Informationen zum Leben mit reduzierter Nierenfunktion

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1 Informationen zum Leben mit reduzierter Nierenfunktion A patient s Guide to Living with Reduced Kidney Function American Association of Kidney Patients

2 Was wird behandelt? 1. Anzeichen für beginnendes Nierenversagen 2. Messung der Nierenfunktion in % 3. Was ist GFR? 4. Bedeutung von Eiweiss im Urin 5. Risikofaktoren für chronisches Nierenversagen - Diabetes - Bluthochdruck 6. Nebenwirkung eines chronischen Nierenversagens - Blutarmut (Anaemie) 7. Verbotene Medikamente 8. Ernährung 9. Sport

3 Anzeichen für beginnendes Nierenversagen Die bekanntesten Symptome für beginnendes Nierenversagen sind: Ödeme in den Beinen, Fussgelenken, Füssen, Gesicht und/oder Händen Farbänderung des Urins, Blut im Urin, Frequenz und Schwierigkeit beim Harnlassen Schüttelfrost Schmerzen im unteren Rücken Unerwarteter Ausschlag mit Juckreiz der Haut Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme Abnehmender Appetit Metallischer Geschmack im Mund Übelkeit und Erbrechen Atemnot Öfteres Erwachen in der Nacht Abnehmende Urinmenge Gewichtszunahme, -verlust, Kopfschmerzen, hoher Blutdruck

4 Messung der Nierenfunktion in % Die Messung erfolgt durch einen Vergleich der Abfallprodukte im Urin mit denen im Blut. In den meisten Fällen erfolgt dies anhand des Kreatinins, welches ein Abfallprodukt aus dem Muskelgewebe ist. Das Verhältnis von Kreatinin im Urin zu dem im Blutplasma nennt man die Kreatinin Clearance. Die Nierenfunktion wird anhand des 24-Stunden Urins bestimmt. Die normale Kreatinin Clearance liegt zwischen 80 und 130. Sie ist auch abhängig vom Alter des Patienten. Frauen haben eine tiefere Clearance (weniger Muskeln!) Die Menge des gebildeten Kreatinins steigt z.bsp. auch bei massivem Fleischkonsum und bei sportlicher Betätigung.

5 Was ist GFR? GFR ist die glomeruläre Filtrationsrate und ist eine der besten Methoden für die Bestimmung der Nierenfunktion. Die GFR wird berechnet aus dem Blutkreatinin, Alter, Körpergrösse und dem Geschlecht. Sie wird in fünf Schweregrade eingeteilt. 1. >89 normale Nierenfunktion milde Funktionseinschränkung moderate Funktionseinschränung schwere Funktionseinschränkung 5. <15 chronisches Nierenversagen Eine verminderte GFR ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor (Schlaganfall, Herzinfarkt)

6 Bedeutung von Eiweiss im Urin Eiweisse (Proteine) werden fast vollständig von der Niere zurückgehalten. Bei bestimmten Erkrankungen werden die Nieren durchlässig für Eiweiss, das dann im Urin nachgewiesen werden kann. Dies nennt man Proteinurie. Eine Proteinurie liegt vor, wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als 150 mg Eiweiss im Urin nachgewiesen wird. Schäumender Urin weisst auf viel Eiweiss im Urin hin. Bei einem gesunden Menschen setzt sich das Eiweiss im Urin wie folgt zusammen: 60% Plasmaproteine (z.b. Albumin) 40% Glykoproteine und Immunproteine Bei einer Proteinurie ist der Albuminspiegel im Urin erhöht. Ein Albuminmangel kann zu Ödemen und Thrombosen führen.

7 Risikofaktoren für chronisches Nierenversagen Diabetes Diabetes entsteht aus den zwei folgenden Gründen: Der Körper produziert zu wenig Insulin oder Der Körper kann das produzierte Insulin nicht ausreichend nutzen Diabetes wie auch Bluthochdruck beschädigen das Filtersystem der Niere (Globulie). Dadurch geht Eiweiss verloren und die Reinigung des Blutes wird immer schlechter. Ein frühzeitiges Erkennungsmerkmal für Nierenversagen ist ein geringer Anstieg des Albumins im Urin. Diese Mikroalbuminurie ist die Vorstufe zur Proteinurie. Protein im Urin erhöht die Chance für eine Herzkrankheit.

8 Risikofaktoren für chronisches Nierenversagen Bluthochdruck Unkontrollierter Bluthochdruck über längere Zeit kann die Blutgefässe und die Nephronen (Filtereinheiten) beschädigen. Natrium und Wasser verbleiben im Blut und produzieren zusätzlichen Druck auf die Blutgefässe => Blutdruck steigt und schädigt die Niere weiter. Hoher Blutdruck beeinflusst auch andere Organe und zerstört sie nach und nach. Dazu gehören das Herz, das Gehirn und die Augen. Artheriosklerose (Verhärtung und Verengung der Blutgefässe) wird durch Bluthochdruck ebenfalls begünstigt. Bluthochdruck kann behandelt werden durch Diät (Einschränkung des Salzkonsums), körperliche Bewegung und Medikamente.

9 Nebenwirkungen chronisches Nierenversagen Anämie (Blutarmut) Symptome: Müdigkeit, Erschöpfung Schwäche Kopfschmerzen Konzentrationsschwierigkeiten Kurzatmigkeit Anämie ist ein Zustand, wo der Körper zu wenig rote Blutkörperchen hat. Diese transportieren den Sauerstoff durch den Körper. Sauerstoff ist die Energie für die Muskeln und die Organe => Sauerstoffmangel ist der Grund für die Müdigkeit.

10 Nebenwirkungen chronisches Nierenversagen Anämie (Blutarmut) Die Nieren bilden das Hormon Erythropoetin (Epo). Dieses hilft rote Blutkörperchen zu produzieren. Bei reduzierter Nierenfunktion kann es einen Mangel an diesem Hormon geben, was zur Anämie führt. Als Medikation wird Epo gespritzt. Ausserdem muss auch Eisen zugeführt werden (oral oder mit Spritze), damit die roten Blutkörperchen wachsen können. Eisen ist der Träger für den Sauerstofftransport. Bluttests zeigen den Zustand der roten Blutkörperchen, wo das Eisen im Körper ist und wie es verwendet wird. Die vier häufigsten Kennwerte sind:

11 Nebenwirkungen chronisches Nierenversagen Anämie (Blutarmut) Hämoglobin Dies ist die Substanz, die den Sauerstoff transportiert (12-16 für Frauen, für Männer). Sie enthält Eisen. Hämatokrit Menge der roten Blutkörperchen (30-36%). Ferritin Menge des im Körper gespeicherten Eisens. Transferrin Sättigung Ein Protein, welches das Eisen aus dem Speicher ins Knochenmark (Ort der Blutbildung) bringt.

12 Verbotene Medikamente Viele Leute nehmen nicht rezeptpflichtige Medikamente, Kräuterarzneien, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel. Diese können bei chronischer Nierenerkrankung gefährlich sein. Beispiele: Alka Seltzer (hoher Natriumgehalt) Magnesium (kann sich anreichern und neurologische Probleme machen) Aspirin (beeinflusst die Blutgerinnung und kann zu Blutungen führen) Schmerzmittel wie Ibuprofen (schädigt die Nieren) Vitamine und Nahrungsergänzungen (können Natrium und Magnesium enthalten) Nicht rezeptpflichtige Medikamente (mit dem Arzt besprechen) Komplementärarzneien (mit dem Arzt besprechen), Kräuter können die Wirkung verschriebener Medikamente erhöhen oder erniedrigen

13 Ernährung Trotz vieler Untersuchungen ist nicht klar, ob eine Diät basierend auf wenig Eiweiss das Nierenversagen verlangsamen kann. Eine strikte Blutdruckkontrolle und eine reduzierte Eiweissaufnahmen können bei gewissen Nierenerkrankungen helfen. Bei Diabetes ist eine proteinarme Ernährung nicht empfehlenswert. Ein solcher Patient muss genügend Eiweiss essen, um eine Gewebeschädigung und Infektionen zu vermeiden. Das Geheimnis der Diät ist: DIE GRÖSSE DER PORTION! Eine Unterzuckerung soll nicht mit Orangensaft behandelt werden, da dieser viel Kalium enthält. Sehr wichtig ist eine salzarme Ernährung.

14 Ernährung Ziel ist es, mittels geeigneter Ernährung die Belastung der Nieren zu reduzieren. Hier einige Gesundheitstips: Kardiovaskuläre Probleme gehen oft einher mit Nierenproblemen. Vermeidung von gesättigten Fettsäuren, Kontrolle des Cholesterins und des Kaliums. Die Eiweissaufnahme soll der Nierenfunktion angepasst sein. Viel Eiweiss belastet die Nieren und schädigt sie weiter. Sport, wie z.bsp. Walking hilft zur Gewichtskontrolle und verbessert die Herzleistung. Krafttraining hilft gegen Muskelschwund. Sicherstellung, dass die richtige Menge Kalorien aufgenommen wird. Salz führt zu Bluthochdruck, Ödemen und Durst. Versteckte Salze!

15 Sport Durch Anämie bedingte Müdigkeit führt zu verminderter physischer Aktivität und schlechter Fitness. Ein angemessenes Sportprogramm kann zu folgenden Verbesserungen führen: Physisches Befinden Ausdauer Blutdrucksenkung und Verminderung von Herzproblemen Emotionales Befinden Tiefere Werte von Cholesterin und Triglyzerin Besserer Schlaf Bessere Gewichtskontrolle Vorher nie Sport gemacht ist kein Grund es jetzt auch nicht zu tun. Aber: langsam anfangen! Vor grösseren Anstrengung den Arzt konsultieren.

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