Innovationen im Low-Tech Bereich

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1 Innovationen im Low-Tech Bereich Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen

2 Themen Begriff: Low-Technlogy Bedeutung des industriellen Lowtech-Sektors Übersehene Innovationsfähigkeit Erfolgsfaktoren Generalisierung Kreinsen; ; Okt. 08 2

3 Mainstream der wissenschaftlichen und politischen Debatte Spitzentechnologien als Voraussetzung für Konkurrenzfähigkeit und Wohlstand Hohe Wertschöpfung und Wachstum durch High-Tech/komplexe Technologien Spitzentechnologien sind Querschnittstechnologien Strategie der Billigkonkurrenz kaum möglich und nicht sinnvoll Kreinsen; ; Okt. 08 3

4 Kreinsen; ; Okt. 08 4

5 Kreinsen; ; Okt. 08 5

6 Gängiger Indikator: FuE-Intensität Spitzentechnologie ( Hightech ) F&U/Umsatz > 7% Gehobene Gebrauchstechnologie ( Medium Hightech ) 7% >F&E/Umsatz > 2,5% Nicht-forschungsintensiver Sektor ( Lowtech ) 2,5% >F&E/Umsatz (NIW/ISI/BMBF ab 2006; EFI 2008) Kreinsen; ; Okt. 08 6

7 Sektoren nach FuE-Intensität: Spitzentechnologie: Pharma, DV, Luft-/Raumfahrt, Rundfunk/ Nachrichtentechnik Gehobene Gebrauchstechnologie: Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Chemie Nicht-FuE-intensiver Sektor (Lowtech): Metallerzeugnisse, Haushaltsgeräte, Papier und Druck,, Möbel, Kunststoffwaren, Ernährung, Tabak, Holzgewerbe etc. Kreinsen; ; Okt. 08 7

8 Bedeutung des Lowtech-Sektors. Kreinsen; ; Okt. 08 8

9 A strange life of low-tech cf. The Economist 1998 Kreinsen; ; Okt. 08 9

10 Beschäftigte: Anteil am verarbeitendem Gewerbe, 2006 Spitzentechnologie 10% nicht-forschungs intensiv 52% Gehobene Gebrauchstechnologie 38% Spitzentechnologie gehobene Gebrauchstechnologie nicht-forschungsintensiv Eigene Berechnungen auf der Basis der NIW/ISI-Listen 2006 (Legler/Frietsch( 2006) und Statist. Bundesamt (1997; 2004; 2008) Kreinsen; ; Okt

11 Umsatz: Anteil am verarbeitenden Gewerbe, 2006 Spitzentechnologie 10% nichtforschungsintensiv 49% gehobene Gebrauchstechnologie 41% Spitzentechnologie gehobene Gebrauchstechnologie nicht-forschungsintensiv Kreinsen; ; Okt

12 Sektorale Anteile an der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe Lehrstuhl Wirtschafts- und Spitzentechnol. Gebrauchstechn. "Lowtech" Eigene Berechnungen auf der Basis der NIW/ISI-Listen 2006 (Legler/Frietsch( 2006) und Statist. Bundesamt (1997; 2004; 2008) Kreinsen; ; Okt

13 Low-tech Betriebe Medium-tech Betriebe High-tech Betriebe Ernährungsgewerbe 80% 18% 2 Papier-, Verlags- und Druckgewerbe 67% 18% 15% Textil-, Bekleidungs-, Ledergewerbe 66% 25% 9% Metallerzeugung/H. v. Metallerzeugnissen 58% 26% 16% H.v. Gummi- und Kunststoffwaren 56% 32% 12% Sonstige 47% 45% 8% Chemische Industrie 45% 22% 33% Fahrzeugbau 42% 47% 11% Elektroindustrie 27% 44% 30% Maschinenbau Medizin-, Mess-, Steuer-, Regelungstechnik, Optik 17% 26% 30% 52% 54% 22% bis zu 49 Mitarbeiter 41% 32% 27% 50 bis 249 Mitarbeiter 50% 34% 16% mehr als 250 Mitarbeiter 27% 46% 27% Quelle: Kirner et al. (FhG ISI) % 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Verarbeitendes Gewerbe 2006 Kreinsen; ; Okt

14 Übersehene Innovationsfähigkeit der Lowtech-Unternehmen Kreinsen; ; Okt

15 Typische Innovationsstrategien: Kleinschrittige Produktinnovation: flexible und qualitätsorientierte Standardproduktion in der Zulieferkette, schrittweises Upgrading der Produkte Marktorientierte Problemlösungen: Flexibilität, Logistik, Produktdesign, Serviceorientierung, Kundennähe Prozessspezialisierung: Hightech Prozesse Kreinsen; ; Okt

16 Kreinsen; ; Okt

17 Lowtech wichtiges Element der gesamten industriellen Innovationskette Voraussetzung für komplexe Technologien Beherrschung des gesamten Wissensbestands notwendig Innovationsanstöße zwischen Herstellern/Anwendern Kreinsen; ; Okt

18 Kreinsen; ; Okt

19 Erfolgsfaktoren Kreinsen; ; Okt

20 Hohe Bedeutung von praktischem Wissen Lehrstuhl Wirtschafts- und Innovationen Teil des operativen Prozesses learning by doing / learning by using Oft Trial-and-Error Prozesse Fähigkeit zur Nutzung externen Wissens, insbesondere von Hightech Kreinsen; ; Okt

21 Management und Organisation Konzentration des Wissens bei Schlüsselpersonen Offene Kommunikation im Management Vielfach standardisierte und flexible Arbeitsorganisation mit einfachen Tätigkeiten Innovative Arbeitsorganisation bei komplexen Prozessen Ausgeprägtes Kooperationsmanagement und Netzwerkfähgkeit Kreinsen; ; Okt

22 Vernetzung von Low-tech mit Hightech KMU Ausrüster/ Dienstleister KMU Quelle: Robertson et al (2007) KMU Kreinsen; ; Okt

23 Aber auch: Problemlagen Geringe FuE-Ressourcen, daher Innovationen im laufenden Prozess Angewiesen auf externes Wissen, vor allem Hightech Vorherrschend KMU mit Engpässen: Kapazitäten, Kompetenzen, Finanzen Adaptionsfähigkeit nicht-forschungsintensiver Unternehmen Kreinsen; ; Okt

24 Generalisierung Kreinsen; ; Okt

25 Forschung und Entwicklung Konstruktion und Produktion praktische Anwendung Wissenschaft Technologie Technik Linear-sequentielles Innovationsmodell Kreinsen; ; Okt

26 Angemessenes Innovationsverständnis: Innovation als rekursiver Prozess Innovationen nicht nur radikal Innovationen auch ohne FuE und Spitzentechnologien FuE und Spitzentechnologien in jeder Stufe des Innovationsprozesses Besondere Relevanz architektureller Innovationen Hightech nicht gleich besser Kreinsen; ; Okt

27 Rekursionsmodell von Innovationen Konstruktion und Produktion Forschung und Entwicklung praktische Anwendung Wissenschaft Technologie Technik Kreinsen; ; Okt

28 Diffusionsprozesse entscheidend Modifikationen, Anpassung und Rückkopplung wichtige Innovationsphasen Rückkopplung von Anwendungserfahrungen entscheidend für Higtech-Innovationen Verbund Produktion Service Besonderheit des deutschen Innovationssystems Erfolgsfaktoren: Wechselseitige Lernprozesse Kreinsen; ; Okt

29 Wechselwirkung zwischen Hightech und Lowtech Anwender: nichtforschungsintensiv, KMUs Entwickler - Dienstleister: FuE-intensiv, High-tech Anwender: nichtforschungsintensiv, KMUs Source: Robertson, et al (2007) Anwender: nichtforschungsintensiv, KMUs Kreinsen; ; Okt

30 Fokus auf Innovationskette in ihrer Gesamtheit Vernetzung der Technologiefelder Insbesondere Hightech mit nichtforschungsintensiven Anwendern Steigerung der Adaptionsfähigkeit nichtforschungsintensiver Unternehmen/KMU Verbund Produktion-Service Stärken des deutschen Innovationssystems ausbauen Kreinsen; ; Okt

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