UND MEHR... 13/11 DAS PATIENTENMAGAZIN DES UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG

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1 GESUNDHEIT UND MEHR... 13/11 DAS PATIENTENMAGAZIN DES UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG IHR PERSÖNLICHES GRATIS-EXEMPLAR Bilanz: UML auf Erfolgskurs Seite 3 Zivildienst-Ende: Freiwilligendienst an der Uniklinik 4 Ausbildung: 60 Jahre Berufsfachschule 7 Foto: Stefan Straube

2 2 MELDUNGEN KOPF DER WOCHE INHALT KOPF DER WOCHE Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär Klinikum Intern Bilanz Aktuell Ab 1. Juli: Freiwilligendienst am UKL Klinikum 2011 Ist Zeckenalarm notwendig? 5 Klinikum 2011 Medizinbibliothek: Bücher über Bücher Klinikum 2011 MBFS: Jubiläumsschule bietet Zukunfschancen Klinikum 2011 IFB: Große Familienstudie in Leipzig Klinikum 2011 Welthirntumortag Klinikum 2011 Orthopädie für Jedermann 10 Klinikum 2011 Weiterbildung am UKL Kultur Erfolgreiches Bachfest Unterhaltung Internetradio aus Leipzig: Detektor.FM Reise Spanien Jugend Akne im Jugendalter Prävention Allergien: Kampf den Milben Wellness & Beauty Gutes für die Füße Ihr Geld, ihr Recht Wenn man einen Advokaten braucht: Anwaltssuche.. 18 Soziales Gewalt in der Familie Sport Michael Ballack /21 Rätselseite und Gewinner der letzten Ausgabe VA-Hinweise TV-Tipps Steckbrief Impressum MELDUNGEN Schavan: Mehr ausländische Ärzte Die Bundesregierung will mehr ausländische Ärzte und Ingenieure nach Deutschland holen und dafür bürokratische Hürden abbauen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte, es bestehe Einigkeit darüber, dass die komplizierte Vorrangprüfung für Ingenieure sowie Ärzte abgeschafft wird. Die Koalition werde Ende Juni ein Konzept gegen den Fachkräftemangel beschließen. Bei Medizinern und Ingenieuren gebe es schon heute einen gravierenden Bewerbermangel, sagte Schavan. Der Wegfall der Vorrangprüfung sei ein großer Fortschritt. Bei der Vorrangprüfung muss nachgewiesen werden, dass für offene Stellen kein Bewerber aus Deutschland oder der Europäischen Union gefunden werden konnte. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sprach sich für eine noch stärkere Lockerung der Zuwanderungsregeln aus. Die FDP würde am liebsten auf die Vorrangregelung ganz verzichten, sagte er der Leipziger Volkszeitung. Der Nutzen der Vorschrift rechtfertige den Aufwand nicht. dpa Sonne: Schutz wichtiger als Bräune Den meisten Deutschen ist der Schutz der Haut wichtiger als eine schöne Sommerbräune. Die Gesundheit geht für 42 Prozent vor, ergab eine Umfrage von TNS-Infratest und dem VKE- Kosmetikverband. Nur für 13 Prozent der Befragten steht sonnengebräunte Haut an erster Stelle. Fast neun von zehn Befragte (88 Prozent) benutzen Sonnencreme allerdings nur im Sommer. Dabei sei Sonnenschutz das ganze Jahr über notwendig, wie der VKE erläutert. Befragt wurden 1045 Männer und Frauen zwischen 18 und 64 Jahren. dpa Zigaretten: Schockfotos auf Packungen Mit Schock-Fotos auf Zigarettenschachteln wollen die USA ab dem kommenden Jahr vor den Gefahren des Rauchens warnen. Wie die US-Arzneimittelbehörde FDA mitteilte, sollen ab September 2012 Bilder von Leichen, schwarzen Lungen und anderen Krebsschäden auf der Verpackung zur Pflicht werden. Bislang enthalten Zigarettenschachteln und Werbungen für Glimmstengel lediglich schriftliche Warnhinweise. Auf einem von der FDA veröffentlichten Beispielfoto ist eine Leiche mit einer Narbe auf der Brust zu sehen, ergänzt durch die Warnung Achtung: Rauchen kann töten. AFP Foto: dpa UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gilt anders als sein charismatischer Vorgänger Kofi Annan als Mann der leisen Töne, für den Geschmack seiner Kritiker oft zu leise. Sein Rückhalt in der internationalen Staatengemeinschaft ist aber groß: Nachdem sich der UN-Sicherheitsrat bereits für den Südkoreaner ausgesprochen hatte, stimmte die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 21. Juni einmütig einer zweiten fünfjährigen Amtszeit zu. Ban hatte den UN-Topjob 2007 von Annan übernommen, der wegen seines forschen Auftretens als moralische Instanz den Beinamen weltlicher Papst erhalten hatte. Immer wieder hatte sich der Ghanaer lautstark in die Weltpolitik eingemischt und ging damit einigen Regierungen auf die Nerven. Vor allem die USA, die von Annan wegen des Irak- Kriegs gescholten wurden, suchten einen zurückhaltenderen Nachfolger. Sie fanden einen geeigneten Kandidaten in Ban, der sich damals selbst als Harmonisierer bezeichnete. Fehlende Ausstrahlung kompensiert der Südkoreaner mit seinem Arbeitseifer. Mitarbeiter beschreiben ihn als stressresistenten Workaholic, der nach einem Zwölf-Stunden- Tag im UN-Hochhaus in New York oft noch zuhause am Schreibtisch sitzt. Unermüdlich reist Ban um die Welt und nimmt dabei viele Unannehmlichkeiten in Kauf. Seinen 67. Geburtstag etwa musste er vergangene Woche an einer Tankstelle in Argentinien feiern, nachdem die Aschewolke eines Vulkans ihn zum Umstieg vom Flugzeug auf einen Bus gezwungen hatte. KLINIKUM Manchmal braucht es zum Glücklichsein gar nicht viel. Davon ist Autor Michael Oertel überzeugt und lässt seine Helfe-Elfe Magda in Ostfriesland Urlaub machen. Aus dem Buch mit Illustrationen von Juliane Spinat Jane Kuhnt werden am 29. Juni um 15 Uhr im Atrium des Frauenund Kinderzentrums Sophia Hermsdorf, Autor Michael Oertel und Ivo Spacek, der gleichzeitig noch Musik machen wird, den Kindern vorlesen. Am 5. Juli ist es wieder so weit: Der Freizeitpark Belantis lädt zu seiner Märchenstunde alle kleinen Gäste ein. Das Märchen von Aschenputtel steht auf dem Programm, das um Uhr im Atrium des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin aufgeführt wird. Alle Kinder, die auf den Stationen sind oder ambulant an dem Tag behandelt werden müssen, sind genauso eingeladen wie Kinder und Familien, die sich für den bunten Nachmittag interessieren. Aufgepasst: Märchenerzähler und Buddel, das Maskottchen vom Belantis-Park, holen sich zum Märchenspiel auch Kinder auf die Bühne zum Mitmachen. Im Anschluss besuchen beide noch Als Ban Anfang der 70er Jahre mit 26 Jahren in den diplomatischen Dienst eintrat, hatte er einen Abschluss der besten Hochschule seines Landes, der Nationaluniversität Seoul, in der Tasche. Später erwarb er noch einen Master in öffentlicher Verwaltung an der US-Eliteuniversität Harvard. Während seiner steilen Karriere entwickelte er sich zum Experten für die Vereinten Nationen. Seinen ersten Diplomatenposten bei der UNO bekam er 1975, drei Jahre später stieg er zum Ersten Sekretär der südkoreanischen UN-Vertretung auf. Ban zeichnete mehrere Jahre im südkoreanischen Außenministerium für UN-Fragen verantwortlich, 2001 wurde er schließlich für zwei Jahre UN-Botschafter seines Landes. Bevor er am 1. Januar 2007 als erster Asiate seit mehr als drei Jahrzehnten das Amt des UN-Generalsekretärs antrat, war er südkoreanischer Außenminister. Wegen seiner Zeit als Botschafter in Österreich Ende der 90er Jahre spricht er auch ein wenig Deutsch. Anders als sein Vorgänger Annan schien Ban als Generalsekretär bislang großen Wert darauf zu legen, nicht den Unmut der Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat auf sich zu ziehen. Menschenrechtler halten Ban vor, sich vor allem mit Blick auf die Unterdrückung von Dissidenten in China zu stark zurückgehalten zu haben. So schwieg er bei einem Besuch in Peking im vergangenen November zum Fall des bis vor kurzen inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo. AFP Veranstaltungen am UKL die Stationen, um den Kindern, die dort liegen müssen, auch etwas Freude zu bringen. Mit Kleine Malereien von Marlies Mai wird eine neue Ausstellung am 5. Juli um 18 Uhr im Operativen Zentrum, Wartebereich der Klinik und Poliklinik für Urologie, Liebigstraße 20, eröffnet. Mit Eintritt in den Ruhestand beginnt Marlies Mai sich intensiv mit der Malerei zu beschäftigen, vor allem in den Bereichen Landschaft und Stillleben. Ihre Bilder zeichnen sich durch Bescheidenheit und Zurückhaltung aus. In ihnen begegnen uns Besinnung und Stille. Mit unverfälschter Naivität wird Gesehenes zu eigenständigen Gefügen zusammengesetzt. Die Kompositionen vermitteln einen poetischen Blick auf scheinbar einfache Dinge. Ihre Bilder leben von fein abgestufter Farbigkeit. Für ihr Schaffen sind die Vorgaben der Realität wichtige Grundlage der Bildfindungen. In den Bildern erschließen sich dann aber völlig neue Sichten. Ganz bewusst beschränkt sie sich zurzeit auf kleine Formate von großer gestalterischer Dichte. Michael Lindner

3 KLINIKUM INTERN 3 BILANZ Universitätsmedizin Leipzig weiter auf Erfolgskurs Das Jahr 2010 stellte uns vor große Herausforderungen, die wir gemeinsam meistern konnten, so dass das vergangene Jahr eines unserer erfolgreichsten Jahre in der letzten Dekade war, waren sich der Dekan der Medizinischen Fakultät und der Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig auf ihrer Bilanzpressekonferenz einig. Die im Verlauf des Jahres 2010 erreichten Ergebnisse unterstreichen, dass wir in den Vorjahren die Weichen richtig gestellt haben, um die Zukunftsfähigkeit unserer Einrichtungen zu sichern und uns als wichtiger Wachstumskern für Sachsen zu etablieren. Trotz gesunkener Landeszuweisungen mehr Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeiter am Universitätsklinikum Leipzig und der Medizinischen Fakultät stieg auf fast Damit gehört die Universitätsmedizin Leipzig (UML) zu den größten sächsischen Arbeitgebern. Auch 2010 schuf das Universitätsklinikum Leipzig neue Stellen fast 100 bis zum Jahresende Der Medizinischen Fakultät gelang es auf Grund der stetig steigenden Drittmittel für Forschungsprojekte auf nunmehr 42 Mio. Euro, trotz einer mehr als 10-prozentigen Absenkung des Landeszuschusses neue Stellen in der Forschung zu schaffen. Seit Jahren erweist sich damit die UML als zuverlässiger Job- Motor. Seit 2006 wurden inzwischen mehr als 400 Stellen neu geschaffen. Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, erinnerte daran, dass neben den direkt an der UML existierenden Arbeitsplätzen auch Jobs bei anderen Forschungsunternehmen und Dienstleistern entstünden. Von unserem Umsatz in Höhe von 318 Millionen Euro fließt trotz unserer Pflicht, die meisten Aufträge europaweit auszuschreiben, ein erheblicher Teil an Unternehmen in Sachsen. Mit diesen Aufträgen sichern wir seit Jahren hunderte Stellen bei kleinen und mittleren Firmen, so Fleig. 27 Prozent Leistungssteigerung in fünf Jahren Das Universitätsklinikum Leipzig versorgte 2010 mehr als Patienten voll- und teilstationär und etwa Menschen ambulant. Mit dieser Versorgungsleistung sind wir eine tragende Säule in der medizinischen Versorgung der Region Leipzig, betonte Prof. Fleig. Die Leistungen im DRG-Bereich seien gegenüber dem Vorjahr erneut um mehr als 2 Prozent auf rund Bewertungsrelationen gestiegen. Der Schweregrad der behandelten Fälle (CMI) stieg von 1,51 im Vorjahr auf 1,54 und liegt trotz des Fehlens der Kinderkardiologie und der Herzchirurgie im oberen Drittel der deutschen Universitätsklinika. Die Auslastung der aufgestellten Betten lag mit 88,6 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Eine solche Auslastung, erklärte der Mediziner, bedeutet im normalen Klinikbetrieb praktisch eine Vollbelegung an den Wochentagen. Wir bemühen uns deshalb mit Nachdruck darum, etwa 100 zusätzliche Betten bewilligt zu bekommen, um diesen stetig steigenden Behandlungszahlen gerecht werden zu können. Das handelsrechtliche Jahresergebnis stieg um TEUR auf 9,6 Mio. Euro. Die Personalkosten, der größte Kostenblock des Universitätsklinikums, seien 2010 stark gestiegen konnten wir uns nach konstruktiven Verhandlungen sowohl mit dem Marburger Bund als auch mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf neue Haustarifverträge einigen. Im Ergebnis können alle Mitarbeiter spürbare Gehaltserhöhungen und das Klinikum eine Personalkostensteigerung um etwa 9 Mio. Euro einkalkulieren, so Fleig. Dennoch habe man auch im Jahr 2010 die enorme Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter mit einer Sonderzahlung in Höhe von insgesamt 2 Mio. Euro honorieren können. Das ist in der deutschen Universitätsmedizin einmalig, betonte der Medizinische Vorstand. Fakultät gibt Gas in der Forschung und der Lehre Der Dekan der Medizinischen Fakultät erinnerte daran, dass die Fakultät 2010 eine Absenkung des Landeszuschusses um 5,7 Mio. Euro auf 47 Mio. Euro hinnehmen musste. Wir sahen Anfang 2010 etwa 130 Stellen gefährdet, sagte Dekan Thiery. Dennoch haben wir einerseits intensive Gespräche mit dem SMWK geführt, um die Situation für den Doppelhaushalt 2011/2012 zu verbessern und andererseits gemeinsam mit dem Klinikum nach kreativen Lösungen des Problems gesucht. Rückblickend habe man die prekäre Situation gut gemeistert: Wir konnten die Drittmitteleinwerbung noch einmal steigern, haben den wissenschaftlichen Output erhöht und unsere gute Position in der Lehre gehalten, so Thiery. Er wiederholte seine anlässlich des Neujahrsempfangs 2011 gesagten Worte: Wo finden Sie heute eine so hochmoderne klinische Universitätsmedizin mit engster Verzahnung von Spitzenforschung und herausragender Lehre auf einem Campus wie in der Leipziger Liebigstraße? Er erinnerte daran, dass wir im Medizinischen Viertel neben dem neugebauten Universitätsklinikum, den hochmodernen Forschungslaboren der Fakultät und der Nähe zu unseren naturwissenschaftlichen Schwesterfakultäten und Max-Planck-Instituten eine Reihe international beachteter Forschungsschwerpunkte vorzuweisen haben. Diese stellten den Menschen in einer besonderen Weise in den Mittelpunkt, denn nur in Leipzig könne man dank des Max-Planck-Instituts nicht nur das heutige Erscheinungsbild der Zivilisationskrankheiten erforschen, sondern eben auch deren Entwicklungsgeschichte. LIFE und der IFB Adipositas- Erkrankungen befassen sich mit den bedeutenden Zivilisationskrankheiten in einem bisher nicht dagewesenen Umfang, erklärte Thiery, der stolz auf die 2010 eingeweihte, mit neuester Technik ausgestattete Biobank zur Lagerung von Millionen Blut- und Zellproben hinwies. Seit Jahren haben wir uns in der Lehre mit guten Konzepten bis an die Spitze im deutschlandweiten Vergleich vorgearbeitet. Schon seit längerem Zogen Bilanz für 2010: Prof. Joachim Thiery (Dekan), Prof. Wolfram Knapp (Aufsichtsratsvorsitzender) sowie die Vorstände Prof. Wolfgang E. Fleig und Ekkehard Zimmer. Foto: Stefan Straube haben wir die kürzeste Studiendauer im Humanmedizinstudium in Deutschland. Diese kurze Studiendauer geht einher mit einer hohen Qualität des Studiums, die sich in der Bestehensquote beim schriftlichen Teil des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung zeigt, erinnerte der Dekan der Medizinischen Fakultät. Diese gute Position habe man auch 2010 halten können. Meilensteine in der Lehre seien die Inbetriebnahme der Lernklinik und die Etablierung eines neuen Mentorenprogramms für Studierende gewesen. Politik muss ihre Verantwortung wahrnehmen Kritisch merkte Prof. Fleig an, dass die wünschenswerte und dringend benötigte Erhöhung des Landeszuschusses für die Medizinische Fakultät im Doppelhaushalt 2011/2012 mit der vollständigen Streichung der Investitionszulage für das Universitätsklinikum teuer erkauft wurde. Dies sieht auch Ekkehard Zimmer, seit November 2010 kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, kritisch: Die Länder haben sich nach dem Wegfall der Hochschulbauförderung verpflichtet, die nötigen Investitionen abzusichern. So lange wir in Deutschland das System der dualen Finanzierung des Krankenhaussektors haben also Leistungsvergütung durch die Krankenkassen, Investitionen durch die öffentliche Hand muss der Freistaat seine Verantwortung auch wahrnehmen. Ich sehe ein, dass der hohe Innovationsdruck in der Medizin den Freistaat Sachsen vor eine große Herausforderung stellt. Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass die Politik nicht nur die Kosten, sondern auch den Nutzen der universitären Medizin sieht. Positiv zu vermerken sei, dass der Freistaat Sachsen den Neubau der Zahnkliniken mit einem Investitionsvolumen von 17 Mio. Euro im Doppelhaushalt verankert habe. Gleichzeitig investiere das Klinikum jedoch allein im laufenden Jahr 2011 voraussichtlich mehr als 16 Mio. Euro aus eigenen Mitteln in andere Bauvorhaben und medizinische Geräte. Das geht nur ausnahmsweise und nicht dauerhaft, denn es zehrt an unserer Unternehmenssubstanz, so Zimmer. Verhalten positiver Ausblick auf wird nicht leicht, ist Prof. Fleig überzeugt. Wir haben einige sehr große Projekte angeschoben, wie bspw. ein Projekt zur Führungskräfteentwicklung, die Einführung eines einheitlichen Patientenmanagements, den Neubau der Zahnkliniken und den Umbau des Roten Hauses. Auf Grund der begrenzten Kapazitäten sei eine weitere deutliche Leistungssteigerung in der Krankenversorgung wohl nur schwer umsetzbar. Unsere Mitarbeiter arbeiten mit einem sehr hohen Engagement, aber wir haben nur noch wenige Reserven und müssen daher schnell und konsequent unsere Kapazitäten erweitern. Insgesamt, so Fleig und Zimmer, blicke man aber optimistisch in die Zukunft. Optimistisch ist auch der Dekan: Bei uns geht es mit großen Schritten voran. Im Rahmen des LIFE-Forschungsprojektes sind sowohl die Pilotstudie für Erwachsene als auch die LIFE-Child-Studie mit Erfolg angelaufen. Im IFB Adipositas- Erkrankungen sind inzwischen mehr als 50 Wissenschaftler tätig. Und wir haben einen neuen Sonderforschungsbereich beantragt. Man sehe den im Doppelhaushalt 2011/2012 erstmals seit Jahren erhöhten Landeszuschuss für die Fakultät als Bekenntnis der Landesregierung zur Stärkung der Wissenschaft und Bildung gerade auch in Bezug auf die Universitätsmedizin. Wir sehen das als Vertrauensbeweis und werden natürlich unsererseits alles dafür tun, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. ukl

4 4 AKTUELL Ende des Zivildienstes: Ab 1. Juli ist vieles anders Am 1. Juli startet der Bundesfreiwilligendienst. Er soll künftig den Zivildienst ersetzen, der mit der Aufhebung der Wehrpflicht in Deutschland ebenfalls wegfällt. Für viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bedeutet diese Umstellung eine große Herausforderung. Am Universitätsklinikum Leipzig sieht man sich dafür gut gerüstet, sagt Klaus Tischler, Leiter des Pflegemanagements. Wir haben uns schon seit einigen Jahren Gedanken gemacht, wie wir bei einem Wegfall der Zivildienstleistenden die entstehende Lücke schließen können, erklärt Tischler. So gebe es inzwischen 45 Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) am UKL. Noch in diesem Jahr sollen es insgesamt 60 Stellen werden. Für so genannte leistungssensible Bereiche wurden gezielt neue Mitarbeiter eingestellt, um die Kernversorgung abzudecken. Zu diesen leistungssensiblen Bereichen gehören der Krankentransport, die Sterilgutversorgung und einige Stellen im OP- und Funktionsbereich. 154 Zivis waren bislang in diesen und vielen anderen Bereichen des Uniklinikums beschäftigt, haben auf den Stationen Ärzte und Schwestern unterstützt, hauswirtschaftliche Aufträge wie das Wäschesortieren übernommen oder Kinder betreut und mit ihnen gespielt. Sie zu ersetzen, ist keine ganz leichte Aufgabe, dessen ist sich Pflegemanager Tischler bewusst. Dennoch überwiegen für ihn ganz klar die Vorteile im neuen, vom Bund getragenen Freiwilligendienst, und zwar sowohl für die Uniklinik als auch für die Bewerber. Für uns bedeutet der Bundesfreiwilligendienst die Möglichkeit, beruflichen Nachwuchs zu generieren, 154 Zivis haben im UKL bislang Ärzte und Schwestern auf den Stationen unterstützt und hauswirtschaftliche Arbeiten übernommen. Ab 1. Juli startet der Bundesfreiwilligendienst, der den Wegfall der Zivildienststellen auffangen soll. Fotos: Christian Nitsche so Tischler. Dieser kann sich in vielen Bereichen ausprobieren, etwa im Labor, in der Pflege, Röntgenassistenz oder Ernährungstherapie und lernt so neben Basiswissen auch ein bestimmtes Grundhandwerkszeug. Für junge Leute ist das kein uninteressantes Jahr, sie können es sehr gut für ihre berufliche Orientierung, aber auch zur Überbrückung bis zum Studium nutzen. Doch nicht nur für junge Erwachsene, Männer wie Frauen, sei der Freiwilligendienst eine interessante Aufgabe. Wir werben seit April für den Dienst am UKL. Unter den Anfragen und Bewerbungen, die wir bis jetzt registriert haben, ist rund ein Drittel älterer Menschen, sagt Tischler. Gerade Senioren, von denen heute sehr viele noch ausgesprochen vital seien, könnten sich gut mit ihrem riesigen Erfahrungsschatz einbringen, von dem auch die Uniklinik profitiere. Auch das Mittelfeld spiele im Gegensatz zum Zivildienst, den nur junge Männer absolvierten künftig eine Rolle. Es gibt einige, die durch die Familie abgesichert sind und gern etwas machen wollen. Hier bekommen sie die Gelegenheit dazu. Das setze aber auch voraus, dass das Klinikum ein attraktiver Arbeitgeber sei. Wir stehen natürlich in Konkurrenz zu vielen Sozialeinrichtungen in Leipzig. Junge Leute in Sachsen werden zunehmend knapper und sind deshalb absolut begehrt, meint Tischler bewege man sich in einer absoluten Talsohle, was die Schulabgänger angehe. Das UKL möchte sich für FSJ und Freiwilligendienst gleichermaßen Bewerbern anbieten, die Unterstützungsleistungen für beide sind deshalb gleich. Wir planen auch die Einführung eines Jobtickets, zudem wurde das Taschen- und das Betreuungsgeld erhöht, so der Leiter des Pflegemanagements. Auch wenn der Bundesfreiwilligendienst noch in den Baby- Schuhen steckt, überwiegen die Chancen für die Gesellschaft, schätzt Tischler. Nicht nur junge Menschen können sich künftig engagieren, sondern alle Altersgruppen. Mit dem Wegfall der Zivistellen und dem immer größer werdenden Bedarf an Pflegekräften müsse zudem das gesamte Versorgungssystem umgestellt werden. Wir haben jetzt die Möglichkeit, dass sich hier etwas ändert, sagt Klaus Tischler. Ines Christ Freiwilligendienst am UKL Das Universitätsklinikum Leipzig bietet ab 1. Juli Einsatzmöglichkeiten im Bundesfreiwilligendienst an. Bewerben können sich Männer und Frauen jeden Alters, wenn sie die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Für Jugendliche, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, stehen Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zur Verfügung. Die Dauer des Freiwilligendienstes beträgt in der Regel 12 Monate, individuelle Vereinbarungen sind möglich. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten im Freiwilligendienst am UKL gehören die Mithilfe bei pflegerischen und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im stationären und ambulanten Bereich sowie Unterstützung und Begleitung im Patiententransport. Zudem ist ein Einsatz in der Ver- und Entsorgung sowie für ergänzende Aufgaben in diesem Bereich und im Kurierdienst möglich. Die Uniklinik will mit dem Freiwilligendienst Interessenten die Möglichkeit bieten, sich für die eigene berufliche Zukunft in der Gesundheitswirtschaft zu orientieren, Wartezeiten für ein Studium zu überbrücken oder diese für ein vorbereitendes Praktikum zu nutzen. Mitarbeiter im Freiwilligendienst erweitern so ihre sozialen Kompetenzen und erhalten einen interessanten Einblick in den Klinikalltag. Das Universitätsklinikum zahlt für den Bundesfreiwilligendienst ein Taschengeld von bis Die Mithilfe bei pflegerischen und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten gehört zu den Aufgaben im Freiwilligendienst am UKL. zu 330 Euro im Monat sowie eine Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten und Verpflegung. Außerdem werden Sozialversicherungsbeiträge, eine Unfallversicherung und die Kosten für Arbeitskleidung übernommen. Zudem besteht ein Anspruch auf Jahresurlaub. Nähere Informationen gibt es bei Frau Assmann unter Bewerbungen richten Interessierte an: Universitätsklinikum Leipzig AöR, Pflegemanagement Freiwilligendienste, Liebigstraße 18, Leipzig oder per an: Ines Christ

5 KLINIKUM INTERVIEW Zeckenstiche sind in der Regel nicht gefährlich Mit der warmen Jahreszeit kommen sie: die Zecken. Die kleinen Blutsauger sind gefürchtet, übertragen sie doch viele Krankheiten. Wie gefährlich die Tiere tatsächlich sind, Zeckenstiche richtig behandelt werden und ob Impfungen gegen eine Infektion schützen können, erklärt Professor Stefan Schubert im Interview mit Gesundheit und mehr.... Er ist Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Rheumatologie, Gerontologie/ Stoffwechsel, Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Frage: Jedes Jahr wieder kommt die Zeckensaison. Wann tritt sie auf? Professor Stefan Schubert: Zum Frühjahrsbeginn, und sie erstreckt sich bis zum Spätherbst. Durch milde Winter hat sie sich in den letzten Jahren verbreitert. Eine verstärkte Aktivität entfalten die Zecken im Spätherbst, um sich auf den Winter gut vorzubereiten, und im Frühjahr, um sich nach dem Winter wieder ausreichend mit Blut zu versorgen. Behandlung heute meist leicht heilbar. Kommen wir noch einmal zur Borreliose: Gibt es eine Blutuntersuchung zur Feststellung der Erkrankung? Nein, nur zur Feststellung der Infektion in Form des serologischen Antiköpernachweises. Dass dieser auch bei vielen Gesunden in unserer Bevölkerung positiv ist, zeigt, dass der Kontakt mit Zecken sehr häufig ist, und gleichzeitig, dass eine Infektion nur selten zu einer Erkrankung an Borreliose führt. Die Schwierigkeit für die Ärzte besteht nun bei positivem Nachweis darin zu erkennen, ob eine Erkrankung, zum Beispiel eine Gelenkentzündung, auf die Borreliose- Infektion zurückzuführen ist oder eine andere Ursache hat etwa eine rheumatologische oder orthopädische. Auch andere Organsysteme wie Herz, Nervensystem oder Haut können betroffen sein. Oft ist eine umfassende Abklärung dann für die richtige Behandlung notwendig. Gibt es eine Impfung? Wer ist durch die Zecken gefährdet? Besonders die Tiere im Walde. Hundebesitzer wissen, dass sie oft ihren Vierbeiner nach einem Waldspaziergang von Zecken befreien müssen. Aber eben auch der Mensch je mehr er sich in der Natur in der Freizeit oder besonders beruflich in der Land- und Forstwirtschaft aufhält. Beißen Zecken, oder stechen sie? Da Zecken keine Beißwerkzeuge wie Kiefer und Zähne haben, sondern einen Stechrüssel, handelt es sich immer um einen Stich. Diese häufige Verwechslung ist aber medizinisch unbedeutend. Ist ein Zeckenstich gefährlich? In der Regel nicht vor allem, wenn die Zecke sachgerecht mit einer Zeckenpinzette oder -schablone entfernt wird. Angestellte aus Forstbetrieben berichten, dass sie jährlich oft mehr als 50 Zecken von ihrem Körper entfernt haben, ohne dass eine Hautrötung oder eine Erkrankung aufgetreten ist. Welche Infektionen und Krankheiten werden durch Zecken übertragen? Bei uns in Sachsen fast nur Borreliose durch B. burgdorferi von sehr seltenen Krankheiten wie Babesiose oder Ehrlichiose abgesehen, die meist rasch in Selbstheilung übergehen und unbemerkt bleiben. In Deutschland ist weiterhin sehr bedeutsam FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Hauptverbreitungsgebiete sind Süddeutschland und hier der Schwarzwald und Niederbayern. Es gibt eine Ausbreitungstendenz nach Norden nördlichstes Verbreitungsgebiet in unserer Nähe ist bis jetzt der Saale-Holzland-Kreis in Thüringen. Wie sieht das im Ausland aus? Im Ausland sind es vor allem Prof. Dr. Stefan Schubert Foto: Ines Christ Nordschweiz und Alpentäler in Österreich bis zu einer Höhe von etwa 1200 Meter, regionale Gebiete in Osteuropa und Russland bis weit nach Sibirien. Im Weltmaßstab gehören weitere ganz unterschiedlich verlaufende Krankheiten durch Viren, sogenannte Rickettsien und Bakterien dazu. Durch die Bezeichnung kann man oft auf die Region schließen, zum Beispiel: Coloradozeckenfieber, Rocky Mountain spotted fever (aber im Osten der USA häufiger), Mittelmeer-Zeckbißfieber. Trotz Massentourismus sind sie in der Reisemedizin sehr selten, müssen im Einzelfall aber bedacht werden. Mit Ausnahme einiger viraler Krankheiten sind sie bei frühzeitiger Keine Zeckenimpfung, also gegen die Zecken selbst, sondern nur gegen die eine zeckenübertragene Krankheit FSME. Vor einem Aufenthalt in der Natur in entsprechenden Gebieten und Jahreszeiten sollte man sich daher impfen lassen. Es handelt sich aber nicht um eine last minute -Impfung drei Wochen mit mehreren Teilimpfungen sind für einen ausreichenden Impfschutz mindestens erforderlich. Sollte jeder Zeckenstich behandelt werden? Das wäre gar nicht möglich, da die meisten Zeckenstiche überhaupt nicht bemerkt werden. Häufig Geplagte können zur Vorbeugung zeckenabweisende Mittel versuchen. Wenn es sich jemand nicht zutraut, eine Zecke sachgerecht zu entfernen Zudrücken des Stechrüssels mit Zeckenzange oder Ähnlichem vor dem Herausziehen wegen Borreliosegefahr, sollte lieber eine medizinische Einrichtung aufsuchen. Eine Behandlung mit Antibiotika wird nur empfohlen, wenn eine Hautrötung über viele Tage entstanden ist. Dies ist ein sicheres Zeichen, dass eine Borreliose- Infektion eingetreten ist, und durch spezielle Antibiotika- Tabletten lässt sich dann die Gefahr des Übergangs in ein höhergradiges Erkrankungsstadium weitgehend verhüten. Interview: Ines Christ

6 6 KLINIKUM 2011 AM RANDE Geburt am UKL MEDIZIN-BIBLIOTHEK Bücher über Bücher Aurelio Eliah Busse mit seiner Mama Katja. Foto: ukl Am 18. Juni um 0.22 Uhr erblickte Aurelio Eliah Busse als Baby des Jahres 2011 in der Abteilung für Geburtsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig das Licht der Welt. Das Wunschkind von Katja und Nick Busse wog bei der Geburt 2740 Gramm und war 47 Zentimeter groß. Den ungewöhnlichen Namen erhielt der kleine Junge vom Papa, der ausgemachter Fußballfan ist und sich von seinen zwei Lieblingsstars die Vornamen ausborgte. Schon einen Tag später, am 19. Juni, verzeichnete die Abteilung für Geburtsmedizin 1005 Geburten. Darunter waren allein drei Drillings- und 40 Zwillingsgeburten. In 554 Jungen und 451 Mädchen teilen sich die Neugeborenen auf. 225 Frühchen wurden im ersten Halbjahr bislang entbunden. Nach Aussagen des Leiters der Abteilung für Geburtsmedizin Prof. Holger Stepan zeichnet sich damit der Trend zu einem Anstieg der Geburtenrate ab. Im letzten Jahr wurde das Kind erst Ende Juni entbunden. Insgesamt erblickten 2010 genau 2200 Kinder das Licht der Welt. Gegenüber dem Vorjahr ist das bereits ein Anstieg. Michael Lindner Professur für Faßhauer Mathias Faßhauer ist seit Anfang Juni Professor für Endokrinologie der Adipositas am Integrierten Forschungsund Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig. Außerdem ist Faßhauer Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Endokrinologie und Nephrologie des Universitätsklinikums Leipzig. Mathias Faßhauer ist 37 Jahre alt. Als er zum Professor ernannt wurde, war er 36. Damit dürfte er am Leipziger Universitätsklinikum einer der Jüngsten mit diesem akademischen Titel sein. cb Eine riesige Menge Wissen: Bände in der Lehrbuchsammlung und etwa 2000 Bände als Präsenzexemplare stehen den Studenten der Medizin zur Verfügung. Foto: Franziska Henkel Rund Bände Monografien und Zeitschriften, 4000 E-Journals und 600 medizinische E-Books. All diese Bücher und Zeitschriften erwarten die Medizinstudenten sowie die Angestellten des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät Leipzig in der Zentralbibliothek Medizin. Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr Institute ihren Standort in der Liebigstraße in Leipzig fanden, entstanden zunehmend mehr Fachbibliotheken. Jedes Institut hatte eine eigene umfangreiche Fachbibliothek, die vom Bestand her die Breite des jeweiligen Fachgebietes sehr gut repräsentierte, berichtet Ulrike Rüger, Leiterin der Zentralbibliothek Medizin. Mit der Zeit wurden viele Zweigstellen zusammengeführt. Derzeit Die Leiterin der Zentralbibliothek, Ulrike Rüger. existieren noch drei räumlich separate Zweigstellen. Hauptstandort der Zentralbibliothek Medizin ist die Liebigstraße 13 im Institut für Anatomie. Weitere Bücherorte gefüllt mit Wissen und Informationen rund um die Medizin existieren in der Johannisallee 34 und in dem Karl- Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin in der Käthe-Kollwitz-Straße. In den Bibliotheken können jedoch nicht nur Studenten, sondern auch Ärzte und Mitarbeiter mit einem Bibliotheksausweis lesen und sich weiterbilden. In der Hauptstelle stehen den Interessierten Bände in der Lehrbuchsammlung und etwa Bände als Präsenzexemplare zur Verfügung. Verteilt auf zwölf Leseplätze können die zukünftigen Mediziner ihr Wissen erweitern. Wenn man bedenkt, dass wir um die Studenten haben, sind zwölf Leseplätze und zwölf Computerarbeitsplätze natürlich gar nichts. Aber das Bibliothekswesen hat sich komplett verändert. Durch die Einführung von E-Books sind die Studenten nicht mehr gezwungen vor Ort zu lesen. Sie Öffnungszeiten Öffnungszeiten der Zentralbibliothek Medizin: Montag Donnerstag 8 Uhr 19 Uhr Freitag: 8 Uhr 18 Uhr Sonnabend (nur Liebigstr. 13) 10 Uhr 16 Uhr sind durch die hohe Flexibilität nicht mehr an Bücherregale gebunden, weiß Ulrike Rüger aus Erfahrung. Ab 2009 wurden fast alle Zeitschriften auf e-only umgestellt. Damit jeder mit dem neuen System arbeiten kann, bietet die Zentralbibliothek Medizin Wissenschaftlern und Studenten eine umfangreiche Kursauswahl an. Ganzjährig werden Schulungen zur Datenbankrecherche in PubMed und Web of Science, zur Volltextsuche sowie zum Literaturverwaltungsprogramm Citavi angeboten. Literatur, die nicht im Bestand ist, wird durch die Dokumentenlieferung von überall her beschafft. Eine Institution, die auch mit ihren gegebenen Bedingungen durch Charme und eine ruhige Lernatmosphäre überzeugt. Franziska Henkel An kleinen Leseplätzen können Studierende und Interessierte direkt in der Zentralbibliothek Medizin lesen und lernen. Fotos: Franziska Henkel

7 KLINIKUM AUSBILDUNG Jubiläumsschule bietet Zukunftschancen EHRUNG St Paul s Medal an UKL-Urologen Ausgezeichnet: Prof. Dr. Jens- Uwe Stolzenburg. Foto: ukl Auf dem diesjährigen Jahrestreffen der British Association of Urological Surgeons (BAUS) vom 20. bis 22. Juni in Liverpool bekam Prof. Jens- Uwe Stolzenburg die St Paul s Medal Folgen aufmerksam den Ausführungen am Röntgengerät: Vorstand Ekkehard Zimmer, Peter Schöberl von der Planung und technischen Gebäudeverwaltung und Vorstand Prof. Wolfgang E. Fleig (v.l.) zusammen mit Dr. Stefan Voges von der Berufsfachschule (2.v.r). Von 1951 stammt die erste Abschlussurkunde von der heutigen Medizinischen Berufsfachschule. Das ist 60 Jahre her und wäre, wenn man sich immer nur auf die richtig runden Geburtstag stützen würde, gar nicht das große Jubiläum. Es war auch nicht der einzige Grund, warum sich am 15. Juni gut 100 Gäste im Hörsaal der Schule in der Richterstraße einfanden. Das Datum wurde bewusst gewählt, weil jetzt auch die letzten Bauarbeiten der Sanierungsmaßnahme am Gebäude der Ausbildungsstätte beendet wurden. Kurz vor Beginn der Festveranstaltung wurde noch abschließend der Aufzug durch den TÜV abgenommen. Es war also alles gut vorbereitet für den Festakt, zu dem auch die Staatsministerin im Sächsischen Ministerium für Soziales und Verbraucher, Christine Clauß, gekommen war. Ein moderner Hörsaal präsentierte sich blumengeschmückt den Gästen und Schülerin Helga-Julia Friedemann sorgte mit ihrem Klavierspiel für eine klangvolle Einstimmung. Vor etwa einhundert Jahren als Hauptquartier für den Kommandierenden General des 2. Königlich Sächsischen Armeekorps erbaut, diente es also zunächst einer militärischen Nutzung, heute erscheint das Gebäude doch so, als wäre es von Anfang an als Schule konzipiert gewesen, führte der kommissarische Schulleiter Dr. Stefan Voges in seinem geschichtlichen Abriss aus. Er umschrieb die wechselvolle Geschichte der Medizinischen Berufsfachschule seit 1951 bis heute, wo sie sich mit ihren acht Fachbereichen als größte Bildungseinrichtung für nichtärztliche medizinische Berufe in der Region etabliert hat Bewerbungen stünden in diesem Jahr nur 292 Ausbildungsplätze gegenüber. Dieser Zuspruch sei für die Schule ein gutes Zeugnis für die Qualität ihrer Einrichtung, betonte Dr. Voges. In 35 Klassen würden die gut 800 Schüler sowohl fachspezifischen als auch fachübergreifenden Unterricht erhalten. Der hohe Qualitätsanspruch im Unterricht, der von 50 angestellten Lehrkräften und 40 Honorardozenten vermittelt wird, die Praxisnähe mit dem Universitätsklinikum und anderen Praxiseinrichtungen sowie auch die schulgeldfreie Ausbildung sind Garanten für die Zukunft der Medizinischen Berufsfachschule. Diese Zukunftsorientierung griff auch Staatsministerin Christine Clauß auf. Sie selbst hatte vor 40 Jahren ihren Abschluss zur Krankenschwester an der Krankenpflegeschule Bethanien Leipzig abgelegt und vertritt heute in ihrem Verantwortungsbereich den Standpunkt, dass die an der Medizinischen Berufsfachschule ausgebildeten jungen Menschen sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen bräuchten. Sie wisse zudem um die Qualität der Ausbildung hier an der Schule. Mit Bezug auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel betonte sie, dass die pflegerischen Berufe immer mehr an Gewicht erhalten würden. Sie werde sich als Politikerin aber dafür einsetzen, dass die Tätigkeit künftig auch entsprechend entlohnt werden müsste. Als medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, das 1999 Träger der Medizinischen Berufsfachschule wurde, gratulierte Prof. Wolfgang E. Fleig den Lehrern und Schülern zum Jubiläum und zum neugestaltete Gebäude. Ca. 3,5 Millionen Euro wurde im Rahmen des Konjunkturpaketes II investiert, wovon das Drittel Landesanteil durch das Klinikum selbst Vorstand Ekkehard Zimmer, Staatsministerin Christine Clauß, Dr. Stefan Voges und Vorstand Prof. Wolfgang E. Fleig (v.l.) im vollbesetzten Hörsaal der Medizinischen Berufsfachschule. Fotos: ukl getragen wurde. Es wurde mit den Baumaßnahmen hervorragende Bedingungen für ein noch besseres Lernen geschaffen und ihn persönlich freue es, dass trotz der zweijährigen Baumaßnahmen und dem Unterricht an zwei getrennten Standorten die Qualität der Ausbildung immer hochgehalten wurde. Von der Qualität der Bauausführung und der schulischen Arbeit überzeugten sich die Gäste dann auch im Anschluss an den Festakt, der vom Chor der Kinderkrankenpflegerinnen mit einem Gospelgesang und den Dankesworten der Schülersprecherin Steffi Spranger sowie der Schlüsselübergabe beendet wurde. In den Fachkabinetten der Ausbildungsbereiche Kranken- und Kinderkrankenpflege, Geburtshilfe, Orthoptik, Physiotherapie, Medizinisch-Technische Assistenz für Labor und Radiologie und Diätassistenz erhielten die Gäste einen tieferen Einblick in die Arbeit der Schule. Die Schülerinnen und Schüler selbst, die alle Kabinette liebevoll vorbereitet hatten, erläuterten ihre Ausbildungsrichtungen. Sie ließen durch Mikroskope schauen, zeigten an Patientendummies, woran sie ausgebildet werden und beschrieben begeistert Projekte, die sie beispielsweise mit Grundschülern durchführen konnten oder präsentierten historisches medizinisches Besteck, das sie zusammengetragen haben. Dabei war allen Schülerinnen und Schülern die Freude anzusehen, die sie an der Schule haben. Und stolz blickten die Lehrer auf ihre Auszubildenden. Diese enge Bindung zwischen Schülern und Lehrern war auch beim anschließenden Schülerfest spürbar. Michael Lindner Mit dieser Medaille wurde der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig für seine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der urologischen Chirurgie geehrt. Im Rahmen seiner Mitarbeit in der British Association of Urological Surgeons war Prof. Stolzenburg vielfach an der Ausbildung von Fachärzten im Bereich der Labroskopie an englischen und schottischen Kliniken wie dem Charing Cross Hospital, einem Zentrum für Krebsbehandlungen im Nordwesten von London, beteiligt. Auch seine vielfältigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden mit dieser Auszeichnung gewürdigt. Die St Paul s Medal wird seit 1989 einmal im Jahr an weltweit führende Urologen verliehen, die sich um die Urologie in Lehre, Forschung und klinischer Praxis verdient gemacht haben. Prof. Stolzenburg erhält nach 2000 als zweiter deutscher Mediziner diese hohe Auszeichnung. Die British Association of Urological Surgeons (BAUS) wurde 1945 gegründet und steht für die Verbreitung hoher Standards in der urologischen Praxis zum Wohle der Patienten. Die BAUS fördert als anerkannte gemeinnützige Organisation auf dem Gebiet der Urologie die Lehre, Forschung und hervorragende klinische Leistungen. Die Internetseiten der BAUS dienen dabei der Verbreitung von Informationen aus Wissenschaft und Praxis für Fachleute, deren Patienten, andere medizinische Spezialisten sowie einer breiten interessierten Öffentlichkeit. ml

8 8 KLINIKUM 2011 TEILNEHMERSUCHE Große Familienstudie in Leipzig: Wie Kinder essen Betreut die Studienteilnehmer: Das Team von Medizinern und Psychologen der IFB-Forschungsgruppe. Wie Kinder essen das interessiert Dr. Verena Wendt von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters Leipzig. In einer Studie will ihr Team untersuchen, wie sich das Gewicht von Kleinkindern entwickelt, was Kinder gesund bleiben lässt und wie gegen Übergewicht vorgegangen werden kann. Für uns stehen bei dieser drei Jahre umfassenden Studie, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, die psychologischen Faktoren im Mittelpunkt, weniger die medizinischen, erläutert die Psychologin. Deshalb gibt es auch keine medizinischen Untersuchungen, wie beispielsweise Blutentnahmen. Unser Augenmerk liegt darin, Eltern und Kinder gemeinsam zu erleben. Deshalb wollen wir den Familien, die an unserer Studie teilnehmen, beispielsweise beim gemeinsamen Essen zusehen. Gesucht werden für diese Leipziger Studie Familien, bei denen die Eltern stark übergewichtig sind und deren Kinder mindestens sechs Monate und höchstens drei Jahre und 11 Monate alt sind. Dabei ist das Gewicht der Kinder egal. Die Familien, die bis jetzt bei uns waren, fanden es sehr spannend, einen Einblick in unsere Forschungsarbeit zu bekommen, sagt Verena Wendt. Dabei ist neben einem Fragebogen und einem Interview zum Beginn der Studie nur einmal jährlich ein gemeinsames Essen in unseren Räumen nötig. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Eltern bei dreimaliger Teilnahme insgesamt 75 Euro. Mit insgesamt 150 Familien soll die Studie beginnen, deren Ziel darin besteht, Fotos: IFB Das IFB AdipositasErkrankungen forscht zur Entwicklung von Kindern unter Berücksichtigung ihrer Ernährung. ein Präventionsprogramm für Kinder im Vorschulalter zu entwickeln. Wenn teilnehmende Familien wollen, können sie auch eine Ernährungsberatung erhalten, so Dr. Wendt. Das ist ein zusätzliches Angebot neben unserer Studie, das wir gern auf Wunsch ermöglichen. Uwe Niemann Kontaktinfo Kontakt für Interessenten: Dr. Verena Wendt Mo. bis Fr. 9 bis 16 Uhr Tel.: 0341/ medizin.uni-leipzig.de Direktanmeldung: www. ifb-adipositas.de/essenfür-die-forschung BERATUNG Ein Jahr Adipositas-Ambulanz: Was hier passiert Wer krankhaft übergewichtig ist und sich im Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig behandeln lassen will, der kommt an der AdipositasAmbulanz nicht vorbei. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Patienten in jeder Phase der Behandlung. Die AdipositasAmbulanz des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig ist eine Spezialambulanz für krankhaft übergewichtige Menschen. Eine Voraussetzung für eine Behandlung ist deshalb ein Body-Mass-Index über 35 kg/ m². Patientenanrufe für eine erste Terminvereinbarung nimmt Jana Hösel entgegen. Die Wartezeit bis zur ersten Arztkonsultation liegt momentan zwischen einem und zwei Monaten. Die Ärzte geben sich aber große Mühe, so viel freie Termine wie möglich zu vergeben, sagt Jana Hösel. Der erste Termin dient der Vorbereitung. Es wird Blut abgenommen, was in der Regel nicht länger als 15 Minuten dauert, und ein Fragebogen ist auszufüllen, der Auskunft über Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten und Befinden geben soll. Beim zweiten Termin bespricht einer der Ambulanzärzte die Ergebnisse des Fragebogens und der Blutuntersuchung mit dem Patienten sowie individuelle Behandlungsmaßnahmen. Die Ärzte widmen jedem neuen Patienten viel Zeit, etwa eine Stunde. Jeder Patient wird gründlich untersucht und bekommt ein auf ihn zugeschnittenes Interventionsprogramm für die nächsten sechs Monate. Entscheidend ist, dass erst nach einer umfassenden Begutachtung behandelt wird. In regelmäßigen Abständen wird dann in der Kinder lieben Süßes oder Saures: Leider beinhalten die meisten Süßigkeiten ein Üsbermaß an dick machendem Zucker. Foto: IFB Der Kühlschrank ist gut gefüllt, der Magen ist leer und knurrt. Der Appetit aber ist unentschlossen und zeigt nicht an, was auf den Teller soll. Wer kennt diese Situation nicht? Auch für solche Momente sind die Rezepte, die ab jetzt auf unserer Homepage veröffentlicht werden, gedacht. Aber nicht nur. Vor allem stehen sie unter dem Motto der gesunden Küche und der bewussten Ernährung. Weil sich Kalorien gerne verstecken, sind neben Zutaten und Zubereitungsanleitung auch Nährwerte mit angegeben. Die Diätassistenten-Schüler, die von Diplom-Trophologin Kristin Ambulanz kontrolliert, wie das Programm anschlägt und wird, wenn es nötig ist, noch einmal modifiziert. Viele Patienten brauchen diese Termine auch, um dran zu bleiben, weiß Jana Hösel. Das sind Etappen, auf die sie hinarbeiten können. Überhaupt ist ein großer Teil der Arbeit, die in der Ambulanz geleistet wird, nicht nur medizinische Betreuung, sondern vor allem Motivationsarbeit. Denn nicht wenige Patienten haben bereits resigniert Neue Rezepte zum Sattessen und Schlankbleiben Heistermann an der Medizinischen Berufsfachschule des Universitätsklinikums Leipzig ausgebildet werden, haben für diese Reihe regionale Rezepte in eine gesunde Variante abgewandelt und bereits selbst einmal gekocht. Fazit: Es schmeckt! Ihnen hoffentlich auch. ukl und glauben den Kampf gegen ihre Pfunde verloren zu haben. Nach sechs Monaten werten Arzt, Ernährungsberater und Patient schließlich gemeinsam die Ergebnisse ihres Interventionsprogramms aus. Zu Ende ist die medizinische Betreuung damit aber nicht. Denn Adipositaspatienten brauchen in jedem Fall und unabhängig von der Behandlungsmethode eine lebenslange Nachsorge. Auch die wird in der Ambulanz koordiniert. Örtlich liegt alles nah beieinander, medizinisch betrachtet sind alle notwendigen Fachrichtungen unter einem Dach vereint. Das macht für die Patienten vieles einfacher. Aber zum Beispiel lassen sich auch Formalitäten schneller erledigen, etwa wenn es darum geht, operative Eingriffe bei den Krankenkassen zu beantragen, sagt Professor Mathias Faßhauer, Leiter der AdipositasAmbulanz. Das alles spart Zeit und schont die Nerven der Patienten, die ohnehin oft genug blank liegen. Schließlich ist eine wirksame Behandlung ein langer und auch anstrengender Weg, der Durchhaltevermögen und Disziplin erfordert. Doch es lohnt sich. Die Patienten verlieren an Gewicht und gewinnen ein Stück mehr Lebensqualität. IFB

9 KLINIKUM INFO-TAG Uniklinikum präsentiert sich vielfältig zum Welthirntumortag Else Viehweg war eine von vielen interessierten Betroffenen und Angehörigen, die zum diesjährigen Welthirntumortag ins Carl-Ludwig-Institut Leipzig kamen. Im April bin ich nun das vierte Mal am Gehirn operiert worden, mein Gleichgewichtsnerv ist durch die Operationen stark angegriffen und auf dem rechten Ohr hör ich nichts mehr. Ich habe einen Hirntumor, der zwar Gott sei Dank gutartig ist, aber immer wieder nachwächst. Deswegen wollte ich mich hier erkundigen, was es für neue Behandlungsmethoden gibt, so die 81-Jährige. Wie jedes Jahr wurde am 8. Juni zum Welthirntumortag die Öffentlichkeit auf die Situation von Hirntumorpatienten aufmerksam gemacht: In Deutschland erkranken jährlich etwa 7000 Menschen an einem primären bösartigen Hirntumor und bei über Betroffenen anderer Krebsarten werden zusätzlich Hirnmetastasen festgestellt. Hirntumoren treten gemessen an anderen Krebserkrankungen zwar eher selten auf, aber bei Kindern zählen die Tumoren des Nervensystems zu den zweithäufigsten Krebserkrankungen und gelten leider als häufigste krebsbedingte Todesursache. Da ist es mehr als verständlich, dass den Betroffenen ein Aktionstag gewidmet wird. Unter dem Motto Gemeinsam Zeichen setzen machen sich seit dem ersten Hirntumortag im Jahre 2000 der Initiator des Welttages, die Deutsche Hirntumorhilfe und alle beteiligten Kliniken für die Verbesserung der Versorgung von Hirntumorpatienten und den internationalen Wissenstransfer stark. Auch das Universitätsklinikum Leipzig gestaltete unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, eine interdisziplinäre Informationsveranstaltung für Patienten und Angehörige mit der Diagnose Hirntumor. Patienten mit einem Hirntumor befinden sich während der Diagnose und der anschließenden Behandlung in einer schwierigen Phase in ihrem Leben. Wir wollen eine bessere Lebensqualität im Rahmen der Tumorbehandlungen sichern. Und ich glaube, dass wir vielen der Betroffenen und Angehörigen durch verstärkte Aufklärung die Ängste nehmen können, so Prof. Meixensberger. Prof. Jürgen Meixensberger im Gespräch mit einem Besucher. Aufgeklärt wurden die Besucher anhand verschiedener Vorträge. Der Chef der Leipziger Universitäts-Neurochirurgen erläuterte, dass Tumore in benigne (gutartig) und maligne (bösartig) unterschieden werden. Außerdem ist es entscheidend, ob es ein primärer Hirntumor ist, der sich aus Zellen des Gehirns entwickelt hat, oder ob es sich um sekundäre Hirnmetastasen handelt, die aus Krebszellen eines Tumors anderer Organe ins Gehirn gestreut wurden. Besucherin und Betroffene: Else Viehweg. Wie diese Fragen in der Regel geklärt werden können, erklärte Dr. Dominik Fritzsch, leitender Oberarzt der Neuroradiologie des Universitätsklinikums Leipzig, in seinem Vortrag über bildgebende und gewebsanalytische Methoden zur gezielten Diagnostik. Diese Schnittbildverfahren werden benötigt, um einen Hirntumor genau zu lokalisieren, ihn in primär oder sekundär einzuteilen. Zudem sind sie für die Zielortbestimmung einer Biopsie (Gewebeprobe) ausschlaggebend. Zu diesen präoperativen diagnostischen Verfahren zählen die Computer-Tomographie (CT), die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), die Magnet-Resonanz- Spektroskopie (MRS) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Besonders ging Dr. Fritzsch auf die MRT-Diagnostik Einer Besucherin des diesjährigen Welthirntumortages am Carl-Ludwig-Institut des Universitätsklinikums Leipzig wird die Bildgebung erläutert. Fotos: Sandra Niemann ein, die grundsätzlich ohne potenziell schädliche Strahlung auskommt, viele Organe mit hoher Detailerkennbarkeit darstellt und hervorragend Nerven- und Hirngewebe visualisiert. Nach der Diagnostik folgt die Therapie. Je nach Lage und Größe des Hirntumors sowie dem Zustand und der Symptome des Patienten kann der Tumor neurochirurgisch entfernt oder teilentfernt werden. Auch hier kommen bildgebende Methoden (MRT, Ultraschall), die in die Neuronavigation eingebunden werden, direkt während der Operation zum Einsatz. Die zusätzliche Messung von Gehirn- und Nervenströmen während der Operation (intraoperatives neurophysiologisches Monitoring) wird angewandt, um rechtzeitig eine drohende Schädigung zu erkennen. So kann eine OP eines Tumors in der Nähe der Bewegungsbahnen rechtzeitig beendet werden, bevor eine bleibende Lähmung eintritt. Das Ziel jedes chirurgischen Eingriffes ist die Verkleinerung der mikroskopisch erkennbaren Tumormasse. Denn die anschließenden antineoplastischen Behandlungsmethoden, wie Strahlen- und Chemotherapie, sind mit ihren Nebenwirkungen auch wieder sehr unangenehm für den Patienten, und sollen möglichst wenig zu tun haben, um die verbliebenen Tumorzellen abzutöten, erklärte Prof. Dr. Rolf-Dieter Kortmann, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Bei der Behandlung eines bösartigen Hirntumors, wie dem Glioblastom, der bei Erwachsenen am häufigsten vorkommende Primärtumor, zählte bislang die chirurgische Resektion mit anschließender Bestrahlung als Standard. Trotzdem gelang es nie, sämtliche Tumorzellen zu erfassen, so der Radioonkologe weiter. Es werden demnach immer Wege und Ansätze für neue Therapien gebraucht und auch die Leipziger Experten beschäftigen sich damit. In Sachen Forschung untersuchen die Universitätsmediziner zum Beispiel neue Substanzen für Medikamente. Dabei testen sie, welche Substanzen für Behandlungen geeignet sind, um schlussendlich ein personalisiertes, individualisiertes und optimiertes Therapiekonzept zu entwickeln, so Prof. Meixensberger. Zu diesen neuen Medikamenten gehört auch Temozolomid, ein sogenannter Gefäßneubildungshemmer, der durch das Verhindern der Bildung neuer Blutgefäße die Tumorzellen letztendlich absterben lässt. Studien zeigen, dass durch eine Chemotherapie mit Temozolomid in Kombination mit einer Strahlentherapie das Leben von Glioblastom-Patienten verlängert werden kann und das ohne die üblichen Nebenwirkungen, berichtet Prof. Kortmann. Gern erzähle ich Ihnen im Anschluss mehr darüber. Die Möglichkeit, mit dem Experten zu sprechen nutzte Hannelore Martin, die selbst betroffen ist: Im Juli vorigen Jahres bin ich operiert worden, denn ich habe einen Hirntumor. Er hat sich leider wieder gebildet und so musste ich dieses Jahr im Mai erneut zur OP. Nun steht wieder die Chemotherapie an und wahrscheinlich kommen Bestrahlungen dazu, da wären neue Therapieansätze für mich hoffnungsvoll, berichtet die 66-Jährige. Auch die anderen Besucher des Welthirntumortages nutzten die Chance, sich im Anschluss an die Vorträge von den Experten vor Ort beraten zu lassen. Neben den verschiedenen Demonstrations-Stationen zur Bildgebung und Therapieplanung konnte auch das Gehirn mit allen seinen Feinheiten anhand eines begehbaren Modells selbst zu Fuß erforscht werden. Das begehbare Hirnmodell soll dem Laien zeigen, wie das Gehirn überhaupt aufgebaut ist. Visuell wird damit verdeutlicht, welche wichtigen Hirnstrukturen das Hirn an der Oberfläche und in der Tiefe beinhaltet und natürlich erhoffen wir uns auch ein Verständnis für die schwierige Arbeit, mit operativen Maßnahmen einen Hirntumor zu entfernen, erklärt Prof. Meixensberger zum Abschluss. Sandra Niemann ANZEIGE

10 10 KLINIKUM 2011 VORTRAGSREIHE Von Bandscheibenvorfall bis Karpaltunnelsyndrom Der Hörsaal ist proppenvoll und Jung und Alt warten gespannt auf den Beginn der Veranstaltung mit dem Thema Wenn etwas auf die Nerven drückt. Gemeint ist damit die wörtliche Bedeutung, also wie Nerven auf Druck reagieren mit Gefühlsstörung, Schmerz oder gar Lähmung. Um zu verstehen, was passiert, wenn Druck auf einen Nerv trifft, werde ich Ihnen eine anatomische Kurzeinführung zum Aufbau des Nervensystems geben, begann Prof. Dr. Georg von Salis-Soglio, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Leipzig. Mit einer perfekt vorbereiteten Präsentation erläuterte der Experte anschaulich, wie eine Nervenzelle aufgebaut ist, deren Fortsätze sich verzweigen und mit Impulsen vom Gehirn den jeweiligen Muskel aktivieren. Natürlich gibt es zwei verschiedene Arten von Nervenfasern, die eben benannten motorischen für die Muskeln und dann noch die sensiblen, die Impulse z. B. von der Haut, aber auch aus Gelenken weiterleiten und damit unter Umständen zu Schmerzempfindungen führen, erläutert der Professor. Und zu einem Strang vereint bilden beide Nervenfasern den peripheren Nerv, der uns bei Druck auf diesen leiden lässt. Es gibt nun vielfältige Gesundheitsstörungen, bei denen es zu einem Druck auf die Nerven kommt. Die Ursachen reichen von Verletzungen, Entzündungen, Verschleiß und Tumoren bis hin zu dem bekannten Bandscheibenvorfall, bei dem die herausgerutschte Bandscheibe auf eine Nervenwurzel drückt und den Patienten mit Schmerzen das Leben schwer macht. Druck auf die Nerven kann darüber hinaus besonders auch an den Stellen auftreten, wo der Nerv eine enge Stelle passiert und hier gegenüber jeglichem Druck sehr empfindlich ist. Das beste und bekannteste Beispiel hierfür ist das sogenannte Karpaltunnelsyndrom (eine Einklemmung des Mittelhandnervs am Handgelenk). Wenn ein Nerv abgedrückt wird und entsprechende Symptome entstehen, sollte der Orthopäde zunächst einmal die Ursache hierfür herausfinden. Dazu gehört in erster Linie die Anamnese. Ein Gespräch mit dem Patienten ist genauso wichtig wie die klinische Untersuchung. Denn oft erklärt sich aus dem Erzählten schon viel von selbst, erklärt der Leipziger Orthopäde. So litt ein Patient unter Gefühlsstörung und Lähmung im Fuß und berichtete bei der Anamnese, dass er oft über längere Zeit seine Beine übereinanderschlägt. Der behandelnde Arzt wusste daraufhin sofort, dass die Beschwerden im Fuß durch das Quetschen des Wadenbeinnervs hervorgerufen wurden. Oft kann man aus der Lokalisation des Schmerzes rückschließen, welcher Nerv betroffen ist, sagt Professor Salis-Soglio. So ist es beispielsweise für einen Bandscheibenvorfall an der unteren Lendenwirbelsäule typisch, dass Schmerzen und Gefühlsstörungen an der Außenseite des Beines bis hin zum Fuß angegeben Orthopädie für Jedermann: Wie immer voller Saal, wenn Prof. Dr. Salis-Soglio zu interessanten Themen aus dem Feld der Orthopädie referiert. Foto: Sandra Niemann werden. Und klagt ein Patient über Schmerzen und Gefühlsstörungen der ersten drei Finger, so hat der Experte sofort den Verdacht auf das schon benannte Karpaltunnelsyndrom. Für die Diagnose ist natürlich neben der Erhebung der Anamnese eine weitergehende Untersuchung notwendig. Innerhalb klinischer Tests werden Sensibilität und Motorik des Patienten untersucht und wenn dies nicht ausreicht, können weiterführende sogenannte elektrophysiologische Untersuchungen helfen, bei denen die Impulsleitung in den Nerven oder aber die Aktivität im Muskel selbst gemessen werden. Die anschließende Therapie ist immer abhängig von den Beschwerden, dem Ausmaß der Symptome und der Dauer der Kompression der Nerven, so Salis-Soglio weiter. Und erst nachdem die konservative Therapie ausgeschöpft ist, kann eine operative Maßnahme in Betracht gezogen werden. Denn viele orthopädische Beschwerden können ohne OP geheilt werden. Medikamente, Krankengymnastik oder auch Elektrostimulation zählen zu den konservativen Therapiemöglichkeiten. Und manchmal beginnt die Therapie auch schon beim Patienten zu Hause: Das Kühlen oder Hochlegen einer Gliedmaße kann durchaus bereits Linderung verschaffen. Sollten allerdings Symptome bestehen, die durch einen zu festen Verband oder Gips hervorgerufen werden, dann muss dieser externe Druck sofort beseitigt werden, um irreparable Schäden zu vermeiden. In seiner Vortragsreihe Orthopädie für Jedermann widmet sich Prof. Dr. Georg von Salis- Soglio vielfältigen Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten im Bereich des Bewegungsapparates. Orthopädische Erkrankungen sind häufig Volkskrankheiten, die vor allem auch der Aufklärung bedürfen und dafür dankt ihm die Öffentlichkeit jedes Mal aufs Neue mit einem vollen Hörsaal. Sandra Niemann STUDIE Universität Leipzig spürt... Life Child, das Teilprojekt des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen LIFE, untersucht erstmals umfassend die Entstehung und den Verlauf wichtiger Volkskrankheiten bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen. Im Kindes- und Jugendalter entstehen viele der modernen Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Allergien und auch psychische Störungen. Wir wollen die Ursachen erforschen und natürlich auch Therapien entwickeln, erklärt Professor Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig und einer der Verantwortlichen der Forschungsstudie. Bei der großangelegten und sehr differenzierten Studie werden gesunde und bereits erkrankte Kinder über mehrere Jahre begleitet. Einmal pro Jahr werden hierbei verschiedenartige Untersuchungen durchgeführt, mit denen man die vielfältigen Ursachen von Zivilisationserkrankungen aufspüren möchte. Am 31. Mai startete die erste Untersuchungsreihe mit einer gesamten Abiturklasse aus Werdau. Aus diesem Anlass präsentierte sich das Life-Child-Team gemeinsam mit Dr. Siegfried Haller vom Amt für Jugend, Familie und Bil- Besucher und Mitarbeiter studieren interessiert die neuen LIFEChild-Flyer. Foto: Sandra Niemann dung auf einer Pressekonferenz berechtigterweise stolz: Wir haben nun eine weltweit einzigartige Kindergesundheitsstudie begonnen und binnen zehn Jahren sollen Daten von fast Mädchen und Jungen gesammelt und ausgewertet werden, so Professor Kiess. Dabei werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen Null und 18 Jahren klinisch und bioanalytisch untersucht. Außerdem werden detaillierte Angaben zu den individuellen Lebensbedingungen eruiert. Einmal pro Jahr werden alle Teilnehmer zu speziellen Tests geladen von Fragen über Lebensstil und Umfeld über Blutproben und Stresstests bis hin zur Erstellung von Körperbildern per Bodyscanner und Stimmanalysen. Die Kinder gehen durch einen richtigen Parcours und wir schauen zum Beispiel, wie motorisch geschickt und sportlich die Kinder sind. Außerdem nutzen wir für die älteren Jugendlichen Fragebögen, um herauszufinden, welche Hobbies sie haben, ob sie rauchen oder wann sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen sammeln. Wichtig dabei ist, dass die Teilnehmer immer selbst entscheiden, welche Module sie mitmachen möchten, erklärt noch einmal der Kinderarzt. Fortsetzung S. 11

11 KLINIKUM WISSEN Das Klinikum als Weiterbildungsstätte Der Fachkräftemangel wird sich künftig massiv verstärken. Das belegt eine aktuellen Studie einer großen internationalen Unternehmensberatung eindrucksvoll. Das Universitätsklinikum Leipzig entschied, dieser Lage mit dem Einstieg in die eigene Fachweiterbildung zu begegnen. Diese Fachweiterbildung wurde am 8. Juni am UKL eröffnet und so kann ab sofort der quantitativ wachsende Bedarf an qualifizierten Pflegekräften sichergestellt und gleichzeitig ein qualitatives Niveau angestrebt werden, welches es einem Universitätsklinikum würdig ist. Der Tätigkeitsbereich in Überwachungs- und Intensivstationen hat sich in den letzten Jahren ebenso dramatisch entwickelt wie die Anforderungen an die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit des einzelnen Mitarbeiters. Maßgeblich für diese Veränderungen seien der demografische Wandel, der medizinische und technische Fortschritt und die Leistungsvergütung im Krankenhaus benannt, die zu einer deutlich spürbaren Arbeitsverdichtung geführt haben und eine Verbesserung der Versorgungskonzepte verlangen. Vor dem Hintergrund der beruflichen Handlungskompetenz müssen die medizinischen und pflegerischen Fachkompetenzen eine deutliche Erweiterung erfahren. Die Anforderungen der medizinischen und pflegerischen Fachkompetenzen als nach wie vor zentralem Element müssen dazu eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Prof. Wolfgang E. Fleig spricht zur Eröffnung des ersten Kurses vor den Teilnehmern. Jedoch darf der Fokus nicht ausschließlich auf diese häufig als Hard-Skills bezeichneten Themen gerichtet sein. Ebenso sind die sozialen und personalen Kompetenzen, die eher den Soft-Skills zugeordnet werden, von entscheidender Bedeutung. Insbesondere im Kontext von Schnittstellenmanagement und Teambuilding stellen Fähigkeiten wie Kommunikation im Team, Kooperationen, aber auch die Beziehungsaspekte wie Zuwendung und Trost spenden häufig die entscheidenden Punkte dar. Dieser Beitrag im Sinne eines Humankapitals stellt auch häufig den zentralen Erfolgsfaktor eines Krankenhauses dar. Nach der Anerkennung als Weiterbildungsstätte Intensivpflege und Anästhesie im Februar 2011 begann am 8. Juni somit der erste Fachweiterbildungskurs I+A 2011 gemäß der Weiterbildungsverordnung für Gesundheitsfachberufe (SächsGfbWBVO). Insgesamt besteht der Kurs aus 26 Teilnehmern, die alle aus Intensivversorgungsbereichen sowie dem Funktionsdienst der Anästhesie des Universitätsklinikums Leipzig berufen sind. Somit entspricht sie dem sehr breit aufgestellten fachlichen Know-how eines Hauses der Maximalversorgung. Als Einsatzbereiche sind folgende Foto: ukl Organisationseinheiten konzipiert: die neonatologische Intensivstation, die interdisziplinäre Pädiatrische Intensivstation, die Internistische Intensivmedizin, die neurologische Intensivstation und Stroke Unit, die Interdisziplinäre Operative Intensivstation sowie in den übergreifenden Fachbereichen der Anästhesiologie und der zentralen Notaufnahme. Die Fachweiterbildung beinhaltet 720 Stunden theoretischen Unterricht und erfordert den Nachweis von mindestens 2000 Stunden praktischer Weiterbildung. Der Weiterbildungskurs dauert zwei Jahre und endet im September Das Kurskonzept ist modular unterteilt in Grundstufe (Juni 2011 bis März 2012) und Aufbaustufe (April 2012 bis September 2013). Der theoretische Unterricht in der Grundstufe beinhaltet 250 Stunden mit den Themenbereichen Pflegewissenschaft, Gesundheitswissenschaft, Qualitätsmanagement, Sozialwissenschaft, Humanwissenschaft, Betriebswirtschaft und Organisation (nach Anlage 1 SächsGfbWBVO). In der anschließenden Aufbaustufe mit 470 Stunden Unterricht setzen sich die Fachbereiche folgendermaßen zusammen: Pflegefachwissen der Schwerpunktbereiche Intensivpflege und Anästhesiepflege, der Fachwissenschaft Intensivmedizin im Erwachsenenbereich oder Intensivmedizin in der Kinderund Jugendmedizin sowie der Anästhesiologie, der spezifischen Sozialwissenschaft und der Rechtslehre (nach Anlage 5 SächsGfbWBVO). Wie bereits dargestellt dient der Start der Fachweiterbildung primär der Sicherung der Patientenversorgung vor dem Hintergrund steigender Anforderungen. Gleichzeitig ist sie verbunden mit einem notwendigen Anstieg der Fachkraftquote in den Versorgungseinheiten und ist auch als Instrument der Personalrekrutierung zu verstehen. Die Etablierung einer Weiterbildungsstätte stellt natürlich auch einen enormen Aufwand für das Universitätsklinikum als auch die betreuenden Einheiten und ihre Mitarbeiter dar. Harald Reese FORTSETZUNG Ebenfalls untersucht und befragt werden 2000 schwangere Frauen ab der 24. Schwangerschaftswoche. Somit sei man ganz nah dran am entstehenden Leben und bei späteren Untersuchungen der Neugeborenen bringt dies womöglich ganz neue Erkenntnisse. Vorangegangene Studien legen nahe, dass die Basis für den Ausbruch einer Zivilisationskrankheit wie zum Beispiel Adipositas schon bei Kindern oder gar Säuglingen gelegt wird, sagt Prof. Dr. Antje Körner, eine der Life- Child-Studienleiter. Sie untersucht vor allem das Auftreten von krankhaftem Übergewicht bei Kindern. Einfluss auf die spätere Entwicklung des Kleinkindes hat... Zivilisationskrankheiten auf aber auch das Bindungsverhalten der werdenden Mutter zu ihrem Lebenspartner: Vermeidet die Mutter Nähe zum Vater, beeinflusst dies auch die Bindungen, welche das Kind in seinem Leben eingehen wird, erklärt der Diplom-Psychologe und Mediziner Andreas Hiemisch, Leiter der Studienambulanz für Kinder. Die Life-Child-Akteure weisen auch noch einmal auf den Vorteil für die Teilnehmer hin: Wer sich jedes Jahr so gründlich von den Experten untersuchen lässt, ist über seine Gesundheit immer bestens informiert. Insgesamt 120 Ärzte und Wissenschaftler der Leipziger Universitätsmedizin untersuchen und befragen insgesamt Kinder und Erwachsene im Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen LIFE. Das Projekt wird mit 37 Millionen Euro von der EU und dem Freistaat Sachsen zunächst bis Ende 2014 finanziert. Das Forscherteam von Life- Child möchte gern Freiwillige als Probanden gewinnen. Interessierte Eltern, Kindergartengruppen und Schulklassen können sich telefonisch in der Life-Child-Studienambulanz, Philipp-Rosenthal-Straße 27 melden: Telefon Kinder wie auch Erwachsene werden außerdem über die Einwohnermeldeämter angeschrieben und um Mitarbeit gebeten. Sandra Niemann Diabetologe, Klinikdirektor und Kinderarzt Prof. Dr. Wieland Kiess im Gespräch. Foto: Sandra Niemann

12 12 KULTUR AM RANDE Google scannt Bücher Die British Library hat mit der Suchmaschine Google die Digitalisierung von Büchern aus dem 18. und 19. Jahrhundert vereinbart. Der Ehrgeiz unser Vorgänger im 19. Jahrhundert war es, jedem so viel Zugang zu den Informationen der Welt zu geben wie möglich, sagte die Chefin der British Library, Lynne Brindley. In dieser stolzen Tradition stehe auch die Vereinbarung mit Google. Jeder solle jederzeit und überall Zugang zu dem historischen Material haben. Digitalisiert werden auf Kosten von Google unter anderem eine feministische Streitschrift über Königin Marie Antoinette aus dem Jahr 1791 und ein Bericht über ein ausgestopftes Flusspferd des Prinzen von Oranien aus dem Jahr Die digitalisierten Werke sollen künftig über Google Books und die Homepage der British Library verfügbar sein. Bei allen Büchern ist das Copyright bereits lange abgelaufen. dpa Goethe-Institut ehrt John le Carré Der englische Spionageautor David Cornwell alias John le Carré erhält in diesem Jahr die Goethe-Medaille des Goethe- Instituts. Weitere Preisträger 2011 seien der polnische Intellektuelle Adam Michnik und die französische Theaterregisseurin Ariane Mnouchkine, teilte das Institut mit. Die undotierten Auszeichnungen sollen am 262. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe ( ) am 28. August in Weimar verliehen werden. Das Goethe-Institut verbinde zu seinem 60. Geburtstag die Würdigung von Verdiensten um die deutsche Sprache und den kulturellen Austausch mit der Auszeichnung von Persönlichkeiten, die mit Leben und Werk zum friedlichen Zusammenwachsen Europas beigetragen haben. dpa Wappen und Porträts für Aue Stadtwappen und Königsstuhl: Acht Bildhauer aus dem Erzgebirge sägen und meißeln seit Mitte Juni in Aue Reliefs und Skulpturen aus großen Baumstämmen. Sie fertigen dabei Dinge an, die die Stadt braucht, so Sprecherin Jana Hecker. Beim 10. Holzbildhauersymposium entstehen ein Stadtwappen, eine Stele, Skulpturen von Persönlichkeiten der Stadtgeschichte und ein überdimensionaler Königsstuhl für die ehemalige Freilichtbühne. Das Symposium wurde nach der Hochwasserkatastrophe 2002 begründet. Bei der Finanzierung helfen Sponsoren. dpa LEIPZIG Bisher erfolgreichstes Bachfest: Besucher Mit rund Besuchern hat die Stadt Leipzig in diesem Jahr das bisher erfolgreichste Bachfest gefeiert. Die zwölf Hauptkonzerte des Festivals waren zu 85 Prozent ausgelastet, die Einnahmen aus dem Ticketverkauf lagen mit knapp Euro um 28 Prozent über dem Vorjahreserlös, teilten die Veranstalter zum Abschluss des Festes mit. Es ging mit Bachs h-moll-messe in der Thomaskirche zu Ende. Seit dem 10. Juni spürte das Festival unter dem Motto... nach italienischem Gusto den italienischen Einflüssen im Werk des Komponisten Johann Sebastian Bach ( ) nach. Er hatte ab 1723 bis zu seinem Tod als Thomaskantor in Leipzig gewirkt. Im Mittelpunkt stand die Gegenüberstellung seiner Werke FESTSPIEL-KARTEN ZEITUNGEN Studie: Konkurrenz verdirbt die Qualität Regionalzeitungen mit Monopolstellung schneiden einer Untersuchung zufolge qualitativ oft besser ab als Zeitungen, die sich die Leserschaft mit einem Konkurrenzblatt teilen müssen. Was Akteursvielfalt, Themenvielfalt, Politisierung und Anti- Provinzialismus angehe, stünden vielfach die Monopolblätter, die als einzige Zeitung in ihrem Kreis erscheinen, besser da, sagte der Kommunikationswissenschaftler Frank Marcinowski von der Universität Münster. Der Wissenschaftler untersuchte mit Studierenden über den Erscheinungszeitraum von einer Woche insgesamt 66 Bach im Bahnhof war nur einer der 85 bemerkenswerten Programmpunkte des Bachfestes in Leipzig. Foto: Armin Kühne deutsche Regionalzeitungen, davon 32 in Monopolstellung und 34 mit einer Konkurrenzzeitung im Erscheinungsgebiet. Die Studie wird am 28. und 29. Juni in Berlin beim Lokalzeitungskongress vorgestellt. Tageszeitungen haben gegen Smartphone-Apps zu kämpfen und gegen die Print-Konkurrenten. Foto: dpa Die verbreitete und auf viele Branchen zutreffende Aussage, Konkurrenz belebe das Geschäft, gelte nicht unbedingt für Zeitungen, erklärte Marcinowski. Mit Blick auf die Zahl von O-Ton-Gebern, Themenvielfalt, Vielfalt der Orte, ausgewogene Parteiberichterstattung sowie auf Eigenständigkeit der Beiträge und Transparenz der Quellen habe sich gezeigt: Je weniger intensiv der Wettbewerb, desto besser schnitten die Zeitungen ab. mit denen italienischer Zeitgenossen. Bei insgesamt 110 Veranstaltungen wurden 470 Werke von 145 Komponisten aufgeführt. Es gastierten 2077 Künstler, darunter 150 Solisten, 63 Ensembles und Chöre, in Leipzig. Höhepunkt war die erstmalige Aufführung der lange verschollen geglaubten Oper Zanaida von Bach-Sohn Johann Christian ( ). Das Bachfest 2012 (7. bis 17. Juni) soll unter dem Motto... ein neues Lied 800 Jahre Thomana im Zeichen des Jubiläums von Thomanerchor, Thomasschule und Thomaskirche stehen. Beleuchtet werden dabei acht Jahrzehnte Leipziger Musikgeschichte, die untrennbar mit dem Erbe von Bach verbunden sei, hieß es. Der Kartenvorverkauf beginnt am 15. Oktober. dpa Rechnungshof rügt Kartenvergabe in Bayreuth Der Bundesrechnungshof hat die Vergabe von Gratis- Eintrittskarten und festen Kartenkontingenten an Politiker und Prominente für die Bayreuther Festspiele scharf kritisiert. Dies geht aus einem Bericht der Behörde an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, wie die Rheinische Post berichtet. So seien im vergangenen Jahr nur 40 Prozent der Eintrittskarten in den freien Verkauf gelangt, bei Premieren sogar nur 16 Prozent. Der Rest wird entweder als Freikarten oder als feste Kontingente an Sponsoren und Prominente aus Politik, Wirtschaft, und Gesellschaft vergeben. Dies sei aber mit den Förderzielen nicht vereinbar, heißt es in dem Bericht der Rechnungsprüfer. Der Bund hält 25 Prozent an der Bayreuther Festspiele GmbH. Von der Festspielleitung war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bayerische Oberste Rechnungshof die Kartenvergabe bei den Richard-Wagner- Festspielen unter die Lupe genommen. Damals stießen sich die Prüfer vor allem an dem großen Kartenkontingent für die Mäzene und an der mangelnden Transparenz bei der Zuteilung der knapp Karten pro Saison. Allein die Mäzene der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth erhalten danach knapp Karten. Dem stehen bis zu Kartenbestellungen gegenüber. 750 Karten pro Jahr sind für junge Studenten aus aller Welt reserviert. Sie werden von der Richard-Wagner-Stipendien- Stiftung und zum geringeren Teil auch von der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth bezahlt. Auch die jährlich rund 300 Teilnehmer des traditionsreichen Festivals junger Künstler erhalten vorab gut 1000 Karten. dpa Ein Erklärungsansatz seien die Finanzen, sagte der Kommunikationswissenschaftler. Ein Monopolist könne seine Redaktion besser stellen als eine Konkurrenzzeitung, die sich die verkaufte Auflage mit einer anderen Zeitung teilen müsse. Das Postulat der neoliberalen Wirtschaftstheorie, Produzenten bemühten sich bei Konkurrenz darum, das bestmögliche Produkt zum bestmöglichen Preis anzubieten, funktioniere nur dann, wenn die Leser tatsächlich Qualität nachfragten, erklärte Marcinowski. Doch journalistischen Produkten könne man, anders als bei einem Auto, ihre Qualität nicht direkt ansehen. Auch der Spielraum für Qualitätsjournalismus sei unter Monopolbedingungen offenbar eher vorhanden. Das funktioniere allerdings nur, wenn die Verlage mitspielten und sich wenig in redaktionelle Belange einmischten, sagte der Wissenschaftler. epd

13 UNTERHALTUNG 13 MEDIEN Leipziger mischen Radio im Internet auf Seit anderthalb Jahren setzen junge Leipziger Radiomacher auf das Netz als Hörfunkmedium der Zukunft. Das ambitionierte Projekt detektor.fm ist für den Grimme Online Award nominiert. Die jungen Leipziger Onlineradio-Macher von detektor.fm sehen die Zukunft des Hörfunks im Internet wegen eines engeren Drahtes zum Hörer. Das Netz ist aus unserer Sicht der Verbreitungsweg der Zukunft. Egal ob UKW oder DAB, wir denken, das Netz ist viel kommunikativer und nicht ein so eindimensionaler Weg, sagte Geschäftsführer Christian Bollert in Leipzig. Das anderthalb Jahre alte Online-Radio detektor.fm ist für den Grimme Online Award nominiert. Das ist eine wahnsinnig schöne Bestätigung, dass wir für den wichtigsten Webseiten-Preis nominiert sind, sagte Bollert. Mehr als 2000 Einreichungen Die jungen Leipziger Radiomacher des Online-Angebotes detektor.fm sehen die Zukunft des Hörfunks im Internet. Foto: dpa habe es für den Preis gegeben; detektor.fm setzte sich mit 25 anderen Angeboten bis zur Nominierung durch. Laut Bollert gewinnt sein Radioprojekt pro Monat fünf bis zehn Prozent neue Hörer hinzu bis 4000 seien es derzeit täglich, plus 2000 Besuchern auf der Webseite. Das zeigt uns, dass anspruchsvolle Radios im Netz wirklich geschätzt werden. Online könne man mit seinen Hörern ganz anders interagieren als im klassischen Radio, sagte Bollert, der zur Kommunikation auch auf die Sozialen Netzwerke setzt. Radio im Internet funktioniert 1a, und es wird sich noch mehr durchsetzen, wenn jeder wirklich überall schnelles Internet hat. detektor.fm ging im Dezember 2009 mit dem Anspruch auf Sendung, sich als bundesweites Radio vom Privatfunk und von vielen öffentlich-rechtlichen Angeboten abzusetzen. Zur Finanzierung setzen die Leipziger Radiomacher auf klassische Werbung auf der Webseite sowie Rubriken-Sponsoring, auf Audioproduktionen im Auftrag wie zum Beispiel die Vertonung des Streiflichts der Süddeutschen Zeitung sowie auf Beratung und Coaching. Bislang habe detektor.fm die Gewinnschwelle noch nicht erreicht, sagt Bollert. Er glaube aber, dass dies zum zweiten Sendergeburtstag so weit sein werde. Das wäre dann die zweite große Bestätigung unserer Arbeit. Birgit Zimmermann LEUTE Robbie Williams, Popstar (37), verzichtet während der Welttournee mit der einstigen Boygroup Take That aus Fitnessgründen auf Chips und Schokolade. Ein Fett- Wettkampf mit Bandkollege Gary Barlow habe ihn dazu angespornt, berichtet der Brite. Mittlerweile machten sich auch sein Alter und die akrobatischen Bühnen-Tanzeinlagen aus früheren Jahren in den Gelenken bemerkbar. Ich lege mich nach jeder Probe in die Badewanne, nehme ein Spezialbadesalz gegen blaue Flecken und Muskelkater, sagte Williams. Take That befindet sich derzeit in alter Besetzung auf einer Welttournee. Richard Gere, Schauspieler (61), ist seit langem überzeugter Buddhist und hat in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul einen buddhistischen Tempel besucht. Der Hollywood-Star eröffnete zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn eine Ausstellung mit Fotos, die er in Tibet und an anderen religiösen Stätten des Buddhismus gemacht hatte. ANZEIGE

14 14 REISE SPANIEN Die Tabernas-Wüste: Andalusiens Wilder Westen Sergio Leone, Steven Spielberg, Clint Eastwood, Sean Connery, Harrison Ford. Die Liste berühmter Regisseure und Schauspieler, die in der spanischen Tabernas-Wüste drehten, ist lang. Heute entdecken immer mehr Urlauber die wilde Landschaft der einzigen Wüste Europas. Wo sind mein Pferd und mein Revolver? In der südspanischen Tabernas-Wüste bei Almería dürften sich das viele fragen. Der Blick auf die wilde Hügellandschaft, die von tiefen Schluchten durchzogen wird, erinnert an die Cowboy-Filme von damals. Der Wind weht ausgetrocknete Grasbüschel über die steppenartige Landschaft. Am liebsten möchte man sich hinter dem nächsten Felsen verstecken, um der Postkutsche aufzulauern oder aufs Pferd springen und über die Prärie preschen. Die Erinnerungen an alte Wild- Westen-Streifen sind nicht unbegründet. Charles Bronson und Henry Fonda bekämpften sich hier in Sergio Leones Kult- Western Spiel mir das Lied vom Tod. Pierre Brice war in Winnetous Rückkehr hier, Arnold Schwarzenegger als Conan, der Barbar 3000 Sonnenstunden im Jahr und eine kaum berührte Naturlandschaft waren der Grund, warum über 270 Spielfilme im Desierto de Tabernas, der einzigen Wüste Europas, gedreht wurden. Jesus López war bei Dutzenden dabei. Doch bevor er über sein Leben als Stuntman erzählt, muss er seine Kollegen Alberto, Ricardo und Alejandro verprügeln schließlich ist Jesus der Sheriff, und die anderen sind die Bösen. Den Ersten haut er mit der Faust um. Ricardo sinkt nach zwei ordentlichen Kopfnüssen im Saloon zu Boden, und Alejandro wird mit einem Tritt auf die staubige Straße befördert. Die Tabernas-Wüste als Filmkulisse geführte Wanderungen und Jeeptouren folgen den Spuren der Regisseure. Fotos: dpa Die Urlauber klatschen und fühlen sich, als wären sie gerade bei Dreharbeiten zu einem Western dabei gewesen. Jesus ist für seine 52 Jahre gut in Form. Doch mit den Jahren wird es immer schwieriger. Ich verletze mich schneller, gibt der braungebrannte Spanier zu. Jeden Tag führen er und die anderen Stuntmen in der Westernstadt Fort Bravo ihre Cowboy-Show vor. Fort Bravo kommt einem oft geradezu vertraut vor. Hier drehte Bully Herbig seine Western-Komödie Der Schuh des Manitu. Hier hauten Bud Spencer und Terence Hill in Vier Fäuste für ein Halleluja zu. Die glorreichen Sieben ritten ebenfalls durch die Westernstadt. Es war Sergio Leone, der Meister der sogenannten Spaghetti- Western, der neben Fort Bravo bereits in den 1970er Jahren gleich mehrere Filmstadtkulissen aufbauen ließ, die heute zu besichtigen sind. Saloon, Postkutschenstation, die Banken, Warenhäuser und Pferdeställe sehen noch genau so aus wie zu den Zeiten, als Charles Bronson und Clint Eastwood hier drehten. Vor allem in der Westernstadt Mini Hollywood im Erlebnispark Oasys drehte Leone gleich fünf seiner Kultfilme wie Spiel mir das Lied vom Tod. Die Ranch aus dem Film kann heute noch in der dritten, als Leone Ranch bekannten Kulissenstadt, besucht werden. Damals gab es rund 14 solcher Westerndörfer. Mann, waren das Zeiten hier in Almería, erinnert sich Jesus López. Charles Bronson und Clint Eastwood imponierten ihm besonders, obwohl er damals noch sehr jung war. Erinnern Sie sich an den Jungen, der in Spiel mir das Lied vom Tod seinen Vater am Galgen auf den Schultern trägt und von Henry Fonda die Harmonika in den Mund gesteckt bekommt? fragt Jesus und zeigt auf sich. Der Galgen steht immer noch am Ortsrand von Fort Bravo. Auch in Steven Spielbergs Indiana Jones und der letzte Kreuzzug mit Sean Connery und Harrison Ford hat Jesus mitgespielt. Das war schon beeindruckend, sagt er. Am besten hat er sich aber mit Terence Hill verstanden: Der war witzig. Wir haben sogar Bier zusammen getrunken. Warum so viele berühmte Regisseure vor allem Westernund Actionfilme hier in der Wüste ganz in der Nähe der südspanischen Mittelmeerküste bei Almería drehen wollten, wird am besten auf geführten Wanderungen und Jeeptouren deutlich. Das regionale Fremdenverkehrsamt hat sogar einen Reiseführer herausgegeben, der Besucher auf den Spuren berühmter Filme durch die Wüste leitet. Tabernas ist der perfekte und kostengünstigere Film-Ersatz für die nordamerikanischen Wüsten, erklärt Cristina Serena von Malcamino s. Das Unternehmen hat sich neben der Produktion von Filmen auf thematische Führungen durch die Wüste spezialisiert. Die Badlands von Almería ähneln aber auch Landschaften in Nordafrika und im Orient. So drehte Joseph Mankiewicz mit Liz Taylor hier Einstellungen für Cleopatra, und Peter O Toole stapfte in Lawrence von Arabien durch den Wüstensand. Bei einem seiner Massaker musste auch Jesus López als kleines Kind im Film sterben. Regisseur Stanley Kubrick fand in der Tabernas-Wüste sogar die perfekte Mondlandschaft für seinen Kult-Film 2001: Odyssee im Weltraum. Mit dem Jeep geht es durch ausgetrocknete Flussbetten und Steppenlandschaften, zu Fuß durch tiefe Schluchten. Mit Fotos berühmter Filmszenen beweist Cristina den Besuchern immer wieder, dass sie sich wirklich an Originaldrehorten befinden. Die Spanierin kennt viele Anekdoten von Dreharbeiten, immerhin hat sie bei zahlreichen neuen Filmen mitgeholfen. Sie erklärt aber auch die geologischen Eigenheiten, welche die Wüste nicht nur zum idealen Drehort machen, sondern auch zu einem Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Europas einzige Wüste ist mit 280 Quadratkilometern im Vergleich zur Sahara zwar winzig und hat auch keine großen Sanddünen. Dennoch ist die bizarre Welt aus Stein und Lehm beeindruckend. Kahle Hügel und ein durchfurchter Boden prägen die trockenste Region Europas. Die Temperaturen erreichen im Sommer regelmäßig die 50 Grad. Auf Wanderungen entdeckt man immer wieder Muschel-Fossilien. Vor rund zwölf Millionen Jahren befand sich die heutige Wüste in rund 400 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund, erklärt der spanische Geologe Luis Delgado Castilla, der über 20 Jahre lang die Tabernas-Wüste erforschte. Zum Glück für die Filmemacher blieb die Region aufgrund der widrigen Lebensbedingungen lange von menschlichen Eingriffen verschont. Und so können heute Urlauber auf den Spuren von Indiana Jones eine eindrucksvolle Wildnis bewundern, bevor es zurück an die Strände am Cabo de Gata geht. Manuel Meyer Saloon, Warenhäuser und Pferdeställe sehen noch so aus wie zu den Zeiten, als Bronson und Eastwood hier drehten. Willkommen in der Western-Stadt die ehemaligen Filmkulissen bieten immer noch viel Platz für Cowboy-und-Indianer-Spiele.

15 FRESH DIE JUNGE SEITE 15 HAUTPROBLEME Bei Akne helfen Pflege, Medikamente und Geduld Unreine Haut, Mitesser oder Pickel: Sieben von zehn Teenagern leiden an Akne. Akne lässt sich gut behandeln, aber man braucht Geduld. Die ersten Erfolge zeigen sich oft erst nach mehreren Wochen, sagt Lutz Engelen, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer in Berlin. Gegen leichte Akne helfen rezeptfreie Medikamente, bei schwereren Formen kann der Hautarzt Cremes oder Tabletten verordnen. Die fachgerechte Behandlung vermeidet nicht nur Akne- Narben. Jugendliche mit blühender Akne werden von Gleichaltrigen oft ausgegrenzt oder haben Schwierigkeiten, einen guten Ausbildungsplatz zu finden. Typisch für Akne sind Mitesser und Pickel. Mitesser sind Talgdrüsen, die durch einen Pfropf aus Talg und Horn verstopft sind. Sie bilden sich, wenn in der Haut zu viel Talg produziert wird und dieser Überschuss nicht abfließen kann. Offene Mitesser sind auf der Haut als dunkle Punkte erkennbar, geschlossene (weiße) Mitesser liegen unter der Hautoberfläche. Entzündet sich ein Mitesser, bildet sich ein Pickel. Pickel bereiten vielen Teenagern Verdruss: Das übliche Herumdrücken und Ausquetschen der Pickel verschlimmert das Hautbild jedoch. Foto: dpa Das unsachgemäße Herumdrücken an Mitessern oder Pickeln verschlimmert das Hautbild. Eine regelmäßige professionelle Hautreinigung hingegen beugt Narben vor. Gegen Akne werden oft rezeptfreie Präparate mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid eingesetzt. Sie wirken hornhautauflösend, dadurch kann der Talg besser abfließen, erläutern die Experten von der Apothekerkammer. Die Präparate zum Abwaschen oder zum Verbleib auf der Haut werden auf die gesamte erkrankte Haut aufgetragen, nicht nur punktuell auf Pickel und Mitesser. Ein Nebeneffekt: Der Wirkstoff wirkt wie ein Bleichmittel. Deshalb während der Behandlung weiße Handtücher und Bettwäsche nicht benutzen, sonst gibt es Flecken. Bessert sich die Haut nach mehreren Wochen täglicher Anwendung nicht, kann der Arzt andere Wirkstoffe zum Auftragen oder Einnehmen verschreiben. Basis jeder Akne-Behandlung ist eine an den Hauttyp angepasste Hautpflege. Die Kosmetika sollen die überschießende Talgbildung eindämmen, dürfen die Haut aber nicht zu stark reizen. Aknepatienten brauchen zur Hautreinigung ph-neutrale Syndets oder Waschgele. Hoch konzentrierte alkoholhaltige Gesichtswasser sind ungünstig: Sie wirken stark entfettend und können eine Nachproduktion von Talg auslösen. Peelings sind bei unreiner Haut oder leichter Akne empfehlenswert, da sie die verstopften Talgdrüsen öffnen. Wer viele Pickel hat, verzichtet aber besser darauf. Sonst wird durch das Rubbeln der Eiter über die gesamte Haut verteilt. Nina C. Zimmermann MUSIC / VIDEO / GAMES / BOOKS AM RANDE Limp Bizkit Das Reunion-Album ist da: nachdem Limp Bizkit in den letzten zwei Jahren bereits mit Konzerten in Originalbesetzung für Furore sorgten, kehrt das Quintett aus Jacksonville/ Florida nun mit voller Wucht zurück: Für den 24. Juni ist ihr neues Studioalbum Gold Cobra angekündigt, das erste Werk mit neuem Material seit immerhin sechs Jahren. Als Vorgeschmack gibt es die Single Shotgun, die schon am digital veröffentlicht wurde. Doch damit nicht genug: Pünktlich zur Veröffentlichung ihrer sechsten LP kommen Fred Durst & seine Mannen für fünf Live-Dates nach Deutschland. Monsters Sechs Jahre sind vergangen, seitdem die NASA eine Sonde auf den Jupitermond Europa geschickt hat, um nach Leben zu forschen. Auf dem Heimweg zerbricht die Sonde über Mexiko, wenig später tauchen Monster auf, die von der Armee weitläufig eingesperrt werden. Doch nicht alle Menschen konnten aus der Quarantänezone fliehen: Fotograf Andrew soll Sam, die Tochter seines Verlegers, aus dem Gefahrengebiet zurück in die USA bringen, bevor alle Wege geschlossen werden. Sie verpassen die letzte Fähre und müssen sich ihren Weg durch die infizierte Zone bahnen. NHL 11 Die aktuelle NHL-Saison ist gerade zu Ende gegangen, die Boston Bruins haben den Stanley Cup gewonnen. Die Eishockey-freie Zeit können sich die Fans des schnellen Sports mit NHL11 von EA Sports, vertreiben. Die Reihe, die 22 Sports Game of the Year - Awards gewonnen hat, legt die Messlatte höher. Unterstützt durch eine rundum erneuerte Echtzeit-Engine führt NHL 11 zu härteren Checks, mehr Adrenalin, zerbrochenen Schlägern und schnelleren Täuschungsmanövern. Im Game sind neben NHL und Canadian Hockey League auch die DEL-Teams spielbar. Für PS3 und Xbox 360. Hartland Zu Fuß in das Herz Amerikas, drei Monate lang, 3500 Kilometer von Nord nach Süd: Zeit -Autor und Journalist Wolfgang Büscher hat das Abenteuer gewagt. Er lässt sich durch die schneebedeckte Prärie Norddakotas treiben, entdeckt den verlassenen Ort Hartland, der einst Heartland hieß, und freundet sich in den Great Plains mit einem rätselhaften indianischen Cowboy an. Dann folgt er der Route 77 vom Missouri bis zum Rio Grande. Bob Dylan nannte diese historische Straße einmal das eigentliche Herz Amerikas, an ihr entlang lasse sich der Geist des Landes einfangen. Wulff: Kritik an Kürzungen Das Deutsch-Polnische Jugendwerk hat Ende Juni sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. An der Festveranstaltung in Berlin nahmen auch Bundespräsident Christian Wulff und der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski als Schirmherren teil. In seiner Ansprache legte Wulff der Bundesregierung nahe, die dem Jugendwerk auferlegten Kürzungen zurückzunehmen. Sie seien ein falsches Signal, wenn aus Gegnern Freundschaft werden soll und dies internationale Bedeutung bekomme. Es haben sich viele nicht erträumen können, dass die deutsch-polnische Freundschaft Wirklichkeit geworden ist, sagte der Bundespräsident weiter. Dennoch bleibe auf deutscher Seite noch viel zu tun, um Vorurteile gegenüber Polen abzubauen. Bei dem Festakt wurde erstmals die Auszeichnung Guter Nachbar für besonderes Engagement für deutsch-polnische Begegnungen verliehen. Der undotierte Preis ging an sechs Schulen und Projekte sowie an zehn Einzelpersonen. epd

16 16 PRÄVENTION AM RANDE Feste Zeiten für Schichtarbeiter Schichtarbeiter sollten sich feste Essenszeiten angewöhnen. Das rät die Arbeitsmedizinerin Ulrike Roth vom TÜV Rheinland. Beschäftigte im Nachtdienst seien gezwungen, gegen ihren natürlichen Rhythmus anzukämpfen. Die Folge sei, dass sie oft appetitlos seien und dadurch erkrankten. Dagegen helfe vor allem, zu festen Uhrzeiten und in regelmäßigen Abständen zu essen. Wichtig ist, nicht dauernd zwischendurch zu essen, rät Roth. Sonst nehme man mehr Kalorien zu sich, als der Körper brauche, und man verliere das natürliche Hungergefühl. Beschwerden wie Schlaflosigkeit und Nervosität lassen sich am besten mit Sport kompensieren. Das Schlafzimmer sollte man vollständig abdunkeln können, um auch tagsüber fest schlafen zu können. Idealerweise ist das Schlafzimmer zur ruhigeren und kühleren Seite der Wohnung gelegen. dpa Babyaugen brauchen Schutz Bei einem Urlaub im Hochgebirge sollten nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Babys mit Sonnenbrillen vor den UV-Strahlen geschützt werden. Im Gegensatz zu Erwachsenen oder größeren Kindern können sie dem hellen Licht nicht entgehen, indem sie den Kopf wegdrehen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Auch die Haut muss in den Bergen besonders gründlich geschützt werden. Eltern sollten ihren Kindern deshalb weite Kleidung anziehen sowie eine Kopfbedeckung, die über den Nacken reicht. Bequeme Schuhe, die am besten auch den Fußrücken abdecken, beugen zusätzlich einem Sonnenbrand vor. dpa ALLERGIEN Kampf den Milben Milben kennt jeder, aber gesehen hat sie kaum einer. Denn die achtbeinigen Spinnentiere mit monsterähnlichem Gesicht sind nur unter dem Mikroskop zu entdecken. Doch wenn nur ihr Name genannt wird, schüttelt es die meisten: Die Vorstellung, mit ihnen Bett und Wohnung teilen zu müssen, löst Unbehagen aus. Dabei gehören Milben seit der Urzeit zum menschlichen Umfeld und haben mit mangelnder Sauberkeit nichts zu tun, sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Für Nichtallergiker sind die Tierchen in der Regel harmlos nicht aber für Menschen mit Hausstaubmilben-Allergie. Bei einer solchen Allergie werden die Symptome durch den Kot der im Hausstaub lebenden Milben ausgelöst, erklärt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Die Kotbällchen trocknen aus und zerfallen in sehr kleine Teilchen, die sich mit dem Hausstaub verbinden. Dieses Gemisch atmet der Mensch ein und das kann zu allergischen Reaktionen führen. Milben gedeihen am besten im Bett, wo es schön warm und etwas feucht ist, erläutert die Stiftung Warentest in Berlin. Dort bekämen sie auch noch jede Menge Hautschuppen ab, ihre bevorzugte Nahrung. So sei es unvermeidlich, dass sich bis zu 1,5 Millionen der winzigen Tiere in unseren Betten sammeln können. Studien zufolge wird in einer Matratze nach sieben Jahren ein Höchstmaß an Allergenen erreicht. Deshalb rät die Stiftung Warentest, die Matratze aus Gesundheits- und Hygienegründen alle sieben bis zehn Jahre auszuwechseln. Auch für Schwalfenberg ist die Sanierung des Bettes die wichtigste therapeutische Maßnahme. Kuscheltiere werden häufig in den Arm genommen und nehmen so Hautschuppen auf Teddy und Co. sollten daher regelmäßig in die Waschmaschine. Foto: dpa Allergiker sollten Matratzen mit allergendichten Überzügen, sogenannten Encasings, beziehen. Das Bettzeug und die Bettwäsche sollten regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Bei einer schweren Allergie biete es sich zudem an, allergendichte Zwischenbezüge zu benutzen, rät die Expertin. Mit dem größten Fehler beim Bettenmachen rechnet aber kaum einer: Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert den Milben das Überleben, erläutert Schwalfenberg. Denn die über Nacht durch Schwitzen angesammelte Flüssigkeit könne unter der zusammengelegten Bettdecke nicht richtig entweichen und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Decke und Matratze bleibe erhalten. Deshalb sollten nach dem Aufstehen zuerst die Decke zurückgeschlagen und die Schlafräume gelüftet werden. Die Matratze sollte währenddessen unbedeckt sein, damit auch aus dieser die Feuchtigkeit entweichen kann. In Kinderbetten liegen häufig Kuscheltiere und diese sind wie Kissen, Decken und Matratzen voller Milben. Um die Stofftiere von den Tieren zu befreien, sollten sie für 24 Stunden in die Kühltruhe gelegt werden, rät Schwalfenberg. Allerdings beseitige dies nicht den Milbenkot, sondern töte nur die Milben. Effektiver sei es, Teddy und Co. regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Kleidung sollte nicht in Bettnähe ausgezogen werden, rät die Stiftung Warentest zudem. Denn beim Ausziehen der Sachen werden viele Hautschüppchen durch die Luft gewirbelt. Früher wurde Allergikern außerdem empfohlen, den Teppichboden zu entfernen und glatte, wischbare Bodenbeläge zu verlegen. Diese Empfehlung kann nicht mehr generell gegeben werden, sagt Schwalfenberg. Für Allergiker seien glatte Böden nur dann besser, wenn sie mindestens alle zwei Tage feucht gewischt werden. Ob dieser Reinigungsaufwand wirklich zu realisieren ist, hänge von den individuellen Lebensumständen ab. Teppiche und Teppichböden haben sogar Vorteile für Hausstauballergiker, sagt Ernst Schröder, Geschäftsführer des Deutschen Teppich-Forschungsinstituts in Aachen. Denn die in jeder Zimmerluft enthaltenen Staubteilchen werden, wenn sie zu Boden sinken, von den Florfasern des Teppichs festgehalten. Der Staubgehalt der Luft in Räumen mit Teppichböden sei dadurch geringer als in Zimmern mit glatten Böden. Einen Flokati als Teppich möchte Schröder in einer Allergikerwohnung aber nicht sehen. Besser seien Teppiche mit einem kurzen Flor. Der Staubsauger entferne von diesen die Staubpartikel gründlich das gelinge am besten mit einem sogenannten HEPA-Filter. Häufig wird geraten, Polstermöbel und Teppiche halbjährlich mit Pestiziden mit dem Wirkstoff Akarizid aus der Apotheke zu reinigen. Dieses Abtöten der Milben bringe aber nur kurzfristige Entlastung, sagt Petersen. Besser sei es deshalb, zu versuchen, einen möglichst milben- und staubarmen Wohnraum zu schaffen. Denn gänzlich ausrotten lasse sich die Hausstaubmilbe ohnehin nicht. Stephanie Hoenig VORBEUGUNG Ist mein Kind computersüchtig? Die Eltern kommen nach Hause und der Sprössling hockt schon wieder vorm Computer. Fragen nach erledigten Hausaufgaben oder auch nach den Aufgaben im Familienhaushalt enden regelmäßig im Streit. Und dieser wird von den Kindern und Jugendlichen zunehmend aggressiver geführt. Sind das die ersten Zeichen für eine Sucht? Es gibt Ähnlichkeiten zu den bekannten Suchtformen, z.b. Alkohol oder Drogen. Über 90 Prozent der Jugendlichen im Alter von Jahren nutzen Handys und das Internet. Laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbandes gibt es in deutschen Haushalten durchschnittlich 2,4 Fernseher, 2,7 Computer und 4 Handys. Internet, ob über Handy oder PC, kann unsere Kinder und Jugendlichen krank machen warnt jugendschutz.net. Handyvideos mit brutalen Inhalten, Ballerspiele und auch falsche Freunde in Communitys (Facebook, SchülerVZ) können für die Betroffenen zu einem wahren Alptraum werden kontrollierte Jugendschutz.net fast Internetangebote und konnte dabei über 6000 Verstöße feststellen. Ein richtiger Umgang mit der Technik erleichtert uns den Alltag, doch die Gefahren lauern. Ganz wichtig ist, dass wir mit unseren Kindern im Gespräch bleiben, sagt Dr. Jürgen Schermesser von der Barmer GEK in Leipzig. Nur so können wir Veränderungen in der Persönlichkeit bemerken und rechtzeitig verhindern, dass Maß und Kontrolle verloren gehen und ein Abgleiten in die Sucht möglich wird, so Dr. Schermesser weiter. Probieren Sie es doch einmal mit Absprachen über Zeit und Inhalte. Legen Sie in der Familie Zeitbegrenzungen für die Woche fest. Zusätzliche Bonuseinheiten gibt es, wenn auch die andern oder sogar zusätzliche Aufgaben im Familienalltag erledigt wurden, rät der Regionalgeschäftsführer in Leipzig. Mehr zu Hilfe und Sicherheit findet man auch unter www. barmer-gek.de, unter: Kinder am Computer. Bemerken Eltern auffällige Internetangebote, können sie sich unter der jugendschutz.net melden. r.

17 FITNESS, BEAUTY & WELLNESS 17 MEDIZIN-TOURISMUS Auslandsreise für Zahnbehandlung lohnt oft nicht Für Kassenpatienten lohnt es sich nach Expertenansicht nur selten, Zahnbehandlungen im Ausland machen zu lassen. An sich ist es verlockend, wenn man sieht, wie die Kosten abweichen. Die Reisekosten können aber schnell die Einsparungen übersteigen, sagte der Gesundheitsexperte Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Vor allem Zahnersatzbehandlungen ließen einige Patienten wegen der hohen Eigenbeteiligung im Ausland machen. Dafür sind aber immer mehrere Sitzungen nötig. Es ist schwierig, die alle in einem Urlaub unterzubringen, erklärte der Experte. Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen hat vor deutlich steigenden Zahnarztrechnungen gewarnt. Für eine Krone etwa müssten Kassenpatienten künftig 74 Euro mehr zahlen. Die Bundeszahnärztekammer hält die Warnung hingegen für übertrieben. Hintergrund ist die geplante Reform der Gebührenordnung für Zahnärzte. Die neue Gebührenordnung soll Anfang 2012 in Kraft treten. Sie regelt für Kassenpatienten die Bezahlung bei Behandlungen, die über Standardleistungen hinausgehen. Am ehesten kann sich eine Behandlung im Ausland für Deutsche auszahlen, die zum TAG DES FUSSES Ohne Schuhe läuft es (sich) besser Um das Bewusstsein im Umgang mit den eigenen Füßen zu stärken, findet am 29. Juni der Tag des Fußes statt. Über Jahrzehnte hinweg wirken sehr hohe Belastungen auf die Füße. Trotzdem fällt in unseren Sprechstunden auf, dass viele Patienten durch unbequemes Schuhwerk Fußfehlstellungen riskieren, sagt Adrian K. Wiethoff, zertifizierter Fußchirurg und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Düsseldorf. Als Folge steigt die Gefahr einer dauerhaften Fußschädigung. Zu den bekanntesten Fehlstellungen gehört beispielsweise der Hallux valgus: ein Schiefstand des großen Zehs. Dabei versprechen bereits kleine Entspannungstechniken eine Verringerung der täglichen Belastung. Grundsätzlich sorgt eine gesunde Schuhform für den besten Schutz vor Fehlstellungen. Viele Kliniken bieten es an, viele Patienten nutzen diese Angebote: zahnmedizinische Behandlungen im Ausland. Das ist für viele in Ordnung solange alles ohne Komplikationen bleibt. Foto: dpa Beispiel nahe der polnischen Grenze wohnen. Patienten sollten sich aber auch bei ihrem heimischen Zahnarzt nach Einsparmöglichkeiten erkundigen: Vor allem Ärzte im Raum Berlin- Brandenburg hätten manchmal Kooperationspartner im osteuropäischen Raum, so Vogel. Die günstige Behandlung könne dann der Arzt im Ausland übernehmen, die Nachbehandlungen der Kollege in Deutschland. Für eine Versiegelung, eine Dabei verteilt der Schuh die Belastungen gleichmäßig auf den Fuß und engt diesen weder ein, noch verändert er die eigentliche Fußstellung. Doch es gibt beispielsweise geschäftliche Etikette, die dazu führen, dass diese Ratschläge missachtet werden, weiß Adrian K. Wiethoff. Durch High Heels etwa wirkt das gesamte Körpergewicht ausschließlich auf den Fußballen und erhöht mittelfristig die Gefahr einer Deformation. professionelle Zahnreinigung oder eine Krone muss der Patient zwar nur einmal auf den Zahnarztstuhl. Solche Eingriffe wegen des vergleichsweise geringeren Reiseaufwands ins Ausland zu verlegen, ist aber für Vogel zu kurz gedacht. Die Behandlungen kosten höchstens ein paar hundert Euro. Da hebt selbst eine einmalige Reise die Kostenersparnis wieder auf. Patienten könnten ihren deutschen Zahnarzt auch bitten, mit günstigerem Material aus dem Ausland zu arbeiten. Das muss die Muskeln, da sich der Fuß ohne den alltäglichen Druck des Schuhwerks bewegt. Auch hilft ein gelegentliches Fußbad dabei, die nötige Entspannung Um dem Fuß nach einer anstrengenden Woche die nötige Entspannung zu gewähren, bietet es sich besonders in der Sommerzeit an, einen Tag lang barfuß zu laufen, sagt Adrian K. Wiethoff. Dies sorgt für eine optimale Durchblutung und stärkt ßen durchaus gut. Foto: Mal ganz ohne Schuhe zu gehen, tut Fü- pd aber gar nicht unbedingt sein, sagte Vogel. Spürbare Preisunterschiede gebe es auch bei inländischen Herstellern. Geht bei der Operation etwas schief oder gebe es einige Wochen später Probleme mit den neuen Zähnen, wird es besonders aufwendig: Nachbessern ist grundsätzlich Aufgabe des behandelnden Zahnarztes. Sitzt der Verantwortliche im Ausland, muss der Patient eben wieder reisen. Johanna Uchtmann der beanspruchten Sehnen zu erzielen. Neben erworbenen Deformationen gibt es auch Fußfehlstellungen, die seit der Geburt bestehen und bei denen Patienten sich aus medizinischen oder auch aus ästhetischen Gründen für eine Behandlung entschließen. In beiden Fällen stellen orthopädische und chirurgische Konzepte eine Therapiemöglichkeit dar. Je nach Grad der Veränderung helfen zum Beispiel Einlagen, die Muskeln und Knochen in deren eigentliche Position zu bringen, sagt Adrian K. Wiethoff. Auf diese Weise erhält der Fuß seine natürliche Stabilität zurück. Bei starken Fehlstellungen bieten sich kleine Eingriffe unter örtlicher Betäubung als Alternative an. Damit steht bei vielen Patienten einem gesunden und schönen Gang nichts mehr im Wege. So geartete Eingriffe werden auch am Universitätsklinikum Leipzig durchgeführt. r. AM RANDE Vor Tauchurlaub Zähne checken Urlauber sollten vor einer Tauchreise ihre Zähne durchchecken lassen. Denn undichte Zahnfüllungen oder Löcher können unter Wasser Schmerzen bereiten. Der erhöhte Druck unter Wasser führe dazu, dass sich die in den Hohlräumen eingeschlossene Luft beim Auftauchen ausdehnt, erklärt Dirk Kropp von der Initiative prodente in Köln. Die Zähne brechen dann auf. Vorab sollte deshalb der Zahnarzt nicht nur die Füllungen überprüfen, sondern auch nach lockeren oder druckschmerzhaften Zähnen suchen. Beim Röntgen lassen sich tote Zähne aufspüren. Träger von Zahnprothesen sollten deren Sitz kontrollieren lassen. Falls am Urlaubsort ein Zahnarztbesuch nötig ist, hilft ein Sprachführer von prodente in sieben Sprachen weiter: Er enthält die wichtigsten Formulierungen zu akuten Zahnbeschwerden. dpa Wachmacher: Tee besser als Kaffee Tee kann die Konzentrationsund Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum als Kaffee fördern. Denn anders als beim Kaffee nimmt der Körper das Koffein aus Schwarzem, Grünem oder Weißem Tee langsamer auf, erläutert der Deutsche Teeverband in Hamburg. Daher halte die stimulierende Wirkung länger an. Auch kalte Drinks mit Tee können diesen Effekt haben. dpa Realitätsferne Kochshows Die zahlreichen Kochshows im Fernsehen haben wenig Einfluss auf die tatsächlichen Essgewohnheiten der Zuschauer. Kochsendungen sind mehr ein visueller Lustgewinn, als dass man daraus etwas auf den Alltag übertragen könnte, sagt Professor Florian Schweigert, Ernährungswissenschaftler an der Universität Potsdam. Er bedauert, dass Tipps für eine gesunde Ernährung aus den Kochshows im Alltag nur am Rande eine Rolle spielten. Dabei mangele es sogar an Basiswissen bei jungen Menschen: Viele Jugendliche lernen heute zu Hause nicht einmal mehr, wann das Salz ins Nudelwasser muss. Der Ernährungsexperte vermutet in den Kochshows auch einen Ersatz dafür, dass es in vielen Familien keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr gibt, so der Professor: Ich bin immer wieder erstaunt, in wie vielen Haushalten mehrere Fernseher mit Flachbildschirm stehen aber kein einziger Esstisch. dpa

18 18 IHR GELD, IHR RECHT ADVOKATEN Anwalt gesucht: Wie Verbraucher Rechtsbeistand finden Die Ampel springt von Gelb auf Rot, voll auf die Bremse, der Hintermann hängt auf der Stoßstange. Kommt dann Ärger mit der gegnerischen Versicherung hinzu, ist es Zeit für einen Anwalt. Doch wie aus dem Meer der rund Advokaten den richtigen herausfischen? Empfehlungen, Internetrecherche, Besuch in der Kanzlei gehören zum Auswahlprozedere. Ein Kriterium allein reicht nicht, meint zumindest Peggy Fiebig von der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) in Berlin. Bester Weg ist die Empfehlung, gut oder schlecht ist aber auch immer subjektiv. Weil viel Vertrauliches zwischen Mandant und Anwalt zur Sprache kommt, muss die Chemie stimmen. Deshalb führt kein Weg vorbei am persönlichen Kennenlernen. Es sei wie beim Arzt: Ob man Vertrauen hat, weiß man erst, wenn man da ist. Im Internet gibt es zahlreiche Anwalt-Suchmaschinen, die den Einstieg erleichtern. Die BRAK listet neben ihrem eigenen Register mehr als zehn Links auf. Hinter seriösen Portalen stehen unter anderem juristische Verlage und der Deutsche Anwaltverein (DAV). Sie funktionieren in etwa nach dem gleichen Prinzip: Der Verbraucher bekommt nach Es ist nicht immer leicht, den richtigen Anwalt zu finden neben der fachlichen Kompetenz kommt es auch auf die Sympathie an. Foto: dpa Eingabe der gewünschten Stadt und des Rechtsgebiets die Kontaktdaten von verschiedenen Advokaten. Orientierung in der Sache bietet die Bezeichnung Fachanwalt. Davon gibt es laut BRAK immerhin , verteilt auf 20 Rechtsgebiete. Einerseits sind unter ihnen Exoten, zum Beispiel für Agrarrecht. Andererseits existiert für Alltagsdinge wie Reiserecht oder Kaufrecht kein Fachanwalt, kritisiert der Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Köln, Martin Huff. Dennoch hält der Redakteur der Zeitschrift Finanztest, Lutz Wilde, den Titel für den einstweilen besten Hinweis auf Sachkunde. Um den von den Kammern anerkannten Zusatz zu bekommen, müssen Juristen sich fortbilden, Klausuren schreiben und mindestens 100 Fälle auf dem angestrebten Fachgebiet nachweisen. Darüber hinaus werben Kanzleien mit diversen Qualitätssiegeln. Die Bundesrechtsanwaltskammer vergibt das Q-Zertifikat. Mit ihm weist der Anwalt nicht mehr und nicht weniger nach, als dass er sich generell fortgebildet hat, erläutert Peggy Fiebig. Lernen gehört laut Berufsordnung zu den Pflichten eines Advokaten. Das Deutsche Anwaltsinstitut vergibt ein Siegel für Fortbildung in Bereichen wie Kündigungsschutz und Unterhaltsrecht. Dafür müssen Unterlagen studiert, Unterricht absolviert und eine Klausur bestanden werden. Beim Besuch in der Kanzlei können Verbraucher sich vergewissern, ob ein Vertrauensverhältnis da ist, sagt Swen Walentowski, Pressesprecher des DAV in Berlin. Und den Juristen nach seinem Fachwissen fragen: Haben Sie so etwas schon mal gemacht? Wie oft? Wie ist es ausgegangen? Auch Honorar und Ablauf des Mandats sollten Verbraucher direkt ansprechen. Mit gesundem Menschenverstand Fragen stellen empfindet Lutz Wilde als beste Leitlinie für das Gespräch. Scheu ist fehl am Platz, weil klare Verhältnisse möglichem Ärger vorbeugen. Eine so genannte anwaltliche Erstberatung ohne Schriftsatz darf dem DAV zufolge höchstens 190 Euro kosten. Erteilt der Verbraucher dem Juristen hinterher ein Mandat, wird der Betrag verrechnet. In Fällen, die nicht unbedingt vor Gericht landen, etwa Streit mit der Autoversicherung, muss eine Honorarvereinbarung geschlossen werden. Rechtsrat auf die Schnelle im Internet und E- Mail-Diensten zu suchen, sieht Peggy Fiebig skeptisch. Genauso zuverlässig wie eine Ferndiagnose. Monika Hillemacher AKTUELLE URTEILE Haftstrafe wegen illegaler SIM-Lock-Entsperrung Anbietersperren bei Handys dürfen nicht gelöscht werden. Ein Mann ist jetzt zu einer siebenmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er gewerbsmäßig sogenannte SIM-Locks entsperrt hat. Das Amtsgericht Göttingen hat einen 35-jährigen Mann zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er in mehr als 50 Fällen Handys geknackt hat, die mit einem SIM-Lock ausgestattet waren. Seine Dienstleistung bot er über das Internet an, weshalb das Gericht von einer gewerbsmäßigen Tätigkeit ausging. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte der Fälschung beweiserheblicher Daten schuldig gemacht hat. Der Anwalt des Angeklagten plädiert dagegen auf Freispruch, da seiner Meinung nach ein SIM-Lock keine urheberrechtlich geschützte Software sei. Er kündigte Berufung gegen das Urteil an. Der Prozess stellt einen Präzedenzfall dar, da bislang Grundsatzurteile zu diesem brisanten Thema fehlen. Mobilfunkunternehmen werben mit neuen Handymodellen, die Kunden in der Regel für einen Euro erhalten, wenn sie gleichzeitig einen langfristigen Handyvertrag abschließen. Über Grundgebühren und Verbindungsentgelte fließen die Handysubventionen wieder zu den Mobilfunkunternehmen zurück. Unfall: Mitschuld bei Überschreiten von Tempo 130 Ein Überschreiten der Richtgeschwindigkeit von Tempo 130 kann selbst bei einem unverschuldeten Unfall teuer werden. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg hervor. Im verhandelten Fall war eine Fahrerin auf der Autobahn mit Tempo 160 auf ein einscherendes Fahrzeug aufgefahren. Die schnelle Autofahrerin muss 25 Prozent des Schadens übernehmen. Bei Tempo 130 wäre der Unfall zu vermeiden gewesen, urteilte das Gericht. Ihr Anteil am Schaden resultiere daher aus der erhöhten Betriebsgefahr bei schneller Fahrt. (Az. 13 U 712/10) FLUGLOTSENSTREIK Keine Entschädigung bei Flugausfall In Deutschland droht ein Fluglotsenstreik in diesem Fall können Passagiere bei einem Flugausfall keine Entschädigung beanspruchen. Denn sie können dafür nicht die Airline verantwortlich machen. Wenn die Fluglotsen an allen internationalen Flughäfen streiken, ist der Luftraum in Deutschland genauso dicht wie bei der Aschewolke, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Es handle sich daher um einen Fall höherer Gewalt. Denn die Fluglotsen seien weder bei einer Fluggesellschaft noch bei einem Veranstalter angestellt. Bei einem solchen Drittstreik steht Urlaubern daher keine Entschädigung zu, wie sie eine EU-Verordnung zu Flugausfällen vorsieht. Wenige Wochen vor den Sommerferien droht Reisenden in ganz Deutschland ein Streik der Fluglotsen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung erklärte die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Flugsicherung für gescheitert. Nun muss Flugpassagiere haben Rechte auch im Fall eines Streiks. Foto: dpa der Vorstand der Gewerkschaft über Arbeitskampfmaßnahmen entscheiden. In der GdF-Geschichte hat es bisher noch nie bundesweite Streiks gegeben. Passagiere müssen es sich aber nicht bieten lassen, wenn sie bei einem Streik der Lotsen mit dem Problem alleingelassen werden. Wer dann auf dem Flughafen festhängt, müsse von seiner Fluggesellschaft oder seinem Reiseveranstalter betreut werden, erklärt Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Das ist unabhängig vom Verschulden. Betroffenen stehen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung Essen und Getränke zu, meist in Form von Gutscheinen. Und sie dürfen kostenlos zweimal telefonieren oder s schreiben. Wenn die Wartezeit sich über Tage hinzieht, muss die Airline Hotelübernachtungen übernehmen. Wie viele Nächte das sind, darüber wird noch vor Gericht gestritten. Zumindest zwei Übernachtungen muss die Airline aber bezahlen. Außerdem habe der Reisende die Wahl, das Geld für den Flug zurückzuerhalten oder den nächstmöglichen Flug ans Ziel zu nehmen. Grundsätzlich habe die Fluggesellschaft die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren, erklärt Degott. dpa

19 SOZIALES 19 PSYCHOTHERAPIE Hunger, Schläge und Tabus Den Teufelskreis durchbrechen: Nach Behandlungskonzepten für Opfer von Gewalt, die in der Folge selbst aggressiv reagieren, suchten internationale Fachleute Mitte Juni in Leipzig. Bei dem fünftägigen Symposium Täterintrojekte, veranstaltet von der Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie, soll es darum gehen, Ursachenforschung zu betreiben anhand von Schicksalen wie dem von Susi M. (Name von der Redaktion geändert). Kaum vorstellbar, was auf diesen schmalen Schultern lastet: Susi M. hat bis zu ihrem fünften Lebensjahr bereits mehr Negatives erlebt, als die meisten anderen Menschen in ihrem ganzen Leben erdulden müssen. In ihrer Herkunftsfamilie waren Schläge, Hunger, Eingesperrt-Sein an der Tagesordnung. Statistisch ist fast ein Viertel aller Frauen schon einmal Opfer körperlicher Gewalt geworden. Deshalb wollen sich nun auch die 47 Länder des Europarates vertraglich verpflichten, die Rechte von Betroffenen zu stärken, Täter effektiver zu verfolgen und zu bestrafen. Soviel Aufmerksamkeit ist Susi nicht zuteil geworden. Erst nach diversen Heimaufenthalten entzog ein Gericht ihren leiblichen Eltern das Sorgerecht endlich, schließlich war die Familie den Ämtern schon vor Susis Geburt bekannt, wegen regelmäßiger Haftstrafen von Mutter und Vater als auch der Vernachlässigung der anderen Kinder. Das Mädchen aus dem Landkreis Leipzig wird also adoptiert. Als Sechsjährige entdeckt sie damit eine ganz andere Welt, vieles im Überfluss, wie sie sagt. Vorher hatte sie kein eigenes Bett; plötzlich hat sie sogar ein eigenes Zimmer, Spielzeug. Es gibt frisch zubereitetes Essen, jeden Morgen eine Tasse Tee, nicht mehr nur einen erbettelten Kanten trockenes Brot. Ich hatte zum ersten Mal ein Stück Fleisch auf dem Teller. Pantoffeln, Kleiderbügel, Gürtel werden ausschließlich zur eigentlichen Verwendung gebraucht, nicht mehr, um sie damit zu verprügeln. Alles so anders, für viele ganz normal. Ich war davon total überfordert. Susi nässt sich ein, muss in dem neuen Zuhause mühsam das Sprechen lernen. Ihre Adoptiveltern reagieren auf unangepasstes Verhalten mit Geschrei, Zimmerarrest. Das kannte ich ja. Und ohne Essen ins Bett, das war nicht ganz so schlimm. Ich wusste, am nächsten Tag gibt es wieder was. Trotzdem: Im Laufe der Jahre wird ihr klar, dass auch in ihrer neuen Familie nicht alles zum Besten steht. Es gibt sehr starre Regeln, ständige Kontrollen. Dass es Mittagessen um Punkt 12, das Abendbrot um Punkt 6 und zwar auf die Minute gibt, ist noch harmlos. Immerhin gibt es regelmäßiges Essen. Dass kein Wort während der Mahlzeiten gesprochen werden darf, ist schon schwieriger, zumal Susi sich zunächst an das gemeinsame Essen gewöhnen muss. Sowas hat es für sie früher schließlich nie gegeben. Briefe von Freunden den wenigen, die sie haben durfte werden ihr vorenthalten, ihr Zimmer wiederkehrend durchsucht. Die dürfen das, denkt sie bei sich. Was Susi damals als Normalität erlebt, empfindet sie nun als zwanghafte Strukturen, stark autoritäres Verhalten. Die inzwischen 43-Jährige hat kaum noch Kontakt zu dem Paar, bei dem sie aufgewachsen ist. Heute mutmaßt sie, ihre Adoptiveltern seien auf ein Kind mit einer Vergangenheit wie ihrer nicht ausreichend vorbereitet gewesen. Informationsveranstaltungen habe es schließlich noch nicht gegeben. Vermutlich seien nur zwei Gespräche mit dem Jugendamt geführt worden, eines bei der Antragstellung, das andere beim Unterschrift-Leisten für die Adoption. Es ist also niemand da, der auf Susis Bedürfnisse, die besondere Notwendigkeit von liebevollem Verständnis und Vertrauen, aufmerksam macht. Nicht die Bedürfnisse der Kleinen, sondern die von Mutter und Vater nach einem vorzeigbaren Zusammen- leben stehen demzufolge im Vordergrund. Sie sind selbst in einer eiskalten Umgebung mit überzogenen Forderungen groß geworden, versucht sie zu erklären. Ein Mann erhebt die Hand gegen seine Ehefrau. Opfer von Gewalt geraten laut Traumatologen in einen Teufelskreis. Sie können selbst Täter werden. Foto: dpa Therapeutische Hilfe? Fehlanzeige. Weder Susi noch ihre neue Familie bekommen während ihres Heranwachsens professionelle Unterstützung. Über Probleme wird nicht gesprochen. Alles, was schwierig war, wurde zum Tabu. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ihre Adoptiveltern die Überlegungen der inzwischen erwachsenen Susi, eine Therapie zu beginnen, als unnötig abtun. Du bist doch stark, nicht schwach. Das sind Narben, die längst verheilt sind. Dass dem nicht so ist, merkt Susi, als ihre Herkunftsfamilie sich wieder meldet. Zu dem Zeitpunkt ist sie 32 Jahre alt, hat einen verständnisvollen Mann, eigene Kinder. Die Familie scheint eine aus dem Bilderbuch zu sein. Es kam alles wieder hoch. Trotzdem habe ich noch fünf Jahre gebraucht, um eine Therapie zu beginnen. Plötzlich erkennt, begreift Susi, warum sie körperlich nicht so belastbar wie andere ist. Warum sie manchmal nicht ganz sie selbst ist. Woher ihre panischen Ängste kommen. Ich habe während der Therapie gelernt, meine Affekte zu steuern. Nicht so aufbrausend zu sein, nicht lauter als nötig, sagt die Frau mit leiser Stimme. Ich kann diesen Schritt zu professioneller Hilfe nur empfehlen. Obwohl ihre Adoptiveltern dazu beigetragen haben, dass sie sich manchmal lebensfremd fühlt, empfindet sie für sie auch Dankbarkeit. Sie haben ihr ermöglicht, ein geordnetes Leben zu führen, die Schule zu besuchen, einen Berufsabschluss zu erwerben. Allerdings tun sie mir auch leid. Durch ihre festen Strukturen haben sie sich viel Lebensfreude genommen. Und Susi die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Ich hatte solche Verlustangst, war sehr anhänglich, habe mich eben angepasst. Was Pubertät ist, hat sie dann erst bei ihren eigenen Kindern erlebt auch wenn diese bei ihnen gemäßigt verlaufen, sie quasi verwöhnt worden sei. Sie sind mal betrunken nach Hause gekommen, haben Partys gefeiert, alles so gemacht, wie Ratgeber sagen, dass es sein muss. Denn daran orientiert sich Susi, so wie sie sich auch bei der Erziehung vieles bei anderen abgeschaut hat. Weil ich ja nicht wusste, wie man es richtig macht. Und sie hat sich daran erinnert, was ihr während des Erwachsenwerdens nicht gut getan hat. Trotzdem macht sie Fehler, reagiert über. Sie weiß, dass ihre Vergangenheit sie geprägt hat, dass sie währenddessen ein Verhalten erlernt hat, das sie eigentlich verurteilt. Ich habe ein klares Schwarz-Weiß-Denken. Manchmal ist es für mich einfach nicht vorstellbar, dass es noch zehn andere Wege geben könnte. Außerdem habe sie dazu geneigt, alles kontrollieren zu wollen, so zum Beispiel, wann ihre Kinder das Haus verlassen und wiederkehren. Typisches Täterverhalten, urteilt sie selbstkritisch. Deshalb verspürt sie den Drang, sich weiter damit zu beschäftigten, etwas wie Vorbeugung zu betreiben. Sie studiert Fachliteratur, besucht Fortbildungen, bei denen es um Schicksale wie ihres geht. Doch von anderen Traumatisierungen zu hören, das wühlt sie nicht auf. Im Gegenteil: Es würde mich vielmehr aufregen, daran nicht teilnehmen zu dürfen. So lerne ich weiter dazu. Insa van den Berg AM RANDE Mehr Sachsen in Lohn und Brot Sachsens Arbeitsmarkt erholt sich weiter von den Rückgängen Die Zahl der Erwerbstätigen ist im ersten Quartal 2011 um fast oder 0,9 Prozent und damit zum fünften Mal in Folge gestiegen, teilte das Statistische Landesamt Sachsen in Kamenz mit. Die positive Entwicklung basiere auf dem deutlichen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die Zahl der sogenannten Ein-Euro-Jobs dagegen sank. Die Erholung am Arbeitsmarkt betraf viele Wirtschaftsbereiche; mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei sowie der öffentlichen und privaten Dienstleister. Produzierendes, Verarbeitendes, Bau- und Gastgewerbe, Handel, Verkehrsbranche sowie die Bereiche Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen profitierten. dpa Kolb: Höhere Löhne für Frauen Sachsen-Anhalts Gleichstellungsministerin Angela Kolb (SPD) hat eine gerechtere Bezahlung von Frauen angemahnt. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland beträgt seit Jahren konstant 23 Prozent, sagte Kolb. Vom Grundsatz Gleiches Geld für gleiche Arbeit sind wir weit entfernt. Zwei Drittel des Lohn-Unterschiedes hätten strukturelle Ursachen. So seien typische Frauenberufe oft schlechter entlohnt. Kolb forderte konkret eine Neubewertung der sozialen Berufe, um Ungleichheiten zu beseitigen. dpa Wieder Ärger bei Facebook-Party In Wuppertal ist eine spontane Facebook-Straßenparty mit 800 Teilnehmern völlig aus dem Ruder gelaufen. Als aus der Menge Flaschen geworfen und bengalische Feuer angezündet wurden, löste ein Großaufgebot die Polizei die Feier auf. 41 junge Leute kamen vorübergehend in Polizeigewahrsam, gegen drei von ihnen erging Strafanzeige wegen Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Unter die Feiernden hätten sich Ultra-Fans des Wuppertaler SV gemischt, um unter dem Deckmantel der Anonymität Randale zu machen, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD). Diese Gruppe habe die bis dahin friedliche Veranstaltung zum Kippen gebracht, sagte ein Polizeisprecher. dpa

20 20 SPORT FUSSBALL Der Leidwolf Unvollendet und doch einzigartig: Die Nationalmannschafts-Karriere des Michael Ballack ist vorbei. Foto: dpa Dresden. 3. März 2010, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft stolpert sich gegen Argentinien einen zurecht, verliert in München gegen hoch überlegene Diego-Maradona-Kicker 0:1. DFB-Kapitän Michael Ballack geht in seinem 98. Länderspiel mit unter, schärft hinterher den Sinn für das einzig Wahre, die WM in Südafrika. Dort werden wir ganz anders auftreten. Das tun sie drei Monate später. Ohne Ballack. Seit 16. Juni ist klar, dass das 98. Ballacks letztes Pflicht-Länderspiel bleiben wird. Der Abgang verdienter Fußballspieler vollzog sich früher im Gegensatz zu der Ballackschen Kaugummi-Nummer geordnet, gewissermaßen über Nacht. Nicht immer schmerzlos, aber schnell. Karl-Heinz-Rummenigge, einst der schnellste Stürmer des Universums, verkündet sein Aus als Nationalspieler 1986 offensiv in seiner Zeitungskolumne. Hat was Stil hat es nicht. Der über allen schwebende Franz Beckenbauer macht sich als Auswahlspieler unmöglich, weil er des lieben Geldes wegen 1977 ins Ausland, zu Cosmos New York, wechselt. Legionäre können sie zu dieser Zeit beim vom puristischen Hermann Neuberger angeführten Altherren- Bund DFB ähnlich gut leiden wie Frauenfußball. Neuberger senkt den Daumen, The Kaiser macht am Big Apple große Augen und lange Scheine. DFB-Coach Jupp Derwall unternimmt vor der WM 1978 in Argentinien einen letzten verzweifelten Versuch, den wilden Verband und den wilden Kaiser zu befrieden. Nutzt nichts. Österreich feixt. Alsbald wird die Schmach von Cordoba in Deutschland aktenkundig. Und Uwe Seeler, die treue Hamburger Seele, ruft nach 16 Jahren im DFB-Dress 1970 bei Bundestrainer Helmut Schön an, dankt für eine wunderbare Zeit und schlüpft nie mehr in die schwarz-weiße Trikotage. Seeler wird zum Vorbild einer ganzen Generation. Daran ändert auch eine hochnotpeinliche Werbung für ein Rasierwasser nichts. Bliebe noch der legendäre Fritz Walter und dessen Abschied. Der Mann, der Deutschland federführend das Wunder von Bern beschert, schreibt nach der 1958er WM in Schweden einen langen Brief an seinen väterlichen Freund Sepp Herberger. Bundestrainer Herberger, damals nur Chef genannt, akzeptiert schweren Herzens. Wie Walter in einem seiner Bücher Jahre später schreibt, will Herberger die Ikone des 1. FC Kaiserslautern zu einem Comeback überreden. Vor der WM in Chile Walter ist damals 42 und winkte dankend ab. Lothar Matthäus würde auch heute noch Löws Ruf folgen. Bei Ballack und seinem Trainer Joachim Löw ist alles anders als bei Rummenigge, Beckenbauer, Seeler und Walter. Es gibt keinen befreienden Brief, keine entwaffnende , nicht mal eine klärende SMS. Man belauert sich monatelang, redet um den heißen Brei herum, lässt offiziell alle Optionen offen. Dabei sind die Fronten nach der aus Löws Sicht so wunderbaren WM mit flachen Hierarchien und frischen basisdemokratischen Winden längst offenkundig: Löw kann und will auf den Capitano verzichten, sucht nach dem richtigen Zeitpunkt. Den gibt es bei derartigen Dingen nicht. Der Capitano will und kann auch nicht loslassen. Man muss Ballack verstehen, die Fallhöhe ist gewaltig. Er zieht vom grauen Chemnitz aus hinaus in die weite Fußball-Welt. Kaiserslautern, Leverkusen, Bayern, Chelsea. Karriere und Kontostand kennen nur eine Richtung: nach oben. Ballack ist zäh. Und er ist so gut wie nie verletzt. Zwischen 2002 und 2010 ist er d e r deutsche Fußballstar. Am 15. Mai verlässt ihn das Glück. Im FA-Cup-Finale grätscht Kevin-Prince Boateng (FC Portsmouth) den deutschen Kapitän des FC Chelsea aus dem WM- Aufgebot. Der gebürtige Berliner Boateng entschuldigt sich nicht. Ballack ist im Business kein Beliebter. Zu erfolgreich, zu reich, zu gut, zu arrogant. Dazu dieser erhabene Laufstil. Ballack hat zu viel von allem. So einen haut man gerne mal um. In Südafrika spielen Jogis Jungs schön und erfolgreich. Ohne Ballack. Der reist auf Krücken ins Trainingscamp nach Pretoria, stellt sich den Fotografen, macht gute Miene zum bösen Spiel. Der Leitwolf zieht das Bein nach, die Meute hat die Zähne gefletscht. Warum, fragt Lahm in diesen Tagen spitz, soll ich die Kapitänsbinde wieder freiwillig abgeben? Der kleine Dauerrenner hat Blut geleckt, sieht keine Veranlassung, die alte Hackordnung herzustellen. Er fülle die Führungsrolle zur Zufriedenheit aller Beteiligten aus, teilt Lahm mit. Ballack sagt nichts, verlässt das Trainingsquartier der Nationalmannschaft wieder. Das Ende der Ära Ballack ist eingeläutet. DFB-Manager Oliver Bierhoff beschwichtigt: Philipp ist unser WM-Kapitän, Michael unser Kapitän. Ausgerechnet Bierhoff macht sich für Ballack stark. Nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien 2008 wäre es um ein Haar noch auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions zu einer Keilerei zwischen beiden gekommen. Auch 2011 ist nicht das Jahr des Michael Ballack. Der Neu- Leverkusener kämpft um seine Form. Und um seinen Ruf. Der Nationalspieler a.d. soll, so lässt sein Ex-Mitspieler Christian Lell, durchblicken, ein Auswärtsspiel auf dem Kerbholz haben. Extrakt eines Lell-Interviews mit der Bunten: Ballack hatte etwas mit Lells Freundin. Für das Magazin sind die Rollen so verteilt: Der Capitano ist der Schuft, die junge Blondine ist ein Fußball- Groupie und Lell eine beleidigte Leberwurst. Lell sagt: Nicht jeder ist wie Michael Ballack, der glaubt, sich alles erlauben zu können, der in Privatleben anderer einsteigt und einiges kaputt macht, ohne sich weiter Gedanken zu machen. Dass Fußballer nicht von der Liebsten des Kameraden lassen können, hat unabhängig vom Fall Lell/Ballack eine üppige Vorgeschichte. Jens Lehmann spannte seinem Vordermann Knut Reinhard die Freundin aus. Abwehrspieler Franco Foda musste in Leverkusen gehen, weil er eine Spielerfrau, die nicht seine war, lieb hatte. Dass Ballacks Berater im kleinen Kreis die Nationalmannschaft madig macht und Zweifel an der heterosexuellen Ausrichtung aller Aktivisten hegt, kommt auch nicht gerade gut an. Das Ende naht. Joachim Löw hat Ballack schwarz-rot-goldene Girlanden um den dicken Hals gewickelt. Beim Testspiel gegen Rekord-Weltmeister Brasilien in Stuttgart soll der Ex-Capitano das Team ein letztes Mal als Kapitän auf das Feld führen. Aus dem Leitwolf wurde der Leidwolf. Ein Ballack in Topform ist immer noch ein Nationalspieler. Ballack ist ein stolzer Mann. Ballack braucht kein Gnadenbrot. Ballack hat abgesagt. Guido Schäfer

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