GEWINNEN BEGINNT INNEN. Mentales Training für Trader. Claus David Grube

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1 GEWINNEN BEGINNT INNEN Mentales Training für Trader Claus David Grube Claus David Grube Gewinnen beginnt innen

2 0. Einleitung 0.0. Die Börse ist ein Spiegel 0.1. Die Große Göttin Börse 0.2. Keine Chance ohne Risiko! 0.3. Die irrationale Macht der Herde 0.4. Börse und Demut 0.5. Der Weg des Verfassers mit Börse und Psychologie 0.6. Aktuelle Psychokybernetik 0.7. Die subjektive Konstruktion der Welt Weltmodelle Non-lineare Systeme 0.8. Nichts ist ewig 0.9. Psychologische Grundprobleme 0.0. Die Börse ist ein Spiegel Warum läuft der Kurs nur immer gegen mich?! Weil Sie es so wollen! Bitte, was?! Die Börse ist ein Spiegel. Der Kurs ist der Kurs. Er reflektiert Ihre innere Einstellung, die bestimmt, wie Sie den Kurs interpretieren und nutzen. Aber warum sollte ich Verluste und einen gegen mich laufenden Kurs wollen? Die Frage wäre besser: Wie will ich einen gegen mich laufenden Kurs?! Bei Warum suchen Sie Schuldige und Opfer. Bei Wie verstehen Sie sich selbst und können Ihre Einstellung und Ihr Verhalten ändern und so anpassen, dass Sie jeden Kursverlauf für profitable Trades nutzen können! Das wäre mir aber neu, dass ich Verluste will! Das ist das Gute an der Börse. Sie ist ein gnadenloser Spiegel. Das gibt Ihnen Gelegenheit, tiefer als bisher zu schauen. Es kann sein, dass Sie relativen Erfolg in der Welt hatten. Aber vielleicht war dieser mit dem Opfer dessen verbunden, was Sie wirklich gern getan hätten. Sie haben sich vielleicht einer Firma oder Familie oder einer Kultur angepasst, die Ihnen gar nicht entspricht. Nun suchen Sie einen anderen Weg. Und die Börse sagt Ihnen: Entdecke erst einmal dich selbst und stehe zu dir. Hmm, Sie meinen wirklich, ich will das so mit den Verlusten? In gewisser Weise trifft das zu. Sie sollten sich diese unterbewusste Motivation bewusst machen. An der Börse muss niemand Opfer sein. Jeder erschafft sich sein Schicksal selbst. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 2

3 An der Börse ist es wie im Leben. Es gibt kaum etwas lebendigeres auf der Welt als die globale Börsenwelt. Tausende sich sekündlich verändernde Preise für Aktien, Finanztitel, Währungen, Rohstoffe. Verändert durch die Käufe und Verkäufe, durch die Angebote und Nachfragen von mehreren Millionen Teilnehmern auf den Börsenmärkten. Rund um den Globus, 24 Stunden, Tag für Tag. Sobald die Eingangsschwelle überwunden ist, sind die meisten Menschen von der Börse fasziniert. Die Börse ist ein globales Spiel. Die Börse verspricht großes Geld. Sie nimmt und sie gibt. Sie bewirkt große Emotionen. Sieg und Niederlage liegen dicht beieinander. Und überall auf der Welt werden Sie heutzutage Gesprächspartner finden, die mit Ihnen begeistert über die Börse fachsimpeln. Die Favoriten bei den Sportarten sind je nach Land und Erdteil unterschiedlich. Börse ist der globale Sport für alle Altersklassen. Ja, man könnte die Finanzwelt sogar als religiöse Welt auffassen Die Große Göttin Börse Die Börse ist die Große Göttin unserer Zeit. Sie lockt und verspricht. Millionen Menschen beten diese Göttin an. Ihre Gunst bringt Freude und Glück und Reichtum. Und da sie meist den belohnt, der sich am meisten bemüht und die innere Einstellung reinigt, ist sie die fairste Göttin der Geschichte. Im Boom der 90er Jahre schien sie Versprechungen auf ewig steigende Aktienpreise zu halten. Dann kam der Absturz des beginnenden 3. Jahrtausends dafür umso heftiger. Und schon ging es weiter hoch und runter und wieder hoch und noch höher und wieder hinunter. Und wenn man mit ihr hadert, sagt die Große Göttin der Börse: Was willst du? Du hast dich nicht genug angestrengt und gereinigt! Das Platzen der Aktienblase traf doch nur die Käufer an den Aktienmärkten. Für die Verkäufer war es eine gute Zeit von 2000 bis Frühjahr Für die Spekulanten an den vielen anderen Märkten potenziell ebenso: Der Euro steigt 2003 innerhalb weniger Wochen von unter 1 Dollar per Euro auf 1,20. Gold steigt um über 100 Dollar per Unze. Ich gewähre immer eine Chance. Und keine Chance ist ohne Risiko! Ich belohne den, der mit Intelligenz und Klarheit riskiert! 0.2. Keine Chance ohne Risiko! Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 3

4 In einer Welt, in der aufgrund der depressiven Rahmenbedingungen und der Schuldenexplosion öffentlicher Haushalte der Geldverdienst mit herkömmlicher ehrlicher Arbeit schwieriger geworden ist, muss sich ein jeder mit den Möglichkeiten der Finanzmärkte befassen. Besonderes Potenzial versprechen die Derivatmärkte. Das sind vor allem die Futures, auch Terminkontrakte genannt. Diese Börsenmärkte bestehen seit über 100 Jahren, haben aber eigentlich erst durch die Freigabe der Wechselkurse und das Anschwellen der Finanzmärkte überragende Bedeutung gewonnen. An der größten Terminbörse der Welt, der deutsch/schweizerischen Eurex werden täglich durchschnittlich 5 Millionen Kontrakte gehandelt mit einem Kontraktwert von meist über Euro. Das Unberechenbare und das Lebendige ist es, was die Börse für den Menschen so aufregend macht. Es ist wie im Leben, es ist wie mit einem selbst. Immer kommt es anders als man denkt. Und doch möchte man es überlisten Die irrationale Macht der Herde Während noch bis vor einigen Jahren die Theoretiker der Ökonomie glauben machen wollten, dass die Börse rational und effizient sei, weiß man heute eher, dass irrationale Einflüsse überwiegen. Die Börse ist Zahlen gewordene Psychologie. Die Übertreibungen der Herdenbewegungen verhindern den rationalen Markt und derjenige, der sich aus der Herde gelöst hat, kann davon profitieren. Und wiederum wird ein weiterer von diesem profitieren. Und es ist auch nicht gesagt, dass die Herde nicht von einer Stampede profitiert. (Jedenfalls profitiert sie, solange sie den Abgrund, der in die Schlucht führt, nicht erreicht hat.) Wir begreifen uns in dieser Welt oft als Opfer oder sind dazu erzogen worden, uns als Opfer zu definieren. Große Glaubenssysteme legen unser Schicksal in Gottes oder der Partei oder der herrschenden Klasse Hände. Nirgends können wir uns ein derartiges Opfer-Modell so gut bestätigen lassen wie an der Börse. Aber gerade auch hier können wir den Schritt wagen vom Opfer zum selbstverantwortlichen Schöpfer und Meister unserer Welt. Denn es liegt an uns, ob wir mit der Herde in den Abgrund rennen wollen oder uns vorher an die Seite begeben und abwarten. Wenn wir es an der Börse schaffen, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, können wir es auch in unserem Leben. Oder umgekehrt? 0.4. Börse und Demut Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 4

5 Indes: Es geht nicht nach unserem Willen an der Börse. Wir brauchen ebenso Demut. Es ist wichtig zu lernen, dass Demut und Opferhaltung zwei grundverschiedene Lebenseinstellungen sind. Wir ehren demütig die Mächte der Börse, wir unterwerfen uns den Gezeiten, aber wir entscheiden auch, mit welchem Gefährt wir uns auf die hohe See begeben und welchen Wind wir nehmen. Unsere Kraft und Macht der Entscheidung ist es, was uns als Mensch erhebt. Für diese Übung der demütigen Willensmacht ist die Börse ein ideales Betätigungsfeld. Wir werden indes feststellen, dass unser freier Wille zum Teil von unterbewussten Motivationen gelenkt wird, die aus den Tausenden von Jahren der Evolution stammen. Einige dieser Strategien waren uns evtl. in der Savanne nützlich, führen aber heute eher auf die falsche Fährte. Wir müssen wachsam sein gegenüber dem äußeren Kontext der Börse. Wir müssen wohl noch wachsamer sein uns selbst gegenüber. Man spricht heute in der Wissenschaft von komplexen, non-linearen Dynamiken. Die Chaos-Theorie in der Mathematik und Physik ist hierfür eine Art Synonym geworden. Kleine Kräfte bewirken kleine Veränderungen. Diese können sich potenzieren und große Effekte haben. Das Wetter kennen wir als non-lineare Dynamik. Es ist nur schwer berechenbar, weil so viele Faktoren miteinander verkoppelt sind und aufeinander wechselseitig wirken. Derartige Systeme kennen wir noch mehr. Es trifft auch auf unsere inneren Systeme der Informationsverarbeitung zu. Wir haben drei: Neurologie, Immunsystem und Endokrines System. Diese produzieren ein inneres Wetter mit Hochs und Tiefs. Wir haben auch eine innere Börse, in der fortwährend gehandelt wird: Bedürfnisse fragen nach Befriedigung. Ideen und Handlungen machen Angebote. Die am einfachsten zu befriedigende Nachfrage wird durch das höchste Angebot, die erfolgversprechendste Strategie, glattgestellt und weiter geht der Handel. Ah, ein Ask von Durst und Müdigkeit. Der Bid von: Trink einen Kaffee!, bekommt den Zuschlag Der Weg des Verfassers mit Börse und Psychologie Des Verfassers Beschäftigung mit der Börse begann Zuvor war ich aber bereits intensiv in der Psychoszene als Klient und Leiter von Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 5

6 Selbsterfahrungsgruppen tätig. Ich war in den 70ern auf der Welle der Selbstfindung mitgeschwommen und hatte mich besonders für körperorientierte Therapie nach Wilhelm Reich interessiert, da mein Energiefluss mir blockiert erschien. Schließlich war ich in dieser Technik selbst Therapeut und Leiter von Gruppen geworden. In den 70er und frühen 80er Jahren waren die Ansätze der Humanistischen Psychologie en vogue. Diese waren oft mit kathartischen Techniken verbunden, in denen das Ausagieren von Gefühlen, das Schreien und Schlagen gefördert wurde. Das machte zwar viel Spaß, man ermüdete aber nach einiger Zeit. Vor allem ermüdete es den Therapeuten und so hatte ich 1982 einen Burnout und suchte neue Herausforderungen. Ich nahm das Angebot eines Freundes, die Börsenwelt aktiv kennen zu lernen, an. So wurde ich Futures-Trader, gelangte nach New York, arbeitete für mehrere Wallstreet-Firmen und gründete einen Hedge-Fonds, den Taotrader-Fond 1. Bei allen Erfahrungen und Beobachtungen wurde eines klar: Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Trader lag in der psychologischen Konstitution begründet. Unterbewusste und doch selbst erschaffene Grenzen entschieden über Erfolg und Misserfolg. Emotionale Muster treiben in die Herde und in die Massenpanik. Und ich landete so wieder bei meiner ursprünglichen Bestimmung, der Psychologie Aktuelle Psychokybernetik Die Psychologie soll in diesem Zusammenhang die Psychologie des Normalmenschen sein, nicht die des psychologisch Gehandicapten. Als Normalmenschen haben wir es mit ausreichend inneren Handicaps zu tun. Wir agieren zudem in einer Welt, in der jeder unser Bestes will und das ist unser Geld, jedenfalls in den Augen des anderen. Dieser kämpft wie wir ums Überleben. Gerade an der Börse ist es unumgänglich den anderen mental und emotional überlegen zu sein. Dafür müssen wir etwas tun. Dafür können wir auch etwas tun. Während in den 70ern Psychologie und Selbsterfahrung noch Seelenstrip und Kissenschlagen bedeuteten, hat sich die Technologie mittlerweile entwickelt. Die entwickeltesten Ansätze kommen ganz ohne Tränen und Brüllen aus. Unterbewusste Einstellungen werden unterbewusst gelöst. Erlernte Verhalten können verlernt werden. Die Erkenntnisse der Hirnforschung und der Kybernetik können wir für uns selbst nutzen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 6

7 Aus meinem Interesse an effektiver Psychologie habe ich diese Ansätze intensiv erfahren und erlernt und weiter entwickelt und den Bedürfnissen angepasst. Besonders bekannt geworden ist NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) 2. In dieser Kunst habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt. Ich habe NLP als Lehrtrainer vermittelt und Kurse darin gegeben. Mittlerweile habe ich es zu meinem eigenen Ansatz des Noëdo weiterentwickelt, da ich im NLP doch einige Unzulänglichkeiten fand. Noëdo 3 soll im Gegensatz zu NLP an einem philosophisch-spirituellen Werterahmen orientiert sein. Ohne eine derartige Ethik laufen effektive Techniken Gefahr, den Klienten in eine Richtung zu manövrieren, in die sein oder ihr Höchstes gar nicht will. Diesen Rahmen bietet mir vor allem die Philosophie Schopenhauers (der in meiner Heimatstadt, der Hansestadt Hamburg, Kaufmann gelernt hat und zeitlebens vom Kurs- und Zinsgewinn des angelegten Erbes gut leben konnte), wie auch fernöstliche Sichtweisen des japanischen Zen- Buddhismus und des chinesischen Taoismus. Außerdem soll Noëdo an die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft angepasst sein, und zwar vor allem in den Bereichen Neurowissenschaft, Linguistik, Semiotik, Kybernetik, Entwicklungspsychologie und Evolutionsbiologie Die subjektive Konstruktion der Welt Die wesentliche Beschäftigung der Philosophie der Neuzeit dreht sich um die Frage: Was ist objektiv, was ist subjektiv? Bei der intensiven Selbstbeobachtung mit dieser Frage kam im 18. Jahrhundert Rene Descartes auf die Erkenntnis, dass nahezu alles subjektiv ist. Beziehungsweise: Wir können über die Objektivität nur mittelbare Aussagen machen. Die objektive Welt ist in unserer Neurologie durch die Sinne konstruiert. Die objektive Erfahrung ist nahezu immer eine subjektive Kreation. Das einzige, worüber Descartes eine unumstößliche Aussage machen konnte, war, dass er eben dieses dachte. Cogito, ergo sum! Ich denke, also bin ich!. Der Dualismus von Geist und Materie wird heute zwar sowohl von den Materialisten als auch den meisten Idealisten angezweifelt oder abgelehnt. Indes hat Monsieur Descartes wohl noch nicht zwischen Kognition und Bewusstsein differenzieren können. Heute weiß man, dass die Kognition, also das cogito, eine Funktion der Zellen ist und materialistisch oder physikalisch erklärt werden kann. Das Bewusstsein darüber indes ist nicht Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 7

8 materiell bedingt. Und die phänomenologischen Repräsentationen des Bewusstsein, nämlich das, was wir als Welt wahrnehmen, innen wie außen, ist nicht physikalisch erklärbar. Noch nicht, sagen die Materialisten und sind Beweise nach wie vor schuldig. Descartes Beobachtung war also durchaus richtig, er hatte nur das unzutreffende Verb cogitare gewählt und wäre mit conscire besser gefahren. Conscio ergo sum! Wobei aber conscire eher Bewusstsein im Sinne von Gewissen bezeichnet und es für das Bewusstsein, das wir meinen, im Lateinischen kein adäquates Wort gibt und es daher auch nicht präzise gedacht werden konnte. In einer Sprache wie Sanskrit gibt es für Bewusstsein so viele Worte wie bei den Inuit für Schnee, da in der alten indischen Kultur die Beschäftigung mit dem Bewusstsein eine lange Tradition hatte. Sprache bildet eine Matrix für unser Weltmodell. Emotionen und Erfahrungen natürlich ebenso. So dass keine zwei Menschen in derselben Welt leben. Jeder konstruiert sich sein Modell. So sieht auch jeder Trader in derselben Kurve zwei verschiedene Dinge. Es ist fraglich, ob der andere überhaupt dieselbe Kurve sieht. Wir können es nicht wissen, wir können ja nicht in (oder: mit dem) den Kopf des anderen schauen. Da wir uns aber über Chart-Analyse unterhalten können, wird es Gemeinsamkeiten geben. Wie wir indes das gemeinsam wahrgenommene interpretieren und welche Handlungen daraus entstehen, das ist individuell und potenziell völlig unterschiedlich Weltmodelle Als Trader wollen wir die Chancen erkennen können. Wenn wir ein mechanisch handelndes Handelssystem entwickeln wollen, müssen wir ebenso die Chancen erkennen können. Auch wenn wir ein Chancenerkennungs-Programm schreiben, müssen wir diese von vornherein mit Aussicht auf Chance konzipieren. Der eine hat ein Weltmodell, welches viele Chancen bietet. Der andere eines mit wenigen. Es kann nicht gesagt werden, dass das eine besser und das andere schlechter ist. Zu viele Chancen können verwirren. Eine, aber die richtige und treffende, kann mehr als ausreichend sein. Wenn indes der generelle Fokus auf Chancenlosigkeit ist, wird es schwer. Der Blick für Risiken ist auch wichtig. Wir brauchen in unserer Weltwahrnehmung eine Grundeinstellung von Chancen und eine Feineinstellung, die uns vor den Risken rechtzeitig warnt. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 8

9 Mit einigen dieser Einstellungen werden wir geboren, andere sind erlernt. Beide, die Angeborenen wie die Erlernten, können wir beeinflussen und, zumindest partiell, nach unseren Wünschen einstellen. Das wir diese Fähigkeit erlangt haben, ist der Menschen großer Vorteil in der Evolution geworden. Das hat dazu geführt, dass wir potenziell eine der erfolgreichsten Gattungen auf dem Planeten sind. Und wir können nur hoffen, dass wir diese Anpassungsfähigkeit an uns selbst für den Sieg über ähnlich erfolgreiche Lebensformen wie Bakterien, Kakerlaken und Ratten nutzen können, aber auch für den Sieg über uns selbst, der zur größten Gefahr für das Ökosystem geworden ist Non-lineare Systeme Für die Beschäftigung mit der Psyche des Traders ist es wichtig zu wissen, dass er oder sie mit einem non-linearen System interagiert. Was heißt das? Non-lineare Systeme oder Dynamiken sind in den letzten Jahren in den Fokus der Wissenschaften gerückt. Diese Beschäftigung ist besonders mit dem Namen Chaos-Theorie verbunden, auch wenn der Ausdruck unglückliche Assoziationen weckt. Das Lineare System ist eindeutig berechenbar: Man macht etwas und es hat eine eindeutige Wirkung auf das System. Es entsteht ein positives Feedback. Ich habe den Nagel mit dem Hammer in die Wand geschlagen und das ist zu sehen und das war, was erwartet wurde. Beim non-linearen System ist die Situation nicht so eindeutig. Es kommen mehrere Faktoren zusammen, die das System in verschiedene Richtungen bewegen können. Es könnte Rückkopplungseffekte geben: Der Nagel trifft auf die Elektroleitung und schon gibt es ein negatives Feedback. Das ist ein Feedback, welches den Agierenden wiederum so beeinflusst, dass er die Ursache nicht fortsetzen kann. Diese Prinzip des zurückschlagenden Systems nennen wir Rückkopplung oder negatives Feedback. Dieses ist an der Börse gang und gäbe und unausweichlich. Das negative Feedback beantwortet auch die Frage an mich selbst, ob meine Dienste und dieses Buch auch für Trader mit mechanischen Systemen interessant ist. Jeder, jede und jedes, der die oder das an der Börse agiert, verändert den Markt so, dass er, sie, es sich immer wieder neu anpassen und neu entscheiden muss. Es entsteht eine fortwährende Situation des Dilemma. Soll ich das jetzt fortsetzen und abbrechen? Dieses Dilemma besteht auch (oder gerade) bei einem mechanischen Handelssystem und wir sind es, die uns fragen werden: Zieh ich nun den Stecker oder ist das ein vorübergehender Drawdown? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 9

10 Selbstverständlich kann es sich an den Markt anpassende mechanische Handelsprogramme geben, die momentan im Vorteil sind und es auch noch zwei, drei Jahre bleiben können. Dann aber werden sich diese verbreiten und für den Erfolg muss etwas neues gesucht werden. Und wenn alle diese tollen Programme haben und so ein nahezu effizienter Markt entsteht, ist wieder der Zocker im Vorteil, der voraussehen kann, wie der durch die Programme auf Kurs getrimmte Hase läuft. In non-linearen Dynamiken haben kleine Veränderungen an bestimmten Eingangsparametern so starken Einfluss, dass das ganze System sich jeweils total anders entwickelt. In dem System einer elektronischen Futures-Börse wie der Eurex kann ein einziger Kontrakt ein derartiger Einfluss durchaus sein. Jemand stellt seine Order in das Orderbuch, so dass ein anderer diese Veränderung sieht und sich auf Grund dessen bestärkt sieht in seiner Ansicht in eine bestimmte Richtung zu handeln. Das wiederum sehen andere Trader und revidieren oder bestimmen dementsprechend ihre Vorhaben. Jede Aktion eines Traders wird von mehreren Tausenden Marktteilnehmern gesehen und es wird jeweils 10 geben, die daraufhin ihre Positionen verändern und das wiederum 10 und so fort. Dieser Markt ist also ständig in Bewegung und die Handlung eines jeden hat Einfluss auf die Handlung eines jeden anderen Nichts ist ewig Du kannst niemals in denselben Fluss zweimal springen!, sagte der weise griechische Philosoph Heraklit vor 3000 Jahren und wir können es übersetzen in: Du kannst niemals in denselben Markt zweimal springen! Wir brauchen einen Plan und ein System, und wir müssen diesen auch wieder loslassen können. Wie aber sollen wir gleichzeitig diszipliniert unseren Plan durchhalten und auf das loslassen desselben vorbereitet sein? So denken sich schlaue Hedge-Fond-Manager Systeme der statistischen Arbitrage aus, die aus kleinen Preisdifferenzen Kapital schlagen. Sofort aber sehen das andere Fondsmanager und machen dasselbe und Schwupps ist der Vorteil fort. Die Performance-Kurven nahezu aller Hedge-Fonds sind gut am Anfang und verflachen dann. Es gibt daher auch wieder Hedge-Fonds-Manager, die Dachfonds bilden, welche nur CTAs in der Anfangsphase in das Portfolio aufnehmen. Wenn diese CTAs erfolgreicher und größer werden und deren Assets under Management eine Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 10

11 Grenzsumme überschreiten, schmeißen diese Hedge-Fonds-Manager sie aus dem Pool, da nun die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Erfolgskurve verflacht. Und in dem Moment, wo andere diesen Ansatz kopieren und der Markt sich wieder auf Grund seiner Erfolgsstrategie verändert hat, und erfolgreiche CTAs schneller von 5 auf 50 Millionen kommen, als der Dachfonds-Manager sie zur Präsentation einladen kann, war es das wieder und er muss sich etwas Neues ausdenken. Die Börse und die Märkte stehen nie still. Es ist eine sehr schnelle Evolution in unseren Tage. Survival of the super-fittest. Dass Sie zu den Super-Fitten gehören, dazu möchte ich mit diesem Buch gerne beitragen! Dazu müssen Sie vor allem die ja in diesen Tagen vorhandenen Technologien einiger avantgardistischer Systeme der Psychologie kennen und können, mit denen die Grundprobleme aller derer, die mit komplexen Systemen (und das sind wir letztendlich alle) handeln, in Kompetenz und Unterstützung verwandelt werden können Psychologische Grundprobleme Diese Grundprobleme, oder besser Grundthemen sind: - Emotionale Muster - Begrenzende Überzeugungen über einen selbst oder die Welt - Innere Konflikte Eine Angst, z.b. eine Versagensangst, wird als Selbsterfüllende Prophezeiung wirken und das Versagen erreichen. Eine Überzeugung: Ich bin nicht gut genug! wird die Fähigkeiten und Talente mindern. Ein Konflikt zwischen Ich will so sein wie die anderen! und Ich will reich werden! wird im Sozialstaat nicht zu einer fokussierten Haltung führen. Die Börse wird uns zeigen, wo wir Schwachstellen haben. Sie ist unsere moderne Savanne, in der Wachheit über das Überleben entscheidet. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu. Aber für Glück kann man sich öffnen und man muss es wollen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 11

12 Wir können unsere Schwachstellen analysieren und unsere Einstellungen und unser Verhalten verändern. Wir wollen das auch, denn als Börsianer oder Menschen, die sich Herausforderungen stellen, müssen wir die Innenwelt optimal einstellen können. Dazu ist es hilfreich einen Bauplan zu haben, so dass wir wissen, wo in uns es hängen könnte. Und es ist wichtig, effektive Tools der Veränderung zu haben. Denn, wie wir wissen, der Entschluss unseres Egos zur Veränderung reicht meist nicht. Die Blockaden liegen gern in tieferen Schichten, zu denen das Wachbewusstsein keinen Zugang hat. Die effektiven Tools gibt es indes heutzutage und wir können sie nutzen. Als Börsianer sollten wir sie unbedingt nutzen. Börse ist Hochleistungssport und es gibt wohl kaum noch Weltmeister, die ohne mentales Coaching und Selbstprogrammierung auskommen. Sie sollten sich mental auf Erfolg vorbereiten. Wie wird sich Erfolg an der Börse anfühlen? Wie wird dieser aussehen, sich anhören? Wie wird er duften, schmecken? Wenn Sie den Geruch von Erfolg nicht kennen, können Sie ihm auch nicht folgen. Sie kennen ihn, Sie müssen ihn nur identifizieren. Wie duftet der Börsenerfolg? Mögen Sie an der Börse und im Leben zum Meister reifen! Möge dieses Buch Ihnen dabei Unterstützung und Anregung geben! Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 12

13 1. Die Tiefsee der Trader Amateur, Halbprofi, Profi Intuitiv ( Diskretionär ), Systematisch, Mechanisch Zeitrahmen des Tradings: Positionen, Swings, Scalps Trendfolger und Konträrhändler, auch Antizykliker genannt Fundamental oder technisch verschiedene Kombinationen Übersicht über die Trader-Tiefsee Arten von Handelsstrategien Wir können uns die Börsenwelt als ein Ökosystem vorstellen, in dem durch natürliche Auslese die am besten an die Bedingungen der Umwelt angepassten Wesen überleben und bestehen, Darwin an der Börse. Das klassische Ökosystem ist die Ursuppe, die Tiefsee, in der das Leben einst vor Millionen Jahren begonnen hatte, als eine Aminosäure entstand, welche der Katalysator für die eigene Verdopplung war. Hier finden wir Lebewesen aller Größe und Art und jedes hat seinen Platz und seine Nische. Die einen überleben als Art oder Gattung, weil sie so viele Nachkommen erzeugen, dass immer welche übrig bleiben. Die anderen sind schnelle hervorragende Räuber. Die anderen sind wieder so unauffällig, dass sie keiner findet und frisst. Andere wieder sind so groß und mächtig, dass sie keiner essen könnte, geschweige denn angreifen. Ein ähnliches Ökosystem ist die Traderwelt, in der mit unterschiedliche Strategien das Überleben gesucht wird. Die Börse ist wie eine Tiefsee. Wir können die Trader nach 5 Parametern differenzieren: Zeitintensität: Amateur, Halbprofi, Profi Handelsplan: Intuitiv, systematisch, mechanisch Zeitrahmen: Positions-Trader, Swing-Trader, Scalper Trading-Stil: Trendfolge, Konträrpositionen Kontext-Orientierung: Fundamental, Technisch So bekommen wir insgesamt 108 Kombinationen, 108 Möglichkeiten des Trader- Lebens. 108 Fische in der Tiefsee des Tradings. Wer ist Plankton, wer ist weißer Hai? Nun, wenn Sie ein Amateur (also so abends zwischen 19:00 und 20:00 vor der Tageschau den E-mini S&P handeln) sind, der intuitiv scalpen möchte und das Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 13

14 trendfolgend bei bestimmten Chartsituationen, sind Sie wohl eine Krabbe. Und wenn Sie professionell und mechanisch Swings traden, die bei der Reaktion auf vergebliche Versuche einen Widerstand zu durchbrechen entstehen, und welche das Programm im Orderbuch erkannt hat, sind Sie eher ein Raubfisch. Welche Lebensform ist erfolgreicher? Krabben gibt es in Schwärmen und somit viele, Raubfische sind Einzelgänger und selten. Aber Quantität sagt nichts über den Erfolg aus, nur über die Fortpflanzungsstrategie. Was für uns als Trader entscheidend sein sollte, ist: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit des Todes? Und da wäre ich im Ozean der Börse wesentlich lieber am Ende der Nahrungskette als an deren Anfang, auch wenn es hin und wieder eine Krabbe geben sollte, die Rente bekommt. Der erste Parameter wäre also: Amateur, Halbprofi, Profi Amateure haben ihr eigentliches Einkommen aus Job oder Unternehmung. Sie interessieren sich für die Börse, haben aber meist eher ein oberflächliches Wissen (das sie leicht durch das Nachbeten von Börsengurus verschleiern) und begrenzt Zeit. Es kann auch Amateure geben, die mal in einer Börsenfirma gearbeitet haben, nun einen anderen Job nachgehen und nebenbei noch traden. Diese haben zwar Ahnung von der Sache, aber wenig Zeit. Halbprofis kennen sich ein wenig mehr aus und planen ihre Börsenhandlungen etwas strategischer. Sie verfolgen ein System oder einen Handelsplan. Profis gibt es in mehreren Arten. Der private Profi, der von zu Hause oder seinem Büro aus Trades macht, ist den ganzen Tag oder länger mit dem Trading beschäftigt. Der Profi, der in einer Börsenfirma angestellt ist, hat auch einen langen Arbeitstag. Er verdient nur meistens sein Geld etwas sicherer. Der Profitrader findet sich in Banken, Fondsgesellschaften oder Vermögensverwaltungen. Er tradet entweder nach eigenen Ideen oder nach den Anweisungen der Firmenleitung, bzw. des Kunden. Der nächste Parameter: Intuitiv ( Diskretionär ), Systematisch, Mechanisch Ich bezweifle, dass das Wort diskretionär, welches sich im deutschen Sprachgebrauch der Trading-Community für intuitives, nicht an Regeln Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 14

15 gebundenes Trading eingebürgert hat, korrekt angewendet wird. Im Amerikanischen bedeutet discretion Verfügungsgewalt des CTA (Commodity Trading Advisor, Vermögensverwalter) über das Konto, so dass dieser für den Kunden traden kann. Er sollte dabei nach Regeln und System vorgehen und nicht diskretionär handeln. Wir benutzen für diesen Trading-Stil also lieber intuitiv. Die meisten Amateure handeln mehr oder weniger intuitiv. Sie lassen sich dabei gern von den Meinungen anderer leiten. Der intuitive Amateur ist vergleichbar mit Plankton, dem Beginn der Nahrungskette in der See. Er wird mit ziemlicher Sicherheit gefressen. (Und wächst auf wundersame Weise immer wieder nach.) Es wird indes auch intuitiv handelnde Profis geben und diese könnten durchaus die Meister der Börse sein. Ihnen sind die Kurse ihres Marktes in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn es ihnen in den Fingern juckt, wissen sie, dass eine Chance entstanden ist. Diese Expertise erlangt man aber wahrscheinlich erst nach vielen Jahren und vielen Rückschlägen. Das systematische Trading sowohl für Amateure, Halbprofis und Profis ist sicher das Trading, das wir befürworten. Für diesen Trader ist dieses Buch in erster Linie geschrieben. Ein gutes System ist das Vehikel, um über die Hochsee der Börse einigermaßen sicher zu schippern. Unsere Handicaps bei der Durchführung unseres Systems wollen wir kennen, damit wir uns beim Gesang der Sirenen so am Mast festbinden, dass unser System den Hafen findet. Mehr und mehr werden Systeme in mechanische Programme eingearbeitet, so dass der Human Factor gemindert oder ausgeschlossen wird. Der menschliche Faktor (und seine Unberechenbarkeit) ist natürlich nicht ganz auszuschließen. Denn es sind ja immer Menschen, die diese Programme konzipiert und geschrieben haben und die den Computer ein und ausschalten. Das in der Einleitung erwähnte Gesetz der Rückkopplung, das negative Feedback, wird dazu führen, dass ein erfolgreiches mechanisches Programm den Markt potenziell so beeinflusst, dass es sich immer wieder neu an den Markt anpassen können müsste. Das ist auch theoretisch denkbar, die Selbstanpassung des Programms, aber auch das wird wieder den Markt beeinflussen, und es wird dann ein fixes Programm wieder vorteilhafter gewesen sein. Es wird also auch kein mechanisches System geben, das auf ewig profitabel ist. Zumal dann alle Trader auf kurz oder lang mit diesen Programmen handeln würden und es so tatsächlich zu einem Effizienten Markt kommt, in dem aber niemand mehr wirklich Geld verdient. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 15

16 Also ist dieses Buch auch für den mechanischen Trader von Interesse. Mechanisch tradende Amateure wird es kaum geben können, da die Entwicklung eines Programms doch aufwendiger und kaum am Feierabend zu bewältigen ist. Gekaufte Black Boxes, also Handelsprogramme, die vorprogrammiert gekauft sind, können eher nicht empfohlen werden. Sie sind meist überoptimiert oder eben auf jemand anderes zugeschnitten oder passen sich nur mangelhaft an den eventuell mittlerweile veränderten Markt an. Es könnte aber mit den gängigen Programmen der Chartdarstellung und des Systemtesting auch für den Amateur möglich sein, mechanisch mit Erfolg zu handeln, bzw. die Maschine handeln zu lassen. Der dritte Parameter: Zeitrahmen des Tradings: Positionen, Swings, Scalps Das eine Extrem ist das Positionstrading, bei dem Positionen am Markt über einen längeren Zeitraum gehalten werden. Diese Zeitdauer kann je nach Markt Tage, Wochen oder Monate sein. Das andere Extrem ist der Scalper. Dieser ist meist ein Floor-Trader oder Marketmaker, der an kleinsten Bewegungen in kurzer Zeit einige wenige Punkte abschöpfen möchte, dieses aber regelmäßig. Scalpende Amateure gibt es mittlerweile im Rahmen der Daytrading-Zenter auch. Sie sind nach meiner Einschätzung eher chancenlos. Im Zwischenbereich der Trades, die während eines Tages oder über ein oder zwei Tage abgeschlossen werden und meist Anomalien am Markt kurzfristig ausnutzen möchten, liegen die Swing-Trader. Diese ist für alle drei Gruppierungen (Amateure, Semi-Profis, Professionelle) sicher interessant. Viertens können wir unterscheiden zwischen: Trendfolger und Konträrhändler, auch Antizykliker genannt Trendfolger versuchen auf einen Markt, der in einen Trend geht, möglichst früh aufzuspringen. Konträrhändler versuchen Umkehrpunkte zu treffen. Es gibt natürlich Mischformen und Besonderheiten wie das Traden von Ausbrüchen. Das ist zwar eine Trendfolge (es wird im Trend gehandelt), aber es ist Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 16

17 dennoch auch ein Umgang mit Umkehrpunkten. Der Ausbruchs-Trader tradet weniger mit dem Kursverlauf der zugrunde liegenden Ware oder Aktie als mit dem Kursverlauf des Charakter des Kursverlaufs des Zugrundeliegenden, nämlich ob Seitwärts oder Trend. Wenn Seitwärts trendet, erwartet der Ausbruchs-Trader eine Umkehr, also das Einsetzen eines Trends. Er ist also ein Konträrhändler auf einer Meta-Ebene zum primären Chart. Noch einmal die Aussage von eben übersetzt, denn Sie könnte interessant sein. (Indes ist es mehr ein Thema für ein Buch über Strategien.) Also: Ein Markt kann seitwärts oder trendwärts verlaufen. Wenn wir auf einem Chart statt der Preise die Trendigkeit und Seitwärtsigkeit des Marktes darstellen (z.b. über einen Indikator, der dieses anzeigt), und dann kaufen/verkaufen, wenn die Kurve dieses Indikators von Seitwärts auf Trend umschwenken könnten, handeln wir konträr oder antizyklisch auf der 1.Meta-Ebene. Der fünfte Parameter: Fundamental oder technisch. Am Anfang ist man beim Trading meist fundamental orientiert. Die Konjunktur boomt, also müssen die Aktien doch steigen. Inflation steigt, also muss der Goldpreis steigen. Dürre in den Anbaugebieten, also wird die Baumwolle teurer... Nach einiger Zeit merkt man, dass die Zusammenhänge nicht so eindeutig sind und es meist Marktteilnehmer gibt, welche die marktrelevanten Fundamentaldaten schon früher erfahren. Man wird dann eher zum technischen Trader, der sich an der Eigendynamik des Chartverlaufs orientiert. Das treibt dann mitunter merkwürdige Blüten des Kaffeesatzlesens und technischen Aberglaubens. Das Marktgedächtnis ist nicht so lang, dass eine mit dem Lineal gezogenen Linie über mehrmonatige Höchst- oder Tiefstkurse irgendeine Bedeutung hätte, es sei denn alle sind so naiv derartige Trendlinien zu zeichnen. Dann wird aber wiederum ein Hai diese Naivität ausnutzen wollen und die Trendlinie zunichte machen. Nichtsdestotrotz kann die Beobachtung des Charts uns wertvolle Hinweise geben und uns vor allem anormale Preissituationen aufzeigen, die wir ausnutzen können. Eines der wertvollsten Hilfsmittel dieser Art sind für mich die Bollinger-Bänder, die per definitionem Preise außerhalb des statistischen Mittels aufzeigen. Der sehr erfahrene Trader wird fundamental und technisch verbinden. Er kennt zwar die Saisonalitäten seines Marktes und die gegenwärtige Angebots- und Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 17

18 Nachfragesituation, aber er schaut auch gern auf den Chart, um seine Kauf- Positionen eher in Überverkauft (oversold) als in Übergekauft (overbought) aufzubauen. Die technische Analyse hat zum Teil ihre Bedeutung selbst erschaffen und funktioniert als selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn man weiß, dass die bullische Zeitungsmeldung ein Kontra-Indikator ist, kann man auch diese fundamentalen Daten gut nutzen verschiedene Kombinationen Wenn wir diese 5 Parameter in alle möglichen Kombinationen formen, erhalten wir 108 Trader-Konfigurationen, von Amateur-Intuitiv-Positionstrader-Trendfolger- Fundamental (AIPTF) zu Profi-Mechanisch-Scalper-Konträrer-Technisch (PMScKT). Wir könnten diese metaphorisch oder symbolisch mit Lebensformen der See vergleichen, um uns das besser vorstellen zu können. Der AIPTF ist massenhaft vorhanden und wird gern gefressen: Plankton oder Krabbe. Der PMScKT ist ein Raubfisch der kleinen Happen: Hecht. Damit ist nichts über die Überlebenschancen ausgesagt: Plankton gibt es massenhaft, Hechte nur selten. Nur, wie will man als Plankton wissen, wo die Meeresströmung ist, die von Walen und Haien gemieden wird? Es könnte von Bedeutung sein zu wissen, wo man steht in dem System. Bevor wir uns wie ein Hai gebärden, sollten wir vielleicht lieber den Job eines Putzerfischchens machen, welches von Resten der Hai-Mahlzeit satt wird. Das Geld, das man an der Börse gewinnen will, ist schon da. Es ist nur noch im Besitz anderer. Und die schlafen auch nicht und wollen an ihr Geld und sind oft hervorragend ausgerüstet und haben schon so manche Schlacht hinter sich. Für jeden der Fische gibt es eine Nische in dem Ökosystem (sonst würde wir ihren Namen gar nicht kennen). Probleme entstehen, wenn ein Hering versucht ein Hai zu sein. Oder wenn ein Hai anfängt Plankton wie ein Wal zu schlürfen. Erkenne dich selbst! Das ist die Aufgabe an der Börse. Erkenne den Markt!, ist natürlich auch wichtig. Aber das Erkenne dich selbst!, ist weit wichtiger. Dann können Sie auch wahrnehmen, wo in diesem System der Märkte Ihre Chance liegt. Was in diesem Ökosystem Sie für Ihren Profit ausnutzen können. Sie brauchen ein Szenario, das immer wieder auftaucht und immer wieder Nahrung verspricht. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 18

19 Sie müssen wissen, was für ein Fisch Sie sind und was Ihr Futter ist. Und wessen Futter Sie sind. In das Coaching für Trader kommen verschiedene Menschen mit verschiedenen Themen. Das immer wiederkehrende Motiv aber ist, dass Kleine Trader versuchen Große zu sein und Große Trader versuchen noch größere zu sein und ganz Große kommen nicht wegen des Tradings zum Coaching, sondern um Ihr Handicap beim Golf zu verbessern. Das gängigste Problem für die kleineren Fische ist die Blockade. Irgendetwas sperrt sich in ihnen den Trade durchzuführen. Oder es gibt etwas im Inneren, dass hindert sie den Trade zu beenden. Die Blockade ist meist berechtigt. Sie versuchen mehr größere Fische zu fressen, als es Ihnen gut tun kann und der Teil in Ihnen, der die Proportionen noch wahrnimmt, sagt: Bleib weg von diesem Riesenkraken...! Halbprofis machen sich eher viel Mühe einen Handelsansatz zu entwickeln und eine Strategie in ein Handelsprogramm zu setzen. Dieses übergehen sie dann und machen Trades, die nicht im Programm vorkommen, deren Verluste sie dann wieder ausgleichen wollen, und das führt dann dazu, dass sie nie wieder aufhören können zu zocken. So ein Halbprofi-Dorsch wollte an die Börse, um Abenteuer und echt fetzige Sachen zu erleben. Er wollte nicht wieder wie im Büro Routine und Langeweile. Statt Krabben zu fressen, wie es seiner Natur entspricht, möchte er mal mit einem Hai fechten. Ein Biss von diesem beendet indes das Börsenspiel. Und die Haie? Sie überfressen sich und werden träge und verpassen die Anpassung an den Markt und merken nicht, wenn die Nahrung knapp wird. Gestern noch Star-Analyst, heute arbeitslos. Hier eine Tabelle, die eine Einordnung (Fundamental vs. Technisch vernachlässigt) in das metaphorische Ökosystem der Trader-Tiefsee geben soll. Auch wenn es nicht unernst gemeint ist und Ihnen evtl. sagen soll, dass Sie sich Ihrer Größe am Markt bewusst sein sollten, um nicht gleich gefressen zu werden, ist es doch metaphorisch und mit einem Augenzwinkern zu verstehen: Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 19

20 Übersicht über die Trader-Tiefsee 1 Amateur Intuitiv Positionstr. Trendfolger Plankton 2 Halb-Profi Intuitiv Positionstr. Trendfolger Algen 3 Profi Intuitiv Positionstr. Trendfolger Schildkröte 4 Amateur Systematisch Positionstr. Trendfolger Krill 5 Halb-Profi Systematisch Positionstr. Trendfolger Krabben 6 Profi Systematisch Positionstr. Trendfolger Barracuda 7 Amateur Mechanisch Positionstr. Trendfolger Thunfisch 8 Halb-Profi Mechanisch Positionstr. Trendfolger Marlin 9 Profi Mechanisch Positionstr. Trendfolger Sägefisch 10 Amateur Intuitiv Swingtrader Trendfolger Korallenfisch 11 Halb-Profi Intuitiv Swingtrader Trendfolger Hummer 12 Profi Intuitiv Swingtrader Trendfolger Kabeljau 13 Amateur Systematisch Swingtrader Trendfolger Hering 14 Halb-Profi Systematisch Swingtrader Trendfolger Dorsch 15 Profi Systematisch Swingtrader Trendfolger Makrele 16 Amateur Mechanisch Swingtrader Trendfolger Aal 17 Halb-Profi Mechanisch Swingtrader Trendfolger Scholle 18 Profi Mechanisch Swingtrader Trendfolger Lachs 19 Amateur Intuitiv Scalper Trendfolger Qualle 20 Halb-Profi Intuitiv Scalper Trendfolger Hummer 21 Profi Intuitiv Scalper Trendfolger Wels 22 Amateur Systematisch Scalper Trendfolger See-Anemone 23 Halb-Profi Systematisch Scalper Trendfolger Dorade 24 Profi Systematisch Scalper Trendfolger Karpfen 25 Amateur Mechanisch Scalper Trendfolger Sardine 26 Halb-Profi Mechanisch Scalper Trendfolger Heilbutt 27 Profi Mechanisch Scalper Trendfolger Wal 28 Amateur Intuitiv Positionstr. Contrarian Stint 29 Halb-Profi Intuitiv Positionstr. Contrarian Anchovis 30 Profi Intuitiv Positionstr. Contrarian Languste 31 Amateur Systematisch Positionstr. Contrarian Putzerfisch 32 Halb-Profi Systematisch Positionstr. Contrarian Barsch 33 Profi Systematisch Positionstr. Contrarian Forelle 34 Amateur Mechanisch Positionstr. Contrarian Seepferd 35 Halb-Profi Mechanisch Positionstr. Contrarian Meerigel 36 Profi Mechanisch Positionstr. Contrarian Zander 37 Amateur Intuitiv Swingtrader Contrarian Seegurke 38 Halb-Profi Intuitiv Swingtrader Contrarian Aal 39 Profi Intuitiv Swingtrader Contrarian Muräne 40 Amateur Systematisch Swingtrader Contrarian gibt es nicht 41 Halb-Profi Systematisch Swingtrader Contrarian Hammerhai 42 Profi Systematisch Swingtrader Contrarian weißer Hai 43 Amateur Mechanisch Swingtrader Contrarian Steinbeißer 44 Halb-Profi Mechanisch Swingtrader Contrarian Seezunge 45 Profi Mechanisch Swingtrader Contrarian Delphin 46 Amateur Intuitiv Scalper Contrarian Meeräsche 47 Halb-Profi Intuitiv Scalper Contrarian Hornhecht 48 Profi Intuitiv Scalper Contrarian Krake 49 Amateur Systematisch Scalper Contrarian Lengfisch 50 Halb-Profi Systematisch Scalper Contrarian fliegender Fisch 51 Profi Systematisch Scalper Contrarian Manta-Rochen 52 Amateur Mechanisch Scalper Contrarian Piranha 53 Halb-Profi Mechanisch Scalper Contrarian Hecht 54 Profi Mechanisch Scalper Contrarian Orca Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 20

21 Sind Sie ein großer Fisch oder eher ein kleiner? Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Achten Sie nur darauf, dass Ihre es nicht ist, Futter für die großen Räuber zu sein. Ich halte es für unumgänglich, dass der Erfolgs-Trader sich ein Szenario sucht, welches ihm eine verlässliche Chance auf Nahrung bietet. Er sollte wissen, welche Art Strategie er fährt. Ohne sich dieser Tatsache bewusst zu sein, sind die meisten Amateure und Viertelprofis Trendfolger. Daran ist nichts verkehrt. Man muss als solcher nur wissen, dass bei der Trendfolge viele kleine Verluste in Seitwärtsphasen gemacht werden. Daher muss der Trendfolger sicherstellen, dass er bei der Trendbewegung auch tatsächlich im Markt ist. Oft muss man also längere Durststrecken durchstehen können. Trendfolge ist daher eher etwas für Fonds mit der entsprechenden Equity und defensivem Risiko-Management Arten von Handelsstrategien Es gibt andere Möglichkeiten und ich ordne diese in 8 Szenarien, die genutzt werden können. Parasitäre Strategien (z.b. Frontrunning, Stopsfishing) Anti-Attraktoren (z.b. Unterstützung/Widerstand, Oszillatoren, Preisbänder) Ausbrüche (z.b. Volatilitäts-Ausbrüche, Channel-Ausbrüche) Trendfolge Chartmuster (z.b. Candlestick-Muster, Flaggen) Fundamentales (z.b. Angebotsverknappung in Rohstoffmärkten, Zinsniveau) Saisonalitäten und Zyklen Spreads und Arbitrage Sie sollten wissen, wie und woher (von wem!) das Geld kommen soll. Detaillierte Darstellungen der Möglichkeiten der 8 Strategien und ihrer Umwandlung in mechanische Handelssysteme geben wir bei Grube Trainings GmbH in unserem Kursus der Börsenstrategie. Fazit dieses Kapitels: Wenn ein Klient zum Coaching kommt, fragen wir uns erst einmal: Was für einer ist das? Eventuell berechnen wir die Coaching-Stunde entsprechend unterschiedlich. Der Hai muss das Doppelte vom Seepferdchen bezahlen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 21

22 Ein großer Teil der Probleme, die wir uns bereiten, liegt darin begründet, dass wir uns bemühen jemand anderes zu sein, als wir sind. Erkennen Sie sich also selbst und verhalten Sie sich Ihnen entsprechend! Oder: Verstellen Sie sich, aber dann bewusst und mit Plan! Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 22

23 2. Jeder Trader ist anders 2.1. Neurologische Subpräferenzen der Informationsverarbeitung Sub-Programm Sinnesverarbeitung Sub-Programme zur Überzeugung Sub-Programm Großes Bild/Details Sub-Programm Sortierung Sub-Programm Aufmerksamkeits-Präferenz 2.2. Der Myers-Briggs-Type-Indikator (MBTI) Die 8 Trading-Typen nach MBTI 2.3. Weitere Sub-Programme 2.1. Neurologische Subpräferenzen der Informationsverarbeitung Menschen orientieren verschieden in ihrer Informationsverarbeitung. Trading hat in erster Linie etwas mit der Verarbeitung von Informationen zu tun und unterschiedliche Orientierung führt zu unterschiedlichen Trading-Stilen. Diese unterschiedlichen Vorlieben in der Informationsverarbeitung beruhen auf leicht unterschiedlicher Organisation der Neurologie. So wie Links- und Rechtshänder vertauschte Prägungen in den Hirnhälften haben, so sind Menschen auch in anderen Bereichen unterschiedlich organisiert im Hirn. Im NLP sind diese Präferenzen mit dem Ausdruck Meta-Programme bezeichnet. Dieser Ausdruck ist eher unzutreffend. Diese Präferenzen sind besser als universale Sub-Programme zu bezeichnen. Sie liegen der bewussten Informationsverarbeitung unter und prägen diese durch eine unterliegendende Struktur. Probleme entstehen, sobald wir versuchen ein anderer zu sein, als wir sind. Selbsterkenntnis und korrekte Selbsteinschätzung sind insofern der Schlüssel zum Erfolg. Während die Einschätzung der Fisch-Größe aus dem vorherigen Kapitel wichtige, eher objektiv messbare Informationen darüber gibt, wer ich in dem Feld, in dem ich mich bewege, bin, vermittelt dieses Kapitel über die Sub-Programme eher subjektive Besonderheiten des jeweiligen Biocomputers. Unser Leben kreist um die Strukturierung einer Unzahl von Informationen. Wir stecken ein Auge ins Chaos, sagen die Neurowissenschaftler. Und dann versuchen wir aus dem übermittelten Chaos Sinn zu machen und Ordnungen zu finden. Die Interpretation von Börsenkursen ist also eine offensichtliche Form Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 23

24 dessen, was wir fortwährend unterbewusst tun: Nicht-lineare, komplexe, chaotische Informationen strukturieren, um eine Handlungsstrategie zu entwickeln. Menschen sind gemäß unterschiedlicher Ausprägung der neuronalen Verbindungen in ihrer Informationsverarbeitung strukturell verschieden. Wir nennen diese strukturellen Unterschiede: Sub-Programme. Wir sollten unsere Sub- Programme kennen, um unseren Trading-Stil und auch unseren Lebensstil auf diese abzustimmen. Denn so wie ein Linkshänder schlecht mit einer Rechtshänder-Schere schneidet, so ist auch ein Trader, der unterbewusst bevorzugt auf Hörbares achtet, mit einem schweigsamem Chart evtl. schlecht bedient. Wenn ein Trader zum Coaching kommt und seine Geschichte erzählt, wird also erstens eine Einschätzung durchgeführt nach den Kriterien in Kapitel 2: Was für eine Art Trader ist dieser (oder diese) hier? Ist er ein großer Fisch oder Plankton? Müsste er schneller sein oder größer? Oder müsste er einfach nur dass seiner Größe entsprechende tun? Die nächste Einschätzung sortiert den Trader gemäß den in diesem Kapitel angeführten Neurologischen Subpräferenzen der Informationsverarbeitung Sub-Programm Sinnesverarbeitung Die gängigste Sub-Programm-Differenzierung ist die gemäß des bevorzugten Kanals der Sinnesverarbeitung. Wir haben tendenziell eine Vorliebe für entweder visuelle Signale oder akustische Signale oder somato-sensorische Signale. Wir können die Menschen unterteilen in: Seh-Menschen (Visuelle), Hör- Menschen (Auditive) und Fühl-Menschen (Somato-Sensorische). Es gibt auch, eher selten, Geschmacks - und Geruchsmenschen. Die Verteilung in der westlichen Welt wird auf 40% Visuelle, 20% Auditive, 40% Somato-Sensoriker geschätzt. Da die moderne Industrie- und Medienwelt stark visuell orientiert ist, ist der Anteil der visuellen Menschen hier eher größer als in traditionellen Kulturen. Woran erkennt man diese, bzw. sich selbst? Auf den ersten Blick können wir grob schätzen, dass der oder die Visuelle eine farblich abgestimmte, optisch auffällige Kleidung tragen wird und der Somato-Sensoriker eher etwas Bequemes, Praktisches, Gemütliches. Der oder die Auditive wird in der Kleidungswahl nicht einzuordnen sein. Vielleicht trägt er oder sie einen Walkman? Nein, Auditive orientieren sich akustisch und tragen eben eher keinen Walkman. Sie werden aber eher für das normale Ohr merkwürdige oder komplizierte Musik bevorzugen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 24

25 Evtl. kann auch die jeweilige Sprache Hinweise geben. Wie beschreibt ein Mensch ein Erlebnis? Was war wichtig? Das Aussehen, die Töne oder das Gefühl? Außerdem gibt es noch die Augenzugangshinweise: Visuelle schauen eher nach oben, um sich zu erinnern oder einen Einfall zu haben. Auditive schauen seitwärts in Richtung Ohren und Somato-Sensoriker (die mitunter auch als Kinestheten bezeichnet werden) eher nach unten zum Bauch. Wenn Sie also jemanden sehen, der sich erinnert oder eine Formulierung sucht, und dieser Mensch schaut nach oben, so sucht dieser im visuellen Speicher. Der Mensch, der in dieser Situation nach unten in Richtung eigener Bauchnabel schaut, organisiert die Gedanken gefühlsmäßig. Und der auditive Mensch schaut zur Seite. Wie wird sich diese Unterscheidung auf den Trading-Stil auswirken? Nun, Visuelle müssen vor allem etwas sehen und werden ihre Trading-Entscheidungen nach Chartbildern orientieren. Auditive werden vor allem nach Harmonien und Rhythmen suchen und hören gerne Börsentipps. Somato-Sensoriker müssen ein Gefühl für den Markt bekommen und werden eher intuitiv an die Sache herangehen. Zu beachten ist der Unterschied zwischen digitaler (visueller und auditiver) und analoger (gefühlter) Verarbeitung. Ein Handelssystem, welches eindeutige Einstiegs- und Ausstiegssignale gibt, wird dem Gefühlsmenschen nicht so liegen. Die Kämpfer am Trading-Floor, die im Moment richtige Entscheidungen treffen und durchsetzen müssen, werden eher Somato-Sensoriker sein. Die Analysten im Hinterzimmer mit Charts und Programmen eher Visuelle und Auditive. Durch die Elektronisierung der Märkte wird der körperorientierte Trader eher in eine ihm unangenehme Umgebung gezwungen und dazu neigen, seinen Handelsprogrammen nicht zu folgen oder seine intuitiven Entscheidungen auf die falschen sensorischen Inputs zu beziehen. Selbsteinschätzung: Welcher Sinneskanal liegt Ihnen am ehesten? Wenn Sie sich an eine Telefonnummer erinnern: Sehen Sie diese vor dem inneren Auge, hören Sie die Zahlenfolge oder fühlen Sie die Nummer? Ist Ihre Wohnung eher gut aussehend, gemütlich oder angenehm klingend (vorausgesetzt Sie haben den entscheidenden Einfluss darauf und nicht Ihr Lebenspartner, die oder der einen anderen Sinneskanal bevorzugt)? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 25

26 Welche Einflüsse könnte diese Vorliebe für Ihr Trading und Ihre Entscheidungen generell haben? Ist Ihre Trading-Umgebung darauf eingerichtet? Wie genau das zu beachten wäre, müssten Sie selbst herausfinden. Es kann Auditive geben, die Musik beim Trading brauchen und so den inneren Kanal von unerwünschten Geräuschen frei halten. Der andere braucht evtl. eher Stille. Der dritte die Schreie der Floor-Trader und den dortigen Geräuschpegel. Wenn Sie eher visuell orientiert sind, sollten Sie vor allem Ihr Chart-Programm dementsprechend einstellen. Der Gefühlsmensch braucht vor allem Bewegung beim Trading. Oder braucht er oder sie eher einen Schreibtischstuhl aus Leder, Höhe und Winkel genau einstellbar? Den Gefühlsmenschen vom Typ Floor-Trader alter Schule ist vor allem wichtig, dass sie jemanden knuffen können und ihm oder ihr den Ellenbogen in die Seite rammen beim Kampf um den besten Platz am Ring Sub-Programme zur Überzeugung Der hauptsächliche Verarbeitungskanal für sensorische Impulse wird auch der Convincer-Kanal sein. Das ist der Sinneskanal, auf dem die Information empfangen wird, die zur Überzeugung führt. Der Visuelle muss etwas sehen, um überzeugt zu sein. Der Auditive muss es hören, der Somato-sensorische fühlen. Wenn Sie ein Handelssystem auf dem Bildschirm haben und den Signalen nicht folgen, liegt es vielleicht daran, dass Ihnen als Auditivem ein Klingeln fehlt oder als Somato-Sensorischem ein Knuff (oder Elektrostoß). Kann man ja (und müsste man) einrichten. (Vorsicht mit der Volt-Zahl!) Neben dem Modus des Überzeugers ist auch die Häufigkeit des Signals individuell unterschiedlich. Es gibt vier Varianten: - immer sofort überzeugt - braucht mehrfache Bestätigung (wie oft genau?) - nie überzeugt, muss immer überprüfen - durch Zeitdauer überzeugt (wie lange?) Wenn Sie also mal überlegen: Wie oft oder wie lange müssen Sie eine Information erhalten haben, bis Sie diese glauben? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 26

27 Beispiel: Ein neues Produkt kommt auf den Markt. Sie wissen nicht, ob es gut ist. Sind Sie immer gleich überzeugt, dass das Produkt etwas taugt, wenn Sie zum ersten Mal eine Werbung sehen? Oder müssen Sie es mehrfach gesehen haben? Oder glauben Sie es nie und müssten jedes Mal neu überzeugt werden? Oder tritt die Überzeugung ein, wenn Sie die Werbung eine Woche lang jeden Tag gesehen haben? Vorsicht! Wir möchten, zumindest in diesem Fall, gern kritischere Konsumenten sein, als wir es sind. Ein neuer Mitarbeiter wurde eingestellt. Sehen, hören oder fühlen Sie diesen und sind gleich überzeugt, dass er qualifiziert ist? Müssten Sie ihn ein paar Mal (genaue Zahl) sehen/hören/ fühlen und denken dann gut von diesem? Oder sind Sie nie überzeugt und wollen jedes Mal erneut Qualitätsbeweise sehen? Oder ist es ein gewisser Zeitraum und dann wird ein neuer Mitarbeiter bei Ihnen als qualifiziert eingestuft? Es wird natürlich wechseln und variieren, aber Sie werden eine Vorliebe für eine der Varianten haben. Das wäre natürlich wichtig zu wissen beim Trading. Vor allem, wenn man nach Signalen, die ein Handelssystem am Bildschirm auswirft, handelt und entscheiden muss, ob man diese nimmt, werden der mehrfach zu überzeugende Trader und der nie überzeugte Trader Schwierigkeiten haben dem Signal unmittelbar zu folgen. Wohingegen bei der Handelssystementwicklung eine derart kritische Grundeinstellung sicherlich hilfreich ist. Es gibt also für unterschiedliche Menschen unterschiedliche Jobs beim Trading. Und da wir evtl. alles machen wollen und müssen, wäre es gut zu wissen, wo die Defizite und wo die Stärken sind, um die Strategie dementsprechend einzustellen Sub-Programm Großes Bild /Details Für das Trading ist es wichtig diese Unterscheidung zu kennen: Der eine Mensch achtet mehr auf die Details, der andere auf das Gesamtbild. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 27

28 Diese Vorlieben haben mit unterschiedlicher Orientierung in den Hirnhälften zu tun. Diese Orientierung entsteht sehr früh in der Entwicklung und die Detail-Freunde werden in der Überzahl sein. Die linke Hirnhälfte beim Rechtshänder befehligt die rechte Körperseite und ist eher für die Feinmotorik, also Details, in der Informationsverarbeitung zuständig. Die rechte Hirnhälfte beim Rechtshänder hingegen braucht eher den Überblick und das Ganzheitliche. Bei den meisten Linkshändern gilt dasselbe seitenvertauscht. Der Gesamtbild-Mensch mag eher abstrakte Gedankengänge und wird von Details schnell gelangweilt. Der Detail-Mensch braucht es anschaulich. Er muss die Feinstruktur fühlen können. Wie wirkt sich das beim Trading aus? Generell ist wieder zu sagen, dass man sich vor allem der Schwächen bewusst sein sollte. Der Detailmensch sitzt vor dem Chart und zählt Stäbe und Candles und vergisst evtl. den Handelsplan. Der Großbild-Mensch entwickelt gigantische Handelssysteme und vergisst die konkrete Durchführung. Wir brauchen beides und müssen das trainieren, worin wir schwach sind. Generell: Erkennen Sie, wo Ihre Vorlieben liegen und trainieren Sie Ihre Schwächen! Sub-Programm Sortierung Der eine Mensch sortiert die Information nach Gleichen, der andere nach Unterschieden. Diese Einstellung hat natürlich für das Trading erhebliche Auswirkungen und könnte mit Vorlieben für Trendfolge oder Konträrpositionierung in Verbindung stehen. Der Mensch, der nach Gleichheiten sortiert, wird zu sich sagen: Das Chartmuster sieht so ähnlich aus, wie das Umkehrmuster neulich. Der Markt wird wieder dasselbe machen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 28

29 Das wäre zwar in der konkreten Taktik ein kurzfristiges Positionieren konträr zur Marktrichtung, in der Sub-Strategie wäre es aber eine Trendfolge bezüglich des Musters ( Es wird wieder umkehren. ). Der nach Unterschieden sortierende wird sagen: Dieses Chartmuster ist ja nun ganz neu. Der Markt wird sich ändern. Einen derartigen Satz werden wir eher selten hören und nach Unterschieden sortierende werden sich eher nicht für Chartmuster interessieren, da diese eine Suche nach Gleichem erfordern. Der nach Unterschieden sortierende wird eher Indikatoren mögen, die über eine Zeit konstant sind, um sich dann abrupt zu ändern, so dass er einen Unterschied wahrnimmt und die Konträrposition einnehmen kann. Das kann ja schon das Schneiden eines Gleitenden Durchschnitts sein. Die Konträrposition kann also auch in der Sub-Strategie sein: Der 20 Tage Gleitende Durchschnitt ist geschnitten, also wird die Seitwärts-Phase beendet sein und ein Trend einsetzen. Machen Sie den Test: Legen Sie drei Münzen auf den Tisch und beschreiben Sie diese! Wenn Ihre Beschreibung beginnt mit: Das sind drei Münzen... sortieren Sie wohl eher nach Gleichem. Wenn Sie beginnen mit: Die eine Münze ist ein 10- Cent-Stück, die anderen sind 50-Cents-Stücke. Eine von diesen ist in Finnland geprägt, sortieren Sie eher nach Unterschieden. Diese Sortierung kann in der Präferenz verbunden sein mit der Vorliebe für Detail und/oder Großes Bild. Menschen mit der Vorliebe für Unterschiede und Großes Bild sind eher selten, aber diese werden eine neue Erklärung für die Gravitation suchen und Relativitätstheorien entdecken. Evtl. aber wäre Einstein als Trader ungeeignet, da er schon schneller etwas Neues entdeckt hätte, als der Markt sich wandeln könnte. Er wäre an der konkreten Umsetzung zu wenig interessiert. Das wäre der Vorteil von Trading-Teams: Wir können den genialischen Denker und Entwickler (Großes Bild orientiert/unterschiede suchend) mit einem Programmierer (Details orientiert/gleiches suchend) und mit einem Controller (Details orientiert/unterschiede suchend) verbinden, die von einer Führungspersönlichkeit (Großes Bild orientiert/gleiches suchend) angeleitet und vermarktet werden Sub-Programm Aufmerksamkeits-Präferenz Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 29

30 Menschen orientieren nach unterschiedlichen Themen: Menschen Dingen Orten Aktivitäten Ideen Dieses sollten Sie bei einem Gespräch mit einem Menschen herausfinden: Was interessiert sie oder ihn besonders? Was lässt diese Person kalt? Das ist individuell völlig unterschiedlich. Sie wollen eine Person aus ihrer näheren Umgebung zu einem Restaurantbesuch motivieren. Was müssen Sie erwähnen, damit diese Person anspringt? Da kommt auch Dieter Bohlen öfter hin! Das Geschirr ist aus Meissner Porzellan! Das Restaurant liegt sehr schön an einem kleinen See! Man kann während des Essens ins Internet gehen oder tanzen! Auf der Speisekarte ist ein völlig neues Rezept angegeben! Variieren Sie die Taktik des Überzeugens und stellen Sie diese dann auf den Menschen ein. Jeder ist verschieden! Wenn Sie ein Menschen-Mensch sind, ist es wichtig, dass die anderen Menschen an Ihrem Arbeitsplatz vorzeigbar sind. Es ist wichtig, bei wem Sie gearbeitet haben. Sie werden auch eher öfter die Namen von berühmten Tradern fallen lassen, die auch das gesagt haben, was Sie meinen. Seien Sie vorsichtig: Andere Menschen beeindrucken Menschen und Namen evtl. weniger als Dinge, Orte, Aktivitäten und Ideen! Wenn Sie ein Dinge-Mensch sind, sollte Ihr Computer der neuesten Generation angehören und auch so aussehen. Es gibt (Amateur-)Trader, mit mehr Flachbildschirmen auf Ihrem Schreibtisch als ein normaler Mensch gleichzeitig betrachten kann. Wenn Ihnen Dinge wichtig sind: Stellen Sie sich nicht nur viele Flachbildschirme hin, nehmen Sie die mit dem Platinrand. Wenn Sie ein Orts-Mensch sind und traden nicht von einem guten, renommierten Ort aus ( Was? Sie sitzen im Odenwald? Sie müssen doch im Frankfurter Börsenviertel sitzen! ), ist das problematisch. Auch wenn heutzutage von jedem Platz der Welt aus per Internet getradet werden kann: Als Orts-Mensch müssen Sie eine Adresse, wie 14 Wall Street haben, um Erfolg haben zu können. Die anderen 4 Typen von Menschen interessiert das hingegen gar nicht. Diese werden Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 30

31 die Gespräche von Wallstreet-Enthusiasten nicht verstehen und auch von einem Strandhaus auf Long Island aus traden können. Für den Aktivitäten-Mensch ist die Börsen-Aktion wichtig. Sie telefonieren wahrscheinlich mit Gott und der Welt, wenn der Markt eher ruhig läuft. Besser wäre es, vom Mountain-Bike aus zu traden oder während der Chart-Beobachtung Hanteln zu bewegen. Der Ideen-Mensch wird sich fortwährend mit der Trading-Lektüre beschäftigen und neue Handelsideen ausprobieren. Je avantgardistischer sich die mathematische Methode anhört, mit der die Handelsignale errechnet werden, desto besser. Diese Menschen werden noch Handelsideen entwickeln, während die anderen schon mit anderen interessanten Menschen zu angenehmen und renommierten Restaurants gehen, um dort Ihre Schmuckstücke zur Schau zu stellen und sich auf das Jogging vorzubereiten. Wer von diesen 5 das Geld macht? Das ist gleich verteilt. Wir brauchen Beziehungen, gute Ausstattung, angenehme Umgebung, Fitness und Informationen gleich und von allem das Beste Der Myers-Briggs-Type-Indikator (MBTI) Die gebräuchlichste Anwendung der Sub-Programme ist der in den USA meist benutzte Persönlichkeitstest für Personalbüros, der sog. Myers-Briggs-Type- Indicator (MBTI). Der MBTI bezieht sich auch auf die Typenlehre C.G. Jungs. Der MBTI unterscheidet nach 4 Subprogrammen. Die Sub-Programm-Unterscheidungen sind: Extrovertiert Introvertiert E - I Sensor (Detail orientiert) Intuitor (Überblick orientiert) S - N Thinker (Denker) Feeler (Fühler) T - F Judger (Urteiler)- Perceiver (Wahrnehmer) J - P Die einzelnen Kategorien werden mit Buchstaben bezeichnet. Je Kategorie kann man nur entweder oder sein. Wobei es natürlich vorkommt, dass die Präferenz kaum wahrnehmbar ist. Es gibt insgesamt 16 Möglichkeiten der Kombination dieser 4 Paare. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 31

32 In der Praxis hat es sich aber durchgesetzt die Unterscheidung Extrovertiert- Introvertiert etwas schwächer zu bewerten und nur die 8 Kombinationen der anderen 3 Paare zu beachten. Sie können einen Eindruck von der eigenen Typisierung haben, wenn Sie die folgenden Fragen beantworten: Bin ich eher nach außen und kommunikativ (extrovertiert) oder bin ich lieber für mich und in Ruhe (introvertiert)? Habe ich lieber die Details und Fakten (Sensor) oder brauche ich Zusammenhänge und Überblick (Intuitor)? Treffe ich Entscheidungen durch Denken (Thinker) und Überlegen oder durch Fühlen (Feeler)? Bin ich eher an abschließenden Urteilen orientiert (Judger) oder habe ich lieber Optionen und lasse die Sachen offen (Perceiver)? In einigen dieser Sub-Programme sind wir evtl. sehr ausgeprägt, in anderen können wir kaum sagen, ob wir das eine oder das andere sind. Keirsey ist der bekannteste Autor und die Website enthält viele Informationen zu MBTI. Darüber hinaus gibt es im Internet Informationen und Tests zum MBTI. Welche Trader-Typen könnten sich mit den einzelnen der 16 Typen verbinden? Hierbei können wir die Unterscheidung Extrovertiert Introvertiert vernachlässigen und somit in 8 Typen differenzieren Die 8 Trading-Typen nach MBTI Die folgenden Angaben sind ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Skizzen eben. Ist für die Typisierung der männliche Artikel gewählt, so ist das nur aus Gründen der allgemein gebräuchlichen Vereinfachung und stellt keinerlei Präferenz dar. Also 8 Charakter-Typen und ihr (Ihr?) Trading-Stil: 1. STJ, der Buchhalter achtet auf Details, Denker, orientiert an Regeln. Die bürokratischen Trader nutzen Handelssysteme und feste Signale und halten diese diszipliniert durch und verzweifeln, wenn der Markt sich nicht an diese hält. Sie sitzen auch in großen Organisationen (Banken, Fonds) und führen gewissenhaft aus. Da die Buchhalter ca. 20% der Bevölkerung darstellen, ist es Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 32

33 wichtig zu wissen, dass diese beharrlich in die eingeschlagenen Richtung weitergehen und nicht eingeständig von den Regeln abweichen. 2. SFJ, der Sozialarbeiter achtet auf Details, Fühler, orientiert an Regeln. Der Sozialarbeiter stellt weitere 20% der Bevölkerung und dieser Trading-Stil ist auch deshalb wichtig. Diese Menschen werden an der Börse selten als Individuen vertreten sein. (Eher trifft man sie bei feindlichen Organisationen, wie etwa die Globalisierungsgegner von Attac.) Eventuell sind diese als Vermögensverwalter bei einer Bank, die das Beste für ihre Kunden wollen und den Vorgaben ihrer Vorgesetzten folgen. In Baisse-Zeiten sind sie eher nicht so ansprechbar. 3. STP, der Macher achtet auf Details, Denker, orientiert an Optionen. Wird eher als Verkäufer von Börsenfonds zu finden sein denn als Trader. Wird sich nicht an eine Handelsdisziplin halten und dabei doch an Indikatoren kleben. Wird sehr interessiert sein an der Börse und selten einen eigenen Ansatz finden. Er wird aber die heißen Tipps frühzeitig gehört haben und schon deshalb bei Neue-Markt- Haussen dabei sein (und evtl. dann leider bei der Baisse auch). 4. SFP, der Künstler achtet auf Details, Fühler, orientiert an Optionen. Künstler Trader werden eher intuitiv und inspiriert handeln, dabei kleine Verläufe generalisieren und aus einem Indikator (Trendlinie) ein ganzes Bild der zukünftigen Entwicklung konstruieren. Dieses tun sie indes mitunter genial. Es wird aber wenig Interesse an systematischer Vorgehensweise vorhanden sein. 5. NFJ, der Lehrer achtet auf den Zusammenhang, Fühler, orientiert an Regeln. Der Lehrer-Trader ist eine interessante Mischung. Wenn er aufhört, andere darüber belehren zu wollen und Seminare zu geben, könnte er ein sehr guter Trader sein. Er hat eine gute Mischung von Einstellungen und ist nur mitunter zu sehr in Konflikt mit sich selbst. 6. NFP, der Berater achtet auf Zusammenhang, Fühler, orientiert an Optionen. Der Berater kann ein guter Trader sein, der mit der Komplexität des Marktes gut in Einklang kommt. Ob er es konkret auch durchführen kann und eine Disziplin wahren kann, ist die andere Seite der Medaille. Er wird sich sehr für die Börse Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 33

34 interessieren und evtl. versuchen, schlauer zu sein als der Markt. Solange er die Schlauheit für sich behält und damit nicht missionieren geht... 7.NTJ, der Organisator achtet auf Zusammenhang, Denker, orientiert an Regeln. Der Organisator als Trader wird eine gute Handelsstrategie haben und es wie eine Schlacht angehen und planen. Als Einzeltrader werden ihm eventuell die Truppen fehlen, die diese konkret und präzise durchführen, da er selbst daran nicht so interessiert ist und sich mitunter durch kleine Nachlässigkeiten ein Bein stellt. 8. NTP, der Ingenieur achtet auf Zusammenhang, Denker, orientiert an Optionen. Der Ingenieur wird gute Handelssysteme entwickeln und evt. dabei nie zu einem Ende und zum tatsächlichen Trading kommen. Aber seine Systeme werden gut sein... Fazit: Erkennen Sie Ihre Stärken und Schwächen, wählen Sie eine Strategie, die Ihnen entspricht, bauen Sie für die Schwächen Sicherheitsleinen ein Weitere Sub-Programmierungen Menschen sind verschieden. Es hilft zu verstehen, wie die Masse denkt und in welche Vorteile oder Fallen sie läuft. Es hilft die Außenseiter zu verstehen. Und es ist sicherlich erfolgreich, je nach Situation die Wahl zu haben. Einige Sub-Programme sind genetisch verankert und im Laufe der Millionen Jahre unserer Evolution entstanden. Einige interessante Bespiele der unterschiedlichen biologischen Sub-Programme von Frauen und Männer werden z.b. in dem Bestseller Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken von Barbara und Allan Pease beschrieben. Wir haben bereits erwähnt, dass Trendfolger Nehmer sein müssen und mit mehreren Verlusttrades hintereinander fertig werden müssen. Das entspricht der kulturellen Phase des Pflanzers oder Farmers in der menschlichen Geschichte. Auch wenn die Krähen die Saat picken und das Wetter widrig ist: Wir haben einfach so viel gesät, dass das, was aufgeht, ausreicht um eine Ernte zu haben. Der Jäger wird eher nach einzelnen Gelegenheiten suchen und warten können. Wie ein Angler wartet also der antizyklisch handelnde auf die Marktumkehr. Wie ein Jäger lauert der Trader, der nach einer bestimmten Chartformation Ausschau hält, auf diese. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 34

35 3. Eingebaute blinde Flecken 3.1. Blinde Flecken 3.2. Mögliche Fallen der Chartanalyse 3.3. Regression to the mean 3.4. Prospect Theory 3.5. Anwendung am Beispiel Closing the Gap 3.6. Der Anker des Referenzrahmens 3.7. Übertreibungen und Anomalien 3.8. Traderprobleme aus der Sicht der Behavioral Finance und der Umgang mit diesen aus der Sicht des Mentalen Coachings 3.1. Blinde Flecken Sie kennen die Übung sicherlich: Schauen Sie auf das Bild und stellen Sie fest, wann, wie und wo der schwarze Punkt verschwindet. Da ist der blinde Fleck. Könnte es sein, dass beim Betrachten eines Charts oder eines Kurstickers ähnliche blinde Flecken dafür sorgen, dass essenzielle Informationen ignoriert werden? Es ist nicht nur beim Betrachten des Charts so. Es ist auch beim Entscheiden und Planen von Trades so. Und einige wesentliche blinde Flecken haben wir uns selbst gegenüber. Diese müssen wir kennen, um uns vor den geläufigsten Fallen beim Trading zu schützen. Diese Fallen wirken auch kollektiv, denn alle Menschen haben diese. Die Behavioral Finance 4 macht aus der Untersuchung kollektiver Einstellungen und menschlicher Irrtümer eine ganze Wissenschaft. Es können Trading-Strategien darauf aufgebaut werden, dass Menschen in der Masse bestimmte blinde Flecken haben. Ins Trader-Coaching kommen somit durchaus Klienten, welche über ein Problem klagen, das in dem Sinne gar kein Problem ist. Denn es ist vielmehr das natürliche menschliche Verhalten. Die Klienten sind einfach nur normal. Normal ist aber in der Hinsicht des Umgangs mit komplexen Systemen, wie der Börse, evtl. problematisch. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 35

36 Verluste kurz halten, Gewinne laufen lassen! ist die simple Börsenweisheit des ewigen Erfolges. Es klingt so einfach und ist doch für uns Menschen zu schwierig, um es konsequent durchzuführen. Das Gegenteil, nämlich: Verluste ignorieren und Gewinne kurz halten!, ist das natürliche Verhalten. Wir brauchen uns dafür nicht zu schämen oder gar zu bestrafen. Wir müssen nur unseren Trading-Plan darauf einstellen. Und wir müssen diesen dann vor allem einhalten. Das mit dem Einhalten des Plans ist natürlich auch nicht die leichteste Übung. Disziplin ist eines der Hauptthemen in unserem Gewinnen beginnt innen"- Training. Disziplin ist letztendlich ein emotionales Thema, so dass wir zusätzlich zu einem Handelsplan Klarheit über unsere Gefühlswelt erlangen wollen. Das beste Handelssystem nützt wenig, wenn es nicht eingehalten wird. Verlustphasen sind unausweichlich. Sie sind schwer auszuhalten, ob man nun den Computer per mechanischem Handelsprogramm handeln lässt oder selbst die Trades entschieden und durchgeführt hat. Das disziplinierte Aushalten von Verlustphasen ist das A und O des erfolgsträchtigen Tradings und des erfolgsträchtigen Handelns in dieser Welt überhaupt Mögliche Fallen der Chartanalyse Blinde Flecken beziehen sich auf unsere visuelle Wahrnehmung. Diese hat in der Börsenwelt zunehmend Bedeutung erlangt. Während früher die auditive Mitteilung wesentlich mehr Bedeutung hatte und die Kurse zugerufen wurden, werden diese heute gesehen und visuell analysiert. Schweigend wird dann der Trade per Mouseclick durchgegeben. Während früher die physische Durchsetzungsfähigkeit des Maklers am Börsenring für seinen Erfolg Bedeutung haben konnte, ist die physische und gefühlte Existenz des Traders heutzutage völlig unwichtig. Für viele Börsianer ist die Börse heute gleichbedeutend mit: Der Chart. Die sog. Technische Analyse, welche prognostische Aussagen zum Markt aufgrund der visuellen Chartentwicklung und der Eigendynamik des Marktes, welche durch den Chart ausgedrückt wird, macht, hat im Trader-Denken in den letzten 20 Jahren Einzug gehalten. Eine ganze Reihe von Beobachtern des Börsengeschehens ist der Meinung, dass die Technische Analyse eine Art selbsterfüllender Prophezeiung darstellt. Wenn ein großer Teil der Teilnehmer eine an sich fiktive bis absurde Trendlinie beobachtet und auf dieser Grundlage entscheidet, gewinnt sie Bedeutung. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 36

37 Trader, die ihre eigene Prognose nach einem Chart erstellen, werden leicht Opfer selbst gestellter psychologischer Fallen. Sie verwechseln die Landkarte mit der realen Landschaft. Sie marschieren auf einer Landkarte und wundern sich, wenn der Wasserfall auf dem Papier trocken ist. Vor allen Dingen stellen diese Trader sich den Chart nach ihrem Gusto ein. Sie wählen die Landkarte, die ihnen das zeigt, was sie sehen wollen. Ein Chart kann ein wertvolles Hilfsmittel sein. Aber kein Chart zeigt die vollständige Börse. Der Chart zeigt das Ergebnis der Überlegungen und Entscheidungen einiger tausend Marktteilnehmer. Wer diese sind, wie viele sie sind, wie powervoll sie sind, kann er nicht zeigen. Je nach Zeitfenster und Darstellungsweise wird der Markt im Chart unterschiedlich aussehen. Es ist aber derselbe Markt. Wir müssen uns davor hüten, nur das zu sehen, was wir sehen wollen. Grundsätzlich ist der Markt non-linear und chaotisch. Die Übereinstimmung vom Chartbild zweier Bewegungen ist zufällig. Wir neigen dazu, in den Zufall Gesetzmäßigkeit hineinzusehen. Denn das ist die ganze Aufgabe unserer Kognition: Muster in Zufälle sehen. Einige Zufälle wiederholen sich tatsächlich: Der Postbote kommt tagtäglich um fast dieselbe Uhrzeit. Gesetzmäßigkeiten, mit denen man fest rechnen kann, sind an der Börse wesentlich seltener. Und die meisten sind hineininterpretiert. Zum Teil treffen die auf ihnen basierenden Prognosen auch ein. Die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens ist umso größer, je mehr Teilnehmer dran glauben. Massenwahn eben. Sie werden aber nicht mehr eintreffen, wenn zu viele dran glauben. Denn dann kommt die Bewegung schneller, als man sie sich ausdenken konnte. Und es wird immer einige größerer Fische geben, die derartigen Massenwahn für sich auszunutzen wissen. Dann müssen die kleinen Fische dran glauben. Also: vorsichtig mit den Landkarten, sprich Charts. Sie sind Hilfsmittel, aber sie sind nicht: Der Markt. Der ist auch laut und fühlbar. Um blinde Flecken zu vermeiden sollte man alle Sinne nutzen. Ich habe nicht gesehen, dass der Markt drehen wollte, sagt der Chart-Analyst verzweifelt. Kein Wunder, der Wendepunkt war in der Region des blinden Flecks. Er konnte ihn nicht sehen und sollte sich darüber nicht grämen. Auf jedem Chart Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 37

38 sind Regionen, die wir nicht sehen. Und da unser Hirn das Fehlende ersetzt, nehmen wir fatalerweise nicht einmal wahr, dass wir etwas nicht sehen. Also: Obacht! Der Erfolg in komplexen Systemen kann der ihm zugrunde liegenden Strategie den Boden unter den Füßen wegziehen, weil der Erfolg das System so beeinflusst, dass dieses nicht mehr das System ist, auf das sich die Strategie bezog. Beispiele für die negative Wechselwirkungen zwischen Erfolg und System gibt es viele. Der erfolgreiche Rapper (Eminem) verliert durch den Erfolg an Street Credibility und verkauft künftig weniger Platten. Das gut gebaute Auto hält so lange, dass weniger Autos verkauft werden. Das Schimpfwort, das alle benutzen, ist keine Provokation mehr. Es gibt also nichts in dieser komplexen, chaotischen Börsenwelt, an das man sich wirklich halten kann. Da fanden die Pioniere des Behavioral Finance eine neue Sichtweise: Nutze einfach die Verhaltensweisen der Börsenteilnehmer in ihrer Euphorie und Frustration für dich aus. Evtl. sind einige Strategien der Massen und vor allem einige Eigenarten erklärbar und von daher der Markt vorhersehbar Regression to the mean Der Pionier der Behavioral Finance, Prof. Daniel Kahnemann, hat 2002 den Nobelpreis für Ökonomie bekommen. Herr Kahnemann begann diese Forschung als junger Psychologe in der israelischen Armee. Fluglehrer berichteten ihm, dass sie Pilotenlehrlinge, die einen guten Flug absolvierten, tadeln würden und diejenigen mit einem schlechten Flug loben. Der Grund war: Nach guten Flügen folgten meist schlechte. Das wollten die Lehrer durch ihre pädagogische Strategie verhindern. Das Ergebnis wurde aber nicht verbessert. Die Fluglehrer waren einem Irrtum erlegen, denn die Wahrscheinlichkeit für einen schlechten nach einem guten und einen guten nach einem schlechten Flug war sehr viel höher als anders. Denn beides waren Rausreißer aus dem statistischen Mittel und es gibt das Gesetz des Regression to the mean, der Rückkehr zum statistischen Mittelwert. Alles kehrt in die Mittelmäßigkeit zurück. Das gibt Hoffnung für die schlechteren Tage und Ernüchterung für die guten. Wenn wir uns mit der Normalität entspannen, machen wir es uns am einfachsten. Prof. Kahnemann begann damals die Diskrepanzen zwischen menschlicher Erwartung und statistischer Wahrscheinlichkeit zu erforschen. Er stieß auf Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 38

39 frappierende Ergebnisse. Wir sind oft so gestrickt, dass wir statistische Wahrscheinlichkeiten ignorieren. Das sollte an der Börse auf das Verhalten der Teilnehmer Einfluss haben Prospect Theory Prof. Kahnemann ging in die USA und setzte mit Professor Tversky (der leider in den 90er Jahren an Krebs verstarb) seine Forschungen fort und entwickelte die sogenannte Prospect Theory. Nach eigenen Angaben wurde diese Theorie so benannt, weil das Wort interessant und nach Kompetenz klingt. Das Wort Prospect an sich ist bedeutungslos. Kahnemann und Tversky wendeten ihre Erkenntnisse also auch im Marketing ihrer Ideen an. Behavioral Finance ist mittlerweile der Renner in den (ansonsten in der Wissenschaftswelt eher mitleidig betrachteten) psychologischen Fakultäten und die Forschung quillt über. Behavioral Finance hat die Illusion des Rationalen effektiven Marktes genommen (und führt evtl. durch die eigene Forschung zu einem solchen, der die Grundlagen für die Forschung dann entzieht. Tja.) Die Grundlagen für intuitive menschliche Entscheidungen liegen oft in Berechnungen und Notwendigkeiten der Steinzeit und widersprechen frappierend den berechenbaren Wahrscheinlichkeiten und Statistiken. Prospect Theory basiert auf der Tatsache, dass wir gute und schlechte Erfahrungen unterschiedlich bewerten. Die Freude an einem guten Ereignis ist nicht so groß wie der Schmerz, der von einer unangenehmen Erfahrung mit vergleichbarem Minusergebnis verursacht wird. Wir wollen stärker von Schmerzen weg als zu Freude hin. Von dieser Tatsache lebt Las Vegas. Denn erstaunlicherweise verlieren die Spieler viel und das Casino-Business lohnt sich. Die Chancen bei den meisten Casino- Spielen sind nämlich durchaus fair und zum Teil sogar zum Vorteil des Spielers. Wir nehmen aber die Gewinne zu schnell mit. Bei den Verlusten neigen wir entweder dazu von unserer Strategie abzuweichen oder durch Übertraden (Overtrading) den Verlust schnell wieder wettmachen zu wollen. Oder wir ignorieren den Schmerz und auch die offene Verlustposition bis das Konto auf 0 ist. Das gewonnene oder ertradete Geld nehmen wir nicht ernst. Wenn wir von unseren Gewinnen wieder abgeben, war es nicht unser Geld, sondern dass der Börse oder des Casinos. So dass auch im Gewinn leicht overtradet wird und die Positionsgrößen oder Wetteinsätze nicht rechtzeitig gemindert werden. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 39

40 Wenn wir in einer Verlustposition sind, vergessen wir intuitiv das Verluste kurz halten,... leicht, denn wir rechnen folgendermaßen: Das Schließen der Position ist 100% sicherer Verlustschmerz. Die Chance auf Erholung wahren, bringt die 50:50 Chance auf: Kein Verlustschmerz. Also wählen wir: Chance erhalten. Und müssten doch die Position schließen und den Verlust mitnehmen, denn es droht ein noch größerer. Unsere Loss Aversion, unsere Abneigung gegen Verlust, lässt uns in noch größeren Verlust rauschen. Und wir brauchen nur einige der Aktionäre am Neuen Markt des Beginns des 3.Jahrtausends fragen, um uns Beispiele für Totalverluste, die aus der Angst vor Verlust entstanden sind, zu holen. Die Grundlage der Prospect Theory, dieses Missverhältnis in der Wahrnehmung von Gewinn und Verlust, hat John von Neumann, einer der genialsten Wissenschaftler des 20.Jahrhunderts, zusammen mit seinem wissenschaftlichen Freund Prof. Morgenstern erstmalig formuliert. Daher wird es Von-Neumann- Morgenstern-Utility genannt. John von Neumann und Oskar Morgenstern gelten als die Begründer der mathematischen Spieltheorie, die besonders durch den Film A Beautiful Mind über den Mathematiker Nash, der für die spieltheoretische Grundlagenerkenntnis des Nash-Equlibriums den Nobelpreis bekam, größere Bekanntheit in letzter Zeit erlangte. Prospect Theory Von Neumann Morgenstern utility: Utility α > β β Relative Loss Reference point x x RelativeGain Anchor α 4 Am Punkt x auf der linken oder rechten Gain-Achse ist identisch viel Gewinn oder Verlust aufgelaufen. Die rote Kurve, welche die Einschätzung bezüglich der Utility (Nützlichkeit) der Situation angibt, ist aber schon um mehr als das Doppelte mehr abgesunken als die grüne Kurve gestiegen ist. Die Irrationalität der Marktteilnehmer kann uns einige Phänomene an der Börse erklärbar und evtl. für uns nutzbar machen: Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 40

41 3.5. Anwendung am Beispiel Closing the Gap Bekannt ist das Phänomen des Closing the Gap. Bisweilen hat ein Markt bei der Eröffnung gegenüber des Schlusses vom Vortage einen größeren Sprung, ein Gap (Lücke). Ein Schlagwort an der Börse besagt, dass das Gap geschlossen werden wird. Nach der Prospect Theory trifft dieses tendenziell zu, denn an diesem Punkt an der Eröffnung werden die Gewinner leichter bereit sein ihre Gewinne mitzunehmen, was eine Gegenbewegung auslöst und die Verlierer des Gaps werden versuchen drin zu bleiben, um die Chance des Gap-Closing zu wahren. Nun ist die Gegenbewegung manchmal nicht so, dass das Gap tatsächlich geschlossen wird oder es treten sogar andere Faktoren auf, welche dazu führen, dass die Übernachtbewegung, die zur Lücke geführt hat, fortgesetzt wird. Die Teilnehmer, die Verlustpositionen haben und diese ungern schließen wollen, denn sie hoffen auf das Gap-Closing, beten nun und sind mehr im Stress. Sie werden entweder ihre Position schließen, sollte der Markt tatsächlich zum Schlusskurs des Vortages kommen, (so dass der Preis auch schwer mehr schaffen kann als zum Vortagsschluss zurückzukehren) oder sie werden irgendwann zu verstärkten Marktbewegungen führen, da diese Teilnehmer panikartig oder per Stop nach einer gewissen Zeit aus dem Markt müssen. Diese Entwicklungen werden auch Runaway-Gaps genannt. So wie hier im FDAX am : Der Markt eröffnet mit einem Gap nach oben, arbeitet sich nach unten. Er kommt jedoch nicht an das Gap ran und die Käufer übernehmen den Markt zu neuen Höhen. Oder hier ein Runaway-Gap, wo die Käufer beim Markteröffnung auf dem falschen Fuß erwischt werden. Die Kursbewegung beschleunigt sich dann nach einer Stunde, als diese raus müssen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 41

42 FDAX, : Der Markt macht mit 100 Punkte Gap nach unten auf und lässt bis zum Nachmittag weitere 100 Punkte nach. Die Bewegung nach unten ist stärker an den Stopp-Stellen bei 4000, 3975 und So beobachten die Analysten der Behavioral Finance den Markt unter psychologischen Aspekten, dabei besonders darauf achtend, ob es größere Kontingente in Verlustpositionen geben wird, die zu einer Marktbeschleunigung (ungewollt) führen können. Dieses kann natürlich auch in größerem Zeit-Rahmen stattfinden. Beim Fall der Aktienmärkte der vergangenen zwei Jahre konnte man immer wieder sehen, dass kurzzeitige Erholungen von sehr schnellen und starken Phasen des Fallens beendet wurden, als erst die mit dem neuen Mut, dann die mit alten Verlustpositionen und dann die mit Totalverlust den Markt verlassen mussten. Es werden also Klienten in das Trader-Coaching kommen, die sich darüber beklagen: Ich nehme Gewinne zu früh mit und schließe Verlustpositionen zu spät! Der Coach kann erst einmal nur sagen: Das ist das normale menschliche Verhalten. Was wollen Sie? Wir sind aber der Meinung, dass wir diese Einstellung verändern können und werden, nachdem Sie die Kapitel über die Tools der Psycho-Kybernetik kennen gelernt haben, in Kapitel 24 anhand eines konkreten Falles Möglichkeiten der Selbstkontrolle kennen lernen. Grundsätzlich ist nach der Beschäftigung mit der Behavioral Finance zu sagen: Um das Entwickeln von Handelssystemen mit berechneten Risiko-Chance- Verhältnissen, die möglichst vollautomatisch handeln, kommt man kaum herum. Die Entwicklung von Werkzeugen und Maschinen ist es, die uns aus der Steinzeit gebracht hat. Auch wenn wir weiter Grunzlaute von uns geben: Die Hi-Fi-Anlage macht sie zu Musik. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 42

43 3.6. Der Anker des Referenzrahmens Ein weiteres Forschungsgebiet in der Behavioral Finance befasst sich mit der Macht des Referenzrahmens, des Ankers. Dieser setzt einen Wahrnehmungsfilter, so dass wir die Wahrscheinlichkeiten nicht mehr rational abwägen. Fragebeispiel: Wenn Sie im Laden um die Ecke einen Reisewecker kaufen wollten und dieser 100 Euro kosten soll und der Verkäufer weist Sie darauf hin, dass es diesen in einer Filiale 10 Minuten von diesem Laden wegen einer Marketing-Aktion um 10 Euro günstiger, also für 90 Euro, gibt, würden Sie dann überlegen, den Weg zu gehen? Wollen Sie 100 oder 90 ausgeben? Wenn Sie im Laden an der anderen Ecke eine Armbanduhr kaufen wollten und diese sollte 1200,- Euro kosten, und der Verkäufer weist Sie darauf hin, dass es diese in einer Filiale 10 Minuten von diesem Laden wegen einer Aktion um 10 Euro günstiger, also für 1190,-- Euro, gibt, würden Sie dann überlegen, den Weg zu gehen? Wollen Sie 1200 oder 1190 ausgeben oder ist das nicht so wichtig? Es sind dieselben 10 Euro. Wir bewerten diese aber je nach Referenzrahmen unterschiedlich. Ähnlich ist es beim Trading. Wenn wir erst einmal einen großen Gewinn gemacht haben, sind wir in Gefahr des Overtradens. Denn unser Referenzrahmen hat sich erweitert und wir sind nun nicht mehr mit Kleinvieh zufrieden. Obwohl der Index mehr als halbiert war, handelte der FDAX 2003 immer noch mit einer durchschnittlichen täglichen Volatilität wie bei über 7000 Indexpunkten. Die meisten Trader handelten wohl noch mit einem Referenzrahmen des Jahres Wie konnte man dieses Wissen ausnutzen? Durch die Erweiterung des Referenzrahmens ist Overtrading unausweichlich. Wir werden aber sehen, dass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Tools diesen wieder zurückschrauben können. In Kapitel 23 wollen wir an einem konkreten Fall beschreiben, wie das vor sich gehen könnte Übertreibungen und Anomalien Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 43

44 Behavioral Finance analysiert vor allem paradoxes und irrationales Verhalten in Entscheidungsprozessen und dieses besonders an der Börse. Auf Grund der unterbewussten Struktur der Börsenteilnehmer kommt es kontinuierlich zu Anomalien und Übertreibungen. Der Markt ist also nicht effizient und die Summe der rationalen Entscheidungen informierter Akteure, wie es die klassische ökonomische Theorie gern hätte. Desto mehr intuitiv agierende Akteure an einem Markt tätig sind, desto mehr Anomalien und Übertreibungen wird es geben. Besonders geeignet für auf Behavioral Finance aufbauende Strategien wird also der NASDAQ-Aktienmarkt sein (an dem sehr viele nicht professionelle Trader aktiv sind, nach wie vor). Der gerade 2002 neu startende Sektor der Single-Stock-Futures (Terminkontrakte auf einzelne Aktien) und die Segment-Aktienindizes könnten evtl. auch zu Übertreibungen im Vergleich zum breiten Index (DAX, Standard & Poors 500, Dow Jones etc.) neigen und daher zu auf Stimmungsanalyse basierenden Strategien einladen. Der Daytrader-Boom in Deutschland ist eher vorüber. Haben die Übertreibungen abgenommen? Kaum. Besonders der FDAX reagiert auf Bewegungen des US- Aktienmarktes am Nachmittag (MEZ) übertrieben und man könnte dieses evtl. ausnutzen. Trotzdem sollte die zunehmende Automatisierung und Mechanisierung mit Computerprogrammen, die den Handel nach Ideen modernster Mathematik wie Genetischen Algorithmen, Chaos-Theorie, Neuronalen Netzen usw. durchführen, den Markt mehr in Richtung Effizienz bewegen und Übertreibungen mindern. Es wäre evtl. für die Behavioral Finance interessant zu analysieren, wie sich die Handicaps in der menschlichen Psyche in den von Menschen geschriebenen Handelsprogrammen fortsetzen. Da aber die Erkenntnisse der Behavioral Finance mehr und mehr Einzug finden in die Welt der professionellen Trader, wird es zunehmend diese Erkenntnisse berücksichtigende Handelsprogramme geben und, wie schon angedeutet, die Behavioral Finance sich tendenziell ihrer eigenen Basis entziehen. So ist es mit jedem Rausreißer. Eine Zeit ist er, sie oder es en vogue um dann wieder zum Statistischen Mittel zurückzukehren, Regression to the Mean. Der Weg der Goldenen Mitte mag zwar langweilig erscheinen, aber nicht umsonst haben diesen die Buddhisten und Taoisten zur idealen Lebensstrategie erklärt. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 44

45 3.8. Traderprobleme aus der Sicht der Behavioral Finance und der Umgang mit diesen aus der Sicht des Mentalen Coachings Die Wissenschaft des Behavioral Finance erklärt einige Irrtümer und Fehlentscheidungen von Tradern sehr zutreffend. Wir wollen mentale Techniken anbieten, mit denen diesen Handicaps begegnet werden kann. Denn es gibt sehr wohl Techniken aus NLP, Psychokybernetik und verwandten Techniken, mit denen diese Einstellungen verändert, bzw. effektiv angepasst, werden könnten. Erst einmal aber müssen wir über unsere Probleme uns entspannen. Einige sind einfach menschlich und unabwendbar. Wir werden alle und immer Verluste stärker bewerten als Gewinne und vor allem Verlustabwehr betreiben, was uns an Verlusten orientiert sein lässt. Wir werden alle dazu neigen, Gewinne zu früh zu realisieren. Wir werden alle Schwierigkeiten haben aus dem Markt auszusteigen, wenn der tolerierbare Verlust überschritten ist. Wir werden jeder und immer den Anstieg von 100 Euro Gewinn auf 110 Euro Gewinn höher bewerten als den Anstieg von Euro Gewinn auf Euro. Bevor wir an diesen Themen arbeiten, müssen wir uns entspannen. Der größte Teil der Probleme besteht aus dem Kampf mit uns selbst. Dieser nimmt die meiste Energie. Wenn wir akzeptieren, dass wir menschlich reagieren, können wir uns proaktiv auf Strategien des Umgangs damit orientieren. Selbstverständlich ist es ein Weg mechanische Handelssysteme zu programmieren und so den menschlichen Schwachstellen zu entgehen. Es wäre aber durchaus zu erwägen, dass der menschliche Biocomputer prinzipiell jedem mechanischen System von der Leistung her überlegen ist. Der Biocomputer ist von den Einstellungen im Laufe der Evolution nur eher auf das Leben in der Wildnis geprägt. Immerhin ist die Phase der aktuellen Zivilisation im Verhältnis der Gesamtzeit menschlichen Lebens doch eher sehr kurz. Wenn wir also unsere überlegene Intelligenz mit dem Computer verbinden und lernen unsere Einstellungen zu kontrollieren, wären wir maximal effizient. Gerade in der aktuellen Zeit, in der diese Kenntnisse erst entwickelt werden, ist man als Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 45

46 Avantgarde im entscheidenden Vorteil. Dieser sollte sich an der Börse in barer Münze auszahlen. 4. Wahrscheinlichkeiten und Menschlichkeiten 4.1. Lotto-Irrtum 4.2. Gambler s Fallacy 4.3. Noch einmal: Loss Aversion 4.4. Das Ziegenproblem 4.5. Das Gefangenen Dilemma 4.6. Irrtümer bei der Handelssystementwicklung Curve-fitting Postdictive error Risiko-Chance-Berechnungen Unterschätzung der Trade-Kosten Den Untersuchungen der Behavioral Finance ähnlich sind die schon im vorherigen Kapitel im Zusammenhang mit John von Neumann, Oskar Morgenstern und John Nash erwähnte Spieltheorie oder engl.: Game-Theory 5. Schon immer interessierten sich Mathematiker für die Berechnungen von Risiko und Chancen und Wahrscheinlichkeiten im Zusammenhang mit Spielen. So war einer der bedeutendsten Mathematiker der frühen Neuzeit, Blaise Pascal ( ), sogar der Erfinder des Roulette. Man könnte sagen: Roulette ist der fairste (oder raffinierteste?) Weg der Steuererhebung, durchgeführt in sog. Casinos (was natürlich besser klingt als: Finanzamt ). Besonders interessieren sich die Spieltheoretiker auch gerade für verbreitete Irrtümer des Menschen bei der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten. Wir wählen selten die rationale Strategie, sondern berechnen die Chancen nach erfühlten Kalkulationen. Und das Gefühl ist selten logisch. Es gibt Kontexte, in denen ein digital-logisches, mit richtig oder falsch operierendes Kalkül, vorteilhaft ist. Und es gibt Kontexte, in denen eine analoge oder Fuzzy Logic mit mehr oder weniger richtig/falsch besser ist. Für die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten brauchen wir rationale Logik. Das intuitive Erfassen der Entscheidungen anderer Marktteilnehmer geht hingegen besser fuzzy. Die möglichen Irrtümer sollten wir kennen. Wir sollten unser Verhalten dementsprechend überwachen und einstellen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 46

47 Wer die Menschlichkeiten in der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten kennt, sollte Vorteile erarbeiten können. Der bekannte Weltmeister der Pokerspieler, Chris Jesus Ferguson, erreichte seinen Vorteil über alle anderen Poker-Profis nach eigenen Angaben durch Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Sein Vater hatte ihm das beigebracht, denn der ist Professor für Game-Theory an der University of California in Los Angeles. Einige wesentliche Irrtümer betreffen auch gerade die Entwicklung von Handelssystemen, so dass die Mechanisierung nur dann ein Ausweg ist, wenn der Mechaniker und Programmierer sich darüber bewusst ist, wie er möglicherweise menschliche Irrtümer der Maschine eingibt. Gewinnen beginnt innen und kalte Mathematik? Innen ist nicht nur Seele und Emotion und Psychologie, sondern auch der Geist und das Gehirn. Fehler im Denken sind ebenso zu vermeiden wie emotionale Handicaps. Fehler im Denken sind meist die Ursache für psychologischen Stress. Wenn ich immer gegen die Wahrscheinlichkeiten ankämpfe, nützt das beste Mentaltraining nichts Der Lotto-Irrtum Einer der verbreiteten und frappierendsten Irrtümer könnte als Lotto-Irrtum bezeichnet werden. Allwöchentlich nimmt der deutsche Staat eine nicht unbeträchtliche Summe ein, die aus der Veranstaltung von 6 aus 49 resultiert. Von der Website des Statistischen Bundesamtes, die Zahl der Woche vom : Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes fließen im Jahr 2003 voraussichtlich 4,7 Mrd. Euro Einnahmen aus Glücksspielen in die öffentlichen Kassen. Seit 1970 haben sich diese Einnahmen damit mehr als versiebenfacht. Sie bestehen zum einen aus Steuereinnahmen (Lotterie- und Rennwettsteuer), zum anderen aus Gewinnablieferungen und anderen Abgaben von Lotto- und Totogesellschaften sowie der Spielbanken. Die Steuereinnahmen erbringen im Jahr ,0 Mrd. Euro, darunter die Lotteriesteuer 1,9 Mrd. Euro. Das Aufkommen aus Gewinnablieferungen und anderen Abgaben beträgt voraussichtlich 2,7 Mrd. Euro. Zahlenlotto und Fußballtoto tragen hierzu 1,8 Mrd. Euro, die Spielkasinos 0,8 Mrd. Euro bei. Die starke Zunahme der Einnahmen aus Spielbankabgaben von 61 Mill. Euro im Jahr 1970 auf 829 Mill. Euro in 2003 ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 47

48 Anzahl der Spielbanken in Deutschland stark gestiegen ist. Vor rund dreißig Jahren gab es in Deutschland etwa ein Dutzend Spielkasinos, vor zehn Jahren waren es gut 25, heute sind es 78. 1,8 Milliarden Euro nahm der deutsche Staat 2003 von Lottospielern ein! Bürger tun sich zusammen, um Geld zu sammeln. Dieses geben sie dann einigen wenigen von ihnen, nachdem sie die Hälfte der Summe dem Staat geschenkt haben. 99% der Bürger werden es niemals erleben, dass sie zu den wenigen gehören, denen das gesammelte Geld gegeben wird. Die Chance auf 6 Richtige liegt bei 1: 13 Millionen (genau: 1: ). Es ist wahrscheinlicher vom sprichwörtlichen Blitz getroffen zu werden. Warum glaubt der Lottospieler, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann er mit dem Hauptgewinn dran ist? Warum geht er jede Woche und gibt treu seinen Schein ab? Wenn er das 50 Jahre jede Woche macht und 10 Euro investiert, hat er insgesamt die Summe von (50 mal 52 mal10 gleich) Euro anderen Mitbürgern und dem geliebten Schuldenstaat geschenkt. Stellen Sie sich vor, ein Mann kommt an die Tür des Lottospielers, der sagt: Bitte geben Sie mir Euro. Die eine Hälfte ist für den Staat. Die andere Hälfte ist für andere Mitspieler. Sie haben außerdem noch die Chance eine Million zu gewinnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 5378! (Die 5378 entstand aus der Division von 13 Million durch 2600 Ziehungen, nämlich 50 Jahre mal 52 Wochen. Es ist noch weiter zu dividieren durch die Anzahl der Tippreihen, die für 10 Euro möglich sind. Da ich natürlich kein Lotto spiele, bin ich über die Kosten des Spiels nicht orientiert.) Wenn Sie die Euro nehmen und für 5% p.a. verzinslich anlegen, haben Sie nach 50 Jahren durch den Zinseszinseffekt, daraus die Summe von Euro gemacht. Was würden Sie nehmen? Diese oder eine Million mit einer Chance von 1: 5378? Dass das mit dem Zinseszins auch eine Milchmädchenrechnung ist, steht dabei auf einem anderen Blatt. Der Zinseszins muss ja von jemand bezahlt werden. Das Geld wächst nicht auf Bäumen. In unserem Wirtschaftssystem sind die Zahler die Bürger, denn die Gegenseite der Buchung ist fast ausschließlich der sich Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 48

49 verschuldende Staat, also alle Bürger. Gegen den Staatsbankrott hilft auch der Lotto-Irrtum nicht. Der Mensch in den Tausenden von Jahren vor Städten und Staaten musste für eine kleine Chance auf die Jagd gehen oder Fallen stellen. Irgendwann würde er schon etwas fangen. Ähnlich denken wir beim Lotto: Irgendwann geht mir der Hauptgewinn ins Netz. Er läuft ja da draußen herum. Mein Netz aus Geburtstagszahlen ist ja nicht schlechter als das der anderen. Es stimmt: Irgendwann kommt jede Zahlenfolge bei 6 aus 49. In 13 Million durch 52, also Jahren! Ähnlich sind wir evtl. beim Börsen-Trading. Wir berechnen die Wahrscheinlichkeiten gerne schön und träumen schon vom sorgenfreien Leben. Indes ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aktienkurs steigt oder fällt und ich entsprechend Long oder Short positioniert bin, tatsächlich etwas sehr viel besser als beim Lotto Gamblers Fallacy Eine ähnliche Berechnung macht der Spieler beim Roulette, der auf die Farbe setzt, die mehrfach nicht gefallen ist. Irgendwann muss doch Rot kommen! Die Spieler-Falle: Wenn beim Roulette 7mal Rot gekommen ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass im nächsten Wurf Schwarz fällt, hoch. Beim Trading: Wenn ein Trend mehrere Bars läuft, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Umkehr eintritt. Das ist beides falsch. Beim Roulette ist die Rot-Schwarz-Wahrscheinlichkeit jedes Mal gleich und es kann sehr gut zu Sequenzen von einer Farbe kommen, die 15 Würfe übersteigt. Beim Trading kann ein Trend sehr viel länger und konstanter laufen, als wir dachten. Das macht letztendlich einen Trend aus und beim Trend in den 90ern haben einige Profis zu früh begonnen auf den Fall der Aktienmärkte zu spekulieren. Und Anfang der 90er war ein Dow Jones über 3000 sensationell. Die Bewegung auf über haben diese dann nicht mehr mitgemacht. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 49

50 Rouge et Noir ist ein Zufalls-System mit ausgeglichenen Chancen und alles ist möglich. Long or Short, ebenso. Es ist auch möglich, dass eine Seitwärts-Phase sehr lang läuft und das Warten auf den Trend vergebens ist. Seitwärts als solches ist dann in einem Trend, der einen Trend bei der Kursentwicklung verhindert. Das mit dem Trend und gegen den Trend gehen braucht jeweils Wachheit und meist geschieht das Gegenteil: Trends laufen länger und stärker als erwartet, Trends kehren früher um als erwartet. Der Gambler nimmt gerne irrationale Wahrscheinlichkeiten an. Es muss doch jetzt mal eintreffen! Und er nimmt es dann evtl. sogar noch persönlich, wenn die Waage der Göttin Fortuna zur anderen Seite sich gesenkt hat. An der Börse brauchen wir Gambler. Sie zahlen die Zeche. Wir aber wollen kühl rechnende und disziplinierte Trader sein, die teuer verkaufen und günstiger einkaufen und günstig einkaufen und teurer verkaufen usw Noch einmal: Loss Aversion Was würden Sie nehmen? 1. den sicheren Verlust von Euro oder 2. eine 5%-Chance ohne Verlust davonzukommen, verbunden mit einer 95%igen Chance Euro zu verlieren? Was würden Sie nehmen? 1. den sicheren Gewinn von Euro oder 2. die 95%ige Chance eines Gewinns von Euro, verbunden mit 5% Risiko ohne jeden Gewinn nach Hause zu gehen. Im ersten Fall nehmen 80% der Befragten das Risiko auf sich und riskieren die 95%ige Möglichkeit mehr zu verlieren, um eventuell mit 0 herauszukommen.. Im zweiten Fall nehmen 80% der Befragten den sicheren Gewinn von Euro und verzichten wegen des 5%igen Risikos auf weitere Sie auch? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 50

51 Beides ist mathematisch gesehen ungünstiger. Unsere Voreingenommenheit der Loss-Aversion (Verlustabneigung) lässt uns Verluste anders bewerten als Gewinne. Wir sind so gestrickt, dass wir Verluste laufen lassen und Gewinne kurz halten ( Was ich hab, das hab ich! ) und das kann nicht zum Erfolg führen. Bei Beispiel 1 ist es nahezu sicher, dass ein noch größerer Verlust eintritt und daher sind die Euro hinzunehmen. Bei Beispiel 2 ist es nahezu sicher, dass noch Euro mehr herausspringen. Es ist menschlich die Chancen falsch zu berechnen und im Verlust aufgrund der Abneigung gegen diesen die riskante Chance auf Ausgleich wahrzunehmen anstatt die Position mit Verlust zu schließen. Daher setzen wir Stopps, sobald wir einen Trade eröffnen, und annullieren diese niemals! 4.4. Das Ziegenproblem Ein interessantes Beispiel von falscher Wahrscheinlichkeitsberechnung ist das sog. Ziegenproblem oder Monty-Hall-Problem. Dieses wurde von der Frau mit dem angeblich höchsten IQ, der Amerikanerin Marylin vos Savant, im Jahre 1991 in ihrer Kolumne in der New York Times einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Ihr Artikel löste eine große Diskussion aus und es war offensichtlich, dass die meisten Menschen das Ergebnis des Monty-Hall- Problems nicht akzeptieren können. Bei einer Spielshow im US-Fernsehen, der Show Let s make a deal von Monty Hall, gab es 3 Türen. Hinter zweien verbargen sich Ziegen und hinter einer der Hauptpreis, ein Sportcoupe. Der Kandidat durfte eine Tür angeben, hinter der er den Preis vermutete. Der Moderator öffnete dann eine der anderen beiden Türen, um eine Ziege zu zeigen. Der Kandidat durfte sich nun neu entscheiden. Bei der zuerst gewählten Tür bleiben oder wechseln? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 51

52 Die auf den ersten Blick, oder besser: bei der ersten Intuition, überraschende Antwort ist, dass er auf jeden Fall eine größere Chance hat, wenn er die Tür wechselt. Wir würden denken, dass die Chancen bezüglich der Tür mit dem Preis bei zwei Türen 50:50 sind. Dem ist aber nicht so, da es über die Wahrscheinlichkeiten der beiden Türen durch das Verhalten des Showmasters Hinweise gibt. Er hat nur eine der beiden nicht bei der ersten Wahl gewählten Türen nehmen können. Die, die er nicht genommen hat, ist mit größerer Wahrscheinlichkeit, und zwar 66%:33%, die mit dem Preis. Wir sollten uns bewusst sein, dass es auch im Börsenhandel derartige Ziegenprobleme gibt. Informiertheit über derartige Probleme hilft uns. Wir sollten unserer Intuition gegenüber misstrauisch sein, vor allem bei mathematischen Kniffeleien Das Gefangenen-Dilemma Es ist nun aber wiederum auch gar nicht so, dass wir mit kühler Kalkulation immer weiter kommen. Eine der bekanntesten Probleme aus der Game-Theory ist das Gefangenendilemma, engl.: Prisoners Dilemma. Zwei Menschen werden verhaftet und eines Verbrechens beschuldigt. Sie sind nun Gefangene. Der Kommissar hat aber keine Beweise. Stellen Sie sich vor, Sie wären der eine Gefangene. Sie sind in getrennten Zellen untergebracht und haben keine Chance mit Ihrem Partner zu kommunizieren. Der Kommissar macht Ihnen folgendes Angebot: Wenn du gestehst, dass ihr beide das Verbrechen begangen habt, und dein Kumpel streitet es ab, lassen wir dich laufen und er bekommt 5 Jahre. Wenn ihr es allerdings beide abstreitet, haben wir genug Indizien euch beiden jeweils 2 Jahre aufzubrummen. Wenn ihr indes beide gesteht, bekommt ihr beide 4 Jahre. Wie würden Sie nun handeln? Logisch betrachtet: Was immer der Kumpel macht, es scheint, dass ein Geständnis die besten Chancen bietet. Sie können aber davon Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 52

53 ausgehen, dass Ihr Kumpel auch so logisch rechnet, so dass Ihnen beiden 4 Jahre drohen, also zusammen 8 Jahre, welches das Maximum an gemeinsamer Strafe wäre. Die geringste gemeinsame Strafe gäbe es, wenn Sie beide leugnen, das beinhaltet aber das größte individuelle Risiko. Bei dieser Entscheidung versagt die normale Logik, sie müssten intuitiv erfassen, was Ihr Partner tut. Derartige Konstellationen heißen Nonzerosum-Games, Nichtnullsummenspiele. Fast alle Systeme im Leben sind derartige Nichtnullsummenspiele. Die Entscheidungen sind nicht so einfach und logisch zu treffen. Aus dem Gefangenen-Dilemma wurden Setups für System-Spiele gebaut, um mögliche Strategien durchzuspielen. Diese heißen Iterated Prisoners Dilemma und lassen immer zwei Verhaltensweisen zu: Kooperieren oder Nicht-kooperieren. In einem großen Wettbewerb von computerisierten Strategien in den 70erJahren wurde herausgefunden, welche Strategien in Nichtnullsummenspielen gute Gewinnaussichten haben. Sieger war das Programm Tit for Tat des Politologie- Professors Robert Axelrod, dessen Buch The Evolution of Cooperation (1984) 6 ein lesenswerter Bestseller zu dem Thema wurde. In diesen Tournaments ist nachgewiesen worden, dass die Strategie Wie du mir, so ich dir am erfolgreichsten ist. Wenn der andere kooperativ ist, sollten wir es auch sein. Wenn der andere unkooperativ ist, sollten wir ihn bestrafen. Was aber machen wir beim ersten Treffen, wo wir noch gar nicht wissen, ob der andere kooperativ oder unkooperativ ist? Wir sollten ihm einen Vertrauensvorschuss gewähren und davon ausgehen, dass er kooperativ ist. Diese Ergebnisse geben Hinweise auf die Evolution der gesellschaftlichen Ethik. Kooperatives Verhalten hat die größten Gewinnaussichten für eine Gesellschaft als Ganzes und für den Einzelnen. Das Ausnutzen des Vertrauensvorschusses muss indes bestraft werden. Derivatbörsen sind indes als solche Nullsummenspiele. In diesen gelten andere Regeln. Nur einer kann gewinnen. Indes sind die Derivatbörsen im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang keine Nullsummenspiele, da der Verlust der Hedger für diese ein Gewinn an Berechenbarkeit und Preisplanung bedeutet, so dass letztendlich beide, die Hedger und die Spekulanten, wie in einem guten Nichtnullsummenspiel profitieren. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 53

54 Warum gilt das für den normalen Privattrader dann nicht? Warum verlieren so viele? Weil Gewinnen innen beginnt und sowohl Seele als auch Geist fit gemacht werden müssen für das härteste und fairste Spiel der Welt Irrtümer bei der Handelssystementwicklung Der Ausweg aus den Unzulänglichkeiten unseres Bio-Computers scheint die Entwicklung von Handelssystemen zu sein. Aber auch hier lauern einige Fallen. Ich bin zwar der Überzeugung, dass wir einfach noch besser entwickeln und lernen müssten, wie wir unseren Bio-Computer benutzen könnten, aber die Zuhilfenahme von mechanischen Werkzeugen ist ja der Trick, der uns in der natürlichen Auslese entscheidend vorangebracht hat, also nutzen wir doch die Rechenmaschinen Curve-Fitting Der Hauptfehler bei der Programmentwicklung von Handelssystemen ist das sog. Curve-Fitting oder Überoptimieren. Wir nehmen eine vergangene Zeitperiode und entwickeln darauf ein Handelssystem mit besten Ergebnissen. Dann ist möglicherweise das System an diese Zeitperiode so sehr angepasst, dass es für alle anderen Zeitperioden nicht funktioniert. Es ist eine ganz besondere Parameter- Kombination gebildet worden, die nur für diese historisch besondere, und jede Börsenkurve ist besonders, zugetroffen hat. Die Probleme des Curve-Fitting werden bei der Entwicklung von Handelssystemen gern unterschätzt. Es ist ja auch zu schön, wenn ein System in den letzten 2 Jahren über 100% Gewinn gemacht hätte. Groß ist dann die Enttäuschung, wenn es das dann in der weiteren Praxis gar nicht bestätigt. Im Grunde ist jedes Handelssystem überoptimiert, da es immer an eine vergangene Periode angepasst ist. Märkte verändern sich diskontinuierlich, d.h. schlagartig, überraschend, plötzlich. Beispiel: Eine Zeitlang kann man darauf bauen, dass, wenn der Markt über das High oder unter das Low der ersten Handelsstunde geht (First-Hour-Channel- Breakout), die Bewegung sich fortsetzt und für einen Trade genutzt werden kann. Dann beginnt der Markt plötzlich meistens False Breakouts zu machen, d.h. er überschreitet die durch das High/Low gebildete Grenze und kehrt dann in den Preiskanal zurück. Und irgendwann kehrt er zum Breakout-Verhalten zurück. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 54

55 Es gibt wenig ewig und immer gültiges in einem derartig chaotischen System wie der Börse. Das müssen wir bei der Handelssystementwicklung berücksichtigen. Handelssysteme mit speziellen Parametereinstellungen bei den verwendeten Indikatoren (also z.b. statt 30/70 als Werte beim RSI: 24/87) sind immer überoptimiert. Letztendlich bekommt ein System einen Vorteil durch die Verteilung des Risikos auf mehrere Märkte und Ansätze (Portfolio-Effekt) und durch intelligentes Money- Management. Money-Management bestimmt wieviel Kapital jeweils riskiert wird. Wenn wir es erreichen können, dass in Gewinnphasen viel riskiert und daher viel gewonnen wird und in Verlustphasen zurückhaltend positioniert wird, sind wir auf der Siegerstraße Der Postdictive Error Ein möglicher Fehler bei der Entwicklung eines Handelssystems entsteht durch Anweisungen, die beinhalten, dass das System mehr weiß, als es wissen könnte. Dieser Fehler kann als Nachhersage-Fehler im Gegensatz zu Vorhersage bezeichnet werden. Im Englischen heißt es Postdictive im Gegensatz zu Predictive. Wenn ich also dem System sage: Gehe zu Beginn des Tages long, wenn das High des Tages höher ist als das der 4 vorherigen Tage!, dann ist das eine Anweisung, die unsinnig ist, da diese Bedingung zu Beginn des Tages nicht gewusst werden konnte. Es kann aber in den meisten Programmen zur Handelssystementwicklung evtl. so eingegeben werden. Man hat dann im historischen Backtesting super Ergebnisse, die aber auf völlig falschen Bedingungen beruhen. Im Programm Dynamite Sentimentor der Firma Fipertec GmbH (www.fipertec.de) ist daher ein System-Tester integriert, mit dem man einen Gang durch die Historie machen kann, der reale Bedingungen simuliert. Da sieht man dann schnell, dass die in der Gesamtberechnung errechneten Gewinne nicht entstehen. Es ist indes evtl. wichtig zu verstehen, dass wir den Nachhersage-Fehler fast immer machen. Wir hatten Anfang 2000 einen langanhaltenden Long-Trend in den Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 55

56 Aktienmärkten hinter uns und werden kaum Short-Systeme entwickelt haben. Wir werden 2003 dann vor allem Short-Systeme entwickelt haben. Vielleicht haben wir Systeme entwickelt, die sowohl Long als auch Short gewinnen können. Diese waren dann in den vorherigen 10 Jahren erfolgreich, da es einen Long-Trend und einen Short-Trend gegeben hatte. Unsere Backtesting-Ergebnisse sehen gut aus und wir sind sowohl für Long als auch für Short-Phasen gewappnet. Aber auch das ist Nachhersage. Denn wir entwickeln ein System mit dem nachherigen Wissen, dass es in dem Zeitraum Trends gab. In der darauffolgenden Phase der ersten Hälfte 2003 gab es eine trendlose Seitwärtsphase mit hoher Volatilität und das Programm, das Trends brauchte, funktionierte gar nicht Risiko-Chance Berechnungen Wenn einer von drei Trades ein Treffer ist, muss der Gewinn dieses Trades mindestens dreimal so groß sein wie der durchschnittliche Verlust. Wenn wir also unsere jeweiligen Verluste im einzelnen Trade per Stopp auf 50 Punkte begrenzen, müssen wir bei einer 30%igen Trefferchance mindestens 150 Punkte Gewinn machen für Breakeven. Die entscheidende Größe bei jedem systematischen Trading (und jedes unsystematische können wir eh eher vergessen) ist der Maximale Drawdown, der maximale Verlust. Das ist nicht der maximale Verlust per Trade, sondern das ist der maximale Verlust per Verlustserie. Ein Trade-Verlust per Trade auf 50 Punkte durch begrenzenden Stopp ist schön. Aber wie oft hintereinander kann das auftreten? Wenn ich Gewinne von 10 Punkten mitnehme und die Chance 50:50 ist, muss ich auch 10 Punkte Stopps setzen, um mindestens Breakeven zu erreichen. Dabei übersehen wir noch: Unterschätzen der Trade-Kosten Dieses Problem der Kosten ist natürlich in den letzten Jahren erheblich geringer geworden. Trade-Kommissionen sind eklatant gefallen. Das verführt natürlich auch zum häufigeren Traden als bei teurer Kommission. Ein anderes Kostenproblem ist das der sog. Slippage. Ein Kontrakt wird selten am gewünschten Preis gehandelt. Bei einer Stop-Loss-Order wird der Kontrakt zur Marktorder, sobald der Stop-Loss-Preis gehandelt wurde. Da Marktbewegungen Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 56

57 sehr schnell sein können, kann es sein, dass dieser Marktpreis ein anderer oder sogar ein erheblich anderer als der gewünschte sein kann. Dieses geschieht vor allem auch bei Märkten mit geringerer Liquidität. Bei der Berechnung eines Handelssystems müssen Kosten und Slippage natürlich vom Ergebnis abgezogen werden. Je nach Frequenz der Trades kann das Ergebnis nach dieser Subtraktion um einiges gemindert sein. Das gilt natürlich besonders für Daytrader. Fazit: Die Berechnung von Risiko und Chance und den Wahrscheinlichkeiten ist unumgänglich. Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass unser intuitives Verhalten irren kann. Daher haben wir als Menschen in der Evolution per Natürlicher Auslese einen rationalen Verstand entwickelt, der Mathematik lernen und anwenden kann. Das sollten wir auch tun. Wenn Sie eher eine Künstlerseele sind, welche die Muster im Chart erkennt und für Mathematik wenig übrig haben: Vergessen Sie das mit dem Trading! Wir werden feststellen, dass uns die mathematischen Wahrscheinlichkeiten klar und verständlich werden und wir trotzdem nicht ihnen gemäß handeln können. Das sind die interessanten Fälle für uns. Ich habe die Erfahrung, dass wir die psycho-strategischen Einzelschritte des selbstsabotierenden Verhaltens entschlüsseln können. Damit können wir es auch verändern. Süß-fettiges war in der Eiszeit klasse. Diejenigen der Spezies, die dafür eine Vorliebe entwickelten, überlebten und machten mehr Kinder als diejenigen, die sagten: Eiskrem? Bäh, bleib mir weg! So sind wir fast alle Nachkommen der Fans von Süß-Fettigem. Heute ist diese Vorliebe bei Gewichtskontrolle hinderlich. Wir können aber herausfinden, wie diese Vorliebe in unseren unterbewussten Bewertungen kodiert ist. Wir können das innere Bild und auch den Geschmack so verändern, dass uns Eiskrem künftig kalt lässt. Dasselbe können wir mit dem Lotto-Spiel, der Loss-Aversion, dem Überoptimieren und allem, was uns noch beim Trading ein Bein stellt, machen. Lesen Sie weiter und erfahren Sie das Wie. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 57

58 5. Was motiviert den Trader? 5.1. Debitismus, das allgemeine Weg-von 5.2. Die Hin-zu-Kurve 5.3. Die Weg-von-Kurve 5.4. Sekundäre Gewinne 5.5. Wie verändere ich die Motivationsstruktur? 5.6. Wie gehe ich mit Verlusten proaktiv um? Die Frage in der Überschrift: Was motiviert den Trader?, ist leicht zu beantworten: Geld! Oder? Gibt es weitere Motivationen? Und ist nicht auch Geld nur ein Mittel zum Zweck der Verwirklichung einer anderen Motivation? Freiheit? Macht? Glück? Und ist die Motivation Hin zu Geld oder Weg von Schulden? Die im Kapitel 3 vorgestellte Wissenschaft der Behavioral Finance, und besonders die Prospect Theory, wird auf Grund der Loss Aversion annehmen, dass Weg von Schulden überwiegt. Wir werden gleich sehen, dass die Hin-zu-Motivation und die Weg-von- Motivation wesentlich unterschiedlich sind. Zuvor noch einige Anmerkungen zum Thema Geld. Denn bei einiger Betrachtung werden wir feststellen, dass die allgemeine Motivationsstruktur bei Geld immer Weg-von-Schuld sein muss. Wir kommen nicht umhin eine Weg-von-Motivation zu haben, auch wenn wir noch so reich sind. Das hat einige Implikationen für die menschliche Gesellschaft Debitismus, das allgemeine Weg-von Der bekannte Publizist Paul C. Martin hat die Theorie des Debitismus (als Ersatz von Kapitalismus ) aufgestellt 7. Einen Hintergrund zu dieser Theorie bildet die Eigentumstheorie der Professoren Heinsohn und Steiger, die eine erst irritierende und dann doch stimmige ökonomische Theorie vorgelegt haben 8. Was meint Paul C. Martin mit Debitismus, der Schuldenökonomie? Die Frage ist: Was ist Geld? Wie entsteht Geld? Die klassische Theorie, die besagt, dass Geld ein Tauschmittel ist, kann die Grundzüge des Wirtschaftens Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 58

59 nicht erklären. Reine Tauschgesellschaften entwickeln keine Dynamik des Wirtschaftens. Wie kommt der Geldschein oder die Münze, mit dem Sie Ihr Mittagessen oder die Zeitung heute bezahlen, ins Leben? Er wird von der Europäischen Zentralbank emittiert!, werden Sie sagen. Das trifft zu. Aber wie entscheidet diese Zentralbank in Frankfurt wann und wieviel Euros gedruckt und in den Umlauf gebracht werden? Telefoniert der Zentralbankpräsident mit den Finanzministern? Berechnet ein Gremium in der Bank die Geldmenge und steuert sie? Nein, Geld entsteht, wenn eine Geschäftsbank bei der Zentralbank Sicherheiten hinterlegt und dafür Geld zu einem bestimmten Zinssatz bekommt. Der entscheidende Agent bei der Geldschöpfung in den kapitalistischen Gesellschaften mit Zentralbanksystem sind die Banken. Diese bekommen die Sicherheiten, die sie bei der Zentralbank hinterlegen können, von Schuldnern. Privatpersonen, Firmen und staatliche Institutionen geben der Bank eine Sicherheit, um Kredit zu bekommen. Die Bank bekommt für diese Sicherheiten bei der Zentralbank Geld, welches sie an die Kreditsuchenden gegen Zins weitergibt. Der Zins, den die Bank bekommt, ist größer als der, den sie an die Zentralbank bezahlt. Das ist der Banken zentrales Geschäft. Der entscheidende Punkt also für die Geldentstehung ist die Bereitschaft von Personen, Firmen und Institutionen sich zu verschulden, bzw. die Bereitschaft der Banken Kredit zu gewähren. Ohne diese Verschuldung kommt kein Geld zustande. Wenn die Kreditwürdigkeit und/oder Kreditbereitschaft abnimmt (was mit der Zeit unausweichlich ist) wird das Geld knapp. Dieses führt zur Deflation. (Beispiel Japan seit 1988). Die Geldentstehung ist also ein sich selbst regulierender Prozess. So ist es von den Gründern des Zentralbanksystems gedacht. Es ist auf jeden Fall besser als ein System, in dem ein Potentat oder Finanzminister entscheidet, wieviel Geld gedruckt oder geprägt wird und wie lange es gültig ist. So ein System hat es in der Geschichte aber auch kaum gegeben. Der entscheidende Punkt ist: Was akzeptiert die Zentralbank als Sicherheiten? Hierbei kommt es immer wieder zu einem Prozess, in dem staatliche Sicherheiten private verdrängen. Heutzutage (2003) nimmt die Europäische Zentralbank, bzw. die nationalen Zentralbanken, fast ausschließlich Staatspapiere an, bzw. bekommt fast ausschließlich nur diese von den Banken als Sicherheiten angeboten. Diese Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 59

60 Zinspapiere des Staates gelten als sicher. So ist das Geld, das Sie in der Hand halten oder auf dem Kontoauszug sehen, nichts anderes als ein Gegenstück zur kollektiven Verschuldung. Es ist nicht wie noch vor einigen Jahrzehnten durch Gold oder Silber gedeckt, sondern durch das Vermögen des Staates, also aller Bürger. Anzumerken wäre, dass die Gold- oder Silberdeckung der Währungen auch nur kurze Zeit Bestand hatte und eine Rückkehr bei den heute benötigten Geldmengen keine Lösung wäre. Diese Schuld nimmt zu, wie wir wissen. Das hängt zum einen mit dem schlechten Wirtschaften von Politikern, die den Staat regieren, zusammen. Zum anderen ist es ein unausweichlicher Prozess. Dieser führt letztendlich zum Staatsbankrott. Die Staatspapiere werden immer wertloser. Wenn die Zentralbank diese weiterhin annimmt, wird das Geld entwertet und die Hyper-Inflation gestartet. Da immer ein Zins erwirtschaftet werden muss und Kreditaufnahme unausweichlich ist und der Zins durch den Zinseszinseffekt exponentiell wächst, wird der Druck immer größer. Jeder Teilnehmer ist fortwährend weg-von motiviert, denn es sind Unternehmungen vorfinanziert worden und der Zins muss erwirtschaftet werden. Da jeder das muss, wird es immer schwieriger Käufer oder Abnehmer zu finden, von denen man diesen Zinsgewinn holen kann. Zudem wird es immer schwieriger Kredit zu bekommen, da die Sicherheiten zunehmend verpfändet sind. Ein Nebeneffekt der Entwicklung ist, dass vermögende Bürger, wenn sie schlau sind, sich dem Zwang der Vorfinanzierung von Unternehmungen entziehen und als Rentiers von ihren Finanzanlagen sicher leben. Da das unternehmerische Risiko eher gemieden wird, führt der Vorteil des Lebens von Zinsen zu Arbeitslosigkeit und mangelnder Wirtschaftsleistung. Die Rentiers leben von den Zinsen, Aktiendividenden und Kursgewinnen. Selbst die großen deutschen Auto-Firmen machen heutzutage mehr Gewinn mit Finanzgeschäften als mit Autoverkauf. Die kollektive wirtschaftliche Motivation ist weg von Schuld, Debitismus eben. Auch unsere körperliche Ur-Motivation ist eine Weg-von-Motivation. Wir wollen keinen Schmerz. Dieser ist nichts weiter als ein Feedback des Körpers über nicht befriedigte Grundbedürfnisse, wie Hunger, Wärme und Vermehrung. Bei einem bestimmten Grad der Organisiertheit der Gesellschaft können wir es uns leisten den Kopf zu heben und hinzu motiviert zu sein. Die Grundbedürfnisse werden erfüllt und wir können daran gehen größere Absichten und Pläne zu verwirklichen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 60

61 Wir sollten aber nie vergessen, dass es gerade in der debitistischen Wirtschaftsordnung ein kollektives Unterbewusstsein gibt, das von den kollektiven Schulden runter will. Wir müssen uns von dem kollektiven Schuldenbewusstsein abkoppeln. Wir müssen bereit sein aus der Masse auszusteigen. Wir müssen proaktiv größere Absichten verwirklichen wollen. Börse ist ein Luxus. Im Luxus können wir es uns leisten auf etwas hin zu streben. Die Hin-zu-Motivation und die Weg-von-Motivation bringen bestimmte charakteristische Erfolgskurven mit sich Die Hin-zu-Kurve Die Hin-zu-Kurve können wir nur erzielen, wenn wir es uns leisten können, proaktiv zu sein. Sobald unser inneres System weg von Schmerz oder Unerfüllung will, entsteht eine reaktive Kurve. Das Schöne am Trading ist, dass wir diese inneren Kurven in der äußeren Entwicklung schwarz auf weiß wiederfinden. Börse ist das gnadenlose Feedback. Lesen Sie hier bitte also mehr über diese Motivationskurven. Die Hin-zu-Kurve entsteht bei der proaktiven Motivation. Wir wissen, wo wir hin wollen und streben es an. Bei dieser Motivation in Reinkultur, was leider eher selten ist, wird es einen kontinuierlichen Aufstieg geben. Es gibt natürlich Phasen der Integration und der Orientierung. Diese können kritisch sein. Aber letztendlich setzt sich der Aufstieg fort. Sie werden sicher Erfolgsstories von Milliardären, Künstlern, Sportlern und Supermodels gelesen haben. Diese hatten sehr früh eine Vorstellung davon, wo sie hin wollten. Es war keine Flucht und keine Opferhaltung, die sie zum Erfolg gebracht hat. Sie waren vielmehr bereit hart zu arbeiten, um ein Ziel zu verwirklichen. So könnte eine Erfolgskurve bei der Hin-zu-Motivation verlaufen: Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 61

62 Beachten Sie die Phasen der Täler. Diese entstehen oft durch zu große Erwartungen in den Gewinnphasen. Wie wir unsere Erwartung wieder zurückschrauben und der Realität anpassen, werden wir in Kapitel 24 lesen. So erreichen wir, dass die Täler flacher sind und wir nicht in ihnen aus Frust unnötig aufgeben. Vor allem ist es aber wichtig, eine Absicht zu formulieren und eine Vorstellung von dieser zu haben. Dieses werden wir konkret in Kapitel 19 durchführen. Die Ertragskurve unseres Trading wird der jeweiligen Erfolgskurve entsprechen. Sicher wäre Ihnen eine Kurve, wie von der Hin-zu-Motivation bewirkt, recht. Denn die Kurve der Weg-von-Motivation ist ein ewiges Auf und Ab. Wenn also die Renditekurve des Tradings über Monate ein stetes Auf und Ab ist, dann wird die Motivation weg-von sein Die Weg-von-Kurve Die Erfolgskurve bei einer reaktiven, einer Weg-von orientierten, Motivation sieht also eher so aus: Es geht auf und ab und da das ermüdend ist, landen wir schließlich unterhalb von Totalverlust und sind erledigt. Wie schon gesagt: Unser Leben auf Erden ist hauptsächlich weg-von motiviert, weg von Schmerz und Hunger. Es endet tödlich, wie jede Weg-von-Kurve. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 62

63 Seitenbemerkung zum Thema Mentales Anti-Aging : Will ich etwa sagen, das wir bei einer Hin-zu-Motivation länger oder unendlich leben würden? Denkbar wäre es, da Altern als biologischer Prozess nicht unabwendbar ist. Es gibt durchaus Lebewesen auf Erden, die nie sterben, wie bestimmte Bakterienarten. Es wäre derzeit undenkbar für uns eine Vorstellung zu entwickeln, in der wir völlig rein hin zu Leben orientiert wären. Aber die Psycho-Technologie entwickelt sich ja weiter und eine dementsprechende Gehirnwäsche könnte interessant sein. Dabei wäre natürlich sicher zu stellen, dass die biologischen und kulturellen Vorteile durch die begrenzte Lebensspanne erhalten blieben. Wir wollen ja keine vergreiste Menschheit. Seitenbemerkung Ende. Zurück zur Erklärung des Charts der Weg-Von-Motivation. Warum entsteht eine derartige Auf-und-Ab-Kurve? Nun ja, die Motivation ist ja z.b. weg von Arbeitenmüssen. So setzt sich der Mann dann zur Ruhe, baut sich zu Hause eine Handelsplattform auf und beginnt für den Lebensunterhalt, und um nicht mehr von 9:00 bis 17:00 im Büro arbeiten zu müssen, an der Börse zu handeln. Nicht wenige sitzen dann von 9:00 bis 22:15 vor dem Bildschirm. Die Motivation ist nicht wirklich Millionär, sondern vielmehr nicht mehr arm sein. Um nicht mehr arm zu sein, bringen wir Einsatz und die Erfolgskurve steigt. Wir haben aber innerlich eine bestimmte Summe, die definiert, wann wir arm und wann wir reich sind. Bzw. genauer gesagt: Wann wir nicht-arm sind. Sagen wir diese Summe wäre Euro. Dann hat unsere Motivation ab Euro ein Problem. Sie weiß nicht mehr, wozu sie Energie bereitstellen soll. Automatisch fällt die Motivationskurve wieder ab und sobald die Summe unter ist, entsteht wieder Motivation. Aber man kommt nicht wesentlich über den Grenzwert hinaus. Die obere waagerechte Linie in dem Diagramm symbolisiert eine derartige innere Grenze. Sie könnte also bedeuten, wie in dem Beispiel aus dem vorherigen Absatz. Sie wird bei jeder Weg-von-Motivation anders definiert sein. Aber es gibt sie unweigerlich. Für den Weg-von-motivierten stimmt niemals The Sky is the Limit, es gibt immer eine innere Grenze. Wie von einem Gummiband wird der Weg-von-motivierte zurück dahin gezogen, wo er von weg will. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 63

64 Das Auf und Ab ist auf die Dauer anstrengend und ermüdend. Evtl. fällt die Kurve umso steiler ab, desto mehr Einsatz man vorher gebracht hat über den Grenzwert hinaus zu kommen. Schließlich landet man immer härter und wird zunehmend frustrierter. Besonders wichtig wird die Beachtung der Probleme der Weg-von-Motivation nach Verlusten. Verlustphasen sind unausweichlich beim Tradingenn ich von Verlusten weg will, die Verluste wieder reinholen will etc, bin ich von vornherein verloren. Eine Weg-von-Verlusten-Motivation kann nur zu Verlusten führen. Wie dann damit umgehen? Dazu gleich Sekundäre Gewinne Erst einmal wollen wir uns noch mit denen befassen, die meinen, dass sie gar keine Weg-von-Motivation hätten. Ich will Gewinne machen und sonst nichts, ist doch klar! Was uns oft nicht bewusst ist, ist die Tatsache der sogenannten Sekundären Gewinne, auch Nebengewinne genannt. Primärer Gewinn ist der Tradingprofit. Aber wir verbinden mit dem Handel an Weltbörsen meist mehr als nur Kohle. Wir wollen wer sein, wir wollen verbunden sein mit dem Weltpuls, wir wollen unser Geld auf einfache Art machen. Auch das Geld selbst ist ja nicht nur Geld für uns. Es ist ein Symbol für Freiheit, Reisen, Luxus, Überleben. Den Sekundären Gewinnen müssen wir sehr wachsam gegenüber sein. Diese sind uns oft nicht bewusst. Sie können aber bestimmend sein. Wenn wir z.b. Rauchern die Befreiung von der Zigarette bringen wollen, müssen wir erst die Nebengewinne erfragen. Diese sind vielfältig und haben mit dem eigentlichen Vorgang eventuell nichts zu tun: Kontakt mit anderen Süchtigen, Erlaubnis für eine Pause, Schnuller. Wenn wir dem Raucher keine neuen Strategien zur Befriedigung der Nebengewinne beigebracht haben, wird das Nikotin-ex-Programm nichts nützen. Beim sich selbst zwingenden Menschen kann es sogar zu erheblichen Problemen führen, wenn mit einem Mal dieser Nebengewinn nicht mehr erfüllt werden kann. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 64

65 Ähnlich ist es mit dem Trading. Es gibt Nebengewinne oder Sekundäre Gewinne. Diese sind oft weg von etwas. Mit den Gewinnen beim Futureshandel komme ich endlich weg von...! Kann das funktionieren? Wenn der Statusgewinn, Freiheitsgewinn, Geldgewinn vor allem weg von zu wenig Status, Freiheit, Geld ist, sind wir in den Klauen der Weg-von-Motivation. Machen Sie sich bewusst, warum Sie noch Trading betreiben! Fragen Sie sich, wovon Sie weg wollen! Entwickeln Sie Strategien, wie Sie sich diese Bedürfnisse anders als mit Trading befriedigen können! Das, wovon wir weg wollen, werden wir bekommen. Der Mensch, der Trader wird, um nicht mehr Geldsorgen zu haben, wird Margin- Calls erleben. Der Mensch, der Trader wird, um sich nicht mehr minderwertig zu fühlen, wird ob der Verluste sich verstecken müssen Wie verändere ich die Motivationsstruktur? Wohin wollen wir diese verändern? Wir wollen, dass die proaktive, die hin zu orientierte Motivation stärker ist als die reaktive, die weg von orientierte. Wir wollen, dass hin zu Gewinn stärker ist als weg von Verlust. Wir wollen nicht, dass Weg-von-Verlust gar nicht vorhanden ist. Ohne Weg-von würden wir eventuell keine Stopps setzen und in einem Hin-zu-Traumland schweben. Was uns motiviert sind Bedürfnisse und Werte. Bedürfnisse sind physiologische Bedürfnisse (Atem, Nahrung, Schlaf, 37 Grad, Schutz, Hygiene, Sex) und soziale Bedürfnisse. Physiologische Bedürfnisse sind meist weg von Schmerz organisiert. Wenn sie nicht erfüllt sind, alarmiert uns ein Schmerz, denn ohne diese Erfüllung sterben wir eher schnell. Ein Spezialfall ist Sex. Das ist ein kollektives Bedürfnis. Wir sterben nicht sofort ohne Sex, aber unsere Gattung würde aussterben, wenn kein Schwein Sex will. Ohne Sex sind wir frustriert. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 65

66 Die sozialen Bedürfnisse sind in der Kindheit wichtig und auch hier empfinden wir Schmerz, wenn sie nicht erfüllt sind. Es ist kein körperlicher Schmerz, sondern ein seelischer. Trotzdem sind wir erst einmal eher proaktiv, hin-zu orientiert, lieben unsere Familie und gehen auf die Familienmitglieder zu. Wir können uns von den Weg-von-Motivationen der physiologischen und sozialen Bedürfnisse nur lösen, wenn kein Schmerz der Unerfüllung da ist oder dieser nur schwach und vorübergehend ist. Der erste Schritt zu einer proaktiven Motivationsstruktur ist also die wache Sorge um die eigenen Bedürfnisse. Wenn diese ausreichend erfüllt sind, können wir die Hin-zu-Motivation entwickeln und durchführen. Das hört sich indes leichter an, als es ist. Wir werden meist ein Ziel anstreben, um eben die Bedürfnisse erfüllen zu können. Wir wollen Geld machen, um Status zu haben, um Zuwendung zu bekommen. Das aber kann so nicht funktionieren und ist der Weg in das Hamsterrad. Erst muss die Zuwendung da sein. Dann kann Status angestrebt werden. Status und dann gibt es Zuwendung! geht nicht. Dafür müssen wir evtl. den Irrtum loslassen, dass nur Reiche Zuwendung bekommen. Zuwendung zulassen anstelle von Zuwendung erwirken ist das Problem und das wird auch nicht mit Geld behoben. Denn die erkauften Streicheleinheiten werden nicht befriedigen. Machen Sie sich also bewusst, wie gut Sie Ihre Bedürfnisse erfüllt haben! Welches Bedürfnis ist evtl. mangelhaft erfüllt und schmerzt und nagt und drängt? In Kapitel werden wir uns intensiv mit der Umwandlung von Denkmustern der Unerfüllung und ihrer Umwandlung befassen. Zur Schaffung einer proaktiven, einer hin zu orientierten Motivation müssen wir vor allem auch unsere Denkmuster verändern und bestimmen, Weg-von-Denken ist weit verbreitet. Für das Hin-zu-Denken brauchen wir Vorstellungen und Zielbilder, die uns sagen, wo wir hin wollen. Das müssen wir lernen. Wissen Sie, wo Sie hin wollen? Wie genau soll Ihr Leben in 2, 5, 10 Jahren aussehen, sich anhören, sich anfühlen, riechen und schmecken? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 66

67 Je anschaulicher, desto besser. Je attraktiver, desto besser! Und diese proaktive Motivation auf eine zu verwirklichende Absicht hin sollte evtl. auch Tore öffnen für neue Absichten und Visionen. Es heißt, dass der gefährlichste Punkt der ist, an dem man ein Ziel erreicht hat. Wir sollten es daher so einrichten, dass wir immer noch mehr wollen. Das letztendliche Ziel ist der Tod. Was wäre ein Tod, der das Leben wert gewesen wäre? Was wollen Sie erreicht oder verwirklicht haben? Normalerweise wollen wir weg vom Tod. Der Selbsterhaltungstrieb ist unsere stärkste Motivation. Wichtig wäre eine grundlegende Veränderung der Sichtweise. Nicht weg vom Tod, sondern hin zum Tod als Verwirklichung. Wir leben in einer den Tod verdrängenden Welt. Er findet in Krankenhäusern und Pflegeheimen statt. Paradoxerweise wird dieser in diesen Institutionen auch noch künstlich hinausgezögert. Es wäre sinnvoll den Tod als Höhepunkt des Lebens zu feiern. Von einem Tod des Hinüberdämmerns und Vegetierens wollen wir natürlich weg. Ein ehrenvoller Tod im Bewusstsein der Verwirklichung einer Lebensbestimmung wird auch in der Literatur besungen. Eine Sichtweise, die besagt, dass der Tod nur ein Übergang zu einer anderen Existenzform ist, ist sicherlich hilfreich. Wir haben alle das Bewusstsein, dass es etwas an uns oder in uns gibt, das mehr ist als Körper und Geist und über den Tod hinaus existieren wird. Das kann eine Illusion ein, um uns die existenzielle Not der Sinnlosigkeit unseres Seins zu nehmen. Wir müssen uns dann vergewissern, dass unser Leben ein wertvoller Beitrag für die Menschheit, für die Gesellschaft, für unsere Familie ist. Wie also könnte Ihr Tod sein, so dass Sie vertrauensvoll auf diesen zugehen können? Wie könnte der Tod sein, so dass die verwirklichten Absichten und Erfolge auf dem Weg dahin proaktiv angestrebt wurden und Stufen auf der Leiter zum Höhepunkt waren? Was haben meine Trading-Erfolge mit meinem Tod zu tun?, werden Sie fragen. Wenn Ihr Trading-Gewinn ein Schritt zu einem ehrenvollen Tod ist, den Sie freudig anstreben, sind Sie vor den Fallen der Weg-von-Motivation immun. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 67

68 Ähnliche Konzepte verfolgen indische Religionen wie Hinduismus und Buddhismus mit der Erfahrung der Erleuchtung, ein Tod des Ichs im Leben. Sie können sich aber vor dem Elend des Erreichens auch anders schützen. Sie sollten immer mehrere Verwirklichungen haben, auf deren Erreichen Sie sich freuen können. Und evtl. gehören Sie ja auch zu den Menschen, die es genießen können, etwas erreicht zu haben, worauf Sie seit einiger Zeit hingestrebt haben. Um die Motivationsstruktur zu verändern, brauche ich also zweierlei: Eine Befriedigung der Bedürfnisse, so dass kein drängender Schmerz und somit kein Weg-von da ist. Eine Entwicklung von zu verwirklichenden, attraktiven Absichten und Zielen Wie gehe ich mit Verlusten proaktiv um? Verluste sind beim Trading unausweichlich. Auch sonst im Leben sind sie unumgänglich. Wer keine Verluste aufzuweisen hat, hat nichts riskiert und lebt auf Sparflamme. Verluste versetzen uns meist in einen negativen Zustand. Von diesem wollen wir weg und schon sind wir in einer Weg-von-Motivation gefangen. Es gibt bei Verlusten mehrere Möglichkeiten zur proaktiven Motivation zurückzukehren. Der Trader, der nach einem Handelssystem handelt, verfolgt einen größeren Plan und kann Verluste als unumgängliche Phasen des Systems wegstecken. Dieser Trader sieht den Verlust eingebettet in einem größeren Zeitrahmen und kann ihn so verstehen und annehmen. Das gelingt uns aber nicht immer. Verluste erinnern uns an ältere Verluste und Mängel. Wir werden emotional. Machen Sie sich dann unbedingt bewusst, woher der Schmerz, die Traurigkeit, die Angst kommt. Sie hat nichts mit dem Trading-Verlust zu tun, sondern kommt von früher. Sie haben etwas verloren und da ist noch ein Verlustschmerz oder Kummer und der Trading-Verlust hat diesen ausgelöst. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 68

69 Trennen Sie den Auslöser von der Emotion. Sie ist dem Auslöser nicht angemessen. Sie kommt von früher. In Kapitel 17 werden wir eine Technik kennen lernen, mit der die alte Emotion geklärt werden kann. Diese Klärungen der mit dem Verlust verbundenen Emotionen sollten Sie auf jeden Fall durchführen, um durch den Verlust, auch wenn er im Rahmen des Handelssystems ist, nicht in eine Weg-von-Falle gezogen zu werden. Wenn die Verluste einer Größe entsprechen, die in einem überschaubaren Zeitraum von 3 oder maximal 4 Monaten wieder auszugleichen ist: Kehren Sie zu Ihrem Handelsansatz zurück und stehen Sie die Drawdown-Phase durch! Die gibt es bei jedem Projekt. Wenn der Verlust größer ist: Machen Sie Stopp! Lösen Sie sich erst von allen Ängsten, Schuldgefühlen und was noch hochgekommen ist. Sie holen den Verlust nicht wieder rein! Das ist von der Motivationsstruktur her nicht möglich! Erst wenn Sie den Verlust losgelassen haben und von vorne und hin zu etwas beginnen, haben Sie eine Chance! Am besten, Sie schließen das Konto, machen eine Zeitlang Trading-Pause, fahren in Urlaub und machen Break und Cut. Verluste sind unausweichlich. Wer Chancen ergreift, geht Risiken ein. Einen Handelsansatz ohne irgendeinen Verlusttrade gibt es nicht. Es ist wichtig, dass Sie jeden Verlust gut verdauen und proaktiv, hin zu orientiert, bleiben. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 69

70 6. Was hindert den Trader? 6.1. Innere Konflikte 6.2. Was ist: Das Unterbewusstsein? 6.3. Innere Ebenen 6.4. Innere Konflikte 6.5. Soziale Bedürfnisse Lebensrecht Zuwendung Zugehörigkeit Respekt des Platzes und des Raumes Raum für Ausdruck Unterstützung Wertschätzung, Anerkennung 6.6. Einschätzung der Erfüllung der sozialen Bedürfnisse 6.7. Konflikte innerhalb einer Inneren Ebene 6.8. Konflikte zwischen den Inneren Ebenen Der Trader hat einen Plan, er hat Papier-Trading gemacht, er hat Trainings besucht und Trader-Messen, er hat alles getan, um erfolgreich zu sein. Und dann passieren ihm oder ihr immer wieder diese dummen Selbstsabotagen. Wie kann das nur passieren? Es sind vor allem drei Typen innerer Hindernisse, die durch das Trading aktualisiert werden und zur Selbstsabotage führen können: Diese sind: Belastende Emotionen (Angst, Schuld, Gier) Hindernde Selbstüberzeugungen ( Ich bin nicht gut genug! ) Innere Konflikte Wenn der Trader also einen Plan hat, dann kann es trotzdem passieren, dass er diesen nicht durchführen kann, bzw.: Das kennen wir alle. Voraussetzung ist erst einmal, dass ein Plan besteht. Den einfachen Fall von Selbstsabotage, das Handeln ohne Handelsplan, können wir einfach abhandeln. Mit Plan meinen wir: Etwas exakt formuliertes. Ein Handelsplan a la: Wenn der Markt steigt, gehe ich long!, ist auch unzureichend. Es müsste definiert sein: Wann genau steigt der Markt? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 70

71 Wir werden die Emotionen in Kapitel 7 näher betrachten und die hindernden Selbstüberzeugungen in Kapitel 8. Lassen Sie uns mit den Inneren Konflikten beginnen Innere Konflikte Es kann in unserer Innenwelt durchaus Persönlichkeitsteile (engl. und im Psycho- Jargon: Parts ) geben, die Börsenerfolg nicht wollen und diesen sabotieren. Wir wundern uns dann über uns selbst und ärgern uns und bekämpfen uns selbst. Wie wir in Kapitel 5 bereits gelesen haben: Es gibt eine Seite, die will zu Gewinnen hin und eventuell eine Seite, die will von Verlusten weg. Und diese letztere ist von Natur aus stärker, bzw. schneller alarmiert, und sollte es nicht sein, denn so geraten wir in die Falle der Weg-von-Motivation. Es kann auch sein, dass eine Seite Börsen-Erfolg will und eine andere diesen verhindern will. Der Hinderer kann z.b. auch der Globalisierungsgegner in uns sein oder der spirituell motivierte Klosterbewohner. Innere Konflikte sind alltäglich und wir gehen daher jeden Tag Kompromisse mit uns ein oder treffen Entscheidungen, die der Ausweg aus einem Dilemma sind. Und die Entscheidung zwischen Regen und Traufe ist nicht gerade erfrischend. Wenn wir aus einem Dilemma heraus eine Entscheidung treffen und beschließen von nun an in einer bestimmten Art und Weise zu sein, versuchen wir eine Seite unserer Persönlichkeit zu disziplinieren oder sogar zu ignorieren. Wir wissen alle, wie unmöglich das ist. Diese Seiten melden sich. Je mehr wir sie unterdrücken wollen, desto mehr melden sie sich. Die Widerspenstigkeit der Persönlichkeits-Teile ist natürlich. Jede dieser Seiten oder Parts existiert, um Sorge zu tragen für die Erfüllung eines Bedürfnisses. Jeder Persönlichkeitsaspekt will nichts als das Überleben sichern. Auch wenn uns ein Teil als Saboteur vorkommt, will dieser wie jeder Teil unserer Innenwelt doch nur unser Bestes. Dabei kommt es vor, dass Teile oder Aspekte nicht die vollständige Information haben und daher blockieren. Dann müssen wir ihnen die Information eben geben. Unser Wachbewusstsein nimmt Informationen auf, bewertet diese und gibt sie zur Abspeicherung frei. Persönlichkeitsaspekte sind im Unterbewusstsein. Aus Effizienzgründen ist die Kommunikation zwischen Wachbewusstsein und Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 71

72 Unterbewusstsein meist nicht bewusst gegeben. Wir können sie aber jederzeit herstellen. Dabei müssen wir gewahr sein, dass beide etwas unterschiedlich gestrickt sind und sich nur verstehen, wenn eine ähnliche (und eher die bildhafte des Unterbewusstseins) Sprache gesprochen wird Was genau ist das Unterbewusstsein? Oft wird der Begriff verwechselt mit dem Unbewussten. Mit diesem hat sich vor allem Freud befasst. Das Es beinhaltet die verdrängten Erinnerungen. Schmerzhafte Erfahrungen werden vergessen. Die Emotion ist aber noch da und prägt das weitere Verhalten. Dieses Unbewusste ist ein Teil des Unterbewusstseins. Das Unterbewusstsein ist aber weit mehr. Zu unserem Unterbewusstsein gehört die gesamte Erinnerung. Es gehört auch dazu: Die gesamte automatisch ablaufende Regulierung der Körperfunktionen. Alles, was in uns als Informationsverarbeitung abläuft und uns in diesem Moment nicht bewusst ist, gehört zum Unterbewusstsein. Das sind ungefähr über eine Million parallel ablaufender Prozessschritte. Das Wachbewusstsein ist wie der Lichtstrahl einer Taschenlampe, der immer nur einen kleinen Ausschnitt beleuchtet und sichtbar macht. Das Wachbewusstsein muss vor allem bewerten, beurteilen und unterscheiden. Der Fokus liegt auf dem Detail und wie es sich von anderen Details oder vom Hintergrund abhebt. Da wir im Wachbewusstsein eher detailorientiert sind und im Unterbewusstsein eher ganzheitlich, kommt es naturgemäß zu Konflikten. Unterbewusstsein entsteht durch die Informationsverarbeitung im Körper. Die Zellen kommunizieren miteinander durch Neurotransmitter. Jede Zelle kann diese empfangen und senden. Eine große Zahl kommuniziert außerdem über Nerven miteinander. Dann gibt es noch die Polizei dieses Biotops: das Immunsystem. Das Computerprogramm, das in der Lage wäre alle parallel ablaufenden Funktionen eines einzigen Körpers zu regulieren, bräuchte mehr Kapazität als der derzeit größte mechanische Rechner zur Verfügung stellen könnte Innere Ebenen Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 72

73 Freud sprach von Es, Ich und Über-Ich. Das Es entspricht dem Unterbewusstsein. Es beinhaltet in der Tiefenpsychologie besonders die Regulierung der sog. Triebe. Das Ich muss die Triebe und die Regeln der Umwelt miteinander koordinieren. Die Regeln der Umwelt kennt und befolgt das Über-Ich. Davon abgesehen, dass die Begriffe missverständlich sind, arbeite ich mit einem 5- Ebenen-Modell, das uns in diesem Buch von nun an begleiten und beschäftigen wird. Ich bezeichne die 5 Ebenen metaphorisch mit Inneres Tier Inneres Kind Innerer Akteur Innerer König Innerer Gott Diese Begriffe sind von mir wegen der Anschaulichkeit gewählt und haben keinerlei religiösen oder sonst wie Hintergrund. Wenn es Ihnen unsympathisch ist, einen Gott in sich zu haben, können Sie diese Ebene gerne anders (Höchstes, Überbewusstsein) nennen. Das Innere Tier können Sie auch Zell-Bewusstsein oder Körperbewusstsein nennen. Die Ebene Akteur hatte ich ursprünglich mit Krieger oder Kriegerin bezeichnet. Das ist zwar vom Bild her eindeutiger. Normalerweise würden wir auch annehmen, dass wir auf einer Zivilisationsstufe sind, wo wir den Krieg als Metapher nehmen können. Leider musste ich dann die Bilder von Luftangriffen auf Bagdad sehen und war von der Zivilisationsstufe von Teilen der westlichen Welt nicht mehr überzeugt. Akteur lässt viele Wege des Agierens in dieser Welt zu. Es gibt neben Jägern und Kriegern auch Sammler und Hirten und Pflanzer und Gaukler und eben Händler. Das klassische Unterbewusstsein finden wir in den Ebenen des Inneren Tieres und des Inneren Kindes. Das Ich Freuds entspricht dem Inneren Akteur. Der Akteur ist der Macher, der Handwerksgeselle, der Ausführende. Das Über-Ich finden wir im Inneren König und im Inneren Gott. Wenn die innere Welt post-feudalistisch orientiert ist, kann der Innere König auch zum inneren Präsident, Direktor, Meister, Doktor, Chef, Bürgermeister gemacht werden. Häuptling geht natürlich auch. Der Innere Gott oder Innere Buddha kann auch das Höchste Bewusstsein sein. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 73

74 Die Aufteilung in 5 Ebenen ist sinnvoll, da sie mit dem Aufbau der Meta-Logik in unserer Informationsverarbeitung zusammenhängt. Durch Anwendung auf sich selbst können wir uns auf Meta-Ebenen schwingen. Beispiel: Wir wollen etwas. Das Wollen ist die Grundstufe. Dann wollen wir das Wollen mehr oder weniger. Dieses Wollen richtet sich auf das Wollen der Grundstufe und ist daher ein Meta-Wollen. Wir werden feststellen, dass maximal 4 Meta-Stufen für uns vorstellbar sind. Nur sehr wenige Tiere gelangen auf die erste Meta-Stufe. Sich selbst etwas beibringen, das können Affen, Delfine, Hunde, Pferde und Elefanten aber durchaus. Wir lernen als Kind die Wahrnehmung wahrzunehmen und zu richten. Das ist die erste Meta-Ebene. Siehst du, dass du siehst? Der Spiegeltest ist daher der erste Intelligenztest für Kleinkinder. Wenn Sie verstehen, dass sie sich selbst sehen, sind sie auf der ersten Meta-Stufe. Das können Delfine, Schimpansen und Orang-Utans auch. Ein Hund wird nicht unbedingt realisieren, dass er selbst es ist, der dort bellt. Aber er wird schnell merken: Das ist kein wirklicher Hund, hat keinen Geruch. Wenn er vor dem Spiegel das Zähnefletschen übt, wissen Sie, dass er auf Meta- Ebene 1 gelangt ist. Auf Meta-Ebene 2, der Akteurs-Ebene, sehen wir, dass wir das Sehen sehen. Wir können uns quasi selbst beobachten, wie wir unser Auge im Spiegel betrachten. Ich sehe, dass ich die Wahrnehmung wahrnehme! Das ist kein Sehen mit den Augen, sondern ein Sehen aus einer Meta-Ebene der gedachten Entfernung von einem selbst. Wir können auch dieses wahrnehmen. Wir können sehen, dass wir das Wahrnehmen der Wahrnehmung wahrnehmen. Das ist schon sehr abstrakt. Meta- Ebene 3, der Innere König. Noch eine Ebene höher? Dieses ist eine transzendente Ebene, die des Inneren Gottes oder Inneren Buddhas. Wir werden das Modell der 5 Ebenen in Kapitel 13 näher betrachten und anwenden Innere Konflikte Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 74

75 Es treten Konflikte zwischen den Ebenen und innerhalb der Ebenen auf. In der Praxis werden wir feststellen, dass die meisten inneren Hindernisse mit dem Inneren Kind zu tun haben. Die Kindheit ist eine wesentlich prägende Zeit unseres Lebens. In dieser Phase werden durch unsere Eltern, andere Verwandten, Geschwister und andere Kinder, Kindergärtnerinnen und Lehrer wesentliche Muster und Erfahrungen vermittelt. Diese betreffen besonders unsere 7 sozialen Bedürfnisse. Wir übertragen Mängel und Irrtümer aus dieser Phase auf die gesamte Welt und wundern uns im späteren Leben, warum wir bestimmte Sachen nicht können oder nicht erfahren. Daher ist eine Auseinandersetzung mit dem Inneren Kind besonders wichtig. In Kapitel 19 lesen Sie einen vollständigen Ablauf eines Coachings. Abschnitt ist dabei zentral wichtig und besonders ausführlich, denn darin befassen wir uns mit den Schwächen. Die Schwächen oder Kann-nichts sind im Inneren Kind angelegt. Sie sind Einstellungen zur Erfüllbarkeit der 7 sozialen Grundbedürfnisse. Die Arbeit mit den Schwächen, den Kann-nichts, ist der zentrale Punkt von Coaching und Therapie. Das Verstehen und Umwandeln von Schwächen ist das, worum es hauptsächlich geht beim Gewinner sein oder Gewinner werden. Schwächen beruhen auf Mängel. Sie werden von uns formuliert mit: Ich kann meine Absicht (bisher) nicht verwirklichen, denn ich kann nicht... Ersetzen Sie das zweite kann nicht auch mit bin nicht oder habe nicht. Wann immer wir sagen: Ich kann nicht, zeigen wir eine Schwäche. Die Schwäche haben wir im Vergleich zu anderen Menschen, die dieses können. Wenn andere das können, müssten wir das meistens auch können. Wir wollen Verantwortung nehmen. Wir wollen Schöpfer sein unseres Universums. Wir wollen herausfinden, was uns das Ich kann nicht... gibt, um es entweder durch ein Ich will nicht! zu ersetzen oder durch Ich will etwas lernen... Warum können wir etwas nicht, das andere können? Worin liegt der Unterschied? Die Unterschiede werden meist in der Kindheit gelegt. Kindheiten sind verschieden. Einige bekommen zu wenig, andere bekommen zu viel. Einige Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 75

76 wenige bekommen genau richtig. Was ist es, das wir bekommen? Das wir, da es ein Bedürfnis ist, bekommen müssten? 6.5. Soziale Bedürfnisse In der Kindheit haben wir Soziale Bedürfnisse. Wir brauchen andere Menschen, besonders Mutter und Vater und andere Kinder. Im späteren Leben brauchen wir die Erfüllung dieser Bedürfnisse ebenso. Wir haben aber gelernt sie zu kontrollieren oder zeitweise zurückzustecken oder ihre mangelnde Erfüllung zu überspielen. Diese Bedürfnisse aktualisieren sich in der Historie des Kindes nacheinander. Im späteren Leben brauchen wir alle gleichzeitig. Es sind 7 dieser Bedürfnisse. Lebensrecht Zuwendung, Nährung, Wärme Zugehörigkeit Respekt der Grenzen Raum für Ausdruck Unterstützung, Anregung Wertschätzung, Anerkennung Lassen Sie uns diese genauer betrachten Lebensrecht Wenn wir auf die Welt kommen, brauchen wir es, dass uns unsere Eltern das Lebensrecht geben. Dieses muss uneingeschränkt gegeben werden. Die erste mögliche Verletzung dieses Bedürfnisses findet statt, wenn die Mutter merkt, dass sie schwanger ist und das Kind nicht will und die Schwangerschaft ablehnt. Dass die Erinnerung an die Zeit im Mutterbauch besteht, ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen. Erinnerung muss hier nicht die bewusste Erinnerung sein. Der Körper, und das ist jede einzelne Zelle, erinnert weit mehr, als wir bewusst vor unseren inneren Projektor holen können. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 76

77 Die Ur-Ablehnung schafft ein Muster. Sie setzt sich eventuell fort in einer missglückten Abtreibung, was in der therapeutischen Praxis tatsächlich vorkommt und eines der schrecklichsten Traumata ist, die ein Mensch erleben kann. Das nächste Trauma des Bedürfnisses des Lebensrechts geschieht meist bei der Geburt, oder heutzutage beim ersten Ultraschall: das falsche Geschlecht. In den meisten Fällen und Kulturen wird das weibliche Geschlecht abgelehnt und dementsprechend das Lebensrecht nicht voll gegeben. Das erfüllte Lebensrecht gibt ein Gefühl von Urvertrauen und Unschuld. Faith wäre das schöne englische Wort Zuwendung Wenn wir dann geboren sind, brauchen wir Nährung durch unsere Mutter oder Amme oder die Flasche. Dabei geht es natürlich besonders um Wärme und Zuwendung und Liebe und weniger um Milch. Das Baby nimmt keinen Unterschied zwischen sich und der Mutter und der Welt wahr. Es schwimmt entweder in einem Meer von Liebe oder von Schmerz und Verlangen. Zufriedenheit und Dankbarkeit sind die gefühlten Zustände, die uns sagen: Ich bekomme, was ich brauche Zugehörigkeit Das dritte soziale Grundbedürfnis ist das der Zugehörigkeit. Ein entscheidender Punkt in der Entwicklung ist die Realisierung des kleinen Kindes: Ich bin nicht meine Mutter. Mutter und ich sind zwei verschiedene Einheiten. Das Kind erkennt seine Individualität und das ist erst einmal erschreckend. Da ist es wichtig, dass dem Kind vermittelt wird, dass es trotz dieser körperlichen und existenziellen Unterscheidung zugehörig ist und nicht allein oder einsam. Das Kind ist Teil einer Familie und in dieser Phase beginnt der Vater eine Rolle zu spielen. Es kann aber auch sein, dass die Zugehörigkeit nur vermindert gewährt wird. Es besteht vielleicht Konkurrenz oder Konflikt zu anderen Teilen der Familie. Die Familie ist eventuell dysfunktional, sie funktioniert als soziale Einheit gar nicht besonders gut. Das ist für ein Kind, dessen Überleben sehr unsicher ist, sehr Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 77

78 beängstigend. Vielleicht ist die Rolle, die sie oder er in dem sozialen System bekommen hat, eine Erwachsenen-Rolle, da die Erwachsenen schwach sind und selbst Zugehörigkeit brauchen. Wie oft kommt es vor, dass ein Kind die Begründung für eine Familie sein soll und somit für eine Zugehörigkeit sorgen, die es doch selbst erst einmal bräuchte? Das Gefühl der Vertrautheit, Verbundenheit und Liebe stellt sich ein, wenn wir uns zugehörig fühlen Respekt des Platzes und des Raumes In einer sozialen Ordnung steht uns ein Platz zu. In einer Familie als Kind kann das ein bestimmter Platz in der Rangordnung sein, z.b. als Erstgeborener oder als Nesthäkchen. Der Respekt des Raumes bedeutet, dass die Grenzen, die wir setzen, beachtet werden. Hier und nicht weiter!, soll respektiert werden. Das Kleinkind muss diese Grenzen erst erkunden und wird eine Phase haben, in der es vor allem Nein! sagt. Wenn man die Grenzen zu weit setzt, riskiert man den Verlust von Zugehörigkeit. Missbrauch und körperliche Züchtigung sind schwerwiegende Verletzungen dieses Bedürfnisses. Die Unsicherheit, die eine solche Verletzung mit sich bringt, wird sich im weiteren Leben fortsetzen. Der Kampf-oder-Flucht-Reflex setzt normalerweise bei Überschreiten der Grenze ein. Es entsteht Wut oder Angst. Wenn das Bedürfnis erfüllt ist, ist der Zustand: Ruhe, Sicherheit Raum für Ausdruck Ein entsprechendes, den Raum betreffendes Bedürfnis ist das nach Raum für Ausdruck. Das Kind hat das Recht und hat die Notwendigkeit sich auszudrücken: Laut sein, Wände bemalen, toben. Der englische Ausdruck ist Space. Ein Mensch, der davon ausgeht die Weite des Weltalls zur Verfügung zu haben, wird die dementsprechende Ausstrahlung haben. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 78

79 Wir brauchen es, dass wir uns auszudrücken. Auf unsere individuell geniale Art und Weise. Der sich ausdrückende Mensch ist in einem Zustand der Lebensfreude und Schaffenskraft Unterstützung, Anregung Sobald das Kind in den Kontakt und die Konkurrenz mit anderen Kindern tritt, braucht es Unterstützung und Ermunterung. Es braucht zudem Anregung sich weiter zu entwickeln und Interesse an der Welt zu entwickeln. Ein Kind hat immens viel zu lernen und das Gefühl unterstützt zu werden, erhöht die Risikobereitschaft. Eine anhaltende Erfahrung von Hilflosigkeit und Überforderung wird die Risikobereitschaft und das Interesse lähmen. Der unterstützte Mensch geht mit Zuversicht und Spaß an die Sachen heran. Der Mensch, der die Unterstützung nicht fühlt, wird sich unempfindlich und stark machen müssen. Diese Menschen sind meist sehr kräftig und muskulär. Sie sind dabei aber eher starr und unsensibel Wertschätzung, Anerkennung Ein Kind braucht Wertschätzung und Anerkennung. Lob motiviert weiter zu machen und sich zu entwickeln. Die Anerkennung des Wertes für die soziale Gemeinschaft hilft ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Gefühle von Wertlosigkeit sind natürlich für den Erfolg nicht förderlich. Es gibt zwar gerade in Deutschland die pädagogische Strategie das Kind zu fordern, indem man es dauernd schlecht macht. Was ihn nicht tötet, macht ihn hart! Eine derartige Erziehung hatte in Zeiten der militärischen Auseinandersetzung vielleicht Sinn als Vorbereitung auf das Soldatentum. Deutschland hat aber sozusagen keine Grenzen mehr zu Feinden. In der modernen Welt ist Sensibilität eher gefordert als Abhärtung. Die erfüllte Wertschätzung macht uns stolz und selbstbewusst. Wir sind bereit uns zu zeigen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 79

80 Die Übertreibung wird durch Scham und Schuld reguliert. In einer sozialen Gruppierung müssen wir unser Selbstbewusstsein so einstellen können, dass auch die anderen das Maximum erleben können Einschätzung der Erfüllung der sozialen Bedürfnisse Wenn wir eine Absicht haben, sollten wirt überprüfen, ob die 7 sozialen Bedürfnisse ausreichend erfüllt sind, um diese erfolgreich anzustreben. Wir sagen uns einen der jeweiligen Sätze und überprüfen die Überzeugung und die Power, die wir in diese hineinlegen können. Kinesiologische Muskeltests sind für ein derartiges Assessment auch sehr gut geeignet. Man sollte für diese Tests unbedingt ein Grundtraining wie Touch for Health 1 in Kinesiologie 9 besuchen. Kinesiologen gibt es mittlerweile in jeder deutschen Stadt. Also: Bei welchem der folgenden Sätzen sind sie schwach? Sie können diese Beispielsätze mit Inhalten aus dem Traderleben oder anderen Lebensbereichen füllen. Wert: Ich bin es nicht wert, ich bin nicht gut genug meine Absicht zu verwirklichen! Unterstützung, Anregung: Ich bekomme keine Unterstützung für die Verwirklichung meiner Absicht! Ausdrucksraum: Ich habe nicht genug Raum, um meine Absicht zu verwirklichen. Ich kann mich nicht ausdrücken! Respekt des Platzes und der Grenzen: Ich habe nicht den Respekt meines Platzes und meiner Grenzen, um meine Absicht zu verwirklichen. Ich muss mich fortwährend verteidigen Zugehörigkeit: Ich gehöre nicht genug dazu, um meine Absicht verwirklichen zu dürfen! Wenn ich diese Absicht verwirkliche, riskiere ich den Verlust von Zugehörigkeit. Zuwendung, Nährung: Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 80

81 Ich bekomme nicht, was ich brauche, um meine Absicht zu verwirklichen! Ich muss erst einmal für Nährung sorgen! Lebensrecht: Ich glaube oder fühle nicht stark genug, dass es mein Lebensrecht ist, diese Absicht zu verwirklichen! Sagen Sie die Sätze ruhig laut und bewerten Sie dann selbst. Sie können auf einer Skala von z.b. 1 bis 5 bewerten, auf der 5 volle Stärke ist und 1 sehr schwach. Die Stärke sollte bei jedem Satz mindestens 4 sein Konflikte innerhalb einer Inneren Ebene Es kann in jeder der Inneren Ebene interne Konflikte geben, sobald die Ressourcen begrenzt sind und das sind sie in gewisser Weise immer. Wenn diese bedrohlich knapp sind oder so empfunden werden, kämpfen die einzelnen Bedürfnisse oder Werte um diese. Innerhalb der Ebene des Inneren Tieres sollte es keine Konflikte geben, da alle Bedürfnisse zum Überleben erfüllt sein müssten. In Notsituationen wird es aber Konflikte geben, die zugunsten des schneller zum Tode führenden Mangels gelöst werden müssen. Am Wasserloch in der Wüste wird uns die Hygiene und das Händewaschen egal sein und wir werden erst einmal den Durst löschen. Wenn wir lange nicht geschlafen haben, werden wir beim ersten Bettkontakt eher einschlafen als zum Sex fähig sein. Es kann und wird vor allem innerhalb des Inneren Kindes Konflikte geben, es sind immerhin 7 soziale Bedürfnisse zu koordinieren. Will ich um Unterstützung fragen oder eher die potenzielle Anerkennung dadurch erhöhen, dass ich es selbst schaffe? Will ich meine Grenzen befestigen und mich abgrenzen oder aus mir herauskommen und mich ausdrücken?, ist ein Klassiker. Auf der Ebene des Inneren Akteurs geht es besonders um Befähigung und Erlaubnis, bzw. Verbot und Gebot. Die eine Akteurs-Seite sagt: Du sollst das machen! Die andere aber sagt: Ich habe nicht die Befähigung! Es gibt auch Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 81

82 Gebots-Konflikte. Die Familie will, dass man die Ausbildung beendet und der Sportverein will, dass man hilft die Meisterschaft zu holen. Der Innere König kann von Werte-Konflikten geplagt sein. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder Effizienz? 6.8. Konflikte zwischen den Inneren Ebenen Neben den Konflikten innerhalb einer Ebene wird es vor allem Konflikte zwischen Ebenen geben. Das Innere Kind hat soziale Bedürfnisse und der Innere Akteur muss evtl. diese übergehen oder unterdrücken, um den Anforderungen der Umgebung gerecht zu werden. Das Innere Kind hat evtl. Angst um die Erhaltung des Respekts und fürchtet sich vor Beschämung und der Akteur sagt: Raus auf die Bühne! Konflikte werden meist zwischen benachbarten Ebenen sein. Der Innere König kann gut mit dem Inneren Akteur in Konflikt kommen, das Innere Kind interessiert ihn aber eher weniger. Besonders das Bedürfnis nach Vermehrung, der Sex, ist bekannt als Ursache für innere Konflikte. Wer sich in die falsche Frau oder den falschen Mann verliebt, riskiert Minderungen in der Zugehörigkeit zu seiner Familie. Bekanntlich ist das Interesse am Fremdgehen genetisch eingegeben, denn die Vermischung der Gene erhöht ihre Überlebenschance. Das gilt für Männer wie Frauen. Konflikte sind unausweichlich und machen das Leben interessant. Worüber sollten die Dichter und Schriftsteller sonst schreiben? Konflikte zwischen Innerem Tier und Innerem Kind sind also üblich. Du bekommst ein Lob, wenn du jetzt die Schularbeiten machst! Ich habe aber Hunger! Essen gibt es erst um 18:00, wenn du deine Schularbeiten gemacht hast! So kennen wir es aus der Kindheit und so hat es sich evtl. in unser heutiges Leben fortgeführt. Entweder machen wir das Gegenteil und essen gleich oder wir unterdrücken immer noch den Hunger. Der Innere Akteur muss die Bedürfnisse des Tieres und des Kindes koordinieren mit den Anforderungen der Gesellschaft. Er bekommt Erlaubnisse und Verbote Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 82

83 gesetzt und muss diese gegenüber Kind und Tier durchsetzen. Konflikte sind da unvermeidlich. Ich sollte die anderen nicht nerven! Ich brauche aber Zuwendung! Als U-Boot-Kapitän sollte man aber Distanz wahren! Aber ich würde den Funker doch so gerne umarmen! Wir wissen nicht, ob es ein Konflikt mit dem Inneren Kind oder dem Inneren Tier ist und wollen es auch so belassen. Der Innere König hat Werte und lebt nach diesen. Das möchte er jedenfalls. Er möchte Gerechtigkeit leben oder Reichtum. Der Innere Akteur, auch als Innerer Krieger bekannt, wird evtl. sagen: Gerechtigkeit, schön und gut, Häuptling. Aber dann brauche ich die Erlaubnis dem Medizinmann einmal in den Allerwertesten zu treten! Die Ideale des Inneren Königs kümmern Kind und Tier in Not und Mangel und Bedürftigkeit natürlich wenig. Wir leben aber in einer Gesellschaft und sind wohlerzogen und bemühen uns. Das Innere Tier wird dann abtrotzen müssen: Lass uns wenigstens fressen! Da sieht man den Konflikt dann an der Leibesfülle. Oder: Lass uns wenigstens schlafen! Das führt dann zu Burnout und Erschöpfungszuständen. Ursache ist evtl. ein ungelöster Konflikt. Oft verspricht der Innere König den Tieren und Kindern etwas. Wenn wir uns dieses halbe Jahr zusammenreißen und auf den Posten des Abteilungsleiters befördert werden, belohnen wir uns mit einer tollen Urlaubsreise! Wenn die dann ausfällt wegen der Erweiterung des Aufgabenbereiches, werden Inneres Kind und Inneres Tier sauer sein und sich um die Belohnung gebracht fühlen. Sie fangen dann an trotzig zu werden und für Probleme zu sorgen. Der Innere Gott oder Innere Buddha ist natürlich auch gerne in Konflikt mit den anderen Ebenen. Er oder sie sieht das ganze aus einer höheren Warte und kümmert sich wenig um gesellschaftliche Werte oder tierische und kindliche Bedürfnisse. In der heutigen Welt wird diese Ebene aber oft eher ignoriert und muss sich dann und wann wieder bemerkbar machen. Evtl. verbündet sich der Innere Gott mit dem Inneren Tier und erschafft körperliche Symptome. Es kann also auch Innere Kriege geben. Ebenen verbünden sich gegen andere. Gesund ist das natürlich nicht und wir müssen unbedingt darauf achten, dass Kommunikation und Kooperation in unserer Innenwelt bestehen. Zur Integration von inneren Konflikten ist die Technik der Parts Integration, beschrieben in Kapitel 9, sehr effektiv. Die Ausrichtung der Inneren Ebenen wird weiter in Kapitel 14 eine Rolle zu spielen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 83

84 Und der Ablauf eines Coachings, wie in Kapitel 19 beschreiben, ist in seiner Gesamtheit nichts anderes als die Ausrichtung aller 5 Ebenen auf die Verwirklichung einer Absicht hin. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 84

85 7. Was fühlt der Trader? 7.1. Emotionen 7.2. Gier und Angst 7.3. Schuld und Schulden 7.4. Techniken zum Abbau von belastenden Emotionen Entspannung Meditation Therapien Kathartische Therapien Körpertherapien per Massage Kinesiologie EMDR und Wingwave Time-Line und Karma-Line Atisha-Meditation 7.1. Emotionen In seinem sehr lesenswerten Buch Descartes Irrtum beschreibt der Neurowissenschafter Antonio Damasio den Fall des Phineas Gigg. Diesem war im 19.Jahrhundert auf Grund eines Arbeitsunfalls einen Teil des Gehirn entfernt worden, und zwar des Vorderhirns. Dieses hatte zur Folge, dass er keine Emotionen mehr empfand. Er konnte weiterhin sein Leben leben und alle sensorischen und motorischen Tätigkeiten normal ausführen. Er war halt nur etwas gefühlsarm. Es wurde dann aber schnell beobachtet, dass er eine grundlegende Funktion nicht mehr ausführen konnte: das Entscheiden! Phineas Gigg wurde lebensunfähig und musste in einem Heim betreut werden, da er ohne emotionales Zentrum im Hirn nicht mehr in der Lage war, irgendeine Entscheidung zu treffen und das beginnt mit: Soll ich aus dem Bett aufstehen oder liegen bleiben? Wir brauchen eine emotionale, gefühlte Komponente, um eine Entscheidung fällen zu können. Ein Weg fühlt sich richtig oder falsch an. Rein rational kalkulierte Lösungen, wie sie der Vulkanier Spock in der TV-Serie Star Trek findet, sind uns nicht möglich. Emotionen sind integrierte Schaltungen unseres Verhaltens auf allen Ebenen. Die Zellen kommunizieren miteinander per Neurohormonen. Sobald eine Zellgruppe ein Alarmsignal sendet, erfahren es alle anderen Zellen sehr schnell durch Änderungen im biochemischen Milieu. Gleichzeitig werden die neurologischen Verbindungen dementsprechend kurzgeschaltet. Nicht so wichtige Funktionen werden blockiert. Man weiß heute, dass die bewusste Wahrnehmung des Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 85

86 alarmierenden Teils der Außenwelt erst um einiges nachträglich erfolgt. Wir sind schon zur Seite gesprungen, bevor wir die Schlange bewusst wahrnehmen. Der Kampf- oder Fluchtreflex ist eines der tief einkodierten Muster unseres Verhaltens. Schon unsere Vorfahren in der Evolution, wie Fische oder Quallen funktionieren nach diesem Prinzip: Abhauen oder Angreifen. Fressen und möglichst nicht gefressen werden. Kampf- oder Fluchtreflex nehmen wir als Wut oder Angst wahr. Eine andere Ur-Emotionen wäre der Startle-Reflex, welcher uns per Überraschung in äußerste Wachsamkeit versetzt. So können wir schnell auf Unvorhergesehenes reagieren. Der Ekel-Reflex lässt uns Ungenießbares schnell wieder aus dem Magen entfernen. Soziale Emotionen wie Freude und Trauer geben Signale an unsere Mitmenschen. Diese emotionalen Zeichen teilen den anderen mit, wie wir zu dem sozialen Verbund stehen. Schuld und Scham regulieren das soziale Zusammenleben. Wenn wir die Grenzen überschreiten, kann es sein, dass wir uns schuldig fühlen. Wenn wir in den sozialen Fokus geraten und unsere eigenen Grenzen überschreiten, werden wir bisweilen schamhaft erröten. Ein Trader muss entscheiden. Die Entscheidungsfähigkeit ist eine der wichtigsten Eigenschaften des Traders. Er braucht dafür also eine emotionale Intelligenz und Klarheit Gier und Angst Bekanntlich ist das nicht so einfach. Man spricht davon, dass Gier und Angst die Börse regieren. Bei Gier steigt der Aktienkurs ins unermessliche, weil alle kaufen und dabei sein wollen. In Phasen der Angst kommt es zu Panikverkäufen und der Kurs fällt übermäßig. Eine der Ursachen liegt in den Sekundären Gewinnen aus Kapitel 4. Dabei sein wollen ist ja motiviert von dem sozialen Bedürfnis der Zugehörigkeit. Die ist an der Börse zwar nicht zu befriedigen, aber viele Teilnehmer unterliegen diesem Irrtum und ertragen es nicht, an der Seitenlinie abzuwarten. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 86

87 Vielleicht erinnern Sie sich an den Boom der Neue-Markt-Aktien. Als erfahrener Börsianer haben Sie vielleicht gewarnt, dass die Kurse nicht ins Unendliche steigen könnten. Aber wie ging es Ihnen als immer mehr Amateure von abenteuerlichen Gewinnen glaubhaft berichteten? Sie wussten dann genau: Wenn ich jetzt auch noch einsteige, ist das genau der Punkt, an dem der Markt kippt! Und wenn ich nicht einsteige, steigt der Kurs weiter! Da kann man nichts machen in solchen Situationen. Wenn man Probleme mit Zugehörigkeit hat und sich ausgeschlossen fühlt und Verlangen und Gier entstehen, sollte man sich mit diesen Gefühlen und Bedürfnissen auseinandersetzen. Und sie besser woanders ausleben. Wenn Sie Trendfolger sind und den Trend verpasst haben: Es kommen weitere und für manchen reicht einer im Leben, sofern man den Ausstieg hinkriegt und nicht wieder einsteigt. Wenn Sie Konträrtrader sind und ein gigantischer Trend läuft: Es ist eben nicht Ihre Zeit. Suchen Sie sich einen anderen Markt. Machen Sie Urlaub! Auf jeden Fall: Erfüllen Sie sich Ihre sozialen Bedürfnisse woanders. Wie schon Gordon Gecko in Wall Street richtig sagte: Wenn du einen Freund suchst an der Börse, kauf dir einen Hund! Börse ist: Jeder gegen jeden! Es ist nicht persönlich, es ist nur geschäftlich! Was aber machen, wenn es wie 2000, 2001 in den deutschen Aktienmärkten fällt und fällt? Wenn in den Gedärmen die Angst hoch kriecht und der Blick in den Börsenteil mit zittrigen Fingern gewagt wird. Soll ich aussteigen oder drin bleiben? Die Antwort ist übrigens einfach: Wenn der Kurs gegen Sie läuft und Sie nicht wissen, ob Sie aussteigen sollen: Aussteigen! Wenn Sie von Ihrer Position nicht überzeugt sind: Raus! Ganz egal, ob es dann wieder steigt oder fällt. Das Wichtige ist nicht der Markt, sondern der Umgang mit sich selbst. Entscheidungs- und Handlungsfreude kann nur erhalten bleiben, wenn sie geübt wird. Sie können sich natürlich auch fragen: Würde ich jetzt einsteigen? Wenn die Antwort: Ja, klar, immer! lautet, können Sie im Markt bleiben, sonst sollten Sie aussteigen. Gier ist eine Emotion von übersteigertem Verlangen. Verlangen ist eine Emotion des Brauchens von und Strebens nach Zuwendung. Statt nach Muttermilch gieren wir nach Börsenerfolg. Das ist nicht grundsätzlich verkehrt. In Umwandlung eines aktuellen Werbespruchs könnten wir sagen: Gier ist geil! Denn nur wer wirklich gierig ist, wird die Anstrengung aufbringen ein vollständiges durchdachtes erprobtes Handelssystem zu entwickeln und diszipliniert durchzuführen. Problematisch ist nur die kindliche Gier mit der Hoffnung nach Zuwendung, die ruft: Ich auch, ich auch! Seien Sie so gierig, dass Sie Alles wollen und nicht nur Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 87

88 Tropfen und Streicheleinheiten. Seien Sie so gierig, dass Sie rechtzeitig die Gewinne sicher stellen. Seien Sie so habgierig, dass Sie die Gewinne sichern und vermehren. Die Märchen über habgierige Kapitalisten ohne menschliche Wärme sind nur Propaganda. Leichter geht der Reiche in den Himmel ein als das Kamel in das Nadelöhr, das ist sicher. Der Himmel auf Erden mit Motoryacht und Villa ist ja auch schon ganz gut. Schwieriger ist der Umgang mit der Emotion Angst. Hier fühlt man sich bedroht und die eigene Sicherheit ist in Frage gestellt und es gibt niemand, dem man direkt ein blaues Auge hauen kann. Man weiß nicht einmal, von wem man den Kontrakt Aktienindex-Future gekauft hat, dessen Preis jetzt abgestürzt ist. Der Kampf-oder-Flucht-Reflex schlägt zu in der Bedrohung. Das kennen wir aus dem Leben in der Frühzeit: Wenn der Säbelzahntiger angreift, gibt es zwei Möglichkeiten: Abhauen oder Angreifen. Wenn der Kurs gegen uns läuft, machen wir es ähnlich: Abhauen oder Angreifen. Wir interpretieren es evtl. nur falsch. Abhauen heißt nicht, dass wir den Bildschirm ausstellen, aus dem Trading-Room gehen und so tun, also ob wir alles vergessen. Abhauen müsste heißen: Positionen schließen! In Angst können wir nur falsche Entscheidungen treffen und sollten deshalb aus dem Markt sein. Die aggressiveren Trader greifen dann an. Das ist die andere Seite der steinzeitlichen Verhaltens-Medaille. Sie kaufen nach. Tiefer kann es ja nicht fallen! Es ist ja mittlerweile bekannt, dass die sog. Martingale-Strategie des Bei Verlust verdoppeln nicht so angeraten ist. Das Nachkaufen bei Verlust ist nur bei bestimmten Handelsansätzen ratsam. Ansonsten ist die Strategie, dem Tiger des Marktes ein flammendes Schwert in den Rachen zu stoßen, nur für die ratsam, die ein solches Schwert besitzen, bzw. so viele Kontrakte fahren können, dass der Markt das merkt. Angreifen kann für uns auch nur heißen: Positionen glatt stellen! Sobald Sie also merken, dass Sie in einem Kampf-oder-Flucht-Reflex sind, Wut oder Angst verspüren und überhaupt nicht wie Spock an den Markt herangehen: Gehen Sie an die Seite, stellen Sie Ihre offenen Positionen glatt und beobachten Sie die Entwicklung. Wenn Sie ein Handelssystem haben und der gegenwärtige Drawdown über den bisherigen Maximalen Drawdown steigt und Sie anfangen das Vertrauen an Ihr Handelssystem zu verlieren und ebenfalls in den Modus Kampf oder Flucht einschwenken: Fahren Sie Positionen runter, beobachten Sie das Ganze. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 88

89 Nur ein kühler Kopf kann die richtige Entscheidung treffen. Kühl ist der Kopf aber immer. Es müsste heißen: Nur ein kühles Herz kann die richtige Entscheidung treffen. Die Ebene, auf der wir mit Primären Emotionen reagieren, ist die des Inneren Kindes. Das Kind in uns kann nicht berechnen, wie unser Risiko und Chance-Verhältnis ist. Wir brauchen dafür schon ein wenig Mathematik-Unterricht. Wenn Sie also bemerken, dass Sie in einen Kind-Modus sind: Gehen Sie woanders spielen. Vergessen Sie aber nicht, Ihre Positionen vorher zu schließen Schuld und Schulden Eine andere wesentliche Emotion ist Schuld. Im Deutschen ist der Wortstamm von Schuld und Schulden identisch. Ich kenne Trader, die das Börsen-Trading benutzen, um die Schuldgefühle, die mit der Art und Weise der Geldanhäufung entstanden sind, abzubauen. Die Schuldgefühle führen dann letztendlich zu Schulden und Margin-Calls. Wenn Sie also Börsenverluste erlitten haben, die größer waren als Ihr Vermögen: Wofür fühlen Sie sich schuldig? Natürlich fühlen Sie sich jetzt dafür schuldig, so viel Geld in den Sand gesetzt zu haben. Das ist aber erst ein nachfolgender Zustand. Was war die ursprüngliche Schuld? Gerade in Deutschland sind wir begeistert die Schuldigen zu sein. Von der Erbsünde zum Holocaust: Wir sind schuldig. Diese ganze unverdaute Schuld führt natürlich zu Schulden. Ein deutscher Staat, der sich täglich ob der Untaten vergangener Generationen kasteit, kann nur an der Staatsverschuldung leiden. Aber sind nicht alle Staaten verschuldet? Nahezu. Und wir werden auch kaum ein Volk finden, dass sich in der langen Geschichte der Menschheit nicht schuldig gemacht hat. Der Umgang mit der Vergangenheit ist das Entscheidende, nicht ob Untaten bestanden oder nicht. Derjenige mit der superreinen Weste ist uns zu recht auch suspekt. Entweder lügt er und ist ein Heuchler oder er wird es in der Welt nicht weit gebracht haben. Schuld ist eine regulierende Emotion. Wenn wir die eigenen Werte übergehen und ihnen zuwider handeln, werden wir uns schuldig fühlen. Dann kehren wir reumütig Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 89

90 zu unseren Werten zurück. Reue ist das Zaubermittel. Durch Reue gelangen wir in einen höheren Zustand von Verständnis und Annehmen und letztendlich Demut. Es gibt ein Land in Europa ohne Staatsverschuldung. Dieses Land ist so reich, dass es überlegen kann, ob die überschüssigen Steuereinnahmen zurückgezahlt oder investiert werden sollen. Hat es in seiner Historie keine Untaten begangen? Oh doch, die Bewohner waren gefürchtete Räuber des Meeres und machten Raubzüge bis nach Amerika, das damals noch gar nicht entdeckt war. Dann waren sie jahrhundertelang von ihren Nachbarkönigreichen annektiert und konnten bereuen. Nun ja, es ist wohl eher Glück, dass in der Nordsee so hochqualitatives Erdöl gefunden wurde und hat mit verarbeiteter Schuld wenig zu tun. Sie werden die alte Wikinger-Geschichte aber überall als niedliche Souvenirs wiederfinden. Schuldig für die Raubzüge der Normannen fühlt sich kein Norweger heutzutage. Die deutschen Untaten sind historisch frischer. Eine wirkliche Reue ist noch nicht geschehen. Wenn wir an der Börse erfolgreich sein wollen, sollten wir uns von dieser Geschichte des kollektiven Unterbewusstseins abkoppeln. Wir werden es als Deutsche leichter haben mit dem Trading in anderen Ländern. Mein Trading in New York und in Deutschland war früher unterschiedlich. In New York fühlte ich mich mental erheblich freier. Die Deutschen bevölkern zwar zunehmend die umliegenden Länder und die Inseln Spaniens. Wir sollten aber auch in Deutschland ohne Schuld und die Erzeugung von Schulden Börsengeschäfte betreiben können. Vielleicht bietet einer der Renner der Psycho-Szene dieser Tage zu Anfang des 21.Jahrhunderts in Deutschland, das systemische Aufstellen nach Bert Hellinger 10, einen Weg. In dieser Arbeit werden Familienkonstellationen, evtl. mit mehreren Generationen, durch Stellvertreter aus der teilnehmenden Gruppe dargestellt. Auf rituelle Art und Weise werden Vorfahren, mit denen Probleme bestehen, geehrt oder verabschiedet. Die Hellinger-Gruppen haben enormen Zulauf und es kommt zu einem kollektiven kathartischen Effekt. Themen aus der Nazi-Zeit treten natürlich verstärkt auf. Wir werden zur Befreiung von Schuld besonders die in Kapitel 17 dargestellte Technik der Karma-Line einsetzen. Wenn Sie also Schulden haben, und in unserer Wirtschaftsordnung sind Schulden unumgänglich, denn alle Unternehmungen müssen finanziert werden durch die Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 90

91 Aufnahme von Geld, sind Sie in guter Gesellschaft. Schuldet die Aktiengesellschaft ihren Aktionären das zur Verfügung gestellte Geld? Oder schuldet sie den Gegenwert des derzeitigen Kurswertes? Auf jeden Fall schuldet sie. Denn dem Guthaben der Aktionären muss ja ein Gegenpart gegenüberstehen. Jedes finanzielle Vermögen hat einen Gegenpart in Form einer Schuld. Wie schon in Kapitel 5 erwähnt: Debitismus und nicht Kapitalismus. Das ist aber nichts wofür man sich schuldig fühlen sollte. Das ist die Funktionsweise unserer Wirtschaftsordnung. Nur wenn unternehmerisch denkende Menschen Risiken auf sich nehmen und sich von Gläubigern Finanzierungen geben lassen, entsteht Wirtschaftswachstum. Dafür fühlen sie sich nicht schuldig, sondern tätig und fähig. Wenn indes das tiefsitzende Schuldgefühl aktiviert wird, ist die Chance des Scheiterns groß. Banken sollten eine unserer Übungen zur Befreiung von Schuldgefühlen mit allen Kreditnehmern durchführen. Oh, eventuell fühlen sich die Kreditnehmer dann nicht mehr an das Gebot zur Tilgung gebunden. Nun, dafür haben wir Gesetze und bevor oder wenn die übertreten werden, tritt das angemessene Schuldgefühl schon ein. Was wir nicht brauchen, sind irrationale Gefühle, die aus vergangenen Zeiten stammen. Das Schuldgefühl aus dem Klauen von Äpfeln sollte uns nicht bei unserer Unternehmung oder bei unserem Börsentrading beeinflussen Techniken zum Abbau von belastenden Emotionen Normalerweise verdauen wir einen Überschuss an emotionaler Energie in den Darmwänden. Wenn ein Ereignis uns stärker erregt, wird es eine Zeit brauchen uns zu beruhigen und zu entspannen. Die überschüssige Energie wird wieder abgebaut. Dazu braucht es einen guten Bauch. Zwischen den Schichten der Darmwand wird Energie verdaut. Normalerweise sind wir nach einem Ereignis, dass z.b. Wut oder Angst auslöst, nach einiger Zeit wieder entspannt. Die emotionale Energie war in dem Ereignis nötig, um die bedrohten Bedürfnisse zu sichern. Nun ist die Situation bereinigt und das Energielevel geht auf Normal zurück. Es gibt aber Ereignisse, die Energielevel auslösen, die nicht so leicht verdaubar sind. Dieses geschieht auch besonders in der Kindheit. Meistens verdauen Kinder ja sehr schnell. Eben noch ging die Welt unter und nun ist schon wieder Lachen da. Es gibt aber andauernde Stress-Situationen. Das Kind fühlt sich evtl. andauernd bedroht oder missachtet. Dann wird die emotionale Energie oft nicht wirklich verdaut und die Entspannung tritt nicht wirklich ein. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 91

92 Das moderne Kind muss zudem noch eine weit größere Zahl von Reizen verarbeiten. Fernsehprogramme und Computerspiele sind natürlich nur interessant, solange sie Emotionen auslösen. Diese künstlich angeregten Emotionen müssen ebenso wieder abgebaut werden. Gestresste Kinder werden ein dauerndes Maß an unverdauter Energie haben und die Symptome von Zappelphilipps zeigen, Attention Deficit Syndrome. Die Lösung ist nicht Medikamentation und Drogen, sondern Verminderung der Reize und Entspannung. Wenn indes eine emotionale Energie nicht abgebaut wird, muss sie eingelagert werden. Auch das geschieht zum größten Teil in der Darmwand. Die Energie wird mit Wasser gebunden und erst einmal weggesteckt. Wenn wir die Emotion später ausdrücken, geschieht das daher meist mit dem Abbau von Wasser: Tränen, Durchfall, Schwitzen, Urinieren, Speichelfluss. Techniken zur Abbau von emotionaler Energie sind also unumgänglich Entspannung Das ist natürlich grundsätzlich erst einmal alles, was entspannt. Da Wasser eben Energie bindet, ist das äußere Wasser auch sehr hilfreich. Das beginnt bei Waschen und Duschen. Schwimmen im Bad, See oder Meer ist natürlich hilfreich. Besonders gut sind auch Wellness-Bäder und Saunen. Bewegung hilft bekanntermaßen auch zum Stressabbau und damit zum Abbau alter emotionaler Energien. Gehen, Wandern, Joggen, Tanzen Meditation Meditation und die damit verbundene Integration der Gehirnhälften verhelfen ebenso zur emotionalen Integration. Der Stress liegt meist in der auf Unterschiede und Details orientierten Gehirnhemisphäre (beim Rechtshänder die linke Gehirnhälfte). Die auf Gleichheiten orientierte andere Hemisphäre kann den Ausgleich schaffen und die Integration. Für den Meditierenden als spirituell suchenden Menschen ist die Darstellung der Meditation als Entspannung indes eher eine Entwürdigung. Das Stillsitzen und die Schau in die Innenwelt können nämlich auch erschreckend sein. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 92

93 Mit einiger Übung aber führt die Stille der Meditation beim Meditierenden zu einer Verlangsamung und Harmonisierung der Gehirnaktivität. Man spricht von unterschiedlichen Hirnfrequenzen. Die hektische Betriebsamkeit des Gehirns wird als Beta-Zustand bezeichnet. In Entspannung und Meditation kommen wir in den Alpha-Zustand. Hierbei wird auch wieder Stress abgebaut und emotionale Erfahrung verarbeitet. Tiefere Stufen der Meditation führen in Delta- Zustand und sogar Theta-Zustand. Dieses sind eigentlich sonst nur im Tiefschlaf erreichte Zustände. Das bewusste Eintreten in diese Zustände bedarf schon einiger Übung und Anleitung. Für den Normalmenschen und alltäglichen Trader sollte es ausreichen, einmal täglich für ein paar Minuten still zusitzen und einfach nur die Bewegungen des Atmens zu beobachten. Kommen Sie mal zur Ruhe! Lassen Sie die hektische Hirnaktivität mal schweigen! Therapien Die vorgenanten Techniken: Wasser, Bewegung, Meditation und Entspannung sind gut für den alltäglichen Abbau. Wenn die Energie aber schon lange in der Darmwand eingeschlossen ist, brauchen wir gezielte therapeutische Methoden diese zu entlassen Kathartische Therapien Ursprünglich wurden kathartische Techniken bevorzugt. Durch eine Erhöhung der Energie und entsprechende Setups wurde die Emotion ausgelöst und ausgedrückt. Derartige Therapien gehen nicht ohne Schreien, auf Kissen schlagen und in Eimer erbrechen ab. Es fließen sehr viele Tränen. Bisweilen oder leider eher öfter wird in diesen Therapien der Ausdruck des Gefühls mit dem Fühlen des Gefühls verwechselt. Am bekanntesten aus diesem Bereich ist die Bioenergetik 11 nach Wilhelm Reich. Die Primärtherapie nach Artur Janov gehört ebenso dazu Körpertherapien per Massage Einige der Therapeuten in diesem Bereich suchten vor allem sanftere und ruhigere Methoden die Energie abzubauen und zu entspannen. Dieses ist durch gezielte Entspannung des Darms und der Körperteile, in denen der Energiefluss blockiert wird, möglich. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 93

94 Emotionales Festhalten ist mit einer Körperhaltung verbunden. Diese wird oft beibehalten, wenn die Energie eben nicht verdaut wird, so dass dieser Mensch eine charakteristische dauerhafte Haltung einnimmt. Die Lösung der Verspannung führt dann auch zu der Lösung der festgehaltenen Emotion. Einige Massagetechniken wie Rolfing, Rebalancing, Postural Integration, bioenergetische Massagen, Hakomi arbeiten sehr effektiv nach diesem Prinzip Kinesiologie Kinesiologie ist aus der Zunft der Chiropraktiker entstanden. Diese arbeiten eigentlich mit der Wirbelsäule und renken Wirbel wieder ein oder korrigieren die Haltung. Die Begründer der Kinesiologie verbanden ihre Arbeit mit Sichtweisen der chinesischen Medizin, wie den Akupunkturmeridianen. Kinesiologische Interventionen arbeiten daher besonders mit den Akupunkturpunkten oder Akupressurzonen. Hierbei sind einige sehr effektive Interventionen entstanden. Ein Klassiker ist das Klopfen der Stirnhöcker. Oberhalb der Augenbrauen befinden sich auf beiden Hälften der Stirn, links und rechts, Erhebungen, die sog. Stirnhöcker. Wenn man an das Bild von dem Ereignis, das Stress bereitet hat, denkt und dabei mit den Fingerkuppen leicht die Stirnhöcker klopft, wird man feststellen, dass sich das Bild, und mit diesem der Stress, auflöst. Besonders interessant ist die Psychokinesiologie, die von Dr. Klinghardt entwickelt wurde. Diese kann ich sehr empfehlen. Ich selbst bin darin indes nicht ausgebildet und kann daher hier nur darauf hinweisen EMDR und Wingwave Eine sehr schnell wirkende Technik zur Verarbeitung von Trauma und Schock ist EMDR 12 (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Sie ist auch als die Augenwinke-Technik bekannt. Dieses Verfahren wurde von der Kalifornierin Dr. Helen Shapiro entwickelt. Es ist indes in verschiedenen Richtungen, wie Kinesiologie und Bioenergetik, von der Idee her oder in anderer Vorgehensweise bereits bekannt gewesen. Das schnelle Bewegen einer Hand vor den der Hand folgenden Augen führt zu einer schnellen Hin-und-Her-Bewegung, welche zur Integration der Hirnhälften beiträgt. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 94

95 Der emotionale Stress wird meist daher stammen, dass das Ereignis in der die Details verarbeitenden Hirnhälfte feststeckt. Sobald es auf die andere Hinhälfte, die den Gesamtüberblick herstellen kann, gezogen wird, kann die Emotion und der Stress losgelassen werden. EMDR ist sehr schnell wirksam. Merkwürdigerweise ist die Ausbildung in Deutschland Ärzten und Psychotherapeuten vorbehalten, bzw. diese haben sich hier ihre Pfründe frühzeitig gesichert. Ein sehr wirksames Verfahren, dass EMDR, Kinesiologie und NLP verbindet, bieten die Hamburger Diplom-Psychologen und Trainer, Cora Besser-Siegmund und Harry Siegmund, in dem Verfahren, das sie Wingwave 13 nennen, an Time-Line und Karma-Line Ungefähr 1990 las ich das Buch Time-Line von Tad James und Wyatt Woodsmall, zwei der bekanntesten NLP-Lehrer in der Welt. In diesem Buch stellten sie die Time-Line-Therapie 14 vor. Sie schrieben dort, dass mit diesem Ansatz emotionale Spannungen einfach abfließen und verschwinden würden. Nach meiner Erfahrung mit dem eher schwierigen und langwierigen Loslassen von Emotionen durch Schreien, Schlagen und Kotzen, war ich etwas ungläubig. Ich hatte aber das Glück 1994 in Toronto eine Ausbildung in Time-Line-Therapy bei Tad James selbst mitzumachen. Die Technik funktioniert tatsächlich! Ich war sehr beeindruckt und habe damals einige weitere Ausbildungen bei Tad James mitgemacht. In der Folgezeit habe ich fast nur mit dieser Technik an mir selbst und im Coaching gearbeitet. Mit der Zeit konnte ich indes auch ein, zwei kleine Schwachstellen feststellen und habe die Technik etwas erweitert und angepasst. Ich nenne sie Karma-Line- Therapie, da ich selbst vor allem mit karmischen Verstrickungen arbeite. In Kapitel 17 ist diese Technik detailliert beschrieben. Sie ist besonders für Trader, die schnell Klärung brauchen, sehr effektiv. Es ist indes anzuraten, diese Technik per Ausbildung kennen zu lernen und nicht unbedingt nur nach den Anweisungen in einem Buch an sich selbst oder anderen herumzudoktern Atisha-Meditation Im Buch Das Zen der ersten Million habe ich eine einfache Technik vorgestellt, emotionale Energie loszulassen: die Atisha-Meditation. Dieses ist eine Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 95

96 Weiterentwicklung einer Meditation, die der Weise Atisha eingeführt hat. Atisha war ein indischer Sucher, der im 11.Jahrhundert nach Tibet reiste und dort Erleuchtung erfuhr und dann lehrte. Er ist dafür bekannt, dass er 3 Meister hatte und sozusagen dreifach erleuchtet wurde. Daher heißt er auch: Atisha, der dreifach große. Er wird im tibetischen Buddhismus sehr verehrt. Bei der klassischen Meditation des Atisha werden mit dem Einatem alle Leiden und Schmerzen und Negativitäten der Welt aufgenommen, in das eigenen Herz geatmet und mit dem Ausatmen als Mitgefühl wieder in die Welt gegeben. Das Einatmen des Bösen wirkt auf den ersten Blick widersinnig. Genau daher ist diese Meditation so effektiv und erweitert die Haltung zur Welt ungemein. Ich habe diesen Ansatz dahingehend erweitert, dass man sich dazu vor einen Spiegel setzt und spezifisch den eigenen Stress und die Wut und Angst und Schuld und Gier und was sonst einatmet und sich selbst im Spiegel positive Gefühle wie Liebe und Mitgefühl zuatmet. Auf diese Weise werden mehrere Techniken in Verbindung gebracht. Es ist eine powervolle Meditation, die doch jeder gefahrlos machen kann. Wenn Sie also heute Stress wegen Verluste hatten und sich verunsichert und evtl. wütend fühlen: Setzen Sie sich vor einen Spiegel, schauen Sie sich in die Augen und atmen Sie die negativen Gefühle ein und sich selbst dann wieder Freundlichkeit zu. Mit einiger Übung reicht mitunter der kurze Blick auf einen Spiegel oder der bewusste Ein- und Ausatem um in kniffligen oder stressigen Situationen die Energie umzuwandeln. Fazit: Es gibt Wege und Methoden sich von den emotionalen Mustern zu befreien. Es ist immer schön in Büchern über die psychologische Seite des Trading zu lesen: Befreien Sie sich von Gier und Angst! Machen Sie keine Trades aus Gier oder Angst! Es wird aber nie dargestellt, wie genau man etwas derartiges macht. Es ist möglich und machbar und genau dafür ist diese Buch und sind die vom Verfasser oder von ihm ausgebildeten Trainer und Coaches angebotenen Trainings da. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 96

97 8. Wie denkt der Trader von sich selbst? 8.1. Das Selbstgespräch 8.2. Beliefs 8.3. Pygmalion-Effekt 8.4. Selbstüberzeugungen 8.5. Befreiung von Beliefs 8.6. Beliefs und Bedürfnisse 8.7. Techniken zur Befreiung von Selbstüberzeugungen 8.8. Hypnose und De-Hypnose 8.1. Das Selbstgespräch Wir führen fortwährend lautlose Selbstgespräche. Meditation ist vor allem deshalb eine interessante Übung, weil man die Aufgabe eine Zeit lang ohne innere Selbstgespräche zuzubringen, kaum erfüllen kann, bzw. die Kakophonie des inneren Gemurmels wird einem erst dann wirklich bewusst, wenn man versucht dieses nicht zu haben. Wir geben uns beständig Feedback, denn so können wir unser Verhalten auf die Umgebung optimal einstellen. Es war wohl der entscheidende Vorteil, der uns in der irdischen Evolution einen guten Platz erobern ließ: die Selbstbewertung. Wir beurteilen, vergleichen, bewerten uns selbst und können uns dementsprechend verbessern. Das hast du gut gemacht! Daran musst du aber noch arbeiten! Das war gar nichts! Wir geben auch fortwährend Kommentare und Bewertungen über die Umgebung und besonders über unsere Mitmenschen ab. Wir sind uns dessen meist nicht mehr bewusst, denn es ist ein fortwährender Strom. Es ist wie das Wohnen an einer befahrenen Landstraße. Nach einer Zeit hört man es nicht mehr und schläft scheinbar ungestört. So ist es auch mit dem unaufhörlichen Selbstgespräch. Wir geben uns selbst Feedback und einige Selbsteinschätzungen können wir verallgemeinern und abspeichern. Das spart Zeit und schützt vor Misserfolg. Ich konnte in der Schule nicht vorsingen! Meine Mutter sagt, dass ich unmusikalisch bin! Also bin ich wohl unmusikalisch und kann es mir sparen, bei einer Casting- Show aufzutreten. Es kann aber auch sein, dass die Selbsteinschätzung ungeprüft verallgemeinert ist. Weil einem in der Schule gesagt wurde, dass man schlecht in Musik sei, heißt das Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 97

98 noch nicht, dass man unmusikalisch ist. Es gibt sogar Musikpädagogen, die behaupten, dass es so etwas wie Unmusikalität nicht geben kann. Wenn man ein Instrument erlernt, stellt man evtl. fest, dass einem die Musik durchaus Spaß macht. Vielleicht war das schlechte Singen bedingt durch die Situation. Diese verursachte eine Verkrampfung. Nach einiger Übung oder Therapie löst sich die Anspannung, und der Gesang ist eventuell dann sogar sehr hörenswert Beliefs Im Jargon der Psycho-Szene werden derartige Selbsteinschätzungen englisch Beliefs genannt. Man würde Belief zwar mit Glaubenssatz übersetzen. Glauben verleitet einen aber schnell an etwas religiöses zu denken, und das trifft nicht ganz, was es bezeichnen soll. Selbstüberzeugungen ist besser, aber etwas gestelzt und lang. Ich persönlich bin sehr für die Integration von Anglizismen und Worten aus anderen Sprachen und benutze daher gern Belief. Wir haben nicht nur Beliefs über uns selbst, sondern wir haben diese auch über andere und die Welt. Nun ist alles, was wir wahrnehmen, in unserer Neurologie konstruiert. Es gibt ja nicht wirklich eine Farbe wie Rot in der Natur. Es gibt nur eine Frequenz auf dem elektromagnetischen Spektrum. Das Seh-Zentrum im Gehirn bekommt diese Frequenz kodiert mitgeteilt und erzeugt ein Bild. Dabei erzeugt es Farben, um das ganze anschaulich zu machen. Wie wir das machen, ist ein Rätsel. Wie sind wir auf die Idee gekommen, genau diese Farbe zu konstruieren? Wie kann es sein, dass andere auch die Farbe konstruiert haben, so dass wir uns darüber unterhalten können? Wir werden feststellen, dass unsere Beliefs über die Welt unsere mentalen Konstruktionen eintönen. Wenn wir denken: Die Welt ist schlecht!, wird alles einen Ton dunkler sein. Und wenn wir glauben, dass es immer einen Weg gibt, werden wir unser inneres Modell der Welt dementsprechend konstruieren, dass es Türen und Wege anzeigt. Selbsterfüllende Prophezeiung, heißt das Prinzip Selbsterfüllende Prophezeiung Self-fulfilling Prophecy ist ein bekanntes Phänomen. Wir sagen etwas vorher und daher geschieht es. Das scheint indes eher mit den negativen Prophezeiungen zu funktionieren. Eventuell müssten wir allerdings nur unsere Technik der positiven selbsterfüllenden Prophezeiung etwas besser lernen. Genau das tun wir bei dem Coaching-Ablauf in Kapitel 19. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 98

99 Das Prinzip wurde 1957 von dem Professor für Soziologie Robert Merton in dem Buch Social Theory and Social Structure erstmals dargestellt: Eine falsche Definition einer Situation motiviert zu einem Verhalten, welches die ursprüngliche falsche Definition als richtig erscheinen lässt. Ein Fall von selbsterfüllender Prophezeiung ist der sog. Pygmalion-Effekt. Die Bezeichnung beruht auf einer Geschichte aus der griechischen Sagenwelt. Der Bildhauer Pygmalion hatte eine Statue, die lebensgroße Figur einer wunderschönen Frau, erschaffen und sich in seine eigene Konstruktion verliebt. Nach einigem Klagen und Leiden gewährte ihm die Göttin, dass die Statue lebendig werden würde und sie lebten glücklich fürderhin. Aufgenommen wurde die Geschichte von George Bernard Shaw in der Geschichte von dem Blumenmädchen Eliza Doolittle und des Professors Higgins. Aus dem Drama Pygmalion von Shaw wurde das Musical My Fair Lady. Der Professor verliebt sich in das Blumenmädchen, das je nach Erwartung der Mitbürger Blumenmädchen oder feine Dame ist. Die Sprache macht s. Ein Fall von Pygmalion-Effekt wurde in den 80er Jahren in den USA erforscht. Lehrern an einer Schule wurde gesagt, dass die Klassen nach Leistungsstärke geordnet worden sein. Das war nicht der Fall, die Schüler waren, wie an der Schule auch sonst üblich, nach Leistungsstärken gemischt. Die Lehrer waren aber überzeugt jeweils vor einer Klasse mit den leistungsstarken oder leistungsschwachen Schülern zu stehen. Am Ende des Jahres stellte man fest, dass die nicht geäußerte Überzeugung der Lehrer die Leistungsstärke der Schüler beeinflusst hatte. Die, von denen die Lehrer glaubten, dass sie schlechter seien, waren tatsächlich schlechter geworden. Das umgekehrte war natürlich auch der Fall. Es wäre also hilfreicher, wenn Lehrer das Beste von ihren Schülern glauben. Was aber sagt uns das alles für unseren Börsenmarkt? Nun, selbstverständlich spielen die Erwartungen an uns und an den Markt eine große Rolle. Das trifft besonders die unbewussten Erwartungen. Wenn wir davon überzeugt sind, dass der Markt für uns da ist und uns reich machen will, ist das sicher eine aussichtsreichere Prophezeiung als die Annahme, dass alle verlieren. Nach dem Beispiel des Pygmalion-Effekt an der Schule kann es auch sein, dass wir beeinflusst sind von den Erwartungen der Menschen in unserer Umgebung. In Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 99

100 einer Umgebung, die davon ausgeht, dass an der Börsen nur Verluste gemacht werden, werden wir es schwer haben, Gewinne zu machen. Da hilft es einen Sinnspruch über dem Trading-Platz anzubringen wie Futures-Börse ist ein Nullsummenspiel. 50% sind Gewinner. Ich habe 50:50 Chance Selbstüberzeugungen Am wichtigsten sind aber die Beliefs über uns selbst. Die grundlegenden Selbstüberzeugungen sind bereits in der Kindheit entstanden und ins Unterbewusste abgespeichert. Aber da sind wir an der Börse genau richtig. Jedes Ergebnis ist ein Feedback. Wir können über uns etwas erfahren und sollten uns immer fragen: Wie habe ich mir diese Ergebnis erzeugt?! Welche generalisierte Überzeugung über mich oder die Welt hat mich so handeln lassen? Wir können besonders an der Börse unsere Weltsicht fortwährend überprüfen. Die Börse ist ein non-lineares komplexes Gebilde, quasi ein Chaos-System. Der Idealzustand um flexibel mit diesem Feld interagieren zu können, wäre wahrscheinlich: keine Beliefs. Ohne generalisierte Selbstüberzeugungen können wir uns immer wieder neu orientieren. Wir können natürlich entscheiden, dass eine gewisse Einschätzung immer wieder zutrifft. Wir sollten es aber gut überprüft haben. Eine besondere Falle stellen positive Selbsteinschätzungen oder Welteinschätzungen dar. Es gibt Menschen, die sich mit Positivem Denken oder Affirmationen optimistisch stimmen wollen. Ein positiver Belief ist eventuell genau so einengend und begrenzend wie ein negativer. Wer nicht auf Gefahren reagiert, ist genau so ein Opfer wie derjenige, der die Gefahr überall sieht und so herbeiruft. Wir brauchen eine unvoreingenommene offene Wahrnehmung unserer selbst und der Welt. Wir müssen also an der Börse wieder wie ein Kind werden. Staunend nehmen wir wahr, wie Kurse steigen und fallen. Wie Volatilität einschläft, um dann vulkanartig zu explodieren. Der Börsentrader muss ein kindliches Gemüt haben, muss es als Spiel begreifen. Das ist nicht so leicht in einer Welt, die bitterernst ist. Der naive Wunsch wird schnell untergebuttert in dieser Welt. Wir müssen also Kind sein können und auch Krieger und Kämpfer. An der Börse müssen wir Lernende bleiben. Die Märkte verändern sich und jeden Monat kommen neue Märkte hinzu. Derzeit beobachten wir die Entwicklung zur Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 100

101 voll-elektronischen Börse. Die Zahl der möglichen Teilnehmer wächst unaufhörlich. Wir werden riesige Börsenmärkte in Ostasien haben. Es wird ewige Grundwahrheiten der Börse geben und es wird täglich neue geben. Und es wird täglich etwas über einen selbst zu erfahren geben. Wie reagieren wir in Gefahrensituationen? Nichts ist so spannend wie ein Börsencrash. Die gefährlichste Selbstüberzeugung ist evtl.: Ich bin ein Gewinner!. Die Gewinner-Typen haben an der Börse nicht viel Spaß. Denn Verlieren ist die Kunst. Nur, wer die Verluste realisiert und begrenzt, kann langfristig Erfolg haben. Dazu ist es notwendig, den inneren Verlierer zu kennen und zu akzeptieren. Oder noch besser ist wohl: Frei zu sein sowohl von einer Voreinstellung Gewinner wie auch von Verlierer und offen für jede Situation Befreiung von Beliefs Was machen wir nun mit einem Belief, der uns bewusst geworden ist? Es gibt mittlerweile mehrere Techniken, die erfolgreich Beliefs auflösen helfen. Wir können uns fragen: Wann und wo habe ich diese Überzeugung angenommen? Von wem habe ich die? Wie hat sie mein Leben beeinflusst? Als nächstes sollten wir diese positive sehen: Was hat es uns geben, so zu denken? Hat es uns nicht mal geschützt? Oft sind diese Verallgemeinerungen ja kulturell überliefert. Das kann in einer Gesellschaft geschehen, aber auch nur in einer Familie oder Schicht. Wir sind einfache Menschen! Wir sind etwas besonderes! Auch so zu denken wie die Erwachsenen, war für uns als Kind die einzige Weise um Akzeptanz zu bekommen. Dann in der Pubertät oder am Übergang zum Erwachsensein haben wir evtl. rebelliert und das Gegenteil vertreten. Aber auch das Gegenteil ist eine Form von Selbstüberzeugung. Es hilft sicherlich einen Belief durch die willentliche Annahme des Gegenteils in Frage zu stellen. Aber wir sind dann immer noch begrenzt. Der junge Mann aus reichem Haus, der sich als Kommunist ans Fließband stellt, wird ein Salon-Kommunist werden. Der Mann aus armen Verhältnissen, der in begüterte Gesellschaftskreise vorstößt, wird ein Neureicher oder ein Parvenü sein. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 101

102 Es wird aber auch Menschen geben, die weder noch sind, die aus den Schemata und Grenzen ausgestiegen sind. Das sollte unser Anspruch sein: Frei von Schemata und Grenzen, so dass wir auf jede Situation flexibel reagieren können Beliefs und Bedürfnisse Glaubenssätze, Selbstüberzeugungen, Beliefs werden wir besonders über unsere Fähigkeit zur Befriedigung der sozialen Bedürfnisse haben. Diese sind in unserer Entwicklung essenziell. Die Erfahrung in der Kindheit kann nur sein, dass diese teilweise ungenügend erfüllt werden. Das ist eine wichtige Erfahrung für uns: Umgang mit Mangel. Es können nicht alle 7 sozialen Grundbedürfnisse und die 7 physiologischen Grundbedürfnisse 15 gleichzeitig voll erfüllt sein. Wenn es aber so ist, dass eines der Bedürfnisse so gut wie nie erfüllt wird, werden wir als Kind verallgemeinern: Das ist für mich in dieser Welt unerfüllbar. Eine derartige Erkenntnis ist traumatisch und schockierend und wird einen tiefen Einfluss auf unsere Weltsicht haben. Erinnern Sie sich: Die 7 sozialen Grundbedürfnisse: Lebensrecht Zuwendung, Nährung Zugehörigkeit Respekt des Platzes und der Grenzen Raum für Ausdruck Unterstützung, Anregung Wertschätzung, Anerkennung Wenn die Wertschätzung versagt wird, wird eine geminderte Selbstüberzeugung zum Selbstwert entstehen. Ich bin es nicht wert. Ich bin nicht gut genug! Wenn die Unterstützung nicht ausreichend gegeben wird, wird eine Hilflosigkeit und Opferhaltung eingenommen: Niemand wird mir helfen! Wenn der Raum für Ausdruck fehlt, wird man sich kleiner machen und zu sich sagen: Ich darf nicht auffallen! Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 102

103 Wenn die Grenzen und der Platz nicht respektiert werden, wird man innere Barrieren aufbauen müssen und sehr vorsichtig sein. Ich muss aufpassen! Ich darf niemand zu sehr an mich heranlassen! Wenn keine Zugehörigkeit gewährt wird, wird man sich als Außenseiter fühlen und eine Selbstüberzeugung: Ich gehöre nicht dazu! entwickeln. Wenn die (mütterliche) Zuwendung fehlt, wird man hungern und sich unterernährt fühlen und den Belief haben: Ich muss zusehen, dass ich was abbekomme! Wenn das Lebensrecht nur eingeschränkt gegeben wird, wird man nicht richtig auf der Erde und im Leben sein und annehmen: Ich bin hier nur zu Besuch! Alle diese Vorkommnisse und die aus ihnen resultierenden Weltsichten sind unterbewusst. Wir können sie nur verändern, wenn wir sie uns bewusst machen. Die Wurzel der Selbstsabotage liegt also meist im Inneren Kind und in unerfüllten Bedürfnissen. Die Unerfüllung wurde generalisiert und als Modell für das Leben in dieser Welt genommen. Besonders bestimmt durch diese Muster wird dann der Innere Akteur, bzw. die Innere Akteuse (oder Aktrice?). Der Akteur koordiniert die Befähigungen mit Erlaubnis/Gebot/Verbot. Er wählt also zwischen: Ich kann und: Ich kann nicht. Diese bringt er in Abgleichung mit Ich darf..., Ich soll..., Ich darf/soll nicht... Erlaubnis/Gebot/Verbot werden uns beigebracht und anerzogen. Wir internalisieren diese und bemühen uns danach zu verhalten, da wir sonst Strafe zu erwarten haben. Wir werden dressiert mit Belohnung und Strafe. Um uns von diesen Begrenzungen wieder befreien zu können, müssen wir sie in Frage stellen. Wir müssen trennen lernen zwischen der Wahrheit unserer Eltern, bzw. Erzieher, und der Realität. Als Kinder bekommen wir Stempel aufgedrückt von unbedachten Pädagogen. Die gestresste Kindergärtnerin sagt: Du bist ja ganz ungeschickt! Das Kind, in die Kindergärtnerin verliebt, glaubt ihr alles und verhält sich der Erwartung entsprechend. Als Jugendlicher kann sie oder er aber anfangen ein Auto zu reparieren, einen Motor zu warten oder das Mountain-Bike. Denn kein Mensch ist Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 103

104 ungeschickt. Aber unbedachte Statements könne eine derartige Selbstüberzeugung suggerieren und einen jungen Menschen negativ prägen. Unzutreffende positive Suggestionen sind indes auch nicht immer hilfreich. Wenn ein Kind immer hört, dass es was besseres ist, kann es dadurch im Leben auch in Schwierigkeiten geraten. Dünkelhafte Menschen sind nicht so beliebt. Ist es nicht sehr viel schwerer zu erkennen und zuzugeben, dass man nicht besser ist, als zu wagen, sich nicht mehr schlechter dafür fühlen? Von hohem Ross zu steigen ist evtl. schwieriger als den Reiter herunterzuziehen. Wir sollten also beständig bemüht sein unsere Grenzen der Befähigung und Selbsterlaubnis zu testen. Wir können sehr viel mehr als wir denken. Der Spiegel der Außenwelt ist dabei hilfreich und wir müssen uns diesem stellen. Der Mut über die eigenen Grenzen zu gehen, ist dabei hilfreich. Nur dann kann man scheitern und sich fragen: Welcher Glaubenssatz über mich hat mich gehindert? Wo kommt das her? Die gute Botschaft ist, dass wir uns von diesen automatisierten Einschränkungen befreien können. Es gibt Techniken diese effektiv und für immer loszulassen Techniken zur Befreiung von Selbstüberzeugungen Wir müssen so eine Selbstüberzeugung ja irgendwie denken. Sie ist von uns erschaffen, sie ist erlernt, sie muss fortwährend erinnert werden. Es kann sein, dass die behindernde Selbstüberzeugung einen Rahmen bildet oder eine Tönung gibt. Es kann auch sein, das die Selbstüberzeugung selbst ein Gedanke ist, der mental repräsentiert ist. In Kapitel 10 werden wir ins näher mit Mentalen Repräsentationen und ihrer Veränderung befassen. Diese sind ein effektiver Weg Gedankenmuster zu verändern oder loszulassen. Der von uns meist angewendete Weg zur Befreiung von einem Belief wird die schon erwähnte Karma-Line sein, die in Kapitel 17 genaue Darstellung findet. Im NLP wird für die Auflösung von begrenzenden Beliefs meist der von Robert Dilts 16, dem Begründer der NLP-Universität in Santa Cruz, entwickelten Re- Imprint eingesetzt. Der Belief ist imprinted und mit der Technik des Re-Imprint wird neu imprinted. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 104

105 Bei diesem Verfahren des Re-Imprint wird der Klient zurückgeführt in die Situation aus früheren Tagen, in denen der Glaube entstanden ist. Es werden die Significant Others, also die Familienmitglieder oder wichtigen Personen, die Anteil an der Entstehung des Glaubenssatzes hatten, aufgestellt und vom Klienten dargestellt. So wird eine verkörperte Repräsentation der Situation während der Entstehung geschaffen. Einige Trainer verbinden diese Vorgehensweise mit der Aufstellungsarbeit a la Hellinger, was sinnvoll sein kann. Menschen geben ihnen anvertraute Menschen Begrenzungen, weil sie selbst welche haben. Sie können ihren Kindern nicht geben, was diese brauchen. Sie können es oft auch nicht zulassen, dass diese lebendiger und glücklicher sind als sie selbst es sind. Eltern, die sich ihrer negativen Gefühle und Begrenzungen nicht bewusst sind, geben diese unbewusst weiter. Im Re-Imprint wird nun diesen Eltern oder wichtigen Personen aus dem Ressourcenschatz des Klienten das gegeben, was jene Personen in der Situation damals benötigt hätten, um dem Kind das zu geben, was es wirklich gebraucht hätte. So wird die Situation in der Repräsentation geheilt und integrierbar gemacht. Der Re-Imprint ist ein sehr schönes und effektives Verfahren Hypnose und De-Hypnose Beliefs sind eine Art hypnotischer Trance. Der Anklang des Wortes, wie auch des deutschen Glaubenssatz, an religiöses ist daher doch gar nicht so verkehrt. Wir kennen die Geschichten von afrikanischen Stammesgesellschaften oder von Voodoo-Priestern, die einen Spell oder Curse, eine magische Beschwörung oder einen magischen Fluch, aussprechen. Der Zauberer sagt, dass der und der nur noch 3 Wochen zu leben habe, und wie durch ein Wunder vergeht dieser Mensch und stirbt. Der Glaube an die Worte des Priesters ist so stark, dass diese eintreffen. Der moderne Medizinmann hat eine ähnliche Macht. Wenn der Onkel Doktor sagt: Sie haben Krebs. Wenn wir Sie nicht mit mörderischer Chemie und radioaktiver Bestrahlung bekämpfen, werden Sie sterben!, wird kaum jemand sich davon abgrenzen können. Sie haben noch 3 Wochen zu leben!, eine derartige Suggestion, von einem mächtigen Medizinmann mit akademischen Graden oder von einem Voodoo-Priester gesprochen, wird tödlich sein. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 105

106 Wer schon mal eine Hypnose-Bühnenshow erlebt hat, der weiß, dass man Menschen in Trance alles erzählen kann. Sie beißen in Zitronen und schmecken Apfel. Sie spielen mit Hunden, die gar nicht da sind. Sie können ohne Narkose operiert werden. So ähnlich suggeriert auch der Medizinmann oder Zauberer und nutzt seine Macht. Fakire können ihren Zuschauern Seile in den Himmel suggerieren, auf denen ihre jungen Helfer in den Himmel klettern. Als Kinder sind wir in Dauer-Trance und sehr suggestibel. Wir glauben gern alles. Das kritische Bewusstsein, welches die Aussagen überprüfen kann, bildet sich erst später. So sind Spells (Verwünschungen) und Curses (Flüche) der nahen Erwachsenen: Du bist nicht...!, Du kannst nicht..., mächtige Magie. Das Kind glaubt es und befindet sich von nun an in einer Trance. Bei der Hypnose-Bühnenshow oder auch der Hypnose-Therapie wird der Hypnotisierte wieder aus der Trance geholt, das Wachbewusstsein wird mit einem Fingerschnippen wieder eingeschaltet. Das geschieht mit dem hypnotisierten Kind nicht. Kein Vater und keine Mutter, keine Oma und keine Opa, kein Lehrer und keine Kindergärtnerin schnippt mit den Fingern sagt Wach auf. Es ist nur eine Trance gewesen! Wir laufen weiter mit diesem Glauben über uns herum. Wie nun wacht man aus so einer Trance auf? Ein Weg ist die Hypnose-Therapie, die diese Zustände wahrnimmt und aufnimmt und dann in der Hypnose hilfreichere Suggestionen gibt. Ein Meister in dieser Art von Therapie war der Arzt Milton Erickson 17 ( ), welcher die Ericksonsche Trance-Therapie begründete. Ein anderer Weg wäre die De-Hypnose, die den Klienten hilft, sich der Trance bewusst zu werden und aus ihr auszuwachen. Ein Verfahren der De-Hypnose ist gewissermaßen die Psychoanalyse. Freud hatte ja Hypnose gelernt und war mit den Erfolgen unzufrieden. Einige Skeptiker sagen, dass er feststellen musste, kein fähiger Hypnotiseur zu sein. Jedenfalls schuf er ein Verfahren, in der die Trancen bewusst gemacht werden. Was können wir selbst tun? Wir können fortwährend unsere Grenzen herausfordern und testen und feststellen, wo wir in einen der Zustände, die Trance begleiten, gehen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 106

107 Was sind Zustände, die Trance begleiten? Woran können wir festmachen, dass wir in Trance sind, um uns dieses bewusst zu machen? Nun, wir haben ja eine Vorstellung von Trance: Das ist ein verklärter, träumerischer Zustand. Also, wenn Sie bemerken, dass Sie in einer Situation das Träumen und Phantasieren anfangen, können Sie mit den Fingern schnippen. Genauso aber auch Situationen, in denen Sie hyperwach und alarmiert reagieren, ohne dass wirklich etwas drohendes da ist. Oft sind wir schon in Trance gefallen, bevor wir es bemerken. Daher ist es gut, Beobachter oder Coaches oder Therapeuten zu haben, die darauf geschult sind, diese Zustände zu erkennen. Wann immer Sie Trance bemerken: Welches Bedürfnis ist unerfüllt? Glaube ich, dass es immer unerfüllbar für mich ist? Was könnte ich riskieren, um es zu bekommen, anstatt wegzuträumen? Die Technik der Karma-Line verbindet mehrere Komponenten. Wir erklären diese in Kapitel 17 ausführlich. Der Börsentrader und genauso der Mensch im täglichen Leben sollte sehr wachsam sein für begrenzende Filter, die aus Selbstüberzeugungen und Glaubenssätzen über die Welt bestehen. Die Welt, die Sie als äußere wahrzunehmen glauben, ist eine in Ihrer Neurologie konstruierte virtuelle Weltsimulation. Sie können diese verändern und bestimmen. Es ist wichtig, dass wir die Verantwortlichkeit für unsere Konstruktion der Welt übernehmen und uns von dem erlernten und überlieferten Modell befreien. Die Welt verändert sich schneller im 3.Jahrtausend, als die Eltern einen aus ihrer Erfahrung her darauf adäquat vorbereiten konnten. Die Börsenwelt verändert sich schneller, als dass die Konzepte des vorherigen Jahrzehnts noch ungeprüft eingesetzt werden könnten. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 107

108 9. Der Mentale Werkzeugkasten 9.0. Shrinks and Coaches 9.1. Psycho-Technologien 9.2. Essenzielle Mentale Fähigkeiten Dissoziieren Assoziieren Chunking Das Einnehmen einer Meta-Position Das Einnehmen einer 2. und 3.Position Das Einnehmen oder Ablehnen zweier Positionen gleichzeitig Erschaffen von Qualia Awareness 9.0. Shrinks and Coaches In den folgenden Kapiteln (Kapitel 9 bis 18) wollen wir einige wesentliche und effektive Tools kennen lernen, mit denen wir die innere Disposition wie gewünscht verändern können. Diese sollen sich von den klassischen Tools der Psychologie oder Psychotherapie durch Effektivität abheben. Sie sollen schnell Wirkung und positive Veränderung bringen. Sie sollen vor allem für den gesunden Menschen anwendbar sein, der nicht psychisch krank oder gestört ist, sondern der das eigene Verhalten und die eigenen Einstellungen optimieren und an herausfordernde Kontexte wie Börse, Sport und intensives Leben anpassen möchte. Es ist in Trader-Kreisen bisher nicht gerade üblich zum Therapeuten zu gehen. In Amerika wird der Psychotherapeut abschätzig als Shrink bezeichnet. Man geht eher nicht zum Therapeuten, denn der Makel des Gestörten haftet zu schnell an. Es ist daher besonders wichtig, dass Mentales Coaching als etwas Un-Shrinkiges in der Gesellschaft positiv eingeführt und verankert wird. Was im Spitzensport mittlerweile verbreitet ist, sollte auch in den Disziplinen des Tradings und des Lebens zur Top-Performance verhelfen können. Als Symbolgestalt für diesen Shrink diente der Psychoanalytiker, der neben der Couch sitzend nichts als: Ja, hmm sagt oder schon eingeschlafen ist. Auch endlose Sitzungen in Gesprächstherapien, die mit mitleidigem Haben Sie Probleme? beginnen und nie zu einem Ergebnis kommen, möchte kein Trader und auch kein anderer Mensch erdulden. Deshalb wollen wir effektive Ansätze Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 108

109 einsetzen und umsetzen können, die ohne die stereotypen Verhaltensweisen der Shrinks auskommen Psycho-Technologien Die Geschichte der Psychologie als Wissenschaft ist nicht gerade ein Ruhmesblatt der modernen Wissenschaftsgeschichte. Sie ist aber auch als eigenständige Fakultät die jüngste. Nach den aufregenden Anfängen von Sigmund Freud, Carl Gustav Jung oder William James übernahm der Behaviorismus die Führung. Anstelle der teilweise wilden Spekulationen der Psychoanalytiker über die menschliche Trieb- und Innenwelt, wollte man sich lieber auf mess- und zählbares verlassen. Der amerikanische Behaviorismus hat indes vermieden den Menschen tiefer zu verstehen und sich zu sehr auf die statistische Bewertung äußeren Verhaltens verlassen. Die medizinische Psychotherapie oder Neurologie hat zwar vor allem im pharmazeutischen Bereich effektive Therapiemöglichkeiten für Psychosen entwickelt, aber ein wissenschaftlich fundiertes, tieferes Verständnis der Seele vermisst man auch hier. Zumal es überhaupt bezweifelt werden muss, dass die materialistische Grundphilosophie westlicher Wissenschaft das Phänomen der immateriellen Innenwelt voll verstehen kann. Zwischenzeitlich, vor allem in den 60ern und 70ern, hatten eher außerhalb der Praxen und Anstalten agierende Therapieformen der sog. Humanistischen Psychologie enormen Zulauf. Hier wurde in Gestalttherapie, Psychodrama, Transaktionsanalyse, Sensitivity-Trainings, Encounter-Gruppen etc. der Zugang zur Innenwelt, besonders auch für Normale geöffnet. Das Interesse verflachte aber mittlerweile wieder. Die Teilnehmer fanden sich in einer Psycho-Welt wieder, in der das Fühlen zum alleinigen Credo erhoben wurde und mit einer unscharfen Sprache ein Pseudo-Respekt erschaffen wurde. Beispiel: Ich fühle, dass du irgendwie eher ein wenig sauer auf mich bist. Eine andere in den 70ern populäre Richtung der Psychotherapie für eher Normale beruhte auf den Arbeiten des Psychoanalytikers Wilhelm Reich. Dieser fand heraus, dass sich psychische Blockaden oder Konflikte im Körper verfestigen und über die Einwirkung auf diesen per Übungen oder Massage aufgelöst werden können und so der Zugang zu den Erinnerungen über das zugrunde liegende Trauma zugänglich werden. Aus dieser Arbeit entstanden einige Richtungen wie Bioenergetik, Primärtherapie und Massageformen wie Rolfing und Rebalancing. Eine neue Sichtweise der Psychotechnologie entstand mit dem Ansatz des NLP (Neuro-linguistischen Programmierens), der in den 70er Jahren von Richard Bandler und John Grinder initiiert wurden. Diese waren inspiriert von den in ihrer Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 109

110 unmittelbaren Nachbarschaft lehrenden Professoren Gregory Bateson (Kybernetik) und Noam Chomsky (Linguistik), sowie den Forschungen in Psychologie der Palo- Alto-Gruppe (Watzlawick), zu einem Ansatz gekommen, der die menschliche Innenwelt quasi als Computer ansieht, dessen Betriebssysteme und Anwendungen optimiert werden könnten. Eine ausführlichere Kritik des NLP-Ansatzes möchte ich an anderer Stelle veröffentlichen (siehe meine Website: Die kybernetische Sichtweise von der menschlichen Innenwelt ist aber zweifellos weiterführend und die Arbeit Bandler und Grinders sowie besonders ihres Umfeldes und der ersten Schüler hat zu einem recht umfangreichen und effektiven Tool-Repertoire geführt. Bandler und Grinder haben zuerst ihren Ansatz während der Mitarbeit bei der Familientherapeutin Virginia Satir erprobt und entwickelt. Systemische Familientherapien stellen eine weitere Richtung der effektiven Psychotherapien da. Diese untersuchen Probleme besonders in Bezug auf die Anpassung an einen sozialen Kontext und dem Energiefeld, das die Teilnehmer bilden. Systemische Therapien können auch innere Energiefelder darstellen und behandeln. Eine Modeform dieses Ansatzes ist das systemische Aufstellen nach Bert Hellinger. Bandler und Grinders Vorhaben mit NLP war die Modellierung herausragender Therapeuten, um ein System des Modellierens zu erschaffen, welches das Übertragen herausragenden Verhaltens leicht ermöglicht. Dabei kamen sie zu einem der erfolgreichsten und interessantesten Therapeuten überhaupt: dem Hypnosetherapeuten Dr. Milton Erickson. Erickson ist die herausragende Persönlichkeit in einer Reihe von Therapeuten, die ohne bewusstes Erleben des Klienten dessen Unterbewusstsein behandeln. Da Erickson einen nicht-direktiven Zugang zur Einleitung von Erfahrungen in hypnotischer Trance gefunden hatte, konnte er viele Vorbehalte gegen Hypnose ausräumen und sehr vielen Menschen effektiv helfen. Im Zuge der beeindruckenden Arbeit von Milton Erickson wurde NLP quasi eine Hypnose-Therapie für den Alltagsgebrauch. Das bewusste Verstehen, Integrieren und Verarbeiten von Erlebnissen wird eher vermieden. Ähnlich unterbewusst arbeiten Ansätze, die mit der Körperenergie arbeiten, meist ausgehend von der chinesischen Medizin, wie z.b. Kinesiologie. Es gibt aber für mich keinen Grund effektiv helfende Interventionen dieser (und aller) Therapieformen nicht mit der bewussten Verarbeitung zu verknüpfen. Hierbei muss man indes Kognition und Bewusstheit voneinander völlig trennen. Die kognitive Verarbeitung eines Verhaltens oder eines Zustandes ist meist Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 110

111 analysierend und bewertend. Das verführt uns dazu in eine unsere beliebtesten Abwehrhaltungen, der Denk-Sucht, das Heil zu suchen. Bewusstheit oder Awareness hingegen, nimmt nicht wertend wahr, und zwar in einem Gesamtzusammenhang. Da ich die bewusste Verarbeitung von inneren Blockaden und ein umfassendes Tool-Repertoire für sehr wichtig halte, habe ich die NLP-Erfahrungen in meinen Ansatz des Noëdo eingearbeitet. Noëdo soll besonders auch die Veränderungsarbeit in einen ethischen oder spirituellen Rahmen einbinden. Kinesiologie beinhaltet mehrere Richtungen. Es arbeitet vor allem mit dem Körper als Biocomputer und kann in der Anwendung sehr effektiv sein. Verbindungen aus NLP oder Noëdo und Kinesiologie oder anderen auf der Energieebene arbeitenden Verfahren halte ich für sehr sinnvoll, um schnell wirkende Interventionen zur Verfügung zu haben. Vor allem minimieren diese Ansätze die Erzählung der Leidensgeschichte durch den Klienten und damit die Orientierung auf die Probleme. Ja, sie können sogar ganz auf dieses Schwelgen in den Problemen verzichten. Während in der klassischen Therapie ein großer Teil Energie für das Bearbeiten von Übertragungen des Klienten auf den Therapeuten draufgeht, ist hier der Coach oder Therapeut ein Anreger, der innere Prozesse anstößt, aber dem Klienten die volle Verantwortlichkeit belässt. Wir würden die Vorgehensweise in diesem Zusammenhang nicht als Therapie bezeichnen wollen, zumal dieser Bereich in Deutschland per Gesetz überreguliert ist. Lebenshilfe und Seelsorge sind neuerdings indes auch per Gesetz geordnet. Coaching ist eine Form der Lebenshilfe oder Seelsorge. Da das Wort Seelsorge eher an etwas religiöses anklingt, ist es vielleicht sogar sehr geeignet. Denn wir wollen auch gerade den Geist und die Seele ansprechen und beachten. Der Buddhismus vor allem ist eine religiöse Richtung mit ausführlichem psychotechnischem Repertoire. Einige Techniken und Sichtweisen aus Buddhismus, Tantrismus und Yoga sollten in unserer Seelsorge-Kybernetik auch enthalten sein. Eine psychologische Konstitution bildet sich auf mehreren Ebenen und muss dementsprechend auf mehreren Ebenen angesprochen, behandelt oder verändert werden. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 111

112 Wir werden in einem späteren Kapitel die 5 Ebenen, mit denen wir arbeiten, näher kennenlernen. Auf jeder dieser Ebenen gibt es Therapien und Wege. Diese müssen miteinander verbunden werden. Meistens agiert eine Therapie lediglich auf einer Ebene und erhebt dann einen Anspruch auf Allgemeinheit. In der traditionellen Chinesischen Medizin war es z.b. hingegen sehr bekannt, dass die gesamte Lebensführung eine Rolle spielt und eine Störung sich auf mehreren Ebenen fortsetzen kann. Es ist zwar auch hier das Ideal den entscheidenden Akupunkturpunkt zu finden, der die Energie freisetzt. Wenn aber der Klient weiterhin eine ungünstige Nahrung zu sich nimmt oder an einem ungünstigen Ort sein Bett aufgestellt hat, nützt auch der richtige Akupunkturpunkt nur sehr kurzfristig etwas. Der Schlüssel für die Veränderung unseres Trader-Verhaltens liegt letztendlich meist auf der Ebene des Inneren Kindes. Als Kind haben wir vieles gelernt und einiges ist begrenzend und ängstigend. Dieses müssen wir klären und loslassen können. Auf der körperlichen Ebene, dem Inneren Tier, haben diese negativen Erfahrungen der Kindheit eventuell zu Muskelverspannungen und Körperhaltungen geführt. Auch auf einer energetischen Ebene schlagen sich pessimistische Gedanken nieder. Hier sind also Unterstützungen durch Massage und Energiearbeit sehr angeraten. Auf der Ebene der Kognition, dem Inneren Akteur, brauchen wir Strategien und Pläne. Diese Ebene braucht also Anleitung zur Entwicklung der Persönlichkeit. Die Höhere Ebene braucht Ethik und Wertvorstellungen zur Orientierung in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang. Auf unserer Höchsten Ebene verlangt es uns nach spiritueller Orientierung und Erfahrung. Jede Ebene sollte bei einem Coaching beachtet werden. Jede Ebene braucht unterschiedliche Herangehensweisen Essenzielle Mentale Fähigkeiten Wir können einige innere Fähigkeiten identifizieren, die essenziell sind und von verschiedenen Menschen unterschiedlich gemeistert werden. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 112

113 Diese Fähigkeiten bilden die Grundlage für die Tools und Techniken, die in den folgenden Kapiteln vorgestellt werden. Mit diesen Techniken der modernen Psychologie oder Psycho-Kybernetik sollten Sie in der Lage sein in jeder Trading- Phase eine optimale Einstellung zu haben. Die essenzielle menschliche Fähigkeit, von der die anderen Fähigkeiten ableitbar sind und damit letztendlich alle Techniken ist die sogenannte Awareness. Zu Awareness am Ende dieses Kapitels mehr. Welches sind nun die Essenziellen Mentalen Fähigkeiten? Es sind Dissoziieren Assoziieren Chunking Das Einnehmen von Meta-Positionen Das Einnehmen einer 2. und 3.Position Das Einnehmen von 2 Positionen gleichzeitig, bzw. das Ablehnen zweier Positionen gleichzeitig Das Erschaffen von Qualia Awareness (nicht-wertende Bewusstheit) Dissoziieren Assoziieren Dissoziieren ist die Fähigkeit sich selbst neutral von außen, ohne Emotionen wahrzunehmen. Assoziieren ist die Fähigkeit sich von innen mit voller Identifikation des Körpers emotional wahrzunehmen. Zur besseren Erinnerung verbinde ich diese Fähigkeit mit dem Symbol des Adler. Dissoziieren und assoziieren ist die Fähigkeit des Adlers, Symbol einer psychischen Kraft. Die Fähigkeit sich selbst von außen zu betrachten oder zu beobachten, ist zweifellos grundlegend wichtig. Wer keinen Abstand zu sich selbst hat, kann sein Verhalten auch nicht der Situation anpassen oder das eigene Verhalten kritisch beleuchten und überdenken. Wenn wir uns die Menschheit anschauen, scheint diese Fähigkeit weniger angewendet zu werden, als es für uns wünschenswert wäre. Die meisten Mitmenschen sind völlig mit ihrer Rolle und dem, was ihnen andressiert wurde, identifiziert. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 113

114 Der Mensch, der sich von außen betrachten kann, kann über sich lachen. Viele unserer Verhalten sind nicht logisch oder rational und das Lachen über einen selbst und die Albernheiten, die man macht, zeigt, dass wir uns in eine Position begeben haben, aus der heraus wir das Verhalten verändern können. Aber es gibt auch das Extrem dieses sich außerhalb eines Selbst begeben. Menschen, die immer außerhalb ihrer selbst sind, werden unemotional und kalt wirken. Im Extremfall wird eine Dissoziative Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Menschen, die zu sehr dissoziiert sind, müssen lernen sich zu assoziieren. Assoziieren heißt: in sich drin sein, das Körpergefühl zu fühlen. Also: Wenn Sie Stress beim Trading haben: Dissoziieren Sie sich, betrachten Sie sich von außen. Was genau mache ich hier grade? Wie mache ich das? Wie könnte ich es anders besser machen? Und wenn Sie dann eine Lösung gefunden haben: Assoziieren Sie sich! Denn Sie müssen es ja mit Einsatzwillen und Mut durchführen. Dazu sollten Sie in sich ruhen und in ihrer Mitte sein. Das kann man nur assoziiert. Sie können also den Modus Ihrer Selbstwahrnehmung wechseln. Sie können sich von innen fühlen und von außen beobachten. Assoziiert Dissoziiert Chunking Chunking ist die Fähigkeit etwas als Teil einer größeren Menge zu begreifen und gleichzeitig als größere Menge von Teilen. Ich symbolisiere die Fähigkeit des Chunking mit: das Leibgericht. Chunking ist die Fähigkeit einen Happen herauszubeißen und gleichzeitig zu wissen, was als Nachtisch kommt. Chunking kommt vom engl. Chunk. Ein Chunk ist ein Stück von etwas, ein Happen. Jeder Happen ist der Teil eines größeren Happens und beinhaltet selbst wiederum viele Krümel. Chunking ist eine Art Mengenlehre der Begriffe. Die Orientierung in unserer Begriffswelt ist wichtig. Es gibt Begrifflichkeiten, welche die Verbindung verloren haben können. Es gibt eine Matrix vom allgemeinsten und umfassendsten Begriff bis hinunter zu den kleinsten und detailliertesten. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 114

115 Was ist der allgemeinste Begriff? Das ist je nach Philosophie und Sichtweise: NICHTS oder ALLES. Es gibt drei Wege in der Chunking-Matrix: Induktion, Deduktion und Abduktion. Induktion heißt: Von einem Begriff ausgehend die Menge finden, von der dieser Begriff ein Teil ist. Also: Begriff Holzlöffel. Induktion: Löffel und weiter Besteck und noch weiter: Haushaltsgegenstände. Induktion kann auch als Hoch-chunken bezeichnet werden, wenn man die metaphorische Orientierung größerer Chunk gleich höher akzeptiert. Ich bin der Ansicht, dass groß-chunken besser geeignet wäre, oder weit-chunken, das ist aber nicht so gebräuchlich und vertraut. Deduktion heißt: Von einem Begriff ausgehend Teilmengen finden. Also: Holzlöffel. Teilmenge ist Holzfasern. Eine andere Teilmenge wäre: Griff. Wir könnte auch teilen in sauberer Holzlöffel und schmutziger Holzlöffel. Bei der Abduktion springen wir von einem Chunk zu einem analogen anderen. Diesen logischen Weg hat erstmals der Begründer der Semiotik, der amerikanische Philosoph Charles Sanders Peirce, formuliert. Metaphern bilden wir per Abduktion. Bei der Abduktion wird der Holzlöffel zu einer Holzlöffel- Formation in der Chartanalyse oder der Darstellung von geographischen Inselformen. Wir machen natürlich fortwährend alles drei gleichzeitig. Wenn wir uns nach parallelen Chunks fragen, wie dem Gegenteil von etwas, gehen wir erst einen Chunk weiter (höher, größer) um dann neu zu deduzieren und zwar zu einem parallelen Begriff oder einem gegenteiligen. Also: Seien Sie sich bitte einmal ganz präzise gewahr, wie Sie sich in der Begriffsmatrix bewegen, um das Gegenteil von Trading-Erfolg zu bilden. Sie werden erst induzieren (hoch-chunken) zu dem Oberbegriff Trading-Ergebnis und dann wieder deduzieren (hinunter-chunken) zu einem Begriff, der eine Art Trading-Ergebnis ist, aber nicht Erfolg Meta-Position Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 115

116 Ähnlich wie Chunking und auch ähnlich wie dissoziieren, aber anders und nicht zu verwechseln, ist das Einnehmen von Meta-Positionen. Meta heißt soviel wie darüber. Wir befinden uns in einer Meta-Position oder in einem Meta-Zustand darüber. Die Fähigkeit des Meta symbolisiere ich gern mit dem Magischen Zauberstab. Der Prozess des Einnehmens der Meta-Haltung beginnt mit der Anwendung von Verben auf sich selbst. Von: Ich mache zu: Ich mache, dass ich mache! In der Meta-Haltung haben wir einen Hebel. Wir können eine Tätigkeit auf sich selbst anwenden und sie dadurch variieren und bestimmen. Wenn wir auf der höheren Ebene sind, können wir die Meta-Tätigkeit natürlich auch auf andere einfache Tätigkeiten anwenden. Ich mache, dass ich sehe! Ich mache, dass ich mich gut fühle! Ich sehe, dass ich mache! Wir können auch in Meta-Postionen zu der Meta-Position und wiederum in eine Meta-Position zu dieser Meta-Sicht einer Meta-Sicht gehen und so weiter. Unsere Fähigkeit zur Abstrahierung ist indes begrenzt. Also Meta-Meta: Ich mache das Sehen des Machens! Ich sehe (erkenne), dass ich das Machen wahrnehme! Oder Meta 3: Ich nehme wahr, dass ich das Machen des Tun mache! Also: Sie tun etwas. Das ist das Grundlevel. Dann: Sie machen, dass Sie das tun. Das ist das erste Meta-Level. Auf dieser Ebene, auf der Sie das Tun machen, verändern und variieren Sie Ihr Tun. Sie können dieses Machen des Tun wiederum machen. Sie können mal verändern mal alles belassen. Sie können das Verändern mal auf häufig stellen, mal auf selten. Das ist das Meta-Level. Und dann können Sie sich wiederum bewusst machen und es wahrnehmen, dass Sie das Machen des Tun machen. Und nun entspannen Sie bitte vor dem Weiterlesen erst einmal die Gehirnwindungen Das Einnehmen einer 2. und 3.Position Im Kontakt mit anderen Menschen können wir die Fähigkeiten des Assoziieren und Dissoziieren wie auch das des In-Meta-gehen gut verwenden. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 116

117 Wir können uns nicht nur außerhalb unserer selbst dissoziiert wahrnehmen, sondern uns auch in die Position eines anderen Menschen hinein versetzen. Wir nennen das 2.Position im Vergleich zur 1.Position, des assoziiert mit sich selbst identifiziert Seins. Was wäre eine 3.Position? Das ist eine neutrale beobachtende Position zu der 1. und 2.Position. Wir können etwas aus unserer subjektiven Sicht betrachten und aus der subjektiven Sicht einer anderen Person. Wir können auch beide gleichzeitig von einer 3.Position aus betrachten, sozusagen neutral oder objektiv. Diese Fähigkeit des Assoziierens der Awareness mit einem Gegenüber oder einem neutralen Beobachter nenne ich symbolisch: das Gespenst. Wie ein Gespenst schweben wir immateriell in andere Menschen und nehmen uns aus deren Augen wahr. Und wir können uns und unsere Mitmenschen auch aus den Augen eines neutralen Gespenstes wahrnehmen Das Einnehmen oder Ablehnen von 2 Positionen gleichzeitig Wenn wir etwas aus der 3.Position betrachten, nehmen wir gleichzeitig die 1. und die 2.Position ein. Wir verstehen unseren Standpunkt und auch den unseres Gegenübers. Nur so sind Friedensverhandlungen möglich. Dieses können wir aber auch mit zwei Wahrheiten in uns machen. Sie kennen das vielleicht aus den sog. Besinnungsaufsätzen in der Schule: These Antithese Synthese. Das alte Schema des Philosophen Hegel erzog so die Schüler zu der Flexibilität im Denken. Zwei in Opposition stehende Argumente können beide richtig sein, bzw. in einer Synthese können beide Sinn machen. Wir können auch gleichzeitig eine männliche und eine weibliche Seite in uns leben oder ausdrücken. Wir können gleichzeitig die Position der Besitzenden und der Besitzlosen einnehmen. Wir können gleichzeitig heimatverbunden sein und in die Ferne schweifen. Wir können gleichzeitig nach der technischen Analyse handeln und nach fundamentalen Daten. Wir können auch gleichzeitig zwei Standpunkte ablehnen. Während das Sowohlals-auch des gleichzeitigen Einnehmens zweier Standpunkte unsere Welt voll macht, macht das gleichzeitige Ablehnen, das Weder-noch, die Weltkonstruktion leer und still. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 117

118 In den spirituellen Wegen, die den Weg der Leere gehen, wie der Zen-Buddhismus oder der Taoismus, wird das Weder-noch intensiv geübt. Bewegt der Wind die Fahne oder die Fahne den Wind? Weder noch, Wind und Fahne bewegen sich. Wir sind im Kausaldenken von Ursache und Wirkung groß geworden und sagen: Was will der? Der Wind weht und deshalb bewegt sich die Fahne! Der Wedernoch-Standpunkt, der eine zeitliche Abfolge ablehnt und alles als Jetzt und gleichzeitig wahrnimmt, ist der modernen Physik von Relativitäts-, Quanten und Chaostheorie durchaus näher. Wenn wir auf ein Problem, das aus dem Konflikt zweier Standpunkte besteht, aus den Blickpunkten von Sowohl-als-auch und Weder-noch schauen, sieht es evtl. schon anders aus, und Lösungsmöglichkeiten lassen sich von diesen Positionen aus leichter finden. Eine sehr schöne Technik, die mit diesen Positionen arbeitet, ist das Diamond- Modell von Klaus Grochowiak, Leo Maier und Rudolf Kaehr. Literatur- und Web- Angabe im Anhang 18. Wir können die Mentale Grundfähigkeit des Sowohl-als-auch und Weder-noch symbolisch als Morgendämmerung bezeichnen. Alle Begriffe sind in diesem Zustand der Dämmerung: Sie könnten sowohl mit anderen Begriffen einen hellen Tag bilden, als auch ohne alle Verbindungen in die Nacht eingehen Das Erschaffen von Qualia Eine besondere Fähigkeit, die Grundfähigkeit des Bewusstseins überhaupt, ist das Erschaffen von Qualia. Da wir im übernächsten Kapitel mit dieser Fähigkeit näher umgehen, ersparen wir uns hier weitere Erklärungen. Nur soviel: Wir sind offensichtlich in der Lage aus einem digitalen Datenstrom, wie ihn die von den Sinneszellen kommenden Nervenbahnen liefern, Sinnesrepräsentationen zu schaffen, die Qualitäten der Farbe, des Klangs, des Gefühls usw. besitzen. Es ist eine subjektive Wahrnehmung entstanden, die ein Gefühl von Das ist meine Welt hervorbringt. Diese Wahrnehmung ist projiziert auf einen (immateriellen) Bildschirm oder Klangschirm oder Gefühlsschirm. Die Welt (und wir in dieser, die diese Welt erschaffen) ist eine virtuelle Welt in unserer Neurologie. Das ist erschreckend ( Gibt es mich? Gibt es die Welt? ) und Hoffnung erzeugend. Denn die selbsterschaffene Welt kann ich selbst verändern. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 118

119 Nur sehr radikale Philosophen, die sog. Solipsisten, würden behaupten wollen, dass es keine realen Welt gäbe und nur die virtuelle. Die Erkenntnis, dass die Welt, wie wir sie sehen, eine virtuelle Welt im eigenen Kopf ist, hat besonders durch die Forschungen der chilenischen Biologen Maturana und Varela viel Nahrung erhalten. Maturana und Varela hatten festgestellt, dass alle Tiere nicht mit der Umwelt sondern nur mit sich selbst interagieren und Störungen (Perturbationen), welche durch die strukturelle Kopplung mit der Außenwelt entstanden sind, ausgleichen oder sich denen anpassen. Strukturelle Kopplung ist der Schlüsselbegriff. Es gibt eine Außenwelt. Wir können nicht viel über diese aussagen, da wir uns nur mit uns selbst beschäftigen (können). Aber die Außenwelt ist es, die unsere physiologischen Bedürfnisse befriedigen kann. Und nur so können wir unseren Auftrag erfüllen: Überleben und Vermehren. Das Symbol für die Fähigkeit Qualia zu bilden: der Sternenstrahl, das Licht das von den Sternen kommt Awareness Das englische Wort Awareness wird im Deutschen mit Gewahrsam, Achtsamkeit, Bewusstheit oder Wachsamkeit übersetzt. Da alle deutschen Worte eine unpassende Nebenbedeutung oder Unschärfe haben und sich im internationalen Sprachgebrauch der spirituellen Richtungen, die Awareness in den Mittelpunkt ihrer Praxis stellen, das Wort Awareness durchgesetzt hat, will ich es auch vornehmlich benutzen. Wir tun und machen und sind uns gleichzeitig der Tätigkeit und der Bewegung gewahr. Wir können uns jedenfalls gewahr sein. Diese Awareness beinhaltet im besten Fall alle der vorhergegangenen essenziellen Fähigkeiten. Während Sie also so sitzen, sind Sie sich gleichzeitig bewusst, dass Sie Wahrnehmung erschaffen, mehrere Standpunkte gleichzeitig einnehmen oder ablehnen, sich selbst aus mehreren Positionen betrachten, sich selbst aus einer Meta-Position betrachten, sich selbst als Teil einer größeren Menge sehen und Teilmengen von Ihnen ebenso und gleichzeitig und wechselnd assoziieren und dissoziieren. Alles das ist Awareness und alles zusammen ist ein Ur-Zustand der Bewusstheit. Dieser ist ein anderer Zustand als der des urteilenden und vergleichenden und Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 119

120 bewertenden Denkens. Von diesem müssen Sie dissoziieren können. Wer sich mit seinen Gedanken identifiziert, sitzt in der Falle. Gedanken sind beliebig. Gedanken haben aber Macht über uns. Sie kreisen wie Bandschleifen in uns und hypnotisieren uns, dass wir auf eine bestimmte Art und Weise zu sein haben. Wir können uns per Awareness von diesen trennen und eine Wahrnehmungsposition finden, aus der heraus wir negative Gedanken so verändern können, dass wir uns selbst die maximale Unterstützung geben. Awareness hat eine lange Tradition in den Philosophien Asiens. Meditation ist eine Übung in Awareness. Den Gedanken wird das Futter entzogen. Die Klöster und Ashrams des Ostens sind gleichzeitig die therapeutischen Einrichtungen dieser Kulturkreise. Psychologische Interventionen sollten also vor allem die Awareness fördern und herstellen. Das in uns, was uns hindert, ist etwas, was wir durch Bewusstheit loslassen können. Eine moderne Psychologie sollte eine Verbindung aus moderner Neurowissenschaft mit alter östlicher Awareness-Weisheit sein. Es gibt natürlich auch in den westlichen Traditionen Awareness-Übungen. Die Erbauer der Kathedralen sahen die architektonische und handwerkliche Meistleistung auch als Awareness-Übung. Gerade in Deutschland ist die Präzision und Bewusstheit der Handwerker und Facharbeiter ja legendär. Awareness kennen Sie also sehr wohl vom Machen und Tun. Es ist eine Art Konzentration, bei der Ihre Aufmerksamkeit auf nicht anderes gerichtet ist als auf das, was Sie gerade tun, ohne sich dabei extra anzustrengen. Es ist eine umfassende Wahrnehmung, die gleichzeitig fokussiert und grenzenlos ist. Für Awareness wäre ein Stern oder eine Lampe ein geeignetes Symbol. Wir können die 7 Essenziellen Fähigkeiten in einer (täglichen) Meditation mit einem Gedicht oder Gebet wie das Folgende achten: Ich bin der Stern und mir meiner selbst und der gesamten Existenz und Nicht- Existenz bewusst, ich bin der Sternenstrahl und erschaffe Farben, Töne, Gefühle, Gerüche, Geschmäcker und Strukturen, Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 120

121 ich bin die Morgendämmerung und sowohl Ich als auch alles andere und weder dieses noch jenes, ich bin das Gespenst und nehme mich aus mir, aus dir und aus ihnen und jenen wahr, ich bin der magische Zauberstab und mache, was ich mache, dass ich mache, ich bin das Leibgericht und Teil eines Größeren und habe das Größere in mir, ich bin der Adler und schwebe in mir und schwebe außer mir und schwebe zu den Sternen. Börsentrading ist hervorragendes Awareness-Training! Sie erschaffen die Börsenkurse! Machen Sie das eher per Bild oder per Ton oder per Gefühl? Wenn Ihnen die Kurse stinken, haben Sie den 4.Weg gewählt. Und dann nehmen Sie die Adler-Position ein und schweben in die Höhe, so dass Sie sich von oben betrachten und mit scharfem Adlerblick feststellen, ob das, was Sie machen, erfolgsorientiert und potenziell gewinnbringend ist. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 121

122 10. Parts-Integration Parts Parts Integration Ablauf Visual Squash Parts Eines der wesentlichen Tools, das wir zur effektiven Veränderung einsetzen, ist die sog. Parts-Integration. Diese Technik ist aus der Gestalttherapie entlehnt. Die Gestalttherapie nach Fritz Perls war einer der Renner in der Humanistischen Psychologie, die vor allem in den 60er und 70er Jahren en vogue war. Gestalttherapie arbeitet meist mit zwei Stühlen, in denen der Klient sich selbst und eine andere Person oder zwei Seiten seiner Persönlichkeit platzieren kann. Bekannt ist auch die Geschichte der Arbeit mit einem Traum, in der Fritz Perls die Klientin nach der Beschreibung auffordert ein nebensächlich erscheinendes Detail der Traumbeschreibung zu sein und vorzustellen: Ein altes Schild auf dem Grund eines Teiches. In der Gestalttherapie wurden Parts oder Teile der Persönlichkeit gerne dargestellt und mit Leben erfüllt, so dass die Kommunikation mit diesen hergestellt werden konnte. Auch die Außenwelt beinhaltet diese Teile und ist gewissermaßen ein Spiegelbild der Innenwelt. Gestalttherapeutisch würde man also den Breakout-Trader, der von False Breakouts genervt ist, auffordern, einmal ein False-Breakout zu sein. Wie ist es als False Breakout? Was möchtest du mitteilen? Was möchtet du gerne tun? Ebenso könnten wir eine nicht geschlossene Verlustposition sein. Sie ist ja ein Teil von uns, den wir nach außen platziert haben. Verlustposition, seit 1987 long im Nikkei-Index, wie geht es dir? Wie können wir dir helfen? Holt mich hier raus! Gebt mir ein Messer fürs Harakiri!, könnte sie sagen. Gestalttherapie arbeitet also ganz besonders mit diesen Parts. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 122

123 Das Verfahren wurde im NLP in verschiedener Art und Weise aufgenommen und entwickelt. Leicht unterschiedliche Verfahren sind unter den Namen Visual Squash, Verhandlungs-Reframe oder Parts Integration bekannt. Die zentrale Intervention aller drei Ansätze ist das Trennen des Verhaltens eines Teils von seiner Absicht. Diese Absicht intendiert immer das Überleben und/oder Vermehren des Wirtskörpers. Bei der Parts Integration kommt hinzu, dass diese Absichten hoch-gechunkt werden, so dass beide Seiten sich als Abkömmlinge ein und derselben größeren Absicht begreifen können Parts Integration Eine Parts-Integration kommt praktisch bei jedem Coaching vor. Es gibt immer einen Teil, der vorankommen will, und einen Teil, der das verhindert. Wenn dem nicht so wäre, würde der Klient oder Coachee schon da sein, wo er hinwollte, und bräuchte keinen Coach. Zu beachten ist, dass der blockierende Teil nicht schlecht oder faul ist, sondern meisten seinen guten Grund hat und gerade diesen als Unterstützer zu gewinnen letztendlich den Erfolg ermöglicht. Wir wollen bei dieser Vorgehensweise erst einmal die beiden an dem Konflikt beteiligten Parts identifizieren und symbolisch darstellen. Wir können das am besten mittels der beiden Hände machen. Nehmen wir an, es besteht ein Konflikt zwischen einer Seite, welche die Verlustposition schließen will, und einer Seite, die den Trade weiter durchhalten will. Aufhören oder Weitermachen ist ja ein Thema in allen Lebensbereichen. Sie können, wie bei allen Beispielen hier, die Termina aus dem Trading einfach mit denen aus dem anderen Lebensbereich ersetzen. Ich möchte Sie bitten die beiden Hände mit den Handflächen nach oben auf die Oberschenkel zu platzieren. Bitte lassen Sie diese sich nicht eher berühren, als ich es sage. Die beiden Hände können natürlich auch auf dem Tisch platziert werden. Es können auch zwei Kissen oder Stühle genommen werden, auf denen die beiden beteiligten Teile mit dem gesamten Körper dargestellt werden. Es können auch Puppen oder Figuren genommen werden. Da die Methode mit den Händen sich aber gut mit dem Herstellen der Armkatalepsie aus der Hypnosetherapie verbinden Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 123

124 lässt und über Fingersignale ein fantastischer Zugang zur Innenwelt hergestellt werden kann, würde ich dieses Verfahren auf jeden Fall bevorzugen. Auf welcher Hand möchte sich denn der Teil zeigen, der den Trade schließen möchte? Rechts Und links dann den Teil, der ihn weiter durchhalten will?" Ja. Im tatsächliche Setting achten wir besonders auf unwillkürliche Körpersignale. Die betreffenden Hände werden sich schon vor der verbalen Antwort gemeldet haben. In welcher symbolischen Form mag sich denn der Teil auf der linken Hand, der Teil, der fürs Weitermachen ist, zeigen? Hmm, er ist ein Traktor! Ein roter Traktor. Und auf der rechten Hand? Der Teil ist ein grüner Schützenpanzer! Der Teil, der den Trade schließen will? Ja, er will ihn abschießen! Oh, gut. Hat er einen Namen? Wie könnten wir ihn nennen und ansprechen? Das ist Schütze! Und der andere, wie heißt der? Der heißt...trecker! O.K., Schütze und Trecker. So wurden innere Teile nach oben geholt. Alle Teile haben Lust sich zu zeigen und wenn man ihnen Chance gibt, kommen sie gerne hervor. Wenn sie indes den Eindruck haben, dass sie einfach nur herausoperiert werden sollen, werden sie sich sperren. Das Ziel der Parts Integration ist das Verstehen und Annehmen aller Teile und die Integration. In der Praxis werden wir feststellen, dass vor allem die als böse und sabotierend angesehenen Teile wertvolle Kräfte haben und unbedingt akzeptiert werden müssen. Voraussetzung ist die Bereitschaft zu spielen und mit der Innenwelt in Kontakt zu treten. Ein Klient, der die Existenz innerer Teile ignoriert und die Kontaktaufnahme Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 124

125 abblockt, könnte erst einmal eine Integration des Wachbewusstseins mit dem Unterbewusstsein machen. Die Existenz eines Unterbewusstseins kann z.b. über Erfahrungen beim Autofahren eingeführt werden. Autofahren ist eine gerade in Deutschland beliebte kollektive Übung mit dem Unterbewusstsein. Wir können wachbewusst nur 7 plus oder minus 2, also 5 bis 9, Vorgänge gleichzeitig verarbeiten. Beim Autofahren braucht man mehr parallele Kanäle und muss daher einiges unterbewusst durchführen. Nach einiger Zeit werden wir fast alles unterbewusst durchführen. Das ist bei allem Erlernten so. Als nächstes wollen wir die Kommunikation mit diesen Teilen herstellen. Diese sollen sich mitteilen können. Also, Teil auf der rechten Hand, Schütze, wenn du mal direkt zu uns sprechen magst und der Klient stellt dir seine Stimmbänder zur Verfügung, was würdest du gerne mitteilen? Dann lassen wir diesen Teil mal erzählen und zwar soll er in der Ich-Form reden. Ach dieser Trade ist doch wieder sinnlos. Wir sollten ihn sofort schließen. Der Markt wird weiter gegen uns laufen und ich will jetzt endlich neu orientieren! Das nervt mich alles! Dann dasselbe mit dem anderen Teil: Also, Teil auf der linken Hand, Trecker, was magst du uns erzählen. Wie geht es dir? Es ist jetzt eh etwas spät zum Schließen. Wir müssen hoffen, dass der Markt dreht. Ein wenig Hoffnung ist ja noch. Das Ausgangsszenario ist eigentlich erst beim Schneiden des 23-Tage-Durchschnitts kaputt. Ich bin zwar auch unglücklich über die Lage, würde aber noch nicht aufgeben! Dann mögen die Teile über ihre Beziehung zu dem anderen Teil erzählen. Da beide im Konflikt sind, sollte das auch offenbar werden. Die Teile können dann so richtig mal übereinander schimpfen. Es kommt auch vor, dass diese Teile sich Ihres Pendants gar nicht bewusst sind. Oder ein Teil hat den anderen völlig unterdrückt und der erkennt diesen evtl. jetzt zum ersten Mal. Also, Trecker, was denkst du über Schütze? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 125

126 Schütze ist zu ungeduldig. Er setzt enge Stopps und die werden dann überlaufen und dann gerät er in Panik. Wir bräuchten mal einen besseren Plan. Ich weiß nicht, ob der fürs Trading geeignet ist. Schütze, hast du das gehört? Was sagst du dazu? Was hältst du von Trecker? Trecker würde doch auch beim Mega-Crash nicht rausgehen und warten, bis alles weg ist. Er ist zu träge. Börse ist doch was für schnelle Menschen! Den Kontakt herzustellen ist wichtig. Besser erst einmal ein ehrlicher, ablehnender als keiner! Dann kommt ein wichtiger Schritt: Verhalten des Teils und Intention trennen. Der Part macht evtl. etwas, das wie eine Sabotage aussieht, sich so anhört und auch so anfühlt. Er meint es aber nicht als Sabotage, sondern er sorgt vielmehr für ein Bedürfnis. Frage also an dich, Trecker, was ist die positive Intention, die du für das Leben von diesem Klienten hast? Was ist dir wichtig, dass er (sie) bekommt? Wofür sorgst du? Und auch an dich, Schütze. Was ist deine Absicht, deine Intention? Was tust du für den Klienten? Trecker sagt: Chance erhalten. Schütze sagt: Befreiung. Also, Schütze, du willst also aus dem Trade raus, um wieder frei zu sein? Ja, genau. Diese Anspannung ist unerträglich. Und du, Trecker, willst noch drin bleiben, um die Chance zu erhalten? Ja, es ist noch nicht alles verloren. Alls nächstes werden wir die jeweilige Intention hoch-chunken. Wir werden den Wert finden, der höher ist. Letztendlich wollen wir bei beiden Seiten einen identischen Höchsten Wert feststellen. Am Anfang sieht es bisweilen nicht so aus, als ob zwei Seiten eins Konflikts irgendetwas gemeinsam haben könnten. Es ist aber immer so, dass es einen gemeinsamen Höchsten Wert gibt. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 126

127 In Kapitel 9 haben wir bereits dargestellt, dass Chunking eine der Essenziellen Fähigkeiten des Mentalen Apparates ist. Bei der Induktion, dem Hoch-Chunken, suchen wir nach der Größeren Menge, dem übergeordneten Prinzip. Wir tun das durch Fragen wie: Und wofür ist XYZ wichtig? Und was ist es, das XYZ dir gibt? Und was ist wichtiger als XYZ? Und für welches XYZ ist dieses ein Beispiel? Also: Trecker, wofür ist Chance erhalten wichtig, was gibt Klient das? Er bleibt glücklich. Glück ist also wichtig? Ja, klar. Und wofür ist Glück wichtig? Wenn man glücklich ist, lebt man sein Leben. Sein Leben leben ist also wichtiger? Was ist wichtiger als das? Hmm, fällt mir nichts ein. Gut. Dann zu Schütze. Wofür ist Befreiung wichtig? Befreiung. Befreiung ist wichtig für: Den eigenen Weg gehen. Eigener Weg gehen. O.K. Und was ist wichtiger als das? Oder ist das so etwas wie: Leben leben? Genau. Also ist dein Höchster Wert der gleiche wie der von Trecker? Sieht so aus. Und Trecker, ist das nicht toll? Ja, irre. Es geht hier nicht darum, ob es strategisch angesagt ist, den Trade zu schließen oder nicht. Es geht erst einmal darum, den Konflikt zu klären. Denn die Energie und Wachsamkeit, die gebraucht wird für die Entscheidung betreffs des Trades, geht drauf für das Innere Gespräch und den Streit. Wenn der ausgeräumt ist, kann eine logische und rationale Entscheidung gefunden werden. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 127

128 Wenn ihr also den gleichen Höchsten Wert verfolgt, das Leben zu leben, dann müsste es doch möglich sein zu kooperieren und eine gemeinsame Lösung zu finden. Ja, natürlich! Ja, warum nicht? Es müsste möglich sein durch Verhandlung einen Weg zu finden. Trecker, was schlägst du vor? Ich würde die Chance ja gern erhalten. Ich wäre bereit einen Stopp zu berechnen an einer Kursstelle, an der das Setup, das zu dem Trade geführt hat, absolut gestorben ist. O.K., ich der Schütze, wäre schon bereit noch ein wenig Zeit zu geben, wenn sicher ist, dass der neue Stopp eingehalten wird und dieser Stress aufhört. Gut, dann los. Lasst uns die Sache noch einmal genau anschauen und berechnen! Es ist im vollständigen Ablauf der Part-Integration dann sehr schön noch die beiden Hände zusammenzuführen, um die Integration rituell zu verstärken. Dieses Zusammenbringen ist besonders stark, wenn beide Arme und Hände kataleptisch sind und das Wachbewusstsein nicht dazu beiträgt und beitragen kann, die Hände zu bewegen. Katalepsie ist eine Technik aus der Hypnose, bei die bewusste Kontrolle über einzelne Körperteile unterbrochen wird und dem Unterbewusstsein übertragen wird. Dazu bedarf es aber der gekonnten Anleitung eines Hypnose-Therapeuten. Es geht also auch ohne dem. Wenn nun also diese beiden Seiten, Schütze und Trecker von nun an bereit sind, zusammenzuarbeiten und eine Kooperation zu bilden, mögen die beiden Hände sich nun aufeinander zu bewegen und wenn die Handflächen zusammenkommen, mag ein größerer Teil aus den beiden entstehen, mit dem Sie in der Lage sind, beide Aufgaben gut durchzuführen und die gemeinsamen Werte zu verwirklichen...und das Leben leben! Oder so ähnlich. Erfahrungsgemäß ist dieses Ritual des Zusammenlegens der Hände eine starke Erfahrung und ein guter Überzeuger. Innere Konflikte können erheblich blockieren und Energie auf sich ziehen. Die Integration zweier innerer Teile ist eine befreiende Erfahrung. Zu erwähnen wäre, dass diese Integration sich normalerweise in 40 Minuten durchführen lässt. Es kann aber auch vorkommen, dass eine oder beide Seiten erst eine der Interventionen der nächsten Kapitel erfahren müssen, um kooperativ Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 128

129 werden zu können. Wenn ein Teil traumatisiert ist, sollte erst per Karma-Line die emotionale Energie entspannt werden. Letztendlich wird es ein Modell aus Parts in uns geben. Der spirituell orientierte, der die Ganzheit und Einheit mit dem Ganzen sucht, könnte über einen Zeitraum alle diese Parts identifizieren und integrieren. Sie treffen immer in Paaren auf. Sie sind letztendlich immer Teile eines Ganzen und haben sich auf dem Weg der Durchführung eines Höheren Wertes aufgeteilt. In Ihren Strategien zur Durchführung des Wertes kann es vorkommen, dass sie notwendigerweise gegeneinander agieren. Es ist nun wichtig sie zu erinnern, dass der Kampf nichts bringt und ein sowohl als auch hilfreich und immer möglich ist. In Kapitel 20 bei der Darstellung eines Falls zum Thema Blockade werden wir die Technik der Parts Integration noch einmal erleben Ablauf Visual Squash Hier einmal als Übersicht der gesammelte Ablauf des Visual Squash, wie er von Richard Bandler und John Grinder, den Begründern des NLP, entwickelt wurde. Die Parts Integration unterscheidet sich nur in einer kleinen aber wesentlichen Stelle. Der Wert wird zu einem gemeinsamen größten Wert hoch-gechunkt. Der Visual Squash Anleitung für den Coach. 1. Erfragen und benennen Sie die beiden Teile, die sich miteinander im Konflikt befinden. 2. Bilden Sie eine volle Mentale Repräsentation für jeden Teil. Erlauben Sie, dass sich für jeden Teil eine volle Repräsentation (Bild, Klang, Gefühl) entfaltet, so dass es für den Klienten real ist. Lassen Sie dann den Klienten jeden dieser Teile in einer seiner Hände platzieren und lassen Sie ihn sie im Detail beschreiben (mit Qualitäten). 3. Erfragen Sie die Positive Absicht für beide Teile! Sprechen Sie die Teile duzend an! Das Unterbewusstsein entspricht weitgehend dem Inneren Kind und ist es evtl. nicht gewohnt gesiezt zu werden! Bist du dir über die positive Absicht, die Du in... Leben, durch dieses Verhalten erfüllst, bewusst?" Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 129

130 Seien Sie sicher, dass die jeweiligen Teile antworten und nicht der Klient (dass der Klient z.b. in der dritten Person redet etc.). Versichern Sie sich, dass Sie als Coach die Sprache benutzen, die von dem Teil benutzt worden ist. 4. Regen Sie gegenseitige Bewusstheit an! Errichten Sie für beide Teile eine Aufmerksamkeit füreinander und ihre Beziehung zueinander. Bist Du Dir über den Teil in der anderen Hand bewusst? Hast Du diesen Teil schon einmal getroffen? Bist Du Dir bewusst, was die positive Absicht dieses anderen Teils ist?" 5. Erfragen Sie den gegenseitigen Wert! Erfragen Sie Wert und/oder Nützlichkeit für die Qualitäten des anderen Teils, und dass sie den jeweils anderen Teil unterstützen können, seine positive Absicht vielleicht besser und einfacher zu erfüllen. Bist Du Dir bewusst, dass es sehr nützlich sein könnte und dich in Deiner positiven Absicht unterstützen kann, zu jenen Fähigkeiten Zugang zu haben?" 6. Schlagen Sie eine Partnerschaft vor! Mit all der Information die Sie bis jetzt gesammelt haben, können Sie jedem Teil getrennt eine neue Partnerschaft vorschlagen. Machen Sie ihnen den Vorschlag, dass dadurch, dass sie ihre Qualitäten teilen, zugleich Zugang zu jenen Qualitäten haben, die sie bewundern, respektieren oder mögen. Arbeiten Sie mit jedem Teil getrennt bis alle Einwände beseitigt sind und beide bereit sind und übereinstimmen, dass es eine gute Idee ist, zusammenzuarbeiten und sie bereit sind, sich gegenseitig zu helfen und sich zu unterstützen ihre positiven Absichten zu erfüllen. 7. Geben Sie Suggestionen, damit sich die Hände treffen! Wenn beide Teile übereinstimmen, dass eine Partnerschaft wünschenswert ist, bitten Sie das Unterbewusstsein nun zu übernehmen. Es möge verursachen, dass diese Teile in ihre einzigartigen Energien transformiert werden können und diese Energien anfangen sich zueinander zu bewegen. "... und spüre, wie diese Energien jetzt in deinen Händen erwachen und diese Teile anfangen zusammenzukommen, so wie zwei Magnete sich anziehen..." 8. Beenden Sie den Squash! Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 130

131 Suggerieren Sie, dass die Hände sich heben und sich treffen werden, Fingerspitze an Fingerspitze und Handfläche zu Handfläche. Setzen Sie diese Suggestionen fort. 9. Bringen Sie die Hände auf den Körper zurück! Versichern Sie sich, dass nach dem Squash die Hände auf den Körper zurückkommen und willkommen geheißen werden. Abschließende Bemerkungen: Kann man auch mit mehreren Parts arbeiten? Ja natürlich, man kann eine Parts- Konferenz veranstalten. Auf dieser kann jeder Part seine Interessen anmelden und mit den anderen verhandeln. Es ist aber festzuhalten, dass wir in unserer Denkart digital veranlagt sind und immer zwei Seiten einer Medaille brauchen, um überhaupt etwas wahrzunehmen. So wie die Lebewesen in der Arche Noah kommen auch die inneren Lebewesen in Paaren. Leider vermehren sie sich dann auch leichter und wir sollten immer mal wieder inneren Hausputz betreiben, um die Ganzheit unserer Innenwelt nicht zu verlieren. Extreme Fälle von Parts sind in der Pathologie der Psyche immerhin auch bekannt, wie die Multiple Persönlichkeit. Wir werden in Kapitel 14 die 5 Inneren Ebenen näher betrachten. Innere Konflikte können innerhalb einer Ebene und zwischen Ebenen auftreten. Letztendlich wollen aber alle Parts oder Teile das Beste für ihren Wirt, ihren Menschen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 131

132 11. Mentale Repräsentation Was sind Mentale Repräsentationen? Qualitäten einer Mentalen Repräsentation Innere Strategien als Abfolgen von Mentalen Repräsentationen Sinne Das Morph-Feld Sinne Die Mentale Repräsentation des Marktes und des Selbst als Trader Wie denken wir, bewusst und unbewusst? Wie können wir dieses Denken über die Struktur des Denkens ändern? Wenn wir Informationen verarbeiten, also denken, geschieht das schnell und ohne dass wir uns darüber groß Gedanken machen. Wir können aber den Taschenlampenstrahl unserer bewussten Wahrnehmung auf das Denken selbst richten und den genaueren Ablauf beobachten. Bei ganz genauer Beobachtung werden wir feststellen, dass wir in Mentalen Repräsentationen denken Was sind Mentale Repräsentationen? Es sind durch Sinnesinhalte gebildete symbolische Darstellungen. Eine Mentale Repräsentation besteht aus Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Visuell, auditiv, somato-sensorisch, olfaktorisch, gustatorisch. Sinn Sinnesorgan Lateinisches Adverb Auge Auge visuell Ohr Ohr auditiv Fühlen Haut u.a. somato-sensorisch Riechen Nase olfaktorisch Schmecken Zunge, Gaumen gustatorisch Denken: Wir assoziieren eine Ansammlung von Sinneseindrücken, die wir in einer multimedialen Darstellung organisieren. Wenn Sie Erfolg denken, können Sie das nur, indem Sie eine Assoziation auf allen Sinnen bilden, eine Mentale Repräsentation. Das kann ein Bild sein, wie Sie jubeln, oder jemand anderes jubelt. Sie hören den Applaus, fühlen sich gut, riechen und schmecken evtl. etwas. Diese Repräsentation bewirkt eine bestimmte Motorik. Sie ermöglicht Ihnen etwas zu tun, zu handeln oder etwas zu sagen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 132

133 Die Repräsentation bewirkt auch einen bestimmten emotionalen Zustand. Die Repräsentation von Erfolg wird einen Zustand von Stolz oder Freude hervorrufen. Die Dreiheit Wahrnehmung Motorik Emotion ist es, womit wir mit der Welt in Kontakt sind, innen und außen. Eine philosophische Frage, die sich ergibt, wäre, ob nicht alles Mentale Repräsentation ist. Besteht ein Unterschied zwischen der Innenwelt und der Außenwelt? Denn das, was wir als Außenwelt wahrnehmen, ist ja auch nichts weiter als ein Modell, welches wir aus Eindrücken die unsere Sinnesorgane übermittelt haben, in unserer Neurologie gebildet haben. Es gibt auch keine Farbe Grün in der Außenwelt. Es gibt sie nur in unseren Köpfen. Wir haben sie mit einer bestimmten Frequenz des elektromagnetischen Spektrums verbunden. Es ist eines der größten Rätsel der Wissenschaft, wie genau wir auf diese Qualitäten gekommen sind und wie es kommt, dass wir alle Rot sehen. Nun ja, alle nicht (z.b. die mit der Rot-Grün-Schwäche nicht, oder Synergetiker, die verbinden mit der Farbe evtl. eine Tonhöhe), und auch genau das weckte das Interesse der Neurowissenschaftler. Sie werden sagen: Klar sind Außenwelt und Innenwelt unterschiedlich. Der Wespenstich von außen ist schmerzhaft, der vorgestellte innen nicht. Wir werden aber feststellen, dass wir diese Schmerzempfindung bestimmen. Wir können es so einstellen, dass der vorgestellte Stich schmerzt und der äußere wenig oder gar nicht. Der Schmerz ist eine Kreation unserer Neurologie. Er ist auch sinnvoll, denn er warnt uns vor realen Gefahren der Außenwelt. Wir können ihn aber verstärken und vermindern und ausschalten. Je mehr man sich mit diesen Fragen beschäftigt, desto verwirrender wird unsere Welt. Wir überlassen diese Verwirrung den Neurowissenschaftlern und den Philosophen. Als Trader brauchen wir nur zu wissen, dass wir in Mentalen Repräsentationen Informationen verarbeiten und uns der Art unserer Verarbeitung bewusst werden können und auch sollten. Denn wir können per Mentaler Repräsentation unser Denken verändern. Das ist eines der machtvollsten psychologischen Instrumente, welches wir kennen Qualitäten einer Mentalen Repräsentation Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 133

134 Die Mentalen Repräsentationen bestehen aus Qualitäten. Im Englischen werden diese Qualia genannt. Da die wissenschaftliche Diskussion 19 heutzutage in Englisch geführt wird und die Diskussion über den Charakter der Qualia eine der aufregendsten ist, sollten Sie wissen, dass die korrekte Bezeichnung Qualia ist. Das hört sich indes im Deutschen etwas gequält an und ich benutze daher lieber Qualität. Es gibt zwei Arten von Qualitäten: phänomenologische und strukturelle. Phänomenologisch ist Rot, strukturell ist Hell oder dunkel. Inhalt und Struktur. Dazu mehr in Kapitel 12. Denn wir können mittels der Qualitäten die Mentalen Repräsentationen entscheidend verändern Innere Strategien als Abfolgen von Mentalen Repräsentationen Wir denken also in Mentalen Repräsentationen. Genauer gesagt: In Abfolgen und Schachtelungen derselben. Wenn Sie also mal erinnern: Wie war die gedankliche Abfolge bei der Entscheidung zu dem Thema Kleidungswahl heute morgen: Was ziehe ich heute an? Es kann sein, dass Sie das eher visuell auswählen oder eher somato-sensorisch oder auch auditiv. Und wenn das Wäschewaschen länger her war, kann es auch sein, dass eine olfaktorische Wahl angesagt ist. Der eher visuell orientierte Mensch wird sich mehrere Möglichkeiten bildlich vorgestellt haben und diese mit einem Idealbild für den betreffenden Tag oder dem zu erwartenden Kontext verglichen haben. Die Kleidung mit der größten Nähe zum Idealbild wird ein positives Gefühl hervorgerufen haben, so dass diese Kleidung gewählt wurde. Wie gesagt: Das, was Sie vor dem Kleiderschrank machen, läuft größten Teils automatisiert und unterbewusst ab. Machen Sie sich aber jetzt bewusst, dass Sie das, was Sie sehen, mit etwas vergleichen, was Sie sich vorstellen, so dass Sie entscheiden können. Der Gefühlsmensch wird nicht so sehr an dem zu erwartenden Kontext orientiert sein und nicht so sehr ein Idealbild des Aussehens in diesem haben. Das Kriterium für den Gefühlsmenschen ist eher Bequemlichkeit. Sie werden als Gefühlsmensch die erinnerte Vorstellung von Bequemlichkeit vergleichen und auf die Wetterlage und die zu erwartende Aktivität abstimmen und dann das wählen, was sich am besten anfühlt. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 134

135 Der auditiv orientierte Mensch wird evtl. bei jedem Kleidungsstück einen inneren Satz hören oder eine Musik. Oder sie oder er wird visuelle und gefühlte Eindrücke vergleichen und mit einem Satz kommentieren und letztendlich an Kriterien der Tonalität und des Sounds entscheiden. Die Abfolgen und Strategien zur Entscheidung können also individuell unterschiedlich sein. Bestimmte Mentale Repräsentationen bilden Orientierungspunkte. Diese können Werte sein oder Kriterien, nach denen wir bewerten. Während unsere Entscheidungen in der Kindheit meist spontan und chaotisch sind oder sehr lange dauern, können wir sie später unterbewusst durchführen, da wir unterbewusste Orientierungen erlernt und abgespeichert haben. Im ersten Lebensjahr erlernen wir ein Modell des Bewegens und Stehens in dieser Welt. So brauchen wir uns über unseren Stand nicht weitere Gedanken zu machen. Als wir dieses Stehen erlernt hatten, mussten wir es bewusst tun. Dann haben wir das, was sich am besten anfühlte, abgespeichert und auf automatisch gestellt. Wenn wir später Rückenschmerzen bekommen und zu einem Therapeuten oder Arzt gehen, kann es sein, dass dieser unsere Haltung bemängelt oder darauf hinweist, dass diese Rückenprobleme verursachen muss. Dann möchte dieser hilfreiche Mensch uns unser vor vielen Jahren erlerntes und erprobtes Modell der Körperhaltung bewusst machen. So können wir es dann ändern. Das ist natürlich sehr schwierig, weil die Abspeicherung lange her ist und eher tief im Unterbewusstsein liegt. Aber es ist möglich. Chiropraktiker gehen so vor. Sie bringen einen in genau die Haltung, die gerade und entspannt wäre und trainieren die Körperintelligenz dahin, diese Haltung als neue orientierende Mentale Repräsentation zu nehmen. Wir können uns darüber streiten, ob Mental der richtige Ausdruck ist. Wir werden aber feststellen, dass der gesamte Organismus denkt und mental tätig ist. Jede einzelne Zelle ist mit jeder anderen Zelle in Kommunikation. Das Modell der idealen Körperhaltung ist sowohl in den betreffenden Zellen gespeichert als auch in der Region des Hirns, das für die sog. propriozeptive Sinneswahrnehmung zuständig ist Sinne Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 135

136 Die Sinneswahrnehmung ist eine Kreation in unserer Neurologie. Wir sprechen von den 5 Sinnen und evtl. von einem 6. oder 7.Sinn. Genau gesehen ist es etwas differenzierter und wir kommen auf 17, 18 oder sogar 19 Sinne. Für unsere gezielte Arbeit mit diesen Sinnen und ihren jeweiligen Mentalen Repräsentationen, und das ist das, was wir in unseren Mentaltrainings und Coachings, als effektivstes Instrument immer einsetzen, ist eine präzise Landkarte der Sinneswelt unumgänglich. Also: Folgende Sinne gibt es genau: Visuell Sinnesorgan: Auge 1. Schwarz-weiß Sehen 2. Farbliches Sehen Es gibt bekanntlich zwei verschiedene Arten von Zellen im Auge, die Lichtsignale aufnehmen und weiterleiten: Zäpfchen und Stäbchen. Aufgrund der Herkunft der digitalen Signale aus den Nervenbahnen bildet das Gehirn im visuellen Bereich des Neo-Cortex entweder aus den von den Stäbchen kommenden Signalen ein Schwarzweißbild, (vor allem auch für Tiefe, Kontraste, Helligkeit) oder aus von den Zäpfchen kommenden Signalen eine farbliche Ausgestaltung. Es sind aber genau genommen zwei voneinander unabhängige sensorische Systeme. Auditiv Sinnesorgan: Ohr 3. Hören Hören besteht aus Hören. Somato-sensorisch Der Gefühlssinn unterteilt sich in 5 Sinnessysteme. 4. Taktil-haptisch Das ist der Tastsinn auf der Haut und besonders auch das Erfühlen von Formen mit den Händen. 5. Viszeral Das ist der innere Tastsinn, das Gefühl in den inneren Organen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 136

137 6. Vestibulär Das ist der Gleichgewichtssinn im Innenohr. 7. Propriozeptiv Das ist der Sinn, der uns sagt, wo Teile des Skeletts (Gelenke besonders) im Raum sich befinden. 8. Physiologisch Das ist der Sinn, der uns den energetischen Zustand der Zellen meldet. Wach oder müde z.b. Olfaktorisch Organ: Nase 9. Geruchssinn Der Geruch hat noch einen von uns mittlerweile fast vergessenen Schwestersinn: Das Aufnehmen von Pheromonen. Die riechen zwar nicht direkt, sind aber unser Verhalten beeinflussende chemische Substanzen in der Luft, die wir mit Zellen in der Nase erahnen. Da wir sie nicht mehr bewusst wahrnehmen, sind sie evtl. besonders machtvoll. Diese werden im auch im Marketing und Verkauf eingesetzt und sie wundern sich vielleicht warum sie etwas antörnt. Da sind dann irgendwo George-Cloney-Pheromone angebracht. also: 10. Pheromone Gustatorisch Sinnesorgan: Mund, bzw. Zunge und Rachen Der Geschmackssinn besteht aus 5 Sinnen. 11. Salzig 12. Süß 13. Bitter 14. Scharf 15. neuerdings wird ein extra Glutamat-Sinn nachgewiesen, der von dem japanischen Forscher Ikeda, der ihn als eigenständigen Sinn gefunden hat, umami genannt wurde. Dieser Sinn nimmt nicht die chinesische Gewürzmischung aus Monosodiumglutamat (sehr ungesund) wahr, sondern den Eiweißgehalt der Nahrung. Es wird auch Wasser und Fett geschmacklich extra wahrgenommen. Aber 5 Geschmackssinne sollen erst einmal reichen. Abstrakte Sinne Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 137

138 Hinzu kommen noch zwei eher abstrakte Sinne: 16. Zahlensinn Wir können bei der Geburt bis 3 zählen und nur so können wir dieses Prinzip des Zählens haben und zur Mathematik ausbauen. 17. Sprachsinn Die Wissenschaftler streiten sich zwar darüber, ob Sprache angeboren oder erlernt ist, aber es ist unbestritten, dass ein Grundverständnis von Sprache im Gehirn als Sinn angelegt sein muss. Der bekannteste Linguist der Welt, Noam Chomsky, nimmt an, dass es einen universalen Satzbau, eine Syntax, gibt, die allen Menschen gleich und angeboren ist. Dieses wird zwar bezweifelt, da einige Völker doch recht andere Sprachen haben. Es ist wohl auf jeden Fall so, dass das Grundmuster von Sprache als Sinn präsent sein muss. Da es ja (mindestens) zwei Sprachzentren im Gehirn gibt, wird dieser Sinn bei genauerer Untersuchung evtl. noch weiter zu differenzieren sein. Evtl. gibt es einen semantischen und einen syntaktischen Sinn. 18. Zeitsinn Die Zirbeldrüse schüttet das Neurohormon Melatonin aus, um Müdigkeit einzuleiten, sobald es dunkel wird. Sie hat eine Wahrnehmung von Tagesrhythmen und Zeit. Durch diese wissen wir intuitiv, wie spät es ist und durch ihre Beharrung sind wir verwirrt beim Jet-Lag. Neben dem Zeitsinn könnte es auch einen globalen Orientierungssinn geben, der elektromagnetische Signale oder Erd-Impulse aufnimmt. Wenn Fische, Schildkröten und Vögel auf ihren Wegen über Tausenden von Kilometern unerklärliche Wunder der Orientierung vollbringen, sollte man annehmen, dass dieses Organ der globalen Orientierung zumindest rudimentär noch in uns vorhanden sein wird. Männer fragen jedenfalls ungern nach dem Weg in einer fremden Stadt. 19. eventuelle PSI-Sinne Das sind Sinneswahrnehmung der Vorahnung, Fernwahrnehmung in Raum und Zeit usw. Genauerer wissenschaftlicher Untersuchung halten die meisten vermeintlichen Fähigkeiten von Präkognition (Vorherwissen) oder Telepathie nicht stand. Unbestreitbar aber ist, dass es Merkwürdigkeiten gibt. Diese lassen sich evtl. durch die Theorie des Morphogenetischen Feldes erklären Das Morph-Feld Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 138

139 Ausgehend von der merkwürdigen Tatsache, dass sich entscheidende Lernerfahrungen bei Tieren, besonders Vögeln, schneller von einem Ort des Erdballs zu einem entfernten anderen übertragen (Finken in Neuseeland lernen, dass man Milchflaschen aufpicken kann und anderntags tun die in Irland das auch), formulierte der Biologe Rupert Sheldrake das Prinzip des Morphogenetischen Feldes oder Morphischen Feldes. Das M-Feld ist eine immaterielle Sphäre um die Erde, in der sich artspezifische Informationen übertragen. Eventuell ist es so, dass unser Gehirn nicht das gesamte Weltmodell bildet und enthält, sondern eher eine Art Empfänger und Sender ist und im Kontakt mit einer größeren Datenbank steht. Auf der Website von Sheldrake ist das Prinzip des Morphischen Feldes in diesem Artikel gut erklärt: Da an diesem Prinzip sehr viel dran ist, könnte es gerade für Börsianer sehr interessant sein. Ist es nicht so, dass sich Informationen über den Markt eventuell schneller als Nachrichtensysteme und sogar Preisentwicklungen verbreiten? Kollektive Stimmungen? Ist der Markt in den Wochen vor dem so stark gefallen, weil er eben bearish war, weil Osama and Friends (die bekanntlich auch in der amerikanischen Regierung sitzen) schon mal short gegangen waren oder weil das kollektive Bewusstsein, das Morphische Feld der Menschheit, schon wusste, dass etwas einschneidendes und erschreckendes bevor stand? Unsere Wahrnehmung dieses Feldes ist verkümmert oder überlagert. Wir müllen unser Gehirn mit einer Flut von Informationen voll. Wer mal für eine Zeitlang Info- Entzug geübt hat und in der Abgeschiedenheit an einem Meditations-Retreat teilgenommen hat, wird festgestellt haben, dass die Sensibilität für Informationen aus anderen Dimensionen zugenommen hat. Wir können schlecht aus der Berghöhle heraus die Märkte traden, aber Trader sollten unbedingt täglich meditieren, um sich zumindest zeitweise mental zu entspannen. Ich denke jedenfalls, dass der 19.Sinn, oder die in ihm enthaltene Gruppe der PSI- Sinne, durch den Zugang zum M-Feld erklärbar ist. Das könnte eventuell aber auch auf die Sinneswahrnehmung generell zutreffen Sinne Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 139

140 Zurück zu den Sinnen: Wir nehmen also jede Sekunde eine weite Bandbreite von Informationen durch die Sinne auf und verarbeiten diese. Nur ein sehr geringer Bruchteil dieser wird uns bewusst. Für unser praktisches Vorgehen ist es sinnvoll das klassische Modell der 5 Sinne zu nutzen: Gesicht, Gehör, Gefühl, Geruch, Geschmack. Visuell, auditiv, somatosensorisch, olfaktorisch, gustatorisch. Wobei man wissen sollte, dass sich der somato-sensorische Sinn in 5 Sinne unterteilt: taktil-haptisch, viszeral, vestibulär, propriozeptiv, physiologisch. Dieser Sinn wird in NLP-Kreisen als kinesthetisch oder kinästhetisch bezeichnet, was ihn unzutreffend bezeichnet, da Kinesthetik soviel wie Bewegung bedeutet und nur der propriozeptive Sinn mit dieser direkt etwas zu tun hat Die Mentale Repräsentation des Marktes und des Selbst als Trader Wie repräsentieren Sie sich den Markt besonders? Wenn Sie an den Markt denken: Sehen Sie den Markt vor Augen, hören Sie Rufe der Trader, Meinungen, Anschwellen, fühlen Sie eine Aufregung oder Zuversicht oder Unruhe, riechen Sie den Markt, schmecken Sie diesen? Wie repräsentieren Sie sich selbst als Trader? Richten Sie bitte mal den Taschenlampenstrahl Ihrer Awareness auf die Repräsentation Ihrer selbst in der Funktion des Börsianers oder Traders oder Händlers. Wir haben ja alle fortwährend mit Märkten zu tun und geben Gebote ab und machen Angebote. Das, was in unserer ökonomischen (und wohl nicht nur in dieser) Welt funktioniert, ist als fairer Markt organisiert. Alles, was per Verordnung funktioniert, wird sich irgendwann als schlecht angepasst wiederfinden. Hierarchische, per Dekret funktionierende Strukturen tendieren dazu größer zu werden als ihr Habitat erlaubt. Märkte erlauben Selbstorganisation und erzwingen die Anpassung an die Umwelt. Wenn Sie also an sich als Trader denken, kann es sein, dass Sie ein Trader an Börsenmärkten sind. Es kann aber auch sein, dass Sie auf dem Arbeitsmarkt handeln. Oder: Auf dem Ehemarkt, auf dem Kunstmarkt, auf dem Gesundheitsmarkt. Sie sind fortwährend auf mehr oder weniger fair organisierten Märkten tätig und geben Angebote ab oder fragen etwas nach. Wie repräsentieren Sie sich jeweils? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 140

141 Inkongruente Angebote werden auf dem Markt letztendlich durchschaut. Inkongruent heißt: Vordergründige Darstellung und das, was dahinter steht, sind nicht gleich. Wenn wir mehr anzubieten versuchen, als wir sind oder glauben zu sein, wird der Markt das merken. Wenn wir um mehr nachfragen, als wir zahlen können, wird es auch Probleme geben. Wie also nun ist Ihre Innere Repräsentation von sich selbst als Trader? Was sehen Sie auf Ihrem inneren Bildschirm, wen sehen Sie? Wie hört sich dieser Mensch an? Besonders wichtig in der Mentalen Repräsentation des Traders ist natürlich das Körpergefühl, welches wir in 5 Sinne unterteilen können. Ist Ihr innerer Trader müde oder wach? Wie steht sie oder er im Raum und wie bewegt sie oder er sich? Ist sie oder er schwer oder eher leicht? Eher nach links oder nach rechts? Wie ist da Bauchgefühl? Und wie fühlt es sich auf der Haut an, in diesem Markt ein Händler zu sein? Wie duftet der Händler, was riecht er und welchen Geschmack hat sie oder er auf der Zunge? Wenn Sie diese Repräsentation sich bewusst machen und beobachten: Stimmt diese mit Ihrer tatsächlichen Position in dem Markt überein? Wollen Sie diese Repräsentation anpassen? Wollen Sie Ihre tatsächliche Position erweitern und das damit beginnen, dass Sie die innere Mentale Repräsentation von sich erweitern? Denn das wäre sinnvoll. Wenn Sie indes zu weit ist, werden Sie fallen oder platzen. Wir sollten uns an dem orientieren, was unsere Realität ist und dann diese graduell erweitern und erweitern. Träume sind Schäume. Aber ohne Träume gäbe es keine Entwicklung. Wir wollen also bewusstes Träumen lernen. Oft ist es ausreichend für ein Aha-Erlebnis sich der Mentalen Repräsentation gewahr zu werden, mit der man sich selbst und die eigene Konstruktion der Welt formt. Oft verändert sich das ans Licht gezogene dann schon von selbst. Wir haben durch die Veränderung der Details einer Mentalen Repräsentation, der Qualitäten, noch ein genaueres Werkzeug. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 141

142 12. Qualia Designing Qualitäten-Management Kleine Übung zur Veränderung der Erinnerung Überblick über die Qualitäten nach Sinnen Visuell Auditiv Somato-sensorisch Olfaktorisch Gustatorisch Zahlen- und Sprachsinn Fragebogen zur Abfrage von Qualitäten Fragebogen Kleine Übung zur Anwendung des Fragebogens Einige Anwendungen aus dem Trader-Alltag Die folgende Technik der Selbstveränderung halte ich für die potentiell machtvollste, die es gibt. Selbstverständlich kann die Darstellung in einem Absatz in diesem Buch eher nur eine Kurzdarstellung sein und eine Praxis als Coach oder Therapeut mit dieser Technik bedarf einer Ausbildung. Der wesentliche Punkt ist nicht die Art und Weise der Technik. Die ist einfach. Sie wird als Submodalitäten-Veränderung in NLP-Trainings seit fast 30 Jahren gelehrt und praktiziert. Der wesentliche Punkt ist zu wissen, welche Submodalität man wann, wie und wie sehr verändert. Was für Sie wichtig ist: Sie können sich die Details (und vor allem die strukturellen Details) Ihrer Mentalen Repräsentationen bewusst machen. Sie können die Wirkung der Mentalen Repräsentation auf Ihre Wahrnehmung der Welt, Ihre Handlungen in der Welt und Ihre Emotionen gegenüber der Welt, entscheidend verändern Qualitäten-Management Wir bauen unser inneres Weltmodell aus Mentalen Repräsentationen. Diese wiederum bestehen aus Qualitäten. Ein inneres Bild z.b. hat Farbe oder Perspektive. In der philosophischen Diskussion über Bewusstsein, die in English geführt wird, heißen diese Bausteine Qualia. Im Deutschen würde ich als Begriff Qualität vorziehen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 142

143 Im NLP nehmen die strukturellen Qualitäten unter dem Namen Submodalitäten eine herausragende Rolle ein. Wie fast alle Ausdrücke im NLP ist auch dieser irreführend und deshalb wollen wir ihn nicht verwenden. Allerdings ist die Arbeit mit diesen Submodalitäten einer der wesentlichen Schritte im NLP, mit denen der Anspruch des Programmierens des eigenen Hirns tatsächlich durchgeführt werden kann. NLP wiederum hat zumindest Teile des Konzepts von der Perception Control Theory (PCT) 20 genommen, einer psychologischen Theorie, die Systemtheorie und Wahrnehmung verbindet. PCT hat herausgefunden, dass wir oft über eine einzige Wahrnehmung und einen einzigen Wahrnehmungskanal unser Verhalten kontrollieren. Beim Autofahren wird der eine die Geschwindigkeit visuell über den Blick auf den Tacho kontrollieren, der andere wird das Motorgeräusch hören, der dritte wird die Vibration spüren. Der Druck auf das Gaspedal wird dann automatisch gekoppelt sein. Es kann also vorkommen, dass die Veränderung einer einzigen Komponente die gesamte Repräsentation verändert. Diese Intervention ist potenziell sehr machtvoll und sie sollte bewusst und mit Bedacht eingesetzt werden. Einige Einstellungen sollten nur vorsichtig beeinflusst werden. Die Qualitäten können in zweierlei Art unterschieden werden: Phänomenologische und strukturelle Qualitäten. Phänomenologische Qualitäten bilden die Phänomene der inneren Welt (und die äußere Welt ist ein Modell, welches wir innen bilden): Farbe, Töne, Fühlbares, Gerüche, Geschmäcke. Strukturelle Qualitäten bilden die Strukturen der Repräsentationen: Hell/Dunkel, Perspektive, Intensität, Dauer Kleine Übung zur Veränderung einer Erinnerung Zur Veranschaulichung eine kleine Übung: Erinnern Sie sich bitte an ein Ereignis der vergangenen Woche, welches eher unangenehm war. Es soll ein Ereignis, bei dem es O.K. ist, wenn es in der Erinnerung leichter und sympathischer wird. Nehmen Sie die Erinnerung wahr. Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge? Was hören Sie in Ihrem inneren Ohr? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 143

144 Es sind die inneren Organe, bzw. die betreffenden Areale des Gehirns, welche die sensorische Wahrnehmung erschaffen. Der Input, der durch die äußeren Organe aufgenommen und durch die Sinnesnervenbahnen zum Gehirn geleitet wird, ist nichts als eine Abfolge von digitalen Signalfolgen. Wie genau wir diese Welt erschaffen mit ihren Qualitäten, das ist (noch) ein Rätsel. Hinzu kommt, dass sich diese inneren Weltschöpfungen ähneln, sonst könnten wir uns kaum über die Schönheit eines Sonnenuntergangs unterhalten. Es gibt derzeit mehrere Theorien zu diesem Problem und mir scheint die am aussichtsreichsten, die das phänomenologische Bewusstsein als einen Baustein der Existenz ansieht, physikalisch gleichrangig mit Masse, Raum und Zeit. Dieser Ansatz wird z.b. von dem in USA lehrenden australischen Philosophen David Chalmers vertreten. Da die Mysterien der Quantenphysik ebenfalls Bewusstseinsphänomene beinhalten, gibt es Überschneidungen mit diesem Ansatz mit Ansätzen, die das Gehirn für einen Quantencomputer halten, bzw. für einen Empfänger eines Mega- Quantencomputers. Nichtsdestotrotz: Sie haben eine Welt in ihrem Kopf, in der Sie selbst vorkommen, der eine Welt in ihrem/seinem Kopf hat. Und Sie können diese Welt in Ihrem Kopf von außen betrachten und sich ihrer gewahr werden und sie verändern. Nehmen wir also die Erinnerung an ein leicht unangenehmes Ereignis der letzten Tage. Die Erinnerung beinhaltet ein Bild davon. Stellen Sie sich vor, dass Sie dieses Bild ein wenig heller machen können. Drehen Sie sozusagen an dem Helligkeits-Regler und nehmen Sie wahr, wie das Bild an die Erinnerung heller wird. Wird das Ereignis dadurch unangenehmer oder angenehmer? Machen Sie es dunkler! Angenehmer oder unangenehmer? Stellen Sie einfach nur fest, dass Sie die Komponente Helligkeit verändern können. Wir können alle diese Qualitäten verändern. Mit einigen Veränderungen wird sich die Qualität der gesamten Repräsentation verändern, mit anderen nicht oder weniger. Für einige Menschen und bei einigen Repräsentationen wird es durch heller machen angenehmer, bei anderen wird es durch die gleiche Veränderung unangenehmer. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 144

145 Es gibt phänomenologische und strukturelle Qualitäten. Phänomenologisch heißt: Dieses ist als Phänomen wahrnehmbar. Farbe ist ein Phänomen. Helligkeit ist eine strukturelle Komponente des Phänomens. Wenn es nur Helligkeit gäbe und keine Farbe, könnten wir es nicht wahrnehmen. Farbe ohne eine Veränderungsmöglichkeit der Helligkeit könnte es aber geben. Helligkeit ist eine strukturelle Komponente der Farbe. Es ist sehr viel einfacher diese strukturellen Komponenten zu verändern als die phänomenologischen. Daher nutzen wir eher diese in unserer Veränderungsarbeit Überblick der Qualitäten nach Sinnen Was also wären die Qualitäten? Wir gehen die 5, bzw. exakter: 19, Sinne durch: Visuell: Das visuelle System besteht aus zwei Sinnessystemen: Schwarzweiß-Sehen und Farbensehen. Schwarz, Weiß und Farben sind also die qualitativen Phänomene. Die strukturellen Qualitäten sind: Helligkeit Kontrast Tiefe (2-dimensional oder 3-dimensional) Bewegt oder still Lokalität (Ort und Richtung des Bildes) Form des Bildes Auditiv Das auditive System besteht aus akustischen Signalen. Das sind Töne, Geräusche, Stimmen. Die strukturellen Komponenten sind: Tonhöhe Lautstärke Dauer Anhaltend oder unterbrochen Voll oder flach Monoton Richtung oder Richtungen Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 145

146 Somato-sensorisch Das somato-sensorische Sinnessystem besteht ja aus 5 Systemen. Von der Struktur her variieren die gefühlten Qualitäten fast nur in der Intensität. Wenn also Schmerz eines der Phänomene der Somatosensorik ist, dann ist dieser strukturell durch unterschiedliche Intensität, wie schwacher Schmerz und großer Schmerz, charakterisiert. Im somato-sensorischen System interessiert uns also erst einmal mehr die phänomenologische Komponente, die wir dann über die strukturelle Komponente der Intensität verändern können. Wir können meist auch den Ort im Körper verändern und die Ausdehnung. Wir haben also 5 somato-sensorische Sinnessysteme und deren Qualitäten: takil-haptisch viszeral vestibulär propriozeptiv physiologisch Das Sinnesorgan für Taktil-haptisch ist die Haut. Wir nehmen die Qualitäten von Schmerz, Lust, Druck, Temperatur auf. Diese können strukturell nach Intensität, Ort und Ausdehnung verändert sein. Ähnlich ist es mit der viszeralen Wahrnehmung. Das ist sozusagen das Hautgefühl in den inneren Organen, vor allem Magen und Darm. Wir nehmen auch innerlich Schmerz, Lust, Druck und Temperatur wahr. Wir können wiederum die Intensität verändern und den Ort und die Ausdehnung. Das vestibuläre System sitzt im Innenohr und reguliert Gewicht und Balance. Die Intensität des Gewichtsgefühls kann variiert werden. Dieses kann für die Balance links und/oder rechts unterschiedlich eingestellt werden. Die Propriozeption nimmt die Position der Gelenke und Knochen des Körperskeletts im Raum wahr. Die Körperhaltung kann aufrecht oder geschrumpft, oder wie immer man diese bezeichnen will, sein. Es wird eine Geschwindigkeit wahrgenommen, die schnell oder langsam sein kann.. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 146

147 Die physiologische Wahrnehmung der Zellen gibt uns Mitteilung über deren Energiezustand. Sind wir müde oder wach? Auch das können wir in der Intensität variieren Olfaktorisch Das olfaktorische System nimmt mit der Nase Gerüche wahr, also chemische Substanzen. Diese haben über 1000 Qualitäten. Nichts ist so differenziert in der Phänomenologie wie der Geruchssinn. Die Intensität kann wiederum schwanken und von uns verändert werden. Das verwandte Sinnessystem der Wahrnehmung von Pheromonen durch die Nase läuft völlig ohne bewusste Wahrnehmung. Die Wahrnehmung dieses System ist verkümmert, wir können es für unsere Arbeit ignorieren. Wobei es sicherlich noch Einfluss hat. Das Ich kann ihn nicht riechen! bezieht sich wohl eher auf die Ausstrahlung der Pheromone dieses Menschen als auf den tatsächlichen Duft Gustatorisch Das gustatorische System besteht aus 5 oder 6 Geschmackssystemen, die chemische Signale im Gaumen und Zunge aufnehmen. Diese können intensiver oder schwächer sein. Mit etwas Übung als Gourmet oder Koch werden wir uns auf die Nuancen einstellen können. Können wir die Intensität verändern? Können wir etwas süßer oder bitterer machen? Zweifellos variiert diese Wahrnehmung und ist somit veränderbar Zahlen- und Sprachsinn Über Qualitäten des Zahlen- und des Sprachsinns gibt es noch zu wenig Forschung. Diese Sinne sind ja eher abstrakt. Grundsätzlich würde man sagen, dass Zahlen und Worte durch Repräsentationen aus den wahrnehmenden Sinnen gebildet sein müssen. Es gibt aber offensichtlich Menschen, die das nicht unbedingt machen. Einstein konnte angeblich in rein mathematischen Formelwelten denken. Das wird auch für andere mathematische Genies gelten. Es gilt auch für autistische Menschen, sog. Savants oder Menschen mit Aspergers Syndrom, die komplizierte Rechnungen oder Erinnerungsaufgaben in Sekundenschnelle durchführen können. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 147

148 Der Sprachsinn ist vor allem als ein Sinn für Syntax, für eleganten oder zutreffenden Satzbau, angedacht. Zweifellos ist der bei Menschen unterschiedlich angelegt. Auch hier wäre die Beschäftigung damit eher Neuland. Das gilt natürlich auch für die PSI-Sinne. Wobei gerade hier viel Forschung betrieben wird. In jüngerer Zeit bekannt geworden ist das Remote Viewing. Bei diesem Fernwahrnehmen versuchte eine Gruppe PSI-Begabter für den amerikanischen Geheimdienst militärische Informationen per Fernwahrnehmung aufzuspüren. Dieses hatte angeblich mehr Erfolg als erwartet kaufte ich mir nach dem Besuch eines sehr interessanten Vortrags von Joe McMoneagle 21, dessen Buch The Ultimate Time-Machine. Selbstverständlich war ich daran interessiert per Remote Viewing die Börsenkurse vorhersagen zu können. (Damit habe ich vor allem in Zusammenhang mit der in Kapitel 17 zu besprechenden Karma-Line gearbeitet, tendenziell erfolgreich übrigens.) Wenn man das Buch heute liest, wird man feststellen, dass keine der Prognosen bisher eingetroffen ist (der Papst lebt immer noch) und Ereignisse wie der 11.September oder der Irak- Krieg nicht gesehen wurden. Zeit ist etwas, was in jedem Moment neu entsteht. Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess! Wir nehmen wahr, was wir wahrnehmen wollen! Fragebogen zur Abfrage von Qualitäten Wir wollen das Management der Qualitäten für die Veränderung von Einstellungen oder Zuständen effektiv einsetzen. Dazu erfragen wir erst einmal die genauen Qualitäten der Repräsentationen. Ich habe dazu folgenden Fragebogen entwickelt und setze diesen in meinen Coachings ein. Dieser erfragt die wesentlichen Qualitäten in systematischer Form: Abfrage der Qualitäten einer Mentalen Repräsentation Nr. Qualität Zustand A Zustand B V.1. Welche Farben, wie intensiv? V.2. V.3. V.4. V.5. Hell oder dunkel? Scharf oder verschwommen? Tief oder flach? Bist du in dem Bild oder siehst du dich in dem B.? Ass.-diss. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 148

149 V.6. V.7. V.8. A.1. A.2. A.3. A.4. A.5. A.6. A.7. Se.1. Se.2. Se.3. Si.1. Si.4. Sp.1. Sp.2. Sp.3. Sp.4. O.1. G.1. Ist das Bild bewegt oder still? Wo siehst du das Bild (Richtung, Entfernung, Größe)? Welche Form hat das Bild? Rahmen oder kein Rahmen? Welche akustischen Töne, Geräusche, Stimmen? Eher hoch oder tief? Eher laut oder leise? Andauernd oder unterbrochen? Eher voll oder flach? Monoton oder melodisch? Aus welcher Richtung kommt dieser? Entfernung? Wie fühlt es sich auf der Haut an? (Druck, Kontur, Textur, Konsistenz?) Temperatur auf der Haut? Warm oder kalt? Schmerz, Behagen oder neutral a. d. Haut? Wie fühlt es sich im Körper, im Bauch, in den Organen an? Temperatur? Druck? Energie? Müde oder wach? Wie ist die Körperhaltung? Bewegung? Schnell und langsam? Balance? Nach links oder nach rechts, nach vorn oder hinten? Gewicht? Schwer oder leicht? Welcher Geruch? Welcher Geschmack? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 149

150 Wie intensiv ist die Qualität jeweils? Was geschieht mit der kognitiven oder emotionalen Bewertung, sobald die Qualität intensiviert oder abgeschwächt wird? Übung zur Anwendung des Fragebogens Nehmen Sie also einen Zustand, den Sie verändern möchten. Ermitteln Sie die Mentale Repräsentation und fragen Sie sich nach den spezifischen Qualitäten. Tragen Sie dieses in Spalte A ein. Fragen Sie sich dann nach dem erwünschten Zustand. Wie sähe es aus, hörte es sich an, würde es sich anfühlen, wenn Sie in dem Zustand wären? Tragen Sie diese Qualitäten in Spalte B ein! Vergleichen Sie nun beide Spalten. Einige Qualitäten werden identisch sein. Andere werden sich unterscheiden. Nehmen Sie eine Qualität aus der Repräsentation von Zustand A und überführen Sie diese in die Art oder Intensität wie in der Repräsentation von Zustand B. Registrieren Sie ob diese Veränderung einer einzelnen Qualität das Gefühl entscheidend verändert, bzw. machen Sie so viele Ausrufezeichen rechts daneben, wie die Intensität der Veränderung war. Machen Sie es immer nur für eine Qualität und führen Sie die Veränderung immer wieder in den Ausgangszustand zurück. Sie werden feststellen, dass einige Qualitäten entscheidende Veränderung bewirken. Eine einzige ist es vielleicht, die ganz besonders entscheidende Veränderung mit sich bringt. Das ist der Driver. Führen Sie mittels des Drivers und gegebenenfalls von ein oder zwei Qualitäten mehr die Veränderung des Zustandes von A nach B durch. Unterbrechen Sie und überprüfen Sie dann, ob die Repräsentation von dem Ereignis, das Sie verändern wollten, bleibend verändert ist. Diese Veränderungen per Qualitäten einer Mentalen Repräsentation können sehr machtvoll sein. Bevor Sie eine Grundeinstellung bei sich verändern, sollten Sie sehr genau überprüfen, ob das im Gesamtsystem Ihrer Innenwelt gut geheißen wird Einige Beispiele aus dem Trader-Alltag Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 150

151 Noch einmal zur Klarstellung: Wahrnehmung Motorik Emotion bilden eine Einheit. Mit diesen drei Funktionen erschaffen wir die Welt per Interaktion. Sie sind voneinander wechselseitig abhängig. Wenn wir die Wahrnehmung verändern, wird sich unsere Motorik (Bewegung, Bearbeiten von Objekten, Sprache) und unsere Emotion verändern. Andersherum aber auch: Die Wahrnehmung bei schnellem Gehen wird anders sein als die bei langsamer Bewegung. Die Wahrnehmung aus Angst heraus wird anders sein als die bei Freude. Über die Wahrnehmung haben wir aber am leichtesten einen Hebel zur Veränderung. Seien Sie frei von Angst und Gier!, lautet eine etwas abgedroschene Börsenweisheit. Haben Sie schon einmal versucht, diese Anweisung konkret durchzuführen? Dann viel Spaß! Es ist aber durchaus möglich, wenn Sie die Wahrnehmung verändern. Das werden wir mit Gier und Angst und ihren Folgen a la Selling at Low, Buying at High in Kapitel 22 an Hand einer Fallgeschichte durchführen. Die meisten Wahrnehmungsprobleme, die Trader-Klienten angeben, sind nichtexistente, aus Missverständnisse entstandene, Scheinprobleme. Ich erkenne das High immer zu spät! Ja, klar. Ein High erkennt man dann, wenn die Kurve wieder im Tal ist, das ist doch logisch. Der Trader, der am High, und am besten an jedem High, nachweislich zutreffend sagt: Dieser Kurs ist jetzt wie das Gasthaus auf dem Gipfel der Zugspitze. Höher geht s nimmer!, muss erst noch geboren werden. Und: Es kann nur einen geben! Noch mal zum Mitschreiben: High und Low erkennt man nur in der Rückschau. Die Börse ist nicht wie die Berglandschaft. Oder: Es ist wie die Berglandschaft, aber im extremen Zeitraffer. Es hat einige Tausend Jahre gebraucht bis die italienische tektonische Platte die Alpen aufgeschoben hat. Börse ist derselbe Prozess in Minuten und sie stehen vorne an der Geo-Platte und lassen sich wie ein Surfer bis nach Garmisch schieben. Rauf und runter geht s und Sie können niemals sagen: Jetzt muss es aber drehen! Sie wissen an der Börse nie, ob Sie bei der Aufschiebung der Alpen, des Himalajas oder des Bungsbergs ( höchste Erhebung in Schleswig-Holstein) dabei sind. Also: Mal ein echtes Thema. Sie haben im vorherigen Kapitel gelesen, dass Mentale Repräsentationen Orientierungen und Filter bilden. Die innere Wahrnehmung prägt die äußere vor. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 151

152 Laden Sie bitte mal irgendeinen Chart auf den Bildschirm. Dieser soll für unsere Überprüfung sein. Machen Sie den Bildschirm aus, so dass Sie vorübergehend die Preisentwicklung nicht sehen können. Ermitteln Sie mittels des Qualitäten-Fragebogens die mentalen Repräsentationen für Ich habe gute Gewinnaussichten und für Ich habe schlechte Gewinnaussichten! Stellen Sie besonders die Unterschiede in Qualitäten fest, die einen Unterschied machen! Ermitteln Sie die innere Mentale Repräsentation für Ihre Gewinnchancen in dem Markt, der sich hinter dem nun noch schwarzen Screen verbirgt. Stellen Sie die Driver-Qualität so ein wie bei schlechte Gewinnaussicht. Stellen Sie den Bildschirm an und nehmen Sie wahr, wie stark Ihre Zuversicht ist, dass Sie mit diesem Markt Geld machen könnten. Bewerten Sie diese auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 höchste Chancen symbolisiert. Machen Sie den Bildschirm wieder aus und unterbrechen Sie, in dem Sie sich an Ihren letzten Ski-Urlaub erinnern. Und wenn Sie, wie ich als überzeugter Flachländer, noch nie Ski-Urlaub gemacht haben und der Bungsberg die höchste Erhebung ist, die Sie kennen (wollen), dann erinnern Sie sich jetzt an den höchsten Punkt, an dem Sie bisher waren. Welcher Flug war das? Oder sind Sie noch nie geflogen und es war eine Erhebung in der Landschaft? Oder war das, als Sie oben auf der Leiter standen und bei Rapunzel anklopften? Nun laden Sie sich die Repräsentation für Gute Gewinnaussichten auf Ihren inneren Bildschirm. Eventuell nehmen Sie die Aufzeichnungen aus dem Fragebogen zu Hilfe. Dann stellen Sie wieder den Bildschirm an und schauen erneut auf den Chart. Wie hoch ist Zuversicht nun auf der Skala von 1 bis 10? Sehen Sie plötzlich Chancen? Erkennen Sie nun eher Möglichkeiten, wie dieser Markt zu traden ist? So sollte es natürlich sein. Es ist wie bei der selbsterfüllenden Prophezeiung und mittels des Qualitäten-Management können Sie die Erwartung und die Prophezeiung selbst einstellen. Wenn das Gegenteil herauskommt, sind Sie evtl. ein sogenannter Polarity Responder. Sie machen oder erfahren als ein solcher das Gegenteil vom intendierten. Da ich selbst zu dieser eher seltenen und gefährlichen Gattung gehöre, kann ich einiges zu dem Thema sagen. Sie finden Hinweise auf meiner Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 152

153 Website. Die einfachste Lösung: Wenn Sie gute Gewinnchancen erkennen wollen, setzen Sie als Polarity Responder eben vorher die Brille von schlechte Gewinnaussichten auf. In der Kinesiologie und besonders in der Thought Field Therapy (TFT) nach Callahan 22 gibt es spezielle Interventionen durch Klopfen auf besondere Punkte, mit denen die hier so benannte Psychologische Umkehrung ausgeglichen wird. Machen Sie für sich selbst Prophezeiungen zu verschiedenen Themen und Ereignissen Ihrer Umwelt und lassen Sie sich von der Selbsterfüllung überraschen! Überprüfen Sie, ob und wie Veränderungen in der Einstellung der Qualitäten das Feedback durch Ihre Mitmenschen und die Welt beeinflusst! Mittels dieser Methode des Qualia Designing lassen sich die Handicaps, welche Behavioral Finance (z.b. die Loss Aversion) zutreffend herausgefunden hat, korrigieren. Dazu mehr in den weiteren Kapiteln. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 153

154 13. Neurologische Attraktoren Neurologische Attraktoren Installieren von Neurologischen Attraktoren Circle of Excellence Visuelle Anker Akustische, olfaktorische und gustatorische Anker Anker kollabieren Mittels Circle of Excellence Change History Swish Neurologische Attraktoren Der Begriff Anchoring oder Ankern wird im NLP verwendet für eine Art von Technik, die ursprünglich aus dem Behaviorismus stammt. Der erste wissenschaftlich untersuchte Geankerte war Pavlov s Hund. Es werden also sinnliche Reize mit einem physiologischen Zustand verbunden. Das Wahrnehmen des spezifischen sensorischen Reizes löst den Zustand aus. Immer wenn der Hund die Glocke hörte, wurde der Zustand Erwartung von Futter mit Speichelfluss ausgelöst. Immer wenn wir einen Song aus der Zeit der ersten Liebe hören, fühlen wir wieder die Unsicherheit und Euphorie jener Tage. Immer wenn ein bestimmter Geruch unsere Nase durchströmt, erinnern wir uns an ein Ereignis oder eine Zeit und nehmen eine bestimmte Haltung ein. Wir können diese Auslöser als Anker bezeichnen. Sie sind vom Schiff, mit dem wir unser Leben bereisen, auf dem Urgrund des Wahrnehmungs-Ozeans geworfen, so dass das Schiff auch in rauer See einen Halt und eine Orientierung hat. Wir können uns bei dieser Metapher schon vorstellen, was zu viele Anker bewirken: Das Schiff verliert an Bewegungsfreiheit. Genau das geschieht auch im Leben. Bisweilen ist es sinnvoll, auszubrechen. Die Reise in eine ankerfreie Umgebung ermöglicht Entspannung und Neuorientierung. Der Umzug in eine neue Stadt, in der noch keine Anker gesetzt sind, gibt Raum für neue Erfahrungen und Verhalten. Der Mensch in der gewohnten Umgebung hat Schwierigkeiten damit, etwas althergebrachtes zu verändern, denn die automatischen Zustandsabläufe sind tief geankert. Das Ankern der Umgebung ist auch sinnvoll, denn so sind viele Abläufe zu Automatismen geworden, und wir brauchen nicht weiter darüber nachdenken. Das spart Zeit. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 154

155 Es wäre sehr sinnvoll, wenn wir uns der Anker in unserer alltäglichen Umgebung bewusst werden. Wir können diese einstellen und verändern. Wir könnten auch Anker bewusst installieren. Ankern oder Anchoring ist in jedem NLP-Training ein wesentlicher Bestandteil und weitere Ausführungen werden wir in den meisten NLP-Büchern finden. Anker ist zwar eine schöne Metapher, aber sie ist nicht immer angemessen. Ich ziehe Neurologische Attraktoren vor. Unsere Neurologie, dieser Ozean aus den Verbindungen von Billionen von Neuronen, ist ein chaotisches Feld. Der Neuroforscher Hebb fand Ende der Vierziger Jahre des 20.Jahrhunderts heraus, dass Neuronenverbindungen, die benutzt wurden, verstärkt werden, so dass Impulse diesen Weg eher wieder nehmen als einen nicht oder selten benutzten. So lernt das Gehirn und behält das Erlernte und ist evtl. an einem bestimmten Punkt übertrainiert. Diese gewohnten Bahnen sind wie Attraktoren in einem chaotischen Feld. Die neuronale Energie fühlt sich hier eher angezogen. Wir können derartige Attraktoren bewusst erzeugen und nutzen und auch löschen Installieren von neurologischen Attraktoren Beginnen wir mit taktil erzeugten Neuro-Attraktoren: Sie müssen hierfür eine ungewohnte Körperstelle auf eine besondere Art berühren. Sie können z.b. ein Ohrläppchen auf bestimmte Weise drücken oder die Nasenspitze. Aber bevor Sie das konkret tun, müssen wir erst einmal wissen, was genau wir dorthin ankern wollen. Wir könnten eine zuversichtliche, disziplinierte, konzentrierte Trader-Haltung dort ankern. Dazu müssten Sie sich an eine derartige Haltung erinnern können. Wenn Sie also schon einmal derart getradet haben, können Sie sich daran jetzt mal detaillierter erinnern? Sie können auch ein Erlebnis aus einem anderen Bereich nehmen, bei dem Sie zuversichtlich, diszipliniert und konzentriert waren. Wenn Sie beim Trading noch nie zuversichtlich, diszipliniert, konzentriert waren, nehmen Sie einfach den Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 155

156 Moment beim Autofahren, bei dem Sie fuhren und es genossen und die besagten Eigenschaften hatten. Oder bei einer anderen Tätigkeit, die Sie gut können. Assoziieren Sie sich nun bitte gefühlsmäßig in diesen Zustand. Wenn Sie ihn gut fühlen können, berühren Sie bitte auf eine charakteristische Weise mit der einen Hand oder einem bestimmten Finger den Ellenbogen des anderen Armes für eine halbe Minute. Gut. Nun wollen wir unterbrechen. Schütteln Sie die Hände aus und denken Sie an Ihren Lieblingsfilmschauspielerin. Julia Roberts? Greta Garbo? Sharon Stone? Berühren Sie nun wieder mit der Hand oder dem Finger den anderen Ellenbogen. Spüren Sie, wie Sie, ohne dass Sie es geplant haben, diese Berührung wieder in den vorher dort geankerten Zustand bringt? Zuversicht? Konzentration? Diszipliniertheit? Es braucht ein wenig Konzentration diese auszuführen. Und ein wenig die Fähigkeit sich darauf einlassen zu können. Auf diesen Reiz-Reaktions-Mustern, die installiert und gelöscht werden können, beruht ein großer Teil der Verhaltenstherapie. Und Sie kennen das sicher: Ein bestimmtes Kleidungsstück und das Gefühl auf der Haut versetzt Sie wieder in einen Zustand aus der Vergangenheit. Dieser kann angenehm oder unangenehm sein. Sie könnten sich ein kühles Gefühl im Sommer durch das Aufsetzen einer Pudelmütze verschaffen. Der Neurologische Attraktor wird umso stärker und zuverlässiger je regelmäßiger Sie diesen auslösen. Wird er nicht benutzt, verwischt er wieder. Wir verbinden praktischerweise auch Plätze und Orte dementsprechend mit Erinnerungen, Fähigkeiten oder Stimmungen, z.b. unseren Trading-Platz Circle of Excellence Wir können sogenannte Bodenanker installieren. Das sind Plätze auf dem Boden oder der Erde, die mit besonderen Zuständen geladen werden. Sobald man sich auf diese Plätze stellt, wird der besondere Zustand ausgelöst. Wir kennen das auch von heiligen Plätzen und besonderen Orten. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 156

157 Eine Form des Bodenankers ist der Circle of Excellence, der Kreis der Außerordentlichkeit. Die Anweisungen sind in Du -Form, das spricht besonders das Innere Kind an. 1. Erinnere Dich an eine Erfahrung in Deinem Leben, in der du etwas ganz besonders gut gemacht hast. Eine herausragende Situation, in der du alle deine Ressourcen zur Verfügung hattest und du deine Fähigkeiten in vollem Ausmaß benutzt hast. 2. Stelle Dir einen vor Dir liegenden Kreis vor. Welche Größe und Farbe hat er? 3. Denke an eine Zeit, in der Du die genannte Erfahrung hattest, gehe vollkommen in sie hinein, und wenn du sie wiedererlebst, mache einen Schritt nach vorne in deinen Kreis hinein. Lade etwa für eine halbe Minute die gute Erfahrung in den Kreis. 4. Dann komme wieder heraus. (Unterbreche den Zustand durch eine ablenkende Frage.) 5. Test. Nun gehe in Deinen Kreis und nimm wahr, was sich verändert, ob diese Erfahrung voll zu Dir zurückkommt. 6. Denke nun an eine Situation in der Zukunft, in der Du mehr dieser Qualitäten zur Verfügung haben möchtest. Sobald die Situation kommt, tritt in den Kreis hinein. 7. Verketten. Was könnte in dieser zukünftigen Situation falsch laufen?" Sobald Du dieses fühlst, tritt schnell in Deinen Kreis. 8. Trete aus Deinem Kreis heraus und rede ein wenig über die Zukunft. Wo wird sich diese Situation abspielen? Wer ist noch dabei? Was passiert jetzt, wenn du an diese zukünftige Situation denkst? Errichten Sie doch einen Circle of Excellence an Ihrem Arbeitsplatz! Ziehen Sie mental um Ihren Arbeitsplatz einen Kreis. Geben Sie ihm in der Vorstellung eine Farbe. Erinnern Sie sich an eine besonders herausragende Begebung in Ihrem Leben. Erinnern Sie sich ganz tief, begeben Sie sich in den Kreis und nehmen Sie die Körperhaltung ein wie bei dem Erlebnis. Gehen Sie wieder hinaus und laden Sie je nach Belieben weitere Ressourcen. Vielleicht ist es gut, den Schreibtisch erst nach dieser Weihe und Segnung des Platzes hineinzustellen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 157

158 Als Vortragender und Trainer baue ich mir vor der Veranstaltung derartige Plätze auf der Bühne. Wenn mich ein Teilnehmer kritisch angeht, trete ich in meinen Kreis und ziehe daraus Stärke, unsichtbar und unbemerkt für alle anderen Visuelle Neurologische Attraktoren Wir kennen auch visuelle Anker. Eine bestimmte Farbe kann uns in einen Zustand versetzen. Ein bestimmtes Bild erinnert uns an eine Situation im Urlaub und wir fühlen auch wieder die Entspannung aus der Urlaubszeit. In der Fernseh-Werbung werden natürlich auch visuelle Attraktoren eingesetzt. Und womit auf der Titelseite steigern die Wochenillustrierten oder bestimmte Tageszeitungen ihren Umsatz? Mit dem fundamentalsten visuellen Anker schlechthin. Da der erste visuelle Stimulus des Lebens die weibliche Brust ist, werden wir durch diese während unseres ganzes Lebens in eine Nahrungserwartungshaltung versetzt. Das müsste übrigens bei Frauen wie bei Männern funktionieren. Sie können sich also per bestimmter Farben oder Bilder am Trading-Platz in einen gewünschten Zustand bringen. Ist Urlaub oder die Sehnsucht nach einem fernen Land der geeignete Attraktor für Disziplin, das Handelssystem einzuhalten? Ist das Porsche-Modell auf dem Schreibtisch der geeignete Attraktor für Ruhe bewahren und abwarten bis die Situation reif ist? Wir brauchen hier also Achtsamkeit. Es könnte sein, dass wir ungünstige visuelle Anker installiert haben. Daher wäre ich erst einmal für einen Arbeitsplatz in Zen- Architektur. Karg und leer. Ich kann dann natürlich gewünschte Einstellungen, Zustände oder Fähigkeiten auf irgendetwas ankern. Sie können eine farbige Karteikarte nehmen, sich an den Zustand von konsequenter Disziplin erinnern, den Sie hatten, als Sie etwas bestimmtes gelernt hatten, und dann auf diese Karte schauen, so dass der Zustand auf dieser geankert wird. Unterbrechen und testen Sie! Dann platzieren Sie die Karte so an Ihrem Arbeitsplatz, dass sie im Grunde vergessen können, wofür diese ist. Wann immer aber Sie zufällig mit dem Blick über diese Karte schweifen, wird die Farbe Sie unterbewusst in den Zustand versetzen Akustische, gustatorische und olfaktorische Anker Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 158

159 Besonders machtvoll sind auch akustische Anker. Wir kennen das gut: Eine bestimmte Melodie, ein Oldie, bringt uns wieder in eine Zeit und eine Stimmung aus lange zurückliegender Zeit. Ist das Geplapper oder aufgeregte Geschnatter der Anchorman oder der Anchorwoman eines Nachrichtensenders der ideale Neuro-Attraktor für das Trading oder irgendeine Tätigkeit mit positiver Konzentration? Nach der weiblichen Brust ist jede Form von Alarm für uns naturgemäß der stärkste Reiz. Das ist durch die Millionen Jahre Evolution ausgewählt: Die, die am schnellsten Gefahren erkennen und alarmiert sind, überleben und erzeugen Nachkommen, denn der letzte wird gefressen. Daher werden Nachrichtensender immer eine Stimmung von Alarm erzeugen. Wenn die Sprecher fortwährend sagen: Alles ist O.K., alles ist gut!, wird der Sender geringere Einschaltquoten haben als der Paniksender. Irgendwann wird ein Sender auf die Idee kommen die beiden stärksten Neuro-Attraktoren zu kombinieren und barbusige Nachrichtensprecherinnen auftreten lassen. Welche Musik also könnte Sie in einen zum Trading gewünschten Zustand versetzen? Ich selbst höre, ehrlich gesagt, am liebsten Heavy Metal oder Hip-Hop mit viel F... you, Motherf...er! beim Trading. Das bringt mich in Angriffslaune. Seitdem aber der Computer das Handelssystem durchführt und ich dieses nur supervisieren brauche und ansonsten Ruhe und Gelassenheit benötige, höre ich lieber Miles Davis. Vor einem fließenden Klangteppich platziert er mit äußerster Konzentration seine Trompetentöne, von denen jeder ein ganzes Spektrum von Zuständen enthält. Wenn wir mit Coachees arbeiten, werden wir oft Anker per Berührung oder auf dem Boden installieren. Dabei ist es immer unterstützend durch eine bestimmte Stimme und ein wie beiläufig gesprochenes: Gut.. oder ähnliches den Zustand auch akustisch zu ankern. Gustatorische Anker. Wie ist es mit Geschmacksankern? Bringt ein bestimmter Geschmack Sie in einen bestimmten Zustand? Süßigkeiten sind bei uns in der Kindheit oft geankert worden. Das ist dann manchmal hinderlich, wenn man auf die Figur achten will. Süß und fettig brauchten wir in der Steinzeit ganz besonders und wundern uns heute, warum wir gern Milcheiskrem und Schokoriegel essen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 159

160 Am Ende dieses Kapitels besprechen wir die Methode zum Löschen von Anker. Das ist bei den in der DNS eingegrabenen natürlich schwieriger, aber Sie sollten vor Ihrer Schlankheitskur erst einmal einige Snacks ent-ankern. Olfaktorische Anker wirken besonders stark, denn der Geruchssinn ist sozusagen der älteste Sinn. Daher wird mit Duftlampen gearbeitet und Parfüm verspritzt Anker kollabieren Wir können auch zwei Neurologische Attraktoren kollabieren. Wenn wir zwei Anker an derselben Stelle überlagern, wird der stärkere von beiden den schwächeren ausgleichen. Das können wir nutzen zum Umwandeln negativer Reize. Wir können dieses Kollabieren besonders gut mit Bodenankern und mit durch Berührung ausgelösten Ankern durchführen Mittels Circle of Excellence Wir benutzen als erstes die Technik des Circle of Excellence. 1. Installieren Sie einen Circle of Excellence. - Imaginieren Sie einen Kreis. - Laden Sie in den Kreis eine ressourcevolle Erinnerung. - Verlassen Sie den Kreis und unterbrechen Sie. - Testen Sie durch erneutes Eintreten in den Kreis. - Laden Sie eine weitere Ressource (oder auch drei, vier). - Unterbrechen. - Testen. 2. Erinnern Sie ein Thema, in dem Ressourcen fehlen. 3. Treten Sie mit diesem Thema in den geladenen Kreis, um festzustellen, dass der Mangel in der schwachen Sache behoben ist. 4. Unterbrechen. 5. Test. 6. Future Pace (Stellen Sie sich ein Ereignis in der Zukunft vor, in dem sonst die Schwäche war, und stellen Sie fest, dass bzw. ob die hinzugeladenen Ressourcen nun verfügbar sind) Change History Diese Technik führt man am besten zu zweit als Coach(A) und Klient(B) durch. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 160

161 1. A und B. A fragt B nach dem Einverständnis einen Körperteil zu berühren, zum Ankern. 2. A bittet B sich an eine positive Zeit zu erinnern. 3. Sobald B sich gut zu erinnern beginnt, setzt A den Anker.(etwa 1/2 Minute) 4. Unterbrechen, Testen 5. Einen zweiten Anker auf die gleiche Körperstelle setzen. (Anker stapeln) 6. Dann bittet A B sich an eine Situation zu erinnern, die er/sie ressourcevoller haben möchte. 7. B ankert diese auf eine andere Körperstelle. 8. Unterbrechen, testen. 9. Testen der Ressource-Anker. 10. Testen des Weniger-Ressource-Ankers. 11. Halten des Ressource-Ankers mit Und wäre es nicht sehr gut, diese Ressourcen, auch in der Situation Auslösen des Weniger-Ressource-Ankers bei gehaltenem Ressource-Anker 13...zur Verfügung zu haben? 14. Ressource-Anker lösen. 15. Physiologie beachten. 16. Bisherigen Weniger-Ressource-Anker lösen. 17. Unterbrechen, Testen, Future Pace Swish Dieses NLP-Verfahren des sogenannten Swish ist geeignet, neurologische Attraktoren zu löschen. Einige dieser Anker haben wir bewusst und willentlich installiert. Viele aber sind da, ohne dass wir wissen, woher wir sie haben. Erziehung, Werbung, Medien haben da ihren Anteil. Sie haben bereits gelesen, dass Neurologische Attraktoren, die unbenutzt oder selten ausgelöst werden, verblassen und verschwinden. Es gibt aber einige, die werden alltäglich ausgelöst. Wir wollen uns von diesen auch befreien können. Wenn Sie Raucher sind und eine angeboten bekommen, wird es Ihnen schwer fallen diese abzulehnen. Es ist ein sozialer Anker, der in den Tagen der kollektiven Nikotin-Sucht viele Bedeutungen hatte und Sympathie versicherte. Wenn Sie nun mit dem Rauchen aufhören wollen, wird es Ihnen schwer fallen dem Anker der angebotenen Zigarette zu widerstehen. Deshalb sind gerade bei Trainings zur Beendigung der Nikotin-Sucht einige Swishs notwendig. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 161

162 Es gibt aber auch andere Auslöser. Vielleicht führen Sie sich bei Vorträgen oder Auftritten sofort angegriffen, wenn ein Teilnehmer eine Zwischenfrage stellt oder sonst wie Unruhe da ist. Aus der Verteidigung heraus kommt man nicht souverän rüber und weckt gleich den Verdacht, dass es etwas zu verteidigen oder vertuschen gibt. Auch hier kann man per Swish das Verhalten verbessern. Trader kennen natürlich viele Neurologische Attraktoren, die nach einem Swish kreischen. Der Kurs auf dem Bildschirm läuft gegen Sie und Sie sind gefangen oder hektisch oder irgendwie aufgerufen. Sie hören eine Nachricht und werden sofort pessimistisch und können Ihren Trade nicht mehr cool durchziehen. Aber es gibt auch Anker, die nicht so offensichtlich sind. An irgendeiner Stelle verliere ich das Vertrauen in meinen Trade! Machen Sie eine Untersuchung, schreiben Sie alle Vorgänge während der Trades mit. Der Auslöser kann etwas sein, dass nicht unbedingt etwas mit dem Trading zu tun hat und Ihnen das Vertrauen raubt: Eine ganz bestimmte Sekretärin, der Leiter der Handelsabteilung, ein Lied im Radio, der Genuss von Kaffee, eine bestimmte Lufttemperatur oder was auch immer. Sie wollen nun nicht gleich die Sekretärin heiraten müssen, sondern einfach per Swish eine Verhaltenweise installieren, bei der Sie Ihrem Trade trotz des Attraktors treu bleiben können. Also hier die Anleitung zu einem Swish. Es empfiehlt sich, wie bei eigentlich allen hier beschriebenen Übungen, dieses einmal in der Praxis gesehen und unter Anleitung erlebt und gemacht zu haben. Einfach gesagt aber, sozusagen für den Hausgebrauch, gilt folgendes: Erstellen Sie eine Mentale Repräsentation des unerwünschten Verhaltens mit bestimmten Auslösern. In dieser sollten Sie assoziiert sein und das Bild sollten einen Rahmen haben. Erstellen Sie eine weitere (dissoziiert) mit dem erwünschten Verhalten. Lassen Sie die zweite Repräsentation klein werden, stellen Sie diese in eine Ecke der ersten Repräsentation und lassen Sie schlagartig diese groß werden, die alte verdrängen und die Mentale Repräsentation ausfüllen. Sie können es auch so machen: Die Repräsentation mit dem unerwünschten Verhalten entschwindet Richtung Horizont und plötzlich, wie von einem Gummiband gezogen, kommt die neue herangerauscht. Es wäre günstig, wenn die Verwandlung so geschieht, dass der Klient leicht nach oben und in die Richtung Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 162

163 der starken Hand (also beim Rechtshänder: rechts und beim Linkshänder: links) schaut. Eventuell kann man am Ende die neue Repräsentation nach oben/andere Seite ziehen, da dort dann die Region des visuellen Erinnerns ist und das neue Verhalten dann eine Erinnerung geworden ist. Wichtig ist immer, dass die Repräsentation des erwünschten Zustandes machtvoller, stärker, attraktiver ist als die des alten Zustandes. Eventuell muss man da manchmal noch etwas hinzufügen, z.b. einen Geruch von Ihrem Lieblingsduft. Also hier einmal der gesamte Ablauf wie er in einer Coaching-Session angewendet werden kann: Wir nennen die Klienten in einer Coaching-Session auch gern Coachee, da Klient ein wenig nach krank klingt. Der Swish 1. Ermitteln Sie, welches das Verhalten oder die Reaktion des Coachees ist, das oder die verändert werden soll. 2. Lassen Sie ein Bild des unerwünschten Verhaltens erstellen Bitten Sie (A) Ihren Klienten oder Coachee (B) ein großes, klares und farbiges assoziiertes Bild von sich selbst zu machen, während oder gerade bevor er/sie sich auf die unerwünschte Art und Weise verhält. Dieses Bild wird alle die Hinweise einschließen, die das unerwünschte Verhalten verursachen. Nehmen Sie das äußere Verhalten genau wahr und identifizieren Sie Körpersignale. Bitten Sie B dieses Bild kurz zur Seite zu stellen. 3. Lassen Sie ein Bild erschaffen, in dem der Klient ihre/seine Ressourcen hat. (Ressource Person) Fragen Sie B: "Wie würden Sie sich selbst als Mensch anders sehen, wenn Sie dieses unerwünschte Verhalten nicht mehr länger haben? Machen Sie ein Bild von sich, wie Sie sein würden, wenn Sie dieses unerwünschte Verhalten nicht mehr hätten. Dieses Bild ist nicht nur ein Bild von der Person, die z.b. nicht mehr raucht, sondern ein dissoziiertes Bild von sich, in dem sie/er ein anderer Mensch ist - fähiger, mit mehr Wahlmöglichkeiten, oder was auch immer wichtig für sie/ihn ist. Versichern Sie sich, dass es ein Bild ist, welches eine starke positive Reaktion bewirkt. Das Zufügen von auditiven Elementen wird dieses Bild sogar noch stärker Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 163

164 machen. Nehmen Sie das äußere Verhalten genau wahr und identifizieren Sie Körpersignale. 4. Lassen Sie eine neue Realität erschaffen! Lassen Sie B das Bild des unerwünschten Verhaltens ganz groß machen und völlig das visuelle Feld ausfüllen und die Ressourcen-Person als kleinen, dunklen Punkt in eine Ecke (z.b. rechts unten) zusammenschrumpfen. 5. Geben Sie die notwendigen Anweisungen, um den Swish zu machen Lassen Sie das Bild von dem erwünschten Zustand schnell größer und heller werden, während das alte Bild dunkler und überwältigt wird. Machen Sie zur selben Zeit ein Swishgeräusch". Dann öffnen Sie bitte Ihre Augen. Wiederholen Sie diesen Prozess fünf Mal." Versichern Sie sich, dass B am Ende von jedem Swish eine Unterbrechung hat, so dass das Verketten nur in eine Richtung passiert. Sie kreieren eine Richtung mit diesem Prozess, in dem Sie drei verschiedene Qualitäten auf einmal verändern: Die Größe, die Helligkeit und assoziiert/dissoziiert. Benutzen Sie Ihre Wahrnehmung der Körpersignale, um die internen Vorgänge zu bestätigen. 6. Testen Sie Bitten Sie B, sich an das Bild des unerwünschten Verhaltens zu erinnern. Nehmen Sie Körpersignale wahr und vergleichen Sie die anfänglichen äußerlichen Zugangshinweise mit den jetzt vorhandenen. Wenn der Swish erfolgreich ist, wird es für B sehr schwer oder sogar unmöglich sein, das Bild des unerwünschten Verhaltens zu halten; es wird sich spontan durch das Bild der Ressourcen-Person ersetzen. Unsere Welt ist voller Neurologischer Attraktoren, Anker. Das Trading-Environment besteht aus vielen derartiger Erinnerungen. Eine besondere Form von Ankern können bestimmte Chart-Formationen sein. Wenn es das letzte Mal bei einer derartigen Formation gedreht hat, muss es das doch jetzt auch tun. Es wäre sicher gut auch diese Anker bisweilen mal gründlich zu swishen. Denn der Markt ist wie das Leben, unberechenbar. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 164

165 14. Selbstmanagement auf den 5 Inneren Ebenen Das Prinzip der Logical Types Die Inneren Ebenen Übung: Die 5 Inneren Ebenen Die Meta- und die Trans-Funktion Die Meta-Funktion Die Trans-Funktion Anwendungen für Trader Für das effektive Selbstmanagement wollen wir ein Modell benutzen, in dem unsere Neurologie Informationen auf 5 Ebenen verarbeitet. Wir können diese Ebenen mit folgenden Metaphern anschaulich benennen: Inneres Tier Inneres Kind Innerer Akteur Innerer König Innerer Gott Das Prinzip der Logical Types. Anfang des 20.Jahrhunderts schrieben die englischen Mathematiker Bertrand Russel und Alfred North Whitehead das Grundwerk der Mathematik Principia Mathematica. Dieses sollte ein geschlossenes und logisches Gebäude abliefern. Das Projekt scheiterte in gewisser Weise an den Paradoxen. Aussagen wie Alle Kreter lügen!, sagte der Kreter., sind nicht logisch lösbar. Russell und Whitehead lösten das Problem, in dem sie verbaten, das Aussagen auf einer höheren logischen Ebene, einer Meta-Ebene über ein System, als Teil des Systems angesehen werden. D.h.: Der Logical Type einer Aussage über eine Aussage muss in einer höheren Ebene angesiedelt sein. Das war zwar irgendwie für Mathematiker unbefriedigend, da so ein endloser Rückzug entsteht, sobald man dann wieder eine Aussage über die Meta-Aussage macht usw., aber in der Praxis ist es anwendbar. Die Auseinandersetzung über dieses Problem der selbst-referentiellen Paradoxa führte den Mathematiker Kurt Gödel zu Gödels Theorem, in dem er bewies, dass Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 165

166 ein mathematisches System nur entweder vollständig oder logisch sein kann, aber nie beides. Gödels Theorem beendete in gewisser Weise den Anspruch der Mathematik potenziell alles beschreiben zu können und gilt als einer der größten, wenn auch ernüchternden, Erkenntnisse des 20.Jahrhunderts. In unserer neuro-logischen Praxis, also in unserem Köpfchen, lösen wir dieses Problem, indem wir entweder Paradoxa vermeiden oder den endlosen Rückzug vage und offen lassen. Nichtsdestotrotz benötigen wir mehrere Ebenen der Sortierung innerer Prozesse, um nicht in selbst-referentiellen Paradoxa hängen zu bleiben. Da ab der 3.Meta- Stufe der Grad der Abstraktion für die meisten Menschen schon schwierig wird, und eher nur wenige eine 4.Ebene denken können, macht es Sinn insgesamt 5 Ebenen zu beschreiben: eine Grund-Ebene und 4 Meta-Ebenen darüber. In der Beschäftigung mit mentalen Themen ist es hilfreich, ein Problem der Ebene zuzuordnen, auf der es auftritt. Weiterhin ist es sinnvoll eine Lösung über eine Höhere Ebene zu suchen (und zu finden). Da es uns leichter fällt, sinnlich wahrnehmbares zu erinnern, werden wir die 5 Ebenen mit metaphorischen Begriffen bezeichnen. Wir werden sehen, dass diese Landkarte der inneren Matrix einige wertvolle Instrumente des Selbstmanagement in die Hand gibt Die Inneren Ebenen Die erste Ebene ist die des Inneren Tieres. Dieses ist die Ebene der Zellen, der Physiologie. Diese Ebene ist völlig Materie. Die zweite Ebene ist die des Inneren Kindes. Dieses ist die Ebene des menschlichen Individuums, welches Teil einer sozialen Einheit ist. Dieses ist vor allem eine Ebene der Primären Emotionen. Die dritte Ebene ist die des Inneren Akteurs. Auf dieser Ebene koordinieren wir die physiologischen und sozialen Bedürfnisse mit den Ansprüchen größerer sozialer Einheiten. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 166

167 Wir schaffen Ausgleich zwischen dem, was wir wünschen und innerlich müssen, mit dem, was wir wollen, dürfen, sollen und von außen her müssen über das, was wir können. Die vierte Ebene ist die des Inneren Königs. Der König (oder die Königin) bestimmt unseren Platz in der Gesellschaft. Er oder sie übernimmt Werte und orientiert die unteren Ebenen an diesen. Die fünfte Ebene ist die des Inneren Gottes Der Innere Gott, bzw. die Innere Göttin, hat eine Sicht der gesamten Existenz und vertritt Höhere Werte aus der Sicht einer ganzheitlichen Bestimmung. Auf dieser Ebene sind wir das, was wir mehr als Körper und Gedanken sind. Wir wollen dieses veranschaulichen und erfahrbar machen. Sie mögen sich 5 farbige Kreise auf den Boden legen: Wir identifizieren oder ankern also die einzelnen Ebenen mit Farben. Da wir dementsprechende Karten oder Flächen auslegen, schaffen wir also Bodenanker, wie es in Kapitel 13 beschrieben ist. In der indischen Wahrnehmung der menschlichen Aura werden dieser von unten nach oben die Farben des Spektrums von Rot über Geld und Grün nach Blau und Indigo oder Magenta zugeordnet. Dementsprechend wollen wir das Innere Tier als die unterste Stufe mit der Farbe Rot verbinden. Dieses ist auch unsere sexuelle Seite und mit dem Sexual-Chakra verbunden. Das Kind ist mit der Körperzone des Bauches verbunden und die Farbe ist Orange. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 167

168 Der Akteur ist die Seite in uns, welche die Macht balancieren muss. Diese Fähigkeit liegt im Solarplexus, dem Sonnengeflecht. Dieses ist natürlich Gelb. König und Königin sind gut, wenn sie in ihrem Herzen sind. Die Farbe des Herz- Chakras ist Grün. Die Farbe der Aura um Hals und Kopf ist Blau. Es wäre denkbar, dass es entsprechend den Chakren 7 Logische Ebenen gibt. Die dem 3. Auge (Farbe: Indigo) und dem Scheitel-Chakra (Farbe: Magenta oder Weiß) entsprechenden Ebenen sind aber trans-logisch und für unsere Arbeit mit den Logischen Ebenen daher eher unbrauchbar Übung: Die 5 Inneren Ebenen Sie mögen also entsprechend der obigen Diagramme 5 farbige Flächen auslegen. Das Innere Tier Assoziieren Sie sich nun bitte mit Ihrem Inneren Tier. Tier ist hierbei nur eine metaphorische Bezeichnung für die körperlichste Seite in Ihnen. Selbstverständlich sind Sie ein kultivierter, entwickelter Mensch. (Ich hatte Teilnehmer in Trainings, die an dieser Stelle sich weigerten eine tierische Seite in sich anzuerkennen. Die musste ich dann zu einem Freudianer schicken.) Also: Tun Sie so, als ob es eine Tier-Seite in Ihnen gäbe. Treten Sie nun auf die rote Fläche und verkörpern Sie Ihr Inneres Tier. Was für ein Tier wäre es in der freien Wildbahn? Wie könnte es aussehen, sich anfühlen, welche Geräusche macht es? Assoziieren Sie sich mit diesem. Wie geht es Ihrem Inneren Löwen, Raben, Delphin, Moskito? Treten Sie bitte dann wieder auf den neutralen Platz außerhalb der Bodenanker. Stecken und recken Sie sich und unterbrechen Sie die Verkörperung. Gehen Sie dann noch einmal auf die rote Fläche, um zu überprüfen, dass Sie durch das Betreten der Fläche unmittelbaren Zugang wieder zu Ihrem Inneren Biest haben. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 168

169 Verlassen Sie die Fläche wieder und malen oder schreiben Sie gerne auf die Pappe oder das Papier ein Symbol oder eine Bezeichnung für die metaphorische Darstellung dieser Inneren Ebene. Das Innere Kind Assoziieren Sie sich nun bitte mit Ihrem Inneren Kind. Kind ist hierbei nur eine metaphorische Bezeichnung für die emotionalste Seite in Ihnen. Selbstverständlich sind Sie ein erwachsener, unabhängiger Mensch. Also: Tun Sie so als ob es eine Kind-Seite in Ihnen gäbe. Treten Sie nun auf die orange Fläche und verkörpern Sie Ihr Inneres Kind. Was für ein Kind wäre es in der wirklichen Welt? Wie könnte es aussehen, sich anfühlen, welche Geräusche macht es? Assoziieren Sie sich mit diesem. Wie geht es Ihrem Inneren Mädel oder Bub? Treten Sie bitte dann wieder auf den neutralen Platz außerhalb der Bodenanker. Stecken und recken Sie sich und unterbrechen Sie die Verkörperung. Gehen Sie dann noch einmal auf die orange Fläche, um zu überprüfen, dass Sie durch das Betreten der Fläche unmittelbaren Zugang wieder zu Ihrem Inneren Kind haben. Verlassen Sie die Fläche wieder und malen oder schreiben Sie gerne auf die Pappe oder das Papier ein Symbol oder eine Bezeichnung für die metaphorische Darstellung dieser Inneren Ebene. Der Innere Akteur Assoziieren Sie sich nun bitte mit Ihrem Inneren Akteur. Akteur ist hierbei nur eine metaphorische Bezeichnung für die in der Welt agierende Seite in Ihnen. Sie könnten diese Seite auch als den Jugendlichen oder die junge Frau, der junge Mann sehen, welche ausziehen die Welt zu erobern. Andere Namen wäre Innere Kriegerin oder Innerer Krieger, Geselle, Künstler, Tänzer, Gärtner. Treten Sie nun auf die gelbe Fläche und verkörpern Sie Ihren Inneren Akteur. Was für ein Akteur wäre sie oder er in der wirklichen Welt? Wie könnte sie, bzw. er, aussehen, sich anfühlen, welche Geräusche macht sie/er? Assoziieren Sie sich mit dieser/diesem. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 169

170 Wie geht es Ihrem Inneren Kämpfer, der Inneren Tänzerin? Treten Sie bitte dann wieder auf den neutralen Platz außerhalb der Bodenanker. Stecken und recken Sie sich und unterbrechen Sie die Verkörperung. Gehen Sie dann noch einmal auf die gelbe Fläche, um zu überprüfen, dass Sie durch das Betreten der Fläche unmittelbaren Zugang wieder zu Ihrem Inneren Akteur haben. Verlassen Sie die Fläche wieder und malen oder schreiben Sie gerne auf die Pappe oder das Papier ein Symbol oder eine Bezeichnung für die metaphorische Darstellung dieser Inneren Ebene. Der Innere König Assoziieren Sie sich nun bitte mit ihrer Inneren Königin, Ihrem Inneren König. König ist hierbei nur eine metaphorische Bezeichnung für die willensstärkste Seite in Ihnen. Wir könnten diese Seite auch als Erwachsener, Meister, Richter, Häuptling, General, Doktor oder ähnliches bezeichnen. Der Boss, die Chefin. Treten Sie nun auf die grüne Fläche und verkörpern Sie Ihre Innere Königin, den Inneren König. Was für ein Herrscher wäre sie oder er in der wirklichen Welt? Wie könnte sie/er aussehen, sich anfühlen, welche Geräusche macht sie/er? Assoziieren Sie sich mit dieser oder diesem. Wie geht es Ihrem Inneren Boss? Der Inneren Mutter, dem Inneren Vater? Treten Sie bitte dann wieder auf den neutralen Platz außerhalb der Bodenanker. Stecken und recken Sie sich und unterbrechen Sie die Verkörperung. Gehen Sie dann noch einmal auf die grüne Fläche, um zu überprüfen, dass Sie durch das Betreten der Fläche unmittelbaren Zugang wieder zu Ihrem Inneren König haben. Verlassen Sie die Fläche wieder und malen oder schreiben Sie gerne auf die Pappe oder das Papier ein Symbol oder eine Bezeichnung für die metaphorische Darstellung dieser Inneren Ebene. Der Innere Gott Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 170

171 Assoziieren Sie sich nun bitte mit Ihrem Inneren Gott, Ihrer Inneren Göttin. Gott ist hierbei nur eine metaphorische Bezeichnung für die körperloseste Seite in Ihnen. Sehr religiöse Menschen im christlichen Sinne haben evtl. Schwierigkeiten mit dieser Formulierung, da sie Gott als etwas außer sich befindliches definieren. Als Mystiker würde ich zwar sagen: Gott ist in allem und damit auch in uns oder gar nicht!, aber selbstverständlich können Sie eine andere Bezeichnung wählen, z.b. Höchste Bewusstsein, Engel, Seele, Buddha. Sie könne sich auch ein polytheistisches Modell bauen mit persönlichen Göttern, die einem Über-Gott, dem lieben Gott unterstehen. Also: Tun Sie so als ob es eine Gott-Seite in Ihnen gäbe. Treten Sie nun auf die blaue Fläche und verkörpern Sie Ihren Inneren Gott, die Göttin. Was für eine Göttin, ein Gott wäre dieser/diese in der wirklichen Welt? Wie könnte dieser/diese aussehen, sich anfühlen, welche Geräusche macht er/sie/es? Assoziieren Sie sich mit diesem/dieser. Wie geht es Ihrem Inneren Buddha, Ihrer Inneren Großen Göttin? Treten Sie bitte dann wieder auf den neutralen Platz außerhalb der Bodenanker. Stecken und recken Sie sich und unterbrechen Sie die Verkörperung. Gehen Sie dann noch einmal auf die blaue Fläche, um zu überprüfen, dass Sie durch das Betreten der Fläche unmittelbaren Zugang wieder zu Ihrem Inneren Gott haben. Verlassen Sie die Fläche wieder und malen oder schreiben Sie gerne auf die Pappe oder das Papier ein Symbol oder eine Bezeichnung für die metaphorische Darstellung dieser Inneren Ebene. Zu beachten ist, dass die Ebenen im Kreis angeordnet sind. Eine Ebene ist zwar höher als die vorherige und kann diese bestimmen oder verändern, aber das gilt auch für das Innere Tier, der anfänglich niedrigsten Ebene, in Bezug auf den Inneren Gott. Wenn das Innere Tier sagt: Hunger!, dann ist alle Göttlichkeit vergessen. Nun, das gilt auch für alle anderen Ebenen. Wenn es um das physische Überleben geht, gewinnt in den allermeisten Fällen das Tier. Das Innere Tier als dem Inneren Gott überlegene Stufe ist noch etwas anders. Die Art und Weise, wie unser Tier die Welt wahrnimmt, formt und bestimmt wie wir die Göttlichkeit wahrnehmen. Es ist wie in einem Bild, einer raffiniert gezeichneten optischen Täuschung, von M.C.Escher: Die Mönche laufen Treppen hoch und im Kreis. Sie laufen hoch und kommen immer wieder da an, wo sie angefangen sind. Ich bezweifle, dass es Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 171

172 wirkliche Hierarchien gibt. Vielmehr sind es solche Kreise, die aufwärts gehen und bei sich selbst wieder ankommen. In gewisser Weise ist auch die Doppel-Helix der DNS so organisiert oder ein anderes Modell für die innere Organisation Die Meta- und die Trans-Funktion In der Organisation der 5 Ebenen sind zwei Funktionen wichtig: Meta und Trans. Meta ist immer eine Ebene über der vorherigen. In einer Meta-Position haben wir einen Hebel. Wir können die untere Ebene bestimmen und verändern. Das ist wichtig zu wissen: Lösungen für die Probleme oder für ein Dilemma auf einer Ebene wird in einer um eine Stufe höheren Ebene gefunden. Wie genau? Gleich. Trans ist die transzendierende Funktion. Die Transzendenz-Ebene ist jeweils zwei Stufen höher als die zu transzendierende Stufe. Was bedeutet Transzendenz? Bei der Transzendenz wird das Thema oder Problem in einen anderen Kontext gestellt, in dem es einfach aufgelöst ist. Das Problem braucht ja einen Rahmen, einen Hintergrund, in dem es existiert. Wenn der weggezogen wird, verliert es den Halt und verflüchtigt sich. Aber vorsichtig: Es ist damit nicht gelöst. Wir schweben gern auf den transzendierenden Stufen, wenn wir etwas nicht lösen können. Das wirkt dann aber aufgesetzt Die Meta-Funktion Meta ist also eine Ebene höher und in der Lage die untere Ebene zu bestimmen. Voraussetzung ist eventuell, dass die untere Ebene gesund und stark genug ist, um eine höhere Ebene entstehen zu lassen. Wenn also ein Problem oder ein Thema eine Frage des Könnens ist, kann das Wollen dazu führen, dass wir etwas lernen, um die Befähigung zu erlangen. Wollen ist aber so etwas wie Können können und wenn das Können blockiert ist, geht es nicht. Dann aber können wir die Lösung im Verstehen suchen oder in einem höheren Emotionalen Zustand wie Ehre. Wir können uns grundsätzlich merken, dass die Höhere Ebene in der Lage ist die untere zu bestimmen, bzw. eine ihrer Funktionen. Ein ähnliches Konzept gibt es im NLP mit den von Robert Dilts entwickelten Logical Levels. Ich bezweifle aber die darin enthaltene absolute Hierarchie und denke, dass die Organisierung dieser Ebenen in uns eher eine Holarchie 23 ist, Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 172

173 bzw. es ist eine zirkuläre Holarchie: Denn auch der Innere Gott hat eine Ebene über sich und das ist wiederum das Innere Tier. Der Kreis schließt sich. Wenn das Problem in einem schwachen Bezug zur Ganzheit zum Sein als solchen besteht, dann stellt das Innere Tier diesen Bezug schon her und zeigt dem Inneren Gott, wo es lang geht. Es geht keine Logische Ebene höher, sondern es wird wieder einfacher und direkter. Sie mögen sich wieder auf die ausgelegten 5 Bodenanker stellen und nacheinander die 5 Positionen einnehmen. Dann schauen Sie bitte einmal vom Inneren Kind auf das Innere Tier und sagen: Ich kann dich bestimmen! Wenn ich dafür Wertschätzung bekomme, veranlasse ich dich, mal auf das Essen zu verzichten! Genauso gehen Sie dann die Ebenen weiter und stellen jeweils fest, dass die höhere Ebene der unteren Verzicht auferlegen kann. Sie kann ihr auch Übermaß auflegen. Und stellen Sie auch ganz besonders fest, dass das Innere Tier wiederum die höhere Ebene für den Inneren Gott ist und das Ganze auf ewig kreist und nie enden wollende Spiralen entstehen Die Trans-Funktion Transzendieren heißt: Etwas in einen größeren Rahmen stellen, indem es sich auflöst. Dieses passiert, wenn wir ein Thema von einer zwei Stufen höheren Ebene betrachten. Wenn z.b. das Innere Kind ein Problem hat und wir dieses auf der Ebene des Königs betrachten, löst das Problem sich auf. Verstehen oder Wollen, also Funktionen des Königs, können die Angst oder die Wut auflösen helfen. Wenn der Innere Akteur eine Unfähigkeit hat, wird diese im Lichte des Inneren Gottes zu einer Tür zum Mitgefühl und zur Demut. Wenn der Innere König etwas nicht versteht, überwindet das Innere Tier dieses durch direkte Erfahrung von Schmerz oder Lust. Entweder zieht der nicht verstehende König in die Schlacht oder er findet die große Liebe. Wenn den Inneren Gott eine Gewissensnot plagt, kann diese, aus den Augen des Kindes betrachtet, zum Spiel werden, zum unschuldigen Tun. Und der Hunger des Inneren Tiers löst sich auf in der Befähigung des Akteurs, der auch mal fasten kann und zurückstecken. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 173

174 Bei der Trans-Funktion wird das Thema der unteren Ebene überwunden und aufgelöst. Das ist natürlich nur vorübergehend. Das Innere Tier kann nicht ewig fasten. Aber es hilft auf jeden Fall ein Thema aus den Augen von zwei Ebenen höher zu betrachten Anwendungen für Trader Der Trader ist ja eigentlich der klassische Akteur. Von der Ebene Innerer Akteur aus sollten wir uns orientieren, wenn wir uns mit Trader-Problemen beschäftigen. Der Innere Akteur wendet folgende Funktionen an: Körper: Können Geist: Bewerten, Vergleichen, Urteilen Seele: Meta-Emotionen, wie Mut, Selbstbeherrschung, Besonnenheit, Begeisterung. Der Innere Akteur balanciert vor allem die Befähigung (das Können) mit den Geboten (dem Sollen). Ich sollte meine Stopps einhalten, aber ich kann es nicht! Um diese Aktion des Nicht-Einhaltens von Stopps durchzuführen, vergleicht und urteilt er auf eine bestimmte Art und Weise und ist in einem Zustand von mangelnder Selbstbeherrschung. Er sucht nun meist eine Lösung auf derselben Ebene. Ich bin so blöd, warum halte ich die Stopps nicht ein? Dabei vergleicht, bewertet und urteilt der Trader sich mit anderen oder mit einem angenommenen Idealverhalten. So sollte ich sein, wie es in den Büchern steht! Damit verharrt er aber auf derselben Ebene. Eine Lösung gibt es nur von der Sichtweise einer höheren Ebene, also der des Inneren Königs. Der Innere König kann erst einmal sagen: Ich will es können. Ich will Stopps einhalten. Dazu geht er bei der Wahrnehmung in den Modus Verstehen. Er betrachtet das eigene Verhalten in dem Gesamtzusammenhang und nimmt eine Haltung von Großzügigkeit sich selbst gegenüber ein. Wer über die eigene mangelnde Selbstbeherrschung hadert, ist in einem ungünstigen, evtl. unbeherrschten Zustand, um aus diesem Zustand herauszukommen. Eine Ebene höher, mit Großzügigkeit sich selbst gegenüber, mit Verständnis, kann es etwas werden. Ja, ich halte die Stopps nicht ein. Das ist nur Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 174

175 allzu menschlich. Wir hassen es, Verluste zu machen. Wie kann ich es lernen, Verluste zu realisieren, ohne mich schlecht zu fühlen? Auf der höheren Ebene können wir dann die Sache untersuchen und auch das Innere Kind betrachten. Wie geht es dir bei Verlusten, Bübchen? Oder, wenn Sie ein weiblicher Trader sind: Wie geht es denn unserer Prinzessin bei Verlusten? Evtl. fühlt sich das Innere Kind bei Verlusten so unfähig und wertlos, dass es den Inneren Akteur anfleht: Bitte, bitte, Akti, tue es nicht. Der Kurs kommt wieder! Wenn du jetzt ausstoppst, dann fühlen wir uns so schlecht und flennen! Ja, und der gute Akteur will natürlich ein netter Kindergärtner sein und schon war die Stoppmarke überlaufen und der Kurs lief und lief, bis nur noch beten half. Beten kann aber nicht helfen, denn Beten tun die anderen auch und die Hälfte von diesen ist in der Gegenrichtung positioniert. Der Innere König, oder in diesem Fall besser: der Meister des Tradings, schaut also erst einmal, ob es aus der Welt des Inneren Kindes stammende psychologische Themen gibt, die das Einhalten der Stopps verhindern. Er schaut dann aber auch ob dem Akteur-Trader Befähigungen fehlen und es etwas zu lernen gibt. Sind die Stopps überhaupt sinnvoll gesetzt? Ist das eingegangene Risiko überhaupt vertretbar? Verluste sind auch unerträglich, wenn vom Trading-Gewinn zuviel abhängt. Zum Beispiel könnte das Überleben und das Zahlen der Miete davon abhängen, das jeden Monat Gewinne gemacht werden. Die Quotes und das elektronische Order- Routing und das Telefon und der Internet-Zugang usw. müssen ja auch bezahlt werden. Bei Nicht-Einhalten von Stopps muss der Trade-Meister fragen: Hängt zuviel von dem Trading-Gewinn ab? Ist das tatsächlich Risikokapital, mit dem du handelst? Also überprüft der Trading-Meister mit einer Grundhaltung von großzügigem Verständnis gemeinsam mit dem Akteur-Trader mal den Businessplan der ganzen Unternehmung. Es gibt Drawdown-Phasen. Diese können je nach Ansatz länger als einen Monat dauern. Wie groß ist dieser zu erwartende Maximale Drawdown in diesem Ansatz? Kann das verkraftet werden? Wenn wir auf der Ebene, auf der das Problem sich befindet, die Lösung suchen, fühlen wir uns nur noch schlechter und kämpfen gegen uns selbst. Eine Ebene höher können wir über diesem Thema einer Ebene in uns schweben und es neutral betrachten und Lösungen suchen. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 175

176 Die Bundesanstalt für Arbeit wäre ohne externe Unternehmensberatung auch nie auf die Idee gekommen, sich in Bundesagentur umzubenennen. Das war jetzt ironisch gemeint und zeigt ein weiteres Thema an, das auch für die innere Organisation gilt. Externe Berater (Coaches, Therapeuten, Unternehmensberater) nützen nichts, wenn die Innere Ebene des Königs eingeschlafen oder durch innere Konflikte blockiert ist. Dann müssen wir eine Ebene höher gehen und den Inneren Gott und die Bestimmung ansprechen. Wofür machen wir das Ganze? Der Trading-Gott sagt: Wir entwickeln unser Potenzial und lernen mit den im Leben unausweichlichen Verlusten umzugehen und Mitgefühl mit uns selbst zu haben! So vermittelt dann der Gott zwischen den Fraktionen der Könige und Meister, so dass diese mit Begeisterung und Kooperation die notwendigen Reformen bei sich und auf den unteren Ebenen durchsetzen. Und wenn der Gott zu abgehoben und desinteressiert ist und von der Erleuchtung träumt? Dann ist die Höhere Ebene die des Inneren Tieres. Dieses ruft den Gott zur Räson, denn es sagt: Wir leben hier in dieser Welt, in diesem Körper! Wir brauchen Fressen und ein Dach über dem Kopf und vor allem: Sex! Komm mal einer auf den Boden und räum da bei den Königen auf! Wir brauchen eine Mannschaft und keine Selbstdarsteller! Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 176

177 15. Strategien und Meta-Strategien Verhaltens-Strategien Meta-Verhaltensstrategie Bewertungs-Strategien Beispiel: Befindlichkeits-Bewertungs-Strategie Bewertung der Befindlichkeit per Bollinger-Band oder Preiskanal Wie nehmen wir die Befindlichkeit wahr? Wessen Idealtag ist der Referenztag? Fragen zur Selbstbewertungs-Strategie Die generelle Evaluations-Strategie und Evaluations-Meta- Strategien Soziale Strategien Adaptions-Strategie Exploitations-Strategie Verhaltens-Strategien Unser Verhalten setzt sich zusammen aus Abfolgen von Strategien. Diese wiederum sind Sequenzen von Mentalen Repräsentationen, motorischen Handlungen und Emotionen. Es gibt Verhaltens-Strategien, Entscheidungs-Strategien, Lern-Strategien, etc. Derartige Strategien sind individuell unterschiedlich. Männer und Frauen verhalten sich vor und in Schuhläden verschieden. Männer und Frauen parken unterschiedlich ein. Auditive und Visuelle lernen unterschiedlich. Arme und Reiche kaufen in unterschiedlichen Läden nach anderen Kriterien ein. Wenn Sie z.b. ein Wort buchstabieren sollten, werden Sie es entweder erst innerlich sehen oder hören. Sie werden die Buchstabenfolge mit einer gesehenen oder gehörten Erinnerung vergleichen und dann ein Bauchgefühl dafür haben, ob es oder wann es richtig ist. Da unsere Schrift nicht lautmalerisch ist, ist das visuelle Buchstabieren für die Noten in Diktat und Aufsatz besser. Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten haben meist eine auditive Strategie und müssen eine visuelle Buchstabierstrategie erlernen. Das ist im Grunde sehr einfach beizubringen. Beim sog. Speed-Reading, Schnelllesen, wird gelernt, beim Lesen nicht mehr innerlich mitzusprechen, was die Aufnahmegeschwindigkeit vergrößert. Andere interessante Strategien bestimmen das Entscheidungsverhalten. Wie z.b. suchen Sie das Gericht, das Sie bestellen, in Ihrem Lieblingsrestaurant aus? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 177

178 Schauen Sie auf die Speisekarte und bilden zu jedem Gericht eine Mentale Repräsentation, die vor allem gustatorisch ist? Oder entscheiden Sie eher visuell? Oder nehmen Sie einfach immer dasselbe? Oder essen Sie immer das, was Ihr Gegenüber isst? Oder hören Sie am liebsten die Empfehlung des Kellners und nehmen das, was am besten klingt? Letztere, auditive Strategie wird sich für den nicht so auditiven Menschen obskur anhören, aber für einen auditiven Menschen ist das durchaus plausibel. Diese einfachen Verhaltens-Strategien sind auf der logischen Ebene des Inneren Kindes. Sie werden in der Kindheit erlernt, ins Unterbewusstsein abgespeichert und helfen uns durch den Alltag Meta-Verhaltensstrategien Wenn wir etwas sozial eleganter sein wollen, brauchen wir zusätzlich Strategien, die eine Ebene höher angelegt sind: Meta-Strategien. Innere Ebene: Akteur. Mit einer Meta-Entscheidungsstrategie können wir unsere Menüwahl variieren. Je nach Restaurant, Essenspartner, Geldbeutel, Tageszeit, Ort oder eigener Fitness wählen wir unterschiedliche und optimale Strategien. Es wäre unsinnig bei McDonalds oder Burger-King den Tagesempfehlungen der Bedienung lauschen zu wollen. Und es muss auch nicht unbedingt ratsam sein den bunten Bildern zu vertrauen. Aber wie genau entscheide ich denn bei McDonalds oder Burger-King? Ich selbst entscheide tatsächlich meistens auditiv und orientiere mich am coolsten Klang der amerikanischen Burger-Bezeichnungen. Whopper klingt für mich lustiger als Royal. Aber vielleicht will ich ja mal gar nicht zum Kind regredieren, wenn ich einen Hamburger essen gehe, sondern mein Selbstbewusstsein aufbauen. Dann vernasche ich natürlich lieber einen Royal TS. So habe ich also eine Meta-Strategie der Entscheidung. Ich passe meine Entscheidungsstrategie den Kontexten an. Oder aber, ich passe sie mal gerade nicht an, wenn ich etwas neues probieren will oder irgendwie dumm auffallen will. Letztere Entscheidung ( Ich will mal so richtig provozieren! ) wäre noch eine Meta-Ebene höher. (Provozieren ist also eine Strategie für Könige. Was nicht heißt, dass jeder Provokateur ein König ist.) Also. Grundebene: Meta-Ebene 1: wird. Entscheidungs-Verhalten in Restaurants. Entscheidung, welches Entscheidungs-Verhalten gewählt Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 178

179 Meta-Ebene 2: Entscheidung, ob das Kriterium zur Verhaltenswahl optimale Anpassung oder optimales Schocken, Sicherheit oder Experiment sein soll Bewertungs-Strategie Eine entscheidende Strategie ist unsere Bewertungs-Strategie. Wie genau bewerten wir etwas? Die Bewertungs-Strategie ist eine universale Meta-Strategie. Da Vergleichen, Urteilen, Bewerten eine Funktion der Meta-Wahrnehmung des Inneren Akteurs ist, wäre die grundlegende Bewertungs-Strategie eine Akteurs- Strategie. Die Bewertungs-Strategie bewertet auch Verhaltensstrategien und ist daher auf Meta-Ebene 1. Es gibt natürlich auch eine Meta-Bewertungs-Strategie, mit der wir ein Repertoire von Bewertungs-Strategien zum Einsatz bringen können. Das wiederum ist eine Königs-Strategie, der sich fragt: Will ich heute mal streng sein oder eher großzügig!? Als Kind erlernen und übernehmen wir die Bewertungs-Strategien der Eltern oder anderer prägender Erwachsener. Als Jugendliche probieren wir Alternativen aus. Als Erwachsener denken wir meist nicht mehr darüber nach und benutzen das Gewohnte und Erprobte. Das kann bedeuten, dass wir wieder beim Kind-Verhalten gelandet sind oder dass wir eine Neuerung der Zeit als junger Erwachsener auf automatisch gestellt haben. Es wäre sicherlich sinnvoll Bewusstheit über die Bewertungs-Strategien zu haben, um jeweils die optimale auswählen zu können. Wenn Sie etwas bewerten wollen, müssen Sie es mit etwas vergleichen. Das, womit Sie vergleichen, bildet das Kriterium, den Maßstab. Aber: Wie genau vergleichen Sie? Stellen Sie eher die Unterschiede fest oder die Gleichheiten? Beispiel: Befindlichkeits-Bewertungs-Strategie Wie ist Ihre Verfassung heute? Vergleichen Sie Ihren heutigen Zustand mit einem Idealtag oder dem möglichen schlimmsten Tag oder dem Normaltag oder mit Gestern oder mit dem entsprechenden Tag der letzten Woche, des letzten Jahres? Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 179

180 Fokussieren Sie bei dem Vergleich auf Unterschiede oder Gleichheiten? Wenn Sie auf den Unterschied zu einem Idealtag bewerten, wird die Antwort auf: Wie geht es heute?, eher So lala... oder Ja, so O.K. sein, denn der heutige Tag ist meist etwas oder viel weniger gut als der Idealtag. Sie werden mental alle die Unterschiede auflisten und sich so auf die Nicht-Optimalität orientieren. Wenn Sie auf die Gleichheit oder Ähnlichkeit zu einem Idealtag bewerten, wird die Antwort auf die Frage nach dem heutigen Befinden vielleicht: Eigentlich ganz gut! sein. Im Gegensatz zu dem Weg mit der Unterscheidung erstellen Sie hier eine Liste der Gemeinsamkeiten und werden eher besser gelaunt sein als mit der Liste der Unterschiede. Die Gleichheit zum Idealtag wird von vornherein eher positiv gestimmte Repräsentationen erzeugen. Der Unterschied zum Idealtag wird eher frustrieren. Es ist zu erwarten, dass bei der Bewertungsstrategie Unterschied zum Ideal eine schlechtere Befindlichkeit wahrgenommen wird als bei Gleichheit mit Ideal. im Vergleich zu nach Gleichheit nach Unterschied Idealtag Eigentlich ganz gut! Ganz O.K. schlimmster Tag Urlaubsreif! Nicht so schlecht! Es kann aber auch per Gleichheit oder Unterschied zum Worst-Case, zum schlimmsten möglichen Tag, bewertet werden. Dann werden wir bei der Strategie Gleichheit zum Worst-Case eher in einen schlechteren Zustand kommen als bei Unterschied zum Worst-Case. Denn eine Liste der Unterschiede zum Schlimmsten ist doch angenehmer als eine Liste der Ähnlichkeiten mit dem Schlimmsten. Wann würde man den Vergleich zum bestmöglichen und wann den Vergleich zum schlechtesten wählen? Wir stellen zwar die Bewertungsreferenz meist auf automatisch und beantworten die Frage nach dem Befinden immer gleich. Das ist aber nicht unbedingt gut und flexibel. Wir möchten Variation und vor allem bewusste Selbstbestimmung in unser Leben. Wenn wir eine Krankheit hatten und bewerten die eigene Befindlichkeit als Unterschied zum Worst-Case, kann uns das bei der Genesung unterstützen: Ach, gar nicht so schlecht! Wenn wir hier nach Gleichheit zum Ideal bewerten, stürzen wir wegen der großen Differenz evtl. ab. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 180

181 Bewertung der Befindlichkeit per Bollinger-Band oder Preiskanal Wir könnten statt eines absoluten Ideal oder Worst-Case auch einen historisch relativen nehmen. Das werden wir in der Praxis wohl auch meistens machen. Ideal und Worst-Case einer überschaubaren vergangenen Zeitspanne bilden sozusagen einen Preiskanal oder ein Bollinger-Band um das, wonach wir unser aktuelles Befinden bestimmen. Wir könnten das sogar wie bei einem Kurschart graphisch darstellen. Bei den beiden Charts, die folgen, ist eine fiktive tägliche Befindlichkeit auf einer Skala von 1 bis 100 bewertet und daraus eine Kurve erstellt worden, bei der ein auf die letzten 20 Tage berechneter Idealtag oder Worst-Case das Preisband bilden. Befindlichkeitschart (Tageschart, Befindlichkeit auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet) mit Bollinger-Band, das durch 2 Standardabweichungen auf den 20- Tage-Gleitenden Durchschnitt (rote Linie) berechnet ist: Die schwarze Linie ist durch tägliche Bewertungen für die Befindlichkeit gebildet. Wenn diese über dem oberen Bollinger-Band verläuft, wie um den herum, geht es uns natürlich super. Wir werden wohl eine kurzfristige Orientierung und eine längerfristige Bewertung haben (wie am besten bei der Börsenkurs-Analyse auch). Hier ein Befindlichkeitschart aus dem gleichen Zeitraum, bei dem das Preisband durch einen Donchian-Channel gebildet wird, der aus den Highs und Lows der letzten 20 Tage gebildet wird:. Claus David Grube Gewinnen beginnt innen 181

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