Steuerabkommen Schweiz-Deutschland

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1 TAX Steuerabkommen Schweiz-Deutschland Allgemeine Hinweise Das Abkommen über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Steuern und Finanzmarkt ( Steuerabkommen ) ist am 21. September 2011 von den Finanzministern beider Länder unterzeichnet worden. Diese Informationsbroschüre gibt den Vertragsstand zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Steuerabkommens sowie unsere Interpretation des Vertragsstandes im März 2012 wieder. Das Steuerabkommen Schweiz-Deutschland enthält sowohl eine Regelung für die Vergangenheit als auch für die Zukunft. Vergangenheit Zukunft 1. Anonyme Einmalabgabe 1. Anonyme Abgeltungssteuer DE-Wohnsitz per mit CH-Zahlstelle per und DE-Wohnsitz ab/nach 2013 und CH-Zahlstelle Vergangenheit Wer fällt unter die Regularisierung der Vergangenheit? Grundsätzlich unterliegen dem Steuerabkommen alle natürlichen Personen, die am 31. Dezember 2010 in Deutschland einen Wohnsitz hatten und am 31. Dezember 2010 wirtschaftlich Berechtigte an einem Konto bzw. Depot bei einer schweizerischen Zahlstelle waren und am 31. Mai 2013 wirtschaftlich Berechtigte an einem Konto bzw. Depot bei einer schweizerischen Zahlstelle sein werden.

2 kumulativ Zeitachse Wichtiger Hinweis: Sind die Voraussetzungen des Steuerabkommens nicht erfüllt, kann die Vergangenheit nicht über das Steuerabkommen regularisiert werden. Auch Konten bzw. Depots, die über Strukturen wie z.b. Sitzgesellschaften, Stiftungen, Trusts oder Lebensversicherungen gehalten werden, können unter den Anwendungsbereich des Steuerabkommens fallen. Das Steuerabkommen sieht jedoch verschiedene Ausnahmeregelungen vor. Welche Vermögenswerte werden erfasst? Erfasst werden alle Vermögenswerte, die auf Konten bzw. Depots bei einer schweizerischen Zahlstelle verbucht sind. Inhalte von Schrankfächern wie z.b. Edelmetalle in Safes oder Tresore sind dagegen nicht erfasst. Welche Alternativen bestehen, um die Vergangenheit zu regularisieren? 1. Anonyme Einmalabgabe gemäss Steuerabkommen Der Kunde muss für jede schweizerische Zahlstelle eine Entscheidung treffen. Diese muss aber nicht einheitlich ausfallen. Wird das Konto bzw. Depot über eine Struktur gehalten, ist nach dem Steuerabkommen die Entscheidung der Struktur für die schweizerische Zahlstelle maßgeblich. Es muss sichergestellt sein, dass diese Weisung bzw. Mitteilung auch den Vorstellungen des wirtschaftlich Berechtigten entspricht. Für Kunden, die erstmalig ab dem 1. Januar 2011 ein Konto bzw. Depot bei einer schweizerischen Zahlstelle eröffnet haben und aufgrund des früheren Depots in den Anwen- dungsbereich des Steuerabkommens für die Regularisierung der Vergangenheit fallen, gilt Folgendes: Wenn die bisherige Konten- bzw. Depotbeziehung bis spätestens am 31. Mai 2013 beendet worden ist, hat der Kunde die neue schweizerische Zahlstelle bis am 30. Juni 2013 über die Art der Regularisierung (anonyme Einmalabgabe bzw. freiwillige Meldung) zu informieren. Nach der schriftlichen Ermächtigung der neuen und bisherigen schweizerischen Zahlstelle werden die für das Steuerabkommen relevanten Informationen an die neue schweizerische Zahlstelle weitergegeben. Die neue schweizerische Zahlstelle kann dann die bisherigen Daten und Werte bei der Regularisierung für die Vergangenheit berücksichtigen. Dies führt regelmäßig zu einer geringeren Zahllast bei der Einmalabgabe. Wie wird die Vergangenheit konkret regularisiert? Die Steuerbelastung wird je nach Fall zwischen 19% und 34% vom relevanten Kapital betragen. Bei dem relevanten Kapital handelt es sich grundsätzlich um den höheren Kapitalbestand per oder per Wird Vermögen, das bisher außerhalb der Schweiz verwaltet wurde, auf das Konto bzw. Depot eingezahlt, werden nur Vermögenszuflüsse bis zu 20% des Vermögenswertes per von der anonymen Einmalabgabe umfasst. Bei einer höheren Vermögenszufuhr wird der Kunde durch die Einmalabgabe nicht vollumfänglich straffrei. Die Ausnahme der 20% Grenze stellt die Kompensation von Entnahmen in den Jahren dar (zzgl. realisierter/nicht realisierter Wertsteigerungen in den Jahren 2011/2012). Vermögens-

3 zuflüsse aus Deutschland, die zwischen dem und dem erfolgen, profitieren unabhängig von der 20% Regelung nicht vom Steuerabkommen. Die trotzdem einbehaltene Einmalabgabe führt nicht zum Erlöschen der Steuerschuld und zur vollumfänglichen Straffreiheit; sie wird vielmehr als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer 2013 behandelt. Welche Steuern sind von der anonymen Einmalabgabe erfasst und wann? Mit der vollständigen Gutschrift der Einmalzahlung bis frühestens am 31. Mai 2013 sind die Steueransprüche von folgenden deutschen Steuerarten erloschen: Einkommensteuer Vermögensteuer Umsatzsteuer Gewerbesteuer deutscher Steuerhinterziehung bzw. verkürzung mehr eingeleitet, soweit keine Aussschlussgründe vorliegen. Was passiert wenn nicht genügend liquide Mittel für die Einmalabgabe vorhanden ist? Das Steuerabkommen räumt der schweizerischen Zahlstelle nicht das Recht ein, Wertpapiere zu veräussern, um die entsprechenden Geldmittel für die Einmalabgabe zu generieren. Es ist somit entscheidend, dass auf dem Konto am 31. Mai 2013 genügend liquides Vermögen für die Einmalabgabe vorhanden ist. Zwecks Abstimmung ist eine rechtzeitige Meldung bei der schweizerische Zahlstelle zu empfehlen. Erfolgt keine Meldung, wird die schweizerische Zahlstelle gemäss Steuerabkommen eine Frist von maximal acht Wochen nach dem 31. Mai 2013 gewähren, in welcher Aufträge zur Veräusserung von Wertpapieren zur Beschaffung von Liquidität erteilt werden. Sollte auch nach Ablauf der Frist nicht genügend liquides Vermögen vorhanden sein, ist die schweizerische Zahlstelle verpflichtet, die persönlichen Daten und Vermögenswerte zu melden es bedarf hierfür keine Ermächtigung. Erbschaft-/ Schenkungsteuer Körperschaftsteuer Freiwillige Meldung statt anonyme Einmalabgabe Die Einmalabgabe wird von der schweizerischen Zahlstelle anonym an die zuständige Schweizer Behörde und anschliessend an das deutsche Bundesministerium der Finanzen weitergeleitet. Die Einmalzahlung wird in Euro berechnet. Wird das Konto bzw. Depot nicht in Euro geführt, wird die Umrechnung zum Devisentagesfixkurs (publiziert durch die SIX Telekurs AG) am für die Berechnung maßgebenden Stichtag vorgenommen. Eine entsprechende Bescheinigung über die Abwicklung wird durch die schweizerische Zahlstelle erstellt. Die Bescheinigung enthält: Identität (Name und Geburtsdatum), Wohnsitz, ggf. Identifikationsnummer Name und Anschrift der schweizerischen Zahlstelle, Kundennummer Betrag der Einmalzahlung und Berechnungsmodalitäten Bis 30 Tage nach Zustellung der Bescheinigung kann Einspruch gegen diese eingelegt werden. Ohne Einspruch gilt die Bescheinigung als genehmigt. Diese Bescheinigung sollte sorgfältig aufbewahrt werden. Mit der Gutschrift der Einmalzahlung wird von der deutschen Behörde keine strafrechtliche Verfolgung wegen eventueller Nur auf ausdrücklichen schriftlichen Antrag des Kunden wird auf die anonyme Einmalabgabe verzichtet. Die Ermächtigung ist aufgrund der Vorgaben des Steuerabkommens unwiderruflich. Folgende Informationen teilt die schweizerische Zahlstelle dann den deutschen Behörden mit: Identität (Name und Geburtsdatum), Wohnsitz, ggf. Identifikationsnummer Name und Anschrift der schweizerischen Zahlstelle, Kundennummer Jährlicher Kontostand per 31. Dezember eines Jahres für die Zeitspanne von (frühestens) bis Über die übermittelten Informationen wird eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt. Diese sollte sorgfältig aufbewahrt werden. Ohne Meldung muss die Schweizer Zahlstelle automatisch die Einmalabgabe abführen. Unabhängig davon, ob das Vermögen bereits der deutschen Besteuerung unterworfen wurde. Die Mehrfachbesteuerung kann durch eine schriftliche Ermächtigung zur freiwilligen Meldung vermieden werden. Sollte diese Bankverbindung in Deutschland noch nicht bekannt sein, so gilt die freiwillige Meldung als erste Stufe der Selbstanzeige. Die Wegleitung wird aufzeigen, wie mit bisher nicht erklärten Einkünften und ggf. Schenkungen/ Erbschaften weiter zu verfahren ist.

4 Vergleich anonyme Einmalabgabe oder freiwillige Meldung Gerne nehmen wir eine Schätzung über die finanzielle Belastung der anonymen Einmalabgabe im Vergleich zur Selbstanzeige vor. Schritt 1: «Klärung von Sachverhaltensfragen» z.b. Schenkung / Erbschaften oder Berufsträger / Beamte Schritt 8: Auswertung Gesamtbelastung bei Selbstanzeige Gesamtbelastung durch Einmalabgabe Zukunft Wie werden zukünftig Kapitaleinkünfte behandelt? Auch hier bestehen die Alternativen zwischen der 1. anonymen Abführung der Abgeltungsteuer oder 2. der freiwilligen Meldung. Die Entscheidung ist unabhängig von der Wahl im Hinblick auf die Regularisierung für die Vergangenheit. Wie erfolgt die zukünftige, anonyme Abführung der Abgeltungsteuer? Solange die schweizerische Zahlstelle nicht ausdrücklich zur freiwilligen Meldung ermächtigt wurde, wird auf anonymer Basis von Kapitalerträgen wie Zinsen, Dividenden, Fondserträgen, Veräußerungsgewinnen und sonstigen Einkünften eine Abgeltungsteuer in der Höhe von 26,375% (auf Antrag zuzüglich Kirchensteuer) abgeführt werden. Die Abgeltungsteuer wird ebenfalls via Bern an die zuständige deutsche Behörde weitergeleitet. Mit der Abgeltungsteuer sind alle Deklarationsverpflichtungen in Deutschland erfüllt, so dass man diese Kapitalerträge nicht mehr in die deutsche Steuererklärung aufnehmen muss. Sofern es vorteilhaft ist (beispielsweise für die Verlustverrechnung), können Kapitalerträge trotz anonymer Abführung in die deutsche Steuererklärung aufgenommen werden. Über die anonyme Abführung wird eine Bescheinigung ausgestellt. Bitte bewahren Sie die Bescheinigung sorgfältig auf. Wie erfolgt die freiwillige Meldung? Möchte man in Zukunft keine anonyme Abführung der Abgeltungsteuer, können die bei der schweizerischen Zahlstelle erzielten Kapitalerträge via Bern den deutschen Behörden gemeldet werden. Hierfür sind der schweizerischen Zahlstelle eine schriftliche Ermächtigung und folgende Angaben zu melden: Identität (Name und Geburtsdatum), Wohnsitz, ggf. Identifikationsnummer Name und Anschrift der Schweizer Zahlstelle, Kontonummer/IBAN-Nr. Totalbetrag der Erträge In diesem Fall wird keine deutsche Abgeltungsteuer auf anonymer Basis abgeführt werden. Vielmehr müssen die Erträge in der deutschen Steuererklärung deklariert werden.

5 Laufende Informationen zum Steuerabkommen mit Deutschland und UK finden Sie unter Kontakte in Zürich zum Steuerabkommen mit Deutschland KPMG AG Badenerstrasse 172 Postfach CH-8026 Zürich Heiko Kubaile Leiter German Tax & Legal Center Director T: E: Astrid Nelsen Senior T: E: Silke Tschatsch T: E: Christiane Hoffmann T: E: Mareike Schulz T: E: Dr. Nadja Probst Assistant T: E: Sebastian Gerhardts Senior Consultant T: E: Kontakte in Zürich zum Steuerabkommen mit UK Jürg Birri Partner T: E: Philipp Zünd T: E: Die hierin enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und beziehen sich daher nicht auf die Umstände einzelner Personen oder Rechtsträger. Obwohl wir uns bemühen, genaue und aktuelle Informationen zu liefern, besteht keine Gewähr dafür, dass diese die Situation zum Zeitpunkt der Herausgabe oder eine zukünftige Sachlage widerspiegeln. Die genannten Informationen sollten nicht ohne eingehende Abklärungen und eine professionelle Beratung als Entscheidungs- oder Handlungsgrundlage dienen KPMG Holding AG/SA, a Swiss corporation, is a subsidiary of KPMG Europe LLP and a member of the KPMG network of independent firms affiliated with KPMG International Cooperative ( KPMG International ), a Swiss legal entity. All rights reserved. Printed in Switzerland. The KPMG name, logo and cutting through complexity are registered trademarks or trademarks of KPMG International.

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