Gestaltung der therapeutischen Beziehung

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1 Gestaltung der therapeutischen Beziehung Seminar: VT bei depressiven Störungen Dozentin: Dipl. Psych. C. Kuhn Referenten: Elisabeth Hahn Miriam Storz Franziska-Sophie Wach

2 Gliederung Allgemeine Hinweise zur therapeutischen Beziehung Funktion Wünschenswerte Therapeutenmerkmale Interaktionsverhalten Depressiver Charakteristik Auswirkungen Häufige Fehler und Fehleinschätzungen Wie geht es besser? Optimaler Fall

3 Allgemeine Bedeutung 2 Funktionen der therapeutischen Beziehung Voraussetzung für therapeutisches Handeln Entscheidender Wirkfaktor In Abhängigkeit von der Problematik des Patienten und den individuellen Zielen der Therapie steht jeweils eine Funktion im Vordergrund Therapeutische Beziehung und Technik wirken gemeinsam

4 Allgemeine wünschenswerte Therapeutenmerkmale Wärme Fürsorge und Interesse am Patienten Empathie Fördert die therapeutische Zusammenarbeit Aufrichtigkeit/Ehrlichkeit Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen Grundlegendes Vertrauen Führt zu positiver Übertragung, welche Fortschritte begünstigt Wichtig: Das richtige Maß finden!

5 Allgemeine Hinweise Die individuellen Grenzen und Möglichkeiten des Patienten müssen berücksichtigt werden Spezifische Beziehungsgestaltung ist erforderlich Abhängig von: Störungsbild individuellem Beziehungsangebot des Patienten Stadium der Therapie Spezifische Situation Persönlichkeit des Therapeuten großer Entscheidungs- und Handlungsspielraum

6 Interaktionsverhalten Depressiver Gliederung in drei Grundmuster: Appellationsverhalten Hostilitätsverhalten Deprivationsverhalten Qualität der therapeutischen Beziehung wird beeinflusst Prägt die gesamte therapeutische Atmosphäre

7 Appellationsverhalten Beschreibt das Klagen über psychisches und somatisches Leid, Unfähigkeit der eigenen Person, Hilflosigkeit, Minderwertigkeit, bis hin zu suizidalen Äußerungen. Patient wirkt: Hilflos Schwach Klein Unfähig Desorientiert Kindlich

8 Auswirkungen... des Appellationsverhaltens in der Eingangsphase...auf die Befindlichkeit des Therapeuten Mitgefühl Sorge Verantwortung Überfürsorglichkeit Überengagement Oder Gefühl, vereinnahmt zu werden Überforderung Hilflosigkeit...auf das therapeutische Verhalten Aktionismus Vorzeitige Veränderungsversuche Verhalten wirkt getrieben und mangelhaft reflektiert Oder Vorzeitiges, resigniertes Aufgeben des Patienten Übernahme der gestörten Sichtweise des Patienten

9 Hostilitätsverhalten Beschreibt fordernd anklagendes Verhalten, Reizbarkeit, Ablehnung und mangelnde Kooperation. Patient wirkt: Misstrauisch Feindselig Unfreundlich Querulatorisch Agitiert Ungnädig

10 Auswirkungen... des Hostilitätsverhaltens in der Eingangsphase...auf die Befindlichkeit des Therapeuten Innere Unruhe Ärger Gereiztheit Beleidigt sein Enttäuschung Kalte Aggression Latente bis offene Feindseligkeit...auf das therapeutische Verhalten Verlust der Empathie Zurückschießen Flucht in stereotype, vorgefertigte Maßnahmen Konfrontation und Maßregelung als Folge persönlichen Beleidigtseins Zunehmende Vermeidungstendenzen

11 Deprivationsverhalten Beschreibt apathisches Verhalten, Interessenverlust, Lustlosigkeit, Initiativlosigkeit und allgemein verlangsamte Reaktionen. Patient wirkt: Müde Gelangweilt Abwesend Lustlos Typisch depressiv

12 Auswirkungen... des Deprivationsverhaltens in der Eingangsphase...auf die Befindlichkeit des Therapeuten Unlust Ermüdung Motivationsverlust Indifferenz Oder Innere Ablehnung gegenüber dem Patienten...auf das therapeutische Verhalten Fordern bis zur Überforderung Provozieren Antreiben Oder Zunehmende Abwendung

13 Häufige Fehler und Fehleinschätzungen 1. Überforderung des Patienten: Zu schnell zu viel Therapie Bestreben sofort zu helfen Direkte Interventionen und Interpretationen Problem: Patient hat nicht die notwendige Kraft Beziehung ist noch nicht gefestigt Patient kann seine Probleme nicht realisieren Direkte therapeutische Interpretationen führen zu Bestätigung des negativen Selbstbildes Lage von Depressiven wird nicht berücksichtigt

14 Häufige Fehler und Fehleinschätzungen 2. Körperliche Beschwerden nicht ernst nehmen: Als Somatisierung abgetan Bagatellisieren oder Ignorieren Ausweichen vor echten Problemen Problem: Beschwerden sind real und Teil der depressiven Symptomatik Überforderung kann zu einer Verschlimmerung führen Bedürfnis des Patienten wird nicht erkannt

15 Häufige Fehler und Fehleinschätzungen 3. Negative Bewertung des Depressiven Der Patient ist unmotiviert Er will in Wirklichkeit nichts ändern Er ist ein unkooperativer Mensch Er will, dass es ihm schlecht geht. Der braucht das Problem: Verhalten des Patienten gehört zu seinen Symptomen und ist nicht böswillig!

16 Wie geht es besser...? Schwerpunkte der Eingangsphase Dem Patient einen geordneten Rahmen geben Therapeut als professionelle Stütze Gelegenheit geben seine Situation darzustellen Patient fühlt sich verstanden und respektiert Grundlage der Fehleinschätzungen des Patienten verstehen Gedanken des Patienten ordnen und strukturieren Patient hat den Eindruck seine Probleme klarer zu sehen Probleme nach Dringlichkeit und Schwierigkeitsgrad ordnen (Sektorisierung) Verhindert vorschnelle Interventionen

17 Wie geht es besser...? Schwerpunkte in der Eingangsphase In die Lage des Patienten versetzen Kann den Patienten in emotionaler Hinsicht entlasten Patienten Informationen geben über die Krankheit Vermittelt dem Patienten Hoffnung und zeigt, dass er nicht alleine ist Den Patienten akzeptieren, ohne zu bewerten Entlastet den Patienten Informationen einholen, besonders über suizidalen Zustand Gewährleistet, dass der Patient umfassend behandelt wird

18 Optimaler Fall: Patient: - Hat herzliche Gefühle gegenüber dem Therapeuten - Glaubt optimistisch, dass ihm geholfen wird - Ist dankbar, fühlt sich sicher beim Therapeuten - Freut sich auf die Therapie Therapeut: - Mitgefühl, Interesse, Wunsch zu helfen, Genugtuung darüber, dem Patienten helfen zu können

19 Quellen Hoffmann, N. & Hofmann, B. (2001).Verhaltenstherapie bei Depressionen. Lengerich: Pabst Science Publishers. Schulz, W. (1994).Therapeut-Patient- Beziehung. In: Linden, M. & Hautzinger, H. Verhaltenstherapie. S Heidelberg: Springer-Verlag. Beck, A. (2001). Kognitive Therapie der Depressionen. Beltz Taschenbuch.

20 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

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