Geschäftsentwicklung im Überblick

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1 Geschäftsbericht 2012

2 Geschäftsentwicklung im Überblick Bankhaus Lampe Konzern in Mio Bilanzsumme Geschäftsvolumen Forderungen an Kunden Forderungen an Banken Kundeneinlagen Verbindlichkeiten gegenüber Banken Eigenkapital (einschließlich Konzernbilanzgewinn) Zinsüberschuss (einschließlich laufende Erträge) Provisionsüberschuss Eigenhandelsüberschuss Verwaltungsaufwand Konzern-Jahresüberschuss/-Jahresfehlbetrag Zahl der Mitarbeiter

3 Geschäftsbericht 2012

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5 INhalt Inhalt STRATEGISCHE AUSRICHTUNG 6 LAGEBERICHT Geschäftsentwicklung 2012 und Ausblick...16 Risikobericht...24 Tochtergesellschaften und Beteiligungen Wesentliche ereignisse des jahres 36 KONZERNABSCHLUSS 2012 Konzernbilanz...44 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Anhang zum Konzernabschluss Gremien Adressen

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8 Strategische Ausrichtung

9 Strategische Ausrichtung // 7 Strategische Ausrichtung Das Bankhaus Lampe ist eine unabhängige, 1852 in Ostwestfalen gegründete Privatbank. Heute befindet sich die Bank vollständig im Besitz der Familie Oetker und gehört zur Oetker-Gruppe, einem diversifizierten Industrie unternehmen mit eigenständigen Geschäftsbereichen und starken Marken. Das Bankhaus Lampe agiert innerhalb dieser Gruppe als unternehmerisch denkendes und handelndes Finanzinstitut, das seinem exklusiven Kundenkreis mit einem umfassenden und ganzheitlichen Beratungs- und Dienstleistungsangebot zur Verfügung steht. Der industrielle Eigentümerhintergrund prägt die Unternehmensphilosophie, das Risikoverständnis und somit das Geschäftsmodell der Bank, deren Hauptziele einerseits in der risikoadäquaten Eigenkapitalverzinsung sowie der angemessenen Ausschüttung an die Gesellschafter und andererseits im Erreichen einer führenden Position unter den deutschen Privatbanken liegen. Geführt von persönlich haftenden Gesellschaftern verfolgt das Bankhaus Lampe im täglichen Geschäft die Ideale des ehrbaren Kaufmanns. Die Basis bildet ein Wertekanon, dem sich alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bankhaus Lampe verpflichtet fühlen. Die Verlässlichkeit und Berechenbarkeit der Geschäftsausrichtung sowie Kontinuität in der Kundenbetreuung, bei den Mitarbeitern und der Geschäftsführung sind wichtige Bestandteile. Die konsequente Verantwortung für die eigenen Handlungen, die sich unter anderem in der persönlichen Haftung zeigt, fördert Transparenz und schafft Kundenvertrauen. Die Unabhängigkeit von einem Finanzkonzern ermöglicht eine produktneutrale und langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik.

10 8 // Strategische Ausrichtung Das Bankhaus Lampe bietet eine Dienstleistungspalette, die weit über das klassische Bank geschäft hinausgeht. Das Angebot richtet sich an ausgewählte Kundengruppen: Vermögende Privatkunden, Firmenkunden sowie Institutionelle Investoren. Der Fokus liegt auf der individuellen und persönlichen Beratung. Aus den langjährigen und vertrauensvollen Beziehungen zu den Kunden ergibt sich eine gute Kenntnis ihrer Bedürfnisse. Auf dieser Grundlage können für die finanzwirtschaftlichen Fragestellungen der Kunden indivi duelle und angemessene Lösungen entwickelt werden. Unabhängigkeit und persönliche Verantwortung sind dabei wesentliche Unterscheidungsmerkmale im Vergleich zu Wettbewerbern. Bereits in den vergangenen Jahren wurden die Weichen für die zukünftige, nachhaltige Positionierung der Bank gestellt, indem das Beratungsangebot der Bankhaus Lampe Gruppe kontinuierlich ausgeweitet und das Dienstleistungsportfolio angepasst wurde. Drei strategische Eckpunkte sind dabei für das Bankhaus Lampe wesentlich: eine ausreichende Betriebsgröße, eine angemessene Kernkapitalquote sowie ein gesichertes Funding. Zur Sicherung einer ausreichenden Betriebsgröße wurde das Niederlassungsgeschäft in Deutschland schrittweise mit neuen Standorten ausgebaut. Um Kunden eine umfassendere Dienstleistungspalette anbieten zu können, wurden Tochtergesellschaften gegründet und strategische Beteiligungen erworben. Der Ausbau des Kapitalmarktgeschäfts, der im Jahr 2012 noch einmal deutlich forciert wurde, soll einer weiteren Steigerung und Diversifikation der Provisionserlöse dienen. Die im Rahmen der Finanzmarktkrise verschärfte Bankenregulierung wird zu erhöhten Anforderungen an eine angemessene Eigenkapitalausstattung der Banken führen. Das Bankhaus Lampe weist schon heute eine harte Kernkapitalquote von über 13 % auf und übererfüllt damit die Basel III-Vorgabe. Das Konzerneigenkapital stieg auf 239 Millionen 1 und dokumentiert so das Vertrauen der Gesellschafter in ihre Bank. Auch im Jahr 2012 überstiegen die Kundeneinlagen das Kreditvolumen der Bank um ein Mehrfaches. Das ermöglichte eine komfortable Refinanzierung der Bank und führte zu deutlichen Wettbewerbsvorteilen.

11 Strategische Ausrichtung // 9 Die Organisation der Bank orientiert sich an den strategischen Schwerpunkten, um insbesondere mittelständischen Unternehmern eine ganzheitliche Beratung zukommen zu lassen. So wurde das Privat- und Firmenkundengeschäft zu einer organisatorischen Einheit zusammengefasst. In den Niederlassungen betreuen nunmehr Teams, die sich aus Privat- und Firmenkundenberatern zusammensetzen, die Kunden. Mit der Installation einer Erweiterten Geschäftsleitung hat das Bankhaus Lampe seine Präsenz bei Kunden erhöht und gleichzeitig Entscheidungswege beschleunigt. Im Kapitalmarktgeschäft wurde das beratungsbasierte Primärmarkt- mit dem Sekundärmarktgeschäft organisatorisch zusammengefasst. Die Bereiche Equity und Debt Capital Markets wurden in einen Bereich integriert und mit den Einheiten Solutions, Debt Advisory und dem Principal investment Geschäft eng verknüpft. Strategisch fokussiert sich das Bankhaus Lampe auch zukünftig auf die Beratung und Betreuung von drei Kundengruppen (Vermögende Privatkunden, Firmenkunden und Institutionelle Investoren), um das Risiko der Geschäftstätigkeit zu diversifizieren. Jedes Kundensegment soll jeweils mindestens 20 %, höchstens jedoch 40 % zum Bankergebnis beitragen. Wertpapier- und devisenhandel werden grundsätzlich im Kundeninteresse durchgeführt. Der Eigenhandel zählt nicht zu den strategischen Geschäftsfeldern der Bank. Geschäftsfeldstrategie Vermögende Privatkunden Die Beratung anspruchsvoller Kunden bei der Vermögensanlage gehört traditionell zu den Kernkompetenzen einer Privatbank. Das Bankhaus Lampe konzentriert sich an 12 Standorten in Deutschland und einem Standort in Österreich auf die Beratung von Unternehmern, Privatiers und Besitzern großer Familienvermögen. Diesen wird eine individuelle, umfassende und produktunabhängige Betreuung in allen vermögensrelevanten Fragen geboten. Dreh- und Angelpunkt einer guten Geschäftsbeziehung ist das gegenseitige Vertrauen zwischen Kunde und Betreuer. Das Bankhaus Lampe legt besonderen Wert darauf, dass Kunden langjährig und konstant von einem Ansprechpartner begleitet werden. So ergeben sich gewachsene, sehr persönliche und vertrauensvolle Beziehungen, auf deren Basis fundierter Rat in vielfältigen Lebens- und Unternehmenssituationen gegeben werden kann.

12 10 // Strategische Ausrichtung Das Bankhaus Lampe bietet seinen Kunden eine Anlagestrategie, die die langfristige Vermögenssicherung und die kontinuierliche Steigerung des anvertrauten Vermögens nach Inflation und Steuern in den Mittelpunkt stellt. Eine individuelle Vermögensstrategie ermöglicht die Beimischung von Sachwerten oder Alternativen investments und berücksichtigt mögliche unternehmerische Interessen. Zudem erfolgt die Beratung vor dem Hintergrund von Erb- und Nachfolgeplanungen sowie der steuerlichen Situation des Kunden. Ein umfassendes und aussagefähiges Reporting ist ebenso selbstverständlich wie eine transparente und nachvollziehbare Preisgestaltung. Auf Eigenprodukte wird bei der ganzheitlichen Betreuung von Privatkunden konsequent verzichtet. Die Beratung erfolgt in der Regel im Rahmen einer Vermögensverwaltung, bei der Kunden dem Bankhaus Lampe ihre Vermögenswerte zum treuhänderischen Management überlassen. So kann auch den steigenden regulatorischen Anforderungen an die Beratung von Privatan legern begegnet werden. Das Kundeninteresse steht zudem stets im Mittelpunkt, festgehalten in einem mit allen Mitarbeitern vereinbarten Verhaltenskodex.

13 Strategische Ausrichtung // 11 Der ganzheitlichen Beratungsphilosophie wird das Bankhaus Lampe im obersten Segment seiner vermögenden Kunden mit den Dienstleistungen der 100 %igen Tochtergesellschaft Lampe Vermögenstreuhand GmbH gerecht. Diese Tochtergesellschaft ist als unabhängiges Family Office auf die Betreuung komplexer Großvermögen spezialisiert. Die Asset Management Tochter Dale Investment Advisors GmbH in Wien rundet die Anlagemodelle im Bereich absolut Return-Fonds ab und betreut erfolgreich große österreichische Familien- und institutionelle Vermögen. Um der wachsenden Anzahl von Kundenverbindungen ohne Einschränkung des qualitativ hohen Beratungsversprechens gerecht zu werden, wurden erneut die Personalkapazitäten im Kundenbetreuungsbereich verstärkt. Kein Kundenbetreuer des Bankhaus Lampe soll mehr als 60 Kunden betreuen. Über regelmäßige Fortbildungen wird zudem sicher gestellt, dass alle Kundenbetreuer auf dem aktuellen Wissensstand sind und die gesetzlichen Anforderungen an eine anlegergerechte Beratung jederzeit erfüllt werden. Im Geschäftsjahr 2012 war die Beratung durch die Privatkundenbetreuer des Bankhaus Lampe sehr gefragt. In einem schwierigen Marktumfeld konnte die Bank sowohl neue Kunden als auch neue Vermögensverwaltungsmandate gewinnen. Ein wesentliches Akquisitionsargument waren dabei die erzielten Vermögensverwaltungsergebnisse, bei denen die Rendite und das damit einhergehende Risiko besser als die jeweilige Benchmark waren. Aufgrund der allgemeinen Kapitalmarktentwicklung fanden unternehmerische Beteiligungen verstärkt Eingang in die Vermögensallokation der Kunden. Die Spezialisten der Bank begleiteten für Kunden beispielsweise große exklusive Immobilienprojekte in den USA, gewerbliche Immobilieninvestitionen in den Niederlanden und secondary Equity-Fonds.

14 12 // Strategische Ausrichtung Geschäftsfeldstrategie Firmenkunden In den Niederlassungen des Bankhaus Lampe werden im Wesentlichen mittelständische Unternehmen betreut, hauptsächlich in der Umsatzklasse zwischen 20,0 Mio. 1 und 1,0 Mrd. 1. Diesen Unternehmen, darunter viele Familienunternehmen, bietet die Privatbank neben klassischen Bankprodukten, wie etwa Zahlungsverkehr, ein großes Angebot individueller und ganzheitlicher Finanzierungs- und Beratungsdienstleistungen an: hilfestellung bei Änderungen im Gesellschafterkreis, Überlegungen zur Unternehmensnachfolge, Fragen zur Finanzierung von organischem und anorganischem Wachstum, Kosten optimierung auf der Einkaufsseite wie auch bei betrieblichen Aufwendungen, die Abwicklung von Im- und Exportgeschäften bis hin zur Optimierung der Finan zierungsstruktur durch Eigen- und Fremdkapital. Die erfolgreiche Beratung und Unterstützung bei diesen komplexen Fragestellungen setzt ein tiefes Verständnis des Unternehmens und des unternehmerischen Umfeldes voraus und basiert oft auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen den Kundenbetreuern des Bankhaus Lampe und ihren Kunden. Vor allem Basel III hat erheblichen Einfluss auf die Finanzierungsstruktur von Unternehmen. Durch die höhere Eigenkapitalunterlegung bei Banken wird die Bedeutung des Bankkredits abnehmen und andere Finanzierungsformen werden stärkere Beachtung finden müssen. Ebenso wird die Eigenkapitalquote der Unternehmen zunehmen müssen, um mit angemessenen Bilanzrelationen kapitalmarktnahe Produkte in Anspruch nehmen zu können. Vor diesem Hintergrund wurden die Beratungsleistungen des Bankhaus Lampe für Unternehmenskunden im Jahr 2012 deutlich ausgebaut. Auf der Basis von Kapitalstrukturberatungen werden sowohl Eigen- als auch Fremdkapitallösungen mit den Kunden erarbeitet. Mit dieser Erweiterung des Produktangebots geht auch eine Ausweitung der Zielkundengruppen einher: Diese Leistungen werden nun auch größeren börsennotierten deutschen Unternehmen angeboten. Hierdurch kann das Bankhaus Lampe künftig noch flexibler auf Marktherausforderungen reagieren und für seine Unternehmenskunden neue Chancen jenseits einer Kreditfinanzierung erschließen. Das Bankhaus Lampe positioniert sich so als unabhängiger Mittler zwischen Unternehmen und Kapitalmarkt.

15 Strategische Ausrichtung // 13 Geschäftsfeldstrategie Institutionelle Kunden Der Kreis der Institutionellen Kunden des Bankhaus Lampe umfasst Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften, Versorgungswerke, Pensionskassen, Stiftungen, Verbände, Unternehmen, kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen sowie Kreditinstitute und Vermögensverwalter. Die Betreuung und Beratung dieser kapitalmarktaffinen Kundengruppe ist beim Bankhaus Lampe bei den Bereichen Financial und Capital Markets sowie der 100 %igen Tochtergesellschaft Lampe Asset Management GmbH verankert. Der Bereich Financial Markets bietet Institutionellen Kunden, nach individuellen Vorgaben und anforderungsprofilen, die Direktanlage in Aktien und Renten sowie in den dazu gehörenden derivativen Produkten an. Besondere Aktienexpertise besteht neben den deutschen Standardwerten in den mittelgroßen Werten des deutschen Marktes (MDAX, SDAX und techdax). Das Spektrum im Rentengeschäft umfasst in- und ausländische Inhaber- und Namenspapiere, Schuldscheindar lehen, ausgesuchte Unternehmens - an leihen sowie strukturierte Anleiheprodukte. Die Vermögensverwaltung für Institutionelle Anleger wird von der Lampe Asset Management GmbH angeboten. Institutionelle Anleger in Großbritannien werden von der Lampe Capital UK mit Sitz in London bei der Portfolio allokation in deutschen Aktien beraten.

16 14 // Strategische Ausrichtung Im Geschäftsjahr 2012 konnte der Bereich Institutional Sales seine Marktposition und -akzeptanz weiter ausbauen. Sowohl die Anzahl der betreuten Kunden als auch die Geschäfts umsätze und Erträge wurden erneut gesteigert. Der Austausch zwischen Kunden und Unternehmen konnte durch bundesweit stattfindende Roadshows mit Unternehmen und Analysten intensiviert werden. Die jährliche Bankhaus Lampe-Investorenkonferenz in Baden-Baden gehört inzwischen zu den etablierten Konferenzen dieser Art in Deutschland. Der Ausbau des Research ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erhöhung der Platzierungskraft der Bank. Mit ca. 200 analysierten Werten deckt das Bankhaus Lampe nahezu das gesamte Spektrum börsennotierter deutscher Unternehmen ab und ist somit eines der führenden Brokerhäuser für Aktien in Deutschland. Durch den Ausbau des Sales Trading und die Aufnahme des Designated Sponsoring vervollständigt die Bank ihr Angebot und stärkt ihre Rolle als verlässlicher Kapitalmarktpartner. Der Bereich Fixed Income Sales konnte trotz eines weiterhin auf historischen Tiefständen handelnden Marktes gute Ergebnisse erzielen. Der nachhaltige Ansatz, den das Fixed Income Sales Trading-Team durch eine intensive und partnerschaftliche Kundenansprache verfolgt, liefert das Fundament für kontinuierliche und stabile Erträge. Mit dem Ausbau der Geschäftsaktivitäten sowohl auf der Renten- als auch der Aktienseite etabliert sich das Bankhaus Lampe als eine der führenden deutschen adressen in der Betreuung Institutioneller Investoren im In- und Ausland. Die Lampe Asset Management GmbH ist mit ihrer konservativen Investmentpolitik im aktuellen Umfeld ebenfalls hervorragend positioniert. Wesentliche Leistungselemente sind die traditionell vorhandene Stärke im Bereich festverzinslicher Wertpapiere sowie die gezielt ausgebaute Kompetenz auf der Aktienseite. Absolute Return-Produkte als kapitalerhaltende Strategie und damit einhergehend die Investmentkompetenz im Rohstoffsegment werden vor dem Hintergrund des aktuellen Kapitalmarktumfelds ebenfalls vertieft. Ziel des eingeschlagenen Wachstumskurses ist es, die Anzahl der Kunden sowie die Assets under Management zu steigern, den Marktanteil auszuweiten und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. dieses wird durch den weiteren Ausbau von Vertriebsund Kundenbetreuungskapazitäten unterstützt.

17 Strategische Ausrichtung // 15 Strategische Perspektive der Bank Im Jahr 2012 konnte das Bankhaus Lampe seine Ergebnisse weiter steigern. Die erreichten Zahlen bestätigen die strategische Ausrichtung der Bank. Auch in den kommenden Geschäftsjahren sind die Perspektiven für eine inhabergeführte Privatbank vielversprechend, denn sie bilden das natürliche Gegenstück zu den großen und anonymen Finanzinstituten. Die persönliche haftung der geschäftsführenden Gesellschafter stellt eine verantwortungsvolle und risikobewusste Unternehmensführung in den Vordergrund. Die Nachfrage nach unabhängiger Beratung wird insbesondere in turbulenten wirtschaftlichen Zeiten hoch bleiben. Der vollständige Verzicht auf das Angebot eigener Produkte unterstreicht die Glaubwürdigkeit und Objektivität. Wie für alle Unternehmen der Oetker-Gruppe steht die einwandfreie reputation der Marke Bankhaus Lampe im Mittelpunkt.

18 Geschäftsentwicklung und Ausblick

19 Geschäftsentwicklung und Ausblick // 17 Geschäftsentwicklung 2012 und Ausblick Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft durchläuft seit Sommer 2011 eine konjunkturelle Schwächephase. Nach dem globalen anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 3,9 % im Jahr 2011 hat die Wachstumsdynamik im Jahr 2012 nachgelassen und betrug 3,1 %. Vor allem in den Industrieländern wurden die zyklischen Hochpunkte beim Bruttoinlandsprodukt von 2008 zumeist nicht erreicht. Für 2013 wird eine moderate Zunahme des weltwirtschaftlichen Wachstumstempos auf 3,4 % erwartet. Die weltwirtschaftliche Erholung wurde 2012 vor allem durch sich zuspitzende Staatsschuldenkrisen gebremst. Das dadurch schwindende Vertrauen verhinderte insbesondere im Euroraum, dessen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2012 um 0,5 % geschrumpft ist, eine nachhaltige Konjunkturerholung. Das Eingreifen der EZB konnte allerdings die Sorgen vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion senken und somit Schlimmeres verhindern. Insgesamt kam es im 4. Quartal 2012 zu einer Stabilisierung der Stimmungsindikatoren. Auch 2013 werden der anhaltende Haushaltskonsolidierungszwang und die notwendigen Strukturreformen voraussichtlich das BIP-Wachstum belasten, so dass im Euroraum von einer Stagnation auszugehen ist. Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland stellte eine positive Ausnahme unter den Euroländern dar. Im Jahr 2012 wurde ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,7 % erreicht, positive Wachstumsbeiträge lieferten hier vor allem der Konsum und der Außenhandel. Im Zuge nachlassender Systemängste im Zusammenhang mit der Währungsunion dürften sich die konjunkturellen Auftriebskräfte 2013 stärker durchsetzen und zu einem BIP-Wachstum in Höhe von 0,9 % beitragen.

20 18 // Geschäftsentwicklung und Ausblick Die Inflationsraten verharrten zu Jahresbeginn 2012 zunächst auf erhöhtem Niveau, ehe sie im Laufe des Jahres nachgaben. Im Euroraum lag die Rate mit 2,2 % im Dezember noch über dem Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Vor allem die Energiepreisentwicklung verhinderte einen stärkeren Rückgang. Ein deutlicher Anstieg der Kerninflation steht vor dem Hintergrund der für 2013 trüben wirtschaftlichen Perspektiven in den meisten Industrieländern nicht bevor. Die Inflationsprognose für das Jahr 2013 liegt für den Euroraum bei 1,9 % und für Deutschland bei 2,0 %. Die Geldpolitik war in den Industrieländern in 2012 nach wie vor stark expansiv ausgerichtet. Die EZB hat ihren Expansionsgrad durch unkonventionelle Maßnahmen weiter gesteigert und näherte sich zunehmend der amerikanischen Notenbank (Fed) und der Bank of England an. Allgemein dürften die Notenbanken an ihrer Nullzinspolitik festhalten und damit die Staatsentschuldung mittels Finanzieller Repression weiter vorantreiben. Die Sorge der Investoren über ein Auseinanderbrechen der Europäischen Währungsunion führte auch in 2012 zu einer starken Nachfrage nach Bundesanleihen als safe haven. In Folge sank die Rendite der 2-jährigen Bundesanleihe zeitweise unter 0 % (-0,09 % am ). Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe erreichte ebenfalls im Juli ( ) mit 1,16 % einen neuen historischen Niedrigstand. In der zweiten Jahreshälfte stiegen die Renditen zwar wieder, notierten insgesamt aber nicht weit von ihren Tiefständen. Gleichzeitig führte die Bereitschaft der EZB, Staatsanleihen zu kaufen, zu einem deutlichen Renditerückgang bei anderen Staatsanleihen der Eurozone. In 2013 könnten die zunehmenden Haftungsrisiken Deutschlands stärker in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Die Prognosen für die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe liegen somit 2013 auf 3- und 12-Monatssicht bei 1,6 % und 1,9 %. Die EWU-Staatsschuldenkrise war in 2012 auch der zentrale Einflussfaktor für die Entwicklung des Euros. Im Zuge der von Marktspekulationen begleiteten ersten Jahreshälfte schwächte sich der Euro gegenüber nahezu allen Währungen ab. Gegenüber dem Dollar erreichte der Euro Ende Juli 2012 mit knapp 1,21 US-Dollar sein Jahrestief. Bedingt durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und die Bereitschaft der EZB zu unlimitierten Staatsanleihekäufen festigte sich die Gemeinschaftswährung in der zweiten Jahreshälfte 2012 auf einem Niveau um 1,30 US-Dollar. Auch 2013 wird die Staatsschuldenkrise im Euroraum voraussichtlich der dominierende Faktor für den Euro/US-Dollar Wechselkurs sein. Auf Sicht von drei und zwölf Monaten dürfte der Euro bei 1,30 US-Dollar bzw. 1,33 US-Dollar notieren. Die Entwicklung der Aktienmärkte wurde 2012 durch die Staatsschuldenkrise und die damit einhergehenden Unsicherheiten belastet. Die geldpolitischen Stützungsmaßnahmen der EZB und die Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts zum ESM führten jedoch ab September 2012 zu kontinuierlichen Kurssteigerungen. Hierzu trugen auch der aufgrund der Niedrigzinsen bestehende Anlagemangel und die gestiegene Liquidität bei. Der Jahresschlussstand des DAX lag bei Punkten. Per Ende 2013 liegt das Kursziel bei Punkten. Markt- und Branchenumfeld Die jüngsten volkswirtschaftlichen Entwicklungen haben weitreichende Auswirkungen auf den Markt für Finanzinstitute. Dieser Markt ist seit dem Ausbruch der Finanz krise im Jahr 2007 geprägt von Instabilität, einem abnehmenden Ertragspotenzial in nahezu allen operativen Geschäftsfeldern, Kapitalproblemen und einer stetig intensiver werdenden Regulierung. Darüber hinaus erleben Finanzinstitute wie kaum eine andere Branche eine tiefgreifende Vertrauenskrise.

21 Geschäftsentwicklung und Ausblick // 19 Entsprechend müssen Banken ihre Geschäftsmodelle an die neuen Begebenheiten und die geänderte Kundennachfrage anpassen. Zahlreiche Institute sind gezwungen, Geschäftszweige aufzugeben oder zu verkleinern. Einzelne Bankgeschäftsmodelle erodieren sogar vollständig, so dass sich Institute nicht mehr am Markt halten können. Banken, die ein klares Profil und eine nachhaltige Finanzierungsstruktur haben, können hingegen im derzeitigen Marktumfeld deutliche Vorteile erzielen. Der Privatbankenmarkt befindet sich ebenfalls im Wandel. Die zunehmende Regulierung belastet die oftmals kleinen bis mittelgroßen Institute merklich. Zudem bleibt der Wettbewerb im deutschen Private Banking- Markt weiter intensiv. Geschäftsentwicklung des Bankhaus Lampe Konzerns 2012 Die Bankhaus Lampe Gruppe konnte sich im Jahr 2012 trotz der erneut herausfordernden Lage an den Finanzmärkten gut im Marktumfeld behaupten. Die Bank hat sich bereits frühzeitig mit den Marktgegebenheiten auseinandergesetzt und für die weitere strategische Entwicklung drei zentrale Herausforderungen identifiziert und adressiert: eine ausreichende Betriebsgröße, ein gesichertes Funding sowie eine angemessene Kernkapitalquote. In den vergangenen Jahren wurden bereits erste Schritte unternommen, um die Bank nachhaltig zu positionieren. In 2012 wurde auf Basis der strategischen Überlegungen eine Neuausrichtung der Führungs- und Organisationsstruktur der Bank eingeleitet. Ziel war eine engere, kundengruppenübergreifende Zusammenfassung des Niederlassungsgeschäfts und der Ausbau des kapitalmarktorientierten Geschäfts. Die Umsetzung der beschlossenen Reorganisation war das zentrale strategische Projekt des Jahres 2012 und wird auch im Jahr 2013 ein Schwerpunkt bleiben. Wertentwicklung der wichtigsten Aktienindizes pro Jahr in % DAX 23,8 16,1 29,1 MDAX 34,0 34,9 33,9 Euro-Stoxx 50 21,1 19, , , ,8-17, ,4-43,2-44,3

22 20 // Geschäftsentwicklung und Ausblick In der Geschäftstätigkeit fokussiert sich die Bank weiter hin auf die Beratung und Betreuung der drei Zielkundengruppen Vermögende Privatkunden, Firmen- und Institutionelle Kunden. Durch die Reorganisation können die Kunden der Bank umfassender beraten werden, zudem wurde die Kapitalmarktexpertise erhöht. Die harte Kernkapitalquote hat sich durch die Thesaurierung des Jahresüberschusses 2011 auf über 12 % erhöht. Nach der geplanten Thesaurierung des Jahresüberschusses 2012 wird diese Quote auf über 13 % ansteigen. Die Jahresabschlusszahlen spiegeln das gute Geschäftsjahr 2012 wider. Entwicklung der Bilanzzahlen Die Konzernbilanzsumme des Bankhaus Lampe lag am 31. Dezember 2012 mit Mio. geringfügig über dem Vorjahresniveau i.h.v Mio.. Die Forderungen an Kunden bewegten sich zum 31. Dezember 2012 mit Mio. planmäßig leicht unter dem Vorjahresniveau i.h.v Mio.. Damit hat das Kreditvolumen eine Größenordnung erreicht, die einerseits eine hinreichende Risikostreuung erlaubt, aber andererseits auch in die Risikotragfähigkeit einer Privatbank angemessen hineinpasst. Grundsätzlich steht für die Geschäftstätigkeit der Bankhaus Lampe KG das Beratungsgeschäft im Fokus, so dass die eingeschlagene Wachstumsstrategie sich nicht in einer wesentlichen Ausweitung der Bilanzsumme niederschlagen soll. Geschäftsvolumen / Bilanzsumme in Mio. 1 Geschäftsvolumen Bilanzsumme

23 Geschäftsentwicklung und Ausblick // 21 Die Kundeneinlagen sind zum 31. Dezember 2012 geringfügig auf Mio. gestiegen (Vorjahr Mio. ). In Anbetracht eines Umfelds, in dem zahlreiche Kreditinstitute dem Vertrauensverlust von Anlegern ausgesetzt sind, zeigt der Anstieg der Einlagen das anhaltende Vertrauen der Kunden gegenüber dem Bankhaus Lampe. Mit einem Anteil an der Bilanzsumme i.h.v. 79 % sind die Kundeneinlagen die wichtigste Refinanzierungsquelle und überdecken das Kreditgeschäft der Bankhaus Lampe KG deutlich. Ihr insgesamt hoher Anteil verdeutlicht die Solidität der Bilanzstruktur. Das bilanzielle Eigenkapital stieg durch Zuführung des Jahresüberschusses 2011 i.h.v. 18 Mio. auf 218 Mio. und betrug damit 7,0 % der Bilanzsumme (Vorjahr 6,5 %). Entwicklung der Ergebniszahlen Der Zinsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig gesunken (56,9 Mio. gegenüber 60,8 Mio. in 2011). Ursächlich sind hier hauptsächlich die zinspolitischen Rahmenbedingungen. Im Einlagengeschäft lassen sich vor dem Hintergrund der niedrigen Marktzinsen und der konservativen Geldanlage des Bankhaus Lampe nur geringe Margen erzielen. Die laufenden Erträge aus Aktien und Beteiligungen sind um 3,6 Mio. auf 10,1 Mio. gesunken. Das Nettoergebnis des Handelsbestandes war im Geschäftsjahr per Saldo nahezu unverändert (8,2 Mio. ggü. 8,6 Mio. in 2011). Wie im Vorjahr wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine gesetzlich vorgeschriebene Reserve nach 340g HGB i.v.m. 340e Abs. 4 HGB in Höhe von 1,0 Mio. (Vorjahr 0,9 Mio. ) aus dem Nettoertrag aus Handelsgeschäften dotiert, die künftig als zusätzliche Risikodeckungsmasse zur Verfügung steht. Zum 31. Dezember 2012 wurde ein positives Bewertungsergebnis i.h.v. 5,2 Mio. (Vorjahr 12,0 Mio. ) ausgewiesen. Darin enthalten ist ein Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft i.h.v. -7,1 Mio., das sich aus Nettozuführungen zu Einzelwertberichtigungen, Rückstellungen, Abschreibungen und Veränderungen bei Pauschalwertberichtigungen zusammensetzt. Das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren der Liquiditäts reserve weist per Saldo einen Ertrag in Höhe von 12,3 Mio. aus. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 2,5 Mio. auf 9,5 Mio. resultiert insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen i.h.v. 5,4 Mio. (Vorjahr 2,5 Mio. ). Der durch das Wertpapiergeschäft dominierte Provisionsüberschuss ist mit 70,8 Mio. gegenüber 78,9 Mio. im Vorjahr gesunken. Hier belasten vor allem die anhaltenden Unsicherheiten über die weiteren wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen die Investitionsbereitschaft der Kunden. Die daraus resultierende Zurückhaltung führte im Geschäftsjahr 2012 zu einem rückläufigen Geschäftsvolumen bei Wertpapiergeschäften. Weiterhin stark nachgefragt wurden Sicherungsgeschäfte (Zins- und Währungsmanagement).

24 22 // Geschäftsentwicklung und Ausblick Die Personal- und Sachaufwendungen inklusive der Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind im Geschäftsjahr 2012, insbesondere durch einen wachstumsbedingten Anstieg der Personalkosten bei der Bank von 112,2 Mio. auf 117,2 Mio. und damit um 4,5 % gestiegen. Insgesamt lag der Fokus des vergangenen Geschäftsjahres auf der Reorganisation der Bank und dem Aufbau des neuen Geschäftsfeldes Capital Markets & Advisory. Unter diesem Gesichtspunkt verzeichnete die Bankhaus Lampe KG vor allem einen Anstieg der Mitarbeiterzahl und damit einhergehend der Personalkosten. Darüber hinaus wurde die Modernisierung der IT-Infrastruktur der Bank weiter vorangetrieben. Aufgrund von bereits umgesetzten Effizienzmaßnahmen hielt der anstieg der Sachkosten sich per Saldo im vertretbaren Rahmen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (4,6 Mio. ) sind gegenüber dem Vorjahr nahezu auf gleichem Nive au geblieben. Die Bankhaus Lampe KG hat auch im Geschäftsjahr 2012 die angesetzten Standardrisikokosten nicht benötigt. Zu dieser Tatsache haben eine gute Kreditportfoliobonität und die zufriedenstellende konjunkturelle Lage beigetragen. Allen erkennbaren Risiken wurde frühzeitig durch ausreichende Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen, die sämtlich aus dem operativen Ergebnis der Bank abgedeckt wurden. Ebenso wurden die offenen und stillen Reserven nach 340f und 340g HGB weiter deutlich aufgestockt. Der ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 21,0 Mio. und ist damit gegenüber dem Vorjahresgewinn i.h.v. 18,0 Mio. um 16,7 % angestiegen. Es ist vorgesehen, diesen im Rahmen eines Schütt-aus-hol-zurück-Verfahrens zur weiteren Stärkung des Kernkapitals zu verwenden. Zins-, Provisions- und Eigenhandelsüberschuss in Mio. 1 Zinsüberschuss einschließlich lfd. Erträge Provisionsüberschuss Eigenhandelsüberschuss

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