Dezember Klimabulletin Dezember MeteoSchweiz. Rekordwärme im Tessin und im Oberengadin. Bis Weihnachten extrem mild und sonnenarm

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1 Dezember 2014 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Januar 2015 Im Tessin und im Oberengadin brachte der Dezember regional Rekordwärme. Landesweit gemittelt gehört er zu den zehn wärmsten Dezembermonaten seit Messbeginn vor 151 Jahren. Der Monat war ausgesprochen trocken mit verbreitet nur etwas mehr als der Hälfte der normalen Niederschlagsmengen. Die Sonnenscheindauer blieb in den meisten Gebieten unterdurchschnittlich. Zum Monatsende sorgte ein kräftiger Wintereinbruch für eisige Kälte und Schnee bis in tiefe Lagen. Rekordwärme im Tessin und im Oberengadin In Lugano stieg die Dezembertemperatur 2.6 Grad über die Norm , so hoch wie noch nie seit Messbeginn Im bisherigen Rekorddezember 1953 lag der Wert 2.2 Grad über der Norm. Locarno-Monti registrierte mit einem Überschuss von 2.5 Grad die zweithöchste Dezembertemperatur. In der seit 1883 verfügbaren Messreihe brachte nur der Dezember 1974 ein höheres Monatsmittel mit 3.0 Grad über der Norm. Am Messstandort Samedan im Oberengadin brachte der Dezember den enormen Rekordüberschuss von 4.5 Grad im Vergleich zur Norm Deutlich tiefer mit 3.7 Grad lag hier der Wert im zweitplatzierten Dezember Am Messstandort Segl-Maria wurde mit 2.1 Grad über der Norm der viertwärmste Dezember aufgezeichnet. Die Messreihen Samedan und Segl-Maria reichen bis 1864 zurück. Bis Weihnachten extrem mild und sonnenarm Überwiegend milde West- und Südwest-Strömungen bescherten der Schweiz bis am 25. Dezember meist frühlingshafte Temperaturen, am 8. bis 10. kurz unterbrochen von durchziehender Höhenkaltluft mit etwas Schneefall bis in die Niederungen auf der Alpennordseite. Ab dem zweiten Monatsdrittel lagen die Tagesmitteltemperaturen bis Weihnachten in der ganzen Schweiz oft 3 bis 8 Grad über der Norm Im Tessin, im Engadin und im Wallis war bereits das erste Monatsdrittel extrem mild mit verbreitet 3 bis knapp 6 Grad über der Norm. Der Messstandort Plaffeien auf 1042 m ü.m. verzeichnete am 23. den wärmsten Dezembertag seit 25 Jahren. Die Tagesmitteltemperatur erreichte 11.6 Grad. Höher lag hier die Tagesmitteltemperatur letztmals am 16. Dezember 1989 mit 12.7 Grad. Auf der Alpennordseite zeigte sich der Dezember bis am 18. ausgesprochen sonnenarm und oft regnerisch. Im Tessin und Engadin war es hingegen zwischen dem 6. und 12. Dezember recht sonnig. Sonnenschein gab es dann überall vom 19. bis am 23., auf der Alpensüdseite auch am 25. und 26. Dezember. Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

2 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Schnee lag bis Weihnachten meist nur oberhalb von 1000 bis 1500 m ü.m., und auch dort nur in unterdurchschnittlichen Mengen. Gemäss dem Schnee- und Lawinenforschungsinstitut Davos erreichte die alpine Schneedecke kurz vor Weihnachten verbreitet erst 30 bis 60 Prozent der normalen Höhe. Annähernd normale Schneeverhältnisse gab es nur in den Walliser Südtälern mit 60 bis 90 Prozent der normalen Schneehöhen. Kräftiger Wintereinbruch aufs Monatsende Mit Kaltluft aus Nordwesten und später aus Norden kippte die Witterung ab dem 26. Dezember innerhalb von zwei Tagen von extrem mild auf winterlich kalt. Die Tagesmitteltemperaturen fielen überall 1 bis 3 Grad unter die Norm , am 27. auch im Südtessin. In Gipfellagen sanken die Tagesmitteltemperaturen gar 5 bis über 9 Grad unter die Norm Auf der Alpennordseite fiel vom 26. bis am 30. Schnee bis ins Flachland. Lokal waren es Neuschneesummen zwischen 30 bis 50 cm. In höheren Lagen entlang des Alpennordhanges sowie im Jura gab es Summen von 50 bis 85 cm. Am 30. Dezember wurden in Zürich am ehemaligen MeteoSchweiz-Standort eine Schneehöhe von 30 cm gemessen. Das ist der höchste Dezember-Wert seit 1949, als mit den Messungen an diesem Standort begonnen wurde. Vor 1949 erfolgten die Messungen weiter unten im Stadtgebiet, weshalb ein Vergleich weiter zurück schwierig ist. Am Messstandort St. Gallen lag am 31. Dezember eine 56 cm mächtige Schneedecke, der zweithöchste Dezember-Wert seit Aufnahme der Messungen an diesem Standort. Der höchste Dezember-Wert von 58 cm stammt aus dem Startjahr In der kalten Luft und mit aufklarendem Himmel sank die Minimum-Temperatur im Mittelland am Morgen des 29. Dezember lokal auf extrem tiefe Werte. In Hallau im Kanton Schaffhausen fiel sie auf 21.1 Grad. Das ist an diesem Messstandort der weitaus tiefste Dezemberwert in der über 50jährigen Messreihe. Aber auch sonst gab es hier nur vier Wintertage, alle aus einem Januar, welche noch etwas tiefere Werte brachten. Die tiefste Temperatur mit 24.8 Grad stammt vom 9. Januar Auch am Messstandort Zürich-Kloten sank die Temperatur am frühen Morgen des 29. Dezember auf einen ungewöhnlich tiefen Dezemberwert von 17.5 Grad. Vergleichbar tiefe Dezemberwerte wurden in der über 50jährigen Klotener Messreihe nur am 20. Dezember 1981 mit 17.6 Grad und am 30. Dezember 1964 mit ebenfalls 17.5 Grad aufgezeichnet. Für nur wenig später liegende Zeitpunkte gibt es allerdings noch deutlich tiefere Messwerte, so vom 2. Januar 1971 mit 18.3 Grad und vom 5. Januar 1985 mit 21.7 Grad. Wirklich eisige Verhältnisse herrschten aber in La Brévine im Jura mit knapp 30 Grad. Für diesen Standort ist dies allerdings kein extrem tiefer Dezemberwert. Sehr später Nadelfall der Lärchen und bereits vereinzelt blühende Haselsträucher Vielerorts fielen die Lärchennadeln in diesem Jahr erst im Dezember mit 1-3 Wochen Verspätung (Vergleichsperiode ). Auch die letzten Buchen verloren ihre Blätter erst im Dezember mit einer Verspätung von 2-4 Wochen auf das Mittel von Gründe für diesen späten Nadel- und Blattfall waren die milden Temperaturen und fast keine Frostereignisse und Herbststürme während des ganzen Herbstes. Die milden Temperaturen bis Weihnachten beeinflussten auch weitere Pflanzen. Einzelne Knospen der Forsythien trieben Blüten, Löwenzahn und Veilchen wurden beobachtet und sogar erste Haselsträucher begannen zu blühen, beispielsweise am 20. Dezember in der Nähe von Stein (AG) und in Aarau.

3 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Monatsbilanz Die Dezembertemperatur lag verbreitet 1 bis 2 Grad über der Norm Auf der Alpensüdseite, im Engadin sowie im Zentral- und Oberwallis erreichten die Überschüsse meist 2 bis 3.5 Grad. In Gipfellagen im Jura und in den Alpen bewegte sich das Monatsmittel im Bereich der Norm. Der Monat war ausgesprochen trocken. Verbreitet erreichten die Niederschlagssummen nur 50 bis 80 Prozent der Norm In der Westschweiz, auf der Alpensüdseite und im Engadin fielen regional sogar nur 30 bis 40 Prozent der normalen Mengen. Die Sonnenscheindauer blieb in den meisten Gebieten deutlich unterdurchschnittlich mit nur 50 bis 80 Prozent der Norm Eine normale oder überdurchschnittliche Sonnenscheindauer zeigte das nördliche Flachland vom Genfersee bis zum Bodensee mit 100 bis 140 Prozent der Norm. Monatswerte an ausgewählten MeteoSchweiz-Messstationen im Vergleich zur Norm Norm Langjähriger Durchschnitt Abw. Abweichung der Temperatur zur Norm % Prozent im Verhältnis zu Norm (Norm = 100%)

4 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im Dezember 2014 Messwerte absolut Abweichungen zur Norm Monatsmitteltemperaturen ( C) Abweichung der Monatsmitteltemperatur von der Norm Monatliche Niederschlagssumme (mm) Monatliche Niederschlagssumme in % der Norm % der maximal möglichen monatlichen Sonnenscheindauer Monatliche Sonnenscheindauer in % der Norm Räumliche Verteilung von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im Berichtsmonat. Dargestellt sind absolute Werte (links) und Abweichungen zum klimatologischen Normwert (rechts).

5 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Witterungsverlauf im Dezember 2014 Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Bern-Zollikofen und Zürich-Fluntern. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

6 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Basel-Binningen und Engelberg. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

7 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Genève-Cointrin und Sion. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

8 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Lugano und Samedan. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

9 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember Erläuterung zu den Grafiken ausgewählter Messstationen Rote/blaue Säulen: Tägliche Mitteltemperaturen im Berichtsmonat über/unter dem Mittelwert der Normwertperiode Obere graue Stufenkurve: Höchste Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Obere und untere schwarze gestrichelte Linie: Standardabweichung (= mittlere Schwankung) der Tagesmitteltemperatur in der Normwertperiode Schwarze Linie: Mittelwert der Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere graue Stufenkurve:Tiefste Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatstemperatur in Grad C Graue Säulen: Tägliche Maximum- und Minimumtemperaturen (obere/untere Säulenbegrenzung) im Berichtsmonat Obere graue Stufenkurve: Höchste Maximumtemperatur der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Obere Schwarze Linie:Mittlere Maximumtemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere Schwarze Linie: Mittlere Minimumtemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere graue Stufenkurve: Tiefste Minimumtemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Gelbe Säulen: Tägliche Besonnung im Berichtsmonat Schwarze gestrichelte Linie: Maximal mögliche tägliche Sonnenscheindauer am Messstandort Summe: Aktuelle Monatssumme der Sonnenscheindauer in h Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatssumme in h Grüne Säulen: Tägliche Niederschlagssummen (7 Uhr bis 7 Uhr Folgetag) im Berichtsmonat Graue Stufenkurve: Grösste Regensumme (7 Uhr bis 7 Uhr Folgetag) an dem betreffenden Tag seit Beginn der Datenreihe Summe: Aktuelle Monatssumme des Niederschlags in mm Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatssumme in mm Lila Säulen: Tägliche Windspitze Graue Stufenkurve: Höchste Windspitze an dem betreffenden Tag seit Beginn der Datenreihe

10 MeteoSchweiz Klimabulletin Dezember MeteoSchweiz, 13. Januar 2015 Das Klimabulletin darf unter Quellenangabe MeteoSchweiz ohne Einschränkungen weiterverwendet werden. Internet: Zitierung MeteoSchweiz 2015: Klimabulletin Dezember Zürich. MeteoSchweiz Operation Center 1 CH-8058 Zürich-Flughafen MeteoSvizzera Via ai Monti 146 CH-6605 Locarno Monti MétéoSuisse 7bis, av. de la Paix CH-1211 Genève 2 MétéoSuisse Chemin de l Aérologie CH-1530 Payerne T T T T

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