Verwahrer-Vergleich. Zünglein an der Waage: Kosten und Services. Titelthema: Global Custodians

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1 Verwahrer-Vergleich Zünglein an der Waage: Kosten und Services Um einen komplexer werdenden Set von Kapitalanlagen effizient verwahren zu können, haben große Investoren häufig einen Global Custodian gewählt. Gleichwohl hält sich das Custody-Geschäft heimischer Depotbanken erstaunlich breit im Markt. Für diese stellt sich die Frage, ob sie das Custody in eine strategische Dimension heben können. Angesichts geringer Margen und der Erfordernis von Zusatzdienstleistungen ist dies zweifelhaft. Für den Custodian kommt es darauf an, wie er sein Dienstleistungsportfolio im deutschen Markt konkret ausgestaltet. Denn die Möglichkeit, Add-on-Services adäquat darstellen zu können, wird durch operationelle Herausforderungen bestimmt, die sich aus neuen Asset-Klassen, einer steigenden Anzahl von Märkten, Finanzinnovationen sowie aufsichtsund steuerrechtlichen Regeln ergeben. Für die Anbieter besteht die Kunst darin, den Mittelweg zwischen einerseits dem optimierten Dienstleistungsportfolio und andererseits der Implementierung von zusätzlichen Added- Value-Services in die jeweils bestehende interne Systemlandschaft zu finden. Vor allem die zielgerichtete Umsetzung der künftig von Investoren nachgefragten Add-on-Services und die damit einhergehende notwendige strategische Abgrenzung zu den Master-KAGen wird hierbei entscheidend sein. mae 32 portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober 2007 Besuchen Sie uns im Internet: +++

2 Die Reise nach Jerusalem im Custody-Markt Die Global Custodians hatten hierzulande einen leichten Markteintritt. Gleichwohl ist das Feld noch nicht komplett abgesteckt. Qualität der Services, IT, Kundenanforderungen und das rechtliche Umfeld werden die Konsolidierung auf dem Rücken der Depotbanken vorantreiben. Von Arnulf Manhold Global Custodians hatten ein sehr einfaches Entrée in den deutschen Markt, vor allem wenn Investoren eine neue administrative Struktur für ihre Kapitalanlagen einführten. Und ab 200 Millionen Kapitalanlagevolumen denken viele Investoren zumindest darüber nach, einen internationalen Dienstleister einzuschalten. Gleichwohl halten sich die Dienstleistungen nationaler Depotbanken nach wie vor im deutschen Markt und sind vielfach noch nicht ins Scheinwerferlicht gerückt. Am Schattendasein hat sich auch nach dem Einzug der Global Custodians nicht viel geändert. Sechs internationale Anbieter von Depotbank-Dienstleistungen verwahren Wertpapiere im Wert von rund 430 Milliarden Euro, die sich aus den Anlagen in Spezial- und Publikumsfonds zusammensetzen. Damit nähert sich ihr Anteil am gesamten Milliarden- Euro-Markt bald 50 Prozent. Der Großteil des Volumens wird immer noch von etwa 60 deutschen Depotbanken unterschiedlichster Größe verwahrt. Nachdem die Deutsche Bank dieses Geschäft vor einigen Jahren an die State Street verkauft und diese damit zum Marktführer gemacht hat, erwartete der Markt ähnliche Schnitte auch von den anderen Großbanken, ganz besonders aber von den mittleren und kleinen Instituten. Denn die Economies of Scale sind in diesem margenarmen Geschäft ein wesentlicher Faktor, um Gewinne erzielen zu können. Auf der anderen Seite sind institutionelle Investoren bestrebt, ihre Verhandlungsposition bei der Preisgestaltung einzusetzen. Erstaunlicherweise hat das Fanal seitens der Deutschen Bank nur wenige andere Depotbanken zum Erwachen gebracht. Nur die Hypovereinsbank, als weiterer bedeutender Marktteilnehmer neben Dresdner Bank und Commerzbank, stieß mit dem jüngst im Juli über die Bühne gegangenen Verkauf ihrer Wertpapierabwicklung und -verwahrung an die französische Bank Caceis ins gleiche Horn. Die großen Pensionskassen haben ebenso wie die großen Versicherer bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends internationale Global Custodians als Depotbanken ausgewählt. Mittlere und kleinere institutionelle Anleger, aber auch einige größere Investoren, wie zum Beispiel im Bereich der Ärzteversorgungseinrichtungen, halten hingegen weiterhin ihren Hausbankbeziehungen die Treue. Quersubventionierung über Börsenkommissionen Des Öfteren erhalten Bankkunden die Depotbank-Dienstleistung auch kostenfrei, da Depotbanken mitunter durch Quersubventionierung diesen Bereich über die erzielten Börsenkommissionen abdecken. Nur aus solchen Gründen lässt sich der gegenwärtige Stillstand im Custody-Geschäft erklären. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass die aktuelle Kreditkrise und die Turbulenzen an den Finanzmärkten bei wachsendem Kostendruck zu neuem Denken führen. Nur die internationalen Global Custodians verkaufen die Dienstleistungen mit professionellen Teams und erheben damit das Geschäftsfeld in eine strategische Dimension, die es bei den anderen Anbietern offenbar nicht erreicht hat. Denn in Deutschland wird das Depotbankgeschäft oftmals lediglich als Anschlussgeschäft an das Handelsgeschäft gesehen. Für die Depotbanken bricht das Ist-Geschäft mehr und mehr weg, und sie ringen nun um neue Mandate. Der Markt ist jedoch größtenteils bereits verteilt, und es wird schwer sein, in diesen Markt einzudringen, sagt Volker Braunberger, Geschäftsführer der Itechx GmbH, die gerade eine Studie zum deutschen Depotbankenmarkt erstellt hat. In den nächsten ein bis drei Jahren wird sich seiner Ansicht nach entschieden haben, wer als deutscher Anbieter von Depotbank-Dienstleistungen überlebt. Die nach dem Börsen-Crash zu Beginn des Jahrtausends von der Bafin geforderten Risikosysteme haben die Reporting-Anforderungen an die Depotbanken enorm gesteigert. Hinzu kommt die internationale Rechnungslegung nach IFRS-Standards, für die auch die Global Custodians die Grunddaten liefern. Einige Depotbanken begeben sich in letzter Zeit in Aktivitäten hinein, um die Attraktivität ihrer esuchen Sie uns im Internet: +++ portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober

3 Dienstleistungen zu verbessern. Hier wird jedoch nicht tiefgreifend analysiert, wie man das Custody in einem starken Konkurrenzumfeld entwickeln kann. Oft macht man sich auch nicht bewusst, welche technischen und finanziellen Herausforderungen Services wie Risikomanagement und Reporting bedeuten und ab welchen Volumina sich Custody-Dienstleistungen rechnen, so Braunberger. Durch die Ausgliederung von Pensionsverpflichtungen aus der Bilanz in Contractual Trust Agreements (CTAs) hat sich wiederum auf Seiten der Corporates die Flexibilität erhöht, Verwahrdienstleistungen auch ins benachbarte Ausland, vornehmlich nach Luxemburg, zu verlagern. Die von Itechx durchgeführte Befragung zu Depotbank-Dienstleistungen unter institutionellen Investoren sollte Aufschluss darüber geben, wie sich die Nachfrage wandelt und wie es um die Zukunft des Depotbankstandortes Deutschland bestellt ist. Auch wenn das Investmentgesetz im Paragraf 20 Nachfrage von Added- Value-Services Priorität 1: Customer Service Global Custody Service Cash Management/Devisenhandel Konsolidiertes Reporting Priorität 2: Datenversorgung (z. B. Marktdaten) Performance-Messung und -Analyse IFRS-Reporting Risiko-Controlling STP Berichterstattung und Auftragsbestätigung für den Handel Internet-unterstütze Ausführung von Handelsgeschäften Cash Management/Devisenhandel Konsolidiertes Reporting Priorität 3: Anlagegrenzprüfung Gebührenberechnung (Performance Fee) Transaktionskostenanalyse Management Reporting* * eher KAG Priorität 4: Transition Management Peer-Group-Vergleiche (u. a. Performance-Messung) Wertpapierleihe Quelle: Itechx; portfolio institutionell nach wie vor davon ausgeht, dass die Depotbank durch die KAG beauftragt wird, hält sich der Markt schon seit vielen Jahren nicht mehr daran. Vielmehr wählen institutionelle Anleger ihre Depotbank selbst aus, und der KAG bleibt anschließend lediglich der rechtliche Vollzug. Aus diesem Grunde wurden in der Studie überwiegend institutionelle Investoren interviewt. Aufweichung des Depotbankstandortes Die Möglichkeit, nun auch Prime Broker soweit sie innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes beziehungsweise der OECD ansässig sind mit der Verwahrung von Vermögensgegenständen zu betrauen, die auch deutsche Depotbanken übernehmen könnten, ist ein ernstzunehmendes Signal für die Aufweichung des Depotbankstandortes Deutschland. Nach dem neuen Investmentrecht müssen KAGen zukünftig nicht mehr Banken sein. Damit kommt auch Bewegung in diesen Markt, mit möglichen Neueintritten auf günstigerer Kostenbasis, aber auch Schließungen von KAGen. Gespannt darf man besonders auf die Reaktionen der unter Kostendruck stehenden Versicherungsgesellschaften sein, die eigene Asset-Management-Gesellschaften beziehungsweise KAGen besitzen. Der deutsche Spezialfondsmarkt hat längst Konkurrenz aus Luxemburg erhalten, wo solche Fondsvehikel bereits mit einem Kapital von Euro aufgelegt werden können. Eine Schwächung des Fondsstandortes Deutschland im Bereich des Spezialfondsgeschäftes ist dadurch möglich. In Deutschland fällt bei den Spezialfonds die Grenze von 30 juristischen Personen. Natürliche Personen können im Rahmen einer GbR am Spezialfondsgeschäft teilnehmen. In Wertpapier-Sondervermögen dürfen künftig auch Immobilien dazugepackt werden, was die Depotbanken vor neue Bewertungsprobleme stellen wird. Das gilt auch für Fonds, die zukünftig in Private-Equity-Gesellschaften investieren dürfen, die nicht an einem organisierten Markt notiert sind. Darüber hinaus stellt die Derivateverordnung hohe Anforderungen an die Bewertung und das Risikomanagement. Auch das Thema Outsourcing gewinnt weiter an Bedeutung. Wenn erfolgreiche Treasury- Abteilungen von Großunternehmen wie etwa von Daimler den Eigenhandel aufgeben, setzt das im Markt ein klares Zeichen zum Outsourcen des Asset Managements an Spezialisten. Zukünftig fällt auf die in Deutschland tätigen Depotbanken die Verantwortung für die Anlagegrenzprüfung und damit einhergehend auch eine zusätzliche Haftung. In der bisherigen Praxis erfüllen diese Aufgabe hauptsächlich die Kapitalanlagegesellschaften. Zur Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen Depotbank und Kapitalanlagegesellschaft kommen auf die Depotbank zudem vielseitige Kontrollaufgaben zu. Nach Paragraf 22 Absatz 1 Investmentgesetz wird die Depotbank verpflichtet, durch Vorschriften zu Organisation und Verfahren sicherzustellen, dass Interessenkonflikte vermieden werden. Unterschiedliche Beurteilung von Zusatz-Services Die Unterschiedlichkeit in der Beurteilung der Added-Value-Services bei den befragten institutionellen Investoren ist frappierend. Bei der Performance-Messung werden die Daten der Global Custodians eher als Vergleichsdenn als Ausgangsbasis herangezogen. Vielfach lässt man sich die Performance vom Asset Manager selbst liefern oder holt sich die Daten von der Deutschen Performance Gesellschaft (DPG). Hier scheinen die Global Custodians vornehmlich aus Gründen der Datenquali- 34 portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober 2007 Besuchen Sie uns im Internet: +++

4 tät, aber auch des Preises einen früheren Wettbewerbsvorteil aus der Hand gegeben zu haben. Das Risiko-Controlling inklusive Value-at-Risk-Berechnungen versuchen Investoren auch zunehmend auf Inhouse-Systeme zu übertragen. Bei der Anlagegrenzprüfung verlassen sich noch einige der Befragten auf den Service der KAGen. Hier sorgt in Zukunft der Gesetzgeber aber dafür, dass die Depotbanken für das Angebot dieser Dienstleistung zuständig sind. Wenngleich die Global Custodians erfolgreich in den Spezial- und neuerdings auch Publikumsfondsbereich, wie zum Beispiel State Street und BNP Paribas, eingetreten sind, halten Versicherungsgesellschaften noch den Großteil ihrer Wertpapieranlagen in Namenspapieren, die sie allerdings nicht den Global Custodians zur Verwahrung überlassen. Entweder werden diese in den eigenen Tresoren oder aber bei den früheren Hausbanken verwahrt. Letztere stellen hierfür in der Regel auch die günstigeren Preise. Auch aus der Sicht institutioneller Investoren hat die Bedeutung des Relationship Managements abgenommen. Einige Global Custodians haben darauf bereits in der Vergangenheit keinen großen Akzent gelegt. Nun wird insgesamt eher der Customer Service qualitativ gestärkt, um teure Relationship Manager zu sparen. Das Dienstleistungsangebot von Global Custodians für eine Transaktionskostenanalyse hat sich im Markt nicht durchgesetzt. Mit Einführung der Mifid können Marktteilnehmer ohnehin mit Best Execution rechnen. Auch Commission-Recapture-Programme werden weniger nachgefragt. Außerdem ist die Wertpapierleihe nicht mehr immer Bedingung, um ein Global-Custody-Mandat zu erhalten. Da die Qualitätsunterschiede der im deutschen Markt tätigen Global Custodians letztendlich insgesamt nicht so bedeutend sind, spielt sich der Wettbewerb zunehmend über den Preis ab. Gewöhnlich unterteilen sich die Preise in zwei Hauptkomponenten, nämlich die Depot- und Transaktionsgebühr. Mehr und mehr scheint sich für den Core Service eine All-in-Fee durchzusetzen. Added-Value-Services werden getrennt gepreist. Für Fondsbuchhaltung und Performance-Messung werden zusätzliche Gebühren vereinnahmt. An den Erträgen der Wertpapierleihe partizipieren die Global Custodians auch zunehmend weniger. Marktstandard scheint derzeit ein Verhältnis von 80 zu 20 Prozent an den Erträgen zugunsten der Institutionellen zu sein. Während im Depotbankgeschäft in früheren Jahren noch insgesamt gesehen auf das Volumen bezogen vier bis sechs Basispunkte Ertrag erzielt werden konnten, geht diese Marge weiter nach unten und ist eher bei drei bis fünf beziehungsweise zwei bis vier Basispunkten anzusiedeln. Angesichts der Marktmacht der Institutionellen ist die Frage zu stellen, wie es den Global Custodians in den nächsten Jahren gelingen wird, ausreichend Gewinne für zukünftig notwendige Investitionen zu erwirtschaften. Wettbewerb spielt sich über das Pricing ab esuchen Sie uns im Internet: +++ portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober

5 Im Wesentlichen waren die befragten Unternehmen mit der Qualität der Dienstleistung ihrer Depotbank zufrieden. Gleichwohl sahen viele noch Verbesserungsmöglichkeiten. Beklagt wurde allerdings die mangelnde Qualität der Fondsbuchhaltungsdaten bei der Berechnung des Nettoinventarwertes. Probleme werden des Weiteren auch bei der Bewertung von Positionen in Derivaten erwähnt. Auch bei der Behandlung von Kapitaltransaktionen (Corporate Actions) läuft nicht immer alles rund. Zwar haben sich viele der befragten Unternehmen mehr oder weniger damit abgefunden, dass Fehler auftreten, jedoch ist allen wichtig, wie die Probleme adressiert und anschließend auch gelöst werden. Sehr geringe Wechselwilligkeit Die Wechselwilligkeit der institutionellen Investoren ist äußerst gering. Das bestätigt sich auch in der Studie. Der administrative Aufwand ist sehr hoch, und niemand kann sicher sein, dass ein neuer Anbieter alles besser macht. Bei schlechtem Service zahlen Institutionelle einfach so lange einen geringeren Preis als den vereinbarten, bis der Service wieder in Ordnung ist. Die Verbindung zu einem Global Custodian wird allgemein als eine strategische Partnerschaft angesehen. Und wenn etwas nicht stimmt oder nicht richtig läuft, setzt man sich gemeinsam an den Tisch. Es verwundert daher nicht, dass Depotbankwechsel in Deutschland bei multinationalen Unternehmen durch Head-Office-Entscheidungen herbeigeführt werden. Beispielhaft sind hier der Wechsel von Hewlett Packard von Chase zu State Street und der Wechsel der Frankona Rückversicherung von State Street zu JP Morgan Chase zu erwähnen. Natürlich führen auch Fusionen und/oder Übernahmen zu einem Depotbankwechsel. So verlor die Commerzbank den Kunden DBV-Winterthur an JP Morgan Chase, den Global Custodian der Axa-Versicherung. Vor diesem Hintergrund werden es neu in den Markt eintretende Global Custodians schwer haben, bestehende Mandatsverbindungen zu ihren Gunsten zu kippen. Denn wenn eine administrative Struktur mit Global Custodian und Master-KAG erst einmal eingeführt ist, wird das seitens des Investors in der Regel in den Folgejahren nicht in Frage gestellt, ausgenommen, nicht lösbare operative Probleme treten auf. Auftretende Probleme Anteilsgeschäfte werden erst am Valutatag an den Investor weitergereicht Hohe Fehlerhäufigkeit bei Valuten Fehler bei der Ermittlung des Nettoinventarwertes Bewertung von Positionen in Derivaten Mitteilung und Ausführung von Kapitaltransaktionen (Corporate Actions) Quelle: Itechx; portfolio institutionell Bei der Frage, ob man Consultants bei der Auswahl eines Global Custodians als Partner hinzuziehen sollte, ist der Markt gespalten. Die reine Verwahrung ist als originäre Depotbank- Dienstleistung ein Commodity. Um hierfür einen Anbieter zu selektieren, braucht man nicht unbeding einen Consultant, sagt Karsten Ehlen, Relationship Manager für KAGen und Depotbanken der Zurich Gruppe Deutschland. Andere wiederum meinen, dass man die neutrale Position der Consultants nutzen sollte, um sich gegenüber dem Management abzusichern. Mehr als zehn in- und ausländische Berater sind im deutschen Markt bei der Auswahl von Depotbanken aktiv. Die Global Custodians müssen selbst ihre Leistungsstärke bei den Consultants gut verkaufen, um zumindest auf die Short List zu kommen. Bei fortschreitender Marktkonsolidierung wird die Nachfrage nach Beratung vermutlich sinken. Die Institutionellen sprechen auch untereinander und informieren sich gegenseitig über die Stärken und Schwächen der Anbieter von Depotbank- Dienstleistungen. Die Dienstleistungen von Master- KAGen und Global Custodians, die als Depotbank agieren, sind teilweise redundant. Das betrifft Performance- Messung, Risikomanagement, IFRS- Reporting und Anlagegrenzprüfung: - Performance-Messung: Institutionelle, die die Depotbank hierzu nicht heranziehen, erwarten von der Master- KAG Performance-Messung als Teil des Standard-Services. - Risikomanagement: Die Derivateverordnung fordert von allen Fonds, die Positionen in Derivaten enthalten, ein Risikomanagement, das erlaubt, die Risiken zu messen. Value-at-Risk-Analysen mit Stresstests und Back-Testings sowie eine Risikomatrix pro Kunde/ Fonds sind zu erstellen. Diese Dienstleistung wird im deutschen Markt von Master-KAGen und auch von Global Custodians überwiegend von Risk Metrics eingefordert, soweit die Institutionellen nicht über eigene Systeme verfügen. - IFRS-Reporting: Versicherungsaktiengesellschaften und multinationale Konzerne müssen über ihre in Spezialfonds gebündelten Vermögensanlagen nach den Grundsätzen der IFRS berichten. Inka hat als Master-KAG in dieser Hinsicht im deutschen Markt stark gepunktet und durch das auf IFRS-Anforderungen ausgelegte Reporting Marktanteile gewonnen. Global Custodians werden ebenso gefragt, Grunddaten für das IFRS-Reporting zu liefern. - Anlagegrenzprüfung: Die Überprüfung der Investmententscheidungen hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit gesetzlichen beziehungsweise vertraglichen Anforderungen wird im Markt sowohl von Master KAGen als auch Global Custodians erbracht. Das Investmentänderungsgesetz, dass am 1. No- 36 portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober 2007 Besuchen Sie uns im Internet: +++

6 vember in Kraft treten soll, sieht vor, die Anlagegrenzprüfung zukünftig in die alleinige Verantwortung der Depotbanken zu geben. Master-KAGen und Global Custodians müssen im deutschen Markt effiziente Verbindungen, in der Regel via Swift, mit bis zu 200 verschiedenen Asset Managern bewerkstelligen. Aus der Befragung ist nicht eindeutig hervorgegangen, wer in Bezug auf die Anforderungen institutioneller Anleger besser positioniert ist. Master-KAGen wird jedoch allgemein eine größere Nähe zu finanzanalytischen Daten zugesprochen als den Depotbanken. Gewünscht: gemeinsame Administrationsplattform Jedoch wird auch die Einschätzung vertreten, dass es bei der Lieferung von Daten eine Verlagerung von den KAGen zu den Global Custodians geben wird. Gewünscht wird von einigen der befragten Investoren als ein zukünftiger Lösungsansatz eine gemeinsame Administrationsplattform, die die Dienstleistungen von Master-KAGen und Depotbanken vereinigt. Vorerst bleibt jedoch die Lösungskompetenz des jeweiligen Anbieters entscheidend. Die Befragung institutioneller Nachfrager von Depotbank-Dienstleistungen hat zwar ergeben, dass kaum ein Anbieter derzeit um sein Mandat bangen muss. Gleichwohl kann sich keiner gemütlich zurücklehnen. Selbst State Street als unangefochtener Marktführer kann das DWS-Fondsgeschäft nicht als ewigen Selbstläufer für sich verbuchen. Nach der vereinbarten Lock-up-Period könnte die Deutsche Bank dieses Geschäft auch wieder in eigener Regie übernehmen oder möglicherweise einen anderen Partner wählen. Michael Cohrs, Head of Global Banking der Deutschen Bank, baut das Auswahlkriterien Länderausrichtung/Standorte (Internationalität) Preis Kapitalstärke Professsionalität der Depotbank Bekanntheitsgrad im Markt Schnittstellen zu/zusammenarbeit mit internationalen Asset Managern Quelle: Itechx; portfolio institutionell Domestic Custody der Deutschen Bank in vielen Ländern aus, auch um den volatilen Erträgen aus dem Investment-Banking stetige Ertragsströme zum Ausgleich entgegenzusetzen. Vielleicht betritt die Deutsche Bank eines Tages quasi durch die Hintertür auch wieder die Global-Custody-Arena. Für alle Anbieter ist es ein Muss, nicht nur den Spezialfondsmarkt, sondern auch den Markt für Publikumsfonds zu bedienen. Dies umso mehr, als institutionelle Anleger, wie zum Beispiel der Energieversorger EnBW,

7 zunehmend in Publikumsfonds investieren, entweder weil für einen Spezialfonds nicht genügend Anlagemittel vorhanden sind oder aber aus Gründen des IFRS-Reporting, da bei Publikumsfonds im Gegensatz zu den Spezialfonds keine Durchschau notwendig ist. Auch wenn es den Europäischen Pensionsfonds wohl frühestens in zehn Jahren geben wird, wie Benedikt Kutschera vom Pension Advisory der Siemens Financial Services meint, sind die großen Global Custodians gut beraten, Pension-Fund-Pooling-Konzepte anzubieten, um nicht aus dem Markt zu fallen. Wenn die steuerlichen Hürden, hier insbesondere das Transparenzprinzip, überwunden werden könnten, würden bereits heute viele multinationale Unternehmen ihre europäischen Pensionsverpflichtungen und die dafür eingesetzten Assets in Luxemburg und nicht in Frankfurt bündeln. Bereits heute ist deutlich erkennbar, dass institutionelle Investoren ihre alternativen Investments hierbei vornehmlich Hedgefonds bei Depotbanken in Luxemburg konzentrieren und damit den Standort Deutschland weiter schwächen. Das zunehmende Anlegerinteresse an derivaten Finanzinstrumenten erhöht für die Depotbanken auch den Anspruch an geeignete Bewertungssysteme. Global Custodians haben in der Vergangenheit viel in Performance-Messsysteme investiert, mit dem Ziel, sich durch diesen Added- Value-Service von der Konkurenz zu unterscheiden und darüber hinaus zusätzliche Erträge zu erzielen. Hier zeichnet sich allerdings ein Trend ab, dass die Nachfrage dieser Dienstleistung seitens der Institutionellen deutlich nachlässt und diese sich diese Dienstleistung eher wieder bei der in der Qualität stark verbesserten Deutschen Performance Gesellschaft zu günstigeren Preisen einkaufen, die Berechnung selber durchführen oder vom Asset Manager einholen. Ein großes Problem der globalen Anbieter von Custodian-Dienstleistungen besteht in der Qualität ihrer Buchhaltungsdaten. Solange die globalen Plattformen nicht in der Lage sind, deutsche Usancen 100-prozentig abzubilden, nützen die besten Performance- Systeme nichts, wenn falsche Daten eingespeist werden. Die Global Custodians werden daher in ihrem Dienstleistungsumfang auf das Plain- Vanilla- Geschäft zurückgedrängt. Zurückdrängung auf das Plain-Vanilla-Geschäft Added-Value-Services, wie die Wertpapierleihe, sind seit Änderung der steuerlichen Behandlung der Manufactured Dividends für deutsche Aktien aufgrund nachlassen der Erträge weniger interessant geworden, zumal die Wertpapierleihe nach Ansicht einiger der Befragten erheblichen Aufwand in der Abwicklung erfordert. Dies trifft besonders auf die Third-Party- Leihe zu. Der Erfolg von BNP Paribas hat allen Wettbewerbern klar gemacht, dass ein deutsches Reporting eine Conditio sine qua non für einen erfolgreichen Verkauf der Depotbank-Dienstleistung von Global Custodians in Deutschland ist. Dies gilt um so mehr für das mittlere und kleinere Segment bei den Institutionellen, die noch keinen Global Cus todian haben. Das Sterben der lokalen Depotbanken angesichts der Wettbewerbsstärke der globalen Anbieter ist noch nicht in dem Maße wie von einigen vorausgesagt eingetreten. Nachdem sich jedoch die Deutsche Bank und die Hypovereinsbank vom Depotbankgeschäft getrennt haben, fragt sich der Markt, wie lange Commerzbank und Dresdner Bank noch als Depotbanken auftreten wollen ganz zu schweigen von der großen Zahl mittel großer und kleiner Depotbanken in Deutschland. Da die Dresdner Bank ihr gesamtes Custody-Geschäft mit Ausnahme des Depotbankgeschäftes an die Deutsche Wertpapierservice Bank AG (DWP) übertragen hat, kann der letzte Schritt angesichts der in diesem Geschäft nicht zu unterschätzenden IT-Investitionen wohl nur noch eine Frage der Zeit sein. Nach der Großfusion zwischen Bank of New York (BNY) und Mellon setzt sich auch unter den internationalen Anbietern im deutschen Markt die Konsolidierung fort. Das Joint Venture zwischen ABN Amro und Mellon hört auf zu existieren. Mellon übernimmt das gesamte Geschäft und bringt es in die BNY ein. Damit hat die BNY eine Depotbanklizenz und ist in dieser Hinsicht nicht mehr auf das Joint Venture mit der BHF-Bank angewiesen. Man darf also gespannt sein, was nach der Übernahme der Mellon aus dem Joint Venture mit der BHF-Bank wird. Immerhin bringt die Mellon mit Siemens einen der bedeutendsten institutionellen Kunden in die Verbindung mit der BNY ein. Rendundanzen werden langfristig verschwinden Die KAGen alter Prägung stehen auch unter großem Druck zur Veränderung. Die bisher, aber mit dem Inkrafttreten des neuen Investmentgesetzes wohl bald nicht mehr notwendige Banklizenz verteuert das Geschäft unnötig, und so ist mit Rückgaben von Banklizenzen zu rechnen. Bei den Master-KAGen setzt der Verdrängungsprozess ein, nachdem der Kuchen weitgehend verteilt ist. Universal, Inka, Helaba und Metzler bilden die erste Garde und haben die anderen Mitbewerber abgehängt. Pioneer Investments hat bereits seine Fondsadministration inklusive Master-KAG an die Société Générale verkauft. JP Morgan und Citi bank haben ihre jeweiligen, unter verschiedenen Ansätzen lan- 38 portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober 2007 Besuchen Sie uns im Internet: +++

8 cierten Ausflüge mit eigenen Master- KAGen in Deutschland nach ausbleibenden Erfolgen wieder abgebrochen. Gleichwohl wird der Markt die derzeit noch bestehenden Redundanzen im Dienstleistungsangebot von Depotbanken und Master-KAGen nicht endlos hinnehmen. Die Master-KAG ist ein künstliches Gebilde, das der Markt zwar nicht schwinden, aber langfristig in einem gemeinsamen Dienstleistungs angebot mit Global Custodians aufgehen sieht. Eine gemeinsame Administrationsplattform von Master-KAGen und Global Custodians entspricht dem Wunschbild der befragten Institutionellen. Zusammenschlüsse von Master-KAGen mit international tätigen Depotbanken werden kommen. Bei Anbietern beider Dienstleistungen, wie etwa bei Metzler, oder auch bei Inka/HSBC sind bereits heute Tendenzen zur engen Verflechtung beider Services erkennbar. Die Geschwindigkeit, mit der die Internationalisierung des Investmentgeschäftes vorangetrieben wird, nimmt ständig zu, sagt Karl Thiele, Pioneer Investments. In der Tat: Während die ersten vier Finanzmarkt-Förderungsgesetze noch drei bis fünf Jahre in Anspruch genommen haben, reagiert der deutsche Gesetzgeber mit dem Investmentänderungsgesetz inzwischen sehr rasch auf veränderte Rahmenbedingungen in Europa. Es entbrennt auch Volker Braunberger: Kosten-Nutzen- Relationen sind realistisch zu sehen. der Ehrgeiz der Bafin als Aufsichtsbehörde, über eine schnellere Genehmigungspraxis für Fonds insbesondere dem Fondsstandort Luxemburg wieder Wettbewerbsvorteile abzujagen. Die deutschen Depotbanken sind von solchen Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil: Für viele bedarf es großer Anstrengungen, sich künftig zu behaupten. Entscheidungen, das Custody-Geschäft als eigenes Profit- Center aufzusetzen und zu betreiben, sind nicht getroffen worden nicht zuletzt, weil dieses Geschäft als viel zu ertrags- und margenarm gesehen wurde und deshalb keine strategische Bedeutung erlangte. Um die heutigen Anforderungen großer institutioneller Investoren zu erfüllen, müssen Depotbanken kurzfristig reagieren können, wie zum Beispiel Lagerstellen für Singapur-Bonds oder andere exotische Assets eröffnen können. Letztendlich muss sich eine Depotbank auch sagen können, dass sie bestimmte Services nicht abdecken kann beziehungsweise, dass die Kos ten- Nutzen-Relationen realistisch betrachtet nicht eingehalten werden können, sagt Braunberger. Und Inves toren seien durchaus bereit, Geld für Custody- Dienstleistungen in die Hand zu nehmen, wenn der Service stimmt. Langfristig werden den deutschen Depotbankenmarkt daher wohl nur noch ausländische Häuser, vornehmlich amerikanischer und französischer Provenienz, beherrschen. Preisdifferenzen von mehr als 100 Prozent Transparenter und günstiger als Depotbanken: Global Custodians. Und hinsichtlich Kundenbetreuung haben sie stark aufgeholt. Großer Vorteil bei den Services ist die Wertpapierleihe, sagt Frank Umlauf, Partner von Faros Consulting. Herr Umlauf, preisen deutsche Depotbanken ihre Depotbank-Dienstleistungen fair, vor allem im Hinblick auf die Global Custodians? Bei der Depotbank fallen Depotbankgebühr, Depotgebühren und Transaktionskosten an. Diese Kosten sind zu analysieren. Wir sehen unterschiedliche Gebührenmodelle. Die Kostenkomponente Depotbankgebühr liegt häufig zwischen null und zwei Basispunkten, die Depotgebühren bewegen sich meistens über den Sätzen eines Global Custodians, und bei den Transaktionskosten wird dann ordentlich zugelangt. Im Vergleich dazu bewegt sich die Depotbankgebühr eines Global Custodians zwischen ein und drei Basispunkten, die Depotgebühren sind kompetitiver, und die Transaktionskosten machen den geringsten Teil aus. Ohne Zusatzdienstleistungen liegt man damit selbst beim teuersten Global Custodian meistens günstiger als bei den klassischen Depotbankanbietern. In einigen Fällen ergeben sich sogar Preisdifferenzen von bis zu über 100 Prozent. Wie hält sich dieser Unterschied im Markt? Weil die Kunden das gar nicht sehen. Die erhalten nur die Depotbankgebühr ausgewiesen. Bei den Depotgebühren muss man schon sehr genau nachfragen. Und Transaktionskosten erhalten Kunden auch nicht so transparent ausgewiesen. Speziell der Besuchen Sie uns im Internet: +++ portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober

9 Transaktionskostenblock ist der Part, von dem eine klassische deutsche Depotbank lebt. Die klassische Depotbank ist bei den ganz normalen Dienstleistungen häufig deutlich teurer, abgesehen davon, dass sie Zusatzdienstleistungen, die sogenannten Add-on-Services, gar nicht erbringen kann. Überlegen Depotbanken, das Depotbankgeschäft als eigenes Geschäftsfeld aufzusetzen? Bei den meisten ist das nicht so, weil einfach das Volumen nicht groß genug ist, um Skaleneffekte erzielen und dementsprechend auch attraktive Kosten bieten zu können. Das ist also eine grunsätzliche Entscheidung, ob man dies als strategisches Geschäftsfeld definiert. Das tun die wenigsten. Man sieht es auch nicht als Geschäftsfeld im institutionellen Bereich, und deshalb wird es auch nicht ausgebaut. Depotbanken können andererseits auch nicht so ohne weiteres aus dem Markt gehen, weil das zum Teil Retail- Geschäft ist und die Retail-Konten bei der Depotbank aufgehängt sind. Dieses Massengeschäft vielleicht outzusourcen, würde theoretisch gehen, aber es ist sicherlich ein größerer Hemmschuh als für eine KAG, einen Outsourcing- Partner hinzuzunehmen. Das heißt, das Depotbankgeschäft ist für deutsche Depotbanken ein Status quo mit abbröckelnder Tendenz. Gibt es ein Spannungsfeld individuelle Beratung durch die Depotbank und Added-Value-Services eines Global Custodians? Nein, das sehe ich nicht. Es ist schon länger her, dass angelsächsische Anbieter in den Markt kamen, die dicken Hosenträger anhatten und sich nicht auf die Besonderheiten der deutschen Kunden einstellen konnten oder wollten oder für jede kleine Anpassung üppige Zusatzkosten androhten. Das hat sich stark geändert. Viele Anbieter haben ihre Kapazitäten vor Ort erheblich ausgebaut, speziell in der Kundenbetreuung. Darüber hinaus sind viele Anpassungen vonstatten gegangen. Viele Global Custodians beherrschen mittlerweile das VAG in der Umsetzung, und es gibt Online- Systeme in deutscher Sprache. Von der Historie war es so, dass wir zum Beispiel einen Anbieter stark mit ins Spiel gebracht haben, weil er deutlich flexibler war. Und durch dessen Erfolg mussten sich die anderen anpassen. Das ist auch passiert. Frank Umlauf: Custodians beherrschen inzwischen Dinge wie VAG. Die individuelle Betreuung ist eine Karte, die deutsche Depotbanken versuchen auszuspielen. Aber wenn Sie mit Kunden sprechen, die sowohl die alte als auch die neue Erfahrung haben, wird man nicht hören, dass der Global Custodian in der individuellen Betreuung schlechter ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass überhaupt keine Probleme auftreten. Was sind die wichtigsten Differenzierungsmerkmale? Der große Wettbewerbsvorteil sind die Zusatzdienstleistungen. Zum Beispiel Reporting, speziell eben auch die Wertpapierleihe. Denn es gibt von einem Anbieter abgesehen kaum eine Depotbank hierzulande, die ein profitables, das heißt für Kunden attraktives, Wertpapier-Leihesystem hat. Wir raten jedem Investor, es sei denn, die Vermögensstruktur gibt es nicht her, ein Wertpapierleihe-Programm aufzusetzen, weil die Risiken inzwischen sehr gering sind. Die sehr guten Programme geben sogar über das Collateral hinaus eine Garantie von der Bankenseite. Das kos tet den Investor nichts, und die Erträge werden lediglich aufgeteilt. Es gibt also keinen Grund, es nicht zu tun. Wir haben Kunden gehabt, bei denen Wertpapierleihe-Erträge in Mill i onenhöhe jedes Jahr zusammenkommen. Das kann mitunter bis dahin gehen, dass unter dem Strich die Depot bank- Dienstleistung nicht etwas kostet, sondern sogar Ertrag bringt. Unterscheiden sich die Global Custodians bei den Added-Value- Services überhaupt noch? Die Unterschiede liegen im Detail. Unterschiede sind insbesondere bei Anbietern festzustellen, die in jüngerer Zeit auf den Markt getreten sind. Diese müssen ihre Systeme erst einmal auf die deutschen Gegebenheiten anpassen. Und da haben wir schon noch Lücken gesehen. Insgesamt sollte man den Global Custodian auch nie isoliert, sondern immer im Kontext mit einer Master- KAG sehen. Wenn man die Struktur Master-KAG und Global Custodian einmal hat, hat man deren Dienstleistungsangebot teilweise doppelt. Für den Investor ist das schön, denn durch das modulare Leistungsangebot kann er sich aussuchen, wen er als stärkeren Partner mit ins Boot holt. Die optimale Kombination der Leistungen lässt sich dann anhand einer Vollkostenanalyse festlegen. mae 40 portfolio institutionell Ausgabe 8 Oktober 2007 Besuchen Sie uns im Internet: +++

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