Zeitschrift des Klinikums Hanau Oktober Das 100 Millionen-Euro-Projekt

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1 Zeitschrift des Klinikums Hanau Oktober 2010 Das 100 Millionen-Euro-Projekt

2 2 Editorial Sehr geehrte Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Partner des Klinikums Hanau, der Begriff Zertifizierung klingt auf den ersten Blick sperrig. Und viele Menschen, die nicht jeden Tag mit einem Krankenhaus zu tun haben, können sich auf Anhieb nicht wirklich viel darunter vorstellen. Dabei steckt hinter der Zertifizierung ein ganz wichtiges Informations-Instrument für Patienten. Es hilft ihnen ganz entscheidend bei der Suche nach der richtigen Klinik. Denn Zertifizierungen sind wie ein Qualitätssiegel oder ein Qualitäts-TÜV. Die Plakette um im Bild zu bleiben wird dabei von unabhängigen und neutralen Experten vergeben áá Inhalt Hilfe-Inseln Leon & die Kinderkommissare jetzt auch im Klinikum Neue Stabsstelle Orientierung in Zeiten des Wandels Stadtlauf Schnell wie der Wind Klinikteam auf drittem Platz Klinik für Neurologie Jede Minute zählt Hilfsaktion Kleiner Pieks große Wirkung Titel Das 100-Millionen-Euro-Projekt Brustzentrum Brustaufbau mit High-Tech-Medizin Herzschrittmacher Taktgeber für den wichtigsten Muskel Historie Dr. Julius Fertig, die Operationen und der Krieg Menschen/Jubilare Dr. Sven Diesler neuer Oberarzt Chirurgie III PD Dr. Marco Gruß neuer Chefarzt der Anästhesie Dr. Ralph Siemer neuer Oberarzt der Chirurgie I Newsticker Das Herz wird plastisch Freikarten für Nussknacker und Rübezahl Newsticker Der Patient ist auch Kunde Termine / Impressum In der deutschen Krankenhauslandschaft werden viele Begriffe munter durcheinander und nebeneinander genutzt obwohl sie ganz viele unterschiedliche Dinge bezeichnen. Der Begriff Zentrum ist einer davon. Jedes Klinikum kann einen Leistungsbereich Zentrum nennen. Über die Qualität und Leistungsfähigkeit ist damit aber noch nichts ausgesagt. Der Begriff ist nicht geschützt und es existieren keine Vorgaben, wann er benutzt werden darf. Deshalb sind Zertifizierungen so wichtig. Sie basieren auf einem umfangreichen Katalog an Leistungsanforderungen: Dazu gehören zum Beispiel Zahl und Qualifikation der Ärzte, die apparative Ausstattung, die Servicelistungen, die Erfahrung der Mediziner und die Organisationsstrukturen, die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten, die umfassende Begleitung und Betreuung der Patienten, die Dokumentation und Überprüfung der Leistungen etc. Deshalb setzen wir im Klinikum Hanau ganz gezielt auf Zertifizierungen. Sie zeigen uns nach innen und Ihnen den Patienten und Angehörigen nach außen, was in einer Klinik auf welchem Niveau wirklich geleistet wird. Und das gilt bei uns nicht nur für Zentren und Kliniken. Wir beziehen in unsere Qualitätspolitik nicht nur die unmittelbare Medizin mit ein. Denn für uns gehören zur Qualität ebenso die Reinigung der Operationsinstrumente oder auch die Speisenversorgung. Zertifizierungen und die wiederholte Bestätigung der Qualität (Rezertifizierung) sind für Patienten ein wichtiger Kompass zur Orientierung. Alleine in diesem Jahr wurden am Klinikum Hanau bisher das Brust-Zentrum und das Schlaganfall-Zentrum rezertifiziert sowie die Operationsabteilung und die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie neu zertifiziert. Die sind aber nur die aktuellen Schlaglichter unserer Qualitätsoffensive. Sie geben uns im Krankenhaus die Richtschnur unseres Handelns vor. Und sie zeigen Ihnen, dass Sie im Klinikum Hanau mit Sicherheit eine geprüfte und hohe Qualität erhalten. Mit herzlichen Grüßen Ihre Monika Thiex-Kreye Geschäftsführerin Klinikum Hanau GmbH

3 3 Hilfe-Inseln Leon und die Kinderkommissare jetzt auch im Klinikum Hilfe-Inseln sind wichtige Anlaufstellen für einen sicheren Schulweg Kommissar Leon gibt Kindern noch mehr Sicherheit. Auch das Klinikum Hanau beteiligt sich an dem Projekt Hilfe-Inseln für Kinder in Hanau. Ende August wurde im City Center die neue Hilfe-Insel in der Hanauer Innenstadt von Oberbürgermeister Claus Kaminsky eingeweiht. Auch Polizeipräsident Günter Hefner und die Vorsitzende des Präventionsrates, Anne-Dorothea Stübing, waren beim Start anwesend. Sie erklärten den Erstklässlern der Pestalozzi- und Brüder-Grimm-Schule, was es mit dem Präventionsprojekt auf sich hat und was es bezwecken soll. Denn Geschäfte und Institutionen können sich mit einem Plakat oder Aufkleber des Kinderkommissars Leon als Anlaufstellen für Kinder ausweisen, die sich verlaufen haben oder sich bedroht fühlen. So soll die Sicherheit des Schulwegs gewährleistet werden. Derzeit gibt es in Hanau insgesamt mehr als 280 Hilfe - Inseln, 63 Hilfe-Inseln befinden sich in der Innenstadt. Nachdem auch Polizeipräsident Günter Hefner einige Worte an die Kinder gerichtet hatte, wurden die Schüler unter Eid zu Kinderkommissaren ernannt. Sie versprachen feierlich, sich gegenseitig zu helfen, andere gut zu behandeln und auf Gewalt zu verzichten. Jedes Kind bekam einen Kinderpolizeidienstausweis und einen kleinen Leon-Schlüsselanhänger überreicht. Und dann gab es noch eine Freikarte für das Heinrich-Fischer-Bad. Auch im Klinikum Hanau finden Kinder ab sofort hilfs - bereite Ansprechpartner, die im Notfall für sie da sind. Sie können sich zum Beispiel an die Mitarbeiter der durchgehend besetzten Pforte wenden. Luise Forbes, die Leiterin der Pforte, sagt: Wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne. Die Klinikmitarbeiter haben ein offenes Ohr für die Probleme der Kinder und nehmen deren Ängste ernst. Denn Ziel des Hilfe-Insel-Projekts ist es, das Hinschauen zu fördern und somit potenzielle Gewalttäter abzuschrecken. Anne-Dorothea Stübing wies ausdrücklich darauf hin, dass die Hilfe-Inseln zwar vorrangig für Kinder gedacht sind, die sich aus irgendeinem Grund bedroht oder unwohl fühlen. Selbstverständlich könnten aber auch Eltern, Großeltern oder andere Menschen, die sich in einer Notsituation befinden, dort Hilfe finden. Die Hilfe-Inseln müssen jetzt noch in drei weiteren Stadtteilen eingeführt werden. Bis Januar 2011 soll es dann in allen Ha - nauer Stadtteilen Anlaufstellen für hilfesuchende Kinder geben. In jedem Stadtteil stellen sich Unternehmen und Institutionen als Unterstützer zur Verfügung. Das Hilfe-Insel-Projekt in der Hanauer Innenstadt wird u. a. vom Heinrich-Fischer-Bad, dem Backwareneinzelhandel Saray, dem Elektrofachmarkt Saturn und der Sparkasse Hanau unterstützt. Anja Beseler

4 4 Orientierung in Zeiten des Wandels Brigitte Wagner kümmert sich um das Image des Klinikums und leitet neue Stabsstelle Das Klinikum Hanau hat sich auf den Weg in die Zukunft gemacht. Sprichwörtlich wird an allen Ecken und Enden gebaut, entstehen moderne Strukturen, werden Abläufe verändert, das medizinische Angebot ausgebaut und der Service für Patienten verbessert. Zeiten des Wandels also. Sie bringen Aufbruchsstimmung und neue Herausforderungen mit sich einerseits. Aber sie können bei Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch zu Unsicherheiten und Irritationen führen gerade wenn altbekannte Pfade verlassen werden. Dann sind Information, Kommunikation und Orientierung gefragt. Dafür ist im Klinikum die Stabsstelle verantwortlich. Brigitte Wagner hat Anfang des Jahres die neu geschaffene Stabsstelle am Klinikum übernommen. Die bekennende Schwäbin besuchte in Ulm an der Donau die Schule. Nach der Ausbildung zur Elektrotechnischen Assistentin ging ihr während ihrer Berufs - tätigkeit bei Osram buchstäblich ein Licht auf und sie entschloss sich zum Studium an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Dort erwarb sie den Abschluss der Diplom-Ingenieurin für Technisches Gesundheitswesen mit dem Schwerpunkt Biomedizintechnik. Seither hat sie das Thema Krankenhaus nicht mehr losgelassen. Sehr schnell erkannte sie allerdings, dass nicht die schiere pure (Medizin-)Technik ihr Steckenpferd werden wird, sondern die Arbeit an den Schnittstellen zwischen Mensch, Technik und Organisation. Zusatzqualifikationen hat Brigitte Wagner unter anderem auf den Gebieten Personal- und Persönlichkeitsentwicklung, Change Management sowie Arbeitssicherheit und Coaching erworben. Diese kommen ihr jetzt im Klinikum Hanau besonders zugute. Zu ihren beruflichen Stationen zählten unter anderem die Unternehmensberatung Ernst & Young in Frankfurt, das Krankenhausplanungsbüro Heinle, Wischer und Partner in Stuttgart sowie in den vergangenen zwölf Jahren die selbstständige Unternehmensberatung. Brigitte Wagner ist Jahrgang 1961 und Mutter eines Sohnes und zweier Bonus-Töchter. Informierte Beschäftigte sind motivierte Beschäftigte, betont Brigitte Wagner deshalb. Sie setzt darauf, die Eigeninitiative und Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Andererseits brauche es dafür einen klaren Rahmen, in dem Kommunikations- und Entscheidungswege definiert sind. In diesen Prozessen setzt sie in erster Linie auf Gespräche und Konsens, auf gemeinsam erarbeitete Lösungen und ein verbindendes Verständnis der zu erreichenden Ziele. Um stabile Verbindungen und nachhaltiges Verständnis herzustellen, ist es allerdings auch wichtig Unterschiedlichkeiten wahr- und ernstzunehmen. Deshalb setzt sie in der Kommunikation auch spezielle Akzente, und wer ihr zuhört merkt es gleich: Es gibt immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflege rinnen und Krankenpfleger. Um lang fristig als kommunales Gesundheits - dienstleistungs unternehmen erfolgreich und wettbewerbsfähig zu werden und zu bleiben, müssen wir die unterschiedlichen Innovationspotenziale und Stärken von Männern und Frauen nutzen. Dabei ist es wichtig, die individuellen Lebensentwürfe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Blick zu nehmen und zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Leben im Sinne einer optimalen Partnerschaft zwischen Unternehmen und Personal zu stärken. Interne Kommunikation bedeutet deshalb auch intensives Werben, Aufklären und Informieren in zum Teil nicht enden wollenden Konferenzen und Sitzungen. Das fördert am Ende jedoch die Identi - fikation des Personals mit der eigenen Klinik. Und Mit arbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Unternehmen wohlfühlen, sind gute und überzeugende Werbeträgerinnen und -träger. Die Öffentlichkeitsarbeit ist eine der Kernaufgaben Brigitte Wagners nach innen und außen. Sie sagt: Ich bin zutiefst überzeugt: Es ist das A und O in Veränderungsprozessen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtig und zeitnah informiert werden. Denn gerade in Zeiten des Umbruchs, weiß Brigitte Wagner, ist es wichtig, den Beschäftigten die Unternehmensziele und die einzelnen Schritte dort hin zu vermitteln. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen wohin die Reise geht und warum diese Wege gegangen werden müssen, schafft dies Transparenz, Vertrauen und nimmt die Beschäftigten mit auf einem nicht immer stressfreien Weg.

5 5 Neue Stabsstelle Brigitte Wagner Leitung Stabsstelle Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit Die Aufgaben der Stabsstelle Die von Brigitte Wagner geleitete Stabsstelle ist direkt der Geschäftsführung zugeordnet. Das sichert schnelle Kommunikationswege, direkte Absprachen und effektive Entscheidungsprozesse. Denn bei den Themen, die sie verantwortet, muss oft schnell gehandelt werden. Vier Aufgabenbereiche umfasst die Stabsstelle: á Qualitätsmanagement á Projektmanagement á Öffentlichkeitsarbeit á Pforte (Foto oben) und Info-Point Jeder dieser vier Bereiche nimmt seinerseits noch weitere Unterthemen und Aufgaben wahr. Gemeinsam ist den Themen, denen sich Brigitte Wagner mit ihrem Team widmet, die Querschnittfunktion. Das heißt: Sie sind alle eng miteinander verwoben. Die sieben Kräfte an der Pforte, die Mitarbeiterinnen am Info-Point sowie der Patientenbesuchsdienst sind deshalb nicht nur eine Dienstleistung für Patienten und Besucher. Sie prägen mit ihrem Auftreten auch das Bild des Klinikums und sind somit wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit. Das gilt auch für das Projekt- und Qualitätsmanagement, die ebenso wichtige Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Klinikums bei Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit haben. Die Aufgaben des Qualitätsmanagements liegen im Wesentlichen darin, qualitativ hochwertige Leistungen in allen Bereichen des Klinikums zu sichern und Qualität permanent weiter zu entwickeln. Dazu gehört ein strukturiertes Qualitäts- und Risikomanagement, das Probleme frühzeitig erkennt und einen permanenten Prozess der Verbesserung installiert. Dem Qualitätsmanagement ist deshalb auch das Beschwerdemanagement zugeordnet. Im Zentrum des Projektmanagements steht die Unterstützung der Kliniken, Institute und Abteilungen bei der Durchführung konkreter Projekte. Dabei geht es in erster Linie um die Aspekte Organisation und Wirtschaftlichkeit. Das fängt beim Projektdesign an, führt über die Planung und Entwicklung von Vorgaben bis hin zur Projektleitung und dem -controlling. Die Öffentlichkeitsarbeit befasst sich mit internen und externen Kommunikationsprozessen, zu den Auf - gaben gehören zum Beispiel die Organisation und Koordination von Pressekonferenzen und Presse - meldungen, die Gestaltung von Flyern, Broschüren, Plakaten, die Veranstaltungsorganisation oder die Pflege und Weiterentwicklung des Internet- und Intranetauftrittes. Was externe Öffentlichkeitsarbeit bedeutet, erläutert Brigitte Wagner am Beispiel der Messe Wächtersbach, an der das Klinikum im Frühjahr 2010 erstmals teil genommen hat. Sie ist die bedeutendste Verbrauchermesse im Main-Kinzig-Kreis. Eine gute Gelegenheit also, das Klinikum dort zu präsentieren. Begleitet wurde der Auftritt von einer eigenen Marktanalyse bei den zahlreichen Besuchern am Stand. Eines der Ergebnisse war: In bestimmten Ecken des Kreises ist das Leistungsangebot des Klinikums noch nicht wirklich bekannt, obwohl es das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung im Kreis ist mit einem Leistungsangebot, das keine andere Klinik dort bieten kann. Diese Erkenntnisse, berichtet Brigitte Wagner, haben bereits zu ersten Konsequenzen geführt: Anzeigen-Kampagnen und Pressearbeit werden nun auch außerhalb der Stadt Hanau intensiviert um auch in den Regionen zum Beispiel um Büdingen, Geln - hausen und Friedberg stärker vertreten zu sein. Denn das Ziel ist es, sagt Brigitte Wagner, das positive Image des Klinikums Hanau künftig auch stärker in der Region zu verankern und damit natürlich auch potenzielle Patientinnen und Patienten und qualifizierte Mit - arbeiterinnen und Mitarbeiter für das Klinikum zu gewinnen.

6 6 Schnell wie der Wind Klinik-Team belegt den dritten Platz beim Stadtlauf in Hanau Freitagnachmittag. Eine lange Menschenschlange zieht sich vom Hanauer Marktplatz bis hin zur Sparkasse. Die Menschen warten ungeduldig darauf, dass es losgeht. Einige unterhalten sich und machen Witze, andere schauen angespannt auf die Uhr des Rathausturms, und wiederum andere hüpfen auf der Stelle, um warm zu bleiben. Zehn, neun, acht drei, zwei, eins, los! Countdown zu einem großen Ereignis: Soeben hat der 9. Stadtlauf in Hanau begonnen. Unsere Highlights im Überblick á Als Gesamtteam haben wir den 3. Platz in der Teamwertung errungen. á Unser schnellster Läufer: Richard Klosterbecker á Unsere schnellste Läuferin: Sabine Vonrhein. á Unser jüngster Läufer: Maurice (9 Jahre), Sohn von Herrn Gökceoglu á Unser ältester Läufer: Günther Jochem á Unser prominentester Läufer: OB Claus Kaminsky Am 17. September fand unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und dem Kreisabgeordnetem Dr. André Kavai der alljährliche Benefizlauf zu Gunsten der Frauenhäuser in Hanau und Wächtersbach statt. Unter dem Motto Stärke zeigen Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen bewiesen die Läuferinnen und Läufer ihre Solidarität mit den Frauen und Kindern, die unter häuslicher Gewalt leiden. Veranstaltet wurde der Lauf von den Frauenbüros der Stadt Hanau und des Main-Kinzig- Kreises, dem 1. Hanauer Lauftreff und dem Sportkreis Hanau. Gegen 16 Uhr versammeln sich nach und nach tausende Menschen auf dem Marktplatz und warten gespannt auf das Erscheinen des Oberbürgermeisters. Musik ertönt aus den Lautsprechern, und Kinder vertreiben sich die Zeit bis zum Start. Der Himmel ist bewölkt, und es ist sehr kühl. Doch das Wetter hält sich entgegen aller Erwartungen bis zum Ende der Veranstaltung. Um 16:20 Uhr betritt Claus Kaminsky schließlich die Bühne und spricht ein paar einleitende Worte, bevor Hans-Rüdiger Wiedem von den Stadtwerken Hanau dem Hanauer Frauenhaus einen Scheck über Euro überreicht. Anschließend wärmen sich die Läuferinnen und Läufer unter der Leitung der Gymnastikabteilung des TSV 1860 Hanau auf, um eventuellen Verletzungen vorzubeugen: Und vor, und marschieren, und alle einen Schritt nach links! Nach dem Warm up stellen sich alle Läufer in mehreren Reihen vor der Start- und Ziellinie auf. Zuerst die Läufer und Jogger, ganz hinten dann die Nordic Walker mit ihren Stöcken. Jetzt dauert es nur noch wenige Minuten bis zum Start. Die letzten zehn Sekunden werden herunter gezählt. Und pünktlich um 17 Uhr fällt der Startschuss. Die Vordersten stürmen in Windeseile davon, die darauf folgenden Läufer lassen das Rennen schon etwas gemächlicher angehen. Während die ersten Teilnehmer längst außer Sichtweite sind, herrscht auf dem Marktplatz ein leichter Rückstau. Nur langsam setzt sich die Schlange auch an ihrem hinteren Ende in Bewegung. Nach knapp fünf Minuten sind schließlich alle Läufer gestartet.

7 7 Stadtlauf Wer jetzt dachte, man könne erst noch einmal auf die Toilette gehen und sich anschließend in Ruhe etwas zu essen und ein Getränk holen, der hatte sich gründlich geirrt! Nach nur 20 Minuten kamen schon die ersten fünf Läufer ins Ziel eingelaufen, nachdem sie die Meter lange Strecke in einer phänomenalen Zeit hinter sich gebracht hatten. Sie wurden von den gut zweihundert Zuschauern auf dem Marktplatz gebührend in Empfang genommen. Die Läufer traten für verschiedene Teams beziehungsweise Vereine an. So nahmen neben dem Klinikum Hanau, das dieses Jahr zum ersten Mal beim Stadtlauf startete, z. B. auch die Sparkasse Hanau, die Sanitätshäuser Bußfeld Schiller und Marx, das Polizeipräsidium Südosthessen und verschiedene Schulen am Lauf durch die Hanauer Innenstadt teil. Mit rotem Kopf und nach Atem ringend erreichte einer nach dem anderen das ersehnte Ziel. Dort wurden von den Helfern fleißig Pappbecher und Flaschen mit Wasser und Saft verteilt wurden. Um 17:30 Uhr tummelten sich schon etwa 400 Läuferinnen und Läufer auf dem Marktplatz, darunter auch einige Teilnehmer des Klinikums Hanau. Nach knapp 35 Minuten erreichte auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der im T-Shirt des Hanauer Klinikums lief, das Ziel. Die meisten Läufer, die im Ziel einliefen, tranken erst einmal etwas, um ihren Durst zu stillen und zogen sich dann eine Jacke über, da sich die Temperaturen während der letzten halben Stunde etwas abgekühlt hatten. Gegen 18:10 Uhr kamen schließlich auch die letzten Teilnehmer im Ziel an. Da hatten sich schon viele Läufer auf den Heimweg gemacht. das drittgrößte Team. Felicitas Rötting, Monika Schweitzer, Heike Schupp und Karin Ubrig vom Klinikum Hanau nahmen die Urkunde und den Siegerpokal voller Stolz entgegen und wurden für ihre Mühe und ihren Einsatz für die gute Sache mit einem ordentlichen Applaus belohnt. Die Bilanz des diesjährigen Stadtlaufs fällt alles in allem sehr gut aus. Mehr als Menschen nahmen teil, während es im Vorjahr noch Teilnehmer waren. Die gesamten Einnahmen aus den Startgebühren und dem Verkauf der T-Shirts mit dem Logo des Stadtlaufs gehen an die Frauenhäuser in Hanau und Wächtersbach, um damit den Fortbestand der beiden Zufluchtsstätten für körperlich und seelisch misshandelte Frauen sicherzustellen. Dieser Betrag vergrößert sich noch durch Spenden von großen und kleinen Sponsoren, zu denen unter anderem die Sparkasse Hanau, Galeria Kaufhof und die Fraport AG gehören. Im vergangenen Jahr kamen so rund Euro zusammen. Die Höhe des diesjährigen Erlöses wird noch ermittelt. Anja Beseler Um 18:35 Uhr fand die ungeduldig erwartete Siegerehrung der schnellsten Läufer und Läuferinnen statt. Außerdem wurden auch die fünf größten Teams geehrt, die am Stadtlauf teilgenommen hatten. Das Klinikum Hanau stellte nach der Hohen Landesschule (HoLa) mit mehr als 600 Läufern und der Georg-Büchner- Gesamtschule (fast 90 Läufer) mit 51 Läuferinnen und Läufern

8 8 Jede Minute zählt Klinik für Neurologie beteiligt sich an der Aktion Rhein-Main gegen den Schlaganfall / Die Klinik für Neurologie des Klinikums Hanau beteiligt sich mit ihrem Schlaganfallzentrum (Stroke Unit) an der Aktion Rhein-Main gegen den Schlaganfall. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten sollen möglichst zahlreiche Menschen in der Region über Ursachen, Symptome, Vorbeugung und Behandlung des Schlaganfalls informiert werden. Das Schlaganfallzentrum des Klinikums Hanau ist zum Beispiel mit Vorträgen, Schulbesuchen und Aktions tagen dabei. Mit der Stroke Unit verfügt das Klinikum Hanau über eine hoch leistungs fähige Spezialabteilung zur Behandlung des Schlaganfalls, die an die Klinik für Neurologie angebunden ist. Bei einem Schlaganfall fallen je nach Ort des Ereignisses schlagartig wichtige Funktionen des Hirns aus. In den meisten Fällen liegt eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn durch den Verschluss einer Ader zugrunde. In der Folge werden die betroffenen Areale nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Nervenzellen sterben ab. Dies führt entsprechend dem betroffenen Hirnbereich zu Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen. Die Folgen können vorübergehend oder dauerhaft sein. Die Mehrzahl aller akuten Schlaganfall-Patienten aus der Stadt Hanau und dem Main- Kinzig-Kreis werden im Schlaganfallzentrum des Klinikums versorgt, berichtet Chefarzt Privatdozent Dr. Horst Baas. Die Stroke Unit wurde bereits im Jahr 2006 eingerichtet. Die Spezialstation verfügt über acht Betten, in denen Patienten über einen Monitor permanent überwacht werden können. Dazu kommen zwölf weitere Betten in Zwei- Bett-Zimmern. Im Schlaganfallzentrum steht für die Patienten ein hoch spezialisiertes und multidisziplinäres Team zur Verfügung. Das heißt: Ärzte und Therapeuten aus ganz unterschiedlichen Bereichen arbeiten abgestimmt zusammen, damit der Patient eine umfassende und bestmögliche Behandlung erhält. Zum Team gehören deshalb vor allem: Ärzte, Pflegemitarbeiter, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsycho - logen und Sozialarbeiter. Besonders wichtig ist, dass mit Hilfe der so genannten Lysetherapie versucht wird, Blutgerinnsel, die die Hirngefäße verstopfen, mit Medi - kamenten aufzulösen. Dies gelingt aber nur, wenn die Patienten nach einem Schlaganfall sofort in die Stroke-Unit kommen. Im Schlaganfallzentrum des Klinikums Hanau arbeiten folgende Partner eng mit der Klinik für Neurologie zusammen: á Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie á Klinik für Kardiologie mit Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin á Klinik für Gefäßchirurgie, vasculäre und endovasculäre Chirurgie á Institut für Radiologie á Es besteht außerdem eine enge Kooperation mit der Neuroradiologie und der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Frankfurt am Main.

9 9 Klinik für Neurologie Schwerpunkte sind Aufklärung und Vorbeugung Wie erkenne ich einen Schlaganfall? Beim Schlaganfall zählt jede Minute für den Behandlungserfolg. Zu den Anzeichen eines Schlaganfalls gehören in erster Linie: á Lähmungen einer Körperseite, eines Arms oder eines Beins á Kribbeln und Taubheitsgefühl á Sehschwäche bis hin zur Blindheit á Sehen von Doppelbildern und/oder verschwommenes Sehen á Undeutliche Artikulation von Wörtern á Verwirrtheit á Zeitweilige Bewusstlosigkeit á Blitzartige Kopfschmerzen (allerdings verlaufen viele Schlaganfälle auch schmerzlos und werden deshalb falsch gedeutet). In vielen Fällen gibt es Vorboten bzw. Symptome der Erkrankung. Sie sollten in jedem Falle sehr ernst genommen werden. Schon vor einem Schlaganfall gibt es manchmal Hinweise auf die kommende Erkrankung. Meist sind dies Durchblutungs störungen im Gehirn, bei denen sich das Blutgerinnsel wieder von selbst auflöst. Die oben genannten Symptome verschwinden deshalb nach kurzer Zeit wieder, und es entstehen keine bleibenden Schäden. Nehmen Sie solche Vorboten eines Schlaganfalls ernst, appelliert Dr. Horst Baas. Betroffene sollten sich in solchen Fällen unverzüglich an das Krankenhaus wenden. Denn eine sofortige Behandlung kann einen schweren Schlaganfall verhindern und Folgeerscheinungen verhindern oder abmildern, betont der Chefarzt. Die Risikofaktoren Rund Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Für jeden fünften Patienten verläuft die Krankheit innerhalb der ersten vier Wochen tödlich, knapp 40 Prozent sterben innerhalb eines Jahres. Die Folgen des Schlaganfalls (in erster Linie Lähmungen, Sprachstörungen) stellen die häufigste Form der Behinderung und die dritthäufigste Todesursache dar nach Herzinfarkt und Krebs. Ein Schlaganfall kann jeden treffen vom Kind bis zum alten Menschen. Rund 15 Prozent der Patienten sind jünger als 45 Jahre. Ab dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko mit zunehmendem Alter stark an, zahlreiche Schlaganfälle ließen sich aber durch richtiges Verhalten und Vorbeugung vermeiden. Vermeidbare Risikofaktoren sind u. a: á Alkohol á Zigaretten á Bewegungsmangel á Übergewicht á Ungesunde (zu fettreiche) Ernährung á Bluthochdruck Zusätzlich spielen aber auch Faktoren wie die erbliche Belas tung eine Rolle. PD Dr. med. Horst Baas Chefarzt Klinik für Neurologie á Das ausführliche Programm und weitere Termine finden Sie im Internet unter Di, 5. Oktober bis 15 Uhr Aufklärung und Risikoberatung im Rathaus Hanau Mi, 6. Oktober bis 12 Uhr Expertentelefon zu Fragen rund um den Schlaganfall Dr. med. Mario Abruscato Telefon (06051) Di, 12. Oktober Uhr Vortrag zum Thema Schlaganfall im Bürgerhaus Bruchköbel Mi, 13. Oktober Uhr Vortrag zum Thema Schlaganfall im Bürgerhaus Bruchköbel Di, 2. November bis 15 Uhr Aufklärung und Risikoberatung im Rathaus Hanau Di, 9. November bis 21:30 Uhr Ärztliche Fortbildung / Hanauer Ärzteverein Di, 7. Dezember bis 15 Uhr Aufklärung und Risikoberatung im Rathaus Hanau Di, 7. Dezember :30 bis 19 Uhr Vortrag zum Thema Schlaganfall im Klinikum Hanau Mi, 8. Dezember bis 17 Uhr Expertentelefon zu Fragen rund um den Schlaganfall PD Dr. med. Horst Baas Telefon (06051) Di, 11. Januar :30 bis 19 Uhr Vortrag zum Thema Schlaganfall im Klinikum Hanau Die Stroke Unit wurde im Jahr 2007 durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft zertifiziert. Das bedeutet: Unabhängige Prüfer kontrollieren und bewerten die Leistungsfähigkeit der Einrichtung. Für das Schlaganfallzentrum sind die Standards der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutscher Schlaganfall-Hilfe entscheidend. Im Jahr 2010 erhielt das Zentrum erneut das unabhängige Qualitätssiegel (Rezertifizierung). Termine der Aktion Rhein-Main gegen Schlaganfall

10 10 Kleiner Pieks, große Wirkung Enorme Hilfsbereitschaft für chronisch kranken Merlin / Rund Menschen nahmen Der vierjährige Merlin hofft auf einen passenden Spender. Die Bevölkerung zeigte eine überwältigend hohe Bereitschaft, sich typisieren zu lassen. Merlin braucht dringend eine Zellspende. Denn der vierjährige Junge leidet an einer chronischen Neutropenie einer lebens - gefährlichen Abwehrschwäche des Körpers. Doch trotz der ständigen Krankenhausaufenthalte und vieler schmerzhafter Behandlungen, ist Merlin ein fröhliches, wissbegieriges und aufgewecktes Kind. Allerdings sind wegen der vielen notwendigen Medikamente inzwischen die ersten Schädigungen an seinen Organen eingetreten. Seine letzte Hoffnung liegt deshalb in einer Knochenmarktransplantation. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hatte daher für den 21. August zu einer Typisierungsaktion aufgerufen tatkräftig unterstützt von der Stadt und dem Klinikum Hanau. So opferten mehr als 50 Pflegemitarbeiter und drei Ärzte des Klinikums Hanau bereitwillig einen freien Samstag, um die Blutabnahme im Congress Park Hanau zu unterstützen und zu begleiten. Denn erst einmal braucht es nur einen kleinen Pieks, um aus einer Blutprobe heraus einen eventuell geeigneten Spender zu identifizieren. Erst danach würden dem Spender gesunde Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen und dem vierjährigen Jungen übertragen werden. In den ersten 14 Tagen zeigt sich dann rasch, ob die Zellen vom Organismus des Empfängers angenommen werden. Aus diesen Stammzellen könnten in Merlins Körper neue lebenswichtige Zellen entstehen, die seine Immunabwehr stärken und ihn vor den lebensbedroh lichen Infektionen schützen. Im Vorfeld hatten die beteiligten Partner die Bevölkerung zur Teilnahme an der Typisierung aufgerufen. Für die Blutentnahme sind grundsätzlich Menschen zwischen dem 17. und 55. Lebensjahr geeignet. Und die Bereitschaft der Bevölkerung sich testen zu lassen war enorm. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Aktion hatte sich vor dem Eingang des Congress Parks Hanau eine lange Menschenschlange gebildet. Und nach getaner Arbeit zählten die medizinischen Helfer schließlich insgesamt rund abgegebene Blutproben. Die werden nun in den kommenden Wochen analysiert und ausgewertet. Dann wird sich zeigen, ob für Merlin ein geeigneter Spender gefunden werden konnte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Hanau erledigten nicht nur die Blutabnahme. Sie klärten auf, beruhigten nervöse Spender und versorgten auch mal den einen oder anderen mit einem leichten Schwindel oder einem Kreislaufproblem. Viele Helfer opferten einen freien Tag nach einer anstrengenden Arbeitswoche, andere wie zum Beispiel Sandra Döhring aus der Frauenklinik hatten sogar extra ihren Urlaub unterbrochen. Und wieder andere Klinik-Mitarbeiter mussten nach der Typisierungs- Aktion noch direkt zum Spätdienst zurück in die Klinik. Viele von ihnen wollten einfach nur helfen: zum Beispiel der Leitende Notarzt Dr. Mohammed Abou-Taleb, im festen Glauben an einen geeigneten Spender. Andere hatten einen direkten persön lichen Bezug wie Anja Dönges aus der Onkologischen Klinik: Ihr Patenkind Pascal ist ein Kindergartenfreund von Merlin.

11 11 Hilfsaktion an Hilfsaktion für den vierjährigen Jungen teil Stadtrat Axel Weiss-Thiel dankt den Unterstützern der Typisierungs-Aktion für Merlin Liebe Helferinnen und Helfer, im Namen des Organisationsteams (Rita Laube vom Kommunalen Sozialen Dienst und Andrea Freund von der Öffentlichkeitsarbeit), von mir persönlich, aber insbesondere im Namen von Merlin und seinen Pflegeeltern, möchte ich mich sehr herzlich für Ihren Einsatz bedanken! Weitere Informationen zur DKMS gibt es unter Auch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung war stark ausgeprägt. Xenia Glassen und Anne-Sophie Friedmann, beide 20 Jahre jung, kennen den kranken Jungen zwar nicht persönlich, wollten aber gerne ein paar Minuten ihres Tages in Merlins Hoffnung investierten. Und wenn Sie schließlich als Spender geeignet wären? Dann würde sich sicher eine gewisse Nervosität einstellen, sagt Anne-Sophie Friedmann, aber Angst habe sie keine. Denn schließlich könnte sie dann helfen, ohne dass ihr selbst etwas Nachteiliges geschehe. Auch Renate Schleunung vom Hotel Zeller in Kahl am Main war gekommen um zu helfen. Sie hatte neun Personen aus ihrer Belegschaft mitgebracht, die sich alle typisieren ließen. Renate Schleunung selbst ist schon seit zehn Jahren typisiert. Sie wollte aber nicht nur Merlin helfen, sondern generell auf das wichtige Thema Knochenmarkspende aufmerksam machen. Deshalb hatte sie im Namen des Hotels eine 500 Euro-Spende an die DKMS dabei. Das Motto der Gruppe lautete: kleiner Pieks, große Wirkung. Besonders fiel auf: Viele junge Menschen waren zum Typisieren gekommen. Auch die 19-jährige Lisa Grunner. Ihr Bruder war vergangenes Jahr ins Koma gefallen. Das hat sie für das Thema sensibilisiert. Man sollte immer etwas zu tun, wenn die Möglichkeit besteht, dass der eigene Einsatz einem anderen Menschen helfen und sogar Leben retten kann, unterstrich die 19-Jährige. Dies sah auch eine Gruppe der 15 Biker so. Die Rocker sind von Joachim Grund angesprochen worden. Dessen erste Frau war an Neutropenie gestorben; seitdem engagiert er sich ehrenamtlich in der DKMS. Michaela Förnges Wie ich mich am Samstagmorgen selbst überzeugen konnte, verlief der Tag reibungslos und in einer angenehmen Atmosphäre. Daran haben alle Helferinnen und Helfer aus allen Teilen der Unternehmung Stadt Hanau einen großen Anteil. Mein besonderer Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen des Klinikums Hanau, die die Blutabnahme sichergestellt haben, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im CPH für den Auf- und Abbau sowie die Unterstützung beim Ablauf, der Hanau Marketing für die Hilfe bei Werbung und Sponsoring, der Öffentlichkeitsarbeit für die Pressearbeit und Begleitung der Pflegefamilie im Umgang mit den Medien, der Hanauer Parkhaus GmbH und dem Ordnungsamt für die Bereitstellung der Parkplätze für Helfer und Spender sowie dem Team der Rathaus-Kantine für die Bewirtung der Helfer. Weit übertroffen wurden unsere Erwartungen von der Anzahl der Kuchenspenden. Wir haben einen Teil der für diesen Tag überzähligen Kuchen für ein Fest des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes weiter - geleitet und den Rest zugunsten von Spenden für Merlin am Sonntag bei der offenen Tür des Argonner-Parks offeriert. So wurde jede Hilfe ihrer Bestimmung entsprechend verwandt. Nachdem die Teilnahme an der Typisierung von fast Menschen und die Geldspenden von mehr als Euro schon einen Erfolg darstellen, hoffen wir natürlich alle auch auf einen Erfolg für Merlin. Sobald es dazu Neuigkeiten gibt, werden wir Sie über die örtlichen Medien umgehend informieren. Mit besten Grüßen Stadtrat Axel Weiss-Thiel

12 Das 100-Millio Auf der Großbaustelle Klinikum Hanau Moderne Medizin und leistungsfähige Ein Krankenhaus ohne Baustellen kann dem Schicksal der Rückständigkeit nicht entgehen, sagt Monika Thiex-Kreye, die Geschäftsführerin des Klinikums Hanau. Und so hat das Klinikum nicht nur eine Baustelle es ist sprichwörtlich eine Baustelle. Denn an vielen Ecken und Enden wird parallel gearbeitet. Neben dem Umbau der Organisation und der Betriebsabläufe, entsteht das Krankenhaus der Zukunft auch durch neue Gebäude sowie vielfältige Sanierungen und Modernisierungen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Das herausragende Großprojekt ist dabei der knapp 50 Millionen teure M-Bau. Aber der Erweiterungsbau ist nicht das einzige Großprojekt am Klinikum. Denn mit der Fertigstellung des M-Baus im Herbst 2011, wird das Klinikum in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren insgesamt rund 100 Millionen Euro investiert und damit sein Anlagevermögen verdoppelt haben. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die wichtigsten Projekte am Klinikum vor. Die rege Bautätigkeit hat einen guten Grund: Die über Jahrzehnte gewachsenen alten Strukturen passen oft mit den Erfordernissen einer modernen Medizin und Betriebswirtschaft nicht mehr zusammen. Denn auf dem Gelände verstreute Gebäude und damit künstlich voneinander getrennte Abläufe machen den Betrieb teuer und die enge Abstimmung von aufeinander folgenden Diagnose- und Behandlungsschritten höchst kompliziert und aufwändig. Der Trend in der Medizin geht aber eindeutig hin zur Interdisziplinarität. Das heißt: Die verschiedenen medizinischen Fächer wachsen inhaltlich und damit auch räumlich zusammen. Die Patienten profitieren dabei von einer gut organisierten Medizin aus einer Hand sowie kurzen Wegen und geringen Wartezeiten. Und der Komfort steigt natürlich ebenso. Dieser Philosophie folgt auch der M-Bau. Im sechsgeschossigen Neubau werden dann in rund einem Jahr 400 Mitarbeiter tätig sein. Zu den wichtigsten Neuerungen im M- Bau gehört eine interdisziplinäre Notfallaufnahme. Sie vereint einen Schock-Raum, zwei Eingriffsräume sowie zwölf Untersuchungskabinen. Direkt angrenzend werden sich künftig zwei Herzkatheter- Plätze befinden. Die zentrale Endoskopie führt dort künftig Onkologie (Krebsmedizin), Kardiologie (Herzmedizin), Chirurgie und Innere Medizin zusammen. Und der imposante Haupteingang wird die neue Visitenkarte der Klinik sein. Denn schon beim Eintritt werden Patienten und Besucher schnell spüren, dass im Klinikum Hanau auch äußerlich eine neue Zeit begonnen hat, betont Thiex-Kreye. Jetzt beginnt eine ganz spannende Phase, sagt Jens Relke, der verantwortliche Geschäftsbereichsleiter Technik am Klinikum. Denn der Rohbau ist abgeschlossen. Nun sind statt einer Firma bis zu 20 Unternehmen gleichzeitig am Bau tätig. Und diese Arbeiten müssen, um den engen Termin- und Kostenplan halten zu können, alle perfekt aufeinander abgestimmt werden. Denn derzeit kommen Trennwände in das Haus und werden unter anderem die Elektrik installiert und die Heizungsrohre verlegt, die Geothermieanlage eingebaut, die Fußböden verlegt und die Lüftung montiert.

13 nen-euro-projekt 13 werden die Weichen für die Zukunft gestellt / Infrastruktur für die Patienten Im zweiten Untergeschoss sind bereits der große Durchbruch und der Anschluss an das Tunnel - systems des Klinikums erfolgt. Und an der Verbindungsstelle zum vorhandenen Bettenhochhaus wurden alle neuen Übergänge durchgebrochen. Auch mit der Fassade ist in der Zwischenzeit begonnen worden. Die soll im Frühjahr fertig sein; dann zeigt sich der Neubau zumindest schon äußerlich in seiner endgültigen Gestaltung.

14 14 Das Klinikum Hanau baut das Krankenhaus der Zukunft. An vielen Stellen wird deshalb parallel gearbeitet, umstrukturiert und verändert. Wir zeigen die wichtigsten Projekte der vergangenen und kommenden Monate im Überblick. In einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren wird das Klinikum dann rund 100 Millionen Euro investiert haben. Das Geld kommt sowohl aus Eigenmitteln als auch aus Zuschüssen des Landes Hessen. Zentralsterilisation Anfang des Jahres (März) ist das Sterilgutversorgungszentrum in Betrieb genommen worden. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich eine hoch moderne und leistungsstarke Anlage zur Reinigung von benutzten medizinischen Instrumenten und Geräten. Nach der Sterilisation können diese dann wieder sauber und sicher zum Beispiel bei Untersuchungen und Operationen eingesetzt werden. Die neue Anlage ist im Keller des H-Gebäudes untergebracht. Sie ersetzt die bisherigen dezentralen Anlagen. Sie gehört zu den modernsten im ganzen Rhein- Main-Gebiet. Kosten: Alleine für den Umbau der Räume zur Unter - beringung der Zentralsterilisation hat das Klinikum 1,7 Millionen Euro investiert. Zusätzlich schlagen dann noch die Geräte mit einem Wert von rund Euro zu Buche. Onkologische Ambulanz Die Onkologische Ambulanz hat Anfang Mai ihre neuen freund - lichen und komfortablen Räume im K-Bau bezogen. Der Umzug vom 9. Stock des Hochhauses in die neuen Räume bietet den Krebspatienten nun deutlich mehr Service, kürzere Wartezeiten und verbesserte Behandlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurde die Zahl der Behandlungsplätze von neun auf 14 erhöht. Dafür mussten die Alte Aula und diverse Büroräume weichen. Mit großem Aufwand wurden Treppen beseitigt, Automatiktüren und eine moderne Belüftungstechnik installiert sowie unterschiedliche Ebenen begradigt. Für die Patienten wurden moderne, elektrisch vielfach verstellbare und komfortable Liegen angeschafft. Im großzügigen Wartebereich können über einen Großbildschirm, der aus einer Patientenspende stammt, Filme und Informationen abgespielt werden. Pflanzen und farblich abgestimmte Wände sorgen für eine angenehme Atmosphäre, regelmäßige Kunstausstellungen werden folgen. Kosten: zirka Euro Weitere Projekte in Stichworten K-Bau Die Brandschutzsanierung hat begonnen, beide Personenfahrstühle wurden bereits ersetzt. H-Bau Im ersten Schritt wurden bereits ein Teil der Fahrstühle erneuert; Kabinen, Maschinen und Steuerung wurden ausgetauscht. Physiotherapie Die Abteilung ist bereits in neue, großzügige und freundliche Räume umgezogen. Apotheke Das Zytostatika-Labor der klinikeigenen Apotheke wird erweitert. Dort werden Chemotherapeutika frisch und individuell für jeden Krebspatienten hergestellt. Intensivstation Die Pläne für die Komplettsanierung der Station H 1 sind derzeit in Abstimmung. Zentrale Notaufnahme Im ersten Schritt sind die dezentralen Notaufnahmen zusammen geführt worden und in neuen Räume in den ersten Bauabschnitt des M-Baus umgezogen. Mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts des M-Baus 2011 wird die ZNA dort ihren endgültigen Platz finden.

15 15 Stationen H 2 bis H 5 Die Stationen befinden sich im zweiten bis fünften Geschoss des H-Baus. Sie werden belegt von der Orthopädie und Unfallchirurgie, der allgemeinen Chirurgie und dem Darmzentrum, dem Gefäßzentrum und der operativen Gynäkologie sowie dem Tumorzentrum. Die bisherigen Drei-Bett-Zimmer werden dort allesamt in moderne Zwei-Bett-Zimmer und einige Ein-Bett-Zimmer umgewandelt mit den jeweils dazugehörigen Sanitäranlagen eigenes Bad und Toilette. Parallel werden auch andere Umbauten und Sanierungen vorgenommen: Es entsteht z. B. eine Patiententeeküche Heizung, Lüftung und Elektroanlagen werden von Grund auf modernisiert. Und auch die Aufenthaltsbereiche auf den Stationen werden großzügiger und komfortabler gestaltet. Die Fertigstellung ist bis ca. August 2012 geplant. Operationssäle Die Operationssäle 5 und 6 werden neu hergerichtet und erhalten eine moderne Infrastruktur. Die Säle 1 bis 4 sowie 7 bis 9 befinden sich bereits auf dem neuesten Stand. Die Planungen sind weitgehend abgeschlossen. Im Herbst dieses Jahres wird mit dem Umbau begonnen, die Bauzeit beträgt etwa sechs Monate, so dass das Projekt im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Dann verfügt das OP-Management in jedem der Operationssäle über den gleichen Standard. Dies erleichtert die Organisation der Operationen und ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Nutzung und dem Wechsel der Säle. Kosten: zirka 2,2 Millionen Euro Kosten: zirka 6,6 Millionen Euro Telekommunikation Die komplette Telefonanlage des Hauses wird modernisiert und an die gewachsenen Anforderungen angepasst das betrifft sowohl Mitarbeiter wie Patienten. Es wird ein WLAN-Netz eingerichtet. Dann wird es in der letzten Ausgangsstufe auch einen drahtlosen Internetzugang für Patienten geben. I-Bau Mit der Fertigstellung des M-Baus 2011 werden v. a. die Stationäre Krebsmedizin, Innere Medizin, Herzmedizin und Endoskopie aus dem I-Bau dorthin umziehen. Das frei werdende Gebäude wird grundsaniert. Geplant ist dann die Verwaltung dorthin umzuziehen. Jetzt noch angemietete Gebäude können dann aufgegeben werden. Elektrotechnik Mit dem M-Bau haben sich die Anforderungen an die Stromversorgung verändert. Ausgehend vom M-Bau musste die Einspeisung des Stroms von den Stadtwerken in das Klinikum an neue Anforderungen ausgerichtet werden. In den einzelnen Gebäuden werden deshalb neue Trafo-Stationen gebaut, neue Leitungen gelegt und die Hauptverteiler modernisiert.

16 16 Brustaufbau mit High-Tech-Medizin Brustzentrum bietet Krebspatientinnen innovative mikrochirurgische Operation an Fast 20 Prozent aller Brustkrebspatientinnen können nicht brusterhaltend operiert werden. Viele entscheiden sich deshalb für einen chirurgischen Wiederaufbau der Brust. Das Klinikum Hanau hat für diese Frauen eine neue und schonende High- Tech-Methode eingeführt. Expander, ohne Silikon, ohne eine spätere zweite Operation und ohne das psychische und physische Erleben des Verlus - tes einer Brust. Bisher profitieren im Brustzentrum schon über 20 Frauen von der neuen Operationstechnik. Selbstverständlich stehen alternativ auch alle Methoden der Brust wiederherstellung mit Implantaten zur Verfügung. Für Tumorpatientinnen bietet das Klinikum Hanau jetzt die modernste und eleganteste Form des Brustwiederaufbaues an. Dafür wird Eigengewebe aus dem Bauch oder bei sehr schlanken Patientinnen aus dem Po oder Oberschenkelbereich entnommen und mit einem neuen Gefäßanschluss in den Brustbereich eingenäht. So entsteht eine deutlich bessere Form der neuen Brust. Am Ort der Gewebeentnahme bleibt nur eine Narbe zurück. Das Klinikum Hanau gehört bundesweit zu den wenigen zertifizierten Brustzentren, in denen diese modernste mikrochirurgische Methode des Brustwiederaufbaues etabliert ist. Außerdem bietet das Klinikum Hanau die so genannte freie primäre Brustwiederherstellung an. Das heißt: Bei bestimmten Patientinnen kann schon bei der Erstoperation also noch in derselben Operationssitzung, eine neue Brust mikrochirurgisch aufgebaut werden. Das bedeutet: ohne Das Zentrum bietet das gesamte Spektrum der plastischen Brustoperationen an. Chefarzt Privatdozent Dr. Thomas Müller arbeitet dabei Hand in Hand mit der plastischen Chirurgin Dr. Elisabeth Vogel-Herrmann. Sie ist Fachärztin für Chirurgie sowie Plastische und ästhetische Chirurgie. Sie wird von einem weiteren plastischen Chirurgen unterstützt. Diese Doppelbesetzung bei der Operation verkürzt die Eingriffszeit unter dem Operationsmikroskop von sonst acht auf vier bis sechs Stunden, betont die Ärztin. Beim Wiederaufbau der Brust mit Eigengewebe gibt es im Grunde zwei Operationsansätze. Die freie und die gestielte Gewebsoder Lappenübertagung. Mit der Einführung der modernen freien Gewebeübertragung, bietet das Brustzentrum die gestielte und ältere Variante nicht mehr an. Denn das kosmetische Ergebnis ist besser, Komplikationen seltener. Das Besondere des Brustzentrums in Hanau ist nun, dass die Gewebsübertragung in einem Zuge mit der Brustkrebs-Operation stattfindet. Deshalb wird der Eingriff als primär bezeichnet. Eine sekundäre Operation wäre es, wenn der Brustaufbau in einer zweiten OP etwa sechs Monate nach dem ersten Eingriff der Tumorentfernung vorgenommen werden würde. Die primäre Operation erspart Frauen deshalb einen zweiten Eingriff und den Brustverlust.

17 17 Brustzentrum Die Technik erfordert hohes medizinisches Können, großen Aufwand und eine perfekte Logistik. Der Eingriff kann deshalb nur an wenigen Zentren vorgenommen werden, die innerhalb des operativen Teams über die Plastische Chirurgie verfügen. Das Risiko der Gewebeabstoßung liegt bei der gestielten und freien Lappenübertragung gleich hoch jeweils bei etwa drei bis fünf Prozent. Ist das Gewebe aber erfolgreich eingewachsen, bleibt dies auch dauerhaft so. Der Wiederaufbau der Brust wird dann mit der Modellierung der Brustwarze und der Tätowierung des Warzenhofes vollendet. Im Prinzip, sagt Dr. Vogel-Herrmann, ist erst einmal jede Brustkrebspatientin für eine freie Lappenübertragung geeignet. Allerdings sind Abstoßungsreaktionen statistisch bei Raucherinnen und bei Frauen unter Bestrahlung größer. Auch bei alten Frauen sind Komplikationen etwas häufiger, denn dort sind die Blutgefäße nicht mehr so elastisch. Befindet sich die Frau aber in einer körperlich Plastische Chirurgin Dr. Elisabeth Vogel-Herrmann im Patientengespräch und biologisch guten Verfassung, sind im Einzelfall solche Operationen sogar bis zum 80. Lebensjahr gut möglich. Im Normalfall operieren wir aber bei Frauen bis etwa zum 70. Lebensjahr, unterstreicht Vogel-Herrmann. Im Brustzentrum gab es sogar schon eine Patientin, der gleichzeitig beide Brüste rekonstruiert wurden. Die Operation ist komplex, und man muss mikrochirurgisch sehr versiert, plastisch und mikrochirurgisch gut ausgebildet sein, sagt Dr. Vogel Herrmann. Deshalb werden diese Operationen im Brustzentrum von plas tischästhetischen Chirurgen durchgeführt. Auch müsse der Operateur den Eingriff regelmäßig vornehmen, um eine besondere Erfahrung und Know how einbringen zu können. Nach der Operation verbringen die Frauen in der Regel einen Tag auf der Intensivstation, können aber schon nach etwa einer Woche nach Hause gehen. Denn es handelt sich um einen Ober - flächeneingriff, der für die Patientinnen nicht gefährlich ist, weil nicht tief (invasiv) in den Organismus eingegriffen wird. Relativ risikoarm für die Patientinnen, aber anspruchsvoll für die Operateure, fasst Chefarzt Privatdozent Dr. Thomas Müller zusammen. Grundsätzlich wird im Brustzentrum immer versucht, bei Krebsoperationen die Brust der Patientin zu erhalten. Das entspricht dem heutigen Qualitätsstandard. Dies ist aber nicht immer möglich: zum Beispiel wenn der Tumor zu groß ist oder mehrere Tumorherde vorliegen. In etwa 20 Prozent der Fälle kommt es deshalb noch zu einer Abnahme der Brust. Von diesen 20 Prozent entscheiden sich dann ungefähr die Hälfte der Frauen für den Brustaufbau mit einem Expander/Silikon und die anderen 50 Prozent für den Brustaufbau mit Eigengewebe schlossen sich das Klinikum Hanau und das Krankenhaus Gelnhausen zum Brustzentrum Hanau-Gelnhausen zusammen. Leitklinik ist das Klinikum Hanau mit dem Chefarzt der Frauenklinik Privatdozent Dr. Thomas Müller. Er leitet das Brustzentrum. Die neue Operationstechnik wird am Standort Hanau des Brustzentrums angeboten. Das Brustzentrum ist zertifiziert. Das ist deshalb besonders wichtig, weil der Begriff Brustzentrum nicht geschützt ist. Die Zertifizierung durch unabhängige Experten bürgt für nachgewiesene hohe Qualität, weil für die Vergabe des Gütesiegels anspruchsvolle Voraus - setzungen notwendig sind.

18 18 Taktgeber für den wichtigsten Muskel Herzschrittmacher-Patienten werden im Klinikum Hanau rund um die Uhr betreut / Kardiologische Patienten führen ein weitgehend normales Leben Herzschrittmacher stellen heute eine ausgereifte Technik dar. Viele Herz-Patienten können mit den kleinen Geräten wieder ein weitgehend normales Leben führen und an zahlreichen Aktivitäten teilnehmen. Die Medizinische Klinik I in Hanau gehört bei der Versorgung von Patienten mit Herzschrittmachern zu den großen Einrichtungen im Main- Kinzig-Kreis. Und sie bietet Patienten einen großen Vorteil: eine 24-Stunden-Notfallversorgung, wenn es Probleme gibt oder Komplikationen auftreten. Denn rund um die Uhr können sich Patienten mit Herzschrittmachern ganzjährig an die Klinik wenden. Die Medizinische Klinik I mit ihrem kardiologischen Schwerpunkt versorgt gemeinsam mit der gefäßchirurgischen Klinik jedes Jahr rund 150 Patienten neu mit Schrittmachern und mehr als 30 Herzkranke mit Defibrillatoren, berichtet Privatdozent Dr. med. Christof Weinbrenner, der Chefarzt der Medizinischen Klinik I. Weltweit tragen rund zwei Millionen Menschen einen Herzschrittmacher. Dieses Gerät kommt in erster Linie dann zum Einsatz, wenn das Herz des Patienten zu langsam schlägt. Defibrillatoren sind dann angeraten, wenn ein lebensgefährliches Kammerflimmern sonst nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Denn dann schlägt das Herz sehr schnell und Patienten weisen häufig eine Herzfrequenz von über 200 pro Minute auf. Ein Herzschrittmacher, erläutert der Herzspezialist Daniel Haertel, erreicht heute eine Funktionsdauer von bis zu zehn Jahren abhängig von der Häufigkeit seines Einsatzes. Denn das Gerät ist nicht permanent in Aktion, sondern nur dann, wenn der Pulsschlag zu langsam wird. Wenn nach einigen Jahren die Batterieleistung nachlässt, wird nur der unter der Haut liegende Teil des Schrittmachers ausgetauscht, die in das Herz führenden Elektroden bleiben in der Regel erhalten. Deshalb kommt der Arzt beim Wechsel auch mit einem kleinen Schnitt aus. Auch die Erstimplantation des Schrittmachers ist heute ein wenig aufwändiger Vorgang, erklärt Dr. Weinbrenner. Die reine Operationszeit liegt bei rund 30 bis 60 Minuten. Und in vielen Fällen in Hanau in rund 25 Prozent kann der Eingriff ambulant vorgenommen werden. Der Patient wird lediglich lokal betäubt; eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Da es sich bei den Patienten in der Regel aber um ältere Menschen handelt, die auch noch andere Krankheiten mitbringen, bleiben drei Viertel der Herzkranken nach der Implantation eines Schrittmachers über Nacht zur Beobachtung. Das hat den Vorteil, dass mögliche Komplikationen schnell erkannt und behandelt werden können. Denn in der Klinik, unterstreicht Dr. Weinbrenner, legen die Ärzte großen Wert auf eine umfassende Versorgung. Dies sei gerade auch bei älteren Menschen wichtig, die sonst alleine daheim nicht gut zurechtkämen. Nach dem Einsetzen eines Schrittmachers sind Patienten noch etwa eine Woche lang eingeschränkt: Die körperliche Belast - barkeit ist reduziert, d. h. auf der Seite des Schrittmachers sollten sie nichts Schweres tragen und den Arm schonen. Danach sind nahezu alle Aktivitäten erlaubt, Schwimmen ist nach etwa zwei bis drei Wochen wieder möglich. Nach etwa drei Monaten sind die Elektroden dann fest eingewachsen. Die regelmäßigen Nachuntersuchungen erfolgen zum Teil durch die Klinik und in Absprache mit den niedergelassenen Ärzten. Im Alltag, sagt Daniel Haertel, gibt es für die Menschen mit Herzschrittmacher weniger Einschränkungen als allgemein angenommen wird. Die Patienten können sich Belastungen aussetzen und Sport treiben, allerdings darf in der Regel nicht tiefer als fünf Meter getaucht werden. Auch Fliegen ist kein Problem. Allerdings sollten Schrittmacher-Träger nicht die Sicherheitsschleusen an Flughäfen durchschreiten. Die Magnetwellen könnten das Gerät irritieren. Medizinische Untersuchungen in einem MRT sind wegen der starken Magnetfelder oft nicht mehr möglich. Und schließlich ist auch beim Benutzen eines Mobiltelefons Vorsicht angeraten. Zumindest sollte es nicht in der Brusttasche auf der Seite des Schrittmachers getragen werden. Ansonsten gehen von ordnungsgemäß funktionierenden Geräten wie Fernseher, PC oder aber auch Diebstahlsicherungsschranken in Kauf - häusern in der Regel keine Störungen aus.

19 19 Herzschrittmacher So funktioniert ein künstlicher Herzschrittmacher Ein Herzschrittmacher besteht aus mehreren Bauteilen oder Komponenten. Er ist dabei nicht größer als eine Streichholzschachtel. Hauptbestandteil ist das so genannte Aggregat. Es enthält die Batterie, den Impulsgeber und die Elektronik. Der Herzschrittmacher wird dauerhaft unterhalb des Schlüsselbeins eingepflanzt und wächst fest in das Gewebe ein. Die Verbindung zwischen einem Schrittmacher und dem Herzen wird je nach Art des Geräts über eine oder zwei Elektroden hergestellt. Elektroden sind dünne isolierte Drähte, die im rechten Vorhof oder der rechten Kammer des Herzens verankert werden. PD Dr. med. Christof Weinbrenner Chefarzt der Medizinischen Klinik I Damit das Herz das Blut sammeln und dann in den Körperkreislauf pumpen kann, sind winzige elektrische Impulse notwendig, die den Muskel in Erregung versetzen. Diese Impulse beginnen an der Vorkammer und werden dann an die Hauptkammer weitergeleitet. Ist das Herz gesund und ohne Schädigung, werden die elektrischen Impulse vom so genannten Sinusknoten erzeugt er wird deshalb auch als natürlicher Herzschrittmacher bezeichnet. Im Normalzustand schlägt das Herz zwischen 60 und 80 Mal in der Minute. In Stresssituationen und bei starker körperlicher Aktivität kann diese Zahl auf weit mehr als 100 Schläge pro Minute steigen. Im Falle einer Herzschädigung oder -schwäche können der Taktgeber des Herzens oder die Leitung im Herzen gestört sein. Der richtige Takt wird dann vom Herzschrittmacher übernommen. Die Sensoren des Geräts sind dabei so sensibel, dass sie praktisch jede Veränderung im Zustand des Patienten registrieren. Viele Schrittmacher sind auch in der Lage, die benötigten elektrischen Signale selbstständig an die aktuelle Lebenssituation des Patienten anzupassen. Dafür ist ein Sensor zuständig. Er registriert zum Beispiel die steigenden Belastungen für einen menschlichen Organismus zum Beispiel beim Treppensteigen, Tragen oder Sport. Der Schrittmacher sorgt deshalb in solchen Situationen für eine diesen Zuständen angepasste Herzfrequenz, damit die Sauerstoffversorgung und Leistungsfähigkeit gesichert bleiben. Einige Geräte bieten eine Kombination aus Schrittmacher und Defibrillator. Defibrillatoren werden zur automatischen Behandlung von Herz-Rhythmus-Störungen eingesetzt. Dazu gehören in erster Linie Herzrasen, das aus der Hauptkammer kommt, und Kammerflimmern. Das Gerät überwacht den Herzrhythmus und gibt gegebenenfalls elektrische Impulse zur Korrektur bis hin zum rettenden Elektroschock ab.

20 20 Die Operationsbücher sind rund 100 Jahre alt und haben die Bombardierung Hanaus am 19. März 1945 etwas verstaubt überstanden. Sie erzählen eine spannende Geschichte der Chirurgie am damaligen Landkrankenhaus, dem Vorgänger des Klinikums Hanau. Prof. Martin Wolff, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeralund Thoraxchirurgie, hat sich intensiv mit der Historie befasst, zahlreiche Recherchen durchgeführt und mit Nachfahren vormaliger Hanauer Chefärzte korrespondiert. Er erzählt am Beispiel Hanau auch eine Geschichte der Chirurgie, die im Laufe des 19. Jahrhundert einem starken Wandel unterlag: schmerzfreie Operationen durch Narkose, neues Hygiene-Wissen, der erstmalige Einsatz von Handschuhen und Mundschutz bei Operationen, die Entdeckung der Röntgenstrahlen und die Entwicklung von Operationskonzepten auf wissenschaftlicher Basis sind nur einige Stichworte. Das Landkrankenhaus Hanau war 1824 mit 88 Betten durch ein Dekret des Kurfürsten Wilhelm II in Kassel als Nachfolge des Neustädter Hospitals an der heutigen Leimenstraße gegründet worden. Die Verwaltungsleitung lag zunächst in den Händen der Medizinalräte Dr. K. Osius ( ) und dann Dr. F. v. Möller ( ). Ihnen waren Stadtwundärzte für die Erledigung praktischer Tätigkeiten zugeteilt. Ein sehr bekannter Chirurg seiner Zeit war Franz König ( ), der von 1859 bis 1869 als Amtswundarzt in Hanau am Krankenhaus arbeitete. Er wurde später Lehrstuhlinhaber in Rostock, Göttingen und zuletzt in Berlin an der Charité und verfasste ein berühmtes Lehrbuch der Chirurgie. Sein Sohn Fritz König ( ) wurde in Hanau geboren, studierte ebenfalls Medizin und wurde als Ordinarius für Chirurgie an der Universitätsklinik in Würzburg ( ) ein Pionier der Neurochirurgie in Deutschland. Ab 1889 leitete Dr. K. Rosen, aus Marburg kommend, einen größeren Neubau in die Wege, der den neuen hygienischen Anforderungen in der Chirurgie entsprach. Enttäuscht über den schleppenden Gang der Verhandlungen, kehrte er bereits 1891 dem Haus den Rücken. Sein Niederschrift von Dr. Julius Fertig Nachfolger war Dr. K. Mitteldorpf ( ), Privatdozent aus Freiburg, der einer Arzneimittelverwechslung zum Opfer fiel. Ihm folgte Prof. Dr. O. von Bünger ( ), Privatdozent aus Marburg, der auch als Ärztlicher Direktor wirkte. Am 11. Oktober 1897 wurde dann nach zweijähriger Bauzeit das neue Krankenhaus mit der stattlichen Front zum Mühltorweg eröffnet erfolgte die Trennung der Anstalt in zwei Abteilungen eine chirurgische und eine innere, mit je einem selbständig dirigierenden Facharzte übernahm der Internist Dr. G. Zuschlag die Geschäfte als Direktor und im selben Jahr wurde als Chirurg Dr. Julius Fertig berufen. Dr. Julius Fertig ( ) wurde in Viernheim geboren und machte das Abitur in Darmstadt. Er studierte Medizin an den Universitäten in Gießen, Königsberg und Heidelberg und promovierte 1895 mit einer Arbeit Über Osteomalacie und deren Heilung durch Kastration zum Doktor der Medizin. Er hatte seine Ausbildung an der Universitätsklinik Göttingen und am Landkrankenhaus in Kassel absolviert und wurde von Kassel nach Hanau als Oberarzt ( Sekundärarzt ) für die Chirurgische Abteilung versetzt. Bei seinem Amtsantritt verfasste Dr. Fertig eine originelle Auflistung der damaligen Zustände am Landkrankenhaus in Hanau, die mit den Worten beginnt: Es stinkt, sobald man das Haus betritt, die Abtrittsverhältnisse sind unter aller Kritik. Neben mangelnden Sterilisationsmöglichkeiten und dem bejammernswerten Zustand des Diphtheriepavillions werden ein träges Schreibbüro und mangelnde Heizmöglichkeiten aufgelistet: Die Assistenten können nach 9 Uhr abends nicht mehr auf ihren Zimmern verweilen wegen allzu großer Kälte und sind darauf angewiesen ins Wirtshaus zu gehen...

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