Zusammenfassung Geld, Kredit und Banken

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1 UNI BERN BWL Zusammenfassung Geld, Kredit und Banken HS 2014 bei Dr. Nils Herger Brunner, Marc (STUDENTS) Zusammenfassung zusammengestellt aus den Folien zur Vorlesung. Zusammenfassung enthält wahrscheinlich noch Typos. Zudem wird für die Korrektheit des Inhaltes nicht garantiert.

2 Inhaltsverzeichnis 1. Einführung und Motivation Intertemporale Allokation Riskante Vermögenswerte Portfoliobildung Versicherung Optionen Unvollkommene Informationen Negativauslese (adverse selection) Moralische Wagnis (moral hazard) Auswirkungen Anleihe- und Kreditmärkte Zinsstrukturen Aktienmärkte Wesen und Aufgaben von Banken Bankenkrisen und Bankenregulierung Definition und Grundlagen des Geldwesens Geldnachfrage Geldangebot Geldschöpfung im Bankensystem HS

3 1. Einführung und Motivation Probleme: wirtschaftliche Akteure können sich opportunistisch verhalten, zukünftige Entwicklungen sind unsicher, es gibt unvollkommene Informationen über Art und Verhalten des Tauschpartners und es entstehen hohe Transaktionskosten bei der Suche und der Überwachung der Tauschpartner. Geld: Geld ist ein Vermögenswert, der jedoch die spezifischen Eigenschaften der hohen Liquidität (d.h. Geld steht immer und sofort für Zahlungen zur Verfügung) und Zinslosigkeit aufweist. Vermögenswert: Ein Vermögenswert begründet einen Anspruch auf die Zahlung von rt+z,s zu den zukünftigen Zeitpunkten z = 1,2,,T, wenn das Szenario s = 1,2,,S eintritt. T ist die Laufzeit. Das Zahlungsprofil r = rt+z,s bestimmt demnach die Eigenschaft eines Vermögenswertes. Finanzmärkte: Unterscheidung nach Primär- und Sekundärmärkten, Geld (T<1) und Kapitalmarkt (T>1) und nach Gegenwarts- und Transaktionsmarkt (sofortige vs. späterer Transaktion). Banken: Mehrheitlich finden Finanztransaktionen indirekt über spezialisierte Finanzintermediäre wie Banken statt. Diese fungieren entweder als Broker, d.h. Vermittler zwischen Gläubiger und Schuldner, oder als Asset Transformer, der gleichzeitig Ersparnisse entgegennimmt und in Form von Krediten mit völlig anderen Eigenschaften weitergibt. Funktionierende Finanzsysteme erbringen folgende Leistungen: - Erleichterung des intertemporalen Handels - Handhabung von Finanzrisiken Bereitstellung von Informationen - Sicherstellung der Liquidität Während einer Krise sind diese Leistungen eingeschränkt was zu hohen Folgekosten führt. Daher ist das Finanzsystem vielen sektorspezifischen Regulierungen unterworfen. HS

4 2. Intertemporale Allokation Finanzgeschäfte bieten die Möglichkeit den intertemporalen Konsum- und Sparplan zu modifizieren. Ohne Finanzmarkt ist die intertemporale Grenzrate der Transformation (GRT), mit der ein marginaler Ersparniszuwachs über die Zeit transferiert werden kann, gleich 1. Mit einem Finanzmarkt beträgt die GRT 1+r solange r>0 erweitert der Finanzmarkt die Konsummöglichkeiten Pareto-Verbesserung Der Entscheid eines Haushalts ob er nun Sparen oder Konsumieren möchte, hängt von seiner intertemporalen Nutzenfunktion ab: Der Parameter θ ist ein Zeichen der Ungeduld (je höher, je ungeduldiger) und dient der Abdiskontierung vom zukünftigen Konsum. Die intertemporale Grenzrate der Substitution ist gegeben als: Maximierung der intertemporalen Nutzenfunktion unter der Nebenbedingung der intertemporalen Budgetbeschränkung ergibt die Keynes-Ramsey Regel (KRR): Ökonomische Interpretation: im intertemporalen Optimum entsprechen sich die intertemporale Grenzrate der Substitution und Transformation (GRS = GRT). Es sind keine nutzensteigernden Reallokationen zwischen Konsum und Sparen mehr möglich. KRR setzt funktionierenden Finanzmarkt voraus. Gemäss KRR ist nicht das einzelne Periodeneinkommen relevant, sondern der gesamte Einkommensstrom positiv abnehmende Grenzrate der Periodennutzenfunktion impliziert Glättung des Konsumpfades. Bei einem ebenen Konsumpfad gilt: KRR zeigt auch die Notwendigkeit von positiven Realzinsen auf: zum einen weil die Ungeduld θ kompensiert werden muss, zum anderen erweitern Kreditgeschäft die zukünftigen Konsummöglichkeiten und mehr-ergiebigen Produktionsumwege, Zinsen sind Anreiz für deren Vorfinanzierung. 3. Riskante Vermögenswerte Da die Zahlungsströme r von Vermögenswerten immer in der Zukunft liegen sind sie mit Unsicherheiten (finanzielles Risiko) behaftet. Der EW und die Std der Bruttorendite sind gegeben als Anleger bevorzugen Vermögenswerte mit tiefem Risiko (Risikoaversion). HS

5 Risiken können auf Finanzmärkten geteilt und vermindert werden PF, Optionen, Versicherungen 3.1. Portfoliobildung Eine Sammlung von Vermögenswerte wird als Portfolio bezeichnet. PF mit einer Anlage mit Risiko und einer Anlage ohne Risiko, R e 1>R 2 Risikoentschädigung. Die Transformationskurve zwischen Risiko und Rendite wiederspiegelt die erreichbaren Kombinationen zwischen Ertrag und Unsicherheit bei der Haltung unterschiedlicher PFs. Risiko hängt vom Anteil a ab. Die Wahl des PFs hängt auf von den Rendite-Risiko-Präferenzen der Anleger ab Mittelwert- Varianznutzenfunktion U(R e,σ 2 ). Anleger sind ertragsorientiert U Re > 0 und risikoavers U σ2. Eine konstante Risikoaversion ρ führt zur Nutzenfunktion: Im Tobin-Markowitz Modell beruht die Entscheidung über die Zusammenstellung des PFs auf einem Nutzenmaximierungskalkül: die anteilsmässige Haltung des riskanten Vermögenswertes steigt mit der Risikoprämie und sinkt mit der Risikoaversion Versicherung Eine Versicherung bietet mittels der Bündelung von Risiken einen individuellen Schutz gegen die finanziellen Folgen von Gefahren und Verlusten. Die Versicherbarkeit von Ereignissen beruht darauf, dass sie Einzelne, jedoch nicht ganze Gruppen, treffen können und infolgedessen das Gesetz der grossen Zahlen zum Tragen kommt. Der Gewinn der Versicherung beträgt: Wettbewerb gilt: π = γ. bei vollkommenem Die Wahl des Versicherungsschutzes hängt von den Präferenzen bezüglich des Verlustrisikos ab. Dies kann mit der Erwartungsnutzenfunktion dargestellt werden: u < 0 Konkavität Risikoaversion. Wenn gilt π = γ, dann versichert sich ein risikoaverses Individuum vollständig gegen drohenden Verlust S = L. Eine Versicherung ist ein Vertrag zur Risikoteilung, mit dem die Teilnehmer einen Vermögenswert zum Prämienpreis erwerben, um damit ein grosses mit einem kleineren Risiko zu ersetzen. Versicherungsschutz kann gerade bei Verlusten, die gravierende Folgen nach sich ziehen können, von grossem Nutzen sein. HS

6 3.3. Optionen Eine Option ist ein Vermögenswert, der dem Halter das Recht, aber nicht die Pflicht gibt, in der Zukunft einen Basiswert zu einem bestimmten Ausübungspreis zu kaufen oder verkaufen. Der Wert der Option hängt von jenem des Basiswertes ab Derivat. P = Prämie, A = Strike, K t+1 = zukünftiger Kurs 4. Unvollkommene Informationen Informationen sind wichtig für das Finanzwesen, da sich Transaktionen über mehrere Etappen erstrecken und daher Kenntnisse und Einschätzungen über das Verhalten des Vertragspartners oder den voraussichtlichen Zustand der Welt erfordern. Viele Informationen sind aber asymmetrisch verteilt und können von einer Vertragspartei opportunistisch genutzt werden erschweren Transaktionen und führen zu Negativauslese (adverse selection) und moralischen Wagnissen (moral hazard) Negativauslese (adverse selection) Die Negativauslese beruht auf unvollständigen Informationen, die im Finanzwesen dazu führen kann, dass z.b. ein Gläubiger ex-ante nicht in der Lage ist, zwischen verschiedenen Typen von Schuldnern zu unterscheiden. Dies zwingt den Gläubiger zum Angebot eines einheitlichen Finanzvertrages, von dem auch Schuldner mit tiefer Bonitätsklasse profitieren können. Im Extremfall kann die Negativauslese den Handel auf dem Finanzmarkt zum erliegen bringen. Vergabe einer Krediteinheit zum Bruttozins R = (1+r) mit zwei Typen von Schuldnern: R < G Zudem gilt im trennenden Gleichgewicht : 1 < R < G Sofern die Typen durch den Gläubiger unterschieden werden können, wird er nie Typ 2 einen Kredit zusprechen. Bei Informationsasymmetrie ist der Gläubiger gezwungen einen einheitlichen Kreditvertrag anzubieten. Seine erwartete Rendite hängt von Anteil a fauler Kredite ab: damit der Gläubiger überhaupt Kredite vergibt muss gelten: HS

7 4.2. Moralische Wagnis (moral hazard) Das moralische Wagnis bezeichnet die negativen Anreizeffekte auf die Sorgfaltspflicht, die ex-post (d.h. nach Vertragsabschluss) vernachlässigt werden können, wenn das Verhalten der Gegenpartei nicht beobachtbar ist. Im Extremfall können unvollkommene Informationen, die zu einem moralischen Wagnis führen, zum Zusammenbruch eines Finanzmarktes führen Auswirkungen 5. Anleihe- und Kreditmärkte Anleihen wie auch Kredite sind festverzinsliche Vermögenswerte und bieten daher eine relative hohe Sicherheit (abgesehen von Inflation und Ausfall). Anleihen oder Kredite lösen Zahlungsströme aus. Diese Zahlungsströme haben aufgrund der Zinsen unterschiedliche Werte. Gegenwartswert und Zukunftswert ermöglichen aber den Vergleich von Zahlungen aus unterschiedlichen Perioden. Realzins: bei kleinem π: Effektiver Zins bei Anzahl Ratezahlungen m: stetig (m ): HS

8 Bewertung der Anleihen und Kredite: CF Muster Ratenkredit Festverzinsliche Anleihen Zerobond Berechnung/Festlegung von i mittels vergleichbarere Anlage oder mittels Benchmark (Bsp. Z=0) Zinsstrukturen Das Muster zwischen Zinsen von Anlagen, die sich in einer bestimmten Dimension unterscheiden, wird als Zinsstruktur bezeichnet. Risikostruktur: Schuldner können unterschiedlichen Bonitätsklassen zugeordnet werden. Es gilt folgende Arbitragebedingung: wobei δ b für den Risikozuschlag der Bonitätsklasse b steht. Zeitstruktur: wichtig für die Geldpolitik, Zinsen mit einer Laufzeit > 1 Periode enthalten immer den erwarteten Zins für die zweite Periode und können somit als Indikator für Konjunkturerwartungen dienen. Bei einer normalen Zinsstruktur sind die Zinsen auf langfristigen Anlagen höher, da die Risiken in der langen Frist zunehmen. Daher muss dort eine Liquiditätsprämie l bezahlt werden. 6. Aktienmärkte des Unternehmens begründet. Aktie: eigenfinanzierter Vermögenswert der keinen festen Zahlungsstrom abwirft, sondern in Form einer Dividende einen Eigentumsanspruch auf gegenwärtige und zukünftige Gewinne Der Kurs einer Aktie hängt von der Summe der zukünftigen Dividenden, diskontiert mit der geforderten Rendite, ab. Bei der erwarteten Rendite kann man sich an einer ähnlichen festverzinslichten Anleihe orientieren: analog r Valuation Wenn die Aktie mit einer konstanten Rate g wächst, kann mithilfe der Gordon-Formel der Fundamentalwert einer Aktie bestimmt werden. Relativ kleine Änderungen von g können bereits eine grosse Auswirkung auf das Kurs-Dividende Verhältnis (price dividen ration) haben. Zentralbanken können Aktienkurse beinflussen, sofern sich Nominalzinsänderungen auf die Renditen alternativer Anlagen auswirken und sich somit Aktienpreise. verändert Lockere GP (i ) erhöht die Spekulative Blasen können sich durch selbsterfüllende Erwartungen erklärt werden, die Gordon Formel lautet dann: HS

9 7. Wesen und Aufgaben von Banken Finanzintermediäre sind auf die Herstellung, Verwaltung und Vermittlung von Finanzinstrumenten und -dienstleistungen spezialisierte Unternehmen. Sie nehmen eine Zwischenstellung zwischen Gläubiger (Überschusseinheiten) und Schuldner (Defziteinheiten) ein. Bank, Versicherung, PK. Banken sind Finanzinstitute, die gewerbsmässig Publikumseinlagen (Depositen) entgegennehmen oder sich auf dem Finanzmarkt oder bei anderen Finanzintermediären refnanzieren und gleichzeitig auf eigene Rechnung Kredite an andere Wirtschaftsteilnehmer (z.b. Unternehmungen) vergeben. Die Geschäftsbank nimt volkswirtschaftlich gesehen eine Asses Transofmation vor. Dies meint die Überfühung von Vermögenswerten innerhalb einer Bank von Verbindlichkeiten in Forderungen, die sich hinsichtlich Liquidität, Laufzeit, Nennwert oder Risikos unterscheiden. Aktivseite: R Reserven und K Kredite Passivseite: D Deposite und E Eigenkapital Eigenkapitalquote I = E/(R+K) Kehrwert: Lev. Ratio Reserveverhältnis k = R/D Banken verdanken ihre Bedeutung gewissen Friktionen auf Finanzmärkten wie z.b. Skalenerträge und Informationsasymmetrien. Überwachung von Kreditrisiken: Ohne Bank n Schuldner und m Investoren mit 1/m Kapital Gläubiger müssen beweissen, dass R/m > 1/m ist Investoren können Audit mit Fixkosten A verlangen Gesamtkosten m*a übernimmt die Bank die Kontrollaufgabe sinken die Kosten auf A und das Kreditrisiko wird diversifiziert Bank kann Depositenkontrakte anbieten mit Zahlung Liquiditätssicherung: HS

10 8. Bankenkrisen und Bankenregulierung Bankenkrisen kommen, durch die Eigenschaft der Asset Transformation relativ häufig vor. Meist sind diese durch einen Liquiditätsengpass begründet. Betrachte dazu folgendes Modell: Rückzug der Depositen ist unsicher und hängt vom Verhalten der Einleger ab, zu hohe Rückzüge in Periode 1 führen zum Bankrott. Bankenpaniken sind meist durch Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken oder Zinsrisiken begründet. Bankenpaniken können sich zu Bankenkrisen entwickeln, da die Banken stark untereinander verbunden sind und es bei einer Panik oft zu Informationsunvollkommenheit kommt. Eine andere Möglichkeit der Verbreitung sind die oben angesprochenen systematischen Risiken. Da grosse realwirtschaftliche Gefahren von Bankenkrisen ausgehen, ist der Bankenmarkt stark reguliert. Es gelten folgende Punkte: - Konzessionspflicht - (mögliche) Produkt- und Preisregulierungen - Depositenversicherungen sollen Vertrauen erhöhen - Eigenkapital- und Reservevorschriften - Hinterlegung von Mindestreserven m (R = md) bei ZB - Maximaler Verschuldungsgrad ist vorgegeben - ZB als Lender of Last Resort unter folgenden Bedingungen: o Illiquide aber solvente Bank o Liquiditätshilfe wird mit einem Strafzins versehen o Nur gewähren wenn Bank genügend Sicherheiten hält - Schuldenübernahme (bailout) durch Staat Schuldübernahme, Staatsgarantien, Verstaatlichung Bankenregulierungen führen aber auch zu Marktverzerrungen: Regulierungskosten, Marktzutrittsschranken, negative Anreize (Moralische Wagnise) betrifft oft systemrelevante Banken. 9. Definition und Grundlagen des Geldwesens Geld (im engeren Sinn) ist nichts anderes als eine Schuldschein, der durch die Zentralbank ausgegeben wurde und einen Anspruch auf die jederzeitige Rückzahlung des Nennwertes generiert. Unter Einbezug des Preisniveaus P beläuft sich die Kaufkraft des Geldes mit Nennwert N für den Halter damit auf r=n/p t für ein t. Unsicherheit aufgrund zukünftigen P, zinsloser Vermögenswert Inflation = neg. Rendite, wird wegen Liquidität gehalten keine feste Laufzeit Geld umfasst sämtliche Vermögenswerte, die allgemein zur Durchführung wirtschaftlicher Transaktionen akzeptiert werden und damit unmittelbar einlösbaren Anspruch auf die Leistung einer Volkswirtschaft begründet. Dabei ist Bargeld besonders liquide, u.a. weil es als gesetzlich festgelegtes Zahlungsmittel dient. Eine breite Akzeptanz des Geldes begünstigt dessen Funktionen. HS

11 Funktionen von Geld: - Zahlungsmittel Aus praktischen Gründen sollte Geld Eigenschaften wie Teilbarkeit, tiefe Inspektionskosten (Zuverlässigkeit) und leichte Transportierbarkeit aufweisen. Alternativen wären: a. Tauschwirtschaft hohe Transaktionskosten (doppelte Koinzidenz der Bedürfnisse) b. Planwirtschaft hohe Verwaltungskosten, fehlende Leistungsanreize, staatliche Autorität c. Reine Kreditwirtschaft stellt zu hohe Anforderungen an das Vertrauen der Tauschpartner - Recheneinheit Geld dient als Wertmassstab und senkt somit die Transaktionskosten (Informations-, Buchführungs-, Suchkosten). Steigen alle Preise und steigen auch die Nominallöhne kommt es zu keiner Veränderung des Geldes als Knappheitsindikator (Geldneutralität). Es ist sinnvoll, den Referenzpunkt der Recheneinheit auf eine Geldeinheit zu normieren (Numéraire). - Wertaufbewahrungsmittel Geld ist äusserst liquide und kann somit als intertemporales Zahlungsmittel fungieren. Dabei ist aber zu beachten, dass das Geld bei Inflationen unter einem Wertezerfall leidet da es keine Zinsen abwirft. Deshalb muss eine Währung über eine gewisse Wertstabilität verfügen, da ihr sonst kein Vertrauen entgegengebracht wird. Schematische Entwicklung des Geldes: 1. Warengeld Hat sich bereits früh etabliert, es galt: Tauschwert = stofflicher Wert. Es muss teilbar, transportierbar, selten und beständig sein Gold oder Silber. Um Falschgeld (Tauschwert > stofflicher Wert) zu bekämpfen, wurde das Geld schon früh durch ein staatliches Monopol geschützt (Prägung). Aber der Staat hat dies auch oft missbraucht Emitierung von minderwertigen Münzen um die Staatsaugaben zu decken (Seignorage). 2. Papiergeld Früher gaben Banken Schuldschein auf, bei ihnen, hinterlegte Edelmetall ab konvertierbar. Zu einem späteren Zeitpunkt übernahmen die Zentralbanken die Ausgabe von Papiergeld (staatliche Kontrolle). Schlussendlich wurde die Konvertibilität aufgehoben was zum Nominalgeld (Tauschwert > stofflicher Wert) führte. Geld wird somit per hoheitlichen Akt geschaffen ermöglicht Geldpolitik. HS

12 Ökonomische Modellierung von Geld 10. Geldnachfrage Da Geld keine Zinsen abwirft wird in der Geldtheorie oft von der Kassenhaltung anstatt der Geldnachfrage gesprochen. Dies aufgrund der Tatsache, dass die Nachfragemotive des Geldes auf die Zahlungseigenschaft zurückgeführt werden können: Senkung der Transaktionskosten (Transaktionskasse), Flexibilität im Zahlungsverhalten (Vorsichtskasse) und es kann der Risikodiversifizierung dienen (Spekulationskasse). Transaktionskasse Vorsichtskasse HS

13 Spekulationskasse 11. Geldangebot Wertstabilität ist entscheidend für die Funktion des Geldes, deshalb muss das Geldangebot knapp gehalten werden. In der Realität tendiert jedoch das Preisniveau moderat anzusteigen (Inflation), dies weil die ZB nicht alleine das Geldangebot bestimmt, sondern dieses auch von den Geschäftsbanken und den Nachfragern beeinflusst wird und es für Staaten Anreize geben kann, die Geldpolitik auszuweiten. Geldangebot der ZB Die Zentralbank (od. Notenbank, Nationalbank) ist ein Finanzinstitut, das vom Staat mit der Durchführung der Geld- und Währungspolitik betraut wurde und dabei Ziele wie die Preis-, Konjunktur-, und Finanzstabilität verfolgt. Dazu verfügt die Notenbank u.a. über das Ausgabemonopol von Bargeld, kann in die Finanzmärkte eingreifen, die Mindestreserven von Geschäftsbanken festlegen oder als Bank der Geschäftsbanken auftreten. C Bargeldumlauf R Reserve der Geschäftsbanken F Devisen (FX) B Wertpapiere (Bonds) G Gold Die Bilanzsumme N wird als monetäre Basis oder Notenbankmenge bezeichnet. Jede Transaktion, welche N verändert, beeinflusst die Versorgung eines Währungsraumes mit Notengeld. Folgende Transaktionen sind möglich: Die Reserven bestehen aus gesetzlichen Mindestreserven und überschüssige Reserven der Geschäftsbanken. HS

14 Die Zentralbank verfügt aber nicht über die volle Kontrolle über die Geldmenge. Sie kann zwar direkt mittels Offen- und Devisenmarktinterventionen eingreiffen, aber die Geschäftsbanken können in gewissen Masse auch selber Geld schaffen und sie entscheiden ob sie sich über Repos refinanzieren wollen (auch abhängig vom Verhätlnis zwischen Markt- und Leitzins (i I i)). Da die Verpflichtungen des ZB zinslos sind, sie aber auf ihren Aktiven Zinsen erhebt, macht eine ZB im langjährigen Mittel einen Gewinn. Kurzfristig ist aber der Gewinn/Verlust vorallem von den Schwankungen der Devisen und dem Gold abhängig Geldschöpfung im Bankensystem HS

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