em-schülerfirmennetzwerk Jahres- und Wirkungsbericht 2012

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1 em-schülerfirmennetzwerk Jahres- und Wirkungsbericht 2012

2 Über diesen Bericht Gegenstand des vorliegenden Berichts ist das Bildungsprojekt em- Schülerfirmennetzwerk. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, SchülerInnen aus sozial benachteiligten Verhältnissen so zu unterstützen, dass sie den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich bewältigen. Berichtszeitraum ist das Wirkungsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember Das wirtschaftliche Geschäftsjahr des Projektträgers Breker Social Business gug läuft analog zum Schuljahr vom 1. August eines Jahres bis zum 31. Juli des Folgejahres. Aus diesem Grund bezieht sich der Finanzteil ausschließlich auf das Geschäftsjahr vom 1. August 2011 bis zum 31. Juli Alle anderen Informationen sind soweit nicht anders vermerkt auf dem Stand vom 31. Dezember Dieser Bericht wurde im April 2013 unter Anwendung des Social Reporting Standards zur Veröffentlichung auf der Webseite erstellt. Weitere Informationen zu den Aktivitäten des em-schülerfirmennetzwerks erhalten Interessierte von Tim Breker unter und 1

3 Highlights Mai: Unter dem Titel Gutes Geld für ein gutes Gewissen berichtet das Handelsblatt auf einer Doppelseite über das Projekt 31. Juli: Der Projektumsatz übersteigt die Euro Marke 6. Dezember: Unsere Einfach Machen Crowdfunding Kampagne übertrifft mit Euro das Finanzierungsziel von Euro Vision Jede Schülerin und jeder Schüler soll im Laufe seiner Schulzeit die Chance bekommen, in einer Schülerfirma die wirtschaftlichen Zusammenhänge in unserer Gesellschaft kennenzulernen, unternehmerisches Handeln durch eigene Praxis auszuprobieren und dabei Schlüsselkompetenzen für den Beruf einzuüben: Eigeninitiative zu entwickeln und Verantwortung für sich, für sein Team und für das gemeinsame Projekt zu übernehmen. Inhaltsverzeichnis Vorwort Gesellschaftliches Problem und Lösungsansatz Wirkungslogik Ausblick und Ziele Organisation und Team Finanzen 2

4 Artikel in der Wochenendausgabe des Handelsblatts vom Mai 2012 über das em-schülerfirmennetzwerk und zwei weitere Sozialunternehmen Artikel im Kölner Express vom 17. September

5 Vorwort Liebe Projektpartner, Unterstützer, Freunde und Förderer* des em- Schülerfirmennetzwerks, inzwischen befindet sich unser Projekt im dritten Jahr seines Bestehens und ich freue mich noch immer über die tatkräftige Mithilfe von befreundeten Organisationen und ehrenamtlichen Unterstützern, ohne die das Projekt sicher nicht dort stünde, wo es heute steht. An unserer grundlegenden Zielsetzung haben wir festgehalten allerdings mit dem Eindruck, dass unser Anliegen dringlicher denn je geworden ist. Praktische Lernprojekte, in denen Jugendliche Handlungskompetenzen erlernen, sind besonders wichtig, wenn Jugendliche gleichzeitig über Smartphone (Fakten-)Wissen schnell und günstig verfügbar haben. Unterstützt durch meine Erfahrungen im Master of Public Policy an der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance setze ich mich gemeinsam mit einer Teilzeit- und einer Honorarkraft für eine praxisnahe Wirtschaftsbildung von Schülern ein. In dieser Zielformulierung schwingt trotz der Qualifizierung als praxisnah eine implizierte Fokussierung auf kognitives Wissen mit. Im Jahr 2012 haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass ein noch wichtigerer Aspekt des Projekts ist, dass Jugendliche ganz direkt Selbstwirksamkeit erfahren. Warum gerade das von so großer Bedeutung ist, wird in diesem Bericht deutlich. Dieser Wirkungsbericht 2012 dokumentiert anhand von Zahlen und Fakten die Entwicklung des em-schülerfirmennetzwerks und wir reflektieren und rechtfertigen mit ihm unseren Arbeits- und Ressourceneinsatz. Ich freue mich über Ihr Interesse und stehe gerne auch für weitergehende Fragen und Anregungen zur Verfügung. Bitte sprechen Sie mich einfach an! Herzlichst Ihr Tim Breker *Auf die weibliche Form wurde aus Gründern der Lesbarkeit verzichtet. Es sind im gesamten Dokument ausdrücklich jeweils beide Geschlechter angesprochen. 4

6 Gesellschaftliches Problem und Lösungsansatz Gesellschaftliches Problem In Deutschland haben insbesondere Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien große Probleme beim Übergang von der Schule in den Beruf. Dies liegt daran, dass den Jugendlichen bestimmte Handlungskompetenzen fehlen und sie darüber hinaus in der Regel wenig Wissen über unser Wirtschaftssystem und dessen grundlegende Prinzipien haben. Dabei sind sie als Zielgruppe in unserem Wirtschaftssystem höchst relevant, verfügen sie doch laut Youngcom! Umfrage 2011 über eine geschätzte Kaufkraft von Milliarden Euro pro Jahr. Drei Faktoren sind es, die in der Schulzeit dazu führen, dass jugendliche Absolventen wichtige Handlungskompetenzen nicht erlernen: Für die Lehrkräfte ist es meist wichtiger, dass die vorgesehenen Lernziele des Unterrichts erreicht werden, als dass die Selbstständigkeit der Schüler und damit auch der selbstständige Erwerb von Kompetenzen gefördert werden. Ungeachtet vieler Aktivitäten unter der Überschrift Schule -Wirtschaft ist die Distanz zwischen Schulen und Betrieben immer noch zu groß; der Kontakt von Schülern mit dem Berufsalltag ist spärlich, die Anzahl an Betriebsbesichtigungen und ernsthaft absolvierten Praktika zu gering. Last, but not least bieten die meisten Schulen ihren Schülern zu selten Möglichkeiten, in nicht-unterrichtlichen Projekten zu lernen, sich den dabei entstehenden Anforderungen zu stellen und so ihre berufsrelevante Kompetenzen weiterzuentwickeln. Das Verständnis der Jugendlichen für wirtschaftliche Prozesse und Zusammenhänge, aber auch für die im Berufsalltag notwendigen menschlichen Qualitäten und sozialen Fähigkeiten wird in der Schule meist nicht ausreichend gefördert. Zudem sind Schulen häufig ein kleiner Kosmos, ein spezielles System für sich mehr oder weniger aufgeschlossen der Umwelt gegenüber, mit eigenen Regeln und eigenen strukturellen Herausforderungen. 5

7 Die zusätzlichen Angebote von Bildungsinitiativen werden nur von verhältnismäßig wenigen Schulen und Lehrkräften angenommen, was nicht zuletzt auch am regelmäßig hohen Stress-Level vieler Lehrkräfte liegt. Und nach wie vor gilt: Lehrer mit einer Leidenschaft oder einem Interesse für Wirtschaft sind Mangelware und erst recht solche, die eine fundierte wirtschaftliche Ausbildung haben. Letzteres liegt in erster Linie daran, dass Wirtschaft an deutschen Schulen immer noch kein Pflichtfach ist. Diese Gemengelage aus verschiedenen Baustellen, an denen eigentlich systematisch gearbeitet werden müsste, um sie zu überwinden und das Schulsystem insgesamt besser auf die sich immer schneller verändernde Wirklichkeit abzustimmen, führt in der Konsequenz zu dem vielfach beklagten Ansehensverlust von Schule, aber auch zu einem enormen Potenzialverlust bei den Jugendlichen. Ein erheblicher Anteil der Schulabsolventen zur Diskussion stehen hier Werte von um die 20% eines Jahrgangs schaffen den Sprung in den Beruf nicht, können ihr Potenzial als selbstbestimmte Menschen nicht voll ausschöpfen, bringen sich nicht in die Gesellschaft ein und verursachen stattdessen zum Beispiel in Berufsvorbereitungsmaßnahmen zusätzliche gesellschaftliche Kosten. Gleichzeitig fehlen sie Unternehmen, die nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen können, als Fachpersonal. Schüler während unserer Betriebsbesichtigung in der Großküche des TÜV RHEINLAND am 24. September

8 Ausmaß des Problems Mehr als drei Viertel der Unternehmen, die Ausbildungshemmnisse feststellen, bemängeln unzureichende schulische Qualifikationen und fehlende persönliche Kompetenzen bei Schulabgängern. Im Jahr 2012 gaben 21% der in einer Untersuchung für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag befragten Unternehmen an, nicht alle geplanten Ausbildungsplätze besetzen zu können. Eine von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebene Studie des Wissenschaftszentrums Berlin aus 2011 beziffert das Ausmaß des Problems mit Belastungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang. Diese Kosten entstehen den öffentlichen Haushalten in Deutschland durch rund junge Erwachsene, die jedes Jahr das Bildungs- und Ausbildungssystem ohne Abschluss verlassen. Mittlerweile reagiert auch die Politik auf dieses Problem. Die rot-grüne Landesregierung in NRW hat die Einführung eines neuen Übergangssystems von der Schule in Beruf und/oder Studium beschlossen, das ab 2015 für alle Schüler der 8. Klasse an allgemeinbildenden Schulen in NRW verpflichtend sein wird. NRW Schulministerin Sylvia Löhrmann und em-gründer Tim Breker bei der Konferenz Bildungsübergänge gestalten am 15. November

9 Unser Lösungsansatz Seit Januar 2011 bietet das em-schülerfirmennetzwerk weiterführenden Schulen seinen Lösungsansatz an: Es aktiviert abschlussnahe Schüler, motiviert sie sich zusätzlich zum Unterricht in einem wirtschaftlichen Praxisprojekt zu engagieren und erhöht auf diesem Weg ihre Chancen, nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden. Konkret werden stufenübergreifende Schülerteams von Acht- bis Zehntklässlern angeleitet, in den Schulpausen belegte Brötchen, Getränke und Schreibwaren an Mitschüler zu verkaufen. Dabei ist das Projektteam des em- Schülerfirmennetzwerks erster Ansprechpartner und Unterstützer für die Schüler, die den Schülerkiosk mit Hilfe der vordefinierten Standards und Prozessabläufe selbstständig betreiben. Zusätzlich bietet das em- Schülerfirmennetzwerk ihnen alle zwei Monate die Möglichkeit, an kostenlosen Workshops zu Wirtschaftsthemen und zum Thema Übergang Schule Beruf teilzunehmen oder Unternehmen aus der Region zu besichtigen. Darüber hinaus ermöglicht das Projekt den Jugendlichen durch die Gründung von Schülerfirmen im geschützten Raum der Schule Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen: Die Jugendlichen bekommen Lust etwas zu unternehmen, etwas zu verändern, setzen sich eigene Ziele setzen und können diese tatsächlich auch erreichen. Dabei übernehmen sie Verantwortung und entwickeln Selbstbewusstsein. Beitrag der WDR Lokalzeit vom 26. Mai 2012 über die Schülerfirma der Anne- Frank-Schule in Bonn (http://www.youtube.com/watch?v=iunrfmuwom4) 8

10 USP Unique Selling Proposition Das Unterstützungsangebot des em-schülerfirmennetzwerks ist einzigartig, weil es nicht nur auf die Bedürfnisse der Schüler eingeht, sondern auch auf die Bedürfnisse der Lehrkräfte vor Ort. Das em-schülerfirmennetzwerk bietet den Schulen eine Rund-um-sorglos Dienstleistung, bei der sich die Lehrkräfte um nichts kümmern müssen. Dieser strategische Ansatz, der die konsequente Anwendung einer wirtschaftlichen Methodik auf die Realität des Schulalltags abstimmt, unterscheidet sich fundamental von bisherigen Lösungsansätzen. Er ist gezielt darauf ausgerichtet, die Fragmentierung und Diskontinuität bestehender, überwiegend pädagogisch ausgerichteter Ansätze zur Verbreitung der Lernmethode Schülerfirma wie z.b. das JUNIOR-Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zu überwinden. em-schülerfirmennetzwerk in 90 Sekunden Dieser Illustrationsfilm fasst noch einmal den einzigartigen Lösungsansatz des em-schülerfirmennetzwerks zusammen: (http://www.youtube.com/watch?v=jqassysdkus) 9

11 Aktivitäten Aktivität Zielgruppe(n) Wirkung Anmerkung Aktivitäten im Rahmen der direkten Unterstützung der em-schülerfirmen Wir führen den Bewerbungsprozess für die Schülerfirma durch. Wir üben in einem zweitägigen Auftaktworkshop die Standardprozesse der Schülerfirma ein. Wir organisieren die Warenproduktion und die Anlieferung. Direkt: Schüler, die sich für eine Mitarbeit in der Schülerfirma interessieren Indirekt: Lehrkräfte an der Schule Direkt: Schüler, die den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen haben (Schülerfirmenteam) Indirekt: Lehrer an der Schule Direkt: Schülerfirmenteam Indirekt: Lehrer an der Schule schreiben eine Bewerbung üben ein Bewerbungsgespräch lernen eine Person des Geschäftslebens kennen bekommen einen neuen Blick auf bekannte Schüler können einen sinnvollen und realistischen Arbeitsauftrag geben (Bewerbung schreiben) müssen die Schüler nicht selbst auswählen haben keinen Aufwand können die genauen Abläufe der Schülerfirma selbstständig durchlaufen können die Standardformulare ausfüllen wachsen als Team zusammen identifizieren sich mit der em-schülerfirma achten auf die Lebensmittel-Hygiene haben keinen Aufwand brauchen die Waren nicht selbst herzustellen haben einen festen Ansprechpartner haben keinen Aufwand Diese Aktivität richtet sich an alle Acht- bis Zehntklässler einer Partnerschule. Sie wird über den Produktverkauf an die Schülerfirmen finanziert. Im Unterschied zu unterrichtlichen Bewerbungs- Rollenspielen ist das Bewerbungsgespräch mit uns real. Diese Aktivität richtet sich an die 8 bis 12 ausgewählten Schülerfirmen- Mitarbeiter. Sie wird auch über den Produktverkauf an die Schülerfirmen finanziert und von Tim Breker durchgeführt. Sie ist so operativ ausgerichtet, dass die Schüler im Anschluss alle Prozesse sicher beherrschen. Diese Aktivität geben wir an den Kooperationspartner Kaffee & Mehr weiter, der gute Qualität liefert. Weiterer Vorteil: Die Schüler brauchen kein Gesundheitszeugnis. 10

12 Wir übernehmen die Buchhaltung der einzelnen Schülerfirmen. Wir übernehmen 2 Wochen lang (Probephase) die Verluste durch zu viel bestellte Ware. Wir stehen als erster Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung zusätzliche Aktivitäten Wir bieten 4-Std - Workshops zu Wirtschaftsthemen oder zum Thema Übergang Schule Beruf Direkt: Schülerfirmenteam Indirekt: Lehrkräfte an der Schule Direkt: Schülerfirmenteam Indirekt: Lehrkräfte an der Schule Direkt: Schülerfirmenteam Indirekt: Lehrer an der Schule Direkt: Teilnehmer der Workshops können sich auf den Verkauf konzentrieren verbringen nicht zu viel Zeit mit dem Projekt haben keine Probleme mit dem Finanzamt haben keinen Aufwand lernen die Bestellmengen abzuschätzen erwirtschaften in den ersten 2 Wochen Gewinn schöpfen Motivation für das Projekt machen sich keine Sorgen haben einen klaren Ansprechpartner haben regelmäßig professionellen Kontakt zu einem Geschäftspartner (telefonisch, per oder facebook-mail) bekommen sofort Hilfe können stets auf uns verweisen und uns auch direkt ansprechen haben keinen Aufwand lernen in ihrer Freizeit ein konkretes Thema lernen andere Jungunternehmer kennen erfahren professionelle Dozenten, die keine Lehrkräfte sind sind weiterhin für die Schülerfirma motiviert Diese Aktivität gilt für alle Schülerfirmen, die wir beliefern. Sie wird über den Produktverkauf finanziert und bietet der Schule Sicherheit. Diese Aktivität nutzt jede Schülerfirma. Die Kosten bzw. das betriebswirtschaftliche Risiko sind sehr gering. Gleichzeitig werden die Hemmungen von Schulen, das Projekt zu starten, deutlich gesenkt. Das Angebot steht allen em- Schülerfirmen offen, allerdings wird es unterschiedlich genutzt. Aktuelle Probleme werden während der telefonischen Bestellungen besprochen. Etwa alle 2 Monate ist ein Besuch vor Ort nötig, der aus dem Projektbudget gezahlt wird. Die Aktivität ist pro Workshop auf 12 Teilnehmer beschränkt. Alle Schülerfirmen- Mitarbeiter können kostenlos teilnehmen. Finanziert wird die Aktivität über den Produktverkauf, wobei die professionellen Dozenten ehrenamtlich arbeiten. 11

13 Wir organisieren Betriebs- Besichtigungen für die Schüler unserer Partnerschulen Wir beraten Schülerfirmen außerhalb des em- Schülerfirmennetzwerks Direkt: Mitarbeiter von em- Schülerfirmen sowie Schüler, die Interesse haben sich für die Schülerfirma zu bewerben Direkt: Mitarbeiter der zu beratenden Schülerfirma erleben die Tätigkeiten und lernen das Arbeitsklima eines Unternehmens kennen bekommen authentische Einblicke in verschiedene Berufsfelder lernen Azubis als potenzielle Vorbilder kennen bekommen neue Impulse und Motivation verbessern die Prozesse ihrer Schülerfirma bekommen Anerkennung für ihre Mitarbeit in der Schülerfirma lernen externe Experten kennen Diese Aktivität eignet sich vor allem zur Steigerung der Motivation und des Wissens von Jugendlichen im Berufsvorbereitungsprozess. Die Jugendlichen übernehmen die Kosten der Anreise, wobei das Unternehmen für evtl. Kosten wie z.b. Verpflegung aufkommt, die im Laufe des Besuchs anfallen. Diese Aktivität ist ein kostenpflichtiges, nachfrageorientiertes Angebot. Der durchschnittlich berechnete Stundensatz für Planung und Durchführung liegt bei ca. 25. Die Aktivität ist bedürfnisgerecht und lösungsorientiert. Diese Aktivitätenliste bezieht sich auf den Zeitraum bis 31. Dezember

14 Verbreitung des Lösungsansatzes Der Lösungsansatz des em-schülerfirmennetzwerks wird über die telefonische und schriftliche (Kalt-)Akquise von Schulen sowie über persönliche sowie fachliche Netzwerke verbreitet. Die kontinuierliche Pressearbeit und der Besuch diverser Konferenzen für Sozialunternehmer tragen dazu bei, das Projekt auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit im Jahr 2012 lag auf der Einwerbung von Finanzmitteln, um den Fortbestand des em-schülerfirmennetzwerks zu ermöglichen und es für die weitere Verbreitung der Lernmethode Schülerfirma nutzen zu können. Mit Hilfe des eingeworbenen Kapitals wird in 2013 der Fokus wieder in vollem Umfang auf der professionellen Akquise von weiteren Partnerschulen liegen. Daneben sind die große Bildungsmesse didacta ( Februar 2013) sowie der Deutsche Schulleiterkongress (7.-9. März 2013) wichtige Plattformen für deren direkte Ansprache. Gabriele Eckert unterstützt das em-schülerfirmennetzwerk in der Öffentlichkeitsarbeit und der Schulakquise 13

15 Wirkung in 2012 Eingesetzte Ressourcen Personal Im Berichtszeitraum hat der Gründer Tim Breker das Projekt als Geschäftsführer in Vollzeit mit ca. 45 Wochenstunden vorangetrieben. Unterstützt wurde er im Zeitraum von Juli bis Dezember 2012 durch die Honorarkraft Anne Thesing, die sich hauptsächlich um die kontinuierliche Kommunikation der Einfach Machen Crowdfunding Kampagne gekümmert hat. Außerdem hat Adriana Bartel das Projekt im September 2012 als Praktikantin in Vollzeit unterstützt. Gabriele Eckert, Journalistin und erfahrene Managerin von Non-Profit Organisationen, stand dem Projekt auch im Jahr 2012 ehrenamtlich als Beraterin und Coach zur Verfügung und hat vor allem die Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Seit Juni 2012 hat Thomas Knaack, Unternehmensberater und Business Angel, mit dem Geschäftsführer an der Strategieentwicklung und an der Schulakquise gearbeitet. Im Rahmen seiner Ausbildung zum PR-Berater hat Raik Fröhlich, Volontär bei der Kommunikationsagentur neues handeln in 2012 ein Kommunikationskonzept erarbeitet, das dem em-schülerfirmennetzwerk seit Januar 2013 zur Verfügung steht. Weitere ehrenamtliche Helfer waren von Oktober 2012 bis Februar 2013 die startsocial Berater Helmut Glöckle und Sebastian Winters. Von dem Projekt begeisterte Lehrkräfte, Bekannte und Kommilitonen von der HUMBOLDT- VIADRINA School of Governance haben den Geschäftsführer zudem jeweils nach Bedarf als Sparringspartner und Multiplikatoren unterstützt. 14

16 Sachmittel / Infrastruktur Auch im Jahr 2012 hatte das em-schülerfirmennetzwerk im Büro des Ethno- Medizinischen Zentrums im Sociallab-Köln einen festen Arbeitsplatz, für den keine Kosten angefallen sind. Ein kostenloses Geschäftskonto bei der Sparkasse KölnBonn stand dem Projekt weiterhin zur Verfügung ebenso wie die Online-Plattform für professionelle Mailings der Clever Elements GmbH in Berlin, ebenfalls unentgeltlich. Die Firma Kaffee & Mehr des Einzelunternehmers Mark Szymiczek hat das em- Schülerfirmennetzwerk weiterhin unterstützt, indem sie dem Netzwerk die Produkte zum Verkauf durch die em-schülerfirmen zu Konditionen unter dem regulären Marktpreis verkauft hat. An dieser Stelle gilt allen unseren Sachsponsoren noch einmal unser herzlicher Dank für ihr Engagement! Sponsorenübersicht: Unternehmensunterstützung: 15

17 Finanzielle Ressourcen Die Kosten der Warenproduktion und -logistik sowie die Aufwendungen für Administration, Schulakquise und Öffentlichkeitsarbeit wurden direkt über die Einnahmen aus dem Produktverkauf an die Schülerfirmen gedeckt. Seinen Lebensunterhalt hat em-geschäftsführer Tim Breker in 2012 mit Einnahmen von rund über die Gründerfinanzierung der Agentur für Arbeit, mit persönlichen Mitteln von ca Euro sowie ab Oktober mit knapp Euro des World of Difference Stipendiums der Firma Vodafone finanziert. Die Einnahmen der Einfach Machen Crowdfunding Kampagne, die mit Euro das ursprüngliche Finanzierungsziel von Euro deutlich übertroffen haben, stehen dem em-schülerfirmennetzwerk seit Dezember 2012 zur Verfügung und werden im Jahr 2013 vor allem für den Erhalt und die Vermarktung des Projekts eingesetzt. Screenshot der erfolgreichen Crowdfunding Kampagne (www.startnext.de/emnetzwerk) 16

18 Leistungen Das em-schülerfirmennetzwerk hat im Berichtszeitraum an sechs verschiedenen Partnerschulen mit 75 Schülern über mehrere Monate Schülerfirmen zum Pausenverkauf unterstützt. Außerdem wurden in zwei Abschlussklassen individuelle Bewerbungstrainings angeboten. Beim TÜV-Tag am 24. September hatten zehn em-schülerfirmenmitarbeiter sowie zehn weitere Jugendliche die Möglichkeit, jeweils zwei von fünf Arbeitsbereichen des TÜV Rheinland in Köln unmittelbar kennenzulernen. Die Schüler haben die KFZ-Werkstatt, das Rechenzentrum, die Großküche, das Typ-Prüflabor sowie die Druckerei besichtigt und durften teilweise sogar selbst Hand anlegen. Weitere für die Schüler freiwillige Angebote wie Ausflüge oder Workshops zu Online-Bewerbungen, Selbstdarstellung auf facebook, Interviewtraining und anderen Themen wurden im Jahr 2012 an 13 Terminen angeboten. Die durchschnittliche Zufriedenheit der Teilnehmer dieser Angebote lag bei 4,3 auf einer Skala von 5 = sehr zufrieden bis 1 = überhaupt nicht zufrieden. Insgesamt haben knapp 100 verschiedene Jugendliche im Jahr 2012 von Angeboten des em-schülerfirmennetzwerks profitiert. Als Leistungen im weiteren Sinne können darüber hinaus die knapp 15 Darstellungen des Projekts in der Presse gelten, die im Rahmen des Möglichen diesen Wirkungsbericht illustrieren. Weitere Leistungen waren der Fachvortrag zum Thema Hauptschüler als Unternehmer des Gründers beim Vision Summit sowie die Auszeichnung mit einem startsocial Stipendium und der erfolgreiche Abschluss der Crowdfunding Kampagne, die im Kapitel Finanzen separat dokumentiert ist. 17

19 Wirkungen Der Umgang mit Kunden macht mir Spaß und da ich später mal im Einzelhandel arbeiten möchte, ist die Schülerfirma natürlich eine gute Vorbereitung. Außerdem habe ich mich durch die Mitarbeit auch in Mathe verbessert. Diana Siala, HAPPYEAT em-schülerfirma an der Anne-Frank-Schule in Mettmann Ich bin stolz, mit der Schülerfirma einen Teil dazu beizutragen, dass auch jüngere Schüler in den Pausen etwas zu essen kaufen können. Außerdem macht mir die Teamarbeit mit älteren Schülern Spaß. Milan Marinkovic, Monti Kiosk em-schülerfirma an der Montessori Schule in Düsseldorf Im Juli 2012 haben wir zum ersten Mal online eine Evaluationsumfrage unter den Mitarbeitern der em-schülerfirmen aus dem Schuljahr 2011/12 durchgeführt. Darin haben alle Jugendlichen bestätigt, dass ihnen die Mitarbeit in der Schülerfirma großen Spaß gemacht hat, dass sie sich wichtig gefühlt und viel gelernt haben. Konkret wurde der Umgang mit Stress und mit Problemen von besonders vielen Umfrageteilnehmern als Lernergebnis genannt. Außerdem gaben drei Viertel der Befragten an, den Umgang mit unhöflichen Kunden, Selbstbewusstsein, Verantwortungsübernahme und Teamarbeit in der Schülerfirma gelernt zu haben. Interviews mit Lehrern bestätigen diese Selbsteinschätzungen der Schüler. Schon nach wenigen Wochen habe ich festgestellt, dass die Schüler selbstbewusster werden und bereit sind Verantwortung für das Projekt zu übernehmen. Als Projekt der Berufsvorbereitung ist so eine Schülerfirma genial und die Motivation der Schüler überträgt sich sogar in den Unterrichtsalltag. Joachim Schmidt, Mentor der Hells Kiosk em-schülerfirma an der Eduard-Mörike-Schule in Köln Ich habe selten bei Schülern eine solche Motivation und Zuverlässigkeit beobachten können. Sie identifizieren sich mit ihrer Firma und Lernen dabei jede Menge - vor allem über sich selbst und die berufliche Realität. Viel näher als mit einer Schülerfirma kommt man da nicht heran. Lars Trömel, Schülerfirmen-Mentor an der Käthe-Kollwitz-Schule in Langenfeld 18

20 Ausblick Weitere Planung Das wichtigste Ziel für das Jahr 2013 ist die Erhöhung der Reichweite des em- Schülerfirmennetzwerks. Idealerweise soll sich die Anzahl der erreichten Jugendlichen im Vergleich zu 2012 vervielfachen. Dazu setzen wir nicht nur auf die Erweiterung unseres Schülerfirmennetzwerks, sondern beginnen auch mit dem Angebot von Lehrerfortbildungen. Die kostenpflichtigen em-lehrerfortbildungen richten sich vor allem an Klassenlehrer, die die praktische Vermittlung von Wirtschaft für wichtig halten und mit Hilfe einer Schülerfirma auch einen Beitrag zur Klassenkasse leisten möchten. In unserer ersten Lehrerfortbildung vermitteln wir die (steuer-) rechtlichen Rahmenbedingungen für Schülerfirmen, stellen konkrete Geschäftsmodelle vor und entwickeln mit den Teilnehmern individuelle Umsetzungspläne. Unterstützt werden die Teilnehmer zusätzlich mit zwei persönlichen Coachings, in denen wir vor Ort an der Schule bei der Umsetzung des jeweiligen Schülerfirmenprojekts helfen. Im Jahr 2013 steht die Erhöhung der Reichweite als Zielsetzung für das em-schülerfirmennetzwerk deutlich vor der Profitabilität, so dass überlegt wird, zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen zur Verbreitung von Schülerfirmen den Schulen gegebenenfalls auch kostenlos anzubieten. Weitere Möglichkeiten, die Reichweite des Projekts zu erhöhen, sind die Umwandlung der em-lehrerfortbildung in eine Train-the-Trainer Fortbildung sowie die Erstellung einer Praxis-Anleitung zur Gründung von Schülerfirmen. 19

21 Chancen Der Erfolg der Crowdfunding Kampagne und das Vodafone World of Difference Stipendium ermöglichen es dem em-schülerfirmennetzwerk, neue Wege bei der weiteren Verbreitung der Lernmethode Schülerfirma zu gehen. Eine Teilzeitkraft für die professionelle Telefonakquise von weiteren Schulen kann für mindestens sechs Monate angestellt werden. Außerdem sind nun auch teure Veranstaltungen wie Deutschlands wichtigste Bildungsmesse didacta und der Deutsche Schulleiterkongress für das Projekt zugänglich. Die Teilnahme an der didacta im Februar 2013 in Köln war bereits ein Erfolg für das em-schülerfirmennetzwerk. Mit einer ganzen Reihe von Lehrkräften und Schulleitern konnten neue Kontakte geknüpft werden, beispielhaft genannt seien hier die Kontakte zur Integrierten Gesamtschule (IGS) Köln-Holweide sowie zur Hauptschuldezernentin der Stadt Köln Barbara Kahlen. Die IGS Köln- Holweide gilt in NRW als Vorzeige-Gesamtschule, die in weiten Teilen auf die Partizipation ihrer Schüler setzt und damit sehr gut zu unserem Projektansatz passt. Mit ihren Schülern wäre sie zudem ein riesiger Absatzmarkt für eine von uns unterstützte em-schülerfirma. Frau Barbara Kahlen ist als Hauptschuldezernentin für die rund 150 Hauptschulen im Regierungsbezirk Köln verantwortlich und setzt sich vor allem für die Stärkung der Berufsorientierung der SchülerInnen ein. Grundsätzlich liegen auch in der flächendeckenden Einführung des Neuen Übergangssystems für alle Schüler ab der 8. Klasse an allgemeinbildenden Schulen in NRW neue Chancen für das em-schülerfirmennetzwerk, da dieses die Berufsorientierung der Schüler systematisch verbessern soll und ab 2015 entsprechende Angebote für geschätzt etwa Schüler pro Jahrgang erfordert. Davon gelten 20 % als Jugendliche, die ohne Unterstützung Zugang zu Praxiskontakten und Praktika finden. 60% benötigen Unterstützung und 20% sind schwache oder schlecht orientierte Jugendliche, die (noch) nicht in die Praxis vermittelt werden können und Begleitung brauchen. In diesem Kontext können sowohl das Modell des von Schülern selbstständig geführten Pausenkiosks und andere Schülerfirmen, als auch die vom em- Schülerfirmennetzwerk angebotenen, begleitenden Workshops und Unternehmensbesichtigungen einen Baustein für eine verbesserte Berufsorientierung gerade sozial benachteiligter Schüler bieten. Inwieweit sich 20

22 diese Chancen nutzen lassen werden, hängt in erster Linie von der weiteren Ressourcenausstattung des Projekts und der weiteren Entwicklung der Rahmenbedingungen im Mikrokosmos Schule ab, die im Folgenden als Risiken geschildert werden. Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 15. Dezember 2012 über die Eröffnung der ersten em-schülerfirma an einer Förderschule 21

23 Risiken Nach wie vor hat das em-schülerfirmennetzwerk in der Schulakquise mit den Spezifika des Systems Schule, mit der eher bedenkenorientierten Mentalität an vielen Schulen und mit dem Widerstand etablierter Akteure zu kämpfen. Ein hohes Stress-Level und eine gewisse professionelle Eigenheit prägen das Schulmilieu. s oder Anrufe werden teilweise erst Wochen später oder gar nicht von Schulakteuren beantwortet. Richtige Ansprechpartner werden wenn überhaupt erst nach mehreren Anrufen gefunden. Die zeitliche Erreichbarkeit ist sehr eingeschränkt, da diese als Lehrer telefonisch meist nur in den kurzen Schulpausen zu erreichen sind. Bisweilen wird jedoch auch schon von Sekretariatskräften entschieden, dass kein pädagogisches Interesse an einer Zusammenarbeit existiert. Die Rolle der Schulleitung bei der Entscheidung für ein Projekt ist von Schule zu Schule unterschiedlich einzuschätzen: während es dem Einen gelingt, das Lehrerkollegium zu gewinnen, wird das vom Schulleiter signalisierte grundsätzliche Interesse gelegentlich von den einzelnen Klassen- und/oder Fachlehrern gezielt unterlaufen. Die eher bedenken- als chancenorientierte Mentalität im Schulmilieu äußert sich in der Regel darin, dass Lehrer sich vor einer Ökonomisierung der Schule fürchten und mit allerlei Einwänden bis hin zu Unsere Schüler sind für solche Projekte nicht zu motivieren eine Zusammenarbeit ablehnen. Widerstand als etablierte Akteure leisten häufig etwa der Hausmeister, der sich ein für ihn notwendiges Zubrot mit einem Pausenkiosk verdient oder der externe Caterer, der das Defizit des Mensabetriebs in einer Schule mit dem Pausenkiosk aufzufangen versucht. Aber auch Eltern, die die Pausenverpflegung zu ihrer Angelegenheit gemacht haben oder Kommunen, die die Pausenverpflegung offiziell an selbstständige Gewerbetreibende ausschreiben, erschweren die Einrichtung von Pausenkiosken, die von Jugendlichen selbstständig geführt werden. In diesen Fällen entscheiden sich Schulleitungen in der Regel für den Status Quo, um den Schulfrieden nicht zu gefährden. Vor diesem Hintergrund machen wir die Erfahrung, dass telefonische Schulakquise zäh und sehr teuer ist. Nicht angemeldete Schulbesuche helfen da leider auch nicht weiter, da sie unter diesen Umständen erst recht weder kosten- noch zeiteffizient sind. Die Gewinnung weiterer Partnerschulen erweist sich daher inzwischen als das größte Hindernis für eine schnelle Projektskalierung. Ungeachtet des in NRW angestrebten Neuen Übergangssystems, das ab 2015 für alle Schüler der 8. Klasse an allen allgemeinbildenden Schulen umgesetzt werden soll, sehen wir 22

24 inzwischen die Notwendigkeit, das Geschäftsmodell des em- Schülerfirmennetzwerks zu überprüfen bzw. die strategische Ausrichtung des Projekts zu überdenken. Bislang begegnet das em-schülerfirmennetzwerk diesen Risiken bei der Gewinnung von Partnerschulen, indem wir über bereits bestehende Kunden, Arbeitskreise der Studien- und Berufswahlkoordinatoren sowie persönliche Lehrer- und Schulleiternetzwerke versuchen, Schulen individuell und mit Empfehlung anzusprechen. Unser regelmäßiges Schulmailing ergänzt diese Bemühungen ebenso wie unsere hochwertige Pressearbeit. Auf diese Weise können wir das Vertrauen und die Bekanntheit des Projekts zumindest kosteneffizient in einem gewissen Rahmen steigern. Die Frage, ob sich das em-schülerfirmennetzwerk mit dem bisherigen Geschäftsmodell als Sozialunternehmen finanziell selbst erhalten kann, müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt verneinen. Sollten die durch die Finanzausstattung neu entstandenen Möglichkeiten der professionellen Schulakquise daran nichts ändern, wird es 2013 Aufgabe des Geschäftsführers sein, alternative Strategien für das Projekt em-schülerfirmennetzwerk zu entwickeln und zu testen. Schüler der Anne-Frank-Schule in Mettmann im Interview mit der Deutschen Welle (https://soundcloud.com/emnetzwerk/deutschewelle-einfach-machen) 23

25 Organisation Organisationsstruktur Projektträger des em-schülerfirmennetzwerks ist die Breker Social Business gug (haftungsbeschränkt), die seit dem 26.Oktober 2011 offiziell als gemeinnützig anerkannt ist. Sie ist beim Amtsgericht Köln unter dem Eintrag HRB registriert. Geschäftsführender Gesellschafter und damit allein verantwortlich für das Projekt ist Tim Breker. Erfahrene Akteure im Bildungsbereich wie Michel Aloui Initiator des Sociallab-Köln, Prof. Dr. Stephan Breidenbach Leiter des Zukunftsdialogs der Bundeskanzlerin zum Thema Lernen und Michael Okrob Gründer von Teach First Deutschland unterstützten jedoch auch im vergangenen Jahr Tim Breker bei strategischen Entscheidungen. Kooperationspartner Die Warenproduktion und -logistik für das em-schülerfirmennetzwerk liegt weiterhin in den bewährten Händen des Kooperationspartner Kaffee & Mehr, einer Familienbäckerei mit 12 Mitarbeitern in Mönchengladbach, die seit mehr als 20 Jahren Schulkioske und Schülerfirmen beliefert. Im Rahmen eines Sachsponsorings bietet sie dem em-schülerfirmennetzwerk die Waren etwa 10% unter Marktpreis an. 24

26 Gründer und Geschäftsführer Tim Breker In einer Zukunft, in der reines Faktenwissen für jedermann online, günstig, jederzeit und überall verfügbar ist, werden Schulen in praktischen Lernprojekten vor allem Handlungskompetenzen vermitteln müssen. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit kann dabei zu einer schier unerschöpflichen Motivationsquelle für Schüler werden. Mit dem Projekt em- Schülerfirmennetzwerk gehen wir einen (kleinen) ersten Schritt in diese Richtung. Als Geschäftsführer des em-schülerfirmennetzwerks verfolgt Tim Breker seit Januar 2011 das Ziel, jungen Menschen durch die Gründung von Schülerfirmen Selbstwirksamkeitserfahrungen zu ermöglichen. Die Jugendlichen sollen Lust bekommen etwas zu unternehmen, etwas zu verändern, sich eigene Ziele setzen und diese erreichen. Dabei übernehmen sie Verantwortung und entwickeln Selbstbewusstsein. Tim Breker ist ausgebildeter Betriebswirt und begeisterter Unternehmer. Nach seinem Bachelorstudium an der WHU-Otto Beisheim School of Management hat er zwei Jahre als Fellow der Bildungsinitiative Teach First Deutschland gearbeitet. In dieser Zeit gründete er zwei Schülerfirmen und ließ sich von NFTE Network für Teaching Entrepreneurship als Certified Entrepreneurship Teacher ausbilden. Seit Oktober 2011 treibt er zudem das em- Schülerfirmennetzwerk als Praxisprojekt im Master of Public Policy Programm der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance voran, einem Studiengang für soziales und politisches Unternehmertum. 25

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