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1 Schul Bank Wirtschaft für den Unterricht globale trends Asien wird älter 2 gesellschaft Die deutsche Mittelschicht 3 im fokus Der Euro Währungsunion im Zugzwang (4) 4 01 schul bank Lehrermappe Wirtschaft auf neuer Schul Bank-Website! Der Online-Auftritt der Schul Bank hat ein neues Gesicht bekommen und ist um neue Angebote bereichert worden. Die Lehrermappe Wirtschaft Materialien für den Unterricht finden Sie ab sofort im Internet-Angebot der Schul Bank mit aktuellen Daten, Fakten und Grafiken. Schneller als bislang wird es dadurch möglich sein, neues Zahlenmaterial, neue wirtschaftspolitische Entwicklungen und neue Quellentexte in die Kapitel einzubauen und sie so für den Nutzer noch attraktiver zu machen. Wir starten mit den Kapiteln 1, 2, 3, 5 und 8. Im Verlaufe dieses Jahres werden dann nach und nach auch die restlichen Kapitel eingestellt. energie Solarstromanlagen boomen weiter Auch im vergangenen Jahr wurden wieder deutlich mehr Photovoltaikanlagen in Deutschland angeschlossen, als es die Zielvorgaben der Bundesregierung ursprünglich vorgesehen hatten: Zwischen Januar und November 2012 waren es Anlagen mit einer Leistung von mehr als Megawatt (MW), wie die Bundesnetzagentur zum Jahreswechsel bekanntgab. Insgesamt waren damit Ende November Solarmodule mit einer maximalen Leistung von MW angeschlossen, wohingegen die in Deutschland errichteten Windkraftanlagen nur mit einer Kapazität von MW am Netz waren. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft decke Solarstrom in Deutschland nun 5 Prozent des Strombedarfs. Bis 2020 solle sein Anteil auf mindestens 10, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent steigen. Konventionelle Reservekapazitäten Wenngleich Windkraft- und Solaranlagen rechnerisch die zu Spitzenverbrauchszeiten benötigte Leistung von MW zu einem großen Teil abdecken könnten, müssen dennoch große konventionelle Reservekapazitäten vorgehalten werden. Grund: Der Einsatz der Wind- und Solaranlagen ist nicht planbar und Strom kaum speicherbar. 1

2 globale trends Asien wird älter Asien gehört zu den am schnellsten alternden Regionen der Welt. Die Folgen für die Volkswirtschaften sind dramatisch. Über die Volksrepublik China wird gesagt, sie drohe alt zu werden, bevor sie reich ist. Doch was für die größte asiatische Wirtschaftsmacht gilt, ist ein Menetekel für den gesamten Kontinent: Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Senioren über 65 Jahre in Asien von 300 auf 580 Millionen nahezu verdoppeln. Im Jahr 2050 wird es dann rund eine Milliarde Alte in Asien geben mehr als jeder Sechste wird älter als 65 Jahre sein. Vorreiter dieser Entwicklung ist Japan, gefolgt von Hongkong, Südkorea, Singapur, Taiwan und China. Doch auch Indonesien, Thailand und Vietnam sind von dem demografischen Wandel erheblich betroffen. Mehr Alte in Asien Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bis 2050 (in Prozent) Zum Vergleich: China Indien Hongkong Japan Südkorea Indonesien Singapur Taiwan Ver. Staaten Westeuropa Die Folgen Eine alternde Bevölkerung ist gleichbedeutend mit einem Rückgang potenzieller Arbeitskräfte. Damit wiederum sinken die Wachstumsraten, sofern sie nicht durch sprunghafte Produktivitätsfortschritte vorangetrieben werden. Vor allem der Konsum wird rückläufig sein. Quellen: UNPD, HSBC. Wenn Senioren im mit Versicherungen und Pensionen unterversorgten Asien ihr Erspartes auflösen, dürfte dies obendrein die Kosten für Kapital nach oben treiben und könnte so Investitionen behindern. Und auch die öffentlichen Haushalte werden zunehmend belastet: Allein in Süd- korea dürften die staatlichen Ausgaben für Renten nach Schätzungen des IWF von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts heute auf 12,5 Prozent im Jahr 2050 hochschnellen. Wie die koreanische und die anderen Regierungen diese Kosten tragen wollen, zeichnet sich noch nicht ab. lektüre-tipp Robert L. Heilbroner: Die Denker der Wirtschaft. Ideen und Konzepte der großen Wirtschaftsphilosophen, FinanzBuch Verlag, München 2006, 326 Seiten, 34,90. An Büchern über die großen Klassiker und Denker der ökonomischen Ideengeschichte gibt es in Deutschland sicherlich keinen Mangel, doch hebt sich das Werk des amerikanischen Ökonomen Robert L. Heilbroner von den meisten vergleichbaren Titeln noch einmal deutlich ab. Dies ist nicht zuletzt der Sprache des Autors geschuldet, die die Lektüre zu einem flüssigen Leseerlebnis werden lässt und mit dem Wissenschaftsdeutsch vieler ähnlicher Bücher nichts gemein hat. Darüber hinaus besticht das Buch durch seine gedankliche Breite und Tiefe, schöpft Heilbroner doch aus seinem umfangreichen Wissen der sozialen, politischen und geistigen Geschichte Europas, die er auf intelligente Art und Weise in das Werk einfließen lässt. Ein in jeder Hinsicht überzeugendes Buch, das gerne noch weiter in das 20. Jahrhundert hätte hineinragen können. 10% um im Durchschnitt dürften die Mieten bei Neuverträgen in den Ballungszentren und Universitätsstädten steigen, schätzt der Deutsche Mieterbund. Bei den laufenden Mietverträgen wird ein Plus von durchschnittlich 2 bis 3 Prozent erwartet. Erst kürzlich hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, dass Mieten in begehrten Wohnlagen bei bestehenden Mietverträgen nicht mehr so stark erhöht werden können wie bisher. Statt um 20 Prozent dürfen sie binnen drei Jahren nur noch um bis zu 15 Prozent steigen. 2

3 Das Börsenjahr 2012 war für Aktienanleger in aller Regel ein sehr erfolgreiches Jahr. Obgleich die wirtschaftliche Lage im Euroraum zu kleineren oder größeren Sorgen Anlass gab und gibt, hat der deutsche Leitindex Dax im vergangenen Jahr rund 25 Prozent zugelegt. Letztlich hat er nicht nur von der guten Performance der deutschen Wirtschaft profitiert, sondern auch davon, dass sich die schlimmsten Erwartungen mit Blick auf die Euro-Staatsschuldenkrise nicht erfüllt haben und die Währungsunion inzwischen in etwas ruhigeres Fahrwasser gekommen ist. Doch wie geht es weiter? Viele Experten setzen auf in der Tendenz weiter steigende Kurse und verweisen auf die allmähliche StabilifinanzmÄrkte im blick Erfolgreiches Börsenjahr 2012 sierung in der Euro-Zone und eine wieder anziehende Weltwirtschaft. Obgleich der Dax inzwischen beinahe seinen Höchstwert aus dem Jahr 2007 erreicht hat, wäre noch Raum für Kursgewinne, da allein die seither verzeichnete Inflation den Indexstand relativiert und auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Ähnlich scheint die Situation in den USA. Hier hat der Dow Jones-Index im vergangenen Jahr um 7,3 Prozent zugelegt, der S&P 500-Index sogar um 13 Prozent, was dem besten Ergebnis seit 2009 entspricht. Und auch die Prognosen für sind günstig. Wenn auch die Unternehmensgewinne nur verhalten wachsen dürften und das Budgetdefizit eine» Viele Experten setzen auf in der Tendenz weiter steigende Kurse und verweisen auf eine wieder anziehende Weltwirtschaft.«immer größere Belastung darstellt, ist die Hausse nach Einschätzung der meisten Experten noch nicht vorbei. Neben der vermeintlich abflauenden Euro-Staatsschuldenkrise trägt hierzu der Umstand bei, dass die Ungewissheit im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen nun endlich vorbei ist und die Sorgen um ein nachlassendes Wachstum in China geringer geworden sind. gesellschaft Die deutsche Mittelschicht Verliert die deutsche Mittelschicht weiter an Boden oder ist sie nach wie vor breit und solide aufgestellt? Ökonomen und Sozialwissenschaftler diskutieren hierüber schon seit längerem. Dass die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahren zugenommen hat, belegen die meisten Studien, die sich mit dieser Thematik befassen. Doch bedeutet dies auch, dass ein nennenswerter Teil der Mittelschicht von Armut bedroht ist? Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung kommt zum Ergebnis, dass die Mittelschicht tatsächlich seit 15 Jahren schrumpfe und um 5,5 Millionen Menschen kleiner geworden sei. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist gegenüber 1997 um 7 Prozentpunkte auf 58 Prozent gesunken (siehe Grafik). Zur Mittelschicht zählt nach dieser Studie, wer ein verfügbares Einkommen zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Einkommens hat, gewichtet nach Haushaltsgrößen. Jeder Vierte mache sich Sorgen, dass er seinen Status verlieren könne, so die Bertelsmann-Studie. Bemängelt wird von den Autoren der Studie, dass der Aufstieg in die Mittelschicht schwieriger geworden sei. Gut im internationalen Vergleich Andere Forscher vertreten die Auffassung, dass die Mittelschicht inzwischen stabil sei; seit 2005 würde es eine Trendumkehr geben. Ohnehin wäre ihr zahlenmäßiger Anteil aktuell nur geringfügig geringer als zu Beginn der neunziger Jahre. Und im internationalen Vergleich da sind sich die Wissenschaftler fast einig steht Deutschland, sowohl was die Stärke der Mittelschicht als auch was die materielle Ungleichheit im Allgemeinen angeht, ausgesprochen gut da. Die deutsche Mittelschicht Verteilung der Personen in Privathaushalten in Deutschland (in Prozent) Einkommensschicht in Prozent des mittleren Einkommens untere (<70) mittlere (70 150) obere (>150) Quelle: SOEP/Christian Arndt (HFWU). 3

4 im fokus geld und WÄhrung Der Euro Währungsunion im Zugzwang (4) Mit der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands ist die Europäische Währungsunion ins Taumeln geraten. Fortan eilten die Staats- und Regierungschefs von Krisengipfel zu Krisengipfel, um das Schuldenproblem in den Griff zu bekommen und eine Eskalation der Krise zu verhindern. Im Frühjahr 2010 schien es, als würde die Europäische Währungsunion aus den Angeln gehoben. Bis dahin stellte ein Verstoß gegen die Schuldenkriterien durch einzelne Staaten zwar immer wieder eine neuerliche Belastungsprobe für den Europäischen Stabilitätspakt dar. Doch waren die Schuldensünder weit davon entfernt, ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen zu können. Höhere Renditen Anders war es nun im Falle Griechenlands. Nachdem der Öffentlichkeit und den Anlegern bewusst geworden war, dass das griechische Defizit um etliches höher lag als bis dahin bekannt, wendeten sich viele Investoren ab. Die Folgen waren eklatant: Die Risikoaufschläge Rendite für Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit, in Prozent 20,00 18,00 16,00 14,00 12,00 10,00 8,00 6,00 4,00 2,00 0 Quelle: Bloomberg. Griechenland Spanien 2,089 Portugal 4,833 Deutschland 0, ,909 für griechische Staatsanleihen stiegen nahezu unaufhörlich und erreichten Höhen, die in der Währungsunion bis dahin unbekannt waren. Je höher aber der Zins war, den der griechische Staat seinen Gläubigern zahlen musste, desto schwieriger fiel es ihm, den Schuldendienst zu leisten und sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren, sprich: auslaufende Anleihen durch neue Anleihen mit einem tragbaren Zinsniveau zu ersetzen. Angesichts der ohnehin prekären Haushaltslage war die Zahlungsfähigkeit Griechenlands akut gefährdet. Schließlich war der Zeitpunkt im März/ April 2010 erreicht, da feststand: Griechenland hatte das Vertrauen der Finanzmärkte verloren und würde sich aus eigenen Kräften nicht mehr finanzieren können. Doch was war in einem solchen Falle zu tun? Die sogenannte No-Bail-Out-Klausel (Nicht-Beistands- Klausel), die mit dem Maastrichter Vertrag wirksam wurde, besagte, dass kein EU-Mitgliedstaat für Schulden und Verbindlichkeiten eines anderen Mitgliedstaates haftet auch dann nicht, wenn wirtschaftlich schwächere EU-Mitgliedstaaten in eine Verschuldungskrise geraten. Gleichwohl bekundeten die Mitglieder der Währungsunion schon früh ihre Bereitschaft, dem griechischen Staat finanziell beizustehen. Die Zahlungsunfähigkeit eines Euro-Landes sollte vermieden werden. Rettungskredite und Hilfspakete Am 2. Mai 2010 sagten die Euro-Staaten schließlich ein Hilfspaket in Höhe von 80 Milliarden Euro zu, das aus bilateralen Krediten an Griechenland besteht. 30 Milliarden Euro steuerte der Internationale Währungsfonds (IWF) bei. Im Gegenzug verpflichtete sich Griechenland zu einem harten Reform- und Sparprogramm, das auf europäischer Seite durch Kommission und EZB überwacht werden sollte. Zusammen mit dem IWF bilden die beiden Institutionen die sogenannte Troika.» 4

5 im fokus»fortsetzung Der Euro Währungsunion im Zugzwang (4) Doch bei den Hilfskrediten für Griechenland ist es nicht geblieben. Da die Finanzmärkte in der Zwischenzeit immer unruhiger geworden sind und sich Meldungen über Finanzierungsschwierigkeiten auch anderer Euro- Staaten häuften, drohte in den Worten des damaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, eine Systemkrise. Auch auf sein Anraten verabschiedeten die Staatsund Regierungschefs der Eurozone in einer Nachtsitzung vom 7. auf den 8. Mai 2010 nicht nur das Rettungspaket für Griechenland, sondern einen europäischen Stabilisierungsmechanismus und damit eine Art Rettungsschirm für die gesamte Eurozone. Dieser umfasste anfangs Kreditgarantien der Euro-Staaten in Höhe von 440 Milliarden Euro sowie Kreditzusagen in Höhe von 60 Milliarden Euro aus gemeinschaftlichen Mitteln der Europäischen Union. Der IWF hat später weitere 250 Milliarden Euro zugesagt. EFSF und EZB Kreditgarantien sind etwas anderes als direkte Kredite und deshalb wurde mit der European Financial Stability Facility, unter dem Namen EFSF bekannt geworden, ein spezielles Investmentvehikel mit Sitz in Luxemburg geschaffen, über das die Kreditgarantien bereitgestellt werden. Die auf drei Jahre angelegte EFSF kann also am Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen Kredite aufnehmen und diese dann an die Krisenstaaten weiterreichen. Die Euro-Staaten garantieren die von der EFSF vergebenen Kredite zu einer festen, an der Wirtschaftskraft orientierten Größe. Sollten diese von den Schuldnerländern also nicht zurückgezahlt werden können, würden die anderen Euro-Staaten einspringen. Um sicherzustellen, dass die EFSF von Rating-Agenturen die Bestnote erhält und damit von niedrigen Zinsen profitiert, ist das tatsächliche Ausleihvolumen niedriger als die Garantiesumme von 440 Milliarden Euro. Um die Märkte zu beruhigen, wurde aber noch tiefer in den Instrumentenkasten gegriffen. Ebenfalls am 10. Mai 201o» Da die Finanzmärkte in der Zwischenzeit immer unruhiger geworden sind und sich Meldungen über Finanzierungsschwierigkeiten auch anderer Euro-Staaten häuften, drohte in den Worten des damaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, eine Systemkrise. «hatte die EZB zum ersten Mal begonnen, Staatsanleihen labiler Euro-Staaten am Sekundärmarkt zu kaufen, um deren Refinanzierungskosten zu senken. Sie begründete das umstrittene Kaufprogramm damit, dass sie ihre eigentliche Aufgabe die Durchführung der Geldpolitik in den betroffenen Staaten andernfalls nicht erfüllen könne. Auch wenn diese Begründung ihre Berechtigung hat, so ist die Intervention der EZB doch vor allem darauf ausgerichtet gewesen, die Situation an den Finanzmärkten unmittelbar zu beruhigen. Krise ohne Ende In den darauffolgenden mehr als zwei Jahren ist die Krise nicht zum Stillstand und die Währungsunion kaum zum Luftholen gekommen. Nach Griechenland haben auch Irland und Portugal Rettungskredite, sprich: Hilfen durch den EFSF, beantragt und erhalten. Spanien steht genauso wie Zypern kurz davor, während Italien immer wieder Sorgenfalten bei den anderen Euro-Ländern hervorgerufen hat, ist doch die traditionell hohe Staatsverschuldung des Landes in Kombination mit der chronischen Reformunfähigkeit während der Berlusconi-Ära dafür verantwortlich, dass die Risikozuschläge für italienische Anleihen zeitweilig in die Höhe geschossen sind. Derweil ist das temporäre Instrument EFSF um einen permanenten Stabilitätsmechanismus ergänzt worden, hat die Diskussion um zu harte Konsolidierungsauflagen für die Krisenländer immer neue Emotionen hervorgerufen und sind die Pläne für eine nachhaltige Reform der Währungsunion noch nicht so weit gediehen, als dass bereits ein dauerhaftes Fundament geschaffen wäre. Ein Drehbuch oder gar einen Masterplan, wie der Krise am besten beizukommen wäre, hat es im Vorfeld nicht gegeben. Die Länder des Euro-Raums wurden kalt erwischt, obgleich die hohe staatliche und private Verschuldung sowie die unzureichenden Wirtschaftsund Finanzstrukturen in einigen Ländern schon vorher die Alarmglocken hätten schrillen lassen müssen. Fortsetzung folgt 5

6 arbeitsmarkt Frauen verdienen weniger In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer. Der große Unterschied Durchschnittlicher Jahresverdienst in Euro Frauen Männer Mitarbeiter = MA Personalleiter, 43 Jahre, Unternehmen mit MA Oberarzt, 40 Jahre, Krankenhaus mit MA PR-Mitarbeiter, 30 Jahre, Unternehmen mit MA Assistenzarzt, 30 Jahre, Krankenhaus mit MA Softwareentwickler, 35 Jahre, Unternehmen mit 75 MA Trainee, 28 Jahre, Konzern Steuerfachwirt, 35 Jahre, Kanzlei mit 47 MA Quelle: Mit den vom Statistischen Bundesamt und von der OECD errechneten Zahlen ist Deutschland das Schlusslicht aller europäischen OECD-Staaten. Ein Großteil des Gehaltsabstands zwischen Mann und Frau ist allerdings nicht auf Diskriminierung oder fehlende Chancengleichheit zurückzuführen, sondern auf die Berufswahl der Frauen. Denn ob Friseurin, Arzthelferin oder Erzieherin viele Frauen ergreifen nach wie vor schlecht bezahlte Berufe, wobei sich darüber streiten ließe, ob diese Jobs besser bezahlt wären, würde es sich nicht um reine Frauen-Domänen handeln. Auch die angehenden Akademikerinnen studieren eher Fächer, die später kein allzu hohes Einkommen erwarten lassen. Unterschiede auch bei gleicher Ausbildung Vergleicht man aber Frauen und Männer mit gleicher Ausbildung und Position, bleibt nach Einschätzung von Experten noch immer eine Gehaltslücke von 5 bis 6 Prozent bestehen, wobei sie mit dem Alter immer größer werde. Diese Lücke hängt zum Teil mit Unterbrechungen im Berufsleben zusammen, da viele Frauen ihre Arbeit eine Zeitlang ruhen lassen, um sich der Familie zu widmen. Ein besseres Angebot an Kindertagesstätten könnte hier ein Ausweg sein. Experten weisen aber auch darauf hin, dass Männer mit höheren Forderungen in die Verhandlungen gehen und dadurch mehr herausschlagen. Impressum Herausgeber Bundesverband deutscher Banken e.v. Verantwortlich Iris Bethge Redaktion Dr. Henrik Meyer Annette Matthies-Zeiß (Assistenz) Anschrift Schul Bank Postfach Berlin Tel Fax Druck Druckstudio GmbH, Düsseldorf Internet geldanlage Toprendite mit Aktien Attraktive Dividenden, günstige Kurse und mangelnde Anlagealternativen angesichts historisch niedriger Zinsen haben im vergangenen Jahr die Aktienkurse beflügelt. Wer am ersten Handelstag 2012 deutsche Standardaktien (DAX-Werte) kaufte, der konnte bis Anfang im Schnitt eine Rendite von etwa 28 Prozent verbuchen. So wurden aus Euro nach einem Jahr etwa Euro (einschließlich Dividenden). Auch Goldliebhaber konnten sich über einen Wertzuwachs freuen, der mit gut 4 Prozent freilich deutlich niedriger ausfiel. Aufgrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus mussten sich Zinssparer mit durchschnittlich 1 bis 2 Prozent Rendite für Sparbriefe und Termineinlagen begnügen. Anleger, die auf Bundesanleihen oder Bundesobligationen setzten, konnten den Zinskupon mit Kursgewinnen aufbessern. Denn die Kurse börsengehandelter Bundeswertpapiere haben im vergangenen Jahr aufgrund hoher Nachfrage oft weiter angezogen. Was war die beste Geldanlage 2012? Aus Euro, angelegt zu Jahresbeginn 2012, wurden bis Anfang Deutsche Aktien (DAX-Werte) Gold Bundesobligationen (5 Jahre Laufzeit) Sparbriefe (4 Jahre Laufzeit)* Termineinlagen bei Banken (bis 1 Jahr Laufzeit)* Spareinlagen (3 Monate Kündigungsfrist)* * Durchschnittswerte; Zinssätze variieren von Bank zu Bank. Quelle: Bundesverband deutscher Banken e.v

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