Die Griechenlandkrise

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Die Griechenlandkrise"

Transkript

1 Die Griechenlandkrise Ein Symptom der europäischen Schuldenkrise

2 Prof. Dr. U. Guckelsberger Die Griechenlandkrise SS 2012 Inhalt Konvergenzkriterien Griechenlands Weg in die Währungsunion Grundlagen der Entscheidung Griechenland in der Währungsunion Hilfen für Griechenland Maßnahmen Griechenlands Griechenlands Probleme Wie geht es weiter?

3 Prof. Dr. U. Guckelsberger Die Griechenlandkrise Konvergenzkriterien Nettokreditaufnahme höchstens 3% des nominalen BIP Gesamtschuldenstand höchsten 60% des nominalen BIP Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5% über dem Durchschnitt der drei stabilsten Länder der Euro-Zone liegen Der Staat muß mindestens zwei Jahre ohne Abwertung am EWS II teilgenommen haben Der Zinssatz für langfristige Staatsanleihen darf nicht mehr als 2% über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder der Euro-Zone liegen.

4 Griechenlands Weg in die Währungsunion 1. Januar 1981 Griechenland wird zehnter Mitgliedsstaat der Europäischen Union (Süderweiterung); 1992 Beitritt zum Schengener Abkommen Zum Griechenland Vollmitglied der Währungsunion. Im Konvergenzberichtder Kommission des Jahres 2000 heißt es: "Die Kommission vertritt... die Auffassung, daß in Griechenland ein hoher Grad an nachhaltiger Konvergenz erreicht worden ist."

5 Prof. Dr. U. Guckelsberger Die Griechenlandkrise Grundlagen der Entscheidung Nettokreditaufnahme (in % BIP; ESVG Abgrenzung) ,2-7,8-4,6-3,1-1,6-1,3-0,6 Quelle: EU-KOMMISSION: Konvergenzbericht 2000 Kriterium erfüllt

6 Prof. Dr. U. Guckelsberger Die Griechenlandkrise SS2012 Grundlagen der Entscheidung Nettokreditaufnahme (in % BIP; ESVG Abgrenzung) ,2-7,8-4,6-3,1-1,6-1,3-0,6 Quelle: EU-KOMMISSION: Konvergenzbericht 2000 Nach Revision: ,7-4,5 Quelle: EU-KOMMISSION: On Greek Government - Deficit and Debt Statistics, 2010 Kriterium deutlich verfehlt

7 Grundlagen der Entscheidung Gesamtschuldenstand (in % BIP) ,7 111,3 108,5 105,4 104,4 103,7 99,7 Kumulierter Schuldenstand in % des nominalen BIP; ESVG Abgrenzung Quelle: EU-KOMMISSION; Konvergenzbericht 2000 Der Wert für 2001 wurde später auf 114,4% revidiert.

8 Grundlagen der Entscheidung Inflationsrate (%) ,9 8,2 5,5 4,7 2,5 2,5 2,6 5,4 4,5 2,1 2,9 3,7 Quelle: EU-Kommission; Konvergenzbericht 2000 untere Reihe: HVPI; Quelle: EUROSTAT In den entscheidenden Jahren 1999 und 2000 lag der Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder des EWU bei 0,7% bzw. 1,7%. Griechenland hat dieses Kriterium also erfüllt.

9 Grundlagen der Entscheidung Wechselkurs (Drachmen je Ecu/Euro) ,4 313,0 308,1 328,6 325,8 336,6 340, ,1% -1,6% +6,5% -0,9% +3,3% +1,2% 2001 unwiderruflicher Umstellungskurs auf Euro 1995 bis 1998 Wechselkurs zur DM auf Euro-Kurse umgerechnet (1 = 1,95583 DM) Quelle: EU-Kommission; Konvergenzbericht 2000 Aufwertung 1999 und Abwertung 2000 zusammengefaßt: +2,4% Also eine moderate Abwertung; Ziel leicht verfehlt

10 Grundlagen der Entscheidung Langfristiger Zinssatz (%) ,0 14,5 9,9 8,5 6,3 6,1 5,3 Quelle: EU-Kommission Konvergenzbericht 2000 (endgültige Fassung) Referenzzins 1999: 4,62% 2000: 5,49 % Kriterium erfüllt

11 Grundlagen der Entscheidung Erfüllung der Konvergenzkriterien Inflationsrate (erfüllt) Langfristiger Zinssatz (erfüllt) Wechselkurs (leicht verfehlt) Staatsverschuldung (beide verfehlt)

12 10 Jahre Euro in Griechenland Zwillingsdefizit Finanzierungssaldo (% des nominalen BIP): * -4,5-4,8-5,6-7,5-5,2-5,7-6,4-9,8-15,4-10,5-8,0 Quelle: Eurostat, IWF Leistungsbilanzsaldo (% des nominalen BIP) * -7,8-7,2-6,5-6,5-5,8-7,6-11,4-14,6-14,9-11,1-10,1 Quelle: Statistisches Amt Griechenland, IWF, eigene Berechnung * 2011 Schätzung

13 10 Jahre Euro in Griechenland Gesamtschuldenstand (in % BIP) * 2012** 116,9 115,0 118,1 133,5 149,1 165,1 181,2 *2011 Schätzung; **2012 Projektion Quelle: OECD

14 10 Jahre Euro in Griechenland Staatsquoten Jahr BIP (Mrd. Euro) 208,9 222,8 232,9 231,6 227,3 213,4 Staatseinnahmen (%) 39,2 40,8 40,7 38,0 39,5 40,1 Staatsausgaben (%) 45,2 47,0 50,6 53,8 50,2 48,1 Quelle: OECD, Eurostat, IMF 2011 Schätzung

15 10 Jahre Euro in Griechenland Staatsquoten BIP Staatseinnahmen Staatsausgaben BIP

16 10 Jahre Euro in Griechenland Staatsquoten Jahr BIP (Mrd. Euro) 208,9 222,8 232,9 231,6 227,3 213,4 Staatseinnahmen (%) 39,2 40,8 40,7 38,0 39,5 40,1 Staatsausgaben (%) 45,2 47,0 50,6 53,8 50,2 48,1 Zum Vergleich Deutschland BIP (Mrd. Euro) 2313,9 2428,5 2473,8 2374,5 2476,8 2570,8 Staatseinnahmen (%) 43,7 43,7 44,0 44,9 43,6 44,2 Staatsausgaben (%) 45,3 43,5 44,0 48,1 47,9 44,7

17 10 Jahre Euro in Griechenland Zahlungsbilanz (Mrd. Euro) Jahr LB -10,59-10,20-11,26-10,72-14,74-23,76-32,60-34,80-25,82-22,98 KTrB 2,42 1,63 1,24 2,39 2,05 3,04 4,33 4,09 2,02 2,07 KB 6,93 10,314 9,88 8,10 12,61 20,45 27,57 29,91 24,40 21,32 Quelle: Griechische Nationalbank Die Aktivsalden der Kapitalbilanz beruhen auf Kreditaufnahmen im Ausland; seit 2008 erfolgt die Finanzierung weitgehend über Target2 Salden (Stand der griechischen T2-Verbindlichkeiten Ende ,8 Mrd. Euro)

18 Hilfen für Griechenland Mai 2010 erstes Rettungspaket Volumen von 110 Mrd. Euro bis 2013 Euro-Staaten übernehmen 80 Mrd. Euro (davon D 28%), IWF 30 Mrd. Euro. Gegenleistung: Griechenland senkt Neuverschuldungbis Ende 2013 auf 3,6%. Auszahlung der Hilfsgelder erfolgt in Tranchen, die vom Erfolg der Konsolidierungsbemühungen abhängig gemacht werden (bislang ca. 66% des Betrags in 6 Tranchen zugewiesen) Überwachung durch Troika: EU, EZB, IWF EZB kauft griechische Staatsanleihen von 25 Mrd. Euro

19 Hilfen für Griechenland Februar 2012 zweites Rettungspaket Umsetzung des Beschlusses vom Juli 2011 Volumen 130 Mrd. Euro (EFSF, IWF) Forderungsverzicht privater Gläubiger von 53,5% Neue Bonds mit 30jähriger Laufzeit und Zinsen zwischen 2% und 4,3% Weitere Sparauflagen für Griechenland Einrichtung eines Sperrkontos zur Bedienung des Schuldendienstes

20 Hilfe für Griechenland Auswirkung (Basis Ende 2011): Gesamtschuldenstand 368 Mrd. davon private Gläubiger (54%) 200 Mrd. Schuldenschnitt 53,5% 107 Mrd. Verbleibende Schulden 261 Mrd. bei 4% Zinsen Zinslast 10 Mrd. Entspricht über 10% der griechischen Staatseinnahmen!

21 Maßnahmen Griechenlands Vier Sparpakete: Privatisierungsprogramm Einnahmeerhöhungen Ausgabenkürzungen Regulierte Bereiche stärkerem Wettbewerb aussetzen

22 Griechenlands Probleme Korruption Steuerhinterziehung Schwarzarbeit Mangelhafte Verwaltungsinfrastruktur Ineffizienter öffentlicher Dienst Privilegierte Berufsgruppen Reformunwille bei der Bevölkerung und den Gewerkschaften

23 Wie geht es weiter?

24 Wie geht es weiter? Gesamtfälligkeiten griechischer Schulden 2012 Art\ Monat Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Treasury Bill 13 Wochen 2,000 1,600 1,600 2,000 Treasury Bill 26 Wochen 2,000 1,000 1,455 1,600 1,600 2,000 2,000 Bonds 3 Jahre 14,433 7,719 Bonds 5 Jahre Bonds 10 Jahre 8,000 Gesamt 4,000 2,600 17,488 3,600 9,600 2,000 2,000 7,719 Quelle: Finanzministerium Griechenland

25 Wie geht es weiter? Urteil der Rating-Agenturen: Fitch S&P Moody's C SD (selective default) Ca OECD-Kritik an Griechenland: Keine klaren Reformziele Mangelhafte Kommunikation zwischen den Ministerien Mangelhafte Kontrolle über die Umsetzung der Reformschritte

26 Deflationsspirale Wie geht es weiter? rückläufiger aber weiterhin negativer Leistungsbilanzsaldo Steigende Arbeitslosigkeit wachsende Staatsverschuldung ( ,7%; EU-Ziel ,5%, d.h. -5,5%-punkte p.a.) Quelle: OECD Prognose vom November 2011

27 Wie geht es weiter? Egal, ob Griechenland in der Euro-Zone verbleibt oder nicht, es wird noch lange auf Finanzhilfen der EU angewiesen sein. Aber ohne echte Reformen ist jede Hilfe umsonst, d.h. Griechenland muß die oben angesprochenen Probleme lösen: - Korruption bekämpfen - Schwarzarbeit unterbinden - das Steuersystem modernisieren - Privilegien abbauen - den ausufernden Sozialstaat eindämmen - den öffentlichen Dienst reformieren - die Wirtschaft umstrukturieren

28 Wie geht es weiter? Wahlen im April????

29 Vielen Dank! Quelle: Handelsblatt

Die Zukunft des Euro Europäische Integration in der Sackgasse?

Die Zukunft des Euro Europäische Integration in der Sackgasse? Die Zukunft des Euro Europäische Integration in der Sackgasse? Schülerforum Wirtschaft am 12. Oktober 2011 der Raiffeisenbank Roth-Schwabach eg Prof. Dr. Karl Heinz Hausner (Fachhochschule des Bundes für

Mehr

Fakten zu Griechenland und anderen Schuldnerstaaten der EU Zusammengestellt vom ifo Institut am 15. März 2010, aktualisiert am 7.

Fakten zu Griechenland und anderen Schuldnerstaaten der EU Zusammengestellt vom ifo Institut am 15. März 2010, aktualisiert am 7. Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft Poschingerstraße 5 81679 München 089/9224-1218 089/9224 1267 Fakten zu Griechenland und anderen Schuldnerstaaten

Mehr

Die Euro Krise. Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten Prof. Dr. Kathrin Johansen (Juniorprofessur Empirische Wirtschaftsforschung) Vortrag im Rahmen des 5. Jahreskongress der Landeszentrale für politische

Mehr

Die Europäischen Institutionen und ihre Beziehungen: Rat der Europäischen Union/ Ministerrat:

Die Europäischen Institutionen und ihre Beziehungen: Rat der Europäischen Union/ Ministerrat: EU Die Europäischen Institutionen und ihre Beziehungen: Rat der Europäischen Union/ Ministerrat: - Fachminister der Mitgliedsländer u. a. Außenrat mit ständigen Außenbeauftragten - Erlass von Verordnungen

Mehr

Konjunktur- und Finanzmarkttrends 2010 zwischen Konjunkturerwachen & Budgetsorgen

Konjunktur- und Finanzmarkttrends 2010 zwischen Konjunkturerwachen & Budgetsorgen Konjunktur- und Finanzmarkttrends 2010 zwischen Konjunkturerwachen & Budgetsorgen Dr. Dr. Martina Schweitzer, CEFA CEFA Treasury/Volkswirtschaftliche Treasury/Volkswirtschaftliche Analyse Analyse 4. Mai

Mehr

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 014, Berlin Der Weg ins Niedrigzinsumfeld Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Der Ausweg aus dem

Mehr

Staatsverschuldung in Europa Mythen und Realitäten

Staatsverschuldung in Europa Mythen und Realitäten 11.12.2014 Jürgen Leibiger, 11.12.2014 Staatsverschuldung in Europa Mythen und Realitäten 1. Die schwäbischen Hausfrau und das Schuldenmanagement des Staates 2. Ursachen der Staatsverschuldung und Euro-Krise

Mehr

Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen

Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen Prof. Dr. Kai A. Konrad Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht FES, Berlin, Oktober 2010

Mehr

5. Europa als Wirtschaftsfaktor im Vergleich zu China, Indien, Japan und USA: Vernachlässigbar oder ein Global Player?

5. Europa als Wirtschaftsfaktor im Vergleich zu China, Indien, Japan und USA: Vernachlässigbar oder ein Global Player? 5. Europa als Wirtschaftsfaktor im Vergleich zu China, Indien, Japan und USA: Vernachlässigbar oder ein Global Player? Praxis der Ökonomie Prof. Dr. Friedrich Schneider SS 2009 1 Block 5 Inhaltsverzeichnis

Mehr

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Seminar: Geld ist genug da? Möglichkeiten zur Finanzierung einer neuen Wirtschafts- und Sozialpolitik 17.9.211, DGB Region Niedersachsen-Mitte, Celle Florian

Mehr

Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen. downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de

Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen. downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Vorlesung WS 2012/13: Wachsende Funktionsschwächen: Finanzausgleich und Aufbau-Ost in Deutschland

Mehr

Fallstudie: Griechenlandkrise 2010

Fallstudie: Griechenlandkrise 2010 Fallstudie: krise 2010 Überbordendes Haushaltsdefizit Refinanzierungsprobleme Drohender Staatsbankrott Folgen für die ganze Währungsunion kreative Buchführung (z.b. Goldman Sachs) Fälschen der offiziellen

Mehr

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Nach einer Rettungsaktion im Jahre 2010 wurde im Februar 2012 ein weiteres Griechenlandpaket beschlossen. Die Euro-Staaten erklärten sich bereit, Griechenland

Mehr

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise?

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Prof. Dr. Kai Carstensen ifo Institut und LMU München 17. August 2011 Europäische Schuldenkrise und Euro Krisenmechanismus - Agenda 1. Warum werden Eurobonds gefordert?

Mehr

Zukun%sfähigkeit der Europäischen Währungsunion nicht gefährden

Zukun%sfähigkeit der Europäischen Währungsunion nicht gefährden Zukun%sfähigkeit der Europäischen Währungsunion nicht gefährden Beitrag zum Bad Ischler Dialog 2012 Zukun% Europa Univ.- Prof. Dr. Berthold U. Wigger Lehrstuhl für Finanzwissenscha3 und Public Management

Mehr

Information. Schlüsseldaten zur Verschuldungssituation in ausgewählten. Stand: April 2014 www.vbw-bayern.de

Information. Schlüsseldaten zur Verschuldungssituation in ausgewählten. Stand: April 2014 www.vbw-bayern.de Information Schlüsseldaten zur Verschuldungssituation in ausgewählten Eurostaaten Stand: April 2014 www.vbw-bayern.de Vorwort X Vorwort Europäische Staatsschulden im Blick behalten Eine über Jahre hinweg

Mehr

Was kümmert s mich Es gehört mir nicht!: Eigentum als Basis für Wohlstand und Freiheit Hotel Europa, am 13. Juni 2014

Was kümmert s mich Es gehört mir nicht!: Eigentum als Basis für Wohlstand und Freiheit Hotel Europa, am 13. Juni 2014 Was kümmert s mich Es gehört mir nicht!: Eigentum als Basis für Wohlstand und Freiheit Hotel Europa, am 13. Juni 2014 Österreichischer Haus- und Grundbesitzerbund Dr. Barbara Kolm Direktorin des Austrian

Mehr

Haushalts- und Finanzkrise

Haushalts- und Finanzkrise Einführung in das politische System der Europäischen Union WS 2012/13 Haushalts- und Finanzkrise Wird der Euro überleben? Prof. Dr. Jürgen Neyer Die Theorie optimaler Währungsräume Eine gemeinsame Währung

Mehr

Die EU-Schuldenkrise eine Gefahr für den Euro?

Die EU-Schuldenkrise eine Gefahr für den Euro? Die EU-Schuldenkrise eine Gefahr für den Euro? Prof. Dr. Rolf J. Daxhammer ESB Business School, Reutlingen University Vortrag Juni 2012 Update Mai 2015 Inhaltsübersicht Profitiert Deutschland vom Euro?

Mehr

Die europäische Schuldenkrise

Die europäische Schuldenkrise Die europäische Schuldenkrise Änderung der institutionellen Rahmenbedingungen Sebastian Voll 1 Elemente des EG-Vertrages zur Staatsverschuldung bis 2001 ex-ante ex-post Art. 126 AEUV (ex Art. 104 EGV)

Mehr

Griechenland aktuell (03.02.2015) Alternativen für Hellas?

Griechenland aktuell (03.02.2015) Alternativen für Hellas? Prof. em. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Griechenland aktuell (03.02.2015) Alternativen für Hellas? Agenda I. Bisherige Hilfsprogramme

Mehr

Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999. Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999. Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999 Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Inhalt Währungspolitisch relevante Ereignisse Historischer

Mehr

ZUR MESSUNG DER STAATSVERSCHULDUNG AM BEISPIEL GRIECHENLAND. Dr. Reimund Mink 6. Berliner VGR-Kolloquium 13. und 14. Juni 2013

ZUR MESSUNG DER STAATSVERSCHULDUNG AM BEISPIEL GRIECHENLAND. Dr. Reimund Mink 6. Berliner VGR-Kolloquium 13. und 14. Juni 2013 1 ZUR MESSUNG DER STAATSVERSCHULDUNG AM BEISPIEL GRIECHENLAND Dr. Reimund Mink 6. Berliner VGR-Kolloquium 13. und 14. Juni 2013 Zur Messung der Staatsverschuldung am Beispiel Griechenland 2 1.Zur Definition

Mehr

JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER

JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER SPD-BUNDESTAGSFRAKTION PLATZ DER REPUBLIK 1 11011 BERLIN An alle Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion 21. Juli 2011 Ergebnisse

Mehr

Übersicht der europäischen Finanzhilfen und Rettungsschirme (alle Zahlen in Milliarden Euro)

Übersicht der europäischen Finanzhilfen und Rettungsschirme (alle Zahlen in Milliarden Euro) Übersicht der europäischen Finanzhilfen und Rettungsschirme (alle Zahlen in Milliarden Euro) (aus Volumen 110 (ursprünglicher Betrag, der sich verringert, sofern beteiligte Staaten Finanzhilfen erhalten)

Mehr

Aktuelle Perspektiven der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik

Aktuelle Perspektiven der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik Aktuelle Perspektiven der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik Gouverneur Ewald Nowotny Oesterreichische Nationalbank Universität Klagenfurt, 3.1.211 Die Krise im Zeitablauf W orld Financials Stock

Mehr

Aktuelle wirtschaftliche Lage in der EU

Aktuelle wirtschaftliche Lage in der EU Aktuelle wirtschaftliche Lage in der EU Dr. Klaus Weyerstraß Institut für Höhere Studien (IHS), Wien Abteilung Ökonomie und Finanzwirtschaft Gruppe Konjunktur, Finanzmärkte & europäische Integration Lehrerseminar,

Mehr

EWA. Schuldenkrise Griechenland eine Modellrechnung. März 2012

EWA. Schuldenkrise Griechenland eine Modellrechnung. März 2012 EWA März 2012 Griechenlands Schuldenkrise: eine Modellrechnung Nach Untersuchungen von Carmen Reinhardt und Kenneth Rogoff - This Time is Different; Princeton, New Jersey 2009 - erlebte Griechenland nach

Mehr

Wege aus der Europäischen Schuldenkrise

Wege aus der Europäischen Schuldenkrise Wege aus der Europäischen Schuldenkrise Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann Universität Hamburg Vortrag bei der Klausurtagung der Senatskanzlei am 15. Januar 2013 Prof. Dr. K.- W. Hansmann 1 1. Alle Graphiken

Mehr

Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro. Zeittafel der Maßnahmen (mit Links zu weiterführender Information): Zusatzthema zu Modul 6 Währungsunion

Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro. Zeittafel der Maßnahmen (mit Links zu weiterführender Information): Zusatzthema zu Modul 6 Währungsunion Zusatzthema zu Modul 6 Währungsunion Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro Die Schuldenkrise Griechenlands und anderer Euro-Staaten seit 2010 hat zu Reformen geführt, die den Euro und die Wirtschafts-

Mehr

Europa am Abgrund der Fehler liegt im System

Europa am Abgrund der Fehler liegt im System Europa am Abgrund der Fehler liegt im System es spricht: Prof. Dr. Heiner Flassbeck Chef-Volkswirt Director Division on Globalization and Development Strategies UNCTAD, Genf Veranstaltungsträger: Rosa

Mehr

Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise. Nürnberg, 8.7.2015

Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise. Nürnberg, 8.7.2015 Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise Nürnberg, 8.7.2015 Historischer Hintergrund Deutsche Mark im Wechselkurssystem Wiedervereinigung 1990 Vertrag von Maastricht 1992 Kritik der Volkswirte

Mehr

Europäischer Fiskalpakt ohne

Europäischer Fiskalpakt ohne Europäischer Fiskalpakt ohne Alternative? MdB BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Wirkungen des Europäischen Fiskalpaktes MdB Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Überblick

Mehr

Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien. Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister

Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien. Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister Finanzmärkte 2014 O. Univ.-Prof. Dr. Engelbert J. Dockner Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister

Mehr

Die Stabilität der Eurozone: Ländervergleich und politische Herausforderungen

Die Stabilität der Eurozone: Ländervergleich und politische Herausforderungen Die Stabilität der Eurozone: Ländervergleich und politische Herausforderungen Pressegespräch Dr. Michael Heise Berlin, 9. Juni 2011 Agenda 1 Konjunkturperspektiven für den Euro-Raum 2 Euro Monitor 2011:

Mehr

Die Entwicklung der rumänischen Wirtschaft in 2013

Die Entwicklung der rumänischen Wirtschaft in 2013 Die Entwicklung der rumänischen Wirtschaft in 2013 1. Am 14. Februar 2014 veröffentlichte das Nationale Statistikinstitut die erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum in Rumänien im vierten Quartal

Mehr

Anzeichen konvergierender Entwicklungen

Anzeichen konvergierender Entwicklungen Auszug aus dem Jahresgutachten 214/15 Anzeichen konvergierender Entwicklungen in den Mitgliedstaaten Textziffern 217 bis 223 Strukturelle Anpassung und geldpolitische Lockerung im Euro-Raum Kapitel 4 II.

Mehr

Staatsverschuldung und Wachstum

Staatsverschuldung und Wachstum Staatsverschuldung und Wachstum Impulsreferat zum Workshop Staatsverschuldung und Wachstum auf der FÖS-Jahreskonferenz 15. März 2013, Berlin Prof. Dr. Achim Truger Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Mehr

Fritz Helmedag. Ober- und Untergrenzen der Staatsverschuldung

Fritz Helmedag. Ober- und Untergrenzen der Staatsverschuldung Fritz Helmedag Ober- und Untergrenzen der Staatsverschuldung Gewusst wie: Schulden als sinnvolle und reguläre Einnahmequelle des Staates Kritik an Kreditfinanzierung: Generationengerechtigkeit Zinslast

Mehr

WIRTSCHAFTSLAGE UND PROGNOSE

WIRTSCHAFTSLAGE UND PROGNOSE WIRTSCHAFTSLAGE UND PROGNOSE Juni INHALTSÜBERSICHT Seite Textteil 1 Tabellenteil Wirtschaftswachstum, Bruttoinlandsprodukt 2 Internationale Wachstumsaussichten 3 Konsumausgaben 4 Investitionstätigkeit

Mehr

Die aktuellen Schuldenkrisen in der Euro-Zone: Analyse und Perspektiven

Die aktuellen Schuldenkrisen in der Euro-Zone: Analyse und Perspektiven Prof. Dr. Peter Spahn Universität Hohenheim Schulden, Defizite und Zinsen Bad Boll 2. November 2 Die aktuellen Schuldenkrisen in der Euro-Zone: Analyse und Perspektiven 1. Grundlagen und Zusammenhänge

Mehr

Öffentliche Finanzen in Griechenland. Dafür was sich ein Land konsumtiven Ausgaben leisten kann, ist das BIP pro Kopf ein guter Maßstab.

Öffentliche Finanzen in Griechenland. Dafür was sich ein Land konsumtiven Ausgaben leisten kann, ist das BIP pro Kopf ein guter Maßstab. Öffentliche Finanzen in Griechenland Dafür was sich ein Land konsumtiven Ausgaben leisten kann, ist das BIP pro Kopf ein guter Maßstab. Das wären dann für Griechenland in etwa 52 % an konsumtiven Ausgaben

Mehr

Die Eurokrise - Aktuelle Entwicklungen

Die Eurokrise - Aktuelle Entwicklungen Die Eurokrise - Aktuelle Entwicklungen 08. November 2011, Frankfurt a.m. Volkswirtschaft, Makroökonomie Der Eurogipfel: die wichtigsten Resultate Wichtige Fortschritte, aber Herausforderungen bleiben groß:

Mehr

Schuldenkrise in Europa Auswirkungen auf die Finanz- und Realwirtschaft

Schuldenkrise in Europa Auswirkungen auf die Finanz- und Realwirtschaft Schuldenkrise in Europa Auswirkungen auf die Finanz- und Realwirtschaft Prof. Dr. Clemens Fuest Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim Braunkohletag, Köln, 16. Mai 2013 I. Ursachen

Mehr

Ungebremste Staatsverschuldung Wie gehen wir mit den Spätfolgen der Finanzkrise um? Berliner Gespräche Herbsttagung 2011

Ungebremste Staatsverschuldung Wie gehen wir mit den Spätfolgen der Finanzkrise um? Berliner Gespräche Herbsttagung 2011 Ungebremste Staatsverschuldung Wie gehen wir mit den Spätfolgen der Finanzkrise um? Berliner Gespräche Herbsttagung 2011 Begrüßung Dr. Karen Horn Leiterin des Hauptstadtbüros Staatsschuldenkrise in den

Mehr

Financial Market Outlook

Financial Market Outlook ECONOMIC RESEARCH & CORPORATE DEVELOPMENT Financial Market Outlook 25.02.2011 Dr. Michael Heise Szenarien zur Staatsverschuldung in Europa SZENARIEN ZUR STAATSVERSCHULDUNG IN EUROPA Die Risikoprämien,

Mehr

Warum Regeln zur Fiskalpolitik?

Warum Regeln zur Fiskalpolitik? Warum Regeln zur Fiskalpolitik? Wenn Inflation vor allem geldpolitisch verursacht wird, warum bedarf es dann einer Einschränkung der fiskalpolitischen Souveränität der Mitgliedstaaten? 1. In einer Währungsunion

Mehr

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg 1 Die Welt http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article136849514/hilfen-fuer-griechenland.html 28.01.2015 Hilfen für Griechenland Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige

Mehr

Euro-Krise und kein Ende Wege aus der Krise

Euro-Krise und kein Ende Wege aus der Krise Euro-Krise und kein Ende Wege aus der Krise Axel Troost Berlin 17. Oktober 2012 Was will der Vortrag zeigen? Ursachen Falsche Rettungspolitik Ein Ende der Dauerkrise ist möglich das Konzept der Fraktion

Mehr

Die Euro-Krisenstrategie: Erste Erfolge und weitere Schritte

Die Euro-Krisenstrategie: Erste Erfolge und weitere Schritte Die Euro-Krisenstrategie: Erste Erfolge und weitere Schritte Klaus Regling, Managing Director des ESM, Europabüro, Konrad-Adenauer-Stiftung, Brüssel, 4. Dezember 2012 Europas Reaktion auf die Krise national

Mehr

TITEL DER PRÄSENTATION

TITEL DER PRÄSENTATION TITEL DER PRÄSENTATION Schuldenkrise - zahlt Deutschland für den Rest der Welt? Antje Tillmann MdB CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellv. Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses Stand 02.02.2012 Inhalt

Mehr

Der Euro in der Finanzmarktkrise. Über Schulden und die Gefahr des Kollaps DAS THEMA. Margit Schratzenstaller

Der Euro in der Finanzmarktkrise. Über Schulden und die Gefahr des Kollaps DAS THEMA. Margit Schratzenstaller Der Euro in der Finanzmarktkrise Margit Schratzenstaller Über Schulden und die Gefahr des Kollaps Diverse Länder der Euro-Zone sind in eine Staatsschuldenkrise geraten. Neben einem unumgänglichen kurzfristigen

Mehr

Die Europäische Währungsunion

Die Europäische Währungsunion Universität zu Köln Ringvorlesung 28. November 2011 Die Europäische Währungsunion Nobailout, Bailout, Stabilitäts- und Wachstumspakt und Schuldenbremsen. GIIPS-Staaten Die Währungsunion in der Systemkrise

Mehr

Schuldenabbau, Investitionsoffensive, Innovationsschub: Was braucht die europäische Wirtschaft? Rolf J. Langhammer

Schuldenabbau, Investitionsoffensive, Innovationsschub: Was braucht die europäische Wirtschaft? Rolf J. Langhammer Schuldenabbau, Investitionsoffensive, Innovationsschub: Was braucht die europäische Wirtschaft? Rolf J. Langhammer I. Die Fakten II. Wie kommt die Europäische Wirtschaft aus den Kalmen? III. Konsequenzen,

Mehr

Eine Offene Volkswirtschaft

Eine Offene Volkswirtschaft Eine Offene Volkswirtschaft Einführung in die Makroökonomie SS 2012 14. Juni 2012 Einführung in die Makroökonomie (SS 2012) Eine Offene Volkswirtschaft 14. Juni 2012 1 / 25 Motivation Bis jetzt haben wir

Mehr

Europäische Finanzhilfen im Überblick (Stand: 31. Juli 2015)

Europäische Finanzhilfen im Überblick (Stand: 31. Juli 2015) Europäische Finanzhilfen im Überblick (Stand: 31. Juli 2015) Die wichtigsten Zahlen zu den europäischen Finanzhilfen durch die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus

Mehr

Öffentliche Verschuldung in der Europäischen Union

Öffentliche Verschuldung in der Europäischen Union Harald Hagn Referat Sonderaufgaben und statistische Analysen Telefon: 3 61 37-8 41 1 E-Mail: Harald.Hagn@statistik.thueringen.de Öffentliche Verschuldung in der Europäischen Union Die hohen Staatsschulden

Mehr

Auch Österreich ist pleite! Platzt jetzt auch noch die Bondblase und damit der Euro?

Auch Österreich ist pleite! Platzt jetzt auch noch die Bondblase und damit der Euro? Auch Österreich ist pleite! Platzt jetzt auch noch die Bondblase und damit der Euro? Griechenland ist quasi zahlungsunfähig! Italien, Spanien, Portugal, England, Irland und Osteuropa sind krank und leiden

Mehr

Workshop 3 Rechtliche Fragen der Eurokrise am Beispiel Griechenlands

Workshop 3 Rechtliche Fragen der Eurokrise am Beispiel Griechenlands Workshop 3 Rechtliche Fragen der Eurokrise am Beispiel Griechenlands 36. Wirtschaftsphilologentagung Menschen und Märkte 01. und 02. Oktober 2015 Universität Passau RECHTLICHE FRAGEN DER EUROKRISE AM BEISPIEL

Mehr

Analyse der Schuldentragfähigkeit Griechenlands

Analyse der Schuldentragfähigkeit Griechenlands Analyse der Schuldentragfähigkeit Griechenlands Uwe Scheuering (Stab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) Arbeitspapier 0/0 *) November 0 *) Die Arbeitspapiere

Mehr

Griechenland-Hilfspaket. Liebe Freundinnen und Freunde,

Griechenland-Hilfspaket. Liebe Freundinnen und Freunde, Kai Gehring Mitglied des Deutschen Bundestages Kai Gehring, MdB, Platz der Republik 1, 11011 Berlin Berlin, 05.03.2012 Bezug: Anlagen: Kai Gehring, MdB Platz der Republik 1 11011 Berlin Büro: Unter den

Mehr

EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE. Professor Dr. Peter Bofinger

EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE. Professor Dr. Peter Bofinger EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE Professor Dr. Peter Bofinger Der Euro ist eine stabile Währung 12 1 8 6 4 2 Inflation (212) % 15 1 5-5 Langfristige Inflationstrends Deutschland

Mehr

Gunther Tichy. Referat vor dem "Economics Club" des Absolventenvereins Volkswirtschaftslehre der KF-Universität Graz am 19.

Gunther Tichy. Referat vor dem Economics Club des Absolventenvereins Volkswirtschaftslehre der KF-Universität Graz am 19. Die Schuldenkrise: Ursachen und Folgen Gunther Tichy Referat vor dem "Economics Club" des Absolventenvereins Volkswirtschaftslehre der KF-Universität Graz am 19.November 2011 Die gängige Erklärung Die

Mehr

Kann eine Staatsverschuldung dauerhaft tragfähig sein?

Kann eine Staatsverschuldung dauerhaft tragfähig sein? Kann eine Staatsverschuldung dauerhaft tragfähig sein? Robert Fenge 19.11.2010 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für VWL, Lehrstuhl Finanzwissenschaft, Prof. Dr. Robert Fenge

Mehr

Finanzkrise, Eurokrise und globale Flaute Warum findet die Politik keine Lösung?

Finanzkrise, Eurokrise und globale Flaute Warum findet die Politik keine Lösung? Finanzkrise, Eurokrise und globale Flaute Warum findet die Politik keine Lösung? Professor Dr. Heiner Flassbeck Der entscheidende Zusammenhang Wachstum der Lohnstückkosten 1) (ULC) und Inflationsrate in

Mehr

Strategie zum Kurswechsel in Europa

Strategie zum Kurswechsel in Europa Strategie zum Kurswechsel in Europa - Wachstum fördern, Beschäftigung sichern, Europe stabilisieren- Tagung der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik Ver.di Bildungsstätte Das Bunte Haus, Bielefeld-Sennestadt,

Mehr

Die Schuldenkrise in der Europäischen Währungsunion

Die Schuldenkrise in der Europäischen Währungsunion Die Schuldenkrise in der Europäischen Währungsunion Aalen, 13. Oktober 2011 1 Gliederung I. Einleitung II. Staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise 2007 2009 III. Die Finanzkrise im Verlauf

Mehr

Die Eurokrise. Herausforderung für Deutschland. Februar 2012. Georg Milbradt, TUD

Die Eurokrise. Herausforderung für Deutschland. Februar 2012. Georg Milbradt, TUD Die Eurokrise Herausforderung für Deutschland Februar 2012 Georg Milbradt, TUD 1 Währungsunion Vorteile Geringere Transaktionskosten Keine Wechselkurssicherung, keine Kosten für Kurssicherung besonders

Mehr

Interview mit Klaus Regling, Managing Director, ESM Veröffentlicht in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2015 Interview: Werner Mussler

Interview mit Klaus Regling, Managing Director, ESM Veröffentlicht in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2015 Interview: Werner Mussler Interview mit Klaus Regling, Managing Director, ESM Veröffentlicht in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2015 Interview: Werner Mussler FAZ: Herr Regling, nach der Einigung der Euro-Staaten

Mehr

Eurokrise: Gründungsfehler, Fehlverhalten, Lösungswege Nach dem EU-Gipfel: Ist der Euro gerettet?

Eurokrise: Gründungsfehler, Fehlverhalten, Lösungswege Nach dem EU-Gipfel: Ist der Euro gerettet? Memo-Sommertagung September 2011 Eurokrise: Gründungsfehler, Fehlverhalten, Lösungswege Nach dem EU-Gipfel: Ist der Euro gerettet? Prof. Dr. Rudolf Hickel, Institut Arbeit und Wirtschaft(IAW) Bremen Die

Mehr

Schuldenkrise und Euro - Was ist zu tun?

Schuldenkrise und Euro - Was ist zu tun? Schuldenkrise und Euro - Was ist zu tun? Hans Fehr, Universität Würzburg Lehrstuhl für Finanzwissenschaft Hans Fehr - Schuldenkrise und Euro 1 / 13 "Der Euro wird zusammenbrechen" Hans Fehr - Schuldenkrise

Mehr

Staatsschulden in der Eurozone

Staatsschulden in der Eurozone Staatsschulden in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 95 Staatsschulden in der Eurozone 90 85 Beginn der Wirtschaftsund Finanzkrise 80 75 70 65 60 1997 2008 2012 Quelle: Ameco-Datenbank Grafik: Andrej Hunko,

Mehr

Auswirkungen der Wirtschaftsund Finanzmarktkrise auf die öffentlichen Haushalte. Axel Troost Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik

Auswirkungen der Wirtschaftsund Finanzmarktkrise auf die öffentlichen Haushalte. Axel Troost Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik Auswirkungen der Wirtschaftsund Finanzmarktkrise auf die öffentlichen Haushalte Übersicht 1. Wie weiter auf dem Arbeitsmarkt? Kosten der Arbeitslosigkeit 2. Historischer Wachstumseinbruch 3. Steuerschätzung,

Mehr

Offene Gütermärkte. Zahlungsbilanz Bestimmung des Wechselkurs (flexible WK) JKU Linz Riese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

Offene Gütermärkte. Zahlungsbilanz Bestimmung des Wechselkurs (flexible WK) JKU Linz Riese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09 Offene Gütermärkte Empirische Illustrationen Wechselkurs Importe/Exporte Gleichgewicht Veränderung des Gleichgewichts: Staatsausgaben Ausländisches Volkseinkommen Abwertung Zahlungsbilanz Bestimmung des

Mehr

Wie machen wir Europa krisenfest. Klaus Regling Director des ESM, Karlspreis-Veranstaltung, Handwerkskammer Aachen Aachen, 25.

Wie machen wir Europa krisenfest. Klaus Regling Director des ESM, Karlspreis-Veranstaltung, Handwerkskammer Aachen Aachen, 25. Wie machen wir Europa krisenfest Klaus Regling Director des ESM, Karlspreis-Veranstaltung, Handwerkskammer Aachen Aachen, 25. März 2013 Europas Reaktion auf die Krise national und auf EU-Ebene 1) Haushaltskonsolidierung

Mehr

INFORMATIONEN & RECHERCHEN

INFORMATIONEN & RECHERCHEN INFORMATIONEN & RECHERCHEN 07.07.2015 Ansprechpartner: Matthias Schäfer Leiter Das Referendum in Griechenland Ein Drehbuch der möglichen Folgen Konrad-Adenauer-Stiftung e.v. Hauptabteilung Klingelhöferstr.

Mehr

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Präsentation in Hamburg am 13. Mai 2014 1. Ökonomischer Ausblick: Weltwirtschaft Weltwirtschaft: Wichtige makroökonomische

Mehr

KW 9: Griechenlandhilfe Maik Beermann

KW 9: Griechenlandhilfe Maik Beermann Maik Beermann Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms 2 Hintergrundinformationen zur Stabilitätshilfe 4 ff. Schlusswort 9 Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms für Griechenland Nach schwierigen Verhandlungen

Mehr

Griechenland und der Euro: Retten wir uns zu Tode?

Griechenland und der Euro: Retten wir uns zu Tode? 1 Griechenland und der Euro: Retten wir uns zu Tode? Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Monetäre Ökonomie Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2 Jubiläum, Finanzkrise und Griechenlandkrise

Mehr

RETTET DEN EURO? Die Büchse der Pandora ist nun endgültig auf!

RETTET DEN EURO? Die Büchse der Pandora ist nun endgültig auf! RETTET DEN EURO? Die Büchse der Pandora ist nun endgültig auf! Die EZB bzw. die EU haben heute mit ihrer wohlmeinenden Rettungsaktion den Anfang vom Ende des Euros (in seiner jetzigen Form) eingeleitet.

Mehr

Hangeln durch die Schulden- und Eurokrise Controlling ins?

Hangeln durch die Schulden- und Eurokrise Controlling ins? Hangeln durch die Schulden- und Eurokrise Controlling ins? Arbeitskreises Berlin des ICV Internationaler Controller Verein e.v. BifBU Berliner Institut für Bankenunternehmensführung HTW Hochschule für

Mehr

Entwicklung der öffentlichen Finanzen

Entwicklung der öffentlichen Finanzen Entwicklung der öffentlichen Finanzen In absoluten Zahlen, 1970 bis 2012* In absoluten Zahlen, 1970 bis 2012* in Mrd. Euro 1.200 1.000 800 600 400 235,6 352,8 Finanzierungssaldo 889,5 558,0 444,8 18,6

Mehr

Zum eigentlichen trivialen Zusammenhang von Finanzmarkt-, Konjunktur- und Schuldenkrise

Zum eigentlichen trivialen Zusammenhang von Finanzmarkt-, Konjunktur- und Schuldenkrise Von Krise zu Krise Zum eigentlichen trivialen Zusammenhang von Finanzmarkt-, Konjunktur- und Schuldenkrise Von Kai Eicker-Wolf Im Herbst 2008 bricht die internationale Finanzkrise offen aus mit verheerenden

Mehr

Hintergrundmaterial Drei Jahre "Griechenland-Rettung": 77% flossen in Finanzsektor

Hintergrundmaterial Drei Jahre Griechenland-Rettung: 77% flossen in Finanzsektor Hintergrundmaterial Drei Jahre "Griechenland-Rettung": 77% flossen in Finanzsektor A. Überblick über die beiden Griechenland-Programme 1. Programm: Beschluss am: 2. Mai 2010 durch Euroländer, EZB und IWF

Mehr

DIDAKTIK FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN DIDAKTIK. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN

DIDAKTIK FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN DIDAKTIK. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM INITIATIVE THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & EN DIDAKTIK Nr. 1 B DIDAKTIK Aufgaben: 1. Markieren Sie in der folgenden Abbildung jene Länder, in denen der Euro Bargeld

Mehr

Bayerische Staatskanzlei

Bayerische Staatskanzlei Bayerische Staatskanzlei Pressemitteilung «Empfängerhinweis» Nr: 294 München, 19. September 2011 Bericht aus der Kabinettssitzung: Staatsregierung berät über aktuelle Situation in der Eurozone / Wirtschaftsminister

Mehr

Wege aus der Krise AG A Eu E r u okr o ise i, se De D ze e m ze be b r e 20 2 1 0 1 1

Wege aus der Krise AG A Eu E r u okr o ise i, se De D ze e m ze be b r e 20 2 1 0 1 1 Wege aus der Krise AG Eurokrise, Dezember 2011 Was will der Vortrag zeigen? Ursachen: Teufelskreis der Krise und Konstruktionsfehler der Eurozone Falsche Rettungspolitik Ein Ende der Dauerkrise ist möglich

Mehr

Staatsschuldenkrise in der EU. Vortrag von Dr. Richard Böger. 8. November 2011

Staatsschuldenkrise in der EU. Vortrag von Dr. Richard Böger. 8. November 2011 Staatsschuldenkrise in der EU Wie geht es weiter mit dem Euro? Vortrag von Dr. Richard Böger Kapitalmarktforum der Bank für Kirche und Caritas eg 8. November 2011 1 Agenda 0. Die größte Krise der Europäischen

Mehr

Sayı 5 Ocak 2012 GRIECHISCHE SCHULDENKRISE ZUSAMMENFASSUNG

Sayı 5 Ocak 2012 GRIECHISCHE SCHULDENKRISE ZUSAMMENFASSUNG Gümüşhane Üniversitesi Sayı 5 Ocak 2012 Sosyal Bilimler Elektronik Dergisi GRIECHISCHE SCHULDENKRISE 1 ZUSAMMENFASSUNG Geschichtliche, soziale und kulturelle Bindungen gehören zu den wichtigsten Faktoren

Mehr

Wege aus der Krise. AG Eurokrise, Dezember 2011

Wege aus der Krise. AG Eurokrise, Dezember 2011 Wege aus der Krise AG Eurokrise, Dezember 2011 Teil 1: Finanzkrise, Bankenkrise, Die Krise mutiert zur Dauerschleife. Wieso ist das so? Teil 1: Ursachen Teufelskreis der Krise 1 Ungleichheit Vermögen und

Mehr

Quantitative Easing der EZB Fluch und Segen zugleich?

Quantitative Easing der EZB Fluch und Segen zugleich? Quantitative Easing der EZB Fluch und Segen zugleich? Agenda Mandat der EZB Definitionen Inflation Klassische Instrumente der Geldpolitik der EZB Quantitative Easing Diskussion Mandat der EZB Artikel 127

Mehr

Fokus Volkswirtschaft

Fokus Volkswirtschaft Fokus Volkswirtschaft ISSN 2194-94 Nr. 1, 11. Juli 212 Die argentinische Tango-Krise Vorbild für einen Grexit? Autoren: Mario Hoffmann Barbara Richter, Telefon 9 741-8221, research@kfw.de Die Euro-Schuldenkrise

Mehr

Rohstoff- und Edelmetallinvestments im aktuellen Kapitalmarktumfeld

Rohstoff- und Edelmetallinvestments im aktuellen Kapitalmarktumfeld Rohstoff- und Edelmetallinvestments im aktuellen Kapitalmarktumfeld WertpapierForum der Kreissparkasse Düsseldorf Düsseldorf, 20. Mai 2014 LBBW Macro and Strategy Research Thorsten Proettel Mai 2014, Landesbank

Mehr

cepstudie Länderanalyse Frankreich 2013

cepstudie Länderanalyse Frankreich 2013 cepstudie Länderanalyse Frankreich 2013 Matthias Kullas Juli 2013 Centrum für Europäische Politik (CEP) Kaiser-Joseph-Straße 266 79098 Freiburg Telefon 0761 38693-0 www.cep.eu II Länderanalyse Frankreich

Mehr

Das Ende der Solidarität?

Das Ende der Solidarität? Das Ende der Solidarität? Die Europäische Schuldenkrise Sie (Die Europäische Union) bekämpft soziale Ausgrenzung und Diskriminierungen und fördert soziale Gerechtigkeit und sozialen Schutz, die Gleichstellung

Mehr

Der aktuelle Zins-,Aktien-,Devisenmarktreport Januar 2016

Der aktuelle Zins-,Aktien-,Devisenmarktreport Januar 2016 Der aktuelle Zins-,Aktien-,Devisenmarktreport Januar 2016 Hauptszenario (hohe Negativszenario (niedrige Positivszenario (geringe Beschreibung Aktuelles Kapitalmarktumfeld US-Notenbank bestimmt weiterhin

Mehr

Die EU startet in eine neue Ära

Die EU startet in eine neue Ära Die EU startet in eine neue Ära 1. Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen... 1. die aktuellen Reformvorhaben innerhalb der Europäischen Union (EU) erfassen sowie deren wesentliche Zielsetzungen

Mehr

Geld, Banken und Staat. Mechthild Schrooten Mai 2015

Geld, Banken und Staat. Mechthild Schrooten Mai 2015 Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Mai 2015 Überblick 1. Theoretische Vorüberlegungen 2. So viel Krise - schon so lange 3. Allheilmittel: Schuldenbremse? 4. Anwendungsfall: Deutschland 5. Ausblick

Mehr

Staatsverschuldung ohne Ende? Ende des Sozialstaats?

Staatsverschuldung ohne Ende? Ende des Sozialstaats? Raiffeisen Sommergespräche Bruneck, 13.08.2010 Staatsverschuldung ohne Ende? Ende des Sozialstaats? Konsequenzen für den Euro und unseren Wohlstand - Fünfzehn Thesen - Wolfgang Wiegard Universität Regensburg

Mehr