März 2009 Nr. 3/2009. Wirtschaft. in der TechnologieRegion Karlsruhe.

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1 März 2009 Nr. 3/2009 Wirtschaft in der TechnologieRegion Karlsruhe

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5 Standpunkt Beschäftigung sichern In vielen Branchen sind derzeit die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise zu spüren, auch gesunde Unternehmen geraten zum Teil erheblich unter Druck. In dieser schwierigen Lage kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam agieren, um Betriebe und Unternehmen zu stärken und dadurch Entlassungen soweit wie möglich zu vermeiden. Mit den Konjunkturmaßnahmen sollen positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung gesetzt werden. Die Verbesserung und Vereinfachung der Kurzarbeit ist dabei ein wesentlicher Baustein. Bei der Umsetzung fällt auch den Industrie- und Handelskammern ein wichtiger Part zu: Sie stehen im steten Dialog mit ihren Mitgliedern und können diese vor Ort gemeinsam mit den örtlichen Arbeitsagenturen über Kurzarbeit und über die Fördermöglichkeiten bei der Qualifizierung der Beschäftigten während dieser Phase informieren. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit tagesaktuelle Informationen unter zur Verfügung. Kurzarbeitergeld kann unabhängig von der Größe des Unternehmens oder der Zahl der Beschäftigten prinzipiell von jedem Arbeitgeber in Anspruch genommen werden. Angesichts der aktuellen Herausforderungen wurde dieses Instrument bereits deutlich attraktiver und einfacher gestaltet: So wurde die Bezugsdauer bereits auf 18 Monate ausgeweitet. Zudem werden die Beantragung erleichtert und die Förderung verbessert, beispielsweise durch die Übernahme der Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit, die bislang vollständig der Arbeitgeber trägt. Wenn Kurzarbeit mit Qualifizierung verknüpft wird, können die Beiträge auf Antrag auch in voller Höhe übernommen werden. Eine Qualifizierung der Beschäftigten während der Kurzarbeit kann dazu beitragen, beim nächsten Aufschwung einen Wettbewerbsvorteil zu haben: Bewährte und gut ausgebildete Fachkräfte stehen bei steigendem Auftragsvolumen sofort wieder zur Verfügung. Diese Grundüberlegung eint Wirtschaft und Bundesregierung, wenn auch bei der Ausgestaltung der Maßnahmen zum Teil unterschiedliche Vorstellungen bestanden. Die Bundesregierung wird die Fördermöglichkeiten für Weiterbildung ausbauen und weitere finanzielle Anreize schaffen, um die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Kurzarbeit zu unterstützen. Politik und Wirtschaft werden auch in Zukunft daran arbeiten, die Folgen der Wirtschaftskrise abzufedern. Es geht darum, zukunftsfähige Arbeitsplätze in den Betrieben zu erhalten und die Unternehmen mit bewährtem und verbessertem Know-how aus dieser schwierigen Situation herauszuführen. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz und DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun

6 Inhalt Titel 4 Weiterbildung erhöht die Wettbewerbsfähigkeit Dass sich berufliche Weiterbildung nicht nur für den Mitarbeiter sondern auch für das Unternehmen lohnt, zeigt das Beispiel IAS. Die IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung in Karlsruhe betreibt seit Jahren ein vorausschauendes Personalmanagement. Dabei spielt die systematische Weiterbildung der Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Standpunkt 1 Beschäftigung sichern Titel 4 Weiterbildung erhöht die Wettbewerbsfähigkeit 6 Ausbildung 2008: hohes Niveau noch gesteigert IHK: Karlsruhe 8 Rasender Schuldenzug 9 IHK-Konjunkturumfrage 10 Nebenius-Medaille an Professor Gnauk IHK: von Karlsruhe nach Brüssel DIHK Berlin 10 Steuerreform verschärft die Krise 10 Hilfe für Exporteure 11 Umweltgesetzbuch ade CCI Strasbourg 11 FISTexpo 2009 in Strasbourg Geschäftsfelder Service 12 Bürgschaftsbank unterstützt Mittelstand Berufsbildung 13 Wirtschaft macht weiterhin Schule Industrie, Technologie, Energie, Umwelt 14 Veranstaltung: Zukunft Oberfläche Nano, Metall, Polymer 15 Innovationsmanagement in Familienunternehmen 16 Impulsprogramm Materialeffizienz 17 Leitlinien zur Energieversorgung Außenwirtschaft, Handel, Tourismus 20 Exportkreditgarantien 20 IHK-Ziel erreicht: Ausbau der A5 22 Sofortmeldung und Ausweispflicht im Gastgewerbe 22 Entlastung für das Lkw-Gewerbe Betriebsreport 23 Regionale Wirtschaft 25 Personalien 26 Firmenjubiläen 26 Meldungen 2 Impressum Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Lammstraße 13/ Karlsruhe, Telefon (07 21) Telefax (07 21) , Internet: Redaktion: Michael Hölle (verantwortlich), Dr. Philipp Nickel, IHK Karlsruhe, Lammstraße 13/17, Karlsruhe Die mit dem Namen des Verfassers oder seinen Initialien gezeichneten Beiträge stellen die Meinung des Verfassers dar, aber nicht unbedingt die Ansicht der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe. Für die Rückgabe unverlangt eingeschickter Manuskripte, Fotos oder Karikaturen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Telefon (07 21) Erscheinungsweise: Monatlich einmal. Die Kammerzeitschrift Wirtschaft in der TechnologieRegion Karlsruhe ist das offizielle Organ der IHK Karlsruhe. Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Für Nicht-Mitglieder beträgt die jährliche Schutzgebühr 15,34 Euro, für ein Einzelheft 1,28 Euro. Die Verlags-Sonderveröffentlichung Trends am Arbeitsplatz finden Sie nach der Seite 36. Verlag + Gesamtherstellung: B: VS G. Braun Verleger-Services GmbH, Lichtentaler Straße Baden-Baden, Telefon ( ) Telefax ( ) , Verlagsleitung: Wolfrüdiger W. Endriß, Telefon ( ) Anzeigenleitung: Barbara Rosenberger, Telefon ( )

7 Raus aus dem Stau Der Bundestag hat mit dem Haushalt 2009 die Investitionen in die Fernstraßen um 800 Millionen Euro verstärkt. 5,7 Milliarden Euro sollen in die überlasteten Autobahnen und Bundesstraßen fließen. Das ist ein gutes Signal für den Wirtschaftsstandort. Änderungen bei der Unternehmensnachfolge Bei der Regelung seiner Nachfolge sollte ein Unternehmer seit Jahresanfang die Bestimmungen des neuen Erbschaftssteuergesetzes beachten. Insbesondere bei der Vererbung oder Verschenkung von betrieblichen Vermögen gibt es zahlreiche Änderungen. 32 Bromnitrat in der Stratosphäre Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie ist es gelungen, erstmals das Spurengas Bromnitrat in der Stratosphäre zu messen. Für die Praxis 27 Änderungen bei der Unternehmensnachfolge 28 Neues UWG in Kraft getreten 29 Neue Vorschriften für Versicherungsvermittler 29 IHK-Veranstaltungen 30 Börsen Spektrum 31 Wirtschaftsjunioren 36 Veranstaltungen 56 Wirtschaftspreise Bekanntmachungen 51 Bekanntmachungen Hochschule und Forschung 54 Bromnitrat in der Stratosphäre 54 Erste Professorin im Maschinenbau 55 Leuchttürme ihres Faches Schwerpunkt 32 Raus aus dem Stau 34 Existenzvernichtende Mauterhöhung IHK Karlsruhe Handelsregister 40 Neueintragungen 42 Zahlen und Daten 45 Veränderungen 50 Löschungen Anzeigenservice: Sandra Diener, Telefon ( ) Zur Zeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 39 vom Oktober Die Mediadaten sowie die Schwerpunktthemen 2009 sind im Internet abrufbar unter: www. karlsruhe.ihk.de/presse. Grafik: Perfect Page, Karlsruhe, Bernhard Kutscherauer, Telefon (07 21) Druck: VVA/Wesel Kommunikation GmbH Dr.-Rudolf-Eberle-Straße 15, Baden-Baden Titelbild: Flying-Tiger, Peter Kirillov, Bernhard Richter, Eray Haciosmanoglu, fotolia.com Composing: Clarissa Rosemann, Perfect Page Telefon (07 21) 174- Starthilfe, Unternehmensförderung -172 Aus- und Weiterbildung -201 Industrie, Technologie, Energie und Umwelt -142 Außenwirtschaft, Handel, Verkehr und Tourismus -122 Recht, Banken, Versicherungen -187 Presse, Mitgliederkommunikation -125 Verwaltung -152 Beitrag -333 ServiceCenter: Telefon (07 21) Montag Donnerstag 8.00 bis Uhr Freitag 8.00 bis Uhr 3

8 Titel 4 Foto: Andres Rodriguez, fotolia.com

9 Titel Weiterbildung erhöht die Wettbewerbsfähigkeit Dass sich berufliche Weiterbildung nicht nur für den Mitarbeiter sondern auch für das Unternehmen lohnt, zeigt das Beispiel IAS. Die IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung in Karlsruhe betreibt seit Jahren ein vorausschauendes Personalmanagement. Dabei spielt die systematische Weiterbildung der Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Der Gesundheitssektor ist ebenso wie viele Branchen immer stärker vom Fachkräftmangel betroffen. Wenn ich das Deutsche Ärzteblatt aufschlage, finde ich auf Anhieb 40 Seiten Stellenangebote für Ärzte, beschreibt Hendrik Caspar, Personalentwickler bei der Stiftung in Karlsruhe, die Situation. Der Gesundheitssektor sucht händeringend Ärzte und die Lage verschärft sich weiter. Während von 1993 bis 2006 der Anteil der über 60 Jahre alten Mediziner von sieben auf elf Prozent kletterte, nahm die Anzahl der nachrückenden Standeskollegen um 17 Prozent ab. Hart trifft die Lücke die Gesundheitsprävention in den Unternehmen. Denn immer weniger Ärzte entscheiden sich für eine Fachausbildung Richtung Arbeitsmedizin. Das könnte für die arbeitsmedizinische Betreuung, die Prävention und das Gesundheitsmanagement in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen schwerwiegende Folgen haben. Zu dieser Erkenntnis kamen auch die Karlsruher Spezialisten für Arbeitsmedizin bei der IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung. Mehr noch: Die IAS-Personalentwickler konnten leicht ausrechnen, dass der Fachkräftemangel Konsequenzen für das eigene Unternehmen, einem führenden Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement, haben könnte. Nur mit genügend Fachkräften können wir Aufträge vollumfänglich durchführen, so Caspar. Um dem drohenden Personalmangel zu begegnen, setzt das am Standort Karlsruhe 130 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen konsequent auf Strategien der Mitarbeiterentwicklung. Zentrale Elemente dabei sind das Personalcontrolling und die Weiterbildung. Unterstützt und moderiert wird dieser Prozess von externen Beratern. Je weiter die Kompetenzen in unserem Hause sind, um so besser können wir auf Veränderungen reagieren, erklärt Personalentwickler Caspar. Dabei ist immer der Blick in die Gesellschaft wichtig. Denn sie ist es ja, die altert, so der Personalchef. So startete im November die, zusammen mit dem IHK-Bildungszentrum Karlsruhe entwickelte, Fortbildung zum Fachwirt im Sozialund Gesundheitswesen. Die Weiterbildung richtet sich an Medizinische Fachangestellte der IAS-Gruppe. Die hochwertige Weiterbildung soll Arbeitsmedizinische Assistenten so qualifizieren, dass sie Arbeitsmedizinern bestimmte Leistungen, organisatorische und verwaltende Aufgaben abnehmen und selbstständig durchführen können. Die knapper werdenden Arbeitsmediziner sollen dadurch entlastet werden, so die Strategie. Von dieser Lösung profitieren nicht nur das IAS und die von der Stiftung betreuten über 200 Betriebe in der Region. Die Mitarbeiter nehmen das Weiterbildungsangebot gerne auf. Unser Aufgabenspektrum hat sich in den vergangenen Jahren erweitert. Die Weiterbildung liefert mir das nötige Hintergrundwissen, sagt Renate Ruck. Die Arbeitsmedizinische Assistentin ist seit 18 Jahren am IAS. Seit November drückt die Fünfzigjährige einmal im Monat für drei Tage wieder die Schulbank. Kosten entstehen der angehenden Fachwirtin durch die Weiterbildung nicht. Die übernimmt ihr Arbeitgeber und stellt sie außerdem für die Zeit der Schulung frei. Ich muss nur wenig von meiner Freizeit opfern. Natürlich muss der Unterrichtstoff nachbereitet werden, so Ruck. Dass das nicht vergessen wird, dafür sorgen die E- Mails ihres Dozenten, die regelmäßig in Rena- te Rucks elektronischem Briefkasten landen. Mit E-Learning erweiterte Lernformen werden wir noch stärker im zweiten Lehrgangsmodul einsetzen. Das macht die Weiterbildung für unsere Mitarbeiter noch zeitunabhängiger. So lässt sich das Weiterbildungsprogramm in den Arbeitsprozess integrieren, erklärt Personalmanager Caspar das Konzept. Einmal im Jahr, im Gespräch mit dem Vorgesetzten, wird der Qualifizierungsbedarf des Mitarbeiters geklärt. Dass Weiterbildungsangebote innerhalb der IAS wahrgenommen werden, gehört zur Aufgabe der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Sie flankiert die Personalentwicklungspolitik und setzt dafür die klassischen Medien der internen Kommunikation ein: von der Mitarbeiterzeitschrift über das Intranet bis zur hausinternen Informationsveranstaltung. Weiterbildungsangebote an die Mitarbeiter sind eine Investition, die zuerst einmal getätigt werden muss. Dabei ist der Ertrag für Unternehmen und Mitarbeiter nicht nur eine gefühlte Größe. Das lässt sich messen, so Personalmanager Caspar. Etwa durch Mitarbeiterbefragungen. Betriebe mit Weiterbildungsangeboten, haben besser motivierte Mitarbeiter, die Qualität der geleisteten Arbeit steigt. Weil die Angestellten spüren, dass das Unternehmen an ihnen interessiert ist, sinkt zudem die Personalfluktuation. All dies sind Faktoren, die unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten, erläutert Caspar. Auch der Mitarbeiter profitiert. Ihm eröffnen sich berufliche Perspektiven; Kompetenz und Arbeitsfähigkeit bleiben erhalten. So gewinnen beide, das Unternehmen und der Mitarbeiter. Informationen Telefon (07 21) , 5

10 Titel Ausbildung 2008: hohes Niveau noch gesteigert Neu Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge Ausbildungsverträge Das Ausbildungsjahr 2008 ist eines der erfolgreichsten in der Geschichte der IHK Karlsruhe gewesen. Bei der Zahl der neuen Ausbildungsverträge wurde der höchste Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten und bei der Zahl der Ausbildungsbetriebe sogar ein absoluter Rekordwert erreicht. Unseren ausbildenden Mitgliedsbetrieben gebührt dafür unsere Anerkennung und unser Dank, sagten IHK-Präsident Bernd Bechtold und IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Peter Mengele. Zu dem guten Ergebnis habe auch der Ausbau der Beratungskapazitäten der IHK Karlsruhe beigetragen. So hätten die hauptamtlichen IHK-Ausbildungsberater deutlich mehr Firmenbesuche und die ehrenamtlichen IHK-Lehrstellenwerber deutlich mehr Gespräche mit Jugendlichen absolvieren können. Wir werden in diesem Jahr unsere Bemühungen weiter intensivieren und unsere Mitgliedsbetriebe unterstützen, um das gute Ergebnis auch in diesem Jahr zu erzielen, machten die IHK-Verantwortlichen deutlich. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass zukünftig weitere Zuwächse immer schwieriger zu erreichen sein werden. Denn es gibt bereits heute mehr offene Lehrstellen als Bewerber. So konnten zum Jahresende noch immer rund 100 Lehrstellen nicht besetzt werden. Es fehlte an ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Bewerbern. Betriebsbesuche 2008 konnten wir erstmals auf die neue Software zur Erfassung der Betriebsbesuche zurückgreifen. Hiermit sind wir in der Lage, jeden Betriebsbesuch so zu erfassen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausbildung auf die Daten zugreifen können. Außerdem wurde es möglich, durch die Neueinstellung der zusätzlichen Ausbildungsberater unsere Präsenz in den Betrieben weiter zu verbessern. So haben wir 2008 fast 50 Prozent mehr Betriebe besuchen können als 2007 und dies, obwohl die neuen Ausbildungsberater erst eingearbeitet werden mussten. Hier war sicherlich auch das neue Bürokonzept, das keine festen Arbeitsplätze mehr für die Ausbildungsberater vorsieht, hilfreich. Die Ausbildungsberater sind nun klassische Außendienstler mit möglichst vielen Kontakten zum Kunden. Monatlich besuchen die Berater damit über 230 Betriebe. Bereinigt man die Betriebsbesuche um die Betriebe, die mehrfach besucht wurden so ergeben sich immer noch besuchte Betriebe im Jahr Art der Betriebsbesuche Den größten Anteil bei den Betriebsbesuchen hatten die Erstberatungen (815). Sie sind auch am zeitaufwendigsten, da die Unternehmen über die Ausbildung allgemein und den speziellen Beruf, den sie ausbilden wollen, informiert werden. Zieht man von den besuchten Betrieben die Zahl der Erstberatungen ab, so wird deutlich, dass wir fast die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe im Jahr besuchen. Ziel ist es, in zwei Jahren alle aktiven Ausbildungsbetriebe persönlich zu besuchen. Entwicklung der Ausbildungsplätze seit 2003 Zahl der Ausbildungsbetriebe Firmenbesuche der Ausbildungsberater Unversorgte Bewerber Die Zahl der unversorgten Bewerber ist seit 2006 dramatisch zurückgegangen von 421 im Jahr 2006 auf 41 im vergangenen Jahr. Damit war der Markt gesättigt, denn die 41 waren nicht ausbildungsreif. Und dieser Zahl standen noch rund 100 offene Ausbildungsstellen gegenüber. 6

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12 IHK: von Karlsruhe bis Brüssel IHK Karlsruhe Rasender Schuldenzug Sind unsere Staatsschulden ein nicht mehr zu bremsender Zug? Oder sind wir durch die Finanzkrise nur aufgeschreckt und blicken quasi zum ersten Mal aus dem Fenster, überrascht über die hohe Geschwindigkeit? Tatsächlich sind die Staatsschulden seit Gründung der Bundesrepublik mit hohem Tempo gewachsen. Betrugen sie 1970 noch 63 Milliarden Euro oder 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), waren es 2008 bereits Milliarden Euro oder 65,5 Prozent des BIP Tendenz steigend. Die meisten Schulden häufte der Bund an, und er wird dieses Jahr auch aufgrund der konjunkturellen Lage die 1-Billion-Marke erreichen. Aber auch in guten Zeiten hat der Bund Schulden nie nachhaltig getilgt. Einzige Ausnahme: 2001 spülte die Versteigerung der UMTS-Lizenzen 50,8 Milliarden Euro in die Staatskassen. Ein Teil davon ging in die Tilgung übernahm der Bund 171 Milliarden Euro Schulden aus der Wiedervereinigung. Diese Schulden des Erblastentilgungsfonds wurden inzwischen etwa zur Hälfte getilgt, aber die zeitgleich aufgenommene Neuverschuldung war höher. Steigende Zinsen Die staatlichen Einnahmen können üppig sein von 2006 bis 2008 stiegen die Steuereinnahmen um bis zu zehn Prozent jährlich, trotzdem wurden weiter neue Schulden aufgenommen. Und damit steigen die Zinslasten. Zurzeit sind 71 Milliarden Euro oder zehn Prozent der gesamten Steuereinnahmen für Zinsen vergeben. Mit den gesamten Zinszahlungen des Bundes könnten seine Forschungsausgaben verfünffacht oder Verkehrsausgaben verdreifacht werden. Das darf mittelfristig nicht aus den Augen verloren werden! Und jetzt? Der Schuldenzug benötigt eine Bremse, die ihn kontrolliert. Wir brauchen: 1. eine geringere Neuverschuldung. Der Vorschlag der Bundesregierung einer struktu- rellen Verschuldungsgrenze von 0,5 Prozent des BIP ist durchaus ambitioniert. Länder wie Sachsen gehen zwar weiter und streichen jedes Jahr eine Konsolidierungsdividende ein, aber es ist ein Anfang. Die 0,5-Prozent- Grenze reduziert die Neuverschuldung gegenüber der jetzigen Regelung etwa um die Hälfte. Statt der Milliarden Euro, die der Bund von 1990 bis 2006 in jedem Jahr an neuen Schulden aufgenommen hat, wären nach der neuen Regelung nur sieben bis fünfzehn Milliarden erlaubt. 2. einen gesonderten Abbau der Schulden, die zur Bewältigung einer Krise aufgenom- Staatsverschuldung Deutschlands ab % in v. H. des BIP Maastrichtgrenze: 60,0 Prozent men werden müssen. Dies ist mit dem Tilgungsfonds möglich. Die Regierung tut aber gut daran, ihren Konsolidierungswillen zu beweisen, indem sie die Bundesbankgewinne nicht erst oberhalb einer Grenze von 3,5 Milliarden Euro, sondern vom ersten Euro an zur Tilgung dieser Schulden verwendet. Informationen Dr. Ulrike Beland, DIHK Berlin, Telefon (030) absoluter Wert in Milliarden Euro 63 Mrd. Euro 65,5% Mrd. Euro

13 IHK: von Karlsruhe bis Brüssel IHK-Konjunkturumfrage Drei von vier Unternehmen in der TechnologieRegion Karlsruhe bewerten ihre eigene Situation trotz der weltweiten Wirtschaftskrise weiterhin als gut oder zufriedenstellend. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe. Die weitere Entwicklung ist schwer einschätzbar und hängt von der Weltkonjunktur ab, sagt IHK-Präsident Bernd Bechtold. Allerdings sei die regionale Wirtschaft weltweit sehr konkurrenzfähig. Wir befinden uns daher nicht in einer Strukturkrise, sondern in einer Wachstumskrise, macht er deutlich. Aus Sicht der IHK sei es wichtig, dass die Betriebe alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ihre Fachkräfte zu halten und die Zeit nutzen, um diese weiterzubilden. Vor allem in der Ausbildung dürfen die Unternehmen auf keinen Fall nachlassen. Das wäre an der falschen Stelle gespart, betonte der IHK-Präsident. Für durch die Wirtschaftskrise in Probleme geratene Firmen biete die IHK Karlsruhe zudem ein besonderes Beratungsangebot an. Der sogenannte Runde Tisch habe schon in der Vergangenheit zahlreichen Betrieben helfen können und viele Arbeitsplätze gerettet. 76 Prozent sind zufrieden Die Unternehmen spüren laut Umfrage zunehmend die konjunkturellen Widrigkeiten und fällen zum Jahresbeginn 2009 über ihre geschäftliche Situation ein merklich schlechteres Urteil. Der Anteil der Betriebe, die ihre geschäftliche Situation als gut bewerten, ist von 39 Prozent im vergangenen Herbst auf aktuell 26 Prozent gesunken. Vor einem Jahr lag dieser Anteil sogar noch bei 45 Prozent. Immerhin jedes zweite Unternehmen beurteilt seine Lage noch als zufriedenstellend. Die nachlassende Dynamik zieht sich durch alle Wirtschaftszweige. Im unternehmensnahen Dienstleistungssektor und dem Großhandel dominieren die positiven Urteile aber nach wie vor deutlich. Die Geschäfte der Bauwirtschaft haben sich überwiegend zufriedenstellend entwickelt. Die Industrie ist in zunehmend schwierigeres Fahrwasser geraten, sodass mittlerweile die negativen Lageurteile die positiven Bewertungen leicht übersteigen. Etwas aufgeholt hat der Einzelhandel, auch wenn die negativen Bewertungen der Geschäftslage nach wie vor deutlich überwiegen. Die regionale Wirtschaft zeigt sich äußerst skeptisch, was ihre Aussichten für das laufende Jahr angeht. Zu Beginn des Jahres 2009 rechnen nur noch zehn Prozent der Unternehmen mit einem besseren Geschäftsverlauf (Herbst 2008: 21 Prozent), ein immerhin gleichbleibendes Ergebnis erwarten 37 Prozent der Unternehmen. Mit 53 Prozent ist der Anteil der Skeptiker außerordentlich hoch (Herbst 2008: 26 Prozent). Diese extrem negative Erwartungshaltung ließ den IHK- Konjunkturklimaindikator auf den tiefsten Stand seit nunmehr 13 Jahren fallen. IHK-Präsident Bechtold: Die Einschätzung der Erwartungen bewegt sich derzeit auf einem extrem unsicheren Fundament. Die ersten seit Jahresbeginn veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigen, dass in den kommenden Monaten weitere Belastungen zu befürchten sind. Auf der anderen Seite macht die Korrektur der Übertreibungen an den Energie- und Rohstoffmärkten Hoffnung auf eine Wende zum Besseren. Die sinkenden Inflationsraten gewähren Entlastung sowohl für die Kostenseite der Unternehmen als auch für die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte. Auch der hohe Investitionsanteil des Konjunkturprogramms II setzt an der richtigen Stelle an und kann sich als hilfreich erweisen, wenn geplante Investitionen vorgezogen und kurzfristig umgesetzt werden. An der regelmäßigen Trimesterumfrage der IHK Karlsruhe beteiligt sich eine repräsentative Auswahl von Unternehmen aus den Bereichen Industrie (310), Bauwirtschaft (35), Groß- und Einzelhandel (200), Hotelund Gaststättengewerbe (50) und dem Dienstleistungssektor (490). Informationen Dokumenten-Nummer

14 IHK: von Karlsruhe bis Brüssel IHK Karlsruhe Nebenius-Medaille an Professor Gnauk DIHK Berlin Steuerreform verschärft die Krise Beim jüngsten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Spitzen der Wirtschaftsorganisationen BDI, BDA, DIHK und ZDH in Berlin machte DIHK- Präsident Ludwig Georg Braun deutlich, dass die Unternehmensteuerreform dringend auf den Prüfstand gehört: Sie enthält Elemente, die die aktuelle Krise verschärfen. Regelungen wie Zinsschranke, gewerbesteuerliche Hinzurechnungen sowie Verlustverrechnungsbeschränkung besteuern die Substanz und schmälern damit zusätzlich das Eigenkapital der Unternehmen. Gerade das Eigenkapital gilt es aber jetzt zu stärken. Braun forderte deshalb, diese Regelungen während der Krise auszusetzen. Hilfe für Exporteure Gute Nachricht für Exporteure: Die Bundesregierung will sie jetzt möglichst schnell mit Kurzfristdeckungen auch für EU- und OECD-Länder versorgen. Bisher gab es keine staatlichen Deckungsmöglichkeiten oder es waren langwierige Ausnahmegenehmigungen des EU-Wettbewerbskommissars nötig. Für diese Änderung hatte sich der DIHK gemeinsam mit anderen Verbänden eingesetzt. Grund: Vor allem kleinere Exportunternehmen haben derzeit Probleme, ihr Kurzfristgeschäft im Ausland noch bei privaten Exportkreditversicherern abzusichern. Dies gilt in erster Linie für die besonders krisengeschüttelten Hauptabsatzmärkte in den EU- und OECD-Länder. Aus diesen Märkten hatte sich der Staat aber mit seinen kurzfristigen Bundesdeckungen seit Jahren sukzessive zurückgezogen, weil es dort bislang eine ausreichende Versorgung durch private Versicherer gab. Informationen Informationen Professor Herbert Gnauk, Vorsitzender der Einigungsstelle zur Beilegung wettbewerbsrechtlicher Streitigkeiten bei der IHK Karlsruhe (links, zusammen mit Assessor Lothar Müller, Leiter der IHK Rechtsabteilung), wurde in Anerkennung seines langjährigen ehrenamtlichen Engagements mit der Karl-Friedrich-Nebenius-Medaille in Silber geehrt. Professor Gnauk hat dieses Ehrenamt 22 Jahre lang ausgeübt. Die Einigungsstelle bei der IHK, die auch für den Bezirk der IHK Nordschwarzwald zuständig ist, versucht Wettbewerbsstreitigkeiten ohne Inanspruchnahme der Gerichte einfach und kostensparend beizulegen. Informationen Dokumenten-Nummer 2740 Ausbildungsmarkt vorerst stabil Der Ausbildungspakt steht 2009 angesichts von Finanzmarktkrise und demografisch bedingtem Schulabgängerrückgang vor einer Bewährungsprobe. Darin waren sich die Teilnehmer des ersten Pakttreffens in diesem Jahr einig. Aber es gibt auch positive Signale, betonte DIHK-Präsident und Pakt-Vater Ludwig Georg Braun. Er stützte sich dabei auf eine DIHK-Stichprobe bei rund 100 Unternehmen. Demnach wollen die weitaus meisten gleich viel oder sogar mehr ausbilden als Hauptgrund: Fachkräftesicherung für die Nach-Krisenzeit. Braun kündigte an, die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt weiterhin sehr genau zu verfolgen. In Kürze will der DIHK eine Umfrage unter Betrieben vorle- Informationen gen. Der DIHK-Chef warb bei den Unternehmen für eine vorausschauende Personalpolitik auch in schwierigen Zeiten. Die Jugendlichen im Westen forderte er auf, sich auch im Osten auf Lehrstellenangebote zu bewerben. Dort werden viele Unternehmen Mühe haben Bewerber zu finden, weil die Zahl der Schulabgänger hier in diesem Jahr um 15,5 Prozent zurückgeht. Beim ersten Treffen der Ausbildungspaktpartner 2009 servierten Metzgerlehrlinge selbstgemachte Würste. 10

15 IHK: von Karlsruhe bis Brüssel Umweltgesetzbuch ade Das Projekt Umweltgesetzbuch (UGB) ist für diese Legislaturperiode gescheitert. Kein Beinbruch, sagt DIHK-Umweltexperte Hermann Hüwels. Nur ein einfaches UGB, das die Wirtschaft von Bürokratie entlastet hätte, wäre ein gutes Gesetz gewesen. Neue Rechtsbegriffe hätten aber Auslegungsfragen mit sich gebracht, die zwangsläufig erst einmal zu Verfahrensverzögerungen geführt hätten. In Deutschland werden pro Jahr Anlagen im Wert von bis zu 14 Milliarden Euro errichtet, die erst umweltrechtlich geprüft und genehmigt werden müssen. Verzögerungen von ein bis zwei Monaten machen sich da, gerade in einer Phase der Investitionszurückhaltung, sehr negativ bemerkbar. Die Bundesregierung sollte die gewonnene Zeit jetzt nutzen, die vorgesehenen Neuregelungen in Planspielen mit Praktikern weiter zu testen. Informationen CCI Strasbourg FISTexpo 2009 in Strasbourg Vom 29. September bis zum 1. Oktober 2009 findet in Strasbourg die Messe FISTexpo statt. FISTexpo zielt auf folgende Industriezweige: Metall-, Kunststoff-, Gummi- und Verbundstoffverarbeitung, Elektronik und Elektrotechnik, Mikrotechnik, Service für die Industrie. Für den Organisator der Messe, die Chambre de Commerce et d Industrie de Strasbourg (CCI) soll die FISTexpo durch ihre Vielfalt den Austausch der großen Auftraggeber aus Industrieund Dienstleistungssektor fördern und eine Plattform für Innovation, neue Technologien, Dienstleistungen und Know-how sein. Im Vorfeld werden alle teilnehmenden Unternehmen einen Erfassungsbogen erhalten, der das Profil und die Kooperationswünsche der Unternehmen erfragt. So sollen gezielte Einzelgespräche ermöglicht werden. Für 2009 werden mehr als 300 Aussteller erwartet. Im Schnitt kommen über 15 Prozent der Aussteller und 20 Prozent der Besucher aus dem Ausland. Die Messe wird parallel mit der Elektrotechnik-Fachmesse JTELEC, die die ganze Elektrizitätsbranche anspricht, ausgerichtet. Neben der Ausstellung sind Konferenzen, Vorträge, Business-Treffen und Diskussionsrunden geplant werden besonders Themen wie Umweltschutz, Sicherheit und Energieverbrauch behandelt. Deutsch-französischer Tag Um Unternehmen einen Einblick in die deutsche Industrie zu gewähren, organisiert die Chambre de Commerce et d Industrie de Strasbourg (CCI) am 1. Oktober 2009 eine Konferenz zum Thema Maschinen- und Gerätebau in Deutschland: Chancen und Perspektiven für elsässische Firmen. Außerdem wird an diesem Tag ein interessantes Rahmenprogramm geboten: Businesstreffen und Vorträge in deutscher und französischer Sprache über die kulturellen Besonderheiten in den Geschäftsbeziehungen mit deutschen Unternehmen. Neue technologische Beziehungen mit deutschen Partnern sind inzwischen für viele französische Zulieferer unumgänglich geworden. Die Kontaktaufnahme mit Verbänden und Strukturen der anderen Rheinseite soll Synergien für einen Geschäftsausbau fördern. Informationen Anzeigenhotline /

16 Geschäftsfelder Service L-Bank fördert 513 Mitgliedsbetriebe der IHK Karlsruhe förderte die L-Bank 2008 mit rund 128 Millionen Euro. Insgesamt wurden so Investitionen von mehr als 198 Millionen Euro angeregt. Mehr als 600 neue Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen. Unter den geförderten Unternehmen sind rund 250 Existenzgründer. Sie erhielten Darlehen über mehr als 39,5 Millionen Euro. An 265 etablierte mittelständische Unternehmen wurden Fördermittel in Höhe von 88 Millionen Euro ausgezahlt. Die L-Bank bietet im Übrigen gemeinsam mit der IHK in den Räumen der Kammer Finanzierungssprechtage an. Die Fachleute der Bank beraten hier zu allen Fragen der Finanzierung. Die nächsten Termine sind am 2. April, 23. April, 15. Mai und 28. Mai. Informationen Telefon (07 21) , Bürgschaftsbank unterstützt Mittelstand Perfect Page Kaiserstraße Karlsruhe Telefon: Foto: photocase, spacejunkie Foto: Falko Matte, fotolia.com Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, eine Selbsthilfeorganisation der Wirtschaft, an der auch die IHK Karlsruhe beteiligt ist, erreichte 2008 mit Vorhaben (1.997 im Vorjahr) und einem Bürgschafts- und Garantievolumen von 285,3 Millionen Euro (285,2 Millionen Euro im Vorjahr) nahezu wieder das hohe Vorjahresergebnis und ermöglichte für den baden-württembergischen Mittelstand unmittelbar ein Kreditvolumen in Höhe von 475,9 Millionen Euro (460,2 Millionen Euro im Vorjahr). Angesichts der Finanzkrise messen die Hausbanken bei Finanzierungen der Stellung adäquater Sicher- heiten einen wesentlich höheren Stellenwert bei. Die Bürgschaftsbank unterstützt Gründer und bestehende Unternehmen in Baden-Württemberg, wenn die vorhandenen banküblichen Sicherheiten nicht für eine Kreditgewährung ausreichen. Die Finanzierungsbedingungen für den Mittelstand in Baden-Württemberg bewertet die Bürgschaftsbank derzeit aber insgesamt als stabil. In den letzten Monaten konnte bei der Zielgruppe Mittelstand keine signifikante Veränderung im Verhalten der Kreditinstitute festgestellt werden. Bei Förderkrediten verbessert eine Absicherung durch die Bürgschaftsbank unmittelbar den Zinssatz, betont Bürgschaftsbankvorstand Dirk Buddensiek, außerdem haben wir genügend Spielraum für eine Ausweitung unseres Fördervolumens. Zusammen mit ihren Partnern in der Kreditwirtschaft kann die Bürgschaftsbank die Mittelstandsfinanzierung in Baden- Württemberg auch in schwierigen Zeiten stabilisieren. 12

17 Berufsbildung Wirtschaft macht weiterhin Schule I Die Realschule Karlsruhe-Neureut und das Forschungszentrum Karlsruhe haben im Rahmen des IHK-Projektes Wirtschaft macht Schule einen Kooperationsvertrag geschlossen und damit eine langjährige lose Partnerschaft besiegelt. Schuldirektor Franz Nikolaus freut sich auf zukünftige Bewerberseminare, über gemeinsame Projekte von Schülern und Azubis, wie die Reparatur von Sitzecken, und träumt schon vom Bau einer solarbetriebenen Kugelbahn in der Pausenhalle. Hans-Dieter Riedel, Ausbildungsleiter beim Forschungszentrum, ist sicher, dass die Beziehung durch den Ehevertrag noch weiter vertieft wird. Es ist eine Win/Win Situation. Beide Partner profitieren von der Zusammenarbeit. Auch IHK-Präsident Bernd Bechtold hob in der Feier die Wichtigkeit des Projektes hervor: Die Schüler müssen wissen, wofür sie in die Schule gehen, wofür sie Mathematik pauken. Früher auf dem Dorf lernte man die einzelnen Berufe im täglichen Leben kennen. Heute ist das anders. Die Schüler haben oft keine Ahnung, was sie später erwartet. Dank der Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen bekommen sie aber früh Einblicke in den Alltag der Auszubildenden. Der ebenfalls anwesende Karlsruher Bürgermeister Harald Denecken ist begeistert von der Initiative der IHK. Man sieht hier einmal mehr, dass wir in Karlsruhe nicht nur kritisieren und jammern, sondern vorangehen und etwas verändern. Wirtschaft macht weiterhin Schule II Die Nebenius Realschule in Karlsruhe und die Karlsruher EnBW SIS GmbH haben im Rahmen des IHK-Projektes Wirtschaft macht Schule ebenfalls einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Rektorin Ingeborg Thorwarth erwartet eine wundervolle Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen, die eine noch bessere Umsetzung des Schullogos, Fit für den Beruf zur Konsequenz hat. EnBW SIS-Ausbildungsleiter Klaus Engelbach erklärte: In Zeiten von Schlagworten wie Finanzkrise und Kurzarbeit hat die EnBW die Devise Konzernwachstum erlassen. Und genau für dieses Wachstum brauchen wir qualifizierte und motivierte junge Leute. Kooperationen wie diese dienten dazu, den Schülern die Angst zu nehmen vor dem, was im Berufsleben auf sie zukommt. Der neue Leiter der IHK-Abteilung Ausund Weiterbildung und langjährige Leiter des IHK Bildungszentrums Rolf Barthold, unterstrich bei der Unterzeichnungsfeier im IHK Haus der Wirtschaft auch den Stellenwert der Weiterbildung im deutschen Bildungssystem. Wenn man auf eine Erstausbildung einen Meister oder Fachwirt setzt, hat man beste Aufstiegschancen und befindet sich durchaus auf Augenhöhe mit den Akademikern.

18 Geschäftsfelder Industrie, Technologie, Energie, Umwelt Veranstaltung: Zukunft Oberfläche Nano, Metall, Polymer Die verschiedenen Oberflächentechnologien stehen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der IHK Karlsruhe und der IHK Nordschwarzwald am 26. März ab 14 Uhr in der Kulturhalle in Remchingen. Oberflächentechnologien spielen in nahezu allen Industriebranchen eine wichtige Rolle, um Produkte widerstandfähiger, korrosionsbeständiger, funktionaler oder schöner zu machen. Für die Veredlung von Produkten gibt es vielfältige Möglichkeiten, die sich ganz unterschiedlicher Technologien und Verfahren bedienen und die unter dem Begriff der Oberflächentechnik zusammengefasst werden. Diese reichen vom Lackieren über das Aufbringen von Dünn- und Dickschichten bis zum reinen Funktionalisieren, wie durch die Plasmavorbehandlung. Je nach dem Anforderungsprofil eines Produktes gibt es eine andere optimale Lösung. Viele Probleme, die sich aus fertigungstechnischen, wirtschaftlichen oder ökologischen Anforderungen ableiten, sind jedoch noch nicht gelöst. Mit verschiedenen Vorträgen wird in der IHK-Veranstaltung der aktuelle Stand unterschiedlicher Bereiche der Oberflächentechnik vorgestellt. Zudem werden Lösungskonzepte für die Praxis aufgezeigt und aktuelle Trends benannt. Die Veranstaltung ist Teil der seit Jahren regelmäßig von den baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern angebotenen Veranstaltungstour Eine Technologie zieht Kreise. Ziel ist es, die Teilnehmer über Technologiefelder und Technologien zu informieren und deren Relevanz, Potenziale, Chancen und Trends aufzuzeigen. Angesprochen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Informationen Telefon (07 21) , Foto: Darius Kopestynskis, fotolia.com Überarbeitete Arbeitsmappe für Anlagensicherheit Die überarbeitete Arbeitsmappe Anlagensicherheit der Arbeitsschutzverwaltung enthält eine Übersicht über die Anforderungen an überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung wie Aufzugsanlagen, Druckbehälteranlagen, Dampfkesselanlagen und Anlagen für brennbare Flüssigkeiten. In der Arbeitsmappe werden Definitionen, Einteilungen, Erläuterungen zur Erlaubnisbedürftigkeit und Prüfpflicht sowie Anforderungen an den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen sehr übersichtlich dargestellt. Ebenso finden sich Hinweise auf weiter gehende nationale und europäische Regelungen und Vorschriften. (Rubrik: Publikationen) Standby-Verordnung regelt Anforderungen an Strombedarf Bei Haushalts- und Bürogeräten im Standby-Betrieb gelten für den Stromverbrauch nach der neuen als erste Durchführungsmaßnahme der EU-Ökodesign-Richtlinie in Kraft getretenen Standby- Verordnung zukünftig EU-weite Höchstgrenzen: Die Standby-Verordnung legt Anforderungen an den Stromverbrauch elektrischer und elektronischer Haushalts- und Bürogeräte im Bereitschafts- (Standby) und Aus-(Off)-Zustand fest, die für Hersteller und Importeure verbindlich sind. Die Verordnung macht zudem Vorgaben für die Messungen legt Informationspflichten der Hersteller fest. Darüber hinaus sind unverbindliche Referenzwerte der leistungsfähigsten Produkte und Technologien, die zurzeit auf dem Markt erhältlich sind, aufgeführt. Alle betroffenen elektrischen und elektronischen Haushalts- und Bürogeräte sind in Anhang I der Verordnung aufgelistet. Informationen Telefon (07 21) , Foto: Abe Mossop, fotolia.com 14

19 Geschäftsfelder Wasser-Bewirtschaftungsplan Oberrhein liegt aus Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat Ende Dezember 2008 den Entwurf des Wasser-Bewirtschaftungsplans Oberrhein vorgelegt. Dieser sieht für die Oberflächengewässer und das Grundwasser im Oberrheingebiet ein Maßnahmenprogramm und Bewirtschaftungsziele vor. Unternehmen können bis zum 22. Juni 2009 beim Regierungspräsidium Karlsruhe, der Flussgebietsbehörde Oberrhein, dazu Stellung nehmen. Dabei sollten die Auswirkungen der Planentwürfe auf die örtlichen Unternehmen realistisch abgeschätzt werden. Unternehmen, die konkrete Belastungen durch die Bewirtschaftungspläne befürchten, werden gebeten, ihre Anregungen auch an die IHK weiterzugeben. Die IHK wird diese in ihrer Stellungnahme mit berücksichtigen. Informationen Telefon (07 21) , VERLAGSSPECIAL_ Mai 09 Wirtschaftsregion Kraichgau, Bruhrain, Hardt Innovationsmanagement in Familenunternehmen Wie gelingt es mittelständischen Familienunternehmen zum Teil über Generationen hinweg mit innovativen Produkten erfolgreich am Markt zu bestehen? Wie werden diesbezüglich die richtigen Entscheidungen getroffen? Ist es das Bauchgefühl des Chefs oder setzen diese Unternehmen zunehmend auf ein strukturiertes Innovationsmanagement? Antworten auf diese und weitere Fragestellungen soll eine Untersuchung zum Innovationsmanagement in Familienunternehmen der Philipps-Universität Marburg geben. Basis ist eine der Umfrage, die im Internet mittels eines Online-Formulars durchgeführt wird. Der Online-Fragebogen ist bis zum 30. April freigeschaltet. _individuelle Präsentationsmöglichkeit durch Ihr selbst erstelltes Firmenportrait _als ergänzende Veröffentlichung in Verbindung mit einer Anzeige _ANZEIGENSCHLUSS 31. März 2009 _Tel / _Fax 07221/ B:VS G. Braun Verleger-Services GmbH Lichtentaler Str Baden-Baden 15

20 Geschäftsfelder Industrie, Technologie, Energie, Umwelt Chemikalien-Klimaschutz- Verordnung ist zu beachten Betriebe, die ortsfeste Kälte- oder Klimaanlagen, Wärmepumpen (einschließlich deren Kreisläufe) sowie Brandschutzsysteme installieren, warten oder Instand halten, die fluorierte Treibhausgase enthalten, benötigen ab 4. Juli 2009 eine neue Bescheinigung, um ihre Tätigkeit weiter ausüben zu dürfen. Die Betriebe müssen sich gemäß der Chemikalien-Klimaschutz-Verordnung zertifizieren und nachweisen, dass ihr Personal über die erforderliche Sachkunde zur Ausübung der Tätigkeit verfügt. Für die Zertifizierung müssen die Unternehmen einen Antrag bei der unteren Verwaltungsbehörde (Landratsamt, Stadtverwaltung) stellen. Personal, das bestimmte Tätigkeiten an spezifischen, fluorierte Treibhausgase enthaltenden Anlagen durchführt, braucht ab 4. Juli 2009 eine Sachkundebescheinigung, um seine Tätigkeiten weiter ausüben zu dürfen. Informationen Telefon (07 21) , Dokumenten-Nummer 8854 Neue EU-Kennzeichen-Verordnung Die EU-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zur Übernahme des Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) der UN ist am in Kraft getreten. Ziel ist die weltweite Harmonisierung von Vorschriften und Warnsymbolen für Lösungsmittel, Lacke, Farben, Haushaltsreiniger und andere Chemikalien. Seitdem dürfen die Hersteller die neuen Kennzeichnungen bereits nutzen, müssen dies verpflichtend aber erst nach Ablauf bestimmter Übergangsfristen tun: Stoffe müssen ab und Gemische ab nach GHS gekennzeichnet werden. Lagerbestände dürfen darüber hinaus bis 2012 oder 2017 mit den alten Kennzeichen verkauft werden. Informationen Telefon (07 21) , Foto: bilderbox.biz Impulsprogramm Materialeffizienz Das 2006 gestartete Impulsprogramm zur Verbesserung der Materialeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wird seit Jahresanfang mit neuen Richtlinien zur einzelbetrieblichen Beratung (VerMat) und zur Förderung von Materialeffizienznetzwerken (NeMat) bis 31. Dezember 2013 fortgesetzt. Insgesamt wurden die Förderkonditionen im Beratungsbereich verbessert. Zudem ist die Fortsetzung der Förderung von Materialeffizienznetzwerken vorgesehen. Informationen Telefon (07 21) , Energieeffiziente Rechenzentren Das Bundesumweltministerium (BMU) hat jetzt eine Broschüre zu energieeffizienten Rechenzentren veröffentlicht. Danach könnten Betreiber von Rechenzentren in den nächsten Jahren insgesamt 3,6 Milliarden Euro an Stromkosten einsparen. Die Broschüre Energieeffiziente Rechenzentren ist auf der Homepage der IHK Karlsruhe abrufbar. Informationen Telefon (07 21) , Dokumenten-Nummer 9113, Foto: Thomas Aumann, fotolia.com 16

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