Kalispera Landesbank COPYRIGHT: COPYRIGHT. werden. Deutschlandradio Kultur. Länderreport , Uhr

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2 Manuskript Sendung Beitrag 1: Kalispera BayernLB (Autor: Michael Watzke) In der Zentrale der Bayerischen Landesbank in München laufen derzeit viele Mitarbeiter nicht im Anzug, sondern in Lederhosen über die Gänge. Es ist Wiesn-Zeit in Bayern. Und die Banker laden ihre Kunden gern ins Schottenhamel-Zelt auf das Oktoberfest. Die Bank zeigt sich gern bayrisch weiß-blau. Das blau-weiße Griechenland ist weit weg. Was in Athen passiert, bereitet dem Finanz-Chef der BayernLB, Stephan Winkelmeier, wenig Kopfzerbrechen. Ein Blick auf die aktuelle Quartals-Bilanz der BayernLB zeige: (Stephan Winkelmeier) dass wir in etwa 165 Millionen Euro Nominalvolumen hatten in Griechenland. Und wir haben uns, wie der ein oder andere Wettbewerber auch, dazu entschlossen, diese Bonds zum auf deren Marktwert abzuschreiben. 165 Millionen Euro griechische Staatsanleihen. Das ist im Vergleich zu anderen deutschen Privat- oder Landesbanken wenig. Die Abschreibung mit 50% des Marktwertes tat der Bank nicht wirklich weh. (Stephan Winkelmeier) Sie sehen es, in Summe mit einer Ergebnisbelastung von 79 Millionen Euro. Wir tragen damit dem Umstand Rechnung, dass mit Griechenland Umschuldungsverhandlungen laufen. Selbst wenn Griechenland pleite ginge: von der Akropolis droht der BayernLB und Finanzchef Winkelmeier kaum Gefahr. Auch in den anderen, schuldengeplagten Staaten hält die Bayerische Landesbank wenig Anteile. In Irland, Spanien und Portugal sind es zusammengenommen nur 20 Millionen Euro. Hinzu kommt eine knappe halbe Milliarde italienischer Staatsanleihen. Auch das schätzt Wirtschafts-Professor Manuel Theisen von der Münchner Ludwig- Maximilians-Universität als nicht gefährlich ein: 2

3 (Prof. Manuel Theisen) Es sieht so aus, als hätte man das Geschäft ernst genommen und zurückgefahren. Und zumindest den Versuch unternommen, wieder marktfähig zu werden. Grund für die recht komfortable Situation der Münchner ist ausgerechnet Island: vor vier Jahren hielt die BayernLB noch 1,8 Milliarden Euro isländische Staatsanleihen. Dann ging das Land fast bankrott und bescherte den eh schon krisengeplagten Münchnern zusätzliche Milliardenverluste. Damals konnte der Landesbank nur noch eine Finanzspritze des Freistaates Bayern helfen die Staatsregierung schoss 10 Milliarden Euro Kernkapital zu und wurde faktisch Allein-Eigentümer der Bank. Die BayernLB kam mit einem blauen Auge davon und trennte sich nach der Finanzkrise von den meisten Staatsanleihen. Seitdem, so Manuel Theisen, präsentiere die BayernLB solide Bilanzzahlen. (Prof. Manuel Theisen) Dennoch ist natürlich auch hier die Gesamtsituation auf dem Finanzmarkt problematisch. Ob es ausreicht, hier aus dem Wettbewerb mit einem blauen Auge herauszukommen, ist schwer abzuschätzen. Denn das eigentliche Problem der BayernLB ist nicht Athen, sondern Brüssel. Die EU-Kommission hat ein Beihilfe-Verfahren gegen die Bayerische Landesbank angestrengt eben wegen jener 10 Milliarden Euro-Finanzspritze des Freistaat Bayern. Nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter um EU-Kommissar Joaquin Almunia war das wettbewerbs-verzerrend. Das Verfahren schwebt wie ein Damokles-Schwert über der BayernLB denn die Bank fürchtet, Almunia könne so harte Strafen anordnen, dass die BayernLB zerbricht. Sogar Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich mit Almunia angelegt und eine Verbindung zwischen BayernLB und den deutschen Milliarden-Garantien für Griechenland gezogen. (Horst Seehofer) Ich hab ihm nur mal erläutert, dass das nicht ganz einfach ist. Wenn wir auf der einen Seite mit unserer Landesbank im 3

4 Beihilfeverfahren ewige Verhandlungen haben. Wir auf der anderen Seite aber stark mithelfen, dass anderen geholfen wird. Ich hoffe, dass wir nach der Sommerpause das Beihilfeverfahren vernünftig abschließen können. Derzeit sieht es nicht danach aus. Almunia hat sich in Interviews geradezu wütend über die Bayern geäußert. Er könne keinen Zusammenhang zwischen Rettungsschirmen und EU-Beihilfe- Verfahren erkennen. In Bayerischen Regierungskreisen wiederum wird über eine Klage gegen die EU-Kommission spekuliert. Wir wollen am Ende mit einer gesunden Bank dastehen, heißt es aus dem Münchner Finanzministerium. Dabei kommt der CSU-Regierung eine der Brüsseler Forderungen gar nicht so ungelegen: die EU- Kommission hatte unter anderem vorgeschlagen, dass die BayernLB einen Teil der staatlichen Milliardenhilfe an den Freistaat zurück überweist. Das käme Bayerns Ministerpräsident Seehofer im Wahlkampf gar nicht ungelegen. Die Landtagswahl ist allerdings erst Und wenn die BayernLB bis dahin in wirtschaftliche Turbulenzen gerät, weil ihr Eigenkapital zu gering ist, hätte Seehofer am Ende auch nichts gewonnen. Beitrag 2: Kalispera HSH Nordbank (Autorin: Verena Herb) IN Eine mögliche Pleite Griechenlands ist für die HSH Nordbank unmittelbar kein Problem. Das Volumen - das sogenannte Exposure - an griechischen Staatsanleihen ist relativ niedrig. Der Pressesprecher der Landesbank von Hamburg und Schleswig- Holstein, Rune Hoffmann, kann zumindest in diesem Bereich Entwarnung geben. (Rune Hoffmann) Wir hatten ursprünglich mal ein Exposure von 200 Millionen. Da sind ein paar Ausläufer dazwischen gewesen. Und jetzt ist eben halt das Volumen 108 Millionen. 4

5 IN Bei einer Bilanzsumme von 82 Milliarden Euro ein zu vernachlässigender Anteil. Zumindest der Fall Griechenland ist also keine Gefahr für das norddeutsche Kreditinstitut. (Rune Hoffmann) Ganz generell kann man sagen, ist die HSH Nordbank kein Staatsfinanzierer. Das gilt auch für andere Länder. Unsere Exposure in Staatsanleihen europäischer Staaten oder auch anderer Staaten ist sehr überschaubar. Das wird uns nicht aushebeln. IN Glück gehabt. Endlich einmal. Denn in den vergangenen zwei Jahren machte die HSH Nordbank eher negativ von sich reden. Als die Landesbank die auszog, Global Player zu werden - und dabei scheiterte. Milliardenschwere Spekulationen mit hochriskanten Wertpapieren brachten das Kreditinstitut an den Rand des Ruins. Peter Tschentscher, heute Finanzsenator in Hamburg, war zu jener Zeit finanzpolitischer Sprecher der SPD. Er erinnert sich noch gut. (Tschentscher) Die Bank hat Geschäftsfelder damals betrieben, für die sie eigentlich nicht gedacht war. Für die sie auch eigentlich nicht qualifiziert genug war. IN Die Folge: Anfang 2009 muss die HSH Nordbank von ihren Eigentümern, den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein, vor der Pleite bewahrt werden. Mit drei Milliarden Euro Kapital und weiteren zehn Milliarden Euro an Garantien. Das rief die EU-Kommission auf den Plan, die das Rettungspaket für die Bank in einem Beihilfeverfahren genauer unter die Lupe nahm. Vergangenen Dienstag wurde das Verfahren abgeschlossen. Die Brüsseler Behörde genehmigte die staatliche Unterstützung von insgesamt 13 Milliarden Euro, allerdings unter harten Auflagen. (Lerbinger) Die HSH Nordbank steht vor schmerzhaften Einschnitten, IN verkündete der neue Vorstandsvorsitzende Paul Lerbinger bereits bei der letzten Bilanzkonferenz im August. Fakt ist: Die Bank wird 5

6 sich einer massiven Schrumpfkur unterziehen müssen. Rune Hoffmann, Sprecher der HSH Nordbank: (Hoffmann) Wir werden die Bank noch etwas herunterfahren müssen. Die Bank wird am Ende eine Bilanzsumme im Konzern von rund 120 Milliarden Euro haben. Davon liegen dann 82 Milliarden Euro in der zukunftsgerichteten Kernbank. Wir müssen noch einmal in einzelnen Portfolien Abbau betreiben. IN Konkret heißt das: Weg mit dem Flugzeugfinanzierungsgeschäft, raus aus der Immobilienfinanzierung und das Kerngeschäft, die Schiffsfinanzierung, muss von ursprünglich 30 Milliarden bis 2014 auf 15 Milliarden halbiert werden. Die Verminderung der Bilanzsumme auf 82 Milliarden Euro entspricht einer Reduzierung von über 60 Prozent gegenüber dem Stand im Jahr Damit wird die Kernbank kleiner sein als die beiden Vorgängerinstitute der HSH Nordbank vor ihrer Fusion. Nach Meinung der Bank ist man auf einem guten Weg. Rune Hoffmann. (Hoffmann) Wir sind da schon sehr weit vorangeschritten. Sind also ganz gut unterwegs. Allerdings, muss man sagen, sind die Auflagen der EU durchaus hart und stellen die Bank da schon vor eine unternehmerische Herausforderung, der die Bank aber durchaus gewachsen ist. IN Aus dem einst global agierenden Finanzinstitut wird eine Bank mit mittelständischen Strukturen, mit einer künftigen Fokussierung auf das regionale Geschäft im Bereich Firmenkunden, Private Banking und, wenn auch reduziert, in der Schiffsfinanzierung. Das sei eine gute Lösung, meint auch die Politik. Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher: (Tschentscher) Die Bank weiß jetzt, wohin sie steuern soll. Welche Geschäftsfelder sie aufgeben muss. Und welche Geschäftsfelder sie auch erhalten darf. Und da gehört ein für Hamburg ganz wichtiges Feld, nämlich die Schiffsfinanzierung. 6

7 IN Tschentscher selbst hat in Brüssel gemeinsam mit Bundesfinanzminister Schäuble und Vertretern der Bank dafür geworben, dass die Schiffsfinanzierung Bestandteil des Instituts bleiben darf, denn (Tschentscher) Die stand zur Diskussion in einer früheren Phase des EU- Beihilfeverfahrens. Und es ist den Ländern, auch dem Bund, also Herrn Schäuble, uns allen gelungen, die EU-Kommission davon zu überzeugen, dass die Bank hier eine wichtige Aufgabe hat. Ein Geschäftsfeld, was sie auch beherrscht. Und insbesondere ein Geschäftsfeld, was die nennenswerten Verluste vor zwei Jahren eben nicht ausgelöst hat. Es war knapp, sagen Politik und Bankenwelt und sehen die Zukunft der Bank optimistisch. Doch die Stimmung in der Bank ist schlecht: Um die Kosten an das verkleinerte Geschäft anzupassen, streicht die HSH bis 2014 jeden dritten Arbeitsplatz. Von den derzeit 3300 Stellen sollen 1200 abgebaut werden, davon 830 in Hamburg und Kiel. Beitrag 3: Kalispera Helaba (Autorin: Anke Petermann) IN Mit einem Konzernergebnis vor Steuern von 333 Millionen Euro legte die Landesbank Hessen-Thüringen, kurz Helaba, vor einem Monat das absolut beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte vor. Eine vorsichtige Geschäftspolitik, die Risiken intensiv analysiert und vorausschauend umschifft, bezeichnet Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud als Erfolgsrezept in der Krise. Das heißt: (Traud) Nicht für jeden kleinen Renditepunkt noch ein größeres Risiko einzugehen. Und wenn man sich die Helaba in den letzten Jahren anschaut, sieht man eine sehr stetige Geschäftsentwicklung. In den Jahren, in denen viele Banken sehr, sehr große Wachstumsraten hatten, hatten wir moderate, aber stetige Wachstumsraten, und das konnten wir dann auch in der Krise fortsetzen. 7

8 IN Mit ihrem konservativen Geschäftsmodell ist die Helaba tatsächlich gut durchgekommen, bestätigt Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance: (Faust) Die Helaba hat in den letzten Jahren viele Fehler vermieden, die die anderen Landesbanken gemacht haben. Die anderen Landesbanken haben sich sehr stark auf das Auslandsgeschäft konzentriert, haben sich sehr stark auch auf risikoreiche Geschäfte konzentriert. Die Helaba hat sich stärker in dem klassischen Geschäft einer Landesbank bewegt, hat eher die Sparkassen unterstützt, hat eher lokales Kreditgeschäft gemacht. Also vielen Träumen der anderen Landesbanken - denen ist die Helaba nicht gefolgt. IN Und so wird auch eine mögliche Griechenland-Pleite die Helaba nicht in Turbulenzen stürzen, betont Chefvolkswirtin Traud. (Traud) Das Engagement in Griechenland ist entsprechend sehr gering, wir haben keine Kunden, für die wir Liquidität in Griechenland vorhalten müssen. Gleichzeitig waren wir immer sehr vorsichtig gegenüber den Zahlen, die Griechenland publiziert hat. Das bisschen, was wir an Griechenland haben, haben wir schon zum großen Teil zum Halbjahr abgeschrieben, also eine zusätzliche Belastung aus egal welcher Entwicklung wir in Griechenland haben, wird es für die Helaba nicht geben. IN Derzeit prüfen die Helaba, die Sparkassenverbände und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, ob die Landesbank Hessen- Thüringen das Sparkassengeschäft der maroden WestLB übernimmt. Gewagte Expansion in schwierigen Zeiten? Helaba-Pressesprecher Wolfgang Kuß schüttelt den Kopf. Noch werde geprüft, noch sei nicht klar, ob das Projekt überhaupt zustande komme. Falls ja, würden die nordrhein-westfälischen Sparkassen als Mitträger der Bank in die Helaba eintreten. (Kuß) 8

9 Als eine Expansion würde ich es auf keinen Fall bezeichnen, es ist, man könnte sagen, eher eine Hilfsleistung an die nordrheinwestfälischen Sparkassen, die ja aufgrund der EU-Entscheidung über die WestLB in Zukunft eine Verbundbank brauchen, die sie im Geschäft mit ihren Kunden, sowohl im mittelständischen Firmenkunden-, als auch im Privatkundengeschäft unterstützt, und da haben sich die nordrhein-westfälischen Sparkassen dafür entschieden, dies mit der Helaba zusammen zu tun IN sollte die Prüfung zugunsten einer solchen Verbundbank ausgehen. Für eine Expansion hält der Frankfurter Banken-Professor Faust die Übernahme des Sparkassengeschäfts aus der WestLB schon, aber für eine risikolose und vernünftige: (Faust) In diesem Teilbereich kommt es darauf an, günstig zu sein. Und je mehr Kunden Sie haben, und je mehr Sparkassen Sie betreuen, desto günstiger sind Sie. Insofern halte ich das für einen sehr, sehr sinnvollen Schritt, und ich halte es auch für einen wichtigen Trend für die Zukunft. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Beispiel Schule macht, und man sich so auf andere Bundesländer noch ausdehnen könnte. IN Steigt die Helaba sozusagen wie Phoenix aus der Krise? Immerhin hat sie anders als andere Landesbanken mit ihrer Konzentration aufs Sparkassengeschäft ein funktionierendes Geschäftsmodell, hebt Professor Faust hervor. Aber: (Faust) Auch die Helaba steht noch vor Herausforderungen. Die Renditen, die die Helaba erwirtschaftet, sind relativ gering, sie hat zwar relative wenige Risiken, aber sie ist eben auch nicht sehr ertragreich. Auch sie muss ihr Geschäftsfeld verfeinern, auch sie muss schauen, wo sie langfristig erfolgreich tätig sein kann, auch damit die Sparkassen in Zukunft erfolgreich sein können. Beitrag 4: Kalispera LBBW (Autor: Michael Brandt) 9

10 Die Landesbank Baden-Württemberg hält sich derzeit zurück - mit Äußerungen zu möglichen Verlusten durch Anlagen in Griechenland. Nein, ein Vorstand sei zu diesem Thema derzeit nicht zu sprechen, nein auch ein Pressesprecher wolle sich nicht äußern. Allenfalls die Pressemitteilung zur Halbjahresbilanz könne man noch einmal verschicken, wo die Bank ja auch zu möglichen Griechenlandverlusten Stellung nimmt. In der Tat, dort heißt es: (Zitat) Die LBBW hat Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 300 Millionen Euro vorgenommen, was einer Abschreibung von 50 Prozent entspricht. Daneben führte die Veränderung der Derivatestruktur mit Griechenlandbezug zu Verlusten von 156 Millionen Euro. Dadurch konnte das Griechenlandexposure signifikant verändert werden. Das macht Belastungen von insgesamt rund 450 Millionen Euro. LBBW-Vorstand Hans Jörg Vetter schreibt dazu in einer Vorbemerkung zu der Bilanz: (Zitat) "Leider haben die Entwicklungen in Griechenland trotz unserer guten Fortschritte zu erheblichen Belastungen in unserer Bilanz geführt." Eine andere Zahl über die Anlagen der baden-württembergischen Landesbank ist allerdings im Banken-Stresstest zu lesen. Dort ist von einem Griechenland Engagement in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Euro die Rede. Aber diese Zahlen, so noch einmal die LBBW-Pressestelle, wolle man nicht kommentieren. Der Finanzwissenschaftler Professor Hans-Peter Burghoof von der Universität Hohenheim interpretiert die Differenz der Zahlen so: (Burghoof) Zum ersten kann es sein, dass das zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurde, dass die Bank sich möglicherweise von einem Teil getrennt hat. Die zweite Möglichkeit ist, dass ein Teil dieser Anlagen gehedget ist, das heißt also durch einen Finanztitel mit gegenläufiger Wertentwicklung ausgeglichen ist und ob das bekanntgegeben wird. Die Bank hat natürlich ein Interesse, dass 10

11 das eher klein aussieht und sie wird eher deutlich machen, dass das Risiko geringer ist. Dennoch, so Burghof weiter, seien die tatsächlichen und die voraussichtlichen Verluste aus den Griechenland-Beteiligungen für die Bank zwar unangenehm, aber doch bei weitem nicht existenzgefährdend. Gleichwohl habe auch die LBBW ein Interesse daran, dass die Politik Griechenland in einer Weise stabilisiert, die für die Banken möglichst geringe Verluste bedeutet. (Burghoof) Nach den Informationen, die wir haben tut das weh, es verhagelt das Ergebnis, aber es ist keine Katastrophe, die die Bank ernsthaft gefährden würde. Das heißt, solange wie wir nur mit Griechenland zu tun haben, steht die Bank felsenfest mit ihrem Kapital. Das Halbjahresergebnis der Bank: ein Gewinn vor Steuern von 601 Millionen Euro. Die LBBW schreibt also deutlich schwarze Zahlen. Zum ersten Mal seit einigen Jahren in denen die Landesbank durch ein tiefes Tal gegangen war. Nach Lehmann-Pleite und amerikanischer Immobilienblase. Noch vor einem Jahr hatte die Bank bei ihrer Halbjahresbilanz 290 Millionen tiefrote Zahlen geschrieben. Die Bank hatte den Absturz nur mit massiver Unterstützung der Eigner überlebt. Haupteigentümer sind das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und die Sparkassen in Baden-Württemberg. Seitdem hat sich die Bank verändert. Zum einen wurde mit Hans- Jörg Vetter, der zuvor die Berliner Landesbank auf Kurs gebracht hatte, ein neuer Vorstandsvorsitzender berufen, zum zweiten hat die Bank Arbeitsplätze abgebaut, drittens erst unlängst die Immobilientochter veräußert. Die Struktur der Bank ist, so der Finanzwissenschafter Burghoof, gesund: (Burghoof) Die LBBW hat heftig interne Prozesse hinter sich mit unerfreulichen Nebengeräuschen. Aber offenbar lassen die sich nicht vermeiden. Jetzt scheint Ruhe eingekehrt zu sein, aber man muss mal schauen, wie sich das jetzt alles entwickelt. 11

12 Die Bank jedenfalls hat sich inzwischen aufs Kerngeschäft besonnen. Auf die Privatkunden zum einen und auf die klassische Tätigkeit als Landes- und Investitionsbank zum anderen. In diesem Bereich versucht die LBBW zu einem der großen deutschen Akteure zu werden, so Burghof: (Burghoof) Die LBBW konzentriert sich auf das klassische Geschäft,, allerdings nicht nur in der Region Stuttgart, sondern auch in anderen Bundesländern. Sie stellt sich da im Stillen auf als eine der Alternativen in diesem Landesbankpoker. Insgesamt also ist die Lage der LBBW recht stabil - trotz Griechenlandkrise. Eine andere Frage, ist allerdings, was passiert, wenn größere EU-Länder wie Italien oder Spanien ins Wanken geraten. (Burghoof) Aber dann wird es nicht nur für die LBBW schwierig, sondern auch für andere. -ENDE SENDUNG - 12

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