FUNDStücke. Doppelte Rendite GEWISSEN UND GEWINN IN HARMONIE GELD FÜR DIE GUTE SACHE ARBEITEN LASSEN

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1 DAS MITGLIEDERMAGAZIN DES DEUTSCHEN FUNDRAISING VERBANDES FUNDStücke Doppelte Rendite GEWISSEN UND GEWINN IN HARMONIE GELD FÜR DIE GUTE SACHE ARBEITEN LASSEN Bei Einkauf Spende KOOPERATION ZWISCHEN ORGANISATION UND HANDEL Neue Wege, neue Mittel NEUAUSRICHTUNG BEIM DEUTSCHEN FUNDRAISING KONGRESS ISSN GEFÖRDERT DURCH:

2 DER ALLESKÖNNER. Namenserfassung mit Vornamensprüfung ADRESS-DATENERFASSUNG Adresserfassung mit Straßenund PLZ-Prüfung Umfangreiches Beziehungsmanagement Umfangreiches Channelsystem Adress- und Telefonnummernrecherche direkt aus der Anwendung Umfangreiche Prüfung auf Vollständigkeit und Zustellbarkeit Anbindung an Ihren -Client und Ihre Telefonanlage Mehrstufiges Kampagnensystemem Verwaltung und spezielle Bedankung ng für Anlass-Spenden n KAMPAGNENMANAGEMENT Dublettenprüfung bei der Erfassung Kommunikationsmodul mit Datennutzungserklärung, Telefonnummern, Fax, , Social Media Intelligente Kontaktver- waltung und -steuerung Quittung und Dankbriefwunsch auf Buchungs-, Spenderund Werbecodeebene Buchungsdaten-Analyse über Chaos-Modul, aus ungeordneten Dateninhalten werden Spender automatisch gefunden oder neu angelegt Alle Zuwendungsarten enthalten Alle Zahlungsarten enthalten Trennung nach Onlineund Offlinegewinnung Transparenter Buchungsverlauf Kennzeichnung weißer Lastschriften SPENDENBUCHHALTUNG Splittbuchungen Direkte Aufbereitung von Lastschriften zur Einreichung bei der Bank als DTA- bzw. XML-Datei Einlesen von DTA-/MT940-/ STA-/XML-Dateien SEPA ready mit Lastschrift- Mandatsverwaltung, BIC, IBAN SPENDERKOMMUNIKATION Intelligentes Bedankungssystem Steuerung der Mittelverwendung über Projekte und Projektgruppen Tagesaktuelles Executive Summary mit Umsätzen, Spendenanzahl und beliebigem Vergleichszeitraum, getrennt nach Einzel- und Dauerspenden Spenderstatistiken (Einnahmen, Kontakthistorie, erste/letzte, höchste/niedrigste Spende, Herkunftskampagnen, Haltbarkeit) Direkte Anbindung an Business Intelligence Software Datenschutz nach gültigem deutschen Recht und DDV-Standard Soll-Ist-Vergleich von Kampagnenergebnissen Projektstatistiken (Einnahmen pro Spendenzweck, Einnahmen pro Aktion/ Aktions-Kategorie) Pareto-Analysen Haltbarkeitsanalysen Insgesamt über 120 Standard- Auswertungen enthalten Zugriff mit jedem PC, Tablet oder Smartphone Spendenentwicklung im Jahres-, Monats- und Wochenvergleich SICHERHEIT Auswertungen auf allen Ebenen nach Zahlungsarten, Beträgen, Spendenund Spenderanzahl, Buchungstagen Datenbestand auf leistungsfähigen Servern im Hochsicherheits- Rechenzentrum Physischer Zugang mehrfach gesichert und verschlüsselt Datensicherung täglich im Rechenzentrum sowie auf zwei räumlich unabhängigen Servern Beliebige Selektionen ganz ohne Datenbankkenntnisse durchführbar Stetige Weiterentwicklung in enger Kooperation mit den Kunden Datenexport frei konfigurierbar Rechtssichere Zuwendungsbestätigungen mit Archivierung Umfangreiche Kontakthistorie Dokumenten- Management mit Wiedervorlagesystem Übergabe der Buchungsdaten an beliebige FiBu-Software Extrem schnelle Volltextsuche über alle Inhalte Anbindung an Face-to-Face-, Online- und Telefon-Systeme SCHNITTSTELLEN & DATENHANDLING Viele automatisierte Schnittstellen vorhanden Datenselektionen archivierbar und Ausgabe von Protokollen SERVICE & SUPPORT Support durch geschulte Mitarbeiter per Mail und Telefon Individuelle Schulungsangebote Regelmäßige Programm- Updates kein Eingriff auf Kundenrechner nötig Komplexe Selektionen in wenigen Minuten erledigt Umfangreiche Suchmöglichkeiten mit Volltextsuche stehli software dataworks GmbH Kaiserstr Itzehoe Niederlassung Köln: Hohenstaufenring Köln Fon: [+49] / Fax: [+49] /

3 EDITORIAL Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser, was ist eigentlich eine gute Rendite? In diesem Jahr, in dem vor allem die Krise rund um den Euro die Schlagzeilen bestimmte, konnten wir feststellen: Immer mehr Menschen scheinen bereit zu sein, ein Investment nicht nur auf seinen finanziellen, sondern auch auf seinen ideellen Ertrag hin zu prüfen. In unserem Aufmacher berichten wir am Beispiel einer Organisation aus der Friedensarbeit, wie es gelingen kann, Menschen dazu zu bewegen, ihr Geld in die gute Sache zu investieren. In unserer Rubrik Aus der Praxis geht es diesmal um das Thema Mikrospende. Außerdem berichten wir aus dem Verband, diesmal besonders über die Vorbereitungen zum Deutschen Fundraising Kongress 2014 sowie über die Arbeit der neugegründeten Arbeitsgruppen Zukunft DFRV und Öffentlichkeitsarbeit/Mitgliederwerbung. Liebe Fundraiserinnen, liebe Fundraiser, der Vorstand des Deutschen Fundraising Verbands wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein paar erholsame freie Tage, die Ihnen die nötige Energie für die kommenden Aufgaben verleihen. Wir freuen uns, im neuen Jahr gemeinsam mit Ihnen das Fundraising in Deutschland weiter voranzubringen. Ihr Matthias Buntrock In jeder FUNDStücke-Ausgabe kommt ein Verbandsmitglied zu Wort, das die Redaktion ausgelost hat. Dieses Mal: Ilona Martini von der Deutschen Interessengemeinschaft für Erbrecht und Vorsorge (DIGEV). Nächstes Mal: vielleicht Sie? Der Aufmacher dieser Ausgabe der FUNDStücke, die NPO als Investmentmöglichkeit, zeigt einen vielversprechenden Weg, die Finanzierung einer gemeinnützigen Organisation zu sichern. Das animiert mich, die Frage zu stellen: Was machen Fundraiserinnen und Fundraiser eigentlich alles? Sie decken eine breite Palette ab. Sie sind gute Psychologen und Kommunikatoren, denn sie berühren Herzen. Sie sind auch gute Betriebswirtschaftler und verfügen über juristische Fähigkeiten, denn sie setzen Maßnahmen der Mittelbeschaffung wie das in diesem Heft vorgestellte Spenderdarlehen ein und um. Sind Fundraiserinnen und Fundraiser mit diesem ausufernden Aufgabenbereich überfordert? Mit einer Antwort tun wir uns schwer. Das Nein wäre angebracht: Idealerweise können sie eben alles. Das ist aber nicht die Realität. Es gibt etliche Bereiche, die Unbehagen bereiten. Zum Beispiel das Erbschaftsfundraising, ausgerechnet das Fundraisingmittel, das bestens geeignet ist, die Zukunft einer Organisation zu sichern. Das Unbehagen drückt sich in immer wieder an mich gestellten Fragen aus: Ist Erbschaftsfundraising nicht nur etwas für große Organisationen? Wie funktioniert es überhaupt? Muss man sich nicht im Erbrecht auskennen? Erfordert es nicht einen riesigen Aufwand? Wie überzeuge ich meine Geschäftsleitung? Werde ich nicht zur Seelsorgerin/zum Seelsorger? Was tun Fundraiserinnen und Fundraiser, wenn sie ihre Kompetenzen überschritten sehen? Sie holen sich Hilfe von außen. Das ist im gestalterischen Bereich, wenn es um Flyer und Broschüren geht, selbstverständlich. Mitglied im Deutschen Fund - raising Verband zu sein und diese Informationsquelle zu nutzen ist ebenso selbstverständlich. Beim Erbschaftsfund - raising dagegen zögern viele. Dabei gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung. Nur Mut, betreten Sie den Weg. Zur Zukunftssicherung einer gemeinnützigen Organisation führen viele Wege. Das Spenderdarlehen ist einer, das Erbschaftsfundraising ein unumgänglicher anderer. Ihre Ilona Martini FUNDStücke

4 INHALT Inhalt Editorial Editorial Matthias Buntrock 3 Editorial Ilona Martini 3 5 Aufmacher Doppelte Rendite 5 Aus der Praxis Bei Einkauf Spende Aus dem Verband Unterstützung für die Geschäftsstelle: Arne Peper 16 Neue Wege, neue Mittel 18 Aus der Arbeitsgruppe Zukunft DFRV 20 Verbandszuwachs gesucht Der Arbeitskreis Mitgliederwerbung 22 Fachgruppe Digitales Fundraising Fragezeichen auflösen 23 Fachgruppe Gesundheitswesen 23 Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum. 24 Auf der Zielgeraden zur internationalen CFRE-Zertifizierung Service Teil 5 der SEPA-Serie: Online-Fundraising 26 Buchtipp 27 Kessel Buntes Das schadet unserer Glaubwürdigkeit! 28 Fundraising-Lexikon 29 Was ist eigentlich mit Brigitte Pias-Holzhauer? FUNDStücke

5 AUFMACHER Doppelte Rendite Wenn eine gemeinnützige Organisation eine größere Menge Geld benötigt, hat sie grundsätzlich einige gut erprobte Möglichkeiten: Förderanträge stellen oder das klassische Großspendenfundraising intensivieren, beispielsweise. Sie kann aus ihrer Arbeit aber auch ein Investitionsobjekt machen. Wie sie das erfolgreich hinkriegt und wann sie es besser sein lässt, darüber hat FUNDStücke mit einem Organisationsvertreter, einem Berater für das Großspendenfundraising und einer Finanzberaterin gesprochen. Gewissen Gewinn Eigentlich brauchte das Forum Ziviler Friedensdienst e. V. (forumzfd) vor rund drei Jahren vor allem eines: eine größere Geschäftsstelle. Die Betriebskosten durften allerdings nicht steigen. Die bestehenden Büroräume in der Bonner Innenstadt boten unseren Mitarbeitenden nicht mehr genügend Platz. Ein größeres Gebäude zu einem entsprechend höheren Preis anzumieten war jedoch aufgrund unserer Verschuldungssituation nicht möglich, erklärt Heinz Wagner, Geschäftsführer des forumzfd. In den Anfangsjahren des 1996 gegründeten Vereins war ein Haushaltsdefizit in Höhe von Euro angelaufen, das seit einigen Jahren kontinuierlich abgebaut wird. Steigende Mietpreise zahlen zu müssen hätte die Entschuldung deutlich schwieriger gemacht. Zudem wollte das forumzfd ein Zeichen setzen für eine lang- Und so entstand die Idee, eine Immobilie zu kaufen mitfinanziert durch Darlehen von Menschen, die ihr Geld für die gute Sache arbeiten lassen wollen. FUNDStücke

6 AUFMACHER Investoren einer gemeinnützigen Organisation sollten sich als Gesellschafter verstehen und sich einbringen wollen. fristige weltweite Friedensarbeit vom Raum Köln/Bonn aus. Und so entstand die Idee, eine Immobilie zu kaufen mitfinanziert durch Darlehen von Menschen, die ihr Geld für die gute Sache arbeiten lassen. Aussichtsreiche Finanzierungsmöglichkeit Die Finanzierung gemeinnütziger Organisationen durch Investoren, oft auch venture philanthropy genannt, ist grundsätzlich eine aussichtsreiche Möglichkeit. Sie bietet die Chance, eine neue Zielgruppe mit großem finanziellem Potenzial zu erschließen, bestätigt Konstantin Reetz, geschäftsführender Gesellschafter bei der Brakeley GmbH in München und dort unter anderem Berater für Großspendenfundraising. Er nennt die Voraussetzungen für den Erfolg: Seitens der gemeinnützigen Organisation muss der Investition ein professionelles Geschäftsmodell zugrunde liegen. Darüber hinaus muss die klare Absicht bestehen, Einnahmen zu generieren, die einen Investitionsertrag ermöglichen. Der Ertrag darf dabei eine ideelle Komponente enthalten, wobei sich die Organisation auch hier an harten Fakten messen lassen muss. Für potenzielle Investorinnen und Investoren gilt wiederum: Sie müssen ein wirkliches Interesse an den Zielen und Inhalten der Organisation haben, das über das sonst übliche Interesse an einem Investitionsobjekt hinausgeht. Schließlich ist der zu erwartende finanzielle Ertrag in der Regel geringer als bei konventionellen Projekten. Investoren einer gemeinnützigen Organisation sollten sich als Gesellschafter verstehen und sich einbringen wollen. Friedenshaus statt Geschäftsstelle Beim forumzfd konnte man diesbezüglich bereits auf eine vergangene gute Erfahrung zurückblicken: Mitte der 2000er Jahre war es gelungen, private und größtenteils nachrangige Darlehen in Höhe von Euro einzuwerben und damit das Haushaltsdefizit abzudecken der Verein 6 FUNDStücke

7 AUFMACHER Und so begann man nach einer geeigneten Immobilie zu suchen. Parallel mussten wichtige Fragen geklärt werden: Wir mussten abwägen, ob und wie groß das Risiko sein könnte, die Darlehen nicht zurückzahlen zu können. Dieses Restrisiko haben wir ganz offen kommuniziert, sagt Heinz Wagner, auch wenn die Darlehen im Prinzip durch den Sachwert des Hauses abgesichert waren. Außerdem mussten wir klären, welche Möglichkeiten wir haben, im Fall einer vorzeitigen Darlehensrückforderung für Ersatzdarlehen zu sorgen. Eine Sicherheit bestand beispielsweise darin, ein gewisses Darlehenspolster von rund 15 Prozent zu haben, um im Fall einer Rückforderung nicht direkt mit Finanzierungsproblemen konfrontiert zu sein. Und schließlich war noch zu klären: Wer kauft überhaupt die Immobilie? Und wie werden die Zinsforderungen der Investorinnen und Investoren bedient? Beim forumzfd entschied man sich, eine Unternehmergesellschaft (UG) zu gründen. Diese würde mit den Darlehensgeberinnen und -gebern Verträge über drei bis sieben Jahre abschließen. Der Verein forumzfd würde an die UG Miete zahlen, aus diesen Einnahmen könnten dann die Zinsforderungen in Höhe von drei Prozent bedient werden. Es ist wichtig, ein Darlehensprojekt ausführlich zu beschreiben und insbesondere den ideellen Sinn der Investition deutlich zu machen. Friedensinvestorinnen und -investoren bei der Einweihung des Friedenshauses im Mai gilt daher formal als schuldenfrei. Basierend auf dieser positiven Erfahrung entwickelte man nun die Idee des Kaufs einer eigenen Immobilie. Mithilfe von privaten Friedensinvestorinnen und -investoren sollte ein Friedenshaus entstehen, das nicht nur Platz zum Arbeiten bietet, sondern auch Raum für den friedenspolitischen Diskurs mitsamt der entsprechenden Außenwirkung. Zudem eröffnete die eigene Immobilie die Möglichkeit, die weitere Entschuldung des Vereins voranzutreiben. Dieses Konzept stellten Vorstand und Geschäftsführung im Frühjahr 2011 finanzstarken Freunden und Förderern vor. Die Resonanz war überwältigend, sie war für uns Antrieb und Motivation, mit aller Kraft das Projekt weiter zu verfolgen, erinnert sich Heinz Wagner. Fast 40 Personen erklärten sich damals bereit, Darlehen in Höhe von insgesamt Euro zu gewähren. Gefunden wurde das Friedenshaus schließlich im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, zum Kaufpreis von Euro. Geplant war, die eine Hälfte des Kaufpreises über ein Bankdarlehen zu finanzieren, die andere Hälfte sollte von unseren Friedensin vesto - rinnen und -investoren kommen, erläutert Heinz Wagner. In einer Projektmappe wurden ausführliche Informationen zur Immobilie und zum Finanzierungsmodell zusammengestellt, vor allem aber die Idee des Friedenshauses weiter ausgeführt. Die Projektmappe wurde an Mitglieder, Fördermitglieder und Großspenderinnen und Großspender abgegeben. Mit großem Erfolg: Bis Ende 2011 erhielt die Forum Ziviler FUNDStücke

8 AUFMACHER Man spricht dann von einer doppelten Rendite, nämlich einer wirtschaftlichen und einer ideellen. Friedensdienst UG, die mittlerweile eine GmbH ist, Darlehen in Höhe von insgesamt Euro von privaten Darlehensgeberinnen und -gebern sowie von vier Stiftungen aus der Friedens- und Entwicklungsarbeit. Das war weit mehr, als wir angestrebt hatten, freut sich Heinz Wagner. Der Erfolg hat gezeigt, dass es wichtig ist, ein Darlehensprojekt ausführlich zu beschreiben und insbesondere den ideellen Sinn der Investition deutlich zu machen. Attraktiv für beide Seiten oder doch nicht? Eine Investition in die gute Sache bietet also Chancen für beide Seiten Heinz Wagner und Konstantin Reetz sind sich da einig. Doch wie sieht es eine Finanzberaterin, die vor allem die finanziellen Interessen potenzieller Investorinnen und Investoren im Blick haben muss? Die wichtigste Frage für mich lautet: Welche Sicherheiten gibt es? Ich muss wissen, wie hoch das Risiko eines Ausfalls ist und was passiert, wenn die Organisation nicht mehr zahlen kann, sagt Heide Härtel-Herrmann, Inhaberin des Frauenfinanzdienstes in Köln. Ähnlich wie Konstantin Reetz ist sie zwar überzeugt: Der Zins ist hier nicht das Wichtigste, die Entscheidung für ein solches Investment hängt immer auch an weichen Faktoren. Man spricht dann von einer doppelten Rendite, nämlich einer wirtschaftlichen und einer ideellen. Empfehlen würde sie ihren Kundinnen und Kunden eine Investition in eine gemeinnützige Organisation trotzdem nicht: Meist ist es ja so, dass auf Privatdarlehen zurückgegriffen wird, weil die Banken einem kein Geld mehr geben. In diesen Fällen kann man davon ausgehen, dass ein erhöhtes Risiko besteht. Selbst das Argument, aus dem konventionellen Geldverleihsystem aussteigen zu wollen, zieht meiner Meinung nach nicht mehr so richtig, denn es gibt heutzutage genügend Banken, die bei der Geldvergabe auf die sozialen und ökologischen Aspekte des Projekts achten. Und noch etwas spricht aus Von Köln aus Impulse für die Friedensarbeit setzen: Aktuell geschieht dies beim forumzfd im Rahmen der Kampagne 20 Millionen mehr vom Militär. 8 FUNDStücke

9 AUFMACHER Im Gespräch zum Thema Heinz Wagner, Geschäftsführer des forumzfd in Köln Dr. Konstantin Reetz, geschäftsführender Gesellschafter bei der Brakeley GmbH in München Heide Härtel-Herrmann, Inhaberin des Frauenfinanzdienstes in Köln ihrer Sicht gegen ein Investment in eine gemeinnützige Organisation: Mittlerweile gibt es genügend gute kommerzielle Projekte, beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energien, wo höhere Erträge möglich sind. Ein Investment in eine gemeinnützige Organisation ist dann auch ideell betrachtet gar nicht mehr so attraktiv. Für diejenigen, die trotzdem investieren wollen, hat Heide Härtel-Herrmann folgenden Rat: Die Entscheidung für oder gegen eine Investition hängt vor allem von den Antworten auf zwei Fragen ab: Welche finanziellen Kompromisse muss ich machen? Werden diese Nachteile ideell ausgeglichen? Ist ein Investment nur aufgrund der ideellen Rendite attraktiv, sollte man die Finger davon lassen und lieber Geld spenden. Enormer Vertrauensbeweis Heinz Wagner kann solche Bedenken durchaus nachvollziehen: Es ist ein enormer Vertrauensbeweis für uns und unser Anliegen, dass wir in beiden Fällen Menschen finden konnten, die bereit waren, unsere Friedensarbeit abzusichern teilweise sogar über nachrangige Darlehen, die im Fall einer Zahlungsunfähigkeit als letzte zurückgezahlt würden. Er plädiert daher für Transparenz: Unsere Geschäftsberichte waren von entscheidender Bedeutung für den Erfolg. Dort legen wir die finanzielle Gesamtsituation jährlich neu dar und beschreiben ganz offen die Verschuldungssituation. Sehr wichtig war auch die ausführliche und professionell aufgemachte Projektmappe. Sie konnte von interessierten Darlehensgeberinnen und -gebern gut an Freunde und Bekannte weitergereicht werden. Über diesen Weg ist es uns gelungen, eine Reihe von Friedensinvestorinnen und -investoren zu gewinnen, die bislang nicht mit dem forumzfd in Verbindung standen. Insgesamt haben wir von 70 Personen Darlehen erhalten, meist in Höhe von bis Euro. Mittler aus der Privatkundenbetreuung von Banken können eine wichtige Rolle bei der Suche nach Investoren spielen, insbesondere jetzt, wo der Zinsmarkt ohnehin schwach und ein ideeller Ertrag für Anleger interessant sein könnte, ergänzt Konstantin Reetz an dieser Stelle. Als Investoren kommen zudem Stiftungen infrage, die ihr Stiftungskapital seit einigen Jahren zunehmend in gemeinnützige Projekte investieren, also sogenanntes Mission Investing betreiben. Wichtig ist, Argumente und Sprache an die jeweilige Zielgruppe anzupassen. Statt über Not und Bedürftigkeit zu lamentieren, sollte man die gesellschaftliche Wirkung, den Impact der Investition darlegen. Die Risiken des Finanzierungsmodells sieht aber auch er und die sind auch auf Seiten der Organisation durchaus heikel: Den Kommunikationsaufwand darf man nicht unterschätzen. Die Zielgruppen sind es gewöhnt, regelmäßig und umfassend über alle Fakten informiert zu werden. Erfahrungsgemäß werden sie auch versuchen, immer mehr Mitspracherechte für sich einzufordern. Hier muss eine Organisation im Vorfeld genau festlegen, was sie bieten kann und will und dann klare Grenzen setzen, rät Konstantin Reetz und erklärt: Den Kommunikationsaufwand darf man nicht unterschätzen. Die Zielgruppen sind es gewöhnt, regelmäßig und umfassend über alle Fakten informiert zu werden. FUNDStücke

10 AUFMACHER Für immer mehr Menschen steht nicht die Rendite im Vordergrund, sondern der Wunsch, das eigene Geld sinnstiftend anzulegen. Bei einem Scheitern des Projekts kann es auch zu Konflikten mit den Investoren kommen, unter Umständen agieren diese dann öffentlich gegen die Organisation. Zudem kann das Image einer Organisation leiden, wenn sie ihren übrigen Interessengruppen die Rolle der Investoren und die Handhabung dieser Finanzierungsform nicht überzeugend vermittelt. Darlehen gegeben und dann? Können Investorinnen und Investoren denn zu Spenderinnen und Spendern werden? Ja, meint Konstantin Reetz: Wenn das Projekt erfolgreich verläuft und Investoren aus erster Hand erfahren, wie dadurch Gutes bewirkt wird, liegt weitere Unterstützung fast ohne weiteres Zutun auf der Hand. Er nennt ein paar Beispiele: Inves - toren können ausgeschüttete Gewinne oder Zinserträge reinvestieren oder spenden oder sogar ihre Anteile auf die gemeinnützige Organisation übertragen, also auf die Rückzahlung ihres Darlehens verzichten. Auf diese Möglichkeiten muss eine Organisation natürlich aktiv aufmerksam machen beim forumzfd war man damit schon erfolgreich: Mehr als die Hälfte unserer Darlehensgeberinnen und -geber verzichtet bereits auf die Zinszahlungen, einige haben bereits ihr Darlehen insgesamt in eine Spende an den Verein umgewandelt, erzählt Heinz Wagner. Vorzeitige Darlehensrückforderungen gab es hingegen bisher nur vereinzelt und konnten kompensiert werden. Übertragbares Erfolgsmodell? Das forumzfd hat gezeigt, wie es klappen kann mit den Investorinnen und Inves - toren. Dank eines überzeugenden Konzepts und einer transparenten Kommunikation konnten sowohl bereits bekannte als auch neue Unterstützerinnen und Unterstützer geworben und gebunden werden. Aber sind die beiden Gelegenheiten, zu denen Darlehen eingeworben wurden, auch typisch? Geld in einen verschuldeten Verein zu investieren, ist sicher nicht üblich und mit einem hohen Risiko behaftet, sagt Heide Härtel- Herrmann. Dass Menschen Geld geben, damit allgemeine Rücklagen gebildet werden können, ist eher ungewöhnlich, findet auch Konstantin Reetz. Ein klar umrissenes Projekt wie das Friedenshaus, das Sicherheiten und Erträge bietet, macht für ihn aber durchaus Sinn. Fest steht: Wer Investorinnen und Inves - toren für die gute Sache suchen und finden will, für den stehen die Vorzeichen zurzeit sehr günstig. So sieht es auch Heinz Wagner: Die Finanzkrise und die niedrigen aktuell zu erzielenden Zinsen haben für uns die Rahmenbedingungen verbessert, Privatpersonen für eine Investition in den Frieden zu gewinnen. Entscheidend aber bleibt: Für immer mehr Menschen steht nicht die Rendite im Vordergrund, sondern der Wunsch, das eigene Geld sinnstiftend anzulegen. Venture Philanthropie Der Begriff leitet sich vom englischen Venture Philanthropy ab. Er bezeichnet einen Ansatz der Philanthropie, der sich stark an unternehmerischen Prinzipien orientiert. Erstmals verwendet wurde der Begriff 1969 von dem Amerikaner John D. Rockefeller III. Die Venture Philanthropie setzt Private Equity bzw. Risikokapital ein, um soziale, ökologische oder gesellschaftliche Vorhaben zu unterstützen. Anders als Stiftungen oder Spender kann die Venture Philanthropie verschiedenste Finanzierungsformen nutzen, etwa Darlehen und Eigenkapital. Empfänger der bereitgestellten Gelder sind zum Beispiel Non-Profit-Organisationen und Sozialunternehmen. Neben dem finanziellen Engagement unterstützen Vertreter der Venture Philanthropie die geförderten Vorhaben in der Regel auch mit Mentoring, Beratung und Netzwerkkontakten (Drei-Säulen- Modell). Sie nutzen Methoden des Venture Capitals und aus der Wirtschaft, um die jeweilige Organisation über längere Zeit hinweg professionalisieren zu helfen und so deren Arbeit möglichst effektiv zu machen. Anders als Investoren im Bereich klassischen Venture Capitals wollen Venture Philanthropen mit ihrem Investment nicht primär Gewinne erwirtschaften. Sie sind vielmehr daran interessiert, im Sinne der Nachhaltigkeit dauerhafte und langfristige Veränderungen zu fördern. Quelle: Wikipedia 10 FUNDStücke

11 Engagement begleiten Werte realisieren ANZEIGE advisor philanthropy (fa) Fortbildung zum Engagement-Berater Wie begleite ich als Vermögensberater meine Kunden bei sozialen Investitionen? Wie agiere ich professionell als Vermittler von Netzwerken und Empfehlungen? Wie etabliere ich als Hilfsorganisation eine Beratung für Stifter und Großspender? jetzt anmelden TERMINE Mi, Fr, (Modul 1) Mi, Fr, (Modul 2) Mi, Fr, (Modul 3) TAGUNGSORT Haus des Stiftens, München KURSGEBÜHR Non-Profit Organisationen: Euro Profit-Organisationen: Euro Referenten u. a.: INFO & ANMELDUNG unter 069 / oder Die Veranstaltung ist beim Financial Planning Standards Board registriert und vermittelt 28 CE-Weiterbildung-Credits. Michael Alberg-Seberich Dr. Stefan Stolte Deutsches Stiftungs- Maecenata-Management DIE FORTBILDUNG ZUR PHILANTHROPIE-BERATUNG RICHTET SICH AN Dr. Stefan Nährlich Bürgerschaft e. V. Dr. Christian Meyn THEMENSCHWERPUNKTE Engagement Philipp Hof Dr. Philipp Hoelscher Leitung Analyse und

12 AUS DER PRAXIS Bei Einkauf Spende Gutes tun, ohne dass es weh tut diese Möglichkeit bietet die sogenannte Kleinst- oder Mikrospende. Mittlerweile taucht sie vor allem da auf, wo Menschen sowieso schon das Portemonnaie zücken: beim Einkaufen. Die Kooperation zwischen Organisation und Handel kann dabei über Plattformen und Aktionen laufen, bei denen viele Händler mit vielen Organisationen zusammenkommen. Es geht aber auch ganz individuell und direkt im Rahmen einer eigenen Cause-Related- Marketing-Aktion. Seit März 2012 kann man es an den Kassen verschiedener Handelsketten immer häufiger hören: Aufrunden bitte!. Wer diesen Wunsch äußert, zahlt ein paar Cent mehr für seinen Einkauf, nämlich genau so viel, dass die nächste 0,10 -Stelle erreicht wird. Zwischen einem und zehn Cent kommen so pro Einkauf zusammen. Diese zusätzlichen Cents leiten die Handelsketten an die Aktion Deutschland rundet auf weiter und die wiederum verteilt sie an ausgewählte gemeinnützige Projekte. Mehr als 31 Millionen Mal ist seit dem Start bereits aufgerundet worden und so eine Spendensumme von über 1,4 Millionen Euro zusammengekommen. Minimale Einstiegshürde maximaler Erfolg Deutschland rundet auf ist derzeit wohl das bekannteste Beispiel der Mikrospende, die beim Abschluss eines Einkaufs geleistet werden kann. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, Menschen mit minimaler Einstiegshürde und Spaß für das Spenden zu begeistern, beschreibt der Gründer und Geschäftsführer Christian Vater seine Idee. Gefördert werden Projekte, die die Chancen sozial benachteiligter Kinder in Deutschland nachweislich verbessern und bereits seit mindestens zwei Jahren in mindestens zwei Bundesländern aktiv sind. Finanziert wird die Aktion durch die Partnergebühr der teilnehmenden Handelsunternehmen, so dass 100 Prozent der Spendengelder in die geförderten Projekte fließen können. Die Gelegenheit, den Endbetrag aufzurunden, gibt es jedoch nicht nur an der Kasse von Supermärkten, Bekleidungsgeschäften oder Baumärkten. Auch wer lieber online shoppen geht, kann auf diese Weise Gutes tun. Das Berliner Start-up-Unterneh- Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, Menschen mit minimaler Einstiegshürde und Spaß für das Spenden zu begeistern. 12 FUNDStücke

13 AUS DER PRAXIS Unsere Gesprächspartner zum Thema Christian Vater, Gründer und Geschäftsführer der Aktion Deutschland rundet auf Tim Wellmanns, elefunds-gründer und Geschäftsführer Christian Stark, Leiter Unternehmenskooperation Welthungerhilfe Dierk Schüller, Geschäftsführer der Brand Loyalty Germany GmbH men elefunds bietet Online-Shops eine Software an, die es deren Kundinnen und Kunden ermöglicht, bei Abschluss des Einkaufs einen frei wählbaren Betrag zusätzlich zu spenden. Zugute kommt er einer oder mehreren nachweislich gemeinnützig und transparent arbeitenden Organisationen, die aus einer Liste ausgewählt werden können. Es geht uns darum, alle Akteure, also den Handel, die Organisationen und die Kunden, zusammenzubringen, damit sie voneinander profitieren, erklärt elefunds- Gründer und Geschäftsführer Tim Wellmanns. Welche Organisationen in welchem Online-Shop angezeigt werden, ist dabei Ergebnis einer individuellen Vereinbarung, bei der elefunds vermittelt. Alle Spenden gehen zunächst an die elefunds Stiftung gug, die die Gelder verwaltet, bis sie von den Organisationen abgerufen werden. Die von elefunds erbrachten Leis - tungen werden teilweise erfolgsabhängig von den Hilfsorganisationen und den Online-Shops vergütet. Gebermentalität stärken Spenderinnen und Spender, die sich über die geförderten Organisationen und Projekte informieren wollen, können dies vor allem auf den Websites von Deutschland rundet auf und elefunds tun, teilweise auch auf den Seiten der Handelspartner. Herausgehoben wird dort allerdings in der Regel niemand. Nicht die direkte Beziehung zwischen Organisation und Spender steht im Vordergrund, sondern eine generelle Haltung zum Spenden, stellt Christian Vater klar. Eine Organisation, die sich abgrenzen und die Aufmerksamkeit stärker auf ihre Inhalte lenken will, sollte daher auch auf eigene, individuell vereinbarte Kooperationen setzen. So wie es beispielsweise die Welthungerhilfe tut. Die Organisation arbeitet unter anderem mit dem Lederwaren - hersteller Bree oder der Drogeriemarktkette Budnikowsky zusammen. Ein Teil der Verkaufserlöse, die dort für bestimmte, teilweise exklusiv entwickelte Produkte erzielt werden, geht direkt an die Welthungerhilfe. Entsprechend wird auch geworben. Besonders erfolgreiche Verkaufsaktionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie von dem gesamten Unternehmen und in allen Kommunikationskanälen unterstützt werden, erklärt Christian Stark, Leiter Unternehmenskooperation bei der Welthungerhilfe. Drum prüfe, wer sich bindet Wie kommt eine erfolgreiche Kooperation zustande? Das Vorgehen ist natürlich immer sehr individuell und hängt von den jeweiligen Zielen ab, die Handel und Organisation verfolgen. Diese Ziele und auch die Botschaften, die vermittelt werden sollen, müssen vorher miteinander abgeglichen werden, empfiehlt Dierk Schüller, Geschäftsführer der Brand Loyalty Germany GmbH. Die Agentur begleitete unter anderem die Zusammenarbeit zwischen der Handelskette REWE und dem WWF im Sommer Das Vorgehen ist natürlich immer sehr individuell und hängt von den jeweiligen Zielen ab. FUNDStücke

14 AUS DER PRAXIS unternehmen zu REWE gewechselt. Die Kinder haben hier die Kaufentscheider, nämlich ihre Eltern und da meist die Mütter, beeinflusst. Und der WWF? Dem WWF war vor allem wichtig, dass die Aktion edukativ, wenig reißerisch und hochwertig war. Entsprechend genau wurde alles geprüft, beispielsweise auch, ob die Sticker nachhaltig produziert wurden, berichtet Dierk Schüller. Die Vorteile, die sich für eine Organisation ergeben, nämlich erhöhte Aufmerksamkeit und zusätzliche finanzielle Mittel, dürfen also nicht zulasten des guten Images gehen. Christian Stark kann dieser Vorgehensweise viel abgewinnen, bei der Welthungerhilfe geht man ähnlich vor: Wir haben Richtlinien aufgestellt, die ein Unternehmen mindestens erfüllen muss, um für eine Kooperation infrage zu kommen. Im Fall eines Verkaufs zu unseren Gunsten muss das Unternehmen zudem garantieren, dass bei Herstellung und Vertrieb des Produkts soziale Standards eingehalten werden. Und er hat noch einen Tipp: Wir vereinbaren eine Mindestsumme, um den mit einer solchen Aktion verbundenen Aufwand zu rechtfertigen. Das Thema Nachhaltigkeit sollte kommuniziert werden und dazu brauchte man einen prominenten und überzeugenden Partner. Damals erhielten Kundinnen und Kunden sieben Wochen lang ein Päckchen mit WWF-Sammelstickern gratis zu ihrem Einkauf dazu. Das passende WWF-Sammelalbum mit Informationen zu den abgebildeten Tiergattungen konnte man ebenfalls bei REWE kaufen. Das Handelsunternehmen spendete pro Album 0,50 Euro, auf diese Weise kamen einige Euro zugunsten des WWF zusammen. REWE ging es natürlich darum, ein gutes Image aufzubauen und Marktanteile zu vergrößern, sagt Dierk Schüller. Das Thema Nachhaltigkeit sollte kommuniziert werden und dazu brauchte man einen prominenten und überzeugenden Partner. Da Familien eine wichtige Käuferzielgruppe sind, sollte die Aktion insbesondere auf sie zugeschnitten sein und einen Hype auslösen. Dieses Ziel wurde jedenfalls erreicht: Die GfK, Nielsen und andere haben dramatische Verschiebungen erkennen können. Mehrere Familien sind von anderen Handels- Die Inhalte sind entscheidend Gemeinnützige Organisationen werfen ihr gutes Image in die Waagschale. Was noch? Aus steuerrechtlichen Gründen ist es uns nicht erlaubt, aktiv für unsere Kooperationspartner zu werben, sagt Christian Stark. Natürlich berichten wir aber über entsprechende Kooperationen auf unserer Website und durch andere Kanäle. Zudem stellen wir den Unternehmen hochwertige Bilder und Texte zur Verfügung, die der Partner in Marketing und Pressearbeit einsetzen kann. Helfen denn Bekanntheit und Größe dabei, einen besonders attraktiven Partner zu finden? Der hohe Bekanntheitsgrad und die hohen Vertrauenswerte sind sicher ein Vorteil beim Verkauf von Produkten zu unseren Gunsten, denkt Christian Stark. Oft treten Unternehmen an uns heran, gleichzeitig werben wir aber auch für diese Kooperationsform, gerade bei Unternehmen, die uns bereits anderweitig verbunden sind. Groß oder klein ist nicht entscheidend, die Inhalte sind wichtig, findet Dierk Schüller 14 FUNDStücke

15 AUS DER PRAXIS und rät: Es gibt auch lokale oder regionale Kooperationen. Da darf man keine Berührungsängste haben. Begeisterung ist ansteckend Den Kleinen Mut machen und die Arbeit erleichtern da ist auch elefunds dabei: Wir arbeiten an neuen Produkten, um auch kleineren und unbekannteren Organisationen unseren Service anzubieten, zum Beispiel, indem wir standortbezogene und/oder produktspezifische Hilfsorganisationen im Checkout der Online-Shops anzeigen lassen oder Programme entwickeln, um Social Media stärker zu fokussieren, wirft Tim Wellmanns einen Blick in die Zukunft. Egal, ob groß oder klein eines hilft immer, wenn man einen Partner aus der Wirtschaft finden will: Überzeugt haben wir unsere Handelspartner auch durch unsere eigene große Begeisterung, unsere Hartnäckigkeit und nicht zuletzt durch die vielen Unterstützer, die uns immer wieder an entscheidenden Stellen geholfen haben, sagt Christian Vater. Er setzt außerdem auf die simple Lösung: Die Mechanik des Mikrospendens an der Kasse ist für den Handel einfach und effizient umsetzbar. Zugang zu neuen Zielgruppen Und was ist mit den Kundinnen und Kunden, deren Verhalten ja letztlich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet? Sie müssen unbedingt aus der Sicht dieser Zielgruppe denken, rät Dierk Schüller und stellt fest: Das ist ein häufiger Fehler bei Organisationen, sie denken zu sehr aus der Sicht ihrer Statuten. Wenn REWE und der WWF nicht die Bedürfnisse der Kinder im Blick gehabt hätten, wäre die Sticker-Sammelaktion kein Erfolg geworden. Können auf diese Weise denn neue Spenderinnen und Spender gewonnen werden, die die Organisation auch über die Aktion hinaus unterstützen? Aus unseren Daten ist nicht ersichtlich, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Handelsaktionen und Neuspenderaufkommen besteht, sagt Christian Stark. Unsere Bekanntheit wird durch die Aktionen natürlich erhöht. Gerade auch bei Zielgruppen, die bisher nicht spendenaffin waren. So ist es eher ein Faktor bei der Neuspendergewinnung als ein Auslöser. Diese steht aber auch bei den Aktionen nicht im Mittelpunkt. Es geht uns viel mehr darum, eine Gebermentalität zu stärken, als individuelle Produkte für Charities zu entwickeln, bekräftigt Tim Wellmanns. Um bei den Hard Facts zu bleiben, zeigen interne Studien, dass wir 40 Prozent der Non-Donors zu Spendern konvertieren. Das macht uns stolz. Wie Trinkgeld geben Christian Stark fasst die Wirkung des Prinzips Kaufen und Helfen noch mal zusammen: Eine Triple-Win-Situation wird geschaffen, von der gleich drei Seiten profitieren: Die Konsumenten können ohne Zusatzaufwand etwas Gutes tun, die Unternehmen können ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden sowie ihr Image schärfen, und wir erhalten Aufmerksamkeit und finanzielle Mittel für unsere Projektarbeit. Und für Christian Vater ist die Vision klar: Spenden soll zur Selbstverständlichkeit und Alltagshandlung werden. Wie Trinkgeld geben. Kleinstspende/Mikrospende Spenden soll zur Selbstverständlichkeit und Alltagshandlung werden. Wie Trinkgeld geben. Der Begriff Kleinstspende (auch: Kleinspende, Mikrospende) bezeichnet Spenden geringer Geldbeträge. Traditionell gehören dazu zum Beispiel ein Beitrag zum Klingelbeutel beziehungsweise das Spenden von geringen Wechselgeldbeträgen an karitative Einrichtungen in dafür bereitgestellte Behälter zum Beispiel an Warenhauskassen. Mit dem Aufkommen von Online- und SMS-Spenden ist diese Form des Spendens wieder neu belebt worden. Quelle: Wikipedia Bei Einkauf Spende diese Plattformen machen es möglich (Auswahl): FUNDStücke

16 AUS DEM VERBAND Unterstützung für die Geschäftsstelle: Arne Peper Seit Oktober 2013 ist Arne Peper Berater mit geschäftsführenden Kompetenzen beim Deutschen Fundraising Verband. FUNDStücke hat mit ihm über die Schwerpunkte seiner Arbeit, eine mögliche Fortführung der Unterstützung nach den Vorstandswahlen sowie über die Zusammenarbeit mit den haupt- und ehrenamtlich Engagierten im Verband gesprochen. Herr Peper, Ihr Vertrag läuft zunächst bis März Zeit genug, um entscheidende Impulse zu setzen? Immerhin widmen Sie sich einer Aufgabe, an der sich in vier Jahren drei verschiedene Verantwortliche versucht haben. Sechs Monate sind natürlich nicht viel Zeit. Aber der Vorstand und die Geschäftsstelle haben schon viele Projekte angestoßen, die jetzt vor allem wieder reaktiviert und vertieft werden müssen. Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Was steht ganz oben auf Ihrer To-do-Liste? Zunächst sehe ich mich als Entlastung des ehrenamtlichen Vorstands, der die Vielzahl der Projekte und Anfragen zeitlich, nebenberuflich, nicht mehr so bewältigen kann, wie es die Mitglieder erwarten. Meine dringendsten Aufgaben liegen in den Bereichen Kongress, Zertifizierung und Kommunikation. Essenziell ist die inhaltliche und finanziell sichere Durchführung des Kongresses, der dieses Jahr erstmals unter neuen vertraglichen Konditionen abläuft. Das ist für mich der wichtigste Punkt, weil dies direkt die Finanzlage des Verbands beeinflusst. Dann geht die internationale CFRE-Zertifizierung durch den Verband in eine entscheidende Phase. Diese Zertifizierung ist ein Meilenstein in der Arbeit des Verbands, der damit seinen Mitgliedern hohen beruflichen Nutzen bringt. Da steht in der Ausarbeitung der Verfahren und Bedingungen noch reichlich Arbeit an. Der Personalengpass im Verband hat außerdem für Unmut bei den Mitgliedern gesorgt, die sich oft kommunikativ nicht eingebunden fühlten. Hier werde ich für bessere Strukturen sorgen. Wenn ich diese drei wichtigen Punkte bearbeitet bekomme, ist der DFRV schon ein gutes Stück weiter. Im April wählen die Mitglieder des DFRV einen neuen Vorstand. Besteht die Möglichkeit, dass dieser dann von einem Geschäftsführer Arne Peper unterstützt wird? Um einen neuen Vorstand nicht vor vollendete personelle Tatsachen zu stellen, hat der jetzige Vorstand mich um eine Begrenzung bis März gebeten. Sicher könnte es für den Verband aber auch sinnvoll sein, die Unterstützung zu verlängern, da dann nicht zeitgleich Vorstand und Geschäftsführung neu beginnen würden. Zurzeit bin ich über März hinaus noch nicht anderweitig verpflichtet. Da ist noch alles offen, und alles möglich. Vielen Fundraiserinnen und Fundraisern sind Sie gut bekannt. Was sollten Verbandsmitglieder, die Sie noch nicht kennen, über Sie wissen? 17 Jahre Fundraisingtätigkeit, davon sieben Jahre Geschäftsführer einer Agentur, stehen sicher für meine Branchenkenntnis und Managementerfahrung. Als Physiker weiß ich außerdem, wie wichtig interdisziplinäres Denken, Verständnis für die Positionen aller handelnden Personen und gute Kommunikation sind, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Gerade in einem so heterogenen Verband mit so unterschiedlichen Mitgliedern ist das ein wichtiger Aspekt, den ich einbringen kann. Privat ist zu sagen, dass ich glücklich verheiratet bin und einen 14-jährigen Sohn habe. Was wünschen Sie sich für die Zusammenarbeit mit den haupt- und ehrenamtlich Engagierten im DFRV? Alle Mitglieder haben hohe Erwartungen an den DFRV, aber nur wenige haben Lust, sich persönlich einzubringen. Das ist schade, und es wäre schön, wenn sich das ändern würde. Es gibt die schweigsame Mehrheit, die kritischen Publizisten und die Aktiven, die sich abmühen, aber es scheinbar niemanden recht machen können. Alle Seiten wirken ein wenig frustriert. Diesen gordischen Knoten gilt es zu durchschlagen. Ich möchte alle Mitglieder auffordern: Bringt Euch ein. Mailt, simst und bloggt uns Eure Vorschläge, Wünsche und Ideen. Beschäftigt Euch mit den Möglichkeiten, die ein Verband für Euch bietet. Wer, wenn nicht der Verband, kann für die gute Arbeit der Fundraiserinnen und Fundraiser Sprachrohr und Verfechter sein. Außerdem lade ich alle Mitglieder, die sich eigenes Engagement im Vorstand vorstellen können, herzlich ein, sich bei uns über die Aufgaben und Herausforderungen zu informieren. Wir können engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter gebrauchen. Und nicht zuletzt: Kommt zur Mitgliederversammlung, damit der neue Vorstand ein tragfähiges Mandat erhält. 16 FUNDStücke

17 ANZEIGE Programmiert für mehr Möglichkeiten 2.0 professionelle Kommunikationsund Fundraising-Software für Ihre Non-Profit-Organisation Aktuelle Windowsoberfläche schneller Modernes Design einfacher Mobil mit Apps aktuell Zukunftsorientiert sicher Zertifiziert durch Wirtschaftsprüfer Sie konzentrieren sich auf Ihre Mitglieder und Spender Wir auf die Fundraising- Software

18 AUS DEM VERBAND Neue Wege, neue Mittel kaiserwetter und WOK sorgen für Neuausrichtung beim Deutschen Fundraising Kongress SAVE THE DATE: 2. BIS 4. APRIL 2014 Im nächsten Jahr wird erstmals die Berliner Kommunikationsagentur kaiserwetter unterstützt vom Kongressteam der Agentur WOK den Deutschen Fundraising Kongress organisieren. Ein Blick in den April Das Bohren dicker Bretter zählt zu unseren Schwerpunkten als Agentur, erklärt Kathrin Dost, Geschäftsführerin von kaiserwetter. Komplexe Themen liegen uns. Deshalb haben wir das Anliegen des Deutschen Fund - raising Verbandes gerne aufgegriffen, den nächsten Kongress mit frischem Wind und neuen Akzenten zu organisieren. Wir wollen nicht alles neu erfinden, Bewährtes soll und darf gerne bleiben; aber ergänzt um neue Ideen und eine offene, vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zwischen allen Beteiligten. Diesen Grundsatz pflegt kaiserwetter seit Jahren. So konnte die Agentur in den vergangenen Jahren beispielsweise die Sanierung des Alten Turms der Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche unterstützen. kaiserwetter hat mit den anderen Hauptsponsoren, der Kirchengemeinde und der Kirchenstiftung maßgeblich die erfolgreiche Fundraising- Kampagne Rettet den Turm! konzipiert und umgesetzt. In rund sechs Jahren sind insgesamt 4,2 Millionen Euro zur baulichen Sanierung des Kirchturms gesammelt worden. Wir behalten auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf. Und wenn es mal Konflikte gibt, kümmern wir uns darum, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und das Problem konstruktiv zu lösen, beschreibt Kathrin Dost ihre Erfahrungen. Fundraising ist eines der komplexen Themen, welche die Agentur kaiserwetter gerne betreut. Die Zusammenarbeit mit dem Verband lief von Anfang an konstruktiv und in einer offenen Atmosphäre. Die Rollenaufteilung ist klar: Veranstalter des Kongresses ist der Verband, der durch den Vorstand und den Programmbeirat eng in die Konzeption und Programmgestaltung des Kongresses eingebunden ist. Die Programmgestaltung ist in vollem Gang. Aus der Fülle der eingereichten Vorschläge zu Workshops, Seminaren, Table Sessions und Konzeptinseln haben wir die interessantesten ausgewählt und in Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem Programmbeirat zu einer Programm-Matrix entwickelt, erzählt Kathrin Dost. Zusätzlich haben wir Referenten gezielt zu Themen angefragt, die auf der Wunsch-Agenda standen. Das vorläufige Programm für den Deutschen Fundraising Kongress ist mittlerweile online, das vollständige Programm wird ab dem 16. Dezember abrufbar sein. Neues und Altbewährtes Komplexe Themen liegen uns. Kathrin Dost, Geschäftsführerin von kaiserwetter. Das neue Kongress-Design ist bereits online zu sehen: Ausgehend von den Leitfarben des Verbandes hat kaiserwetter eine moderne, frische Gestaltung entwickelt, die als visuelle Klammer für den Kongress fungieren wird: Leuchtende Farbflächen, die sich ineinander schieben, als wäre bei einer Fotografie die Unschärfe auf unendlich eingestellt. Durchaus programmatisch ist der Titel zu verstehen: Neue Wege, neue Mittel. Neben den Basisthemen wird ein spezieller 18 FUNDStücke

19 AUS DEM VERBAND Fokus auf aktuelle Trends und Entwicklungen im Fundraising-Sektor gelegt national wie international. In der Programmgestaltung wollen wir diesen Themen einen besonderen Raum geben, ergänzt Kathrin Dost. Der Kongress soll für Neulinge in der Branche ebenso attraktiv sein wie für die alten Hasen. Darin sehen wir den Mehrwert des Kongresses. Als Austragungsort wurde wieder das Convention Center im andel s Hotel Berlin, Landsberger Allee, ausgewählt. Vom 2. bis 4. April 2014 wird dort der Kongress stattfinden wie in den vergangenen Jahren mit mehrstündigen Workshops, einstündigen Seminaren und Table Sessions. Neu sind die sogenannten Konzeptinseln sowie Panel- Runden. Konzeptinseln fördern den direkten Austausch Gerade das Format der Konzeptinseln funktioniert sehr gut bei Kongressen, die stark vom direkten Austausch leben, berichtet Klaus Schultze, Geschäftsführer der Agentur WOK. In Zusammenarbeit mit kaiserwetter ist WOK beispielsweise verantwortlich für das Kongressbüro und die organisatorischen Abläufe von der Teilnehmerregistrierung und Betreuung der Sprecher über die Konzeption der Ausstellung bis zur Durchführung vor Ort. Als Agentur, deren Branchenschwerpunkt im Veranstaltungsbereich in der Konzeption und Organisation von Kongressen im Gesundheitssektor liegt, sehen wir spannende Anknüpfungspunkte zum Fundraising. Denn das Thema Fundraising wird auch für Kliniken, Krankenhäuser oder Hospiz-Einrichtungen immer wichtiger, so Klaus Schultze. WOK organisiert beispielsweise seit 1998 den Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin mit jährlich rund Teilnehmern, entwickelt aber auch eigene Veranstaltungen wie beispielsweise KhochN, ein Labor für innovatives Klinikmarketing und neue Formate. Dort entstand unter anderem die Idee der Konzeptinsel. Zu den Konzeptinseln muss man sich vorab nicht anmelden. Sie finden inmitten der Ausstellungsflächen statt. So sorgen wir für eine lebendige Atmosphäre, kurze Wege und einen unmittelbaren Austausch. Das ist auch ein Zeichen an die Partnerunternehmen und Sponsoren. Dichter, kompakter, kommunikativer Generell wird die Ausstellungsfläche für den Kongress 2014 im andel s Hotel neu strukturiert: dichter, kompakter und kommunikativer. Die Gespräche mit den Partnerunternehmen und Sponsoren laufen derzeit. Es zeichnet sich ein großes Interesse ab. Wir rechnen mit einem breiten Mix an Unternehmen, die sich und ihre Dienstleistungen während des Kongresses präsentieren möchten, bestätigen Kathrin Dost und Klaus Schultze. Nicht zuletzt wurde auch die Preis- und Ticketstruktur des Kongresses überarbeitet, es gibt nun beispielsweise ermäßigte Tickets für Stundenten. Bis zum 15. Dezember können zudem alle Tickets zum Frühbuchertarif erworben werden. Bei der Early-Bird-XS-Aktion, die bis zum 15. November lief, haben 143 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugegriffen noch bevor das Programm überhaupt veröffentlicht war. Es lohnt sich also, jetzt schnell auf die neue Website zu schauen. Und es lohnt sich erst recht, im April 2014 nach Berlin zu kommen zum neuen Deutschen Fundraising Kongress. Stefan Engelniederhammer, kaiserwetter Neu beim Deutschen Fundraising Kongress: die Konzeptinseln. FUNDStücke

20 AUS DEM VERBAND Aus der Arbeitsgruppe Zukunft DFRV Lange habe ich überlegt, an was mich der Deutsche Fundraising Verband erinnert. Dann fiel es mir ein: Wenn ich ganz, ganz gemein bin, dann ist der Verband für mich so etwas wie meine alten guten Schuhe. Also verlässlich und bewährt, nützlich und wichtig. Aber: Diese Schuhe stehen die allermeiste Zeit im Schuhschrank (immerhin geputzt) und werden tatsächlich nur an drei Tagen im Jahr getragen. An 362 Tagen trage ich die anderen Schuhe die leichteren und bequemeren, die schöneren und modischeren. Wie weit klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander? Ich bin ja nun schon seit etlichen Jahren Mitglied, und so gut wie nie habe ich an den Austritt gedacht außer bei den Gelegenheiten, wo mich der Ärger über die merkwürdige Schreibweise des Verbandsnamens anfliegt. Denn Fundraising und Verband gehören doch wohl zusammengeschrieben? Aber nun... für einen Austritt reicht das nicht ganz. Warum aber bin ich dann Mitglied, wenn ich wahrscheinlich nur am verbilligten Kongresseintritt interessiert bin (und das war in der Tat damals der Grund für meinen Eintritt)? Und warum soll ich denn eigentlich wirklich Mitglied in einem solchen Verband sein und bleiben etwa weil Folgendes gilt? Unser Verband ist kompetent. Unser Verband ist hilfreich. Unser Verband ist präsent. Unser Verband ist stark. Unser Verband sorgt vor allem dafür, dass die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für unser Tun als Fundraiser verbessert oder wenigstens nicht verschlechtert werden. Ja, und nun frage ich mich, und ich frage die Leserinnen und Leser: Stimmt denn das? Und wie sehr stimmt denn das? Und wie weit klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander? Das wollen wir jetzt untersuchen. Wir das ist eine bunt gemischte Gruppe von gut 25 Männlein und Weiblein, Organisationsund Agenturfundraisern, jungen und ehrgeizigen Newcomern und so erfahrenen wie ergrauten FunDinos. Die Mitgliederversammlung unseres Verbandes im April 2013 folgte dem Antrag, eine solche Arbeitsgruppe einzurichten. Diese hat den Auftrag, einen Bericht zu Lage und Perspektiven des Deutschen Fundraising Verbandes zu erarbeiten. Dieser Bericht soll insbesondere folgende Punkte umfassen: 1) Strategische Lage und Positionierung des Verbandes 2) Möglichkeiten zur Verbesserung der Finanzierung der Verbandsarbeit und des Lobbyings 3) Führung und Kommunikation 4) Aufgaben und Tätigkeiten der Ausschüsse, Kommissionen und Fachgruppen 5) Aufgaben und Tätigkeiten der Geschäftsstelle und ihrer Mitarbeiter/innen 6) Fundraisingkongresse. Wir sind uns wenn ich mir hier einfach mal anmaßen darf, für die gesamte Gruppe zu sprechen darin einig, dass es nicht darum geht, dem Verbandsvorstand am Zeuge zu flicken, auch wenn es im Vorfeld des Kongresses die eine oder andere Unmuts- und Besorgnisäußerung gegeben hat. Natürlich wollen wir wissen, warum wir in kurzer Zeit drei Geschäftsführer verschlissen haben. Natürlich sind wir besorgt darüber, dass die Finanzdecke immer noch so knapp ist, dass man immer wieder kalte Füße bekommt. Und wir haben wohl noch nicht so richtig begriffen, was wirklich den Unterschied zwischen Berufs- und Fachverband ausmacht. Zweimal haben wir uns bisher getroffen, um das Vorgehen abzusprechen. Eine Prämisse war schnell klar: Wir sind kein elitärer Zirkel von Besserwissern. Wir brauchen eine Vielfalt von Stimmen in einem möglichst offenen und transparenten Prozess. Wir brauchen aber auch eine gewisse Struktur. Deshalb haben wir einen Fragebogen entwickelt und abgestimmt, und am 6. November startete die Online-Umfrage bei Mitgliedern, ehemaligen Mitgliedern und Nichtmitgliedern des Verbandes. Diese wird dem 20 FUNDStücke

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