Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten 14. August 2015

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1 Liebe Leserinnen, liebe Leser, China bewegt die Märkte: Die Notenbank in Peking hat die heimische Währung Yuan überraschend gegen den US-Dollar abwerten lassen und damit für Turbulenzen an den Aktienmärkten gesorgt. Unter Druck gerieten vor allem die Luxusgüter- und die Automobilunternehmen, weil die Investoren in diesen Branchen Gewinneinbußen durch die Abwertung fürchten. Gute Nachrichten waren indes aus Griechenland zu vernehmen. Offenbar kommen die Gespräche zwischen den Gläubigerinstitutionen und der Regierung in Athen weiter voran. Griechische Staatsanleihen verbuchten daraufhin Kurszuwächse. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr Portfoliomanagement Union Investment Privatkunden. Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten 14. August 2015

2 Inhaltsverzeichnis Aktien: China belastet globale Aktienmärkte Automobil- und Luxusgüterkonzerne unter Druck Google baut um Renten: China sorgt für Verunsicherung Gespräche mit Griechenland kommen voran Brasilien erholt Türkei weiter unter Druck Ausblick: Kursveränderungen Marktindikator Stand am ca. 16:00 seit Wertentwicklung Seit Dow Jones ,4 % -2,1% EuroStoxx ,9% 11,1% Dax ,2% 12,2% Nikkei ,0% 17,6% Blicke gehen wieder nach Griechenland US-Verbraucherpreise sollen leicht anziehen GfK-Konsumklima gibt Auskunft über deutsche Kauflaune MSCI Emerging Markets ,5% -3,4% Euro-Leitzins 0,05 0 BP 0 BP Rendite 10-jähriger Bundesanleihen 0,65-1 BP 11 BP IBoxx Euro Sovereign 223,55 0,2% 0,8% Spread EMU-Unternehmenszu EMU-Staatsanleihen 82 1 BP 9 BP US-Leitzins 0,25 0 BP 0 BP Rendite 10-jähriger US-Treasury-Bonds 2,21 3 BP 3 BP Euro-Wechselkurs in USD 1,1146 1,9% -8,2% Ölpreis (WTI) in USD/Barrel 42,66-2,8% -20,2% Marktticker 14. August 2015 Seite 2

3 Aktien China belastet globale Märkte Die von der chinesischen Notenbank eingeleitete Abwertung des Yuan hat die Aktienmärkte weltweit unter Druck gebracht. Der MSCI World verlor bis Donnerstagabend in lokaler Währung 0,6 Prozent an Wert. Vor allem in Europa fielen die Kurse deutlich, der EURO STOXX 50 gab 3,9 Prozent ab, der deutsche DAX notierte 4,2 leichter. In den USA hingegen blieben die Kurse vergleichsweise stabil, der Dow Jones Industrial Average verbesserte sich um 0,4 Prozent. Der Wechselkurs des Yuan wird von der Notenbank in Peking gesteuert, ab Dienstag hat die People s Bank of China die heimische Währung in drei Schritten um insgesamt 4,6 Prozent abwerten lassen. An den Märkten löste die überraschende Maßnahme die Furcht vor einem Währungskrieg aus. Die Stimmung wurde überdies durch Sorgen belastet, dass eine kontinuierliche Abwertung der chinesischen Währung die Erlöse der europäischen Unternehmen in China nachhaltig beeinträchtigen könnte. Zudem drohten einigen Branchen Absatzprobleme im Reich der Mitte, wenn Güter aus dem Westen dort wechselkursbedingt teurer würden. Automobil- und Luxusgüterkonzerne unter Druck Betroffen waren unter anderem die deutschen Automobilunternehmen. So verloren Anteilsscheine von BMW bis Freitagmittag mehr als sieben Prozent an Wert, Papiere von Daimler gaben sogar mehr als acht Prozent ab. Auch Luxusgüterhersteller, für die China mit seiner wachsenden Mittelund Oberschicht eine wichtige Rolle spielt, standen unter Abgabedruck. Der französische Konzern LVMH brach in der Spitze um fast zwölf Prozent gegenüber der Vorwoche ein. Die Aktien von Rohstoffunternehmen ließen ebenfalls Federn, weil durch die Abwertung die Nachfrage nach den in Dollar gehandelten Commodities leiden könnte. So gaben die Papiere des weltgrößten Rohstoffhändlers Glencore zeitweise mehr als zwölf Prozent ab. Google baut um Bemerkenswertes gab es in der Berichtswoche indes auch von Seiten der Unternehmen. So hat mit Google das nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Unternehmen der USA eine tiefgreifende Neuaufstellung verkündet. Der Suchmaschinen- Anbieter will künftig in einer Holdingstruktur schneller und unabhängiger auf Herausforderungen reagieren. Als Bezeichnung wählte der Konzern den Namen Alphabet. Die Anleger reagierten mit Käufen auf die Pläne des Unternehmens die Aktie kletterte nachbörslich um gut sieben Prozent. Erst in der Vorwoche waren die Papiere auf ein neues Rekordhoch gestiegen, als der Konzern für das zweite Quartal ein Umsatzplus von 17 Prozent auf 3,9 Milliarden US-Dollar vermeldet hatte. Unterdessen rutscht der Versorger RWE immer tiefer in die Krise. Im ersten Halbjahr fiel der Gewinn des Essener DAX- Unternehmens um rund 28 Prozent auf 543 Millionen Euro, im zweiten Quartal schrieb das Unternehmen sogar rote Zahlen. Vor allem der Bereich der konventionellen Stromerzeugung mit Kohle und Gas lief schlecht. Anders als der Konkurrent Eon denke man derzeit nicht an eine Aufspaltung des Unternehmens, hieß es. Allerdings sollen eine Reihe von Tochtergesellschaften aus der Konzernstruktur herausgelöst und verschmolzen werden. Das Unternehmen solle dadurch schneller und wendiger werden, betonte RWE in der vergangenen Woche. Marktticker 14. August 2015 Seite 3

4 Renten China sorgt für Verunsicherung Die europäischen Staatsanleihenmärkte zeigten sich in der vergangenen Handelswoche erneut von ihrer freundlichen Seite. Sowohl Papiere aus den Kern- als auch den Peripherieländern waren bei Anlegern gefragt. Zunächst setzte sich die allgemein freundliche Stimmung der Vorwochen fort. Für weiter steigende Kurse sorgte dabei das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Angesichts der Sommerpause war das Angebot an neuen Papieren sehr gering, sodass die Nachfrage das Angebot merklich überstieg. Ab Dienstag erhielt die Bewegung zusätzliche Dynamik, als China seine Währung zum US-Dollar an drei aufeinanderfolgenden Tagen abwertete. Dies geschah im Rahmen einer Liberalisierung des Devisenhandels. Der Schritt war zwar in Aussicht gestellt worden und auch schon vom Internationalen Währungsfonds eingefordert, der Zeitpunkt kam aber dennoch sehr überraschend. Schließlich fielen erst vor wenigen Tagen die Außenhandelszahlen unerwartet negativ aus. Die jüngst erfolgte Abwertung dürfte dem chinesischen Exportgeschäft zugutekommen, sodass die Maßnahme einen gewissen Beigeschmack hatte. Die Kapitalmärkte reagierten deshalb auch sehr verunsichert und fürchteten einen drohenden Währungskrieg. Weltweit flüchteten Anleger in sichere Häfen. Bundesanleihen waren deshalb besonders gefragt. Auffällig war allerdings, dass auch Schuldverschreibungen aus den anderen Eurostaaten weiterhin in der Gunst der Anleger blieben. Peripherieanleihen vollzogen die Kursbewegung von Bundesanleihen daher zunächst nach. Ab Mittwoch tendierten sie dann jedoch leicht schwächer. Zum Wochenende hin beruhigte sich die Lage auch wieder merklich, sodass auch Bundesanleihen einen Teil ihrer Gewinne wieder abgaben. In Summe konnten europäischen Staatsanleihen im Wochenvergleich aber dennoch leicht zulegen und verbuchten, gemessen am iboxx Euro Sovereign Index ein Plus von 0,4 Prozent (per Freitag 14 Uhr). Gespräche mit Griechenland kommen voran Unregierbar? Reformunfähig? Keineswegs! In den Gängen des Parlamentsgebäudes in Athen weht offenbar ein frischer Wind. Die Gespräche zwischen Griechenland und seinen Geldgebern werden als sehr konstruktiv beschrieben und auch innerhalb der Athener Regierung scheint man konsens- und kompromissfähig zu sein zumindest wenn man muss. Von dieser Seite aus gab es also mal keine Störfeuer, wenngleich Neuwahlen nicht auszuschließen sind. Die Griechen haben es schließlich auch deshalb eilig, weil schon nächste Woche wichtige Rückzahlungen anstehen. Griechische Staatsanleihen daraufhin verbuchten kräftige Kurszuwächse. Brasilien erholt Türkei weiter unter Druck Abgesehen von China machten in dieser Woche zwei weitere aufstrebende Volkswirtschaften auf sich aufmerksam. Nach S&P senkte nun auch Moody s den Daumen für die Kreditwürdigkeit Brasiliens. Die Marktreaktion fiel dennoch positiv aus, da die Ratingagentur den Ausblick stabil einschätzt. Eine weitere Herabstufung auf Ramschniveau wird es also vorerst nicht geben. In der Türkei standen Anleihen, vor allem aber die Türkische Lira unter Druck. Seit der Parlamentswahl Anfang Juni sind alle Gespräche zu einer Koalitionsbildung gescheitert. Sollte es auch nächste Woche keine Lösung geben, drohen Neuwahlen. Marktticker 14. August 2015 Seite 4

5 Ausblick Nachdem sich die Situation um die überraschende Yuan- Abwertung beruhigt hat, steht in den kommenden Tagen wieder die Griechenland-Frage im Fokus. Am Donnerstag wird die Rückzahlung eines EZB-Kredits über mehr als drei Milliarden Euro fällig, eine Einigung über ein drittes Hilfspaket oder zumindest eine Brückenfinanzierung ist also zwingend notwendig. Griechenlands Parlament stimmte zwar am Freitag für das Maßnahmen-Bündel ab, Ministerpräsident Tsipras war allerdings erneut auf Stimmen der Opposition angewiesen - Vertrauensfrage und Neuwahlen stehen im Raum. Diese Themen werden auch im deutschen Bundestag ganz oben auf der Agenda der kommenden Woche stehen. Interessant wird vor allem, wie die Bundesregierung die Diskrepanz zwischen den Signalen des IWF (keine Beteiligung an einem Hilfspaket ohne vorherigen Schuldenschnitt) und der eigenen Position (keine Zustimmung zu weiteren Zahlungen ohne Beteiligung des IWF, aber auch kein Schuldenschnitt) auflösen wird. Nach einem starken Anstieg des japanischen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal, erwarten die Analysten für die Monate April bis Juni einen Rückgang um 0,5 Prozent. Gründe hierfür sind schwächere Exporte und eine insgesamt geringere Investitionsdynamik. Spannend wird auch der Blick auf die US-Verbraucherpreise: Die Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) dürfte sich dem Fed-Ziel von zwei Prozent annähern, was den Spielraum für geldpolitische Maßnahmen erhöhen könnte. Das GfK-Konsumklima gibt am Freitag Auskunft über die Kauflust der Deutschen. Nachdem die Finanzexperten im ZEW-Index eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik prognostizierten, könnte sich auch von Verbraucherseite die Stimmung leicht eintrüben. Termine Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, EWU: Handelsbilanz (Jun.) USA: NAHB-Wohnungsmarkt (Aug.) JP: BIP (Q2) USA: Baubeginne, Baugenehmigungen (Jul.) UK: Verbraucherpreise (Jul.) Q2: Home Depot; Wal-Mart EWU: Leistungsbilanz (Jun.) USA: Verbraucherpreise (Jul.); Rohöllagerbestände; Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank Fed JP: Handelsbilanz (Jul.) Q2: Deutsche Annington; Glencore DE: Erzeugerpreise (Jul.) USA: Wiederverkäufe Häuser; Frühindikator (Jul.); Philly-Fed-Index (Aug.) UK: Einzelhandelsumsätze (Jul.) Q2: Hewlett-Packard EWU: Verbrauchervertrauen (Aug.) DE: GfK-Konsumklima (Sep.) Marktticker 14. August 2015 Seite 5

6 Disclaimer Die Inhalte in diesem Dokument wurden von der Union Investment Privatfonds GmbH nach bestem Urteilsvermögen erstellt und herausgegeben. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Ihre Kontaktmöglichkeiten Union Investment Service Bank AG Weißfrauenstraße Frankfurt am Main Telefon Telefax Als Grundlage dienen Informationen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für deren Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit steht der jeweilige Verfasser jedoch nicht ein. Alle Indexbzw. Produktbezeichnungen anderer Unternehmen als Union Investment werden lediglich beispielhaft genannt und können urheber- und markenrechtlich geschützte Produkte und Marken dieser Unternehmen sein. Alle Inhalte dieses Dokuments dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie dürfen daher weder ganz noch teilweise verändert oder zusammengefasst werden. Sie stellen keine individuelle Anlageempfehlung dar und ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Für die Eignung von Empfehlungen zu Fondsanteilen oder Einzeltiteln für bestimmte Kunden oder Kundengruppen übernimmt Union Investment daher keine Haftung. Impressum Union Investment Privatfonds GmbH Investment Office Weißfrauenstraße Frankfurt Dieses Dokument wurde mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Es wird keinerlei Haftung für Nachteile, die direkt oder indirekt aus der Verteilung, der Verwendung oder Veränderung und Zusammenfassung dieses Dokuments oder seiner Inhalt entstehen, übernommen. Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 14. August 2015, soweit nicht anders angegeben. Marktticker 14. August 2015 Seite 6

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