klinik.aktuell Gut, besser, Qualität: Sicherheit im Krankenhaus Ausgabe 3 / 2013 Zum Mitnehmen

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1 Die Patienten- und Mitarbeiterzeitung der Enzkreis-Kliniken in Mühlacker und Neuenbürg» Expertengespräch: Dr. Karl-Heinz Müller» : Verpflegung im Krankenhaus» Aktuell: Umbau in Mühlacker Gut, besser, Qualität: Sicherheit im Krankenhaus 1997 gründete Joachim Herzog (Mitte) die Schlaganfall Selbsthilfegruppe in Mühlacker. Seite 14. Unterstützung für Tansania Die Partnerschaft zwischen den Enzkreis-Kliniken und den lokalen Krankenhäusern im Süden Tansanias wird enger. Im März 2013 konnte dem Mkomaindo Hospital ein Ultraschallgerät überreicht werden. Seite 09. Zum Mitnehmen

2 Anzeige und Tagespflege Wir sind für Sie 24 Stunden erreichbar Häusliche Kranken- und Altenpflege Grund- und Behandlungspflege Essen auf Rädern, Notrufknopf Haushaltshilfen Pflegekurse und Beratung Demenzbetreuung daheim Gemeinsam statt Einsam Unsere Tagesbetreuung für Senioren ist täglich geöffnet auch an Samstagen/Sonntagen und Feiertagen Demenzbetreuung Grund- und Behandlungspflege möglich Kostenbeteiligung der Pflegekassen auch zuhause sind wir für Sie im Einsatz Hilfe aus einer Hand mit Herz und Verstand! Wilhelmstraße Illingen Telefon Gesund naschen mit EDEKA Gesund naschen mit EDEKA Gesunde Leckereien bei EDEKA Gesunde Leckereien bei EDEKA Wir verwöhnen Sie Wir verwöhnen Sie Wir Lebensmittel aktiv markt Wir Lebensmittel Wolfgang Golly + Martin Schelske in Mühlacker Danziger Str. 2 Tel. ( ) Montag bis Samstag 8 bis 20 Uhr aktiv markt Wolfgang Golly + Martin Schelske in Mühlacker Danziger Str. 2 Tel. ( ) Montag bis Samstag 8 bis 20 Uhr Lösungswort der letzten Ausgabe: TAPFERKEIT Lösungswort in der nächsten Ausgabe. Lösungswort der letzten Ausgabe: TAPFERKEIT

3 Regionale Kliniken Holding GmbH Grußwort Rundum- Versorgung aus einer Hand Professor Dr. Jörg Martin entwickelt ein holdingweites medizinisches Konzept und die RKH als Marke Seit 2. Mai ist Professor Dr. Jörg Martin als neuer Medizinischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung im Amt. Für ihn steht die strategische Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens, das mit rund 7500 Mitarbeitern und über 2600 Betten einer der größten kommunalen Klinikverbünde Deutschlands ist, im Vordergrund. Professor Dr. Jörg Martin. Ich kann sicherlich viele Erfahrungen, die ich in Göppingen gesammelt habe, in die Regionale Kliniken Holding einbringen, um ein holdingweit abgestimmtes medizinisches Konzept zu entwickeln und dann umzusetzen, sagt Professor Dr. Jörg Martin. Denn fast genau 25 Jahre war der gebürtige Hesse in der Klinik am Eichert in Göppingen in unterschiedlichen Funktionen tätig. Nach seinem Studium der Medizin in Tübingen und seinem Praktischen Jahr am Robert-Bosch- Krankenhaus in Stuttgart, war er zunächst Assistenzarzt in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Während seiner anschließenden Tätigkeit als Oberarzt in dieser Klinik in der Zeit von 1999 bis 2007 erwarb er berufsbegleitend die Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement, absolvierte das Studium Management in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen an der Universität Kaiserslautern und erlangte an der Universität Ulm die Habilitation. Damit war die Basis gelegt, um 2007 die Stelle als Medizinischer Geschäftsführer der ALB FILS Kliniken, vormals die Kliniken des Landkreises Göppingen, anzutreten. Seit 2009 war Professor Martin dann Alleingeschäftsführer dieser Klinikgesellschaft, zu der die Klinik am Eichert in Göppingen und die Helferstein Klinik Geislingen gehören. Die Regionale Kliniken Holding RKH mit ihren acht Akutkliniken, einer orthopädischen Fachklinik und einer geriatrischen Rehabilitationsklinik in den Landkreisen Ludwigsburg, Enzkreis und Karlsruhe ist ein großes kommunales Klinikunternehmen mit sehr guten Zukunftsperspektiven. In den nächsten Jahren soll die RKH zu einem wichtigen Gesundheitsanbieter in der Region weiterentwickelt werden, der ein breites medizinisches Leistungsspektrum aus einer Hand bietet, eine hohe Behandlungsqualität garantiert und für die Mitarbeiter zu einem attraktiven Arbeitgeber wird. Foto: RKH GmbH Im Mittelpunkt steht ein verbundweites medizinisches Konzept mit Spezialisierungen an einzelnen Kliniken anstelle des gegenseitigen Wettbewerbs. Die einzelnen Krankenhausstandorte sollen von den Stärken eines großen Verbunds profitieren, aber gleichzeitig ihre Individualität bewahren. Dies soll durch eine konsequente Qualitätsoffensive, einen Markenentwicklungsprozess und eine hohe Transparenz erreicht werden. Martin: Ziel ist es, die einzelnen Standorte mit Spezialangeboten aufzuwerten und eine Grundversorgung in der Fläche zu gewährleisten, um so dem Patienten eine Rundum-Versorgung aus einer Hand anzubieten. Im Fokus stehen dabei Qualität, Innovation, Transparenz und Empathie. Die Kliniken sind für den Patienten da und so steht der Patient als Mensch im Mittelpunkt, so Martin weiter. Auf dieser Basis wird die RKH als moderner, regionaler Gesundheitsanbieter wahrgenommen werden. Inhalt Seite Qualitätsmanagement Patientensicherheit und Prozessoptimierung 05 Leserumfrage 07 Individuelle Entlassplanung Prozessmanagement und Sozialdienst 08 Umbau in Mühlacker Modernisierung des Nord-Ost-Flügels 09 Friendship-Hospital Die Klinikpartnerschaft zwischen den Enzkreis- Kliniken und lokalen Krankenhäusern im Süden Tansanias 10 Expertengespräch Dr. Karl-Heinz Müller Chefarzt der Geriatrischen Reha-Klinik Mühlacker 11 Essen im Krankenhaus Portrait und Rezepttipp 12 Das gute Wort Ein Gruß aus der evangelischen Krankenhausseelsorge 13 Ambulanter Hospizdienst Begleitung bis zum Tod 14 Schlaganfall Selbsthilfegruppe Mühlacker 15 Gesundheitsstadt Mühlackers Citymanager Thomas Müller im Gespräch Impressum Herausgeber: Regionale Kliniken Holding RKH GmbH Verantwortlich für den Inhalt: Alexander Tsongas, Sophia Zundel Redaktionelle Leitung: Sophia Zundel, Mühlacker Tagblatt Gestaltung: Mühlacker Tagblatt Anzeigen: Jochen Elmer, Mühlacker Tagblatt Druck: Z-Druck GmbH & Co. KG, Sindelfingen

4 Seite 04 Ioannis Papadopoulos. Foto: RKH GmbH Krankenhaus Mühlacker Die Kraft steckt in der Qualität das wusste schon Friedrich Nietzsche als großer deutscher Philosoph im 19. Jahrhundert. Dass dieser Leitspruch auch hunderte Jahre später nichts an Aktualität eingebüßt hat, das weiß auch Ioannis Papadopoulos. Seit 2012 ist der gelernte Krankenpfleger aus Bretten Standortverantwortlicher des Qualitätsmanagements an den Enzkreis-Kliniken in Mühlacker und Neuenbürg absolvierte er die Weiterbildung zum Qualitätsmanager im Gesundheitsund Sozialwesen an der ALSO-Akademie in Heidelberg. Der Qualitätsgedanke war selbstverständlich immer schon existent, verdeutlicht der 40-Jährige den seit jeher hohen Leistungsanspruch der Enzkreis-Kliniken, aber allen Bestrebungen zur Verbesserung ein zentrales Gesicht zu geben, alles unter einem Dach zu bündeln, diese Entscheidung wurde erst vor ein paar Jahren getroffen. Herr Papadopoulos wird von seinen QM-Kollegen der anderen Standorte der Regionalen Kliniken Holding unterstützt. Die QM-ler begleiten unter anderem interne Prozessoptimierungen, führen Mitarbeiterworkshops sowie Befragungen zur Ermittlung der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit durch. Ebenso gibt das Qualitätsmanagement allen Mitarbeitern der Regionalen Kliniken Holding die Möglichkeit, aktiv zur Qualitätsverbesserung beizutragen zum Beispiel durch das betriebliche Vorschlagswesen. Die Enzkreis- Kliniken wurden in den vergangenen Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen zertifiziert. (SZ) Weitere Informationen: qualitaet-hygiene/qualitaet/ Mehr Transparenz und Qualität in der Patientenversorgung Die Enzkreis-Kliniken veröffentlichen erstmals IQM-Qualitätsergebnisse und setzen auf aktives Fehlermanagement Die Mitglieder bei der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) gehen im Interesse ihrer Patienten freiwillig über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen der Qualitätssicherung hinaus und bekennen sich zur Transparenz bei der Aufdeckung von Fehlern. Sie verpflichten sich zur Qualitätsmessung auf der Basis von Routinedaten, zur Transparenz der Ergebnisse durch deren Veröffentlichung und zu Qualitätsverbesserungen durch externe ärztliche Begutachtungen so genannten Peer Reviews. Ziel ist es, Verbesserungspotentiale zu erkennen und durch aktives Fehlermanagement zu heben. Auch die Enzkreis-Kliniken sind Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) geworden. Seit 21. Mai sind die Qualitätsergebnisse der Krankenhäuser Mühlacker und Neuenbürg in deren Internetauftritt auf der Startseite und in der Rubrik Qualität & Hygiene abrufbar. Hier lässt sich ablesen, wie erfolgreich Patienten bei wichtigen Krankheiten, etwa beim Schlaganfall oder beim Herzinfarkt behandelt werden. Die Ergebnisse beider Krankenhäuser werden mit den Daten von über 240 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angehören, verglichen. Den Daten liegen 183 Qualitätskennzahlen für 48 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren zugrunde. Schon bisher setzten die Enzkreis-Kliniken auf maximale Transparenz und aktive Qualitätsverbesserung. Seit 2006 haben sie im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei der QuMiK-GmbH, einem Zusammenschluss von mittlerweile 54 kommunalen Kliniken in Baden-Württemberg, freiwillig Daten der medizinischen Ergebnisqualität veröffentlicht. Nun wurde die Veröffentlichung über die QuMiK durch die Veröffent- lichung im Rahmen der IQM abgelöst. Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zukommen zu lassen, so Prof. Dr. Jörg Martin, Medizinischer Geschäftsführer der Enzkreis-Kliniken. Während das Krankenhaus Mühlacker bei der Behandlung von intensivpflichtigen Patienten mit Blutvergiftung (Sepsis) eine Sterblichkeitsrate aufweist, die mit 12,5 % deutlich unter dem IQM-Durchschnittswert von 17,8 % liegt, zeigen sich bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten Auffälligkeiten. So sind im Jahr ,5 % der Patienten mit dieser Diagnose verstorben und damit über dem IQM-Durchschnittswert sowie dem Klinik-Erwartungswert. Diesem Hinweis wird intern nachgegangen, häufig lassen sich die Auffälligkeiten mit einem älteren oder kränkeren Patientenkollektiv erklären. Unsere Ergebnisse veröffentlichen wir ganz bewusst freiwillig im Internet. Diese konsequente Transparenz setzt hierzulande Maßstäbe und ist für uns vor allem zusätzlicher Ansporn, um noch besser zu werden, berichtet Martin. (AT) Weitere Informationen:

5 Krankenhaus Mühlacker Seite 05 Leserumfrage Im Oktober 2012 erschien die erste Ausgabe von. Rund ein dreiviertel Jahr und vier Magazine später möchten wir das aktuelle Schwerpunkt-Thema Qualität zum Anlass nehmen, unsere Leser zu ihrer Meinung zu befragen. Wie wurden Sie auf aufmerksam? O Ich bin PatientIn der Enzkreis-Kliniken. O Ich bin MitarbeiterIn der Enzkreis-Kliniken. O Das Magazin lag meiner Zeitung bei. O Sonstiges: Wie gefällt Ihnen die Aufmachung von? O Sehr gut O Gut O Nicht so gut O Nicht O Überhaupt nicht Fühlen Sie sich durch ausreichend über die Enzkreis-Kliniken informiert? O Ja O Nein Welche Themenfelder interessieren Sie besonders? Welche Themenfelder vermissen Sie? Lob / Anregungen / Kritik: Bitte schneiden Sie den Fragebogen aus und senden diesen per Post an: Mühlacker Tagblatt Stichwort: Leserumfrage Kißlingweg 35, Mühlacker oder nehmen Sie online an der Leserumfrage teil unter: klinik-aktuell-leserumfrage Anzeige

6 Seite 06 Krankenhaus Mühlacker Gut, besser, noch besser CIRS ermöglicht den Mitarbeitern, Beinahe- Vorkommnisse anonym via Internet zu melden. Foto: RKH GmbH Eine der zentralen Zielsetzungen des Qualitätsmanagements ist die Sicherheit des Patienten. Unerwünschte Ereignisse, die das ungewollte Ergebnis einer Behandlung sind, gefährden die Patientensicherheit. Das wichtigste Instrument zur Verbesserung der Patientensicherheit ist deshalb das gemeinsame Lernen und das Schaffen einer Vertrauenskultur im Umgang mit kritischen Ereignissen wurde an den Enzkreis-Kliniken das Critical Incident Reporting System (CIRS) eingeführt. Die Mitarbeiter haben jetzt die Möglichkeit, sogenannte Beinahe-Vorkommnisse via Internet anonym zu melden. Das heißt, jede Situation, in der die Pflegekraft oder der Arzt beinahe einen Fehler begangen hätte, kann erfasst werden. Aufgabe des Qualitätsmanagements ist es dann, durch Prozessveränderungen das erneute Auftreten des Beinahe-Fehlers zu vermeiden. In den letzten Monaten konnten wir durch CIRS viel bewegen, freut sich Ioannis Papadopoulos. Eine Gefahrenquelle im Krankenhausalltag seien beispielsweise Medikamente, die entweder namentlich sehr ähnlich klingen oder aber eine ähnliche Verpackung haben. Um einer möglichen Verwechslung dieser Medikamente vorzubeugen, wurden nun spezielle Listen angefertigt, auf denen die Lookalikes und Soundalikes aufgeführt werden: Diese hängen jetzt für die Mitarbeiter in den Medikamentenschränken aus und sind Thema in Besprechungen. Die Mitarbeiter sind so sensibilisiert für die Verwechslungsgefahr und können sich mit einem Blick auf die Liste im Notfall immer wieder einfach und schnell rückversichern. Weitere Optimierungen der vergangenen Monate waren außerdem die Einführung von einheitlichen Spritzenetiketten sowie die Weiterentwicklung der neuen Patientenarmbänder (wir berichteten in Ausgabe 02/2013) unter anderem im Hinblick auf höheren Tragekomfort. Nicht nur CIRS, sondern auch der jährlich ausgeschriebene Qualitätspreis der RKH Kliniken Holding garantiert höchsten qualitativen Standard innerhalb der Verbund-Kliniken. Seit 2009 haben alle Mitarbeiter jährlich die Chance, sich mit neuen Verbesserungsprojekten für diesen Preis Wir nehmen unsere Patienten und Mitarbeiter ernst. Ihre Situation fortlaufend zu verbessern, ist unser Antrieb. Ioannis Papadopoulos, Standortverantwortlicher des Qualitätsmanagements an den Enzkreis- Kliniken Mühlacker und Neuenbürg zu bewerben. Mitarbeiter sollen motiviert werden, Prozesse zu verbessern. Dieses Wissen können wir dann innerhalb der gesamten Holding weitergeben, beschreibt Ioannis Papadopoulos die Grundidee des Wettbewerbs-Konzepts. Drei Preise werden jährlich vergeben: Die Erstplatzierten bekommen 1500 Euro, die Zweitplatzierten 1000 Euro und die Drittplatzierten 500 Euro zur Verwendung innerhalb der jeweiligen Abteilung. Außerdem werden alle Preisträger zum Essen mit der Geschäftsführung eingeladen. Auch das Krankenhaus Mühlacker wurde bereits prämiert: Im Jahr 2011 erhielt die Medizinische Klinik Mühlacker den 2. Preis für die Einführung des Praxis-Fax: Kommt ein Patient in die Notaufnahme, erhält dessen Hausarzt nach telefonischer Vorankündigung ein Fax mit verschiedenen Fragen, die zur Klärung seines Zustands beitragen und bei der nötigen Behandlung unterstützen. (SZ) Verbesserungsbedarf gibt es immer und überall Prozessoptimierung in der Medizinischen Klinik Neuenbürg In der Medizinischen Klinik Neuenbürg führte das Qualitätsmanagement im Mai 2013 eine Prozessoptimierung durch. Zwei Mitarbeiter der Abteilung Qualitätsmanagement beobachteten über zwei Tage sämtliche Wege der Patienten, von der Aufnahme bis zur Entlassung. Auf die Analyse folgte die Ausarbeitung von Lösungsansätzen, die zu Verbesserungen einzelner Arbeitsprozesse führen. Bei einer Prozessoptimierung möchten wir Betroffene zu Beteiligten machen. Die Mitarbeiter wissen, dass sie nicht am Pranger stehen, sondern, dass wir mit ihnen gemeinsam bestehende Strukturen verbessern können. Denn eines ist klar: Verbesserungsbedarf gibt es immer und überall, so Ioannis Papadopoulos. Was passiert alles mit dem Patienten? Machen alle Laufwege, die er zurücklegen muss, Sinn? Wann findet die Visite statt? Welche Inhalte werden dem Patienten während der Visite vermittelt? Sind die Arbeitsprozesse zwischen Ärzten und Pflegepersonal sinnvoll aufeinander abgestimmt? Diese und andere Fragen stellt das Qualitätsmanagement nicht nur sich, sondern auch den Mitarbeitern vor Ort. Im Arbeitsalltag fehlt ganz einfach oft die Zeit, innezuhalten und bestehende Strukturen zu hinterfragen. Auch der interdisziplinäre Austausch zwischen den verschiedenen Abteilungen kommt da oft zu kurz. Dementsprechend sehen viele Kollegen die Prozessoptimierung durch das Qualitätsmanagement als willkommene Chance. Insgesamt 22 Prozessoptimierungen hat das Qualitätsmanagement der Regionalen Kliniken Holding in den vergangenen Jahren durchgeführt, davon 5 in den Enzkreis-Kliniken. Sie folgen stets demselben Prinzip: Aus den Beobachtungen während der Analysephase werden Ansatzpunkte für Verbesserungen ermittelt und in Workshops mit den Mitarbeitern der Fachabteilung gemeinsam Lösungen erarbeitet. Die praktische Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen wird von den Mitarbeitern des Qualitätsmanagements engmaschig begleitet: Mit den Workshopteilnehmern wird festgelegt, wer welche Aufgaben bis wann zu erledigen hat. Im Rahmen von internen Begehungen wird die Umsetzung der Maßnahmen kontinuierlich überprüft. Auch bei unseren Patienten dürften die Maßnahmen nicht unbemerkt bleiben. So wurde die Zeit der täglichen Visite definiert und die notwendigen Schritte für eine reibungslose Entlassung noch besser beschrieben, so Papadopoulos. (SZ)

7 Krankenhaus Mühlacker Seite 07 Das Wohl der Menschen an erster Stelle Prozessmanagement und Sozialdienst: Individuelle Entlassplanung bei bedürftigen Menschen in den Enzkreis-Kliniken Mühlacker und Neuenbürg Sozialarbeiterinnen der Enzkreis-Kliniken: Iris Paffrath, Regina Weeber, Birgitt Hackner (v.l.). Das Prozessmanagement-Team Mühlacker: Susanne Jost, Silke Thiel, Iris Herrmann (v.l.). Das Prozessmanagment-Team Neuenbürg: Blazenka Bakula und Barbara Lang (v.l.). Anzeigen HOMECARE HOMECARE Ihr Leistungsstarker Partner für die Versorgung nach Ihrem Klinikaufenthalt Orthopädie-Technik Bahnhofstraße Mühlacker Telefon ( ) Prothesen Orthesen Fußeinlagen Stützmieder Sanitätshaus Bahnhofstraße Mühlacker Telefon ( ) Krankenpflegebedarf Inkontinenzversorgung Stomabedarf Reha-Technik Pforzheimer Straße Mühlacker Telefon ( ) Kompressionsstrümpfe Bandagen Brustprothesen Pflegebetten Elektrofahrzeuge Rollatoren Matratzen Rollstuhlservice Sauerstoffgeräte Badewannenlifter Alltagshilfen Jedes Krankenhaus wird heute als Wirtschaftsunternehmen gesehen. An erster Stelle steht in den Enzkreis-Kliniken aber das Wohl der Patienten. Unser Ziel ist es, unseren Patienten trotz eines zunehmenden Kostendrucks auf die Krankenhäuser in Deutschland und vorgeschriebener Liegezeiten (der so genannten Verweildauer) mit Zuwendung und Fürsorge zu begegnen und sie nach dem Krankenhausaufenthalt der Situation entsprechend angemessen versorgt zu entlassen. Viele Patienten, die unser Krankenhaus verlassen, benötigen zu Hause in vielen Fällen für einen bestimmten Zeitrahmen oder auch dauerhaft pflegerische Unterstützung: häusliche Pflege, Rehabilitation, Heimaufenthalt, Essen auf Rädern oder anderes. Bei der Gestaltung des Übergangs vom Krankenhaus in die vertraute Umgebung sind wir in enger Kooperation mit unserem Prozessmanagement und dem Sozialdienst behilflich. Im Prozessmanagement arbeiten speziell dafür ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt für alle Beteiligten bei der Therapie kranker Menschen. Sie sind zentraler Ansprechpartner und Sprachrohr des Patienten sowie seiner Angehörigen und bilden die Schnittstelle zwischen Hausarzt, Therapeuten, Pflege, Klinik und Krankenkasse. Zu ihren Aufgaben zählt die Ermittlung des individuellen Bedarfs an Pflege und Hilfsmitteln und gegebenenfalls auch deren Beschaffung zu koordinieren. In unserer Sozialberatung arbeiten speziell ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen. Sie besprechen mit den Patienten, inwieweit die Krankheit deren Leben verändert, ermitteln den Hilfebedarf und zeigen Lösungen auf. So informieren sie beispielsweise über wirtschaftliche Hilfen wie die Pflegekasse, die Sozialhilfe oder das Behindertenrecht. Darüber hinaus stellen sie den Kontakt zu ambulanten Diensten her, vermitteln etwa einen Platz für Kurzzeit- oder Dauerpflege im Seniorenheim, leiten Reha-Verfahren ein, stellen Anträge für die entsprechende Kostensicherung oder vermitteln an Beratungsstellen zur weiteren psychosozialen Begleitung. Fußpflegepraxis Alexandra Lutz-Kull Wie die Zusammenarbeit funktioniert, wollen wir anhand eines Fallbeispieles aus unserem Klinikalltag in den Enzkreis-Kliniken erläutern: Eine Dame wird in die Notaufnahme gebracht, dort wird eine Oberschenkelfraktur diagnostiziert, die operiert werden muss. Im Zuge der Stations-Aufnahme wird eine Pflege- und Sozialanamnese erstellt. Das Prozessmanagement legt auf deren Grundlage das weitere Vorgehen fest. Es stellt sich heraus, die 80-jährige Patientin ist alleinstehend und hat sich bisher selbst versorgt. Ihre Tochter lebt in Amerika. Das Prozessmanagement ermittelt den zukünftigen Versorgungsaufwand und entscheidet, welche internen Dienstleistungen aktiviert werden müssen. Im Fallbeispiel wird der Sozialdienst eingeschaltet, der die Patientin bezüglich eventueller Pflegestufe und Rehabilitation berät und diese im Anschluss eventuell beantragt. Ist die Patientin nicht rehafähig, wird der Kontakt zu weiterführenden Institutionen (Hausarzt, Diakoniestation, Sozialstation, Altenheim, Sanitätshaus etc.) hergestellt. Hier besteht zu allen Institutionen eine gute Kooperation. Auch innerhalb des Krankenhauses findet eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit über alle Berufsgruppen hinweg statt: Der regelmäßige Austausch garantiert eine ganzheitliche Betreuung zum Wohle unserer Patienten. (H. Thau-Hähnle) Fotos: RKH GmbH Zeppelinstraße Mühlacker Fon: Mobil: Hans Kriegstr Vaihingen-Enz Fon: Mobil: Termine nach Vereinbarung Mitglied im Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands e.v. Wein und Secco aus Apfel und Quitte Obstbrände und Liköre Obstbaum- und Wiesenpflege Achim Mayer D Mühlacker Hindenburgstr. 66 Telefon ( )

8 Seite 08 Krankenhaus Mühlacker Aktuell Das Bauen geht weiter Mühlacker: Modernisierung des Nord-Ost-Flügels und Umbau der Radiologie Wiedereröffnung des sanierten Kreißsaalbads der Enzkreis-Kliniken mit Aufsichtsratsmitglied Dr. Till Neugebauer, Regionaldirektorin Katrin Kern, Chefarzt Dr. Ulrich Steigerwald, Günter Bächle (Kreisrat und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Enzkreis- Kliniken), Hebamme Wilhega Delor und Aufsichtsratsmitglied Werner Henle (v.l.). Foto: Franz Mit großem Interesse hatte sich die Bevölkerung am 13. April 2013 bei einem Tag der offenen Tür ein Bild von dem medizinischen Leistungsspektrum des Mühlacker Krankenhauses und dem gelungenen Umbau des Süd-West-Flügels gemacht Besucher konnten sich einen Eindruck von den modernen, komfortablen Patientenzimmern und der mit neuen Fenstern und einer Dämmung versehenen Fassade machen. Doch schon vor diesem Tag der offenen Tür liefen bereits die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt. einiger Wände. Bis Ende Juli 2013 war die gesamte Entkernung der Ebenen 1, 2 und 3 im Nord-Ost-Flügel abgeschlossen. ar wird dann der moderne Bau im April 2014 nach einem weiteren Tag der offenen Tür für die Patienten zur Nutzung freigegeben. nungsbad im Kreißsaal und der Umbau der Radiologie im Krankenhaus Mühlacker sind Teile eines Modernisierungspakets, mit dem der Kreistag die Enzkreis-Kliniken unterstützt. Denn Ziel ist es, die Enzkreis-Kliniken nicht nur medizinisch, sondern auch baulich auf einen hochmodernen Stand zu bringen. Die Qualität der medizinischen und pflegerischen Leistungen nimmt zwar eine Schlüsselrolle ein, aber am Ende soll auch baulich der Patient von einer zeitgemäßen Aufenthaltsqualität mit Wohlfühlatmosphäre profitieren. Wie schon beim ersten Bauabschnitt wurden im ersten Schritt das alte, lose und eingebaute Mobiliar entsorgt und die notwendigen Abbrucharbeiten durchgeführt: Entfernung der Wasserleitungen, der Elektroverkabelung, der Heizungen, der Sanitäranlagen und Danach konnte nahtlos mit den Rohinstallationen gestartet werden. Im Rahmen der Trockenbauarbeiten werden bis Mitte September in Leichtbauweise die Ständerwände für die Flurwände und die Zimmerabgrenzungen inklusive der Türzargen errichtet. Parallel hierzu werden Rohrleitungstrassen für die Elektro-, EDV-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärleitungen verlegt. Wie schon beim ersten Bauabschnitt, folgen auf die Rohinstallation die Bodenbelagsarbeiten, das Einbauen der Brandschutztüren und -schotts sowie die Erneuerung der Sanitärzonen. Nach der finalen Einrichtung und Ausstattung mit festem und losem Mobili- Doch nicht nur am Nord-Ost-Flügel wird fleißig gebaut. Auch für die Bestandssanierung der Radiologie wurde der Startschuss gegeben. Bis Ende des Jahres wird eine Interimslösung geschaffen, so dass alle bisherigen radiologischen Leistungen des Krankenhauses auch während der Umbauphase ohne Einschränkung aufrecht erhalten werden können. Die Wieder-Inbetriebnahme der radiologischen Abteilung in komplett sanierten Räumlichkeiten ist bis Jahresende 2014 geplant. Die Modernisierung der Stationen und der Fassade, der Einbau einer Wohlfühl-Oase mit Entspan- Bei der Eröffnung des neuen Entspannungsbades im Kreißsaal im Juni bezeichnete Kreisrat Günter Bächle, stellvertretender Kliniken-Aufsichtsratsvorsitzender, dies als ein weiteres Signal nach außen, dass unser Krankenhaus immer attraktiver wird. Und dies bestätigen auch die inzwischen gestiegenen Patientenzahlen im Krankenhaus Mühlacker. Denn letzten Endes stimmen die Patienten mit den Füßen ab und zeigen, ob sie sowohl mit der medizinischpflegerischen, als auch mit der baulichen Qualität zufrieden sind. (AT) Eine gesundheitliche Nahversorgung ist für mich eine sehr wichtige Angelegenheit. Gerade Krankenhäuser bieten den betroffenen Menschen oftmals eine erste Anlaufstelle. Von daher war es leicht die Entscheidung zu treffen, das in die Jahre gekommene Krankenhaus Mühlacker zu sanieren. Wie jüngst bei der Geburtsstation deutlich wurde, ist dies auch gelungen. Wohlfühlklima für die Patienten und bessere Rahmenbedingungen für den medizinischen Dienst sollen dazu beitragen, dass den Menschen in jeder Hinsicht geholfen wird. Dass das alles im laufenden Betrieb geschieht, ist schon beachtlich. Ich bin sicher, dass unser Krankenhaus in Mühlacker nach den nächsten Renovierungsabschnitten einen weiteren guten Zuspruch erfahren wird. Werner Henle / Mitglied des Aufsichtsrats der Enzkreis-Kliniken (FWV Fraktion) Es war ein Vorschlag der Aufsichtsräte, die Klinik nicht, wie ursprünglich geplant in vier Jahren, sondern so schnell als möglich auf den modernsten Stand zu bringen. Die Bauarbeiten bedingen Lärm, Staub, die Verlängerung von Wegen und noch andere Umstände, hierdurch wird Mitarbeitern und Patienten einiges abverlangt. Möge die Zeit bis zum Ende der Umbaumaßnahmen im Fluge vorübergehen. Patienten und Mitarbeiter werden am Ende mit der vermutlich komfortabelsten Klinik im Einzugsbereich der Holding belohnt werden. Einen Nutzen für alle hat das nur, wenn wir weiterhin im Sinne einer optimalen Versorgung kranker Menschen engagiert an einem Strang ziehen! Dr. Till Neugebauer / Mitglied des Aufsichtsrats der Enzkreis-Kliniken (SPD Fraktion) Der Umbau unseres Krankenhauses geht voran, und Patienten und Besucher äußern sich begeistert über die geräumigen und hellen Zimmer. Jährlich rund 9000 stationäre und noch mehr ambulante Patienten schätzen dazuhin die gute medizinische Versorgung und Pflege. Ich bin froh darüber, dass der Enzkreis seine Kliniken mit hohem finanziellen Aufwand für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht hat. Was aber zu beklagen ist: Der finanzielle Druck wird für alle Beteiligten und Beschäftigten immer größer, weil im Gesundheitswesen manche Weiche falsch gestellt ist. Schön wäre es deshalb, wenn unsere Politiker in Bund und Land sich noch mehr dafür einsetzen würden, dass auch kleinere Krankenhäuser wie das in Mühlacker auskömmlich wirtschaften können. Rolf Leo / Mitglied des Aufsichtsrats der Enzkreis-Kliniken (FWV Fraktion)

9 Krankenhaus Mühlacker Wir können viel voneinander lernen Seite 09 Dr. Till Neugebauer überreicht dem Klinikpersonal in Tansania ein neues Ultraschall-Gerät. Foto: Partnerschaftsverein Enzkreis Masasi / Tansania e.v. Von der verbesserten Stromversorgung, über die Schulung von Personal bis hin zur Ausstattung mit medizinischen Materialien die Klinikpartnerschaft zwischen den Enzkreis-Kliniken und den lokalen Krankenhäusern im Süden Tansanias soll die medizinische Versorgung der afrikanischen Bevölkerung nachhaltig verbessern. Die Krankenhaus-Kooperation entwickelte sich unter dem Dach des Partnerschaftsvereins Enzkreis Masasi, der sich für die Förderung der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie für die Fortbildung von Fachpersonal in Schulen, Werkstätten und im medizinischen Bereich einsetzt. Angestoßen wurde die Klinikpartnerschaft von dem Maulbronner Internisten Dr. Till Neugebauer: In meiner Doppelfunktion als Aufsichtsratsmitglied der Kliniken zum einen und Mitglied des Partnerschaftsvereins zum anderen habe ich die Chance genutzt, auf das Projekt aufmerksam zu machen. Glücklicherweise war die Krankenhausleitung von Anfang an begeistert, hier mitzuwirken. Geplant ist nun unter anderem der regelmäßige Austausch von Wissen bei gegenseitigen Besuchen, die Unterstützung bei der Anschaffung neuer Geräte sowie bei der Verbesserung der strukturellen Verhältnisse. Nur einen Monat nach Gründung des Vereins unter anderem durch den Landrat des Enzkreises besuchte Dr. Ulrich Steigerwald, Chefarzt der Frauenklinik am Krankenhaus Mühlacker, im Dezember 2012 erstmals das Mkomaindo Hospital in Südtansania, um sich ein erstes Bild der medizinischen Versorgung zu machen (wir berichteten in Ausgabe 02/2013). Im März 2013 konnte dem Hospital ein gutes, gebrauchtes Ultraschall- Gerät überreicht werden. Ein Ultraschall vor der Geburt reduziert sowohl die Säuglings- als auch die Müttersterblichkeit um die Hälfte, weiß Dr. Neugebauer, der bei der Übergabe des Geräts vor Ort war. Finanziert wurde dieses dank der Spendeneinnahmen des Benefizkonzerts Kinder helfen Kindern organisiert von Wolfhard Bickel, Musiklehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium in Mühlacker. Die im März 2013 im Mühlacker Mühlehof organisierte Veranstaltung brachte insgesamt Euro für Tansania ein. Mit dem Erlös konnten nicht nur das Ultraschall-Gerät im Wert von 4500 Euro, sondern auch Schulbücher, Uniformen und Laptops für Schüler finanziert werden. Im Herbst dieses Jahres soll außerdem mit dem Bau einer Solaranlage zur Stromerzeugung begonnen werden. Hintergrund: Ausfälle der Inkubatoren für die Neugeborenen waren bedingt durch die mangelhafte Stromversorgung leider keine Seltenheit. Durch die Solaranlage lässt sich die Sterblichkeitsrate der Frühchen weiter reduzieren. Das ist eine grandiose Sache, so Neugebauer. Der Mediziner aus Maulbronn stellt klar, dass auch die deutschen Ärzte in mancherlei Hinsicht noch von den Kollegen in Afrika lernen können: Dass man sich für Vieles einfach Zeit nehmen muss, ist uns verloren gegangen. In Afrika muss man sich entschleunigen. Die Gelassenheit und Ruhe, die Art und Weise wie Afrikaner geduldig, zuversichtlich und auf Gott vertrauend mit Krankheiten umgehen, ist für mich beeindruckend. Kontinuität sei das Schlüsselwort der Klinikpartnerschaft: Wenn wir langfristig Erfolge erzielen wollen, müssen wir am Ball bleiben. Die größte Herausforderung ist sicherlich, immer wieder interessierte Kollegen zu vermitteln, die sich ehrenamtlich für Tansania engagieren. Im Moment mache er sich diesbezüglich aber noch keine Sorgen: Die Mitarbeiter der Enzkreis-Kliniken sind über die Maßen interessiert und bereit, sich einzubringen. Dr. Till Neugebauer und Angela Gewiese vom Partnerschaftsverein Enzkreis freuen sich über den Scheck der Enzkreis-Kliniken in Höhe von 500 Euro, überreicht durch Regionaldirektorin Katrin Kern und Pflegedirektorin Renate Prager (v.l.) Foto: Fotomoment So wurde beim diesjährigen Tag der offenen Tür in Mühlacker (wir berichteten in Ausgabe 02/2013) ein Kuchenverkauf zugunsten der Klinikpartnerschaft organisiert: Regionaldirektorin Katrin Kern und Pflegedirektorin Renate Prager konnten Herrn Dr. Neugebauer und Angela Gewiese, 1. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Marafiki wa Masasi e.v., im Juni einen Scheck über 500, überreichen. Geplant ist ein weiterer Schritt in der medizinischen Partnerschaft: Im Winter 2013/2014 wird Dr. Erhard Kirschbaum, Chefarzt der Chirurgischen Klinik in Mühlacker, voraussichtlich zusammen mit seiner Frau, die Fachärztin für Plastische Chirurgie ist, nach Masasi reisen, um sinnvolle und der dortigen Situation angepasste Vorhaben zu initiieren. Nur nachhaltige Projekte, die von den localauthorities mitgetragen werden, machen Sinn und haben Zukunft, so Dr. Kirschbaum. (SZ) Marafiki wa Masasi: Partnerschaftsverein Enzkreis Masasi / Tansania e.v. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft wenden Sie sich direkt an: Landratsamt Enzkreis Forum 21 Angela Gewiese (1. Vorsitzende) Zähringerallee Pforzheim Telefon: Sie möchten spenden? Konto-Nr.: BLZ bei der Sparkasse Pforzheim Calw

10 Seite 10 Geriatrische Reha-Klinik Mühlacker Expertengespräch In der Altersmedizin fühle ich mich zu Hause Dr. Karl-Heinz Müller: Chefarzt der Geriatischen Reha-Klinik Mühlacker. Foto: RKH GmbH Die Geriatrie hat sich zum Ziel gesetzt, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit älterer Menschen so weit wie möglich zu erhalten oder wieder herzustellen. Die Klinik für Geriatrische Rehabilitation in Mühlacker ist eine Einrichtung mit 41 Betten. Jährlich werden hier 640 stationäre Patienten behandelt. Seit 1998 ist Dr. Karl-Heinz Müller Chefarzt der Geriatrischen Reha-Klinik Mühlacker und leitet ein Team von 50 Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit. Herr Dr. Müller, wo liegen die Behandlungsschwerpunkte in Ihrer Klinik? Über 50 Prozent der Patienten sind aufgrund eines Sturzes und Veränderungen am Bewegungsapparat bei uns. Einen weiteren großen Schwerpunkt bilden die Schlaganfall-Patienten. Grundsätzlich haben wir sehr viele multimorbide Patienten, also Menschen, die an mehreren Krankheitsbildern gleichzeitig leiden. Dementsprechend ist unser Kontakt zu anderen Berufsgruppen im Krankenhaus sehr eng. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten, Seelsorgern und Sozialarbeitern kümmert sich hier ganzheitlich um die Patienten. Ohne Teamwork geht es nicht das ist das Schöne an der Geriatrie. Welche Therapieansätze verfolgen Sie? In der Schlaganfallbehandlung verfahren wir seit zehn Jahren nach dem sogenannten Forced-Use-Konzept. Hier bieten wir spielerische Übungen an und die Patienten bemerken oftmals gar nicht, dass bzw. welcher Körperteil genau behandelt wird. Seitdem wir nach diesem Konzept arbeiten, verzeichnen wir deutlich verbesserte Ergebnisse. Was hat sich in den vergangenen Jahren maßgeblich in der Geriatrie verändert? Mittlerweile müssen immer mehr Infekte akut behandelt werden. Außerdem werden die Patienten in einer zunehmend schlechteren Verfassung eingeliefert. Die medizinischen Herausforderungen sind also gestiegen. Auch die Arbeitsdichte hat zugenommen. Trotzdem verbuchen wir aber konstant gute Behandlungserfolge. Ca. 80 Prozent unserer Patienten können nach der Behandlung in ihre häusliche Umgebung zurückkehren. Wir machen die Leute fit für den Alltag, damit sie wieder am Leben teilhaben können. Dr. Karl-Heinz Müller, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation Mühlacker Wie steht die Geriatrie in Mühlacker im Vergleich mit anderen Häusern da? Sehr, sehr gut. Wir vergleichen uns seit über zehn Jahren, betreiben sogenanntes Benchmarking mit anderen Häusern. Wir liegen mit unseren Leistungen über dem Landesdurchschnitt. Welche Veränderungen wünschen Sie sich für die Zukunft? Im Moment ist die Geriatrie noch unterteilt in die Akut- und die Rehamedizin. Die Geriatrie sollte aber nicht getrennt werden, sondern gehört unter ein Dach das ist meine Vision. Außerdem würde ich gerne wieder die zweite Station eröffnen. Leider wird der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal aber immer größer. Gerne würde ich z.b. auch Ernährungsdefiziten von Patienten besser begegnen können; also erfassen, was die Leute eigentlich essen und bei Mängeln ggf. Zusatznahrung anbieten. Ganz allgemein wünsche ich mir generell mehr Aufmerksamkeit für die Sorgen und Nöte älterer Menschen. (SZ) Weitere Informationen: Blick hinter den Kittel Dr. Karl-Heinz Müller wurde in Detmold geboren. Auf die Mittlere Reife folgte eine Lehre als Kfz-Mechaniker und schließlich das Abitur begann er im Alter von 24 Jahren Medizin zu studieren. Dr. Karl-Heinz Müller hielt mehrfach medizinische Vorträge im Ausland, unter anderem in Äthiopien, Indien und der Dominikanischen Republik. Der Mediziner ist 64 Jahre alt und lebt in Ludwigsburg. Anzeigen Alten- und Krankenpflege Urlaubs- und Verhinderungspflege Hauswirtschaft, Nachbarschaftshilfe Hausnotruf, Hospizdienst 24 Stunden Rufbereitschaft Pflegeberatung, Schulung s care spezielle Versorgung 24h persönlich erreichbar Tel.: Tel.:07233Hauptstraße Niefern-Öschelbronn Internet: Internet: t-online.de Bei uns stehen Sie im Mittelpunkt, jeden Tag. Unser Ziel. Pflege daheim, rundherum wohl fühlen. 24h persönlich erreichbar Betreuung Begleitdienst Putzen, Waschen, Bügeln Service rundumhaus und Garten Reparaturdienste Änderungsschneiderei Mobiler Friseur undfußpflege

11 Krankenhaus Mühlacker Guten Appetit: Täglich stehen den Patienten drei verschiedene Menüs zur Auswahl. Fotos: Alisia Sina Wagner Seite 11 Die Kunst des Kochens im Krankenhaus Rund 200 Essen werden täglich an die Patienten im Krankenhaus Mühlacker verteilt. Weitere 80 verlassen die Theke in der Cafeteria, wo der Großteil der Mitarbeiter seine Mittagspause verbringt. Dass jedes Essen zur richtigen Zeit, mit der richtigen Temperatur auch bei dem Patienten landet, der es zuvor bestellt hat, dafür sorgt ein Küchen-Team von zwanzig Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit. Seit Juni 2013 leitet Udo Hartmann dieses Team. Der neue Verpflegungsleiter in den Enzkreis-Kliniken koordiniert sämtliche Bereiche rund um das Thema Essen im Krankenhaus. Zu den Aufgaben des gelernten Kochs und Küchenmeisters zählen das Erstellen der Speisepläne in Absprache mit der Zentral-Küche im Klinikum Ludwigsburg, die Koordination der Lieferanten, das Optimieren der Bestellungen, die Kontrolle der Versorgungs-Prozesse in Mühlacker und Neuenbürg bis hin zum Erstellen von Dienst- und Urlaubsplänen für die Mitarbeiter. Udo Hartmann. Sämtliche Speisen für die Häuser der Regionalen Kliniken Holding werden zentral im Klinikum Ludwigsburg im Cook-and-Chill-Verfahren zubereitet: Das heißt, das Essen wird gekocht, dann sofort runtergekühlt und kalt verpackt. Die Anlieferung der kalten Speisen in Mühlacker erfolgt gegen Uhr und zwar immer einen Tag im Voraus. So stellen wir sicher, dass immer Essen für die Patienten da ist. Unabhängig davon, ob der Liefer-Lkw vielleicht von der Straße abkommt oder sonstige Notfälle eintreten. Das Küchenteam in Mühlacker übernimmt dann die Portionierung der Speisen. In speziellen Thermowägen werden die Portionen schließlich erhitzt und von den Schwestern auf den Stationen verteilt. Täglich stehen den Patienten drei verschiedene Menüs darunter immer ein vegetarisches zur Auswahl. Mein Aufgabenbereich ist sehr komplex. Es bedarf einer guten Logistik im Hintergrund, damit die Versorgung rund läuft. Eines steht fest: Das Wichtigste ist, dass jeder Patient jeden Tag mit Essen versorgt wird, so Hartmann. Qualität nicht nur sichern, sondern konstant erhöhen. Um das sicherzustellen und Prozesse weiter zu optimieren, findet ein Mal pro Monat das Küchenleitertreffen in Bietigheim statt. Hier treffen sich die Versorgungsleiter der Regionalen Kliniken Holding, um sich über aktuelle und alltägliche Themen rund um das Essen im Krankenhaus auszutauschen. Wir sprechen zum Beispiel über die neuesten Verordnungen, Hygienemaßnahmen oder erarbeiten gemeinsam Arbeitspapiere. Das Küchenleitertreffen garantiert, dass alle Kliniken der Holding in Sachen Verpflegung immer auf dem neuesten Stand sind und die Prozesse reibungslos ablaufen. Bis zu zwei Mal jährlich führt ein Mitarbeiter des Qualitätsmanagements eine interne Qualitäts-Prüfung im Versorgungsbetrieb durch. Werden die Speisen kühl genug gelagert? Kommen sie wohl temperiert beim Patienten an? Halten die Mitarbeiter sich an die gängigen Hygienevorschriften? Dadurch, dass wir uns selbst immer wieder kontrollieren, bestehen wir externe Prüfungen mit Bravour, freut sich Udo Hartmann. Denn: Jährlich kontrolliert auch ein sogenannter externer Auditor, ob geltende Gesetze und Qualitätsstandards eingehalten werden. Zu guter Letzt werden auch die Patienten selbst im Rahmen der jährlichen allgemeinen Patientenbefragung zu ihrer Zufriedenheit mit der Krankenhaus-Küche befragt. Die letzte Befragung Anfang des Jahres war überaus positiv. Ich bin überzeugt und setze mich dafür ein, dass es den Patienten auch weiterhin schmecken wird. (SZ) Rezepttipp Udo Hartmann Mediterranes Pfannengemüse Zutaten für vier bis sechs Personen 200 g Zucchini, grün 200 g Auberginen 200 g Weißkraut 200 g rote Paprika 200 g gelbe Paprika 200 g geschälte Zwiebeln 300 g Steinchampignons 1 Bund Lauchzwiebeln 20 Stück Kirschtomaten (Cocktailtomaten) 2 Zehen Knoblauch 100 ml Olivenöl 40 g Butter Salz, Pfeffer, gemahlene Pepperoni, frisches Oregano, Basilikum, Petersilie, etwas Salbei und Rosmarin. Zubereitung: Die Lauchzwiebeln in 0,5 cm dicke Ringe schneiden, Kirschtomaten halbieren und das Basilikum in feine Streifen schneiden. Alles separat stellen. Zucchini, Auberginen, Paprika und Zwiebeln in 3 cm große Stücke schneiden, das Weißkraut in feine Rauten und die Pilze vierteln. Knoblauch schälen und durch die Presse ins Olivenöl drücken. Das grob geschnittene Gemüse, das Weißkraut und die Pilze mit dem Knoblauchöl mischen, die restlichen Kräuter fein hacken und zusammen mit den Gewürzen unterheben. Ausreichend große Pfanne erhitzen, mariniertes Gemüse anbraten. Kurz vor Ende der Garzeit die Butter und die Lauchzwiebeln dazugeben, ca. eine Minute mitbraten. Kirschtomaten und Basilikum am Schluss unterheben und servieren. Je nach Wunsch 20 Mini-Mozzarella-Kugeln untermischen und verfeinern.

12 Seite 12 Krankenhaus Mühlacker Das gute Wort Das gute Wort ein Gruß aus der evangelischen Krankenhausseelsorge Sonne, lange Tage, üppiges Grün der Sommer ist endlich da mit seinem vielfältigen Leben. Da kommen unwillkürlich Erinnerungen an schöne Sommertage in uns hoch und die Lust, nach draußen zu gehen, mit lieben Menschen Zeit zu verbringen und aufzutanken. Wie schön wäre es, wenn das jetzt möglich wäre, mögen Sie vielleicht denken. Ich möchte Sie mit Ihren Gedanken zu einem sommerlichen Spaziergang einladen und vielleicht haben Sie ja Lust, mitzukommen. Evangelische krankenhausseelsorge Kontakt Pfarrer Albrecht Schwenk Illinger Straße Mühlacker/Lomersheim Telefon Pfarrerin Albrun Barwig Wasserstraße Mühlacker/Mühlhausen Telefon Foto: fotolia Ich stelle mir einen schönen Sommermorgen vor, noch ist es angenehm kühl, aber man merkt schon: Der Tag wird heiß. Wir gehen auf einem schönen Weg zwischen Wiesen und Feldern. Ein paar Kühe grasen auf der Weide. Die Sonne scheint schon warm an diesem Morgen und so freuen wir uns, dass unser Weg bald in ein Wäldchen führt. Wir bleiben einen Augenblick stehen und schauen uns um. Da sind hohe Bäume um uns herum, durch ihre Äste scheint das Sonnenlicht und wirft seine Schatten. Es ist ganz still, nur ein Vogel zwitschert sein Lied. Und irgendwo ist ein leises Rauschen zu hören. Wir gehen weiter und sehen plötzlich einen kleinen Bach, der munter vor sich hin plätschert. Wir folgen dem Bach, und unser Weg führt jetzt sanft bergauf. Endlich kommen wir dort an, wo der Bach entspringt an der Quelle. Dort ist eine kleine Lichtung mit einigen Bänken und wir setzen uns und ruhen uns aus. Wer mag, schöpft sich mit der Hand etwas Wasser und trinkt es: Kalt und erquickend ist das Wasser, erfrischend und lecker. Das tut gut. Die Lebensgeister kehren zurück, man fühlt sich belebt und erfrischt und tankt neue Kraft. Wasser ist ein Urbild für unser Leben und unsere Lebendigkeit. So erstaunt es nicht, dass dieses Bild auch auf Gott übertragen wird. Von ihm heißt in Psalm 36: Denn bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht. Hier ist von einer Quelle die Rede, aus der nicht nur Wasser, sondern das Leben selbst hervorsprudelt. Kräftig und lebendig, überschwänglich und putzmunter. Eine schöne Vorstellung von Gott finde ich das. Die Quelle, aus der alles Lebendige stammt. Im Sommer ahne ich, welche Kraft in dieser Quelle steckt, wenn alles grün wird, blüht und Früchte hervorbringt. Das Wasser der Quelle versickert ja nicht gleich wieder, sondern es fließt weiter. Und da, wo es entlang fließt, da macht es den Staub lebendig. Es weckt das Leben, das in der Erde schläft, es bringt Samen zum Keimen, Wachsen und Blühen. Und ich spüre, welche Lust Gott daran hat, Leben zu schenken, buntes vielfältiges Leben. Als Krankenhauspfarrer wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie etwas von diesem Lebensfluss spüren gerade auch jetzt während der Zeit hier in der Klinik. Vielleicht haben oder finden Sie für sich Zugang zu dieser Quelle, von der lebendiges Wasser fließt, erfrischt und stärkt und neue Kraft und Lebensmut wie Blümlein am Rande eines Quellstromes aufwachsen lässt. Die Suche nach dieser Quelle lohnt sich immer wieder. Vielleicht kann ja der Aufenthalt hier eine Zeit sein, in der Sie wieder bewusst Zugang zu dieser Quelle finden. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie spüren, dass von dieser Quelle Kraft und Lebendigkeit in Ihr Leben fließen und dass auch dort, wo es vielleicht im Augenblick noch nach Hoffnungslosigkeit aussieht, neue Hoffnung wachsen kann. Mit herzlichen Segenswünschen Albrecht Schwenk, Krankenhauspfarrer Gottesdienste im Andachtsraum Gottesdienste der evangelischen & evangelisch-methodistischen Kirche: sonntags, 8.30 Uhr Katholischer Wortgottesdienst: jeden 1. Sonntag im Monat, 8.30 Uhr Die Gottesdienste können Sie kostenlos in den Zimmern empfangen. Bei Fragen können sich die Patienten gern an das Pflegepersonal wenden. Anzeige

13 Ambulanter Hospizdienst Östlicher Enzkreis e.v. Seite 13 Sterben gehört zum Leben Der Ambulante Hospizdienst Östlicher Enzkreis e.v. begleitet Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige bis zum Tod. Das Einsatzgebiet der insgesamt 28 ehrenamtlichen Begleiterinnen reicht von Heimsheim bis Sternenfels; die Koordination übernimmt Hannelore Stegmaier, die sich seit Januar 2013 als Einsatzleiterin des Vereins engagiert. Begleiten was heißt das? Die Unterstützung durch den Ambulanten Hospizdienst hat viele Gesichter. Die Begleiterinnen gehen auf die Bedürfnisse von Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen ein im Krankenhaus, im Pflegeheim oder bei den Betroffenen zuhause. Wie oft und wie lange sie unterstützen, ist dabei ganz unterschiedlich: Jede Begleiterin bleibt so lange vor Ort, wie sie es aushalten kann. Man kommt an seine Grenzen, auch die Begleiterinnen dürfen sich selbst nicht überstrapazieren, weiß Hannelore Stegmaier. Bei Schwerstkranken, die tägliche Zuwendung oder längerfristige Begleitung benötigen, wechseln sich nach Möglichkeit zwei Begleiterinnen ab. Der Kontakt zu den Betroffenen entsteht meist über Angehörige bei Begleitungen in häuslicher Umgebung oder über das Pflegepersonal im Krankenhaus oder in Pflegeheimen. So arbeitet Hannelore Stegmaier auch eng mit dem Krankenhaus Mühlacker zusammen. Der enge Kontakt und Austausch mit den Angehörigen und dem Pflegepersonal ist für uns sehr wichtig, sagt Hannelore Stegmaier der Großteil der Anrufe beim Ambulanten Hospizdienst landet bei ihr. Die Erstbesuche pro Monat sind das im Schnitt acht bis zehn übernehme Kontakt Ambulanter Hospizdienst Östlicher Enzkreis e.v. Bahnhofstraße Mühlacker Telefon: (07041) Website: Der Vorstand des Ambulanten Hospizdienstes Östlicher Enzkreis e.v.: Hans-Jörg Lechler (Schriftführer), Margarete Brennenstuhl (Beisitzerin), Petra Mildenberger (Beisitzerin), Brunhilde Glashauser (Schatzmeisterin), Hannelore Stegmaier, Ingela Freisler (Beisitzerin), Annegret Seeg ( 2. Vorsitzende), Dr. Johannes Bastian (1. Vorsitzender) (v.l.). Fotos: privat ich alle persönlich. Ich mache mir dann ein Bild vom Zustand des Patienten und davon, welche Hilfe die Angehörigen benötigen. Bei manchen Patienten vergehen nur Stunden oder Tage bis der Tod eintritt, einige wenige Schwerstkranke werden schon über Jahre hinweg vom Ambulanten Hospizdienst begleitet. In Extremfällen läutet auch nachts das Einsatztelefon. Die Begleiterinnen arbeiten ehrenamtlich, unentgeltlich, engagiert und motiviert. Sie unterliegen der Schweigepflicht und bieten Begleitung unabhängig von Nationalität, Religionszugehörigkeit und Weltanschauung. Ein Mal im Monat trifft sich das ganze Team zur Supervision: Hier tauschen wir uns aus, helfen und unterstützen uns gegenseitig. Diese Treffen sind sehr wichtig. Wichtig für die Hospizbegleiterinnen ist auch das jährliche Begleiterinnen-Wochenende: Hier sitzen wir zusammen, können auch mal gemeinsam unbeschwert sein. Sterben tut weh. Aber trotz aller Trauer empfinde ich dieses Ehrenamt bereichernd und sinnvoll. Hannelore Stegmaier, Einsatzleiterin des Ambulanten Hospizdienstes Östlicher Enzkreis e.v. Im April dieses Jahres hat die Ausbildung von insgesamt elf neuen Hospizbegleitern begonnen. Theorie und Praxisphasen in Pflegeheimen oder auf Diakoniestationen stehen hier im Wechsel. Im November erhalten die Neuen ihr abschließendes Zertifikat und unterstützen dann das Team um Hannelore Stegmaier. Dieses Mal haben wir drei Männer unter den Auszubildenden, darauf sind wir natürlich besonders stolz, freut sich die ehemalige Diakonieschwester. Wenn die Begleiter-Situation sich dadurch bald ein bisschen entspannt, bleibt Hannelore Stegmaier auch die nötige Zeit, neue Ideen zu entwickeln. Eine davon ist die Ausweitung der Begleitung auch über den Tod hinaus. Für die Angehörigen wären weitere Treffen in vielen Fällen nämlich noch sehr hilfreich. Jeder der geht, belehrt uns ein wenig über uns selber. Hilde Domin, Deutsche Dichterin Die Arbeit des Vereins wird derzeit von 140 Mitgliedern unterstützt. Das Jahresprogramm bietet verschiedene Veranstaltungen wie z.b. themenbezogene Vorträge. (SZ) Vortrag Stefan Zettl: Wie wir sterben 20. September, Uhr Haus Tabor, Höhenstraße 51, Maulbronn Diplom-Psychologe, Diplom-Biologe und Psych. Psychotherapeut aus Heidelberg Eintritt frei

14 Seite 14 Schlaganfall Selbsthilfegruppe Mühlacker Zurück ins Leben Seit 1997 bietet die Schlaganfall Selbsthilfegruppe Mühlacker Unterstützung für Betroffene. Die Mitglieder der Schlaganfall Selbsthilfegruppe Mühlacker treffen sich jeden zweiten Mittwoch im Monat. Fotos: Alisia Sina Wagner Schwindel, Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen oder starker Kopfschmerz. Die Symptome eines Schlaganfalls sind ebenso vielfältig wie seine Ursachen. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe ereignen sich jedes Jahr knapp Schlaganfälle in Deutschland, davon mehr als in Baden-Württemberg. Seit 17 Jahren zählt auch Joachim Herzog aus Mühlacker zum großen Kreis dieser Betroffenen. An einem Tag im März 1996 wurde der gebürtige Thüringer ins Krankenhaus Mühlacker eingeliefert Diagnose: Schlaganfall. Im darauffolgenden Jahr gründete der ehemalige Marathonläufer die erste Schlaganfallselbsthilfegruppe in Mühlacker mit tatkräftiger Unterstützung des Krankenhauses Mühlacker, wo in den ersten zwölf Jahren sowohl die Gruppenabende als auch die jährlichen Informationsveranstaltungen stattfanden. Ich bin nicht mehr Ich. Auf einmal sitzt du im Rollstuhl und kannst nichts mehr machen. Nach dem Schlaganfall beginnt ein ganz neues Leben. Joachim Herzog, Gründer der Schlaganfall Selbsthilfegruppe Mühlacker Jeden zweiten Mittwoch im Monat findet in den Räumlichkeiten des Consilio, einem Beratungszentrum des Enzkreises in der Mühlacker Bahnhofstraße 86, ein Gruppenabend statt. Derzeit treffen sich hier zwischen zehn und zwanzig Patienten zum freundschaftlichen Miteinander, so Joachim Herzog. Der eigentliche Sinn dieser Selbsthilfegruppe ist das gemeinsame Gespräch, der Austausch von Erfahrungen, die Hilfe, die wir uns geben können, wenn wir von überstandenen Schwierigkeiten sprechen und den Wegen zur Bewältigung, die wir aber selbst gehen müssen initiierte der ehemalige Ingenieur in Kooperation mit dem Turnverein Mühlacker außerdem die Gründung einer Sportgruppe für Schlaganfallpatienten. Diese trifft sich nun jeden Mittwoch um 9.45 Uhr im Gymnastikraum der Geriatrischen Reha-Klinik Mühlacker zur Bewegungsstunde unter Leitung von Rainer Moser. Der Diplomsportwissenschaftler ließ sich beim Behindertensportbund zum Übungsleiter für Schlaganfallpatienten ausbilden. Derzeit besteht die Sportgruppe aus rund zehn Teilnehmern vor dem Hintergrund von 200 Neuerkrankten in der Mühlacker Enzkreis-Klinik pro Jahr eine vergleichsweise geringe Anzahl. Doch Hilflosigkeit und Scham ob der zurückbleibenden Schäden nach einem Schlaganfall führten nicht selten dazu, dass Patienten sich isolieren, weiß Herzog aus eigener Erfahrung. Diesem Teufelskreis der Einsamkeit und des körperlichen Abbaus soll die Selbsthilfegruppe entgegenwirken. Joachim Herzog ist es innerhalb der vergangenen Jahre nicht nur gelungen, Betroffene zusammenzuführen und zu unterstützen, sondern auch die Öffentlichkeit immer wieder für das Krankheitsbild zu sensibilisieren. So organisierte er in diesem Jahr zum wiederholten Male einen Vortragsabend anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall. Anfang Mai referierten Dr. Bernd Feinauer, Chefarzt der Medizinischen Klinik in Mühlacker, sowie Anzeige Die psychischen Veränderungen, die nicht mit Hilfe von Ärzten, Schwestern, Krankengymnasten und Ergotherapeuten geheilt werden konnten, müssen von uns selbst erarbeitet und verarbeitet werden. Wir müssen uns gegenseitig Mut machen und uns fordern, denn das Selbstwertgefühl zu behalten, ist für Schlaganfall-Patienten ungeheuer wichtig. Joachim Herzog, Gründer der Schlaganfall Selbsthilfegruppe Mühlacker Sabine Lamprecht, Fachleitung des Kompetenzzentrums für Motorik, im Krankenhaus Mühlacker über Neue Entwicklungen der motorischen Rehabilitation nach Schlaganfall. (SZ) Kontakt Joachim Herzog Hauptmannstraße Mühlacker Telefon: / Joachim Herzog. Selbsthilfegruppen im Überblick Ob Schlaganfall, Krebs oder Multiple Sklerose im Enzkreis existieren knapp 100 Selbsthilfegruppen, die sich mit der Bewältigung einer Krankheit befassen. KISS, die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, hilft Interessenten bei der Suche nach der richtigen Gruppe auf telefonischem Weg, im persönlichen Gespräch oder auch per . KISS ermöglicht Ratsuchenden auf Wunsch eine unverbindliche Teilnahme. Vertrauliche Kontaktaufnahme über: KISS - Renate Poignée Hohenzollernstraße Pforzheim Telefon: /

15 Citymanagement Mühlacker Seite 15 Gesund und munter in der Stadt Thomas Müller: Citymanager in Mühlacker. Foto: Mühlacker Tagblatt Seit über zwei Jahren setzt Thomas Müller sich als Citymanager dafür ein, die Stärken der Mühlacker Innenstadt weiter auszubauen. Er ist sich sicher: Auch die Fülle an Gesundheitsdienstleistern macht Mühlacker attraktiv und bringt das gewünschte Leben in die Einkaufsstadt. Zwischen dem Mühlacker Citymanagement und den Enzkreis-Kliniken findet ein regelmäßiger Austausch statt. Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit in Mühlacker ist mir aufgefallen, dass unheimlich viele Ärzte in der Innenstadt angesiedelt sind. Im Gegensatz zu anderen Städten, wo es ein großes zentrales Ärztehaus außerhalb gibt, sind die namhaften Praxen und Gesundheitsdienstleister hier in der City verteilt. Das ist schön, findet Citymanager Thomas Müller. Denn die Fülle an Gesundheitsdienstleistern wirkt sich auch positiv auf die Einkaufsstadt aus: Nicht wenige Bürger würden einen Arztbesuch mit einem Einkaufsbummel oder dem gemütlichen Treffen in einem Café verbinden, so der Marketing-Experte. Arztpraxen, Krankenkassen, Apotheken & Co. seien dank zentraler Lage für die Menschen allgegenwärtig und wichtiger Bestandteil des städtischen Lebens. Darauf, dass wir hier sogar noch ein Sanitätshaus mit eigener Werkstatt haben, in der individuell produziert wird, können wir stolz sein. Vom Krankenhaus natürlich ganz zu schweigen. Diese Vielfalt gelte es zu erhalten und zu unterstützen. Alles auf einen Blick Auf der Homepage des Citymanagements Mühlacker findet sich neuerdings eine Liste mit den Kontaktdaten sämtlicher Gesundheitsdienstleister in der City. Es war mir ein Anliegen, das Ärzteverzeichnis auf der Homepage der Stadt durch dieses Verzeichnis zu erweitern. Mir ist es wichtig, zu zeigen, was wir haben. Mit der Aussage gesund und munter unterstützt das Citymanagement die vielfältigen Angebote der Handelsbetriebe und der Gesundheitsdienstleister in der Innenstadt. Der Slogan soll aufzeigen, dass die Innenstadt wirtschaftliche Stärke und Stärke im Gesundheitswesen perfekt miteinander verbindet. Perfekt ist auch die Verbindung zwischen dem Mühlacker Citymanagement und den Enzkreis-Kliniken: Zwischen uns findet ein regelmäßiger Austausch statt. Wir gehen dabei kurze, unkomplizierte Wege. Der Griff zum Telefonhörer erfolgt schnell und gerne. Am Tag der offenen Tür war das Citymanagement im Krankenhaus- Foyer mit einem MühlackerCard-Infostand vertreten. Es gebe umgekehrt auch Überlegungen des Krankenhauses, sich künftig bei Veranstaltungen in der Innenstadt wie dem Mühlacker Frühling zu präsentieren. Außerdem überlegen wir derzeit gemeinsam, wie man die geplante Gartenschau als Plattform für unsere Gesundheitszwecke nutzen könnte. (SZ) Weitere Informationen: gesundheitsdienstleistung.php Anzeigen

16 Anzeigen V PRAXIS FÜR LOGOPÄDIE Axel Bützow Leo s GENUSS COMPANY große Auswahl an: Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen erlesenen Spirituosen Bahnhofstraße Mühlacker Telefon / Fax / Zigarren, Pfeifen, Shisha, Zigaretten Whisky, Rum, Wodka, Grappa, Cognac Tabakwaren Tabakzentrum Mühlacker Inhaber M. Leo Bahnhofstr. 72 Tel /3526 Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober Wenn Sie eine Anzeige aufgeben möchten, beraten wir Sie gerne. Kißlingweg Mühlacker Telefon ( )

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