Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln Erst- und Wiederholungsverordnung

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1 Leitlinie Kommentar Arbeitshilfe Leitlinie der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln Erst- und Stand der Revision:

2 Inhaltsübersicht I Zweckbestimmung und Geltungsbereich II Regulatorische Anforderungen III Zuständigkeiten IV Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln Erst- und Stand der Revision Seite 2 von 5

3 I Zweckbestimmung und Geltungsbereich Diese Leitlinie zur Qualitätssicherung beschreibt die Verfahrensweise bei der Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe der Arzneimittel im Rahmen der Erst- und. II Regulatorische Anforderungen Die Verpflichtung zur Information und Beratung des Patienten ergibt sich aus 20 ApBetrO. Danach hat der Apothekenleiter sicherzustellen, dass Patienten hinreichend über Arzneimittel informiert und beraten werden, insbesondere über Aspekte der icherheit. Die Beratung muss die notwendigen Informationen über die sachgerechte Anwendung des umfassen, soweit erforderlich, auch über eventuelle Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen, die sich aus den Angaben auf der Verschreibung sowie den Angaben des Patienten ergeben, und über die sachgerechte Aufbewahrung und Entsorgung des. Der Patient soll aktiv in das Gespräch eingebunden werden, so dass der Apotheker auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen kann. Durch Nachfrage ist bei der Abgabe der Arzneimitteln festzustellen, inwieweit der Patient gegebenenfalls weiteren Informations- und Beratungsbedarf hat, und eine entsprechende Beratung anzubieten. Die Vertraulichkeit der Beratung muss an allen Stellen, an denen Arzneimittel abgegeben werden, gewahrt sein. Wenn ein Kunde für eine andere Person ein Arzneimittel verlangt, sollen Informationen auf geeignete Art und Weise mitgegeben werden. Außerdem ist dem Patienten die Möglichkeit einer telefonischen Information und Beratung anzubieten. In den Fällen, in denen ein Kind ein Arzneimittel entweder für sich selbst oder aber für Dritte verlangt, gelten die Empfehlungen der Bundesapothekerkammer zur Abgabe von Arzneimitteln an Kinder (siehe Kommentar, Kapitel XIII Arbeitshilfen ). III Zuständigkeiten Die Information und Beratung ist nach 20 Abs. 1 Satz 2 ApBetrO eine Verpflichtung des Apothekers. Sie kann nach 20 Abs. 1 Satz 2 ApBetrO durch andere Angehörige des pharmazeutischen Personals übernommen werden, wenn der Apothekenleiter dies zuvor schriftlich festgelegt hat. Dabei hat er auch zu definieren, in welchen Fällen grundsätzlich ein Apotheker hinzuzuziehen ist (siehe Kommentar, Kapitel XIII Arbeitshilfen ). Die Mitarbeiter sind entsprechend ihrer Ausbildung und ihren Kenntnissen einzusetzen ( 3 Abs. 1 ApBetrO). Stand der Revision Seite 3 von 5

4 IV Arzneimittelverordnung II Formale Prüfung der Angaben auf der Verordnung II Formale Prüfung der Verordnung - Patient - Verordner - Krankenkasse - Arzneimittel (Wirkstärke, Darreichungsform, Menge, Packungsgröße) - Ausstellungsdatum - Gültigkeit der Verordnung Rücksprache mit Patient/Verordner bzw. unvollständige Angaben behoben? III Prüfung der Verordnungsart III Verordnungsart - Erstverordnung - (Nachfrage, wie der Patient mit dem Arzneimittel zurecht kommt/ Probleme?) Keine Abgabe des Nachfrage nach Komedikation IV Sind Patientendaten in der Apotheke vorhanden? IV Patientendatei - Patient hat eine Kundenkarte - Patient wird pharmazeutisch betreut Verweis auf Leitlinien zur Qualitätssicherung - Information und Beratung des Patienten im Rahmen der Pharmazeutischen Betreuung V Inhaltliche Prüfung der Verordnung V Inhaltliche Prüfung der Verordnung (unter Berücksichtigung ggf. vorliegender Informationen) - Indikation - Interaktionen über automatisierten Interaktionscheck Rücksprache mit Patient/Verordner? behoben? V-3 Prüfung auf generische Substitution V-3 Prüfung auf generische Substitution Eine generische Substitution sollte nicht vorgenommen werden, wenn im konkreten Einzelfall pharmazeutische Bedenken bestehen, die trotz Beratung den Therapieerfolg oder die icherheit gefährden. Keine Abgabe des Stand der Revision Seite 4 von 5

5 Fortsetzung VI Informationen über das Arzneimittel VI Informationen über das Arzneimittel Bei Erstverordnung - Orientierende offene Fragen - Informationen zur Dosierung, Anwendung und Anwendungsdauer - Wirkungen und Nutzen des - Häufige und relevante unerwünschte Arzneimittelwirkungen - Sachgerechte Aufbewahrung und Entsorgung des - Weitere wichtige Hinweise Bei - Überprüfung der korrekten und indikationsgerechten Anwendung des durch den Patienten - Dem Informationsbedarf des Patienten entsprechend Informationen zur Dosierung, Anwendung, Anwendungsdauer, und weitere Hinweise geben VII Unterstützende Maßnahmen VII Unterstützende Maßnahmen - Ggf. Aufkleber auf der Packung mit Dosierungs- und Anwendungshinweisen - Ggf. Erläuterung und Mitgabe von Informationsmaterial - Ggf. Zusatzempfehlungen/unterstützende Maßnahmen - Ggf. Applikationshilfen, Tablettenteiler VIII Abgabe des VIII Abgabe des - Rückfrage beim Patienten, ob noch weitere Fragen bestehen - Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, z. B. telefonisch IX Ggf. Pflege der Patientendatei IX Pflege der Patientendatei - Wenn der Patient in der Datei geführt wird (Kundenkarte), Daten aktualisieren - Wenn der Patient noch nicht in der Datei geführt wird, ggf. Aufnahme anbieten Verweis auf Leitlinien zur Qualitätssicherung - Information und Beratung des Patienten im Rahmen der Pharmazeutischen Betreuung X Ggf. Pharmazeutische Betreuung anbieten X Angebot der Pharmazeutischen Betreuung wenn die Pharmazeutische Betreuung für - Die Sicherheit der Therapie - Den Erfolg der Therapie - Die Verbesserung der Lebensqualität sinnvoll wäre Stand der Revision Seite 5 von 5

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