UMWELTMANAGEMENT. Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen. des Faserinstitut Bremen. Herausgeber: Faserinstitut Bremen e.v. FB Produktionstechnik

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1 UMWELTMANAGEMENT des Faserinstitut Bremen Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen 2003 Herausgeber: Faserinstitut Bremen e.v. FB Produktionstechnik

2 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 1/22 Umwelterklärung Faserinstitut Bremen e.v. Forschungsinstitut an der Universität Bremen Standort 1 Baumwollbörse Wachtstraße Bremen Standort 2 Universität, IW3 Am Biologischen Garten Bremen Inhaltsverzeichnis 0. Vorwort Tätigkeiten des Faserinstitut Bremen e.v Allgemeines Chronik Geographische Lage Standort Standort Struktur Betriebseinrichtungen und Verfahren Forschung und Entwicklung Beurteilung der Umweltauswirkungen Input-Output Analyse Betrieblicher Umweltschutz Umweltpolitik Umweltprogramm Umweltmanagementsystem Durchgeführte Maßnahmen und Umweltleistungen Erscheinen der nächsten Umwelterklärung Gültigkeitserklärung...22

3 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 2/22 0. Vorwort Der vorliegende Entwurf der ersten Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen dient der Bestimmung des gegenwärtigen Zustandes des Instituts. Im Rahmen des EU Life Projektes Green R&D sollen Maßnahmen entwickelt werden, wie Forschungsinstitutionen der Zugang zu einem Umweltmanagement gemäß den EU Verordnung EMAS II zugänglich gemacht werden kann. Wesentliche Zielsetzung ist die Analyse der Prozesse und Verfahren und die Bewertung hinsichtlich Ihrer Umwelteinflüsse. Positive Aspekte werden die Einsparung von Ressourcen und damit auch die Einsparung von finanziellen Mitteln sein. Es ist geplant, innerhalb des Projektes eine Validierung nach EMAS II im Jahr 2003 durchzuführen. Prof. Dr.-Ing. Axel S. Herrmann Institutsleitung, Tel: mail: Dipl.-Ing. Ralf Bäumer Umweltbeauftragter, Tel: mail: Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich bitte an die o.g. Personen

4 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 3/22 1. Tätigkeiten des Faserinstitut Bremen e.v. 1.1 Allgemeines Das Faserinstitut Bremen e.v. (FIBRE) nimmt als wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Bremen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Bereich der Prüfung, Weiterentwicklung und Verarbeitung von Fasern, textilen Halbzeugen und Faserverbund werkstoffen wahr. Es werden Dienstleistungen im Bereich der mechanischen Prüfung von Fasern und Faserverbundwerkstoffen angeboten. Die Aktivitäten des FIBRE liegen in den Schwerpunkten Faserprüfung, Fasermesstechnik, naturnahe Werkstoffe und Struktur- und Verfahrensentwicklung von Faserverbundwerkstoffen. Die Qualitätssicherung der Faseruntersuchungen im Labor wird durch die Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025:2000 gewährleistet, welches ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9000 für das Faserinstitut beinhaltet Im Bereich der Faserprüfungen kann das FIBRE auf eine jahrzehntelange Kompetenz bei der internationalen Harmonisierung und Standardisierung von Prüfungen von Baumwollund Wollfasern zurückblicken. Das Faserinstitut ist Veranstalter von Rundtesten mit bis zu 200 Teilnehmern aus 60 verschiedenen Ländern. Selbst nimmt das Institut an internationalen Vergleichstesten z.b. dem High-Volume-Instrument Check-Test teil. Das Institut ist designated Lab, also eins von 6 internationalen Prüflaboratorien, die für die Erstellung von Rundteststandards verantwortlich sind. Innerhalb des Faserinstituts werden die Internationalen Wollfeinheitsstandards für Interwollabs verwaltet. In den 90er Jahren hat das FIBRE die nationalen Standards für nachwachsende Naturfasern gesetzt. Die Arbeiten finden heute eine konsequente Fortsetzung im Aufbau eines modernen Prüflabors für Hochleistungs-Faserverbundwerkstoffe. Alle zwei Jahre wird vom Institut die Internationale Bremer Baumwollkonferenz durchgeführt. Sie ist die weltweit größte Baumwolltesttagung mit bis zu 600 Baumwollspezialisten aus 60 Ländern. 1.2 Chronik Das Faserinstitut Bremen e.v. wurde im Jahre 1962 gegründet und ist seit 1969 gemeinnützig. Im Institut gingen die Aktivitäten des 1955 an der Baumwollbörse Bremen aufgebauten Baumwoll-Labors und die des 1965 entstandenen Woll-Labors e.v. auf. Im Jahre 1989 wurde eine Kooperation mit der Universität Bremen eingegangen. Dadurch ist es gelungen, ein enges Zusammenwirken von Lehre, Forschung und Industrie zu schaffen. 1.3 Geographische Lage Das Faserinstitut Bremen ist auf zwei Standorte aufgeteilt.

5 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 4/ Standort 1 Baumwollbörse Bremen Wachtstraße 17-24, Bremen. Die angemieteten Labor- und Büroräume befinden sich in der 5, Etage des Gebäudes der Bremer Baumwollbörse und weisen eine Grundfläche von ca. 195 m² auf. Um 1900 erfolgte die Grundsteinlegung des Börsengebäudes, die Einweihung war im Jahre Das Gebäude befindet sich im Zentrum Bremens, in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz. Die gesamte Büro- und Nutzfläche beträgt ca m². Das Labor ist vollständig klimatisiert; die Umgebungsbedingungen betragen dort 20 C und 65% relative Feuchte. Die Klimatisierung erfolgt ganzjährig. Für das dort bestehende Chemielaboratorium existiert ein Digestorium. Die Mikroskopie wird bei hohen Außentemperaturen gekühlt. Die Baumwollbörse befindet sich direkt an dem Nahverkehrsknotenpunkt Domsheide. Mit der Staßenbahnlinie 6 können sowohl die Universität als auch der Hauptbahnhof und der Flughafen erreicht werden Standort 2 Universität Bremen, Ingenieurwissenschaften 3 (IW3) Am Biologischen Garten 2, Bremen Das Institutsgebäude wurde im Jahre 1998 nach den aktuellsten Energierichtlinien errichtet. Bei der Finanzierung wurde auf ein sog. Investorenmodell zurückgegriffen. Die Universität Bremen ist Mieter dieses Gebäudes und die Fachgruppe nutzt im Rahmen des Forschungs- und Lehrauftrages die Räumlichkeiten mit drei weiteren Instituten des Fachbereichs. In dem Gebäude befinden sich Büro-, Labor- und Vorlesungsräume. Auf dem Dach des IW3 ist eine Solaranlage installiert, die für die Versorgung von Elektrofahrzeugen genutzt wird. Überschüssiger Strom wird in das UNI-Netz eingespeist. Das Gebäude Ingenieurwissenschaften 3 ist mit den Buslinien 21, 28 und mit der Straßenbahnlinie 6 zu erreichen. Darüber hinaus besteht eine direkte Anbindung an die BAB.

6 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 5/ Struktur Das Faserinstitut Bremen ist ein gemeinnütziger Verein. Die Gremien sowie die Aktivitäten in den Kompetenz- und Geschäftsfeldern sind in der folgenden Graphik dargestellt. FIBRE Struktur und Organisationsaufbau für den Umweltschutz Mitglieder- Versammlung Verwaltungsrat Wissenschaftlicher Beirat Vorstand Vorschläge zur Verbesserung der Umweltleistungen Benennung Institutsleitung Sekretariat Verwaltung Controlling Umwelt-Ausschuss Beauftragte für Umwelt Qualität Abfall Abwasser Strahlenschutz Arbeitssicherheit Vorschläge zur Verbesserung der Umweltleistungen Kontrolle Beratung Kompetenzen Naturnahe Werkstoffe / Nachhaltigkeit Strategiekoordinator Faser- und faserproduktorientierte Prüfmethoden Faserverbund Struktur- und Verfahrensentwicklung Faserentwicklung / -bionik Geschäftsfelder Faserrohstoffe/ Fasern Textile Halbzeuge u. Produkte FVW + Leichtbau Services Administration (u. (u. a. a. Netzwerkmanagement) Sicherheit durch Fasern Prüfzentrum als Profitcenter

7 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 6/22 Die Entwicklung der Zahl der Mitarbeiter ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich Tabelle: Anzahl der Mitarbeiter Jahr Anzahl der Mitarbeiter Davon wissenschaftliche Mitarbeiter Das Institut erhält eine Grundfinanzierung durch das Land Bremen und finanziert sich heute zu ca. 80% aus Drittmitteln. Die Forschungsgelder werden aus Mitteln verschiedener Geldgeber von EU, Bund und Land bestritten. Zu nennen sind hierbei die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften AiF, BMWA, BMVIT, Bundesumweltstiftung und EU Programme wie LIFE und ADAPT. Durch die zweijährlich stattfindende Baumwollkonferenz sind weitere Einnahmen zu verzeichnen. Tabelle: Einnahmenentwicklung 2,5 2 Mio. 1,5 1 Tagung Wirtschaft 0, Vorl. Erg Plan 2003 Forschung Land Bremen 1.5 Betriebseinrichtungen und Verfahren Das Institut verfügt über eine Nutzfläche beider Standorte von ca. 400m². Diese Fläche teilt sich auf in Büro-, Labor- und Lagerflächen. Die Büros weisen eine übliche Ausstattung mit Computern, Druckern und sonstigen Bürogeräten auf. In den Laboratorien finden sich marktgängige Prüfgeräte für Fasern und Faserverbundwerkstoffe. Dazu zählen verschiedenste Zugprüfeinrichtungen bis zu 250 kn sowie Geräte zur Messung von Faserlängen und feinheiten. Diverse optische Geräte und Bildanalysesysteme dienen der Untersuchung der Morphologie und Farbe von Fasern und Faserverbundwerkstoffen. Im Bereich Naturfasern ist eine komplette Aufschlusslinie für Bastfasern aufgebaut. Für die Entwicklung moderner Fertigungsverfahren im Bereich Verbundwerkstoffe ist eine Warmpresse mit der zugehörigen Probenvorbereitung installiert. In beiden Standorten sind Chemielabore mit Digestorien und gesicherten Chemikalienschränken eingerichtet.

8 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 7/ Forschung und Entwicklung In der Fasermesstechnik arbeitet das FIBRE sowohl an der Optimierung eingeführter als auch an der Entwicklung alternativer Messverfahren für Fasern und Halbzeuge in ihren verschiedenen Stufen der Verarbeitung. Bei der Entwicklung neuer Verfahren für den industriellen Einsatz stehen besonders bildanalytische Verfahren und Online-Messtechnik im Vordergrund. Der Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Gebiet der Naturnahen Werkstoffe ist die Forschung und Entwicklung an Themen der gesamten Prozesskette in der Produktion von Naturfasern. Dieses beinhaltet alle Prozesse vom Anbau bis zum Einsatz in technischen Anwendungen, wie bei der Herstellung von Vliesen oder Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen unter besonderer Berücksichtigung der Qualitätsprüfungen entlang der Wertschöpfungskette. Im Bereich der Struktur- und Verfahrensentwicklung von Hochleistungs-Faserverbundwerkstoffen liegen die Arbeitsschwerpunkte zum einen in der Entwicklung von kontinuierlichen Fertigungsverfahren und der Herstellung großer Stückzahlen und zum anderen in der Simulation und Strukturentwicklung. Im Auftrag des Bremer Senats soll dieser Arbeitsbereich mit der Berufung von Herrn Prof. Herrmann ausgebaut werden. Daher ist seiner parallelen Funktion als Geschäftsführer der Composite Technologie Center GmbH in Stade zugestimmt worden. 2. Beurteilung der Umweltauswirkungen Alle bedeutenden vom Faserinstitut Bremen ausgehenden Umweltaspekte wurden auf ihre Signifikanz hin bewertet. Die Bewertungsskala wurde von minimaler bis hoher Umweltauswirkung in 4 Stufen unterteilt und zur besseren Übersicht farblich gekennzeichnet. Minimale Geringe Mittlere Hohe Signifikanz der Umweltauswirkungen Die Einstufung der einzelnen Aktivitäten wurde nach der folgenden Matrix vorgenommen. Risiko des Auftretens Kontinuierlich Häufig Gelegentlich Selten Unwahrscheinlich Grad der Wirkung Positiv Gering Kritisch Groß Katastrophal Dabei bedeutet im einzelnen:

9 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 8/22 das Risiko des Auftretens. - Kontinuierlich: Kann in Folge eines stetig bedienten Prozesses, einer stetig bedienten Aktivität oder eines stetig bedienten Auftretens sein - Häufig: Kann in Folge eines häufig gebrauchten Prozesses, einer häufig gebrauchten Aktivität oder eines häufig gebrauchten Auftretens sein - Gelegentlich: Kann in Folge eines gelegentlich genutzten Prozesses, Aktivität oder Auftretens sein - Selten: Kann in Folge einer Kette von ungewöhnlichen Ereignissen sein, die zu einem Umweltvorfall führen - Unwahrscheinlich: Kann in Folge einer Kette von außergewöhnlichen Ereignissen sein, die zu einem Umweltvorfall führen der Grad der Wirkung - Positiv: Keine oder positive Wirkung auf die Umwelt - Gering: eingegrenzte und/oder lokale Wirkung auf die Umgebung - Kritisch: Reversible Wirkungen, breitere Auswirkungen zur Umwelt - Groß: Ernste, lange Auswirkungen auf die Umwelt - Katastrophal: Ernste, permanente Umweltschäden Nach dieser durchgeführten Einschätzung ergeben sich für die im FIBRE detektierten Prozesse die im folgenden aufgezeigten Grade der Umweltwirkung. Tabelle: Liste der Umweltauswirkungen Hauptumweltaspekte Leckagen und verschüttete Medien Risiko des Auftretens Gelegentlich Grad der Wirkung Groß Energieverbrauch Häufig Gering Umweltschädliche Verbrauchsmaterialien Selten Groß Lärm Innerhalb Häufig Kritisch Verkehr Häufig Kritisch Emissionen in die Umgebung Gelegentlich Kritisch Sondermüll Gelegentlich Kritisch Schmutzwasser Gelegentlich Kritisch Nicht gefährliche Verbrauchsmaterialien Häufig Gering Trin kwasser Häufig Gering Emissionen in Digestorien Unwahrscheinlich Gering Restmüll Häufig Gering Recycling Abfälle (DSD) Häufig Gering Sperrmüll Gelegentlich Gering Lärm Außerhalb Unwahrscheinlich Positiv indirekte Umweltaspekte durch Forschung/Entwicklung Häufig Positiv Signifikanz Die Einschätzung der Umweltaspekte findet insofern Eingang in das Umweltprogramm, dass noch im Jahr 2003 ein Gefahrenabwehrplan bei Öl-Leckagen und bei Unfällen mit verschütteten Chemikalien entwickelt wird.

10 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 9/22 3. Input-Output Analyse Da das Faserinstitut keine Produktion im herkömmlichen Sinne betreibt, beschränken sich die eingehenden Ströme im Wesentlichen auf Energie (Wärme, Kälte, Strom), Wasser, Verbrauchsmaterialien (Papier, Druckermedien, Bürobedarf allgemein), Büromaschinen und geringe Mengen an Chemikalien. Die von den Kunden des Faserinstituts bereitgestellten Prüfmaterialien aus Naturfasern werden von diesen wieder zurückgenommen oder recycelt. Die dargestellten Daten für den In- und Output sind der besseren Vergleichbarkeit wegen auf die Nutzfläche oder die Mitarbeiterzahl bezogene Werte. Der Verbrauch von Energie und Wasser innerhalb des Gebäudes IW3 ist nicht direkt zu ermitteln. Aufgrund der gegebenen räumlichen Aufteilung zwischen den Instituten und dem Lehrbetrieb sind keine separaten Zähler installiert. Es lassen sich somit keine FIBRE spezifischen Verbrauchsdaten ermitteln. Aus diesem Grund werden die Messdaten auf die Nutzfläche bezogen. Eine geplante Maßnahme zielt dahin, die Verbräuche einzelner Geräte zu bestimmen, um mit Hilfe der protokollierten Nutzungsdauer den Gesamtjahresverbrauch bestimmen zu können. 0,60 0,50 Strom BBB MWh Energie / Fläche [MWh] 0,40 0,30 0,20 0,10 Strom IW3 MWh Heizen BBB MWh Heizen IW3 MWh Kühlung IW3 MWh 0,00 Abbildung: Input Energie bezogen auf die Nutzfläche

11 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 10/22 Trinkwasserverbrauch [l/m² Person]c Trinkwasser BBB l/m² Person Trinkwasser IW3 l/m² Person Abbildung: Input Trinkwasser bezogen auf die Nutzfläche 6000 Papierverbrauch pro Person Folien Tintenpapier Endlospapier Recycling Papier Normal Papier Abbildung: Input Papier bezogen auf die Anzahl Mitarbeiter Tabelle: Sonstige Verbrauchsmaterialien absolut Chemikalien fest 15 kg 25 kg 11 kg 20 kg Chemikalien flüssig 12 kg 25 kg 7 kg 15 kg techn. Gase BBB 2 kg 2 kg 2 kg 2 kg techn. Gase IW3 1 kg 1 kg 1 kg 1 kg Aluminiumfolie 3000 m 6000 m m m Öle und Schmiermittel 2 kg 4 kg 2 kg 3 kg Spülmittel 4 kg 5 kg - 3 kg Reinigungsmittel 4 l 5 l 0,25 l 6 l

12 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 11/22 Abfälle / Person [kg] Restmüll kg Papier & Karton kg Verpackungsfolien kg Schaumstoffe kg Styropor kg Glas kg Abbildung: Output Müll bezogen auf die Anzahl Mitarbeiter. Bei diesen Daten handelt es sich um geschätzte Werte. 10 Leuchtstoffröhren [Stück] Abbildung: Sondermüll / Person [Stück/Kg] Batterien [Stück] Toner [Stück] Tintenpatronen [Stück] Elektrische- Elektronische Ausrüstung [kg] Output Sonstige Abfälle bezogen auf die Anzahl Mitarbeiter. Diese Daten sind exakt ermittelt. Sämtliche Sonderabfälle des FIBRE werden an die Abfallentsorgung der Universität Bremen weitergegeben. Dies ist ein nach 52 KrW / AbfG überwachter Entsorgungsfachbetrieb. Emissionen in Wasser Verwendete Chemikalien werden aufgefangen und an die Abfallentsorgung der Universität Bremen zurückgegeben. Säuren und Laugen können nach fachgerechter Neutralisierung eingeleitet werden. Die Abwasserqualität wird regelmäßig von der Fa. Hanse-Wasser kontrolliert. Bei Abweichungen wird das Institut direkt vom Dezernat 4 der Universität Bremen informiert.

13 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 12/22 Emissionen in den Boden Das Institut verfügt über modernste Laborräume mit versiegelten Böden. Auch bei einer großen anzunehmenden Leckage gilt eine Kontamination des Bodens als unwahrscheinlich. Emissionen in die Luft Beim Hantieren mit Lösungsmitteln sowie mit Harzen und Härtern kann es zu Emissionen in die Luft kommen. Die Jahresgesamtmenge verbrauchter Chemikalien und Lösungsmittel ist jedoch gering. Eine Messung der Emissionen ist aufgrund der kleinen verbrauchten Mengen sehr problematisch. Es wird daher von einer geringfügigen bis vernachlässigbaren Luftbelastung ausgegangen. Lärm Lärmemissionen nach außen sind nicht wahrnehmbar und werden daher als vernachlässigbar eingestuft. Von einigen Prüfgeräten gehen jedoch Schallemissionen aus, die zu messen und zu analysieren sind. Aufgrund der Ergebnisse sind weitere Maßnahmen wie z.b. aktive oder passive Schallschutzmaßnahmen abzuleiten. 4. Betrieblicher Umweltschutz Der Personaleinsatz für die Einführung des Umweltmanagementsystems im Faserinstitut Bremen belief sich in den letzten beiden auf Jahren auf ca Dies ist die Eigenbeteiligung für das EU-Life Projekt Green R&D. Innerhalb dieses Projektes sind Maßnahmen zu entwickeln, die eine Einführung von Umweltmanagementsystemen in Forschungsund Entwicklungsinstituten in Europa ermöglichen soll. Auf lokaler Ebene ist das Faserinstitut an dem EMAS-Netzwerk Bremen beteiligt. Dieses Vorhaben öffentlicher Einrichtungen innerhalb Bremens hat die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und exemplarische Umsetzung in einem Netzwerk zum Ziel. 5. Umweltpolitik Das Faserinstitut Bremen e.v. ist seit 1962 mit der Prüfung von Fasermaterialien befasst. Die Qualitätssicherung bei diesen Untersuchungen ist immer oberstes Gebot und manifestiert sich in der Akkreditierung des Institutes nach DIN EN ISO/IEC 17025:2000. Die Institutsleitung, die Leitung des Prüfzentrums und die QM-Beauftragten haben sich verpflichtet, das eingeführte Qualitäts-Management-System zu pflegen, die gestellten Anforderungen im Institut zu erfüllen und einzuhalten. Dabei sind der Schutz der Umwelt, die Forderungen des Gesetzgebers, der Stand der Technik, die Marktbedürfnisse, das Leistungsprofil, die Kundenerwartung und -zufriedenheit, die Ausbildung und Motivation der Mitarbeiter, aber auch die der Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen.

14 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 13/22 Die jahrelange Beschäftigung mit ökologischen Produkten wie den Naturfasern, aber auch die Durchführung von Forschungsprojekten zur Förderung nachwachsender Rohstoffe, die Entwicklung umweltfreundlicher Prüfmethoden für Fasern und Faserverbundwerkstoffe und die Entwicklung preiswerter Produktionsverfahren für den Leichtbau mit Verbundwerkstoffen und den damit verbundenen Energieeinsparungen im Verkehrswesen, sind Antrieb für die Einführung eines kombinierten Umwelt- und Qualitätsmanagementsystems im Faserinstitut Bremen e.v.. Mit der Novelle der Öko-Audit-Verordnung, der sog. EMAS II, wird dem Faserinstitut Bremen e.v. die Gelegenheit geboten, das Umweltmanagementsystem nach der EMAS einzuführen mit dem Ziel, die Umweltleistungen des Institutes gezielter und nachhaltiger zu verbessern. Die Umweltpolitik des Faserinstitut Bremen e.v. ist in den folgenden Punkten dargestellt: - Einflussnahme auf neue Projekte in Forschung und Entwicklung. Darin eingeschlossen ist die Förderung von Produktentwicklungen mit nachwachsenden Rohstoffen und des Leichtbaus. Die Umweltauswirkungen einzelner Vorhaben sollen dabei frühzeitig beurteilt werden. - Die Umweltauswirkungen des Faserinstitut Bremen e.v. werden anhand der gesetzlichen Regelungen ständig beurteilt und überwacht. Das Faserinstitut verpflichtet sich zur Einhaltung der relevanten Umweltgesetze und vorschriften. - Entstehende Umweltbelastungen werden vermieden oder minimiert. Dies geschieht durch die Erhöhung des Anteils umweltfreundlicher Verbrauchsmaterialien und Ausstattungsgegenstände. Der Verbrauch von Ressourcen wird minimiert. - Das Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt wird bei allen Mitarbeitern gefördert. Dazu sind alle Mitarbeiter in den Umwelt- und Qualitätsprozess Aktiv mit einzubeziehen. Dies geschieht durch gezielte Informationen sowie Motivations- und Schulungsmaßnahmen. - Durch ein abgesichertes Handling von Chemikalien, Sondermüll und eventuell auftretenden Leckagen, sollen Emissionen vermieden werden. In Zusammenarbeit mit Behörden und der Universitätsverwaltung sind Verfahren zu entwickeln, die die Auswirkungen möglicher Emissionen gering halten. - Das Faserinstitut verpflichtet sich zur kontinuierlichen Verbesserung und Verhütung von Umweltbelastungen Die Umsetzung der Umweltpolitik wird durch die folgenden Maßnahmen unterstützt. - Die geltenden Umweltschutzvorschriften werden eingehalten. - Die Institutsleitung stellt die notwendigen finanziellen und personellen Mittel für das Umwelt- und Qualitätsmanagement zur Verfügung.

15 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 14/22 - Das bestehende Managementsystem und seine Dokumentation werden ständig den sich ändernden Verhältnissen angepasst. - Alle umweltrelevanten Abläufe und Verantwortlichkeiten, die in dem Institut Gültigkeit haben, werden aufgezeichnet und dokumentiert. - Die Öffentlichkeit, Kunden und Geschäftspartner werden von diesen Maßnahmen informiert und zu einem Dialog über Umweltauswirkungen angeregt. 5.1 Umweltprogramm Ziele und Maßnahmen Termin Verantwortlich Status 0. Ziel Aufbau von ökologischem Know-how 0.1 Beschaffung von Informationen im Zusammenhang monatlich UB mit Öko-Audit 0.2 Fortbildungsmaßnahmen (intern und extern) monatlich UB, IL 0.3 Kenntnisstand aller Mitarbeiter verbessern durch Infoschreiben über das Intranet und Umläufe monatlich UB 1. Ziel Ökologische Beschaffung 1.1 Ermittlung umweltgerechter Beschaffungskriterien UB, Administration 2. Ziel Energiesparen Verringerung des Stromverbrauchs je Mitarbeiter um 10% bis 2004 (bezogen auf 2001) Verringerung des (Gesamt-) Wärmeverbrauches um 5 % bis 2004 (bezogen auf 2001) 2.1 Überprüfung der technischen Ausrüstung BB-Sicherheit Ermittlung des Leistungsverbrauchs vorhandener LPC, elektrischer Betriebsmittel (im Rahmen der Prüfung der elektrischen Betriebsmittel) Ermittlung des Energiebedarfs in Büros UB 2.3 PC: Bildschirmschoner, Stand-By-Betrieb, Netzwerkadmin Stromsparfunktion in BIOS und Betriebssystem einstellen 2.4 Analyse des Nutzerverhaltens und Motivation der UB, IL, LKC Nutzer zum Energiesparen 2.5 Konsequente Abschaltung der Geräte bei LPC Nichtgebrauch 2.6 Informationen zu Heizen und Lüften UB

16 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 15/22 Ziele und Maßnahmen Termin Verantwortlich Status 3. Ziel Abfallvermeidung Verringerung des Abfallaufkommens um 10% 3.1 Analyse der Abfallaufkommens UB erledigt 3.2 Verbesserung der Abfalltrennung nach Restmüll und BB-Abfall erledigt DSD durch Bereitstellung geeigneter Abfalleimer (Erhöhung des DSD-Anteils) 3.3 Verringerung des Papier- und Tonerverbrauchs beim Drucken durch geeignete EDV-Optionen UB, Netzwerkadmin (doppelseitiges Drucken und Kopieren) Verwendung von Fehldrucken als Konzeptpapier) 3.4 Motivation der Mitarbeiter zur Abfalltrennung und - vermeidung monatlich UB 3.5 Verringerung des Papierverbrauchs durch vermehrten Einsatz von und Speichermethoden (pdf-files, Elektronischer Leitz Ordner) IL, Netzwerkadmin 3.6 Entsorgung von Naturfaserproben in den Bioabfall UB erledigt 3.7 Erhöhung des Anteils von Recyclingpapier Administration 3.8 Bereitstellung von Behältern für den Sondermüll (Öl, Ölhaltige Abfälle, Leuchtstoffröhren Chemikalien) erledigt 4. Ziel Wassersparen Verringerung des Wasserverbrauchs je Mitarbeiter um 5 % bis 2003 (bezogen auf 2001) 4.1 Motivation der Mitarbeiter zum Wassersparen monatlich BB-Abwasser 5. Ziel Mobilitätsmanagement Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen 5.1 Erfassung des Dienstreiseverkehrs Buchhaltung 5.2 Erfassung des Pendlerverkehrs UB erledigt 6. Ziel Gefahrenmanagement 6.1 Entwicklung eines Gefahrenabwehrplans bei Öl UB, BB-Sicherheit Leckagen 6.2 Aktualisierung des Gefahrstoffkatasters Bb-Abwasser erledigt Vorhalten der Betriebsanweisungen UB, Bb-Abwasser Bb-Sicherheit erledigt 7. Ziel Designlenkung 7.1 Förderung von umweltrelevanten Forschungsvorhaben 7.2 Information von Kunden bei Anlieferung von Verpackungsmaterial ½ -jährlich IL, LKC Administration, BB-Abfall

17 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 16/ Umweltmanagementsystem Neben der Einhaltung der geltenden Umweltschutzvorschriften hat das Faserinstitut Bremen zur besseren Verfolgbarkeit seiner Umweltziele ein Umweltmanagement Handbuch eingeführt. Es ist die Dokumentation des Umweltmanagementsystems des Faserinstitut Bremen e.v. (FIBRE). Es enthält Festlegungen zu Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung im Umweltschutz, sowie Beschreibungen der umweltschutzrelevanten Abläufe. Das Handbuch ist nach den folgenden Schwerpunkten gegliedert. 1. Umweltpolitik 2. Planung 3. Durchführung 4. Überwachungs- und Korrekturmaßnahmen 5. Managementreview Zur Ausbildung und Motivation der Mitarbeiter werden regelmäßig Schulungen im Umweltbereich durchgeführt. Die interne Kommunikation wird über das Intranet gewährleistet, das jedem Mitarbeiter jederzeit zugänglich ist. Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge können auch auf diesem Wege übermittelt werden. Die Kommunikation nach außen geschieht über Mitteilungen im Cotton Report, der Universitätszeitung und über die Publikation im Internet. Die Umwelterklärung wird jedem interessierten Kunden, Kooperationspartner und Bürger zur Verfügung gestellt. Es sind Verfahrens- und Arbeitsanweisungen formuliert, die gewährleisten sollen, dass die einschlägigen Umweltvorschriften eingehalten werden, dass Korrekturmaßnahmen greifen und dass die Mess- und Verbrauchsdaten ständig aktualisiert werden und in den entsprechenden Katastern wiedergegeben werden. Zu den weiteren Kapiteln gehören Arbeits- und Verfahrensanweisungen (AA, VA) und entsprechende Anlagen. Die Seiten der Anweisungen sind nach den Vorgaben des Qualitätssicherungshandbuchs und der VA aufgebaut und damit eindeutig gekennzeichnet. Im Rahmen des Änderungsdienstes für Verfahrensanweisungen werden immer komplette Anweisungen ausgetauscht. Die Verfahren der Erstellung, Aktualisierung und Verteilung sind festgelegt. Verantwortlich für die Erstellung der Verfahrensanweisungen im Institut ist der Beauftragte für das Umweltmanagementsystem. Für Verfahrensanweisungen gilt die in den VA Gestaltung und Aufbau von Verfahrensanweisungen (VA) vorgegebene Gliederung entsprechend der Abbildung.

18 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 17/22 Geltungsbereich 1. Zielsetzung 3. Erläuterungen, Abkürzungen 2. Ausführung 4. Dokumentation Abbildung: Standardgliederung der Verfahrensanweisungen Alle VAs mit möglicherweise umweltrelevantem Inhalt sind dem UB zur Genehmigung vorzulegen. Er bestätigt auf einer gesonderten formlosen Anlage, dass die entsprechende (VA) den Umweltschutzgesetzen und Verordnungen entspricht. Die Umweltbetriebsprüfung ist ein spezielles, alle Bereiche umfassendes Umweltmanagement-Audit zur Vorbereitung auf die Validierung des Umweltmanagementsystems durch den Umweltgutachter. Sie wird - wie andere interne Audits - nach festgelegten Regelungen durchgeführt. Besonders zu beachten sind die Bestimmungen der Öko-Audit-Verordnung (Anhang I C) und die Qualifikation der Auditoren. Die Öko-Audit-Verordnung fordert eine Beurteilung folgender Gesichtspunkte: - Umweltauswirkungen - Energiemanagement - Ressourcenmanagement - Emissionen, Abfälle, Lärm - Prüfverfahren - Praktiken von Auftragnehmern - Verhütung von Unfällen - Ausbildung und Motivation der Mitarbeiter - Information der Öffentlichkeit Interne Auditoren und interne Umweltbetriebsprüfer (Auditleiter) führen die Umweltbetriebsprüfungen durch. Die Umweltbetriebsprüfer des Faserinstituts Bremen e.v. müssen eine entsprechende Qualifikation vorweisen. 6. Durchgeführte Maßnahmen und Umweltleistungen An dieser Stelle sollen bereits durchgeführte Neuerungen und positive Entwicklungen im Umweltbereich genannt werden. Eine neu eingerichtete Intranet-Seite informiert über den aktuellen Stand des Umweltmanagements. Hier können auch alle Verfahrens- und Arbeitsanweisungen sowie das Umweltmanagementhandbuch selbst eingesehen werden. Dieses Forum wird auch für das Vorschlagswesen genutzt. Innerhalb von durchgeführten Schulungen konnte die Motivation der Mitarbeiter gestärkt werden, welches sich im Vorschlagswesen für Einsparprozesse

19 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 18/22 niedergeschlagen hat. Der Prozess der Mülltrennung konnte durch die Bereitstellung geeigneter Sammelbehälter optimiert werden. Einen wesentlichen Anteil der indirekten Umweltauswirkungen des FIBRE betreffen die Forschungsaktivitäten. An dieser Stelle seien laufende und abgeschlossene Forschungsvorhaben mit positiven Umweltaspekten genannt: - Herstellung von Produkten aus einem biologisch abbaufähigen Faserverbundwerkstoff auf Naturfaserbasis und Bio-polymer-matrix Im Rahmen des Projektes galt es, geeignete Matrixwerkstoffe und Naturfaserfilze sowie Verarbeitungsverfahren zu entwickeln. Formgebung, Bearbeitung und Eigenschaften der Prototypen waren zu prüfen und zu optimieren. Mit der Projektierung, dem Bau und dem Testbetrieb einer Anlage zur Herstellung von biologisch abbaubaren Faserverbundwerkstoffen soll der Nachweis der Machbarkeit unter industriellen Bedingungen erbracht werden. Die Erfüllung der Bauteilanforderungen hinsichtlich Qualität, Funktion und Kosten wurde überprüft. Ziel des Verbundvorhabens war die Entwicklung und Herstellung eines biologisch abbaubaren Faserverbundwerkstoffes aus 40-80% Naturfasern (Flachs) und einer Biopolymermatrix, z.b. basierend auf modifizierter Stärke, für die Nutzung als Plattenbauteil im Verkleidungs- und Gehäusebau (z.b. Maschinenbau, Möbelindustrie, Bauwirtschaft) und als formstabiles Isoliermaterial (z.b. Dachbereich, Innenausbau, Heizungsrohrverkleidung). - Hanffasererzeugung für Fahrzeugbauteile - Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung bei der Hanffasererzeugung Nach wie vor besteht ein erhöhter Informationsbedarf entlang der Wertschöpfungskette vom Anbau zum Bauteil. Der zukünftig steigende Einsatz von Naturfasern in technischen Produkten kann für die heimische Landwirtschaft nur dann eine Relevanz erhalten, wenn sich für die Linie vom Anbau zum Bauteil Vorteile gegenüber anderen Fasern und Rohstoffen ergeben und somit durch entstehende Nachfrage ein Absatz gesichert ist. Die industrielle Nutzung von Fasern heimischer Pflanzen kann den Landwirten die Chance bieten, im Vertragsanbau spezielle Rohstoffqualitäten zu erzeugen und deren Lieferung zu sichern. - Herstellung von technischen Nonwoven-Produkten (Vliesen und Filzen) unter Einsatz von Naturfasern In dem Projekt werden die Möglichkeiten des Einsatzes von Naturfasern in technischen Produkten untersucht. Ziel des Teilprojektes Nadelfilze aus Hanffasern war es, die Verarbeitbarkeit von Hanffasern entlang der gesamten Wertschöpfungskette - vom Anbau bis zum Endprodukt - und die Einsatztauglichkeit der hergestellten Textilien für konkrete Produktlinien zu untersuchen. Bei den Untersuchungen wurden insbesondere die Möglichkeiten der Verarbeitung von Hanffasern zu Nadelfilzen untersucht. Hanfstroh der Sorte Felina 34 aus österreichischem Anbau wurde mechanisch aufgeschlossen. Aus den aufgeschlossenen Hanffaserbündeln wurden im Spinntechnikum der Fachhochschule Niederrhein, Abteilung Mönchengladbach, mehrschichtige Faserflore hergestellt. In mehreren Versuchen wurde die Verarbeitung von 100 Prozent Hanffasern und von Mischungen verschiedener Faserarten (Schafwoll-, Polypropylen- und Biocetafasern) demonstriert.

20 Umwelterklärung des Faserinstitut Bremen e.v. 19/22 Die Verfestigung der Faserflore zum Nadelfilz erfolgte im Technikum der Firma Singer Spezialnadelfabrik in Würselen. In den Versuchen wurden die mehrschichtigen Faserflore zum einen ohne und zum anderen mit einem Trägergewebe aus Jutefäden vernadelt. Hierdurch wurden eine höhere Formstabilität und eine höhere Festigkeit der Nadelfilze erzielt. Die hergestellten Nadelfilze wurden auf ihre mechanischen Eigenschaften hin untersucht. Angestrebte Produktlinien sind z.b. Geotextilien. - Einsatz einer neuartigen Schnellextraktionsmethode zur Bestimmung des Restfettgehaltes von Wolle Die Verarbeitungseigenschaften von Wolle werden stark durch ihren Restfettgehalt beeinflusst. Dieser muss daher gemessen werden, um durch gezielte Dosierung von Avivagen optimale Verarbeitungseigenschaften zu erzielen. Die übliche Restfettbestimmung nach IWTO verbraucht große Mengen an Dichlormethan und ist sehr zeitaufwendig. Zudem soll der Einsatz dieses Lösungsmittels verboten werden, da es ozonschädigend wirkt und im Verdacht steht, krebserzeugend zu sein. Das entwickelte SFE-Verfahren bietet insbesondere verfahrenstechnische und wirtschaftliche Vorteile. Es kommt ohne herkömmliche Lösungsmittel aus, folglich fallen auch keine Abwässer und zu entsorgende Lösungsmittel an. Eine Abgasreinigung ist ebenfalls nicht erforderlich. Das verwendete CO 2 ist weder brennbar noch explosiv, physiologisch unbedenklich, und steht in großen Mengen aus der Luftzerlegung zur Verfügung. Die Messzeiten sind mit ca. 30 Minuten bei Mehrfachbestimmungen sehr kurz. - Neues nachhaltiges Produktionsverfahren zur Herstellung innovativer Materialien für technische Anwendungen und Textilien mittels biotechnologischer Modifikation von Naturfasern. In Deutschland können Bastfasern umweltgerecht mit vergleichsweise hohen Erträgen angebaut werden. Bisher müssen die Faserbündel mit mechanischen, chemischen, oder physikochemischen Verfahren weiter verfeinert werden. Ziel des Projekts ist die Realisierung des enzymatischen Faseraufschlusses im größeren Maßstab unter Industriebedingungen. Dies umfasst die Auswahl geeigneter Rohstoffqualitäten, die Optimierung der Faservorbehandlung, die Auswahl bzw. spezielle Anzucht optimierter Enzyme, darauf abgestimmte Prozessbedingungen, sowie die Konstruktion einer Pilotanlage und die Herstellung von Verbundwerkstoffen und Garnen aus den erzeugten Fasern. Durch das in diesem Projekt zu entwickelnde industriell anwendbare Verfahren zum Faseraufschluss wird es mit regional angebauten Rohstoffen möglich, einerseits hochwertige Rohstoffe für die Textilindustrie zu erzeugen, und andererseits über die Produktion von Vliesen und Filzen definierter Qualität in den Sektor der hochwertigen Verbundwerkstoffe in der Automobil- und Luftfahrtindustrie vorzustoßen. Das Verfahren ersetzt den in Osteuropa und China z.zt. noch benutzten chemischen Aufschluss durch Kochen in Natronlauge und kann so die dort entstehende Umweltbelastung mindern. Außerdem werden durch die angestrebte Kreislaufschließung (Abwasserrückgewinnung) bereits in der Pilotanlage die Emissionen des enzymatischen Aufschlusses minimiert. Auf den Produktzyklus bezogen ergibt sich die Möglichkeit, regionale Kreisläufe zu schaffen, in denen regional angebaute Fasern noch in der Region zu Halbzeugen und z.b. Verbundwerkstoffen verarbeitet werden können und Transportwege reduziert werden. Das Verfahren kommt so

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