Methoden und Einstiegsübungen. zur sexualpädagogischen Arbeit mit Jungen

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1 Methoden und Einstiegsübungen zur sexualpädagogischen Arbeit mit Jungen von Christopf Sievers Drogenberatung Westvest Zeppelinstr Marl Telefon 02365/17464, Telefax: 02365/

2 Zur Sexualität gehört... - Auflockerung - direkter Zugang zum Bereich Sexualität - Kommunikationsförderung - allgemeiner Einstieg in den Bereich Sexualität - Problembereiche können angeschnitten und Wissenslücken aufgeklärt werden je nach Ausgestaltung ab 12 Spielanleitung: Variante: - Tafel, oder zwei große Zettel je nach Anzahl der Gruppen - Kreide, oder schwarze, rote und blaue Stifte - eventuell zwei Zettel und Stift für Fragen an die andere Gruppe Auf dem Zettel oder der Tafel sollen Begriffe gesammelt werden, die mit Sexualität in Verbindung gebracht werden können. Zu berücksichtigen ist, dass Sexualität ist nicht nur Geschlechtsverkehr bedeutet, sondern mehrere Ebenen z. B. Lust, Fruchtbarkeit, Identität Beziehung beinhaltet. Diese allgemeine Frage bietet im Verlauf die Möglichkeit, einzelne genannte Begriffe zu besprechen. So werden oftmals Gefühlswelten, Praktiken, sexuelle Orientierungen oder andere Wörter genannt. Diese können aufgegriffen und erklärt werden. Bewertung: Welche Begriffe findest Du sympathisch (positiv), welche möchtest Du gerne mal ausprobieren oder hast Du noch mal ausprobieren? Welche nicht? - Drei Begriffe heraussuchen und mit einer der drei Farben umkringeln. Je häufiger ein Begriff genannt wird, desto sympathischer ist dieser für die Gruppe. Das gleiche wird mit den Begriffen gemacht, die für denjenigen negativ sind. Danach erfolgt eine Präsentation und Auswertung in der Großgruppe. Jeder darf zuerst den Zettel der anderen Gruppe anschauen. Danach können die Fragen der Jungen in ihrer Gruppe gesammelt werden. Die positiven und negativen Wörter werden vorgelesen. Verständnis- oder Sachfragen können nun gestellt werden. Erfahrungen: - gute Einstiegsmöglichkeit, um Bedürfnisse und Fragen der Jungen zu hören, hierdurch kann ein allgemeiner Überblick erreicht werden. - Kann man auch sehr gut mit Penivagitus" kombiniert werden.

3 Autoverkehr - warming-up - Einstieg je nach Gruppengröße min. egal keine Spielanleitungen: Alle sitzen im Kreis. Der Spielleiter steht in der Mitte, ohne Stuhl, fragt nach drei Automarken. Die Gruppe wird nach den drei genannten Marken hin abgezählt. Der Spielleiter fängt an, einen der genannten Begriffe zu nennen, woraufhin die Genannten sofort aufstehen und ihre Plätze tauschen müssen. Der Spielleiter versucht nun einen Platz zu besetzen. Der Spieler ohne Platz stellt sich nun in die Mitte und ruft einen anderen der drei verteilten Begriffe. Eine Besonderheit bei diesem Spiel ist der Begriff Autoverkehr. Wird dieser Begriff gerufen, müssen alle Spieler aufstehen und die Plätze tauschen. Genauso können die drei vorher genannten Begriffe kombiniert werden, so dass zwei Namensgruppen aufstehen und die Plätze tauschen müssen. Variante 1: Variante 2: Möchte der Spielleiter sofort mit dem Thema "Sexualität" beginnen, kann er drei Begriffe aus dem Bereich Sexualität sammeln. Diese können witzig, gefühlvoll, versaut o. ä. sein. Bei Geschlechtsverkehr müssen dann alle aufstehen. Die Begriffe weibliches und männliches Geschlechtsteil werden verteilt. Derjenige, der in der Mitte steht, sagt ein anderes Wort für weibliches Geschlechtsteil Busen oder Scheide, woraufhin alle weiblichen Geschlechtsteile aufstehen und die Plätze tauschen müssen. Bei einem anderen Wort für Geschlechtsverkehr müssen alle aufstehen.

4 Paul & Paula - Aufklärung über den Körper und die körperlichen Veränderungen - je nach Bedarf auf unterschiedliche Themen (Jungs und Mädchen, Pubertät, schöne und schlechte Berührungen etc.) und Bereiche (Penislänge, Menstruation, Stress mit Eltern etc.) auszurichten - Schwierigkeiten und Schönheiten in der Pubertät - Möglichkeiten zur Auseinandersetzung schaffen ca. 1 1/2 Stunden ab 6 Packpapier, viele bunte Eddings, ein bis zwei Körperumrisse Spielanleitungen: Die Jungen erhalten den Körperumriss namens Paul, können eventuell bei mehr Bedarf auch den Körperumriss Paula. Paul/a werden innerhalb einer ¾ Stunde um 10 Jahre altern. Gemeinsam wird auf der linken Packpapierhälfte gesammelt, was alles körperlich innerhalb der zehn Jahre mit Paul/a passiert; auf der rechten Seite, was beide emotional und gesellschaftlich erleben und erfahren könnten. Die von den Jungen genannten Begriffe können dann besprochen werden, soweit es die Intimität der Gruppe und die eigenen Grenzen es zu lassen; z.b. 1. Samenerguss bzw. Menstruation. Nach der Sammlung werden Paul und Paula von den Schülern ausgemalt, d.h. Schambehaarung, Bart, Busen etc. eingezeichnet. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Besonderheiten in der Entwicklung und im emotionalen Empfinden können nun festgestellt werden. Anmerkung: Als Körperumrissvorlagen keine anwesenden Jungen verwenden, da zu viel Spott und dumme Kommentare beim Bemalen und Beschreiben folgen können. Als kleine Vorübung (s.a. Penivagitus) kann unten am Rand des Packpapiers eine kurze Einheit zum Thema Sex & Sprache gemacht werden. Mit Paul & Paula kann auch noch weiter gearbeitet werden. Beispielsweise, dass sie füreinander schwärmen, sich kennen lernen, verlieben, über Verhütungsmethoden sprechen, das 1. Mal erleben etc.

5 Krabbelsack - Auflockerung - je nach Ausgestaltung Annäherung oder direkter Zugang zum Bereich Sexualität - freies Assoziieren - Kommunikationsförderung ab 6 Jahre je nach Ausgestaltung, 15 Minuten bis 1 ½ Stunden Sack mit beispielsweise einem Stofftier, Babypuppe, Führerschein, Liebesroman, BRAVO, Rose, Kerze, Lippenstift, Parfum, Broschüre etc.. Spielanleitungen: Die Gruppe sitzt im Kreis um den Krabbelsack. Jede/r zieht nacheinander einen Gegenstand aus dem Sack. Derjenige muss nun sagen, was ihm hierzu einfällt; beispielsweise Führerschein Erwachsen sein, Babypuppe - Schwangerschaft etc. Man kann auch das Gesagte nutzen, um das Wissen zu eruieren bzw. direkt auf die unterschiedlichen Bereiche der Sexualität einzugehen. Hierzu ist es wichtig, dass mögliche Themen und weitergehende Fragen bzw. didaktische Inhalte vorher durchdacht worden sind.

6 gleich und gleich - Aufwärmen - Kennen lernen, Kontakt aufnehmen ab 6 Jahre ca Minuten Materialien/ Medien: Musik Spielanleitungen: Die Teilnehmer bewegen sich durch den Raum und bekommen, immer wenn die Musik unterbrochen wird, eine Aufgabe, z.b.: Bildet Gruppen mit der gleichen Augenfarbe. Bildet Gruppen mit der gleichen Sockenfarbe. Bildet Gruppen mit dem gleichen Sternzeichen. Bildet Gruppen mit dem gleichen Lieblingsessen. Bildet Gruppen mit der gleichen Unterhosenfarbe. Stellt euch nach denjenigen, die schon einmal verliebt waren, und denjenigen, die es noch nicht waren, zusammen. Sortiert euch nach eurer Länge. Der Längste ganz vorn der Kleinste ganz hinten.

7 Ja-Nein-Seiten Spielanleitung: - je nach Gestaltung und Auswahl der Behauptungen (Werte und Normen, Jungen und Mädchen etc.) - andere Meinungen und Vorstellung nachvollziehen und akzeptieren können ca Minuten ab 8 Jahre zwei Zettel mit Ja- und Nein-Beschriftung oder Tafelseiten und Kreide Bei dieser Übung sollen sich die Jungen entscheiden. Es wird jeweils eine These, Behauptung vorgelesen. Die Jungen sollen sich nun einer Ja- oder Nein-Seite zuordnen. Eine Kommentierung und Besprechung findet nicht statt. Variante: Die Gründe und Argumente für die Entscheidung werden gesammelt, wobei auch hier eine Diskussion nicht stattfinden sollte, sondern die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen sollten für sich stehen bleiben. Eventuell sollte bei einigen Fragen die Mitte eröffnet werden, aber hierdurch dürfen die Antworten nicht verwaschen werden ( Muss jeder für sich entscheiden o. ä.). Behauptungen können unterschiedliche Bereiche umfassen. Hier ist nur ein Auszug: Sollten die Lehrer/innen mehr über Sexualität sprechen? Ich habe mit meinen Eltern schon mal ausführlich über Liebe und Sexualität gesprochen. Würdest Du in Büchern nachlesen, um etwas über Sex zu erfahren? Findest Du, dass die recht haben, die meinen, Sex ist schmutzig? Mädchen sind ängstlicher als Jungen. Jungen sind stärker als Mädchen. Sind Mädchen zärtlicher als Jungen? Mädchen petzen mehr als Jungen. Jungen rempeln und streiten mehr als Mädchen. Ein Junge zu sein macht mehr Spaß als ein Mädchen zu sein. Jungen dürfen nicht weinen. Müssen Mädchen in Deinen Augen gute Hausfrauen sein? Müssen Jungen mutig und stark sein? Es sollte mehr Männer als Lehrer geben. Ärgert es Dich, wenn andere über Dich reden? Ein gute/r Freund/in macht alles mit. Hast Du schon einmal Deine Eltern angelogen? Eifersucht ist blöd. Es ist schwer über Gefühle zu reden. Ich habe schon einmal jemandem aus der Schule einen Brief geschrieben. Könntest Du Dich in jemanden aus Deiner Klasse verlieben? Träumst Du manchmal von einem Jungen oder einem Mädchen? Würdest Du gerne eine/n Freund/in haben? Verliebtsein merkt man körperlich. In der Liebe gibt es nicht nur gute Zeiten. Bilder von Nackten in der Zeitung oder Fernsehen sind voll ekelig. In der Turnhalle sollte es Einzelduschen und umkleiden geben. Schämst Du Dich, wenn jemand dich nackt überrascht? Ich finde es richtig, das Badezimmer abzuschließen. Manchmal bin ich nicht zum Aushalten. Würdest Du Dir für hundert Euro eine Glatze schneiden lassen? Möchtest Du gern schon 18 Jahre alt sein?

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