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1 E-Education E-Learning-Instrumente und Unterrichtstechnologien einzusetzen, ist zur täglichen Routine im Unterrichtsbetrieb geworden. Vor einigen Jahren noch zum Inbegriff eines neuen Unterrichtens hochstilisiert, hat E-Learning heute einerseits wenige, wenn auch vehemente Gegner/innen, andererseits bisher nie einen ausreichenden Stellenwert in der österreichischen Bildungspolitik erreicht, um öffentlich diskutiert zu werden der richtige Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz und einen kritischen Blick auf die Nachhaltigkeit der Entwicklungen. 10 wissenplus 2 12/13

2 E-Learning: Echte Änderung oder hübsches Beiwerk? Cover hatten Pionierschulen begonnen, sich über elektronische Fachportale und Notebook-Klassen Gedanken zu machen. Ein Rückund Ausblick von Dr. Christian Dorninger, BMUKK Jedem Schüler/jeder Schülerin sein/ihr Notebook. Damit sollen die Mitglieder der Internetgeneration in die Lage versetzt werden, reale berufliche Arbeitsbedingungen bereits im Unterricht zu simulieren ( empowering the internet generation ) waren einige technische und kaufmännische Schulen, drei Tourismusschulen und einige neugierige IT-Gymnasien die Pioneers, die diese Entwicklung in Gang setzten gab es an Österreichs Oberstufenschulen einen Schulversuch mit 32 Standorten, die Notebook-Klassen erprobten (die early adopters ). Drei Jahre später ging das Notebook-Projekt in die Fläche, erfasste die Unterstufen der Gymnasien und Hauptschulen und konnte unter dem Titel elsa (= elearning im Schulalltag ) und elc (= elearning- Cluster ) etwa 120 Standorte zählen. Unter dem Titel efit Austria wurde die Schulbuchaktion neu gestaltet, die Content -Entwicklung vorangetrieben und ein Bildungsportalverbund gegründet. Neun Jahre später sind 240 Schulen gut gegenseitig vernetzt im Routine betrieb und versorgen sich auf Konferenzen mit Projekterfahrungsberichten, neuen Technologien, neuen Lernmethoden und vielfältigen Kooperationen. e-learning-austria, die Zusammenführung der beiden Cluster, ist ein Sammelbecken von e-learning-interessierten Lehrenden und Schülern/Schülerinnen, Mehr als unspektakuläre Routine Ja, E-Learning-Instrumente und Unterrichtstechnologien einzusetzen ist zur unspektakulären Routine im Unterrichtsbetrieb geworden noch als Sinnstiftung für den neuen Unterricht hoch aufgeladen ein Drittel der Mittelstufen- und Oberstufen- Schulstandorte betrieben den Technologieeinsatz umfassend hat das Konzept wenige, dafür vehemente Gegner/innen, wie z. B. den Neurobiologen Spitzer, hervorgerufen. Und es hat nie die Sphäre der österreichischen Bildungspolitik in dem Ausmaß erreicht, um öffentlich diskutiert zu werden. Ein guter Zeitpunkt, Zwischenbilanz zu ziehen und die Frage zu beantworten, wie nachhaltig diese Entwicklungen sind: 1 E-Learning-Methoden und -Konzepte haben an innovativen Schulen eine fast selbstverständliche Breitenwirkung erlangt und versetzen Schüler/innen in die Lage, durch Informationsbeschaffung, kollaborative Arbeitsformen und realitätsnahe Prozesse deutlich mehr Arbeits- und Lernleistung darzustellen als noch vor 10 Jahren. Das Abfassen von Fachbereichsarbeiten und Diplomarbeiten ohne einfache Informationstechnologien wäre gar nicht in der gebotenen Form möglich. Gerade Schüler/innen der Berufsbildung genießen es, am Schulstandort ähnliche elektronische Arbeitsbedingungen anzutreffen ( Lernplattformen ) wie in der späteren Berufs- und Arbeitswelt. Die berufsvorbereitende Adoleszenz hat sich damit verkürzt. Man ist, bei einigem Geschick, ab der vorletzten Schulstufe in der Lage, genau die Prozesse durchzuführen und Produkte zu erzeugen, die in der Arbeitswelt nachgefragt werden im kaufmännischen Bereich etwas rascher als im technischen Bereich. 2 Schulen, die keine E-Learning-Ansätze betreiben, sind deswegen in der öffentlichen Meinung nicht benachteiligt. Bildung oder Lernvermögen werden nach anderen Kriterien beurteilt als nach dem Grad des Einsatzes der Informationstechnologie am Standort. Viele Ansätze von sozialem, sozialwissenschaftlichem und humanistisch geprägtem Handeln an Schulen kommen in der medialen Öffentlichkeit gleich oder besser an als umfangreicher Technologieeinsatz. Lernklima, soziale Gerechtigkeit (oder auch soziale Selektion!) und wertschätzende Ansprache der Schüler/innen sind die wichtigsten Attribute bei der Wahl von Schulstandorten, nicht unbedingt der Medieneinsatz. Die flächendeckende Verwendung von mathematischen Computeralgebrasystemen bei der Reifeprüfung (die Systeme sind seit etwa 15 Jahren am Markt) ist im allgemeinbildenden Schulwesen noch immer eine Aufregung wert und führt zu heftigen Diskussionen. Schule und Arbeitsplatz klaffen hier noch immer deutlich auseinander. 3 Der positive Zugang zum Technologieeinsatz hat dem Schulwesen eine Reihe von methodischen Innovationen und Produkten beschert, die für die Betroffenen sehr viel Motivation, aber auch internationale Anerkennung gebracht haben: Schulen setzen Lernplattformen fast selbstverständlich ein; an österreichische Schulen sind spezielle IT-Werkzeuge für die Schüler/innen mit besonderen Bedürfnissen im Einsatz an sozialpädagogischen Zentren wird damit gearbeitet. Es sind etliche Schulen e-learning-zertifiziert und achten auf breite Angebote bei Unterrichtstechnologien. In den Clustern sind international hoch gelobte E-Contents entstanden ( Geogebra, World of Robin Hood, Der Kaufmann von Venedig, Social Media u. a.) und nicht wenige Produkte sind zu (inter) nationalen Preisen gelangt. Der Begriff mobiler (digitaler) Lernbegleiter eröffnet Perspektiven für die persönliche Lernbegleitung, aber auch den verstärkten Einsatz von Tablets als Lesegeräte im Unterricht. 4 Die Abwicklung der Schulreformprojekte, die gerade in Umsetzung sind, fällt durch den Technologieeinsatz leichter: Die modulare Oberstufe könnte ohne neue Schulverwaltungs-EDV nicht umgesetzt, die standardisierte Reifeprüfung nicht ohne Plattformen und die Aussicht auf elektronische Prüfungsumgebungen abgehalten werden. Die Neue Mittelschule hat vom ersten Konzept weg auf Lernplattformen und E-Content gesetzt. E-Portfolios werden in den letzten Jahren zwar we- wissenplus 2 12/13 11

3 x niger kolportiert, kommen aber als Lernkonzept wieder in Diskussion. Die Bildungsstandards werden auch bald offiziell um digitale Kompetenzen in der 8. Schulstufe und Informatikrichtlinien in den Oberstufenformen erweitert. Verwaltungshandeln soll lautlos sein, aber nicht unterschätzt werden: Das historische Verdienst der österreichischen Schulverwaltung war, dem Technologieeinsatz um das Jahr 2000 herum von vornherein positiv gegenüberzustehen und die ersten Ansätze an Schulen nicht zu separieren oder zu diskreditieren. Dazu passt eine Meldung von Anfang November 2012 des OECD Internet Economy Outlook: 97 Prozent aller Schulen in Österreich nutzen E-Learning Über dem OECD-Schnitt landet Österreich bei der Internetnutzung an Schulen: An knapp 97 Prozent der Schulen wird den Schülern/Schülerinnen laut deren Angaben Internetzugang ermöglicht, 81 Prozent der Befragten nutzen diesen auch. Im OECD-Schnitt gaben 93 Prozent der Schüler/innen an, dass sie an ihrer Schule Internetzugang haben, 70 Prozent nutzen dies auch. Die höchsten Werte erreichten die Niederlande (knapp 100 bzw. 96 Prozent), Dänemark (99 bzw. 94 Prozent) und Australien (99 bzw. 91 Prozent), die geringsten Italien (73 bzw. 45 Prozent), die Türkei (77 bzw. 44 Prozent) und Japan (84 bzw.46 Prozent). Der Mainstream des Einsatzes an Österreichs Schulen wurde also erreicht! Y E-Learning und Medienpädagogik im digitalen Zeitalter Hintergrund. Soll man dem, was unsere Schüler/innen modebewusst mit gekauften E-Learning-Modulen wie Handy, ipad & Co. als neue mediale Jugendkultur vorleben, als Lehrer/in nachlaufen? von Mag. Fred Burda, Leiter der Schulen des bfi Wien Ja, ich bekenne mich zum technologiebasierten Lernen, ich wurde dementsprechend auch als Volksschüler im Lichtbildzimmer (das war der Medienraum in einer durchaus fortschrittlichen Volksschule der frühen Sechzigerjahre in Wien) auf das Medienzeitalter vorbereitet. Schluss mit dem langweiligen Lesen von Märchenbüchern in der ersten Volksschulklasse, wir sahen Märchendias von Frau Holle, dem Schlaraffenland und Hänsel und Gretel und mussten uns im Anschluss an die durch die mündliche Erzählung der Lehrerin begleitete Diavorführung hinsetzen und das Märchen mit den gerade erlernten Buchstaben mit unseren einfachen Sätzen zu Papier bringen. Gelächter und Ratlosigkeit ergab ein im Anschluss daran vorgelesener Märchentext eines Buben, der in seinem Märchen erwähnte, dass ein Dia einen Sprung gehabte habe, just bei der Szene, als Frau Holle die Tuchenten ausbeutelte. Wir einigten uns dann mit der Lehrerin darauf, dass es sich um eine Sternschnuppe handeln könnte, und integrierten das kaputte Dia kurzerhand in die Geschichte. Seit diesem Schreiberlebnis fehlt mir die Sternschnuppe in der Geschichte von Frau Holle. Das modische Handy? Wie wird es unseren Schülern/Schülerinnen gehen, wenn sie auf ihre Lernzeit in ihrer Kindheit und Jugend zurückblicken? Wenn ich mir pädagogische Sachbücher anschaue wie beispielsweise Mobiles Lernen mit dem Handy Herausforderung und Chance für den Unterricht?, werden an ca. 50 Unterrichtsbeispielen in der Pflichtschule sowie in der Sekundarstufe I Unterrichtsvorschläge angeboten, wie das Handy in den Unterricht integriert werden kann. Die Autoren sprechen davon, dass das Alltagsmedium Handy die Möglichkeit informellen Lernens biete, weiters, dass es als Schnittstelle zwischen der Jugendkultur, dem Alltagsleben und dem gezielten Lernen im Unterricht diene. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im Sinne von McLuhan hier das Medium die Botschaft ist. Es gibt sehr viele Lehrer/innen, die aufgrund vieler Beobachtungen ihrer Schüler/innen im Unterricht den Eindruck haben, dass gerade das Medium Handy ein außerordentlicher Störfaktor ist aus inhaltlicher, sozialer und psychischer Sicht. Die permanente Erreichbarkeit des Menschen und das Verfolgen-Müssen von Halbgesprächen im öffentlichen Raum führen zu einer permanenten Fragmentierung des Alltagserlebnisses, wo Schule nur mehr die Aufgabe hätte, dem entgegenzusteuern, anstatt diesen Rhythmus in den Unterricht und in die Lernarbeit zu integrieren und dadurch zu verstärken. Reflexion und das Suchen nach Alternativen Was Schüler/innen außerhalb der Schule anfliegt, braucht nicht nochmals im Unterricht verstärkt werden. Im Gegenteil: Reflexion und das Suchen nach Alternativen ist da primäre Aufgabe. Aber eine solche Überbetonung des Medialen auch in der Schule und in der pädagogischen Diskussion lässt sich gut erklären: Ich bin selbst in einem Zeitalter in die Schule gegangen, in dem Technikeuphorie und Fortschrittsoptimismus geherrscht haben. Dieser Optimismus hat sich in alle gesellschaftlichen Bereiche erstreckt. Die Generation, die wenige Jahre vor mir die Universitäten verließ, kehrte im Sinne des Antagonismus der Generationen diesen Optimismus und diese Euphorie in ein kritisches Potenzial. Es blieben aber die visionären Erwartungen gleich einer kulturrevolutionären Bewegung, dass durch eine geeignete Pädagogik Menschen veränderbar sind und sich alles durch ebendiese neue Pädagogik zum Besten kehren ließe. In Erziehung und Bildung liegen dies nicht zuletzt seit der Aufklärung alle Hoffnungen auf Veränderung des Menschen. Viele dieser jungen Menschen gingen in das Lehramt ( Lehrer/innenschwemme der 70er-Jahre, gepaart 12 wissenplus 2 12/13

4 E-Education x mit der sogenannten Bildungsexplosion ), viele wurden Journalisten/Journalistinnen, Autoren/Autorinnen, Verleger/innen, Verwaltungsfachleute im Erziehungs- und Bildungssektor. Dieser pädagogische Enthusiasmus oder auch nur der Wunsch, der fast utopische Wunsch nach Veränderung trifft nun auf die technologischen Möglichkeiten, mithilfe der Neuen Medien in einem Maße wirken zu können, wie das für einen großen Teil der Menschheit, der davon erfasst werden sollte, noch nie möglich war. Die öffentliche Diskussion über den pädagogischen Einsatz dieser Neuen Medien für den Bereich Bildung und Erziehung lief voll an: Institute wurden gegründet, Lehrstühle an den Universitäten eröffnet, Schulen medial ausgestattet, der Technologiedruck wuchs. Waren es zuerst die pädagogischen Ziele und Theoreme, die ein Heilsversprechen verkündeten ( antiautoritäre Erziehung, Ganzheitsmethode beim Lesen, Mengenlehre in der Mathematik ), so paarte sich dies bald mit der technologischen Machbarkeit einer Beschleunigung und erweiterten Wirksamkeit von Bildungsprozessen, E-Learning erbte den heilsversprechenden Charakter pädagogischer Theoreme: Mühsame, langandauernde Lernprozesse werden im digitalen Zeitalter als mühelos, leicht und mit Vergnügen machbar hingestellt wenn Lernen nur in Form von Computerspielen passiere ( Digital Game Based Learning ). Das Lernen der Zukunft ist orts- und zeitunabhängig ( Distance Learning, Being asynchrone ), umfasst jeden gesellschaftlichen Bereich und das nahezu ohne Vorkenntnisse (außer den technologischen, nämlich die Lernmaschinen und -programme zu bedienen), lagert aber das Lernen und die Lernverantwortung extrem stark in das Individuum aus (selbstverantwortliches und selbstgesteuertes Lernen). Entkoppelt vom elektronischen Lernen Es ist daher vordringlichstes Ziel aller unserer Schulen auf dem jeweils unterschiedlichen Niveau, eine drohende Entkoppelung einer großen Bevölkerungsgruppe von der Möglichkeit elektronischen Lernens hintanzuhalten und das Erlernen und Beherrschen der E-Learning-Technologie als prioritäres Ziel in die Lehrpläne und Ausbildungsgänge verpflichtend einzuschreiben. Das ist gut so. Zu kurz ist jedoch eine kritische Auseinandersetzung mit E-Learning und E-Education im Sinne umfassender Medienkompetenz geraten. Da Pädagogik im Sinne der Auf klärung und diesem Ideal sind wir weiterhin verpflichtet durch eine Offenheit gekennzeichnet ist, so muss in eine zu unterrichtende Medienkompetenz dieses aufklärerische Element integriert werden. Auf dem Weg zu einer umfassenden Medienkompetenz Diese Medienkompetenz beginnt mit einer kritischen Analyse von Medium und Einsatzmöglichkeit. Es gibt Medien, die sich besser für die räumliche Wissensverbreitung einsetzen lassen. Man muss aber wissen, dass dies damit einhergeht, Verwaltung, Recht und politische Macht stärker zu zentralisieren. Es sind dies Medien, die leicht transportierbar sind, nicht dauerhaft sind, aber auch einem schnellen Veränderungsprozess unterworfen sind, sie beschleunigen Entwicklungen ungemein und überraschen oft Machtstrukturen unvermittelt bis zur Destabilisierung, bauen aber auch Wissens- und Machtstrukturen auf. Andererseits gibt es Medien, die in die zeitliche Dimension wirken, haltbarer sind, etwa Bücher, die auch noch zukünftige Generationen beschäftigen werden. Mit diesen Medien muss anders umgegangen werden als mit elektronischen Medien. Es ist außerdem für einen Diskurs über Medienkompetenz nicht zuträglich, Bücher gegen E-Learning-Programme auszuspielen. Dauerhafte Medien fördern langsame Entwicklungen von Ideen, begünstigen in ihrem zeitlichen Diskurs der Generationen die Entwicklung von Ideengeschichte, Religion und allem, was in einem hohen Maße Bestand und Fortdauer haben muss, begünstigen jedoch auch dezentrale politische Macht. In diesem Sinne muss eine an unseren Schulen zu entwickelnde Medienkompetenz die Frage der Entwicklung des kognitiven Leistungsvermögens als Option in die Lehrpläne integrieren: gedankliche Flexibilität, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können, die Konzentrationsfähigkeit stärken, Ausdauer entwickeln und Kritikfähigkeit erlernen und bewahren. Bedauerlicherweise beobachten Lehrer/innen vermehrt, dass die Konzentration nur von SMS zu SMS reicht, die Ablenkung, sei es durch Handy läuten oder durch das jeweils neue , das in den PC des Managers/ der Managerin saust, zum unverzichtbaren Rhythmus des Alltags gehört. Das jeweils Nächste ist auch das jeweils Wichtigste geworden und ist man einmal vom Bazillus dieser medialen Krankheit erwischt, bedarf es Kraft, alte Tugenden, wie eine Auswahl nach dem Kriterium der Wichtigkeit zu treffen, mühsam zu erlernen. Viele glauben da schon, wenn sie ein unwichtiges Mail gelöscht haben, bereits gearbeitet zu haben. Eine an unseren Schulen angewandte Medienpädagogik soll keine Utopie im Sinne illusionärer Vorstellungen nähren, wie sich die idealen elektronischen Lerner/innen verhalten könnten, sondern sich auf das beziehen, was gelebte Praxis ist. Dazu gehört auch die Schwierigkeit vor allem für ältere Lerner/innen, mit der Eigendynamik der elektronischen Medien und den Programmen zurechtzukommen. Traditionell herrschte zurecht die Forderung, dass Bildungswillige aus bürokratischen Gründen nicht vom Bildungsprozess ausgeschlossen werden dürften (Anrechnungen, Einstiege in Ausbildungsgänge, effizientere Studien gestaltung waren die Folge). Gleiches gilt in übertragenem Sinne für das elektronische Lernen: Die Schwierigkeit, in das elektronisch basierte Lernen einzusteigen, darf nicht zur Hürde werden, die Bildungswillige vom Bildungsprozess ausschließt. Dazu gehören aber ebenso die Tücke elektronischer Bildungsverwaltung im Hinblick auf K.-o.-Tests in der Studieneingangsphase wie auch komplizierte, zeitraubende und störungsanfällige Abläufe bei Bildungsverwaltungsprogrammen. E-Learning ist im Vorschulbereich angekommen. Um diese Kompetenz so früh wie möglich zu lehren und zu entwickeln, gibt es bereits Programme für Kleinkinder, die im Bereich des Malens, des Erkennens von Tierstimmen, der Bezeichnung von Körperteilen ja sogar für Babys angefertigt wurden, die Beruhigungsgeräusche aus dem Mutterleib simulieren. Die technischen Spielereien dürfen die Inhalte nicht überlagern. Es ist allemal ein Warnsignal, wenn sich Kinder zurückziehen und nicht mehr sprechen, für andere Dinge in der Welt nicht zugängig sind, außer für die Realität im PC-Programm. Es gibt ipad- Spiele, welche die Hand-Augen-Koordination schulen, es gibt Bilder- Memories, die alles in den Schatten stellen, was reale Spieler/innen vermögen. Aber die Interaktionen zwischen Kindern und Eltern, zwischen Lehrern/Lehrerinnen und Schülern/Schülerinnen und zwischen den Kindern miteinander kann nicht ersetzt werden. Y wissenplus 2 12/13 13

5 Vernetzte Schulen Projekt. Seit rund 10 Jahren widmen sich zwei schulische E-Learning-Netzwerke einer spannenden Herausforderung. von Mag. Christian Schrack, BMUKK elsa E-Learning im Schulalltag umfasst rund 160 Schulen der Mittelstufe, überwiegend AHS und Neue Mittelschulen bzw. Hauptschulen. Der sichere Umgang mit dem Internet (saferinternet) und die Fortbildung der Lehrpersonen stehen im Mittelpunkt (EPict). In Hinkunft werden 700 Neue Mittelschulen und interessierte Volksschulen dazustoßen, die ebenfalls die in diesem Netzwerk angebotene E-Learning-Zertifizierung anstreben können. Das zweite Netzwerk elc E-Learning Cluster koordiniert 170 Schulen der Oberstufe, die von berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, Berufsschulen bis zu AHS Oberstufen reichen. Damit sind in diesem Bildungssegment bereits ein Drittel aller österreichischen Schulen in diesem Netzwerk erfasst. Die e liegen dabei in der Bildung von Schulpartnerschaften zur IT-gestützten Organisationsentwicklung am Standort und dem Erfahrungsaustausch im Unterricht mit digitalen Medien. Entsprechend der zukünftigen Anforderungen kommen dabei digitale Wissens- und Lernumgebungen, Social-Web-Werkzeuge, Multimedia und Game based Learning und E-Portfolios zum Einsatz. Zentraler Angelpunkt ist die Einbindung der Schülerinnen und Schüler in dieses Wissensnetzwerk, die ihre Einsichten im Sinne des Peergroup-Gedankens auch jüngeren Lernenden zur Verfügung stellen. Projekt- und Teamarbeit in berufsbezogener Umgebung und IT-gestützte Kooperation stehen dabei im Mittelpunkt. Gemeinsame Dachmarke Seit zwei Jahren werden diese beiden Netzwerke elsa und elc unter der Dachmarke eeducation geführt mit dem Ziel, die vertikale digitale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler im gesamten Schulsystem, von der Volksschule bis zum Eintritt ins Berufsleben und in den tertiären Bildungssektor, zu stärken. Dabei geht es naheliegend auch um die Hebung bisher ungenutzter Reserven zwischen dem Engagement der Schulen der unterschiedlichen Bildungsstufen. Zu den Begleitmaßnahmen in der Lehrer/innenbildung zählen mehrere große E-Learning-Veranstaltungen mit dem Didaktik, Schulentwicklung und Multimedia. Diese Veranstaltungen werden flankiert von zahlreichen fachdidaktischen Fortbildungsangeboten der Pädagogischen Hochschulen zum Einsatz Im Sinne des Peergroup-Gedankens sollen auch die jüngeren User/innen an der Wissensentwicklung teilhaben. Gemeinsame IT-Netzwerke sollen die digitale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken. IT-gestützter Lernumgebungen. Diese Veranstaltungen und Fortbildungen ermöglichen den Austausch zwischen allen Bildungsstufen unter dem Motto Voneinander und miteinander lernen. Weitere vom BMUKK initiierte Projekte, die ebenfalls alle Schulstufen umfassen, zielen auf die Unterrichtsentwicklung ab und fördern die Kompetenzorientierung und Individualisierung. Von dieser Form der vertikalen Vernetzung gehen auch BMUKK-Initiativen wie Mobile Lernbegleiter im Unterricht aus, in der mehrere Schulformen gemeinsam didaktische Szenarien zum Einsatz der elektronischen Helfer wie Smartphones, Tablets, Tablet-PC, Netbooks und Notebooks entwickeln, um sie anderen Standorten zur Verfügung zu stellen. In Analogie zu Bestrebungen der Industrie werden dabei Arbeits- und Lernsituationen mit Bring your own Device (BYOD) unterstützt. Die begleitenden Maßnahmen lassen sich unter dem Begriff Digitale Schule am besten zusammenfassen, die vom BMUKK-Angebot von shared Services wie zentral angebotenen Lernplattformen und Schulverwaltungssoftware bis zur organisatorischen und technischen IT-Unterstützung am Standort reichen. Wichtige Zielsetzung ist, dass in Hinkunft alle Schulen an diesen Synergien partizipieren können. Dieser skizzierte kritische Umgang mit dem Internet und den digitalen Medien führt daher von der zunächst besorgten Frage Was machen die digitalen Medien aus uns? zum proaktiven und selbstbewussten Umgang im Sinn der Informations- und Wissensgesellschaft mit dem Motto Was machen wir mit den digitalen Medien?. Schließen möchte ich mit einem Zitat von Gabi Reinmann (Didaktisches Design, 2012), das das Streben nach zeitgemäßem Unterricht auf den Punkt bringt: Die Bezeichnung E-Learning erweckt den Anschein, es sei etwas Verzichtbares. Didaktisches Handeln ist von vornherein und selbstverständlich mit den digitalen Medien verbunden und an verschiedenen Stellen des didaktischen Handelns zu praktizieren, wo es angezeigt ist. Y Weitere Informationen: Foto Gert Steinthaler, elc Kärnten, Verwertungsrechte bmukk 14 wissenplus 2 12/13

6 E-Education E-Portfolio-Arbeit in der Schule Tool. Die transparente digitale Dokumentation des Kompetenzerwerbs in verschiedenen Unterrichtsgegenständen über eine Bildungskarriere hinweg stellt eine zeitgemäße Unterstützung von Lernprozessen dar. von Mag. Andreas Riepl BHAK/BHAS Steyr, ecool (Impulszentrum COOL) Wie funktioniert die epop-app? Das elektronische persönlichkeitsorientierte Portfolio versucht, selbstangeleitetes Lernen mit Bildungsstandards unterschiedlicher Unterrichtsgegenstände der Berufsbildung zu kombinieren. In der Anleitung durch Lehrerinnen und Lehrer wird der sukzessive Kompetenzerwerb dokumentiert, idealerweise auch in elektronischer Form. Die Bearbeitung erfolgt hier mittels einer Smartphone-App somit liegt auch der Fokus auf der Nutzung individueller (Smartphone)-Apps zur Lösung von Aufgabenstellungen, je nach Interesse und Ziel des jeweiligen Lernenden. Ein ergänzender Ansatz, dies zu bewerkstelligen, ist, Schülerinnen und Schüler mehr in die Eigenverantwortung zu nehmen. Um die Einstiegshürde zu minimieren, wurde gemeinsam mit dem ÖZEPS von der gtn gmbh eine Smartphone-App entwickelt, die Bildungsstandards, assoziierte Beispiele und E-Portfolio-Arbeit zur Zielgruppe der Lernenden bringt. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile: 1 einfacher Einstieg in die E-Portfolio-Arbeit 2 ein zeitgemäßes Tool auf mobilen Endgeräten, das Jugendliche positiv aufnehmen 3 grundsätzliche Unabhängigkeit von Software-Funktionalität 4 Zeit- und Ortsunabhängigkeit 5 grafische Visualisierung des Kompetenzfortschritts in einem Unterrichtsgegenstand 6 Reflexion der individuellen Arbeit mit Standards Die App baut auf zwei Hauptfunktionen auf: 1. Entwickeln einer eigenen Kompetenzlandkarte, soziale, personale und digitale Kompetenzen betreffend Aufgaben und Übungsbeispiele zu den überfachlichen Kompetenzen werden von einem zentralen Server (Moodle-Server) in die App transportiert und können von den Schülerinnen und Schülern selbständig gelöst werden. Durch die Bearbeitung einzelner Aufgaben färben sich Kompetenzfelder ein und dokumentieren somit den Lernfortschritt. Mithilfe einer App soll das Erstellen eines E-Portfolios erleichtert werden. wissenplus 2 12/13 15

7 x Die Ergebnisse werden dabei in einer eigenen Moodle-Installa tion jener, die der Schülerin bzw. dem Schüler zur Verfügung steht, z. B. einer eigenen Moodle-Installation am Schulstandort oder edumoodle gespeichert. Die Verbindungsdaten zu dieser Moodle-Installation müssen bei den Einstellungen der App ein malig konfiguriert werden. Kompetenzen aus anderen Unterrichtsgegenständen können ebenfalls integriert werden. 2. Erweiterung der Kompetenzlandkarte um individuelle Interessensbereiche des Nutzers Neue Themenbereiche (mit Haupt- und Unterkategorien) werden von den Schülerinnen und Schülern selbständig angelegt. Innerhalb dieser individuellen Struktur können eigene Beiträge (= Ausarbeitungen von eigenen Beispielen, Leistungsnachweise zu verschiedenen Fachgegenständen und Themengebieten, Dokumente kreativen Gestaltens) über die epop-app erfasst und mit Kompetenzbeschreibungen versehen werden. Leistungsnachweise, die auf diese Art durch die Schülerin bzw. den Schüler erfolgen, werden in der Moodle-Installation, auf die die Schülerin bzw. der Schüler Zugriff hat, abgelegt. Durch sogenannte Views (Freigaben für bestimmte Personen) erfolgen Zusammenstellungen von Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen. Diese Views werden durch die epop-app in der Moodle-Installation der Schülerin bzw. des Schülers automatisch angelegt, können aber auch per Link aus der App heraus verschickt werden (z. B. zur Lehrperson). Kommt das optionale Moodle-Modul exabis competencies zur Anwendung, können betreuende Lehrpersonen kompetenzorientierte Aufgabenstellungen im Dialog mit Schülerinnen und Schülern dokumentieren. Vorgegebene Beispiele Hier liegen die konkreten Aufgabenstellungen vor. Die Aufgaben werden dynamisch von der jeweilig verwendeten Moodle-Installation und der Verlinkung auf einem zentralen Server (dzt. Moodle- Server des ÖZEPS) ausgeliefert. Konkret beinhalten die Beispiele Aufgaben, die mit einer beliebigen Smartphone-App umgesetzt werden können, egal, ob ein Bild mit einem Malprogramm erstellt wird oder eine Tonaufnahme mit einer Audio-App. Es können zwei Arten von Beispielen unterschieden werden: Beispiele mit einfachen Aufgabenstellungen diese Beispiele können direkt in der epop-app bearbeitet werden. Die Texteingaben werden in der in den Einstellungen hinterlegten Moodle- Installation gespeichert. Beispiele mit umfangreicheren Aufgabestellungen hier lie gen die Beispiele in einem Kurs am ÖZEPS-Server vor: Benutzer/in nen, die von der App aus einen Browserlink öffnen, werden automatisch und anonymisiert beim ÖZEPS-Moodle- Server eingeloggt. Deshalb können auch direkte Ergebnisse (z. B. Moodle-Tests) in Moodle produziert werden, die dann an das Smartphone zurückgeliefert werden. Diese Ergebnisse können somit dokumentiert (z. B. mit Screenshot oder als Datei) und in das eigene Portfolio geladen werden. Folgende Infrastruktur ist dafür erforderlich: Smartphone (iphone/android/pc für exe-version)»» Moodle-Server zur Datenspeicherung (Moodle dient nur als Datenspeicher und muss nicht zwingend mit dem Kurskonzept verwendet werden.) Moodle-Erweiterungen: exabis eportfolio-modul (dient zur Datenspeicherung und als eine Lehrer/-innen-Reflexionsmöglichkeit) optional: exabis competencies-modul (dient zur Dokumentation des Kompetenzerwerbs innerhalb eines Unterrichtsgegenstands) Fazit Die einfache Handhabung der App lässt nicht vermuten, dass dahinter ein umfassendes Dokumentationssystem arbeitet. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind das Open-Source- Prinzip, auf dem die App aufbaut, sowie die Arbeit mit offenen Standards in einem weltweit etablierten und sicheren E-Learning- System. Wichtig bleibt sicherlich die Anleitung durch Lehrkräfte im Gesamtprozess, auch um Kontinuität zu gewährleisten. Durch die Vereinfachung im Handling mittels mobiler Lernbegleiter und freier App-Wahl zur Aufgabenlösung werden auch zusätzliche Kompetenzen neben den fachlichen adressiert. Y Weitere Informationen: Für Testzwecke steht eine Moodle-Testinstallation zur Verfügung unter: Lernen Mit System Plattform. Einige Gründe für die intensive Nutzung von technologiebasierten Lernplattformen von Dr. Herbert Gabriel, Pädagogische Hochschule Burgenland Die österreichische Bildungspolitik hat im letzten Jahrzehnt unzählige Innovationen hervorgebracht. Eine Vielzahl davon ist durch eine Technologieeuphorie geprägt, die, wie manche meinen, nicht gerechtfertigt ist (Aff, o. J.). Eine dieser technologiebasierten Neuheiten sind Lernplattformen. Auf die Bedeutung von Lernplattformen für den Unterricht hat das BMUKK mehrfach hingewiesen (GABRIEL, 2012, S. 105) und unterstreicht dies auch mit der kostenlosen Bereitstellung von Lernplattformen für alle Bundesschulen seit dem Schuljahr 2010/2011. Seit dem Start im Schuljahr 2004/2005 haben sich nicht nur über Schüler/innen und Lehrer/innen auf LMS.at (Lernen Mit System) registriert, sondern sie nutzen das System auch intensiv, 16 wissenplus 2 12/13

8 E-Education was 13,5 Millionen Websiteaufrufe ( Page Impressions 1 ) allein im November 2012 dokumentieren. Im Dezember 2012 wurden über Kurse 2 auf LMS.at abgewickelt. Nur zwei Jahre nach dem österreichweiten Projektstart wird LMS.at im Herbst 2012 bereits in 1170 Schulen eingesetzt. Wie diese Zahlen belegen, ist LMS.at etwas gelungen, was vielen technologischen Innovationen der letzten zehn Jahre im österreichischen Bildungssystem verwehrt blieb eine nachhaltige Implementierung mit tatsächlicher Nutzung im Unterricht, bundesweit, in allen Schultypen. Auf einige der Gründe, die aus meiner Sicht diese Nutzung generieren, möchte ich an dieser Stelle kurz eingehen. Vier Säulen des Implementierungskonzepts Erste Säule: Didaktik statt Technik. In Schulen soll unterrichtet und nicht technische Utensilien gewartet werden. Spitzer (2006, S. 260) hat nicht ganz unrecht, wenn er meint: Lehrer werden dafür vom Unterrichten freigestellt, d. h., Unterrichtsstunden (Lehrerarbeitszeit) werden dafür verwendet, dass nicht Schüler unterrichtet, sondern Computer repariert werden. LMS.at verlagert die Technik aus der Schule, die Lehrer/innen können sich auf die Gestaltung fachdidaktisch und zeitökonomisch wertvoller Lerndesigns mit sinnvoller Integration der Lernplattform konzentrieren. Zweite Säule: Sicherstellung der Lehrkompetenz. Begleitforschungen (GABRIEL, 2011) zeigen, dass eine Lernplattform nur dann genutzt wird, wenn die erforderlichen Eingangsvoraussetzungen sowohl technisch als auch didaktisch bei den Lehrer/innen gegeben sind. LMS.at stellt ein durchdachtes Schulungskonzept bereit 3. In Präsenz- und Onlineformaten werden verschiedene fachdidaktische Einsatzszenarien besprochen und entwickelt sowie Unterstützungsmöglichkeiten für gute Lehr- Lern-Arrangements (mit unterschiedlicher Granulierung des Instruktions- und Konstruktionsaspektes) gezeigt. Dritte Säule: Support. In Anlehnung an Euler u. a. (EULER, HASANBEGOVIC, KERRES, & SEUFERT, 2006) werden die Lehrkräfte nach den Schulungen nicht ihrem Schicksal überlassen, sondern weiterhin begleitet. Über ein Ticketsystem, eine Skype-Hotline und ein Lehrer/innen-Forum können jederzeit technische und didaktische Probleme und Herausforderungen gepostet und mit kompetenten Kollegen/Kolleginnen des LMS-Teams Österreich besprochen und gemeinsame Lösungen gefunden werden. 1 Page Impression: Entspricht dem Sichtkontakt eines/einer Nutzers/Nutzerin mit einer Seite eines Online-Angebotes und wird nur dann gezählt, wenn die Seite eines Online- Angebotes von einem/einer Nutzer/in aktiv angefordert wird (Definition der ÖWA Österreichische Webanalyse). 2 Ein Kurs entspricht einem Unterrichtsfach in einem Jahrgang mit einer Lehrkraft, z. B. Übungsfirma in der 4BK an der BHAK Eisenstadt im Schuljahr 2012/2013 mit dem Lehrer Herbert Gabriel. 3 Siehe https://lms.at/seminare 4 Die Materialien umfassen unterschiedliche Formate wie z. B. Arbeitsblätter (in Word), Präsentationen, Videos, Kontrollfragen, Links, Animationen, Geogebra... Vierte Säule: Wertvoller, für den Unterricht nutzbarer Content. Auf LMS.at stehen allen Lehrern/Lehrerinnen und Schülern/ Schülerinnen schon jetzt über qualitätsgesicherte Lehr- und Lernmaterialien 4 für verschiedene Unterrichtsgegenstände 5 zur Verfügung kompetente Contentpartner 6, wie z. B. das BMUKK, das British Council oder die Austria Presseagentur (APA) bürgen für die Qualität. Die Contentsäule auf LMS.at wird in den nächsten Wochen um die Anbindung des Marktplatzes Educanext.at 7 erweitert, über den Schulbuchverlage und andere institutionelle Contentproduzenten kostenlose sowie kostenpflichtige Materialien für die LMS-Benutzer/innen anbieten werden. Laufende Lösungsentwicklung LMS.at ist als kohärentes, skalierbares System konzipiert und umfasst als solches Unterstützungsmodule, sowohl für die Lernumgebungen der Schüler/innen (z. B. der Lernplaner StudyBuddy) als auch Werkzeuge für die Lehr- und Arbeitsumgebung der Lehrer/in - nen (z. B. zur Kommunikation, Dokumentation oder zur Unterrichtsvor- und nachbereitung). Im Sinne einer qualitativen Skalierung werden laufend Lösungen für Herausforderungen entwickelt, mit denen sich Lehrerinnen und Lehrer in der täglichen Unterrichtsarbeit konfrontiert sehen. So macht das Beurteilungsmodul die von QIBB 8 (BMUKK, 2010) geforderte Beurteilungstransparenz möglich. Über das Kompetenzmodul können Kompetenzmodelle abgebildet und die Lehrer/innen beim kompetenzorientierten Unterrichten, Rückmelden und Beurteilen (BMUKK, o. J.) unterstützt werden. Mit dem interaktiven ebuch von LMS.at gelingt die Aufbereitung von Inhalten für differenzierenden und individualisierenden Unterricht im Handumdrehen. Wie man an diesen Beispielen erkennen kann, ist das Unterstützungsangebot von LMS.at vielfältig, die zentrale Rolle im Unterrichtsgeschehen verbleibt aber noch immer bei den Lehrkräften, denn nur sie verfügen neben dem Fachwissen über die so wichtigen Inszenierungstechniken, wie z. B. gekonntes Fragen, Polarisieren oder in Widersprüche verwickeln (Aff, o. J.), Eigenschaften, die von elektronischen Lernumgebungen nicht geleistet werden können. Lernplattformen können, sollen und werden Lehrer/innen nicht ersetzen, aber mit ihrer Hilfe kann sinnvoll eingesetzt die Qualität des Unterrichts gesteigert werden. Y Literatur: AFF, J. (o. J.). Lehren und Lernen in Schule und Betrieb zwischen Instruktion und Konstruktion. Url: (Stand: ) BMUKK. (2010). Matrix der Qualitätsziele des kaufmännischen Schulwesens. Eigenverlag. Wien. Url: https://www.qibb.at/fileadmin/content/qibb/dokumente/q-matrizen/q- Matrix_ii3.pdf (Stand: ) BMUKK. (o.j.). Bildungsstandards in der Berufsbildung und kompetenzorientiertes Unterrichten. Wien: BMUKK. Url: at/de/kompetenzmodelle.html (Stand: ) Euler, D., Hasanbegovic, J., Kerres, M., & SeUFert, S. (2006). Handbuch der Kompetenzentwicklung für elearning Innovationen: Eine Handlungsorientierung für innovative Bildungsarbeit in der Hochschule (1. Aufl.). Bern: Huber. GABriel, H. (2011). Implementierung von Innovationen in Schulen am Beispiel des Lernmanagementsystems Burgenland. Empirische Analyse auf Mesoebene an Handelsakademien zur Erforschung wesentlicher Einflussfaktoren der Nutzungsintensität als zentraler Indikator des Implementierungserfolges. Dissertation. Wirtschaftsuniversität Wien. GABriel, H. (2012). ipads im Unterricht - und alles wird gut? Über die Individualisierung und Differenzierung mit Tablets im Unterricht. In: Empirische Forschung Zu Schulischen Handlungsfeldern (1. ed., Vol. 2). Wien: Lit. SpiTZer, M. (2006). Vorsicht Bildschirm!: Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft. Deutscher Taschenbuch Verlag. 5 Siehe https://lms.at/otp/ OTP Opportunity To Practice Deine Lernhilfe auf LMS.at 6 Siehe https://lms.at/partner_und_projekte 7 Siehe 8 Siehe https://www.qibb.at wissenplus 2 12/13 17

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