EKiR. in o. Liebe Leserin, lieber Leser,

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1 EKiR. in o Ein Service für Presbyterinnen und Presbyter Foto: Andre Zelck weltweit ein. Deshalb engagieren wir uns für sie in Wort, Tat und im Gebet. Es ist ein Zeichen unserer ökumenischen Verbundenheit mit Christinnen und Christen in aller Welt, dass wir ganz im Sinne von Paulus: Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen (Gal 6,2) in besonderer Weise das Schicksal unserer Glaubensgeschwister in aller Welt vor Augen haben und für sie beten. Aus vielen Gesprächen mit unseren bedrängten Schwestern und Brüdern in aller Welt weiß ich, wie bestärkend und ermutigend es in ihrer jeweiligen Situation empfunden wird, dass wir sie in unsere Gebete einschließen. Dies hat an jedem Ort und zu jeder Zeit seinen Platz. Als Gemeinden können Sie sich an der Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen beteiligen, zu der wir unsere Gemeinden speziell am 2. Sonntag der Passionszeit (Reminiszere) ermuntern und dazu liturgisches Material zur Gestaltung des Gottesdienstes anbieten. In vielen Kirchengemeinden leben Menschen anderer Herkunft, die als Christinnen und Christen in ihren Herkunftsländern Verfolgung erlebt haben. Wir können sie in unser Gemeindeleben einbeziehen, sie können uns erzählen von ihren Erfahrungen und uns daran teilhaben lassen. Bedrohte Religionsfreiheit wird so nicht zu einem abstrakten Thema, sondern führt zu einem lebendigen Austausch, wo klar ist: Es geht um konkrete Menschen wie Sie und mich. Ihr Präses Nikolaus Schneider Liebe Leserin, lieber Leser, in vielen Regionen der Welt werden Menschen um ihres Glaubens willen bedrängt, unterdrückt oder verfolgt. Auch viele Christinnen und Christen können ihren Glauben nicht frei leben, in manchen Staaten müssen sie gar um ihr Leben oder das ihrer Familien fürchten wie etwa in Nordkorea, Indien und Indonesien, Ägypten und Pakistan. Als Kirchen treten wir entschieden für die Religionsfreiheit aller Menschen Mit vier Bonusseiten Evangelische Argumente Neue Männer braucht die Kirche. In ihren Kindertagesstätten. Denn für eine geschlechtergerechte Pädagogik sind sie dringend nötig. aus dem inhalt 2 Nachgefragt Einkauf mit Konsequenzen: Superintendent Jens Sannig über öko-faire Einkaufspolitik und Boykottaktionen 6 Auf dem Reformweg Wie Presbyterien an den Beratungen zur kirchlichen Personalplanung und zur Reform der Verwaltungsstrukturen beteiligt werden 11 Einfach evangelisch Was bedeutet der reformatorische Grundsatz Sola scriptura? 12 Presbyteriumswahl 2012 Die Spielräume nutzen: Gemeinden verbessern ihre Öffentlichkeitsarbeit EKiR.info im Internet Den Inhalt dieser Ausgabe finden Sie auch unter Nr. 3 Juni 2011 Titel 01

2 Einkauf mit Konsequenzen Der Kirchenkreis Oberhausen hat zum Boykott von Coca-Cola aufgerufen. Derzeit beraten die landeskirchlichen Gremien über eine Beteiligung. Ein Boykott bietet Chancen, sagt Superintendent Jens Sannig, Vorsitzender des Öffentlichkeitsausschusses. Foto: Markus J. Feger Jens Sannig ist Superintendent des Kirchenkreises Jülich und Vorsitzender des Ständigen Ausschusses für öffentliche Verantwortung der rheinischen Kirche. Herr Sannig, wie kritisch sollten Kirchengemeinden beim Einkauf sein? Sie sollten bei Produkten kritisch fragen, ob sie unter Einhaltung von Menschenrechten und nach öko-fairen Kriterien hergestellt wurden. Bei Herstellung, Entsorgung und Vertrieb sollten umweltverträgliche Standards und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen gelten. Produkte aus Kinderarbeit oder zu Preisen, die nur durch Menschenrechtsverletzungen oder Missachtung des Umweltschutzes möglich sind, können wir nicht einkaufen. Klingt gut. Aber was kann die Kirche mit ihrem Kaufverhalten bewirken? Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit bei allen Kaufentscheidungen zu berücksichtigen, schafft in den Firmen und Handelsketten ein Bewusstsein für eine soziale und ökologische Verantwortung. Das zeigen Gespräche mit der Industrie und dem Handwerk, wie eben jetzt mit Coca- Cola. Dort ging es unter anderem um den Grundwasserschutz in Indien und um Arbeitnehmerrechte in Kolumbien. Nicht jedes Gemeindeglied wird einen Boykott gut heißen. Wie viel Konsens sollte ein Presbyterium erzielen? Entscheidend ist es, dass sich ein Presbyterium zunächst bewusst entschließt, in der eigenen Kirchengemeinde öko-fair einzukaufen und das öffentlich zu machen. Wenn das Bewusstsein wächst, dass Änderungen im Kaufverhalten notwendig sind, wird es auch eine Zustimmung für möglicherweise energischere Schritte geben, zu denen ein Boykott bestimmter Produkte zählt. Welche Chancen hätte ein Boykottaufruf auf Ebene der Landeskirche? Wenn Boykott den Dialog und die Bereitschaft zum Gespräch nicht ausschließt, kann er möglicherweise zu mehr Verbindlichkeit in den Bemühungen um positive Veränderungen führen. Aber genau das gilt es ja noch in den Beratungen zu klären. angedacht: Reicher ohne Geiz von Dorothea Geffert Der Monatsspruch für Juni steckt scheinbar voller Widersprüche: Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer (Spr 24,11). Dieses Bild stammt aus der Landwirtschaft: Wer großzügig sät, erntet viel mehr als derjenige, der mit seinem Saatgut geizig ist. Das lässt sich auch auf unseren Alltag heute übertragen. Angeregt durch eine Aktion von 7 Wochen ohne habe ich vor ein paar Jahren angefangen, meine Zuneigung, meine Zeit, gelegentlich auch mein Geld für andere zu verschwenden. Das überraschte manche, da in unserer Gesellschaft eher die Haltung Geiz ist geil verbreitet ist. Vermutlich bleiben aber die, die sich nicht für andere öffnen können oder wollen, einsam und menschlich arm. Wer jedoch reich mit Gottes Liebe beschenkt ist, kann aus dem Vollen schöpfen und großzügig davon weitergeben! Und man bekommt jede Menge zurück und ist reicher als zuvor. Dorothea Geffert ist Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge in Bonn. Foto: Meike Böschemeyer 02 Angesagt

3 Kirche der kurzen Wege Michael Kröber ist Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Trier. Mit Organisations- und Rechtsfragen kennt sich der 35-jährige Versicherungsfachwirt aus. Wohl auch deshalb wünscht er sich weniger Bürokratie in der Kirche. Als Kind war mein Berufswunsch... Bankkaufmann. Aber heute bin ich... Versicherungsfachwirt und sehr froh, dass es so gekommen ist. Diese Eigenschaft hätte ich gern... mich manchmal teilen zu können. Da das aber nicht geht, versuche ich einfach nur, auch meine Freizeit im Kalender einzutragen. Gar nicht mag ich,... wenn etwas so gar nicht läuft, wie es sein sollte. Manche Dinge kann man nicht planen und da hilft dann nur Vertrauen. Den Tag beginne ich... damit, meinen Wecker auszuschlagen und dann Radio zu hören. Das Radioprogramm begleitet mich auf dem Weg zur Arbeit und auch während der Arbeit. Michael Kröber ist Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Trier. Der 35-Jährige ist Vorsitzender des CVJM Trier und ehrenamtlicher Geschäftsführer des Café Basilika in seiner Gemeinde. Foto: Klaus Kimmling typisch Presbyter Glücklich bin ich,... wenn ich etwas mit Freunden unternehme und wir gemeinsam Spaß haben. heit die Gemeinschaft einer Gemeinde ergeben. Und viele, die gemeinsam in ihrer Gemeinde arbeiten, sei es ehrenamtlich oder hauptamtlich. Wenn ich Präses wäre,... würde ich versuchen, kirchliche Bürokratie und lange Wege abzubauen. In der Bibel beeindruckt mich,... dass es überall etwas gibt, das man auch heute noch im Leben wiederfindet und das Trost und Hilfe sein kann. Einer meiner Lieblingssprüche ist mein Konfirmationsspruch: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Ich träume... von einem Segeltörn auf dem Mittelmeer. Ich würde gerne einmal Kaffee trinken mit... Peter Hahne, weil er mich als Mensch, Journalist und ehemaliges EKD- Ratsmitglied interessiert. Mit Kirche verbinde ich... viele kleine Teile, die zusammengehören: die Gemeindemitglieder, die in ihrer Gesamt- Ökumene bedeutet für mich,... dass etwas, was getrennt ist, zueinanderfindet. Zur Ökumene gehört für mich die Stärkung der Gemeinsamkeiten und die Akzeptanz der Unterschiede und dass die Eigenständigkeit der Konfessionen erhalten bleibt. Am liebsten singe ich... aus dem Gesangbuch Ein feste Burg ist unser Gott, ansonsten singe ich gerne Songs im Radio oder von CD mit, zum Beispiel von a-ha, Depeche Mode oder auch Phil Collins. Ich bin Presbyter,... weil ich mich in meiner Gemeinde einbringen möchte und gerne Verantwortung übernehme. Deshalb kandidiere ich im Februar erneut bei der Presbyteriumswahl. typisch Presbyter 03

4 Künftig mehr Konficamps Die Landessynode hat im Januar eine Handreichung zur Konfirmandenarbeit verabschiedet und darin am schulfreien Nachmittag festgehalten. Gleichwohl wird die traditionelle Arbeitsform ergänzt werden müssen, sagt Kirchenrat Dr. Stefan Drubel. Herr Drubel, die Landessynode hat im Januar einen schulfreien Nachmittag pro Woche für die Konfirmandenarbeit festgeschrieben. In Zeiten der Ganztagsschule fällt es manchem Presbyterium allerdings schwer, das in die Tat umzusetzen. Warum ist der Landeskirche der freie Nachmittag so wichtig? Weil er Jugendlichen die Chance gibt, sich gemeinsam über einen längeren Zeitraum auf ihre Konfirmation vorzubereiten, auch wenn sie verschiedene Schulen und Schulformen besuchen. Die Gemeinden können die wöchentliche Konfirmandenarbeit nur sinnvoll organisieren, wenn die Schulen diesen einen Nachmittag für die Klassen 7 und 8 weiterhin von Unterricht frei halten. In Nordrhein-Westfalen und Hessen ist das der Dienstagnachmittag, im Saarland der Freitagnachmittag und in Rheinland- Pfalz sind es die Dienstag- und Donnerstagnachmittage. Trotzdem setzen manche Schulen Unterricht in der Zeit an, die der Konfirmandenarbeit vorbehalten ist. Wie sollten Presbyterien reagieren? Sie sollten Kontakt zum Schulreferat ihres Kirchenkreises aufnehmen. Es wird sich mit der Schulleitung in Verbindung setzen. Hat die traditionelle Konfirmandenarbeit angesichts des zunehmenden Ganztagsunterrichts auf Dauer noch eine Zukunft? Ja, die wöchentliche Arbeitsform wird jedoch zum Beispiel bei einjährigen Modellen ergänzt werden müssen durch Angebote an Wochenenden oder durch zusätzliche Blockeinheiten in den Ferien. Kirchenrat Dr. Stefan Drubel ist im Landeskirchenamt der rheinischen Kirche für die nichtschulische Bildungsarbeit zuständig. Die Landessynode hat deshalb die sogenannten Konficamps als ein Beispiel für solche Einheiten in die Rahmenordnung aufgenommen. Diese Camps kommen bei den Jugendlichen gut an, selbst wenn sie in den Sommer- oder Herbstferien liegen. Sie erleichtern das Kennenlernen und bieten Raum, intensiver an einem Thema zu arbeiten. Könnte der Samstag eine Alternative zum schulfreien Nachmittag in der Woche sein? Nein. Eine Kirchengemeinde würde damit stark in den Gestaltungsspielraum Foto: Markus J. Feger der Familien eingreifen. Und das kann nicht im Interesse der Kirche sein planen viele Familien doch ihre Wochenenden als gemeinsame Zeit. Es kann nach langfristiger Absprache mit den Eltern auch einzelne Veranstaltungen am Samstag geben. Der freie Nachmittag in der Woche ist aber nach wie vor unverzichtbar. Lässt sich die Konfirmandenarbeit in den schulischen Unterricht integrieren? Nein, weil sich Konfirmandenarbeit ausdrücklich von schulischen Angeboten unterscheidet. Sie bleibt eine von den Kirchengemeinden verantwortete außerschulische Bildungsarbeit. Das schließt eine punktuelle Zusammenarbeit mit Schulen nicht aus. Konfirmandinnen und Konfirmanden können sich beispielsweise im Eine-Welt-Laden oder einem Andachtskreis ihrer Schule engagieren und sich das als Praktikum anerkennen lassen. Andererseits wird eine Schulleitung vielleicht dankbar das Angebot einer Konfirmandengruppe aufgreifen, um einen Schulgottesdienst zu planen. Es gibt viele Möglichkeiten, Konfirmandenarbeit auch in Nachbarschaft zur Schule zu gestalten. Die von der Landessynode verabschiedete Handreichung bietet Presbyterien eine gute Gelegenheit, dieses Thema und die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Interview: Wolfgang Beiderwieden Die Handreichung zur Konfirmandenarbeit ist unter abrufbar. Das Pädagogisch-Theologische Institut (PTI) der rheinischen Kirche stellt auf seiner Internetseite zudem Materialien und Entwürfe zur Verfügung: 04 Hintergrund

5 Ein Segen für alle In ihrer Handreichung ermutigt die Landessynode Kirchengemeinden, Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam auf die Konfirmation vorzubereiten. In Mettmann gehört dieser inklusive Ansatz seit Längerem zur gemeindlichen Praxis. Konfirmandenarbeit mit Jugendlichen, die eine geistige Behinderung haben geht das überhaupt? Wo sie doch das Glaubensbekenntnis gar nicht sprechen können? Eine typische Frage, sagt Siegrid Geiger, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Mettmann. Ich antworte jedes Mal: Aber sicher! Siegrid Geiger bereitet in diesem Jahr zum dritten Mal Jugendliche mit einer geistigen Behinderung zusammen mit den anderen Jugendlichen aus ihrem Gemeindebezirk auf die Konfirmation vor. Es geht dabei um ein ganzheitliches und nicht nur um ein intellektuelles Verstehen, und deshalb können wir auch Abendmahl feiern, sagt sie. Mehr noch: Die spirituelle Ebene komme in der Gruppe der Konfirmandinnen und Konfirmanden mit und ohne Behinderung noch stärker zum Tragen. Verstehen findet auf einer anderen Ebene statt. Mitmachen ist alles: Die Jugendlichen aus der Kirchengemeinde Mettmann gewannen beim Konfi- Cup der rheinischen Kirche 2007 den Fair-Play-Preis als integrative Gruppe. Foto: privat Die Landessynode der rheinischen Kirche macht den Kirchengemeinden Mut, ihre Konfirmandenarbeit inklusiv zu gestalten, also gerade auch mit Jugendlichen, die eine Behinderung haben. Es sei lohnend, sich auf den Weg zu machen, damit Vielfalt und Unterschiedlichkeit zum Segen für alle werden, heißt es in der im Januar verabschiedeten Handreichung Konfirmandenarbeit und Konfirmation. Auch wenn die Synode das zugleich als ein hohes Ziel bezeichnet hat. Die Jugendlichen, die sich im Bezirk von Siegrid Geiger auf ihre Konfirmation vorbereiten, leben in Wohngruppen des benachbarten Benninghofs, einer Einrichtung der Evangelischen Stiftung Hephata mit Sitz in Mönchengladbach. Bis zu sechs Jugendliche nehmen an der Vorbereitung teil. Den ersten Kurs hatte Geiger noch mit ihrer Kollegin von Hephata gemeinsam vorbereitet. Ohne sie hätte ich den Schritt wohl nicht gewagt, sagt Geiger. Unsere Entwürfe von damals dienen uns bis heute als Modell. Umstellen musste Geiger vor allem ihre bisherige Arbeitsweise. Methodenvielfalt und Aktionen sind angesagt. Wenn jemand nicht lesen und schreiben kann, dann sind Fragebögen und Texte kein sinnvolles Arbeitsmaterial, sagt Geiger. Ob Taufe oder Reich Gottes, ob Tod oder Vergebung die Themen werden vor allem auch spielerisch behandelt. Dazu können Puzzles dienen oder Perlen und viele gemeinsame Aktivitäten. Eine Gruppe nahm auch schon am KonfiCup teil und erhielt den Fair-Play-Preis. Sie gewann aber noch viel mehr: die Einsicht, dass es nicht immer nur um Leistung geht und darum, besser zu sein als andere, sondern, dass einzig das Mitmachen zählt. Berührungsängste gibt es zwischen den Jugendlichen nicht, sagt Geiger. Einige ihrer Konfirmandinnen und Konfirmanden überlegen gar, ob sie später mal ein Praktikum in einer diakonischen Einrichtung machen oder einen sozialen Beruf einschlagen wollen. Den Erfolg ihrer Arbeit führt Geiger auch auf das ehrenamtliche Engagement von Gemeindemitgliedern im Unterricht zurück. Ohne ein Team, sagt sie, ist integrative Konfirmandenarbeit nicht zu leisten. WB Hintergrund 05

6 Auf dem Reformweg Im Juli und September lädt die Kirchenleitung Mitglieder der Presbyterien zu Regionalkonferenzen über Fragen der kirchlichen Personalplanung und der Verwaltungsstrukturreform ein. Vizepräsident Christian Drägert erläutert Details der Planungen. Die Landessynode 2011 hat der Kirchenleitung den Auftrag erteilt, für eine Personalplanung und eine Änderung der Verwaltungsstruktur in der Landeskirche für ihre Tagung 2012 Entscheidungsvorlagen vorzubereiten. Trotz des kurzen Zeitraums für die Bearbeitung dieser Aufträge in nur einem Jahr wurde in der Diskussion auf der Landessynode deutlich, dass neben dem normalen Beratungsverfahren in den Ständigen Ausschüssen der Landessynode auch die kirchengemeindliche und die kreiskirchliche Ebene in die Beratung eingebunden werden muss. Schon auf der Landessynode wurde die Durchführung von Konferenzen an verschiedenen Orten in der Landeskirche angeregt. Die Kirchenleitung hat dies aufgegriffen und die Presbyterien und Kreissynodalvorstände zu Regionalkonferenzen eingeladen. Sie finden statt am 15. Juli 2011 in Essen. 16. Juli 2011 in Köln 21. Juli 2011 in Krefeld. 9. September 2011 in Koblenz 10. September 2011 in Schweich. Jede Kirchengemeinde hat die Möglichkeit, sich durch ein Mitglied des Presbyteriums auf einer Konferenz vertreten zu lassen. Für die Kreissynodalvorstände wurde die Möglichkeit eingeräumt, bis zu fünf Personen zu entsenden, die nicht zwingend Mitglied der Kreissynode sein müssen. Das bedeutet: Rund Delegierte aus Kirchengemeinden und Kirchenkreisen nehmen teil, 200 je Veranstaltung. Sie sprechen mit der Kirchenleitung und den im Landeskirchenamt Prozessverantwortlichen. Zur Beteiligung auch der übrigen rund Mitglieder der Presbyterien und Kreissynoden hat die Kirchenleitung ergänzende Maßnahmen beschlossen. Zum einen sollen die Inhalte der Prozesse im Vorfeld der Regionalkonferenzen veröffentlicht werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, vor Ort ins Gespräch zu kommen und dem Delegierten Meinungen und Anregungen mit auf den Weg zur Regionalkonferenz zu geben. Als weitere Maßnahme ist vorgese hen, verstärkt das Internet zu nutzen. Unter sowie stehen die In formationen frei zur Verfügung. Dort werden Foren eingerichtet. Über diese Foren hat jede und jeder die Möglichkeit der Meinungsäußerung. Damit eröffnen wir eine breite Diskussion, da nun auch der Austausch über die Grenzen der Beratung innerhalb des einzelnen Presbyteriums und der Kreissynode hinweg zwischen allen, die sich beteiligen, erfolgt. Einwände, Anregungen und kritische Rückfragen, die auf den Regionalkonferenzen, im Internet oder im Beratungsprozess der Ständigen Ausschüsse eingebracht werden, tragen dazu bei, dass die Landessynode 2012 Entscheidungen treffen kann, die zu Lösungen für drängende Probleme in Personalplanung und Verwaltungsstruktur führen. Christian Drägert Kirchliche Personalplanung warum? dung. Die Folgen sind eine schleichende Reduktion von Vollzeitstellen, zunehmend befristete Arbeitsverträge und vermehrte Teilzeitstellen, berufliche Perspektivlosigkeit für älter werdende Mitarbeitende im Bereich der Jugendarbeit, ja sogar ein Wegfall ganzer Berufsgruppen bei Aufgabe entsprechender Arbeitsfelder um nur einige Aspekte zu nennen. Eine Gesamtpersonalplanung für die kirchlichen Berufe ist derzeit strukturell nicht möglich. Dazu sind größere Pla- Nach Eph 4,11 hat Gott seiner Gemeinde viele verschiedene Dienste und Ämter gegeben. Die Landessynode hat daher sowohl im Jahr 2004 als auch im Jahr 2009 die Dienstgemeinschaft zwischen dem Pfarrberuf und den anderen kirchlichen Berufen ausdrücklich bekräftigt. Nun werden aber die Einnahmen aus der Kirchensteuer bis zum Jahr 2030 deutlich zurückgehen, dass wir in vielen Bereichen an die Grenze unserer Leistungsfähigkeit kommen werden. Für die kirchlichen Berufe bedeutet dies eine große Gefährnungseinheiten erforderlich, die nur durch stärkere Zusammenarbeit gewährleistet werden können. Die Landessynode 2011 hat daher die Kirchenleitung beauftragt, bis 2012 gesetzliche Grundlagen für eine Personalplanung auf Kirchenkreisebene zu entwickeln. Dabei soll es nach dem Willen der Landessynode unterschiedliche Möglichkeiten geben, wie die regionale Zusammenarbeit in den Kirchenkreisen bei der Personalplanung organisiert wird. 06 Strukturreform

7 Neue Verwaltungsstrukturen warum? Die sich verändernden Rahmenbedingungen für die Evangelische Kirche im Rheinland stellen große Herausforderungen für die Verwaltungen dar. Um unter diesen Voraussetzungen effizient arbeiten zu können, sollen die Verwaltungen von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden neu strukturiert werden. Ziel der Reform der Verwaltungsstruktur ist unter anderem, eine qualifizierte Unterstützung von Leitungsorganen, Mitarbeitenden und Gemeindemitgliedern zu gewährleisten. Außerdem sollen effiziente, qualitätssichernde und vergleichbare Strukturen innerhalb der rheinischen Kirche geschaffen werden. Durch effizienten Einsatz von Personal und Sachmitteln sollen mittel- und langfris - t ig Kosten gesenkt werden. Die Reform der Verwaltungsstruktur hat die Landessynode 2011 auf den Weg gebracht. Die Kirchenleitung ist außerdem aufgefordert, bis zur Landessynode 2012 Vorschläge zur Einführung einer einheitlichen IT-Struktur vorzulegen. Die Vorarbeiten für die Entscheidungsvorlage werden zurzeit von einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe geleistet. Anzeige HKD Handelsgesellschaft für Kirche und Diakonie mbh pmphoto Fotolia.com Preisvorteile für die Kirche Nutzen Sie die HKD-Rahmenverträge: PKW-Kauf mit dem HKD-Bezugsschein* (17 Marken, Rabatte von 8 bis 36 %) Mobilfunk* Bürobedarf*, Büromöbel Autovermietung* Festnetztelefonie Hard- und Software Aktuelle Konditionen erhalten Sie online im oder beim HKD-Kundenservice. *Angebote auch für kirchliche Mitarbeiter. Stand: Mai Irrtum / Änderungen vorbehalten. Ihr HKD-Team berät Sie gern: Tel oder an HKD Handelsgesellschaft für Kirche und Diakonie mbh Herzog-Friedrich-Straße Kiel Strukturreform 07

8 ngelische Argumente +++ Evangelische Argumente +++ Evangelische Argumente +++ Evangelische Argumen Väter spielen anders Die Männerarbeit in der rheinischen Kirche startete 2006 ein Projekt, um mehr Väter für das Engagement in Kindergärten zu begeistern. Daran nahm auch die Kindertagesstätte Arche Noah in Kirchberg teil. Väter sind dort heute viel präsenter. Meist sind es immer noch die Mütter, die sich im Kindergarten für ihre Kinder engagieren. Väter sind dort kaum zu sehen. In der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Kirchberg soll sich das jedoch langfristig ändern. Die Einrichtung der Hunsrücker Kirchengemeinde hat gezielt die Väter in den Blick genommen. Väter spielen anders, sie reagieren anders, sagt Kindergartenleiterin Bettina Bremm. Ihnen müsse mehr Beachtung geschenkt werden. Früher kamen Väter im Kindergartenalltag eigentlich nur vor, wenn körperliche Arbeiten zu erledigen waren. Das änderte sich 2006, als sich der Kindergarten an dem Projekt Mehr Väter in die Kindertagesstätten der Männerarbeit der rheinischen Kirche beteiligte. Bei einem Grillabend kam es zu ersten Gesprächen mit den Vätern, ob sie bereit wären, sich verstärkt einzubringen. Das bedeutete Überzeugungsarbeit: Hier im Anzeigen Die Außenanlage der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Kirchberg. Seit 2006 wirbt die Einrichtung um das Engagement der Väter. Mit Erfolg: Zwei gehören jetzt sogar dem Elternrat an. Hunsrück leben die Familien noch oft in sehr traditionellen Rollen, erklärt Bettina Bremm. Das gelte vor allem für die vielen Aussiedlerfamilien in der Region. Damals arbeitete in Kirchberg auch noch ein Erzieher. Leider ist er mittlerweile in eine andere Einrichtung gewechselt, bedauert Bettina Bremm. Auch dies ist ein Problem für die Kindergärten: die fehlenden männlichen Mitarbeiter. Im Verbund evangelischer Kindertagesstätten im Kirchenkreis Simmern-Trarbach, zu dem Kirchberg gehört, sind derzeit nur zwei Erzieher beschäftigt bei 104 Mitarbeitenden. Foto: Dieter Junker Was die Männer betrifft, sieht sich die Kirchberger Einrichtung mittlerweile auf einem guten Weg. Sie sind jetzt viel präsenter als früher, sagt die Leiterin. Zwei Väter gehören zum Elternrat. Ein- bis zweimal im Jahr gibt es reine Männerabende. Und einmal im Jahr gehen die Väter mit ihren Kindern zelten. Das sind für die Väter wie für die Kleinen immer wieder völlig neue, aber wichtige Erfahrungen, sagt Bettina Bremm. Dieter Junker Die Dokumentation des Projekts Mehr Väter in die Kindergärten ist unter dem Titel Kinder brauchen Väter auf der Internetseite der rheinischen Männerarbeit abrufbar: 08 Schwerpunkt Evangelische Argumente

9 te +++ Evangelische Argumente +++ Evangelische Argumente +++ Evangelische Argumente +++ Evangelisch Neue Männer braucht das Land Männer haben in Kindertagesstätten Seltenheitswert. Dabei werden sie für eine geschlechtergerechte Pädagogik dringend benötigt, sagt Klaus Eberl, der für Bildung zuständige Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland. Alle waren gespannt. Das Presbyterium hatte die freie Fachkraftstelle in der Kindertagesstätte mit Herrn Meier besetzt. Schon vor dem ersten Arbeitstag gab es Spekulationen, wie es sich auswirken wird, wenn künftig ein Mann in der Einrichtung arbeitet. Insbesondere die Väter freuten sich auf einen Erzieher als Ansprechpartner. Aber auch die Erzieherinnen sahen in dem männlichen Teammitglied eine pädagogische Be reicherung. Und in der Anfangsphase seiner Arbeit war tatsächlich zu beobachten, dass sich die Jungen an Herrn Meier orientierten. Raufen, Toben, Umgang mit Handwerkszeug all das war offenbar in der Vergangenheit zu kurz gekommen und konnte nun intensiv erprobt werden. Waren wir einem blinden Fleck auf die Spur gekommen? Nur drei Prozent der Fachkräfte in Kitas sind Männer. Erzieherin ist ein Frauenberuf wie überhaupt eine Femininisierung der Pädagogik zu beobachten ist. Dabei liegt es auf der Hand, dass Männer für Kinder in Kitas wichtig sind. Und das nicht nur im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit. Insbesondere für Jungen kann es sich nachteilig auf das Sozialverhalten und die Bildungschancen auswirken, wenn männliche Bezugspersonen fehlen. Die Dominanz von Frauen in Bildungseinrichtungen ist ein Risikofaktor der viel diskutierten Jungenfrage. Die Weichen für die Entwicklung einer Geschlechteridentität werden früh gelegt. Bindungs- und Konfliktverhalten von Jungen und Mädchen unterscheiden sich. Das Geschlecht der Bezugspersonen hat dabei Bedeutung, denn sie bedienen Nach wie vor ein seltenes Bild: ein Erzieher in einer Kindertagesstätte. Jungen und Mädchen brauchen aber beide Männer und Frauen.. oftmals heimliche Rollenmuster. Gemischte Teams in Kitas können besser ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Geschlechterrollen entwickeln und voneinander lernen. Dass so wenige Männer den Erzieherberuf ergreifen, hat viele Ursachen. Erziehungsarbeit gilt als Frauendomäne. Und wenn Männer sich für den Beruf des Erziehers entscheiden, bleiben sie oft nicht lange in der Kita und suchen nach einiger Zeit eine andere berufliche Herausforderung. Und dies, obwohl die Arbeitszufriedenheit meist hoch ist. Ein zusätzliches Hindernis ist die unbefriedigende Bezahlung aber die betrifft auch die Frauen. Nach der ersten Euphorie legte sich der Wirbel um Herrn Meier. Auch die Rollenzuweisungen relativierten sich. Denn Jungen und Mädchen brauchen Erzie - her und Erzieherinnen. Geschlechterbewusste und -gerechte Pädagogik ist eine Herausforderung und Chance für beide Geschlechter. Neue Männer braucht das Land und neue Frauen. Klaus Eberl Foto: epd-bild Evangelische Argumente Schwerpunkt 09

10 ngelische Argumente +++ Evangelische Argumente +++ Evangelische Argumente +++ Evangelische Argumen Gespannt aufs neue Kibiz Die evangelischen Kirchen in Nordrhein- Westfalen begrüßen, dass die Landesregierung das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) bereits zum kommenden Kindergartenjahr verändern will. Das Gesetz müsse deutlich verbessert werden, sagten Vertreterinnen und Vertreter der rheinischen, westfälischen und lippischen Kirchen in einem Gespräch mit Ministerin Ute Schäfer und Staatssekretär Professor Klaus Schäfer. Sie erwarten vor allem eine deutliche qualitative Weiterentwicklung. Dazu gehören für Zuwanderung: Präses fordert eine europäische Lösung Präses Nikolaus Schneider hat an Politikerinnen und Politiker in Europa appelliert, die menschenrechtlichen Standards der Europäischen Union auch an ihren Grenzen gegenüber Flüchtlingen ohne Wenn und Aber umzusetzen. Dem Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, Jean-Paul Costa, überreichte er bei einem Empfang der Konferenz der Kirchen am Rhein in Straßburg eine Erklärung zu Flucht und Integration. Flüchtlinge müssten Zugang zu effektiven und fairen Asylverfahren haben, sagte Schneider. Außerdem forderte der leitende Geistliche der rheinischen Kirche Europa auf, sein Sys tem der Zuwanderung neu zu regeln. In der Konferenz der Präses Nikolaus Schneider übergibt die Erklärung Identität und Integration an Jean-Paul Costa (rechts); links: Jean-Francois Collange, Präsident der Konferenz der Kirchen am Rhein. Zweiter Arbeitsmarkt: Duisburger Kirche startet Kampagne Der evangelische Kirchenkreis und die Diakonie in Duisburg werben mit einer Kampagne für einen sozialpolitischen Konsens in Fragen eines Zweiten Arbeitsmarkts. Neben dem Ziel, möglichst viele arbeitslose Menschen in den Ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, müsse in einer strukturschwachen Stadt wie Duisburg gleichwertig das Ziel stehen, die gesellschaftliche Teilhabe der nicht oder nicht sofort Vermittelbaren zu sichern. Duisburg brauche auf Dauer einen die Kirchen eine angemessene Personalausstattung, mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung, eine vereinfachte und verbesserte Umsetzung der Sprachförderung sowie ein Finan zie rungssys tem, das den tatsächlichen Kosten gerecht werde. Zudem sollten die Kirchen anderen freien Trägern gleichgestellt werden. Auch die Förderung von Stellen für Berufspraktikantinnen begrüßen sie. Zur Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels reiche dies allerdings nicht aus. Kirchen am Rhein arbeiten seit 50 Jahren 15 evangelische Kirchen zusammen. öffentlich geförderten Zweiten Arbeitsmarkt mit möglichst vielen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Nur so könne man auf Dauer das Armutsrisiko nachhaltig verringern. Ich will arbeiten ist das Motto der Duisburger Kampagne. Bis zur Passionszeit 2012 soll durch Diskussionen, Gottesdienste und öffentliche Aktionen die Bedeutung eines Zweiten Arbeitsmarkts thematisiert werden. Foto: Christian Drägert Bin Laden: Präses hält Jubel für völlig unangebracht Präses Nikolaus Schneider hat sich kritisch über die öffentlichen Jubelbekundungen nach der Tötung Osama bin Ladens geäußert. Dass eine Symbolfigur des internationalen Terrorismus nicht mehr wirken kann, könne nachvollziehbar mit Erleichterung aufgenommen werden, sagt Schneider. Man könne sich darüber freuen, wenn ein grausames Regime zu Fall komme, auch, wenn sich dies mit dem Tod eines Despoten verbinde. Aber über einen konkreten Tod kann man nicht jubeln. Wer einen Tyrannenmord begehe, werde schuldig, er dürfe aber auf die Gnade Gottes hoffen, sagt Schneider mit Hinweis auf eine Äußerung des von den Nazis ermordeten Theo logen Dietrich Bon hoeffer. Für Schneider gilt aber auch: Aus ufernder Gewalt darf mit Gewalt begegnet werden allerdings nur maßvoll. Vater-Kind-Gruppen: Kirche ist mit Kursen erfolgreich Väter engagieren sich in einem zunehmenden Maß für ihre Kinder. Das belegen auch Fortbildungkurse der evangelischen Männerarbeit im Rheinland. Vor allem Männer, die Vater -Kind-Aktionen in Kindertages einrichtun gen, Familienzentren und Kirchengemeinden planen, nehmen die Angebote an. Zum dritten Mal ist nun ein einjähriger Fortbildungskurs gestartet. Gefördert wird er durch das Familienministerium in Nordrhein-Westfalen. Zuletzt konnten 13 Männer im April ein Abschluss-Zertifikat entgegennehmen. Die meisten von ihnen werden in der Vater-Kind-Agentur der rheinischwestfälischen Männerarbeit mitarbeiten. Auf Anfrage werden sie beispielsweise in Kin dertagesstätten oder Familienzentren eingesetzt. 10 Nachrichten Evangelische Argumente

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