity Praxiskonzepte in Lehre und Studium. Beispiele aus dem Medienlabor der FH-OS. Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 1

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1 Gender & Diversity Praxiskonzepte in Lehre und Studium Beispiele aus dem Medienlabor der FH-OS Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 1

2 Struktur Gender&Diversity! in der Lehre! in der Forschung! in Projekten Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 2

3 Was bedeutet Gender & Diversity für die Mediengestaltung und Medienproduktion? Für alle Designprozesse, egal ob z.b. im Produkt-, Grafik- oder Software- Design, gilt: unterschiedliche Zielgruppen = Tagesgeschäft! detaillierte Zielgruppenanalyse = Voraussetzung für erfolgreiche Gestaltung! Informationen über Alter, Geschlecht, soziale Herkunft, kulturelle Herkunft, Religion, Bildungsstand, Vorwissen, Sprache, Vorlieben, Behinderungen etc. sollten immer in den Designprozess einfließen! Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 3

4 Lehre: Mediengestaltung! Wirkungsanalysen Die Diskussion von Praxisbeispielen ist speziell im Fach Gestaltung ein wichtiges Element. Regelmäßige Wirkungsanalysen: Wie und warum wirkt Design? Welche Assoziationen werden geweckt? Welche Emotionen werden erzeugt? Welche Klischees werden eingesetzt? Welche Wünsche werden geweckt? Welcher Kategorie entspricht das Beispiel?... uvm! u.a. gender&diversity Beispiele Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 4

5 ! Provokation und Schock Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 5

6 ! Was ist Humor? Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 6

7 ! Persliflage und Parodie Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 7

8 ! Einsatz von Klischees Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 8

9 Lehre: Web-Design! Bewusstsein für Barrierefreiheit Barrierefreiheit: Die uneingeschränkte Nutzung von Gegenständen, Gebrauchsgütern, Objekten und Informationen durch alle Menschen über denselben Zugangsweg! Bei den Studierenden muss Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen erzeugt werden! Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 9

10 Lehre: Web-Design! Regeln der Barrierefreiheit Bei der Konzeption und Produktion von Webprojekten sollten die Regeln der Barrierefreiheit eingehalten werden, z.b. Texte skalierbar machen (sehschwache Menschen) Bilder durch alternativen Text beschreiben (blinde Menschen) Navigation über Tastatur ermöglichen (Menschen mit motorischen Störungen, die Probleme bei der Mausbedienung haben) akustische Inhalte zusätzlich durch visuelle Informationen darstellen (gehörlose Menschen)... Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 10

11 Lehre: Softwareenwicklung! Bewusstsein für User Centered Design Designansätze der nutzerzentrierten Gestaltung (ISO 13407, auch HCI: Human Centered Interface Design ) stellen den Nutzer in den Mittelpunkt der Entwicklung Endanwender = das Maß aller Dinge Softwarearchitektur und Interface Design werden u.a. abgeleitet von menschlichen Wahrnehmungs- und Denkprozessen Kommunikationsprozessen Problemlösestrategien Nutzungskontexten konkreten Arbeitsaufgaben...! Bei den Studierenden muss Bewusstsein für Usability von Software und technischen Geräten erzeugt werden! Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 11

12 Exkurs: Brenda Laurel! Mitbegründerin von HCI Die Technologie darf im Umgang mit Computern niemals dominieren, es geht um Menschen. Betrachtet den Computer als Medium, nicht als Werkzeug. Brenda Laurel Ursprünglich Studium der Theaterwissenschaft Seit 80er Jahren: Entwicklerin von interaktiver Software und Computerspielen, Interface-Designerin, Medienwissenschaftlerin und Autorin Heute: Spitzname Technodiva 1991: Buch Computers as Theater! Theater als Vorbild für Mensch-Computer-Interaktion. Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 12

13 Exkurs: Brenda Laurel! Games für Mädchen Forschungsprojekt: Mädchen und Computerspiele Wichtiges Forschungsergebnis: Das Fehlen von echter Handlung und von komplexen, ausbaufähigen Charakteren ist ein Hauptgrund für das mangelnde weibliche Interesse an Computerspielen! Computerspielserie Purpel Moon speziell für Mädchen Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 13

14 Forschung: Usability Lab Um nutzerzentrierte Softwareentwicklung möglich zu machen wird aktuell im Medienlabor ein Usability Lab aufgebaut! Studierende können User bei der Bedienung von Software oder technischen Geräten im Rahmen von systematischen Usability-Tests beobachten und Benutzungsprobleme identifizieren. Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 14

15 Forschung: Usability Messinstrumente Typische Messinstrumente (in Kombination) für Usability-Tests sind: Fragebögen Logfile-Analyse Klickpfadanalyse Videobeobachtung Videokonfrontation Leitfadeninterviews Thinking-Aloud-Methode... Blickverlaufsanalyse bzw. Eyetracking:! Augen verraten, was Benutzer denken! Blickverlauf kann helfen, menschliches Verhalten und Denken zu verstehen Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 15

16 Blickverlaufsanalyse! Tobii Eyetracker! Plug and play Eyetracking (100% automatisches Eyetracking)! Vollständig natürliche Benutzerumgebung! Sehr hohe tracking Qualität und Robustheit Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 16

17 Blickverlaufsanalyse! Anwendungen Das Tobii-System wird für unterschiedlichste Anwendungen eingesetzt:! Design Testing! Verhaltensforschung! Augensteuerung!... Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 17

18 Tobii: Gaze Plot Freitext-Suchfeld wichtiger als Navigationsleiste Großes Bild zieht Blick auf sich Kleine Bilder bleiben unbeachtet Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 18

19 Tobii: Hot Spot Leser scrollen Titel und Absatzanfang werden meistens gelesen Artikel werden selten zu Ende gelesen Aufmerksamkeit lässt nach unten nach Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 19

20 Projektarbeit: DVD KinderCampus Wahlpflichtfach für Medieninformatiker (ca. 15 Studenten) Projektziel: Produktion einer DVD die den KinderCampus dokumentiert Echtes Projekt: Auftrag von Präsidium und Verkauf über die NOZ! Motivation Konzeption, Projektmanagement, und Produktion durch die Studenten Zielgruppe: Kinder zwischen Jahren Professoren coachen und greifen ein wenn es brennt Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 20

21 Teilprojekt: Wettbewerb Kamerakind Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 21

22 Diversity Erfahrungen (unter vielen anderen Erfahrungen) für die Studenten Hineindenken in Zielgruppe: Was sehen Kinder zwischen Jahren im Fernsehen? Ist Sendung-mit-der-Maus-Niveau schon zu kindisch? Mit welcher Sprache erreicht man die Zielgruppe? Welche Musik hört die Zielgruppe? Welche Bilder brauchen wir von den Kindern? Wie filmt man Kinder? Wie interviewt man Kinder? Welches Grafikdesign spricht Kinder an? Wie erklärt man Kindern eine Kamera?... uvm. Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 22

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Prof. Michaela Ramm Fachhochschule Osnabrück 23

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