Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Weiterbildungsangeboten Inklusionsprojekt vhs Mainz Ellen Kubica

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1 Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Weiterbildungsangeboten

2 Ein Projekt der vhs Mainz in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter RLP e.v. gefördert vom MBWWK Ziel: Erstellung einer Studie mit Praxisleitfaden Projektlaufzeit: 2 Jahre, noch bis Ende Juni 2016.

3 Ebenen der Thematik Barrierefreiheit Organisationsebene: Information und Außendarstellung: Webseite und Programm Erstkontakt: Anmeldung Beratung/Einstufung Kursteilnahme

4 Probleme vieler Volkshochschulen Extrem begrenzte Ressourcen, personell und finanziell. Stichwort: ehrenamtliche Leitungsstruktur schwierige Stellung vor Ort: (Relevanz/Akzeptanz) (Konkurrenz u.a. mit Sportvereinen, die sich höhere Mieten leisten können). Finanzielle Auflagen. Bei mietfreien Kursräumen kein Mitspracherecht beim Abbau von Barrieren Machbarkeitsgrenzen für Ermäßigungen, Rückgang öffentlicher Förderungen

5 Wichtige Funktion der Behindertenbeauftragten- und Beiräte Auf vhs zugehen, Unterstützung anbieten (LAG Selbsthilfe & Zielvereinbarung, vhs Mainz-Projekt) Begehungen anbieten Schulungskonzepte bekanntmachen Reflexionsprozesse zeigen, welche Dienstleistungen beim Abbau unterschiedlichster Barrieren helfen können Gremienarbeit für finanziell aufwändige Themen (Anträge für Zuschüsse und Maßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit)

6 Nicht ohne uns über uns : qualitativempirische Interviews von betroffenen Expertinnen und Experten in eigener Sache und hauptamtlichen Experten sowie die Befragung von Mitarbeitern und Lehrkräften bezüglich Erfahrungen und Bedarfen zur Verbesserung einer barrierefreien vhs. Wünsche der Betroffenen umfassen die Ausstattung mit Hilfsmitteln, wie z.b. einen Blindenleitstreifen, Informationen und Kursinhalte in Leichter Sprache.

7 Behinderungsübergreifende Bedarfe Die Betroffenen wünschen sich alle, dass das Personal und die Lehrkräfte für den sensiblen und professionellen Umgang mit Menschen mit Behinderung geschult sind. und, dass es eine Art Kümmerer gibt, also eine Person, die an der vhs zuständig für Fragestellungen zum Themengebiet Behinderung ist.

8 Behinderungsübergreifende Bedarfe: Transparenz: Die Information, inwieweit die jeweilige vhs barrierefrei und wie sie auffindbar ist, welche Dienstleistungen möglich sind oder welche Barrieren zur Zeit noch bestehen ist wichtigste Grundvoraussetzung, dafür dass Betroffene wissen, ob eine Einrichtung oder ein Weiterbildungsangebot überhaupt zugänglich für die jeweilige Behinderung ist (Programm und Homepage)

9 Willkommenskultur Willkommenskultur: Das Thema Barrierefreiheit und Teilhabe von Menschen mit Behinderung sichtbar und zum Thema machen: Auf der Homepage und im Programm (Verweise auf Leitbild und ggf. Qualitätsmanagement oder Zielvereinbarungen). Das Personal und die Lehrkräfte einbinden: Bei der Anmeldung, in der ersten Sitzung etc. die Möglichkeiten der vhs zu behinderungsbedingten Bedarfen im Kurs kunden- und dienstleistungsorientiert ansprechen Vorschläge: eine Infotafel im Eingangsbereich; PC Terminal mit Sprachausgabe im Eingangsbereich, taktil erfassbare und leicht überschaubare Orientierungspläne; Mobile FM-Anlange im Eingangsbereich und sichtbarer Hinweis darauf. Taktile Leitsysteme zur Anmeldung hin.

10 Kostenintensive Barrieren Umbauten und Hilfsmittel Die Kursgebühren vieler Volkshochschulen sind für viele finanziell schlecht gestellte Menschen noch zu hoch. über ein Drittel der alleinlebenden Menschen mit Behinderung im Alter von 25 bis 45 Jahren hat ein Haushaltsnetto-Einkommen von unter 700 Euro zur Verfügung (3. Armutsbericht der Bundesregierung). WfbM Angestellte haben nur ein Taschengeld zur freien Verfügung. Viele Volkshochschulen können sich ohne stärkere kommunale Förderung keine Ermäßigungen leisten.

11 Gehörlose oder stark hörgeschädigte Menschen haben keine Möglichkeit, über einen Kostenträger einen Gebärdensprachoder Schriftdolmetscher für ein Weiterbildungsangebot finanziert zu bekommen, das nicht unmittelbar der schulischen oder beruflichen Ausbildung dient.

12 Projektmeilensteine Erhebung des Status quo durch Befragung von Mitarbeitern, Fragebögen an Lehrkräfte Verarbeitung der Erkenntnisse aus den Interviews u.a. für die Handreichungen für die Dozenten- und Mitarbeiterschulungen Besuch von Best Practice Beispielen und Fachgespräche an Volkshochschulen in Berlin, Nürnberg, München, Osterholz-Scharmbeck, Hamburg und Hannover

13 Weitere Projektmeilensteine Weitere Interviews mit Vertretern der Landesblindenschule in Neuwied, dem Büro für Leichte Sprache des ZsL Mainz, der KVHS Mainz-Bingen sowie der Badkreuznacher Diakonie. Wissensvertiefung durch Fachtagungen in Erfurt und München, Fortbildungen in Gebärdensprache und Leichter Sprache

14 Planung & Durchführung mehrerer Schulungen für Lehrkräfte und für alle Festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Themen Sehbehinderung, Hörschädigung, Lernschwierigkeiten, psychische Beeinträchtigungen und Mobilität. Erstellung eines Films über die Schulungen Überarbeitung der Internetseite der vhs Mainz z.b. in Bezug auf Kontraste für sehbehinderte Menschen Das vhs Mainz Programm 2015/2016 enthält erstmals eine Programmseite barrierefreies Lernen z.b. mit Hinweisen von der rollstuhlfahrertauglichen Lehrküche bis hin zu der Ausstattung von 3 Räumen mit Induktionsschleife

15 Behinderung ist eine Herausforderung des Lebens, die sich erleichtern lässt, wenn es uns gelingt, zu lernen, wie wir uns auf Verschiedenheit einstellen können Richard von Weizsäcker VIELEN DANK

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