20 Jahre Bürgschaftsbank Sachsen: Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen

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1 20 Jahre Bürgschaftsbank Sachsen: Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen Gutachten im Auftrag der Bürgschaftsbank Sachsen von Prof. Dr. Wilhelm Althammer Dr. Oliver Hoßfeld Georg Siegert Sparkassen-Finanzgruppe-Lehrstuhl für Makroökonomie HHL Leipzig Graduate School of Management Jahnallee Leipzig Leipzig, August 2011

2 Inhaltsverzeichnis Tabellenverzeichnis Abbildungsverzeichnis ii ii 1 Einleitung und Überblick 1 2 Die Rolle der Bürgschaftsbanken aus Sicht der Ordnungspolitik Das Geschäftsmodell der Bürgschaftsbanken Marktversagen auf Kreditmärkten - theoretische Erklärungen Kreditmarktversagen als ökonomische Realität Kreditbeschränkungen für KMU Die Situation in Sachsen Volkswirtschaftliche Effekte der Bürgschaftsbank Sachsen Aktivitäten der BBS bei Bürgschaften und Beteiligungen Regionale Unterschiede innerhalb Sachsens Einordnung der BBS im nationalen Vergleich Vorteile von Bürgschaftsbanken für Kreditnehmer und Kreditgeber - Ergebnisse von Unternehmensbefragungen Experteninterviews mit Vertretern sächsischer Kreditinstitute Effekte der Bürgschaftsbanken auf Beschäftigung und Einkommen in Sachsen Zum Beschäftigungseffekt von Gründungen Zur besonderen Bedeutung der BBS für die Industrie und Handwerk in Sachsen 30 5 Zukünftige Herausforderungen für die BBS Weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Existenzgründung in Sachsen Unternehmensübergaben Änderungen der Rahmenbedingungen in der Investitionsförderung Zusammenfassung 41 A Anhang 47 i

3 Tabellenverzeichnis 1 Multiplikatoreffekte der BBS Bedeutung der Industrie im Ländervergleich Entwicklung der Anzahl der vergebenen Bürgschaften und Garantien im Ländervergleich Entwicklung des Volumens im Ländervergleich (in e Mio.) Normiertes Verbürgungsvolumen der deutschen Bürgschaftsbanken Neue Unternehmerische Initiative-Index (NUI) sächsischer Kreise und kreisfreier Städte Neue Unternehmerische Initiative-Index (NUI) deutscher Bundesländer Unternehmensliquidationsquoten deutscher Bundesländer Unternehmensinsolvenzquoten deutscher Bundesländer Abbildungsverzeichnis 1 Risikoverteilung durch Rückbürgschaftserklärungen Vor- und Nachteile verschiedener Staatseingriffe Investition nach Kreditablehnung Mangel an Sicherheiten als Grund für unterlassene Investitionen Erschwerte Umsetzung von Personalplänen bei Gründern, Anteile und Begründungen Unternehmensgrößen in Sachsen im Vergleich mit Gesamtdeutschland Anteil der befragten Haushalte mit Nettogeldvermögen über e Geschäftsentwicklung der BBS Die Verteilung der Mittel der BBS nach Wirtschaftszweigen Die Verteilung der Mittel der BBS nach Förderzwecken Kreditpartner der BBS Sachsen zwischen 1991 und Rechtsformen der Kreditnehmer zwischen 2001 und Verteilung der Kreditausfälle über die Jahre nach Bewilligung Unternehmensdichte und Branchenstruktur der sächsischen Kreise Vergebene Finanzmittel für Bürgschaften und Garantien zwischen 1991 und 2010, normiert durch die ansässigen KMUs Geschäftsvolumen im Ländervergleich Geschäftsvolumenwachstum im Ländervergleich Umsatzschwankungen deutschen Wirtschaftsbranchen Kreditgewährungen an das verarbeitende Gewerbe Bedeutung des Handwerks im Bundesvergleich ii

4 21 Umsatzstärke des Handwerks im Bundesvergleich Kreditgewährungen an das Handwerk Gründungsintensität 2009 und Vergleich zu Bewilligte GRW- und EFRE-Mittel in Sachsen für die gewerbliche Wirtschaft Charakteristika der Kreditnehmer der BBS Sachsen Vergebene Bürgschaften, Garantien und bereitgestellte Finanzmittel von 1991 bis Durchschnittliches Nettogesamtvermögen der befragten Haushalte Industriekarte Sachsen Regionale Verteilung der GRW-Förderung iii

5 1 Einleitung und Überblick Bürgschaftsbanken sind Bestandteil der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Sie wurden mit der Absicht gegründet, durch Bereitstellung von Bürgschaften und Beteiligungsgarantien an KMU das Problem der unzureichenden Kreditsicherheiten dieser Unternehmen zu beheben, um so Investitionen und Unternehmenswachstum zu unterstützen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten der Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) zu liefern, diese Aktivitäten im nationalen Vergleich einzuordnen, ihre Effekte auf die sächsische Wirtschaft abzuschätzen, und zukünftige Herausforderungen für die BBS zu skizzieren. Im zweiten Kapitel dieser Arbeit beschreiben wir zunächst kurz das Geschäftsmodell der Bürgschaftsbanken. Dann gehen wir der Frage nach, wodurch es auf Kreditmärkten zu Marktversagen kommen kann, und unter welchen Voraussetzungen dies Staatseingriffe rechtfertigt. Darauf aufbauend diskutieren wir verschiedene Instrumente, mit denen der Staat auf Kreditrestriktionen für bestimmte Nachfragegruppen reagieren kann. Nach dieser theoretischen Analyse untersuchen wir im dritten Kapitel, inwieweit die obigen Bedingungen für Sachsen erfüllt sind. Im vierten Kapitel geben wir einen Überblick über die Aktivitäten der BBS in den letzten 20 Jahren. Wir analysieren unter anderem die Entwicklung der an KMU vergebenen Bürgschaften und Garantien, wie sich diese Mittel auf die verschiedenen Wirtschaftszweige verteilten, und welchen Förderzwecken sie dienten. Anschließend ordnen wir die Aktivitäten der BBS anhand geeigneter Kennzahlen im Bundesvergleich ein. Basierend auf früheren Unternehmensbefragungen legen wir die Vorteile dar, die für Kreditgeber und Kreditnehmer von der Aktivität der Bürgschaftsbanken ausgehen. Schließlich bestimmen wir die realistisch zu erwartenden Effekte der Aktivitäten der BBS auf Beschäftigung und staatliche Ausgaben. Alternativ betrachten wir den Beschäftigungseffekt, der von den ermöglichten Gründungen ausgeht. Nach dieser Bestandsaufnahme und Abschätzung der Effekte der Aktivitäten der BBS gehen wir in Kapitel 5 auf zukünftige Herausforderungen für die BBS ein. Dazu zählen die weiterhin hohe Bedeutung von Existenzgründungen, das aufgrund des demografischen Wandels an Bedeutung gewinnende Thema der Unternehmensnachfolge sowie Änderungen in der Förderkulisse wie etwa den baldigen Wegfall der Investitionszulage. Abschließend geben wir einen kurzen Überblick über zentrale Erkenntnisse der Studie. 1

6 2 Die Rolle der Bürgschaftsbanken aus Sicht der Ordnungspolitik 2.1 Das Geschäftsmodell der Bürgschaftsbanken Das System der deutschen Bürgschaftsbanken hat seinen Ursprung in Kreditgarantiegemeinschaften des Handwerks, die in den 50-er Jahren mit Unterstützung des Bundes und der Länder gegründet wurden. 1 Ziel war, durch Bürgschaften das Problem der Eigenkapitalknappheit in mittelständischen Unternehmen zu beheben und so kreditfinanzierte Investitionen zu ermöglichen. Die branchenspezifische Ausrichtung wurde im Laufe der Jahre aufgegeben. Mittlerweile findet sich in jedem Bundesland eine eigene Bürgschaftsbank. Bürgschaftsbanken sind rechtlich gesehen Kreditinstitute nach 1 des Kreditwesengesetzes. Als private Selbsthilfereinrichtungen sind ihre Gesellschafter Kammern, Verbände der gewerblichen Wirtschaft, Kreditinstitute und Versicherungen. Bürgschaftsbanken wie die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) gewähren Ausfallbürgschaften für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) 2 und übernehmen Beteiligungsgarantien gegenüber privaten Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Allerdings wird das Risiko nicht von den Bürgschaftsbanken alleine getragen, vielmehr beteiligen sich das Land und der Bund durch Rückbürgschaften. Abbildung 1 zeigt, wie sich das Kreditrisiko für den Fall verteilt, dass 80% der Kreditsumme verbürgt werden. Durch die Hausbank und die Bürgschaftsbank gemeinsam werden 36% des Kreditrisikos vom privaten Sektor getragen, 64% liegen beim Staat. 3 Für ihre Bürgschaften und Garantien erhalten Bürgschaftsbanken eine einmalige Bearbeitungsgebühr sowie laufende Provisionen, die sich am Kreditbetrag orientieren. Sollte ein Kredit ausfallen, entstehen Belastungen beim Land und beim Bund sowie bei der kreditgebenden Bank und der Bürgschaftsbank durch das systemimmanente Eigenobligo. Im System der Bürgschaftsbanken ist deshalb ein staatlicher Eingriff in den marktwirtschaftlichen Prozess angelegt, der einer Rechtfertigung bedarf. Folglich ist zu prüfen, ob der Staat überhaupt intervenieren sollte und - falls ja - in welcher Form. 2.2 Marktversagen auf Kreditmärkten - theoretische Erklärungen In der modernen Wohlfahrtstheorie wird eine rationale Wirtschafts- und Ordnungspolitik dadurch begründet, dass der Staat durch seinen Eingriff die Effizienz der Marktallokation 1 Vgl. zur Historie der Bürgschaftsbanken Schmidt und Elkan (2006, 34 f.), Schiereck (2002, 175) und Kaufmann und Kokalj (1989, 9). 2 Nach der Definition der Europäischen Union (Europäische Kommission 2006) sind dies Unternehmen bis 249 Beschäftigten, bis e 50 Millionen Umsatz oder bis e 43 Millionen Bilanzsumme. 3 Diese Verteilung des Ausfallrisikos (20% Bürgschaftsbank, 48% Bund und 32% Land) gilt nur für die neuen Bundesländer. In den alten Bundesländern trägt die Bürgschaftsbank 35%, der Bund 39% und das jeweilige Land 26%. Der private Sektor und der Staat tragen somit 48%, bzw. 52% des Ausfallrisikos. 2

7 Abbildung 1: Risikoverteilung durch Rückbürgschaftserklärungen Quelle: eigene Illustration. erhöht, da diese aufgrund eines Marktversagens verbesserungswürdig ist. 4 Dies begründet jedoch nur den Eingriff selbst, nicht jedoch seine Form. Aus allokativer Sicht sollte der Eingriff möglichst nahe an der Quelle des Problems erfolgen, um unerwünschte Effekte auf anderen Märkten zu vermeiden. Da der Staat im Falle eines Eingriffs Informationen benötigt, sollten aus informationsökonomischer Sicht weiterhin Marktkräfte eingebunden sein, um beispielsweise einen unzulänglichen Eingriff aufgrund fehlender Information zu verhindern. Warum aber versagt der Preismechanismus auf Kreditmärkten? In der volkswirtschaftlichen Literatur werden vor allem Probleme der asymmetrischen Information angeführt, die verhindern, dass der Zinssatz als Preis das Angebot und die Nachfrage nach Krediten zur Finanzierung von Investitionen in ein Gleichgewicht bringt. 5 Ausgangspunkt sind hier die Annahmen, dass Investitionsprojekte nicht allein aus Eigenka- 4 Vgl. zur Theorie des Marktversagens und eine darauf fußende Begründung von staatlichen Aktivitäten Frisch et al. (2001) sowie Richter und Wiegard (1993). 5 Vgl. dazu die grundlegenden Arbeiten von Baltensperger (1978), Stieglitz und Weiß (1981) sowie Bester (1987), und zur Ausdifferenzierung der Literatur den Überblick von Freixas und Rochet (1997). 3

8 pital finanziert werden können, dass sie zu unsicheren Erträgen führen, dass ihr Erfolg zwar von unbeeinflussbaren allgemeinen Faktoren wie der Konjunktur- und Nachfrageentwicklung abhängt, aber auch vom Kreditnehmer gesteuert werden kann, und dass schließlich der Kreditnehmer über bessere Informationen zu den Erfolgsdeterminanten verfügt als der Kreditgeber. Darüber hinaus wird unterstellt, dass der erwartete Ertrag eines Investitionsprojekts (und damit die Fähigkeit zur Rückzahlung) und das Risiko positiv korreliert sind - höhere erwartete Erträge sind nur möglich, wenn man auch ein höheres Risiko in Kauf nimmt. Die Bank als Kreditgeber steht damit vor dem Problem, dass sie nach erfolgter Kreditvergabe dem Risiko des opportunistischen Verhaltens des Kreditnehmers ausgeliefert ist. 6 Sie kann nämlich nachträglich nicht unterscheiden, ob ein Kreditausfall auf mangelnde Fähigkeit zur Rückzahlung durch den Kreditnehmer aufgrund allgemeiner widriger Umstände oder mangelnden Willen des Kreditnehmers zurückzuführen ist. Falls unter diesen Annahmen die Nachfrage nach Krediten das Angebot der Banken übersteigt, kann der Zinssatz als Preismechanismus den Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot nicht mehr sicherstellen. Würde nämlich die Bank den Zinssatz erhöhen, so hätte dies zur Folge, dass risikoarme und somit ertragsarme Projekte als Kreditnachfrager ausscheiden, da aus ihren erwarteten Erträgen die Kreditkosten nicht mehr zu finanzieren sind. Nur risikoreiche Projekte dagegen könnten im Erfolgsfall den höheren Zinssatz erwirtschaften, was zu einer negativen Auslese und einem risikoreichen Kreditportfolio führt. 7 Aus dem Problem der asymmetrischen Information resultiert damit ein Versagen des Preismechanismus und Kreditrationierung: Die Banken werden zum herrschenden Zinssatz nicht die gesamte Kreditnachfrage befriedigen. Allerdings rechtfertigt ein derartiges Marktversagen noch keinen Staatseingriff, da die Marktteilnehmer selbst ergänzende und unterstützende Mechanismen zum Preismechanismus entwickeln können. Mit die wichtigste Ergänzung sind Sicherheiten, die vor einer Kreditvergabe vom Kreditnehmer zu hinterlegen sind. Diese Sicherheiten erfüllen mehrere Funktionen: Zum ersten impliziert die Verwertung von Sicherheiten im Nichterfolgsfall Kosten für den Kreditnehmer. Investoren mit weniger riskanten Projekten haben geringere erwartete Kosten und dürften eher bereit sein, Sicherheiten zu hinterlegen. Sicherheiten können also eine Signalfunktion über die Riskanz des Projekts übernehmen. Zum zweiten reduzieren diese Kosten die Anreize des Kreditnehmers, sich opportunistisch zu verhalten, da sie der Rückzahlungsverpflichtung nicht mehr ausweichen können, wenn der Gläubiger seine Ansprüche aus der Sicherheit befriedigen kann. Zum dritten schließlich reduzieren sie die Kosten der Vertragsüberwachung für die Bank, da im Falle des Scheiterns des Projekts die Kreditrückzahlung 6 Opportunistisches Verhalten beschreibt dabei die Möglichkeiten einer Vertragspartei, sich aufgrund asymmetrischer Information und mangelhafter Überwachung auf Kosten der anderen Partei zu bereichern. Beispiele wären eine riskantere Investitionspolitik oder Privatentnahmen. 7 Vgl. zu Marktversagen und negativer Auslese (adverser Selektion) grundlegend Akerlof (1971). 4

9 durch Verwertung der Sicherheit gewährleistet ist. Kreditsicherheiten stellen damit eine zentrale Ergänzung zum Preismechanismus auf Kreditmärkten dar, durch die ein Marktversagen und Kreditrationierung verhindert werden können. Nach Baltensperger (1978) liegt deshalb Kreditrationierung erst dann vor, wenn die Kreditnachfrage von einzelnen Kunden abgelehnt wird, obwohl diese den herrschenden Zins bezahlen wollen und außerdem bereit sind, alle "Nicht-Preiselemente" des Kreditvertrags (wie die Hinterlegung von Sicherheiten) zu erfüllen. Sicherheiten schaffen allerdings ein neues Problem: Sie knüpfen die Kreditvergabe an ein Kriterium, das nichts mit dem erwarteten Erfolg des Investitionsprojektes zu tun hat, sondern sich auf die Vermögenslage des Kreditnehmers bezieht. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass gesellschaftlich erwünschte Investitionsprojekte, bei denen die erwarteten Erträge über den erwarteten Kosten liegen, unterbleiben, da der Investor nicht über die notwendigen Sicherheiten verfügt. Insbesondere bei Unternehmensneugründungen und bei innovativen Projekten, bei denen die Banken aufgrund fehlender Erfahrungswerte mit hohen Risikozuschlägen arbeiten und hohe Sicherheiten verlangen, ist diese Gefahr groß. Damit können Kreditmärkte zwar das Problem der asymmetrischen Information zwischen Banken und Investoren durch Ergänzungen zum Preismechanismus lösen. Es entsteht jedoch erneut ein Marktversagen für eine bestimmte Nachfragegruppe: Bei Unternehmen mit geringen Sicherheiten werden gesellschaftlich erwünschte produktive Aktivitäten und Investitionen unterbleiben, da sie nicht finanziert werden. Der Staat hat mehrere Alternativen, um die Marktallokation zu verbessern. Er kann auf das fehlende private Kreditangebot für bestimmte Nachfragegruppen reagieren und direkt Kredite an diese vergeben. Daneben hat er die Möglichkeit, durch Investitionszuschüsse den Finanzierungsbedarf und damit den Bedarf an Sicherheiten zu reduzieren. Und er könnte am Problem der fehlenden Sicherheiten ansetzen, indem er durch (Rück-) Bürgschaften einen Teil der Kreditrisiken auf sich nimmt. Bei der Bewertung dieser Eingriffsmöglichkeiten spielen mehrere Aspekte eine Rolle. Zum einen sollte durch den Staatseingriff die Effizienz der Marktallokation verbessert werden, wobei eine Verzerrung der relativen Faktorpreise zu vermeiden ist. Zum zweiten sollten die Anreize der Kreditgeber und Kreditnehmer nicht verzerrt werden. Dies impliziert beispielsweise, dass die Banken nicht den Anreiz erhalten sollten, nur Problemfälle an die öffentliche Hand weiterzureichen. Zum dritten sollten die Auswirkungen auf das staatliche Budget möglichst gering gehalten werden, da zusätzliche Ausgaben nur durch zusätzliche Steuern oder eine Erhöhung der Staatsverschuldung finanziert werden können. Dabei spielt die direkte Ausgabenwirkung des gewählten Instruments eine Rolle, aber auch die Kosten des Staatseingriffs für Informationserhebung und Verwaltung (Transaktionskosten) sind von Bedeutung. 5

10 Die direkte Vergabe von Krediten an bestimmte Nachfragetypen wäre aus ordnungspolitischer Sicht der stärkste Eingriff in den Marktprozess, indem der Staat an die Stelle der privaten Anbieter tritt. Wohlfahrtstheoretisch ist dies gerechtfertigt, wenn kein privates Angebot verdrängt wird und die Marktallokation an Effizienz gewinnt. Dieses Instrument wäre mit der maximalen Budgetbelastung verbunden. Private Anbieter würden Anreize erhalten, sich aus bestimmten Marktsegmenten ganz zurückzuziehen. Darüber hinaus wäre zu prüfen, ob die dadurch geschaffene öffentliche Bank mit ihren Anreiz- und Kontrollstrukturen ein bestimmtes Gut mit der gleichen Effizienz erstellen kann wie private Unternehmen. Die Diskussionen zum Thema Staatsversagen zeigen, dass dies zumindest umstritten ist. Eine Verzerrung der relativen Faktorpreise für Kapital und Arbeit kann nur vermieden werden, wenn es zu keinem Staatsversagen kommt. Durch Investitionszuschüsse würde der Staat einen Teil der Kosten übernehmen. Dies reduziert den Finanzierungsbedarf des privaten Investors und damit auch den Bedarf an Sicherheiten, die zu erbringen sind und führt so dazu, dass Investitionen vorgenommen werden, die aus gesellschaftlicher Sicht vorteilhaft sind. Allerdings hat diese Vorgehensweise zwei Nachteile: Zum ersten impliziert auch sie hohe Belastungen für das staatliche Budget, die aus Steuereinnahmen finanziert werden müssen. Zum zweiten verändert sie die relativen Faktorpreise. Die Subventionen des Staates reduzieren die Kapitalkosten bei Investitionen, was dazu führt, dass Investitionsprojekte kapitalintensiver durchgeführt werden als es bei den herrschenden Marktpreisen effizient wäre. Aus allokativer Sicht führt dies zu Effizienzverlusten. 8 Indem der Staat als Rückbürge für den Kreditnehmer auftritt, ändert sich die Risikoallokation zwischen Kreditnehmer, Kreditgeber und Staat. Würde der Staat sämtliche Risiken übernehmen (wie auch bei der direkten Kreditvergabe), so könnte dies opportunistisches Verhalten bei den privaten Parteien auslösen. Ein bestimmtes Niveau an Sicherheiten und an Risikobeteiligung durch die Bank ist deshalb notwendig, um die Anreize nicht zu verzerren. Im Gegensatz zu den vorigen Instrumenten wird bei diesem Instrument das staatliche Budget nur dann belastet, wenn die Bürgschaft fällig wird. Durch die Beteiligung des privaten Sektors an der Risikoteilung werden zudem die Informations- und Verwaltungskosten klein gehalten, und es tritt keine Verzerrung der relativen Faktorpreise auf. 9 8 Vgl. dazu die Kritik von Sinn (1993, 224 ff.) an Kapitalsubventionen. Einen ähnlichen Effekt kann man bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beobachten, bei denen der Staat nur Personalkosten, aber keine Kapitalkosten übernimmt - hier wird regelmäßig eine zu hohe Arbeitsintensität gewählt, vgl. dazu Schultz (1996). 9 Es könnte allerdings der Fall auftreten, dass die Transaktionskosten des Kredits für die Bank beispielsweise aufgrund einer geringeren Überwachungsintensität sinken. Dies könnte sich über den Wettbewerbsmechanismus in geringeren Kreditkosten für die Bank äußern. Auf der anderen Seite verursacht auch die staatliche Aktivität Transaktionskosten, die die Kreditkosten erhöhen. Der Nettoeffekt auf die Kreditkosten ist dann unbestimmt. 6

11 Abbildung 2: Vor- und Nachteile verschiedener Staatseingriffe Quelle: eigene Illustration. Damit wird das Problem der fehlenden Sicherheiten gelöst, indem zur Preis-Ergänzung Sicherheit das Komplement begrenzte staatliche Bürgschaft geschaffen wird. 10 In Bezug auf die Verankerung des Instruments im föderalen System spielen Risikoteilungsaspekte und Transaktionskosten der Informationsbeschaffung eine Rolle. Um sektorale und branchenbezogene Risiken besser auszugleichen, ist es hilfreich, das Instrument Bürgschaft nicht auf einzelne Branchen auszurichten, sondern alle Unternehmen einer bestimmten Größe zu adressieren. Kosten der Informationsbeschaffung für die Bewertung der Projekte vor einer Bürgschaftsvergabe implizieren, das Instrument nicht auf lokaler Ebene einzusetzen. Eine zu starke Zentralisierung, beispielsweise auf nationaler Ebene, kann dagegen dazu führen, dass Entscheidungswege zu lang werden bzw. relevante Informationen nicht bis zur entscheidenden Ebene gelangen. In diesem Sinne folgt die Ausgestaltung des Systems auf Länderebene dem Subsidiaritätsprinzip, nach dem ein staatlicher Eingriff immer auf der föderalen Ebene erfolgen sollte, welche das Marktversagen am wirkungsvollsten beheben kann. Zusammenfassend kann das Instrument Rückbürgschaften für privat organisierte Bürgschaftsbanken als ein minimal-invasiver Staatseingriff charakterisiert werden, der ordnungspolitisch gerechtfertigt ist, da er die Kreditallokation verbessert und positive Wohlfahrtseffekte generiert. 10 Einen ähnlichen Effekt auf die Risikoallokation kann man durch (nachrangige) Haftungsfreistellungen im Rahmen von Förderkrediten erzielen; auch diese reduzieren die Anforderungen an Sicherheiten durch Kreditinstitute. Vgl. dazu Suhlrie (2006). 7

12 3 Kreditmarktversagen als ökonomische Realität 3.1 Kreditbeschränkungen für KMU Marktversagen im Kreditmarkt ist nicht nur ökonomische Theorie, sondern, wie zahlreiche Studien belegen, auch in modernen Volkswirtschaften wirtschaftliche Realität. Doch welche Unternehmen sind von dem erschwerten Zugang zu Finanzmitteln besonders betroffen? Aufgrund der bisherigen Überlegungen ist zu erwarten, dass Kreditnachfragen umso häufiger abgelehnt werden, je kleiner und jünger das Unternehmen ist. Ergebnisse der jährlich durchgeführten KfW Unternehmensbefragungen belegen dies. Wie aus Abbildung 3 hervorgeht, sind es vor allem kleine Unternehmen, bei denen eine negative Kreditentscheidung über einen Investitionskredit zur gänzlichen Unterlassung oder zur Einschränkung des Investitionsvorhabens führt. Abbildung 3: Investition nach Kreditablehnung Quelle: KfW Unternehmensbefragungen , eigene Berechnung und Illustration. Dies führt dazu, dass relativ kleine Unternehmen gegenüber großen einen Wettbewerbsnachteil haben, wenn neue kapitalintensive Produktionstechnologien nicht zum gewünschten Zeitpunkt beschafft werden können, oder wenn sogenannte Sprunginvestitionen zur Kapazitätserweiterung anstehen. Wie Abbildung 3 zudem zeigt, handelt es sich bei diesen Krediteinschränkungen nicht um ein konjunkturbedingtes Phänomen, denn die relativen Häufigkeiten der Nennungen sind in den Jahren vor, während und nach der Finanzkrise weitgehend unverändert. Finanzierungsprobleme sind also kein vorübergehendes Problem, das nur kurzfristiger Aktionen zur Beseitigung des Missstands bedarf. 8

13 Des Weiteren ist die Schwäche, an Fremdkapital zu gelangen, nicht auf einen Mangel an rentablen Projekten zurückzuführen. Aus der Befragung der Unternehmen geht hervor, dass es in erster Linie der Mangel an verfügbaren Sicherheiten ist, der zu einer Kreditablehnung führt. Wie aus Abbildung 4 ersichtlich, sind auch bei diesem Ablehnungsgrund kleinere Unternehmen ungleich stärker betroffen. Zudem sieht man auch hier, dass das Marktversagen im Kreditmarkt nicht konjunkturbedingt ist. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie etwa im Jahre 2008 scheinen jedoch auch umsatzstarke Unternehmen stärker betroffen. Eine negative Einschätzung der Rentabilität des Projektes wird in den Befragungen nur sehr selten als Grund für eine Ablehnung genannt. Abbildung 4: Mangel an Sicherheiten als Grund für unterlassene Investitionen Quelle: KfW Unternehmensbefragungen , eigene Berechnung und Illustration. Folgendes lässt sich daher festhalten: Erstens gehören Probleme, Investitionskredite zu erhalten, in Deutschland zur ökonomischen Realität. Zweitens sind in erster Linie kleine und junge Betriebe betroffen. Gründe dafür sind, dass diese Unternehmen einerseits keinen direkten Zugang zum Kapitalmarkt haben, da ein Rating durch Agenturen mit hohen Fixkosten verbunden wäre. Andererseits liegen bei jungen Unternehmen und Existenzgründungen oft nicht genügend Daten vor, die eine verlässliche Risikobewertung ermöglichen. Die geringe Unternehmensgröße führt also in Verbindung mit Informationsasymmetrien dazu, dass sich diese Unternehmen nicht auf einem Wettbewerbsmarkt für Kredite befinden, sondern die bisherige Hausbank gewissermaßen eine Monopolstellung innehat. Die unzureichende Versorgung mit Krediten hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigung der Unternehmen, insbesondere bei Neugründungen. Unternehmensbefragungen im Rahmen des KfW-ZEW Gründungspanels zeigen, dass (neben den Personalkosten an sich) die un- 9

14 zureichende Finanzierung einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass Personalpläne nicht umgesetzt werden (siehe Abbildung 5). Kreditrestriktionen bei Investitionen haben zudem einen negativen Effekt auf den Firmenwert: Da durch das Ausbleiben oder den Aufschub von Investitionen die zukünftigen Ertragsaussichten leiden, reduziert sich der Firmenwert im Falle einer Übergabe. Abbildung 5: Erschwerte Umsetzung von Personalplänen bei Gründern, Anteile und Begründungen Quelle: KfW-ZEW Gründungspanel , eigene Illustration. Da nicht alle Unternehmensgrößenklassen gleichermaßen von Kreditrestriktionen betroffen sind, sollten Maßnahmen auch zielgruppenspezifisch eingesetzt werden. Im Falle von Maßnahmen, die für alle Unternehmen gleichermaßen gelten (wie etwa Zinssenkungen oder Abschreibungsprogramme), drohen Verzerrungen anderer Marktprozesse. 3.2 Die Situation in Sachsen Wie oben gezeigt, sind bestimmte Unternehmensgrößenklassen stärker von Finanzierungsproblemen betroffen als andere. Um die Bedeutung von Bürgschaften und Garantien für eine bestimmte Region zu ermessen, ist es somit notwendig, die Unternehmensstruktur dieser Region zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck vergleichen wir die Anzahl von Unternehmen einer bestimmten Größenordnung pro Einwohner in Sachsen mit dem Bundesdurchschnitt. Dies erlaubt uns, Aussagen darüber zu treffen, ob es in Sachsen relativ mehr oder weniger Unternehmen eines bestimmten Typs gibt und Sachsen dementsprechend schwächer oder stärker betroffen ist. Wie Abbildung 6 zeigt, weist Sachsen im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt weniger Unternehmen in jeder Umsatzklasse bis auf die kleinste auf. 10

15 Abbildung 6: Unternehmensgrößen in Sachsen im Vergleich mit Gesamtdeutschland Quelle: Statistisches Bundesamt, Unternehmensregister 2009, eigene Berechnung und Illustration. Die Differenz steigt mit der Unternehmensgröße. Anders ausgedrückt: Kleine und mittlere Unternehmen sind für die Wirtschaft des Freistaates Sachsen von besonderer Bedeutung. Die oben aufgezeigten negativen Auswirkungen von Kreditrestriktionen treffen Sachsen deshalb stärker als andere Bundesländer. Solange es nicht gelingt, große Unternehmen dauerhaft anzusiedeln, sollte die Industriepolitik darauf abzielen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Unternehmensgründungen zu fördern. Während es in Sachsen nicht nur relativ betrachtet mehr Unternehmen gibt, die von der besprochenen Problematik betroffen sein können, ist darüber hinaus zu vermuten, dass die entstehenden Finanzierungsschwierigkeiten hier stärker ausfallen als in diversen anderen Bundesländern. Dazu verweisen wir auf die Situation von Selbständigen, Kleinunternehmern und Gründern. Für diese Gruppe stellen das private Geldvermögen und die selbstgenutzte Immobilie eine wichtige Größe der Finanzierung dar. Privates Geldvermögen kann ohne langwierige Kreditprozesse für Investitionen und zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen herangezogen werden. Geldund Immobilienvermögen sind außerdem vergleichsweise einfach beleihbar und daher auch für die Gewährung von Sicherheiten von entscheidender Bedeutung. Abbildung 7 und Abbildung 27 im Anhang zeigen die Vermögenssituation der privaten Haushalte im Vergleich zwischen den Bundesländern. Sachsen hat nur einen sehr geringen Anteil von Haushalten, die über ein Nettogeldvermögen von über e verfügen. Eine funktionierende Kreditversorgung ist in Sachsen also von besonderer Bedeutung für Selbständige und Kleinunternehmen, da sie über vergleichsweise wenig Eigenmittel verfügen. Abbildung 27 im Anhang verdeutlicht die Situation: das durchschnittliche Nettovermögen in Sachsen ist das zweitniedrigste in 11

16 Deutschland. Der Bereitstellung von Sicherheiten außerhalb des Unternehmensvermögens sind folglich enge Grenzen gesetzt. Abbildung 7: Anteil der befragten Haushalte mit Nettogeldvermögen über e Quelle: Statistisches Bundesamt, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008, Fachserie 15, Heft 2, eigene Illustration. Die geringe Ausstattung mit privaten Mitteln oder Sicherheiten verschlechtert vor allem auch die Situation von (potentiellen) Existenzgründern in Sachsen. Wie aus dem KfW-ZEW Gründungspanel hervorgeht, kamen in 2008 (2009) nur 25,3% (22,3%) der Gründer-Stichprobe ohne externe Finanzierungsquellen aus. Diese bestanden zu 55,8% (58,7%) aus Eigenmitteln der Gründer oder ihrer Freunde und Verwandten. Im Verlauf der weiteren Jahre nach der Gründung nimmt der Bedarf an privaten Vermögensquellen zwar rapide ab. Der hohe Bedarf an Privatvermögen im ersten Gründungsjahr verbunden mit der Vermögensschwäche in Sachsen kann jedoch dazu führen, dass viele Gründer oder Gründungsinteressierte schon an der ersten Hürde scheitern. Neben anderen Ursachen mag dies erklären, wieso die Zahl der Unternehmensgründungen in Sachsen im Bundesvergleich relativ gering ausfällt. Tabelle 7 im Anhang zeigt den "Neue Unternehmerische Initiative" (NUI)-Indikator des IfM Bonn, der die Gründungsintensität deutscher Regionen ermittelt. Sachsen steht zwar besser da als die anderen neuen Bundesländer außer Berlin, im Vergleich zu Gesamtdeutschland ist aber ein Gründungsmangel festzustellen. Ein "Unternehmenssterben" lässt sich in Sachsen dagegen nur bedingt ausmachen: Die Zahl der Unternehmensliquidationen ist mittlerweile im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik auf durchschnittlich bis geringem Niveau (siehe Tabelle 8 im Anhang). Negativ fällt hingegen die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen auf: Der Anteil "unfreiwilliger" Unternehmensliquidationen gehört zu den höchsten in Deutschland (siehe Tabelle 9 im Anhang). Auch hier könnten Finanzierungslücken eine wichtige Rolle spielen. 12

17 4 Volkswirtschaftliche Effekte der Bürgschaftsbank Sachsen 4.1 Aktivitäten der BBS bei Bürgschaften und Beteiligungen Die BBS hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem wichtigen Finanzierungspartner der sächsischen Wirtschaft entwickelt. Wie Abbildung 8 zeigt, haben sich die Anzahl an Bürgschaften und Garantien, die Risikoübernahme und die dadurch induzierten Finanzmittel nach einem Hoch in der ersten Hälfte der 90er Jahren seit der zweiten Hälfte der 90-er Jahre auf einem niedrigeren, relativ stabilen Niveau eingependelt. Insgesamt wurden in den ersten 20 Jahren des Bestehens Bürgschaften und Garantien für KMU übernommen, wobei die Bürgschaften dominieren ( Bürgschaften, 701 Garantien). Das Volumen der Risikoübernahme betrug e 1,73 Mrd. (e 1,5 Mrd. Bürgschaften, e 227 Mio. Garantien), insgesamt wurden damit e 2,25 Mrd. Finanzmittel an Krediten und Beteiligungen ermöglicht (e 1,96 Mrd. Finanzmittel durch Bürgschaften, e 285 Mio. durch Garantien). Abbildung 8: Geschäftsentwicklung der BBS Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Illustration. Abbildung 9 zeigt, wie sich die vergebenen Mittel auf die Wirtschaftszweige verteilen. Auch hier ist eine gewisse Konstanz zu erkennen. Industrie und Handwerk waren beständig für die größten Anteile am Geschäft der BBS verantwortlich. Nur bei den Wirtschaftszweigen mit geringem Anteil zeigen sich Veränderungen im Zeitablauf. So nahm etwa der Anteil an den bewilligten Mitteln für die freien Berufe innerhalb der letzten 15 Jahre kontinuierlich ab. Bei den Förderzwecken wird unterschieden zwischen Existenzgründung, Existenzfestigung 13

18 Abbildung 9: Die Verteilung der Mittel der BBS nach Wirtschaftszweigen Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration. und Wachstum 11, sowie Unternehmensübernahmen. Abbildung 10 zeigt die Entwicklung der Mittel nach Förderzwecken in den letzten 10 Jahren. Mit Ausnahme der Förderung für Existenzfestigung und Wachstum, die 2009 konjunkturbedingt stark angestiegen ist, ist die Verteilung über die Förderzwecke relativ stabil. Innerhalb der letzten Jahre zeichnete sich allerdings ein Trend hin zu einer größeren Bedeutung von Unternehmensübernahmen ab, der -wie weiter unten näher erläutert- wohl noch zunehmen wird. Abbildung 10: Die Verteilung der Mittel der BBS nach Förderzwecken Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration. 11 Diese verteilten sich im beobachteten Zeitraum zu 66,11% auf Investitionen und 33.89% auf Betriebsmittel. 14

19 Deutliche Veränderungen gibt es in den Anteilen der Geschäftspartner, mit denen die BBS zusammenarbeitet. Wie Abbildung 11 zeigt, waren in der Anfangsphase noch Privatbanken die wichtigsten Geschäftspartner. Die Sparkassen gewannen als Partner zunehmend an Bedeutung und liegen mittlerweile auf Augenhöhe mit den Privatbanken. Der Anteil der Genossenschaftsbanken ist nur unwesentlich geringer, und war darüber hinaus im Zeitablauf am stabilsten. Abbildung 11: Kreditpartner der BBS Sachsen zwischen 1991 und 2010 Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration. In Abbildung 12 wird dargestellt, unter welchen Rechtsformen die Kreditnehmer der BBS firmieren. Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Einzelunternehmer machen den Großteil der Kreditnehmer aus, andere Rechtsformen spielen, gemessen an der Anzahl der positiv beschiedenen Anträge nur eine untergeordnete Rolle. 15

20 Abbildung 12: Rechtsformen der Kreditnehmer zwischen 2001 und 2010 Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration. Daten aus den Jahren 2001 bis 2010 über positiv beschiedene Kreditanträge erlauben eine genauere Charakterisierung der Kreditnehmer und werden in Abbildung 25 im Anhang zusammengefasst. Das erste Teilbild zeigt die Verteilung der Mitarbeiterzahl. Es zeigt sich, dass die Bürgschaftsbank vor allem für kleine und mittlere Unternehmen von Bedeutung ist, im Durchschnitt liegt die Zahl der Mitarbeiter der Kreditnehmer bei 20,9. Selten werden auch größere Unternehmen gefördert: 4% der geförderten Anträge stammen von Kreditnehmern mit mehr als 100 Mitarbeitern. Das zweite Teilbild zeigt die Verteilung der Unternehmensalter im Sample. Danach befinden sich viele Unternehmen noch am Anfang Ihrer Unternehmensgeschichte. Bei einem Drittel der Unternehmen in der Stichprobe handelt es sich um Gründungen oder Unternehmen kurz nach der Gründung. Der Median beim Unternehmensalter liegt bei 2 Jahren. Es ergibt sich also wieder, dass die BBS gerade für Gründer und kleine Betriebe von besonderer Bedeutung ist. Das dritte Teilbild zeigt die Verteilung der Dauer zwischen Antragsdatum und Bewilligung durch die BBS. Für das typische (mediane) Unternehmen ist innerhalb von 51 Tagen mit dem Kreditbescheid zu rechnen. Aufgrund des Geschäftsmodells der Risikoübernahme sind Kreditausfälle im Portfolio der vergebenen Bürgschaften unvermeidlich. Abbildung 13 zeigt die prozentualen Anteile der Kreditausfälle, gestaffelt danach, wie viele Jahre nach Abschluss des Kredites die Ausfälle eingetreten sind. Danach sind die höchsten Ausfallraten 3 bis 5 Jahre nach Abschluss des Kreditvertrags zu verzeichnen. Im "Durchschnitt" entsteht ein Forderungsausfall 5,26 16

21 Jahre nach Abschluss. 12 Dabei benutzen wir das Konzept der Duration. Aussagen darüber, ob bestimmte Jahrgänge bessere oder schlechtere Ausfallraten erzielen, die gegebenenfalls Rückschlüsse darüber zuließen, ob in bestimmten Jahren zu unvorsichtig oder zu vorsichtig verbürgt wurde, können mit dem vorhandenen Daten jedoch nicht getroffen werden. Dies wird vor allem durch die relativ langen Laufzeiten der Kredite und die lange Zeit bis zum "Schwerpunkt" der Ausfälle verhindert. So standen zum 31. Dezember 2010 noch 43% der fälligen Forderungen für die im Jahr 2005 vergebenen Bürgschaften und Garantien aus. Eine rückblickende kurz- bis mittelfristige Erfolgsanalyse der Bürgschaften und Garantien muss deshalb an den Einzelfällen der Bürgschaften ansetzen. Abbildung 13: Verteilung der Kreditausfälle über die Jahre nach Bewilligung Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration. Bemerkenswert ist, dass Existenzgründer geringere Ausfallraten aufweisen als Nicht- Existenzgründer. Bei Bürgschaften, GuW 60 und Leasing sind bei Existenzgründern bis dato etwa 17% der Kreditsummen ausgefallen, bei Nichtexistenzgründern hingegen etwa 19%. Berücksichtigt man, dass im Jahr 1991, kurz nach der deutschen Wiedervereinigung fast nur Existenzgründungen unterstützt wurden, so dürften die Ausfallraten der Existenzgründer zum jetzigen Zeitpunkt noch weit niedriger sein als diejenigen etablierter Unternehmen. Dieses auf den ersten Blick erstaunliche Resultat ist wohl dadurch zu erklären, dass viele bestehende Unternehmen, die eine Förderung durch die Bürgschaftsbank erhalten, bereits mit finanziellen Engpässen konfrontiert sind. 12 Vgl. dazu Schmidt und van Elkan 2006, 83 ff., die zu einem ähnlichen glockenförmigen Verlauf der jahrgangsspezifischen Ausfallquoten kommen. 17

22 4.2 Regionale Unterschiede innerhalb Sachsens Innerhalb Sachsens findet man ausgeprägte regionale Unterschiede bezüglich der Branchenstruktur. Abbildung 14 zeigt, wie sich Sachsens Unternehmen auf ausgewählte Wirtschaftszweige verteilen. Die Unternehmensdichte, also die Zahl der Unternehmen pro Einwohner innerhalb Sachsens ist relativ gleichmäßig verteilt. Der Vogtlandkreis und Görlitz stellen mit 440 bzw. 359 Unternehmen pro Einwohner Ausreißer dar. Abbildung 14: Unternehmensdichte und Branchenstruktur der sächsischen Kreise Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen, Auswertungen aus dem Unternehmensregister 2009, eigene Berechnung und Illustration. Die Branche Information, wirtschaftliche und freiberufliche Dienstleistungen umfasst die NACE 2008-Abschnitte J, K, M und N. Andere Wirtschaftszweige wurden aus der Darstellung ausgeschlossen. Bezüglich der Verteilung der von gewährten Bürgschaften auf die sächsischen Regionen zeigt Abbildung 26 im Anhang, dass bei den Fallzahlen Dresden und Leipzig weit über den anderen Regionen liegen, während bei den verteilten Mitteln Dresden, Leipzig und der Erzgebirgskreis die Spitze bilden. Berücksichtigt man jedoch die Verteilung der KMU in Sachsen (durch eine entsprechende Normierung des Bürgschafts- und Garantievolumens mit der Anzahl an KMU in einer bestimmten Region), so zeigt sich, dass die Förderung über die verschiedenen Kreise Sachsens hinweg relativ gleichmäßig erfolgt ist. Allerdings erhielten die Kreise Mittelsachsen, Bautzen und Görlitz eine höhere Förderung als der Rest Sachsens. Abbildung 15 zeigt die Verteilung der Finanzmittel über die sächsischen Kreise. 18

23 Abbildung 15: Vergebene Finanzmittel für Bürgschaften und Garantien zwischen 1991 und 2010, normiert durch die ansässigen KMUs Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, Statistisches Landesamt Sachsen, Auswertungen aus dem Unternehmensregister 2009, eigene Berechnung und Illustration. 4.3 Einordnung der BBS im nationalen Vergleich Da jedes Bundesland eine eigene Bürgschaftsbank hat, liegt es nahe, die Aktivitäten der BBS mit denen der anderen Bürgschaftsbanken zu vergleichen. Betrachtet man Anzahl und Volumen an Bürgschaften und Garantien als Aktivitätsindikator, so gehörte Sachsen in den letzten 10 Jahren zu den Spitzenreitern unter den Bürgschaftsbanken. Allerdings zeichnet sich nach diesem Indikator in den letzten drei Jahren eine rückläufige Tendenz bezüglich des relativen Volumens ab. Tabelle 4 im Anhang gibt dazu das Volumen der Bürgschaften und Garantien von wieder. Auffallend ist zum einen die Sonderrolle der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, die in diesem Zeitraum 26% des aggregierten Volumens auf sich vereinte, mit großem Abstand gefolgt von der Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalens mit 8,7% und denen Bayerns und Sachsens mit je 6,9%. Da die Bundesländer Deutschlands 19

24 sich in Größe, Unternehmensstruktur und Wirtschaftsleistung erheblich unterscheiden, sollte jedoch nicht nur das Volumen beim Vergleich herangezogen werden. Da KMU im Fokus der geschäftlichen Aktivität von Bürgschaftsbanken stehen, ist die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen innerhalb eines Bundeslands eine sinnvolle Normierung für einen Aktivitätsvergleich. Eine alternative Normierung stellen die Bruttoinvestitionen innerhalb eines Landes dar. Abbildung 16 setzt das Genehmigungsvolumen pro KMU der BBS ins Verhältnis zum Volumen der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und zum Durchschnitt der deutschen Bürgschaftsbanken. Es zeigt sich, dass das Verhältnis zu Baden-Württemberg um 80% schwankt. Das Verhältnis zum bundesdeutschen Durchschnitt liegt zum Teil weit über 100%, deutet also auf eine überdurchschnittlich hohe Aktivität hin. Allerdings war das normierte Genehmigungsvolumen in letzten Jahren relativ gesehen rückläufig. In den Jahren 2008 und 2010 ist das Verhältnis sogar unter 100% gesunken. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die BBS zwar weit nicht so aktiv war wie der Spitzenreiter in Baden-Württemberg, im Bundesvergleich aber überdurchschnittlich viele Bürgschaften und Garantien vergab. Abbildung 16: Geschäftsvolumen im Ländervergleich Quelle: Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Geschäftsbericht 2010; destatis, Unternehmensregister 2008, eigene Berechnung und Illustration. Tabelle 5 im Anhang gibt das mit der jeweiligen Anzahl der im Land ansässigen KMU normierte Volumen für alle Bundesländer wieder. 13 Es zeigt sich, dass die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg durch die Berücksichtigung der Zahl der KMU ihre herausragende Position verliert. Daneben lassen sich keine klaren Muster erkennen. Unter den 5 aktivsten 13 Zur Überprüfung der Robustheit der Ergebnisse wurde das verbürgte Volumen auch mit den in den jeweiligen Bundesländern getätigten Bruttoinvestitionen normiert. Es ergaben sich dabei jedoch keine wesentlichen Unterschiede der Ergebnisse. 20

25 Abbildung 17: Geschäftsvolumenwachstum im Ländervergleich Quelle: Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Geschäftsbericht 2010, eigene Berechnung und Illustration. Gleitende 3-Jahres-Durchschnitte des Volumenwachstums der Bürgschaften und Garantien. Bürgschaftsbanken mit dem höchsten normierten Volumen finden sich drei aus den neuen und zwei aus den alten Bundesländern. Wirtschaftsstarke Bundesländer wie Bayern, Nordrhein- Westfalen, Hessen und Niedersachsen weisen bei ihren Bürgschaftsbanken relativ geringe normierte Volumen an Bürgschaften und Garantien auf, auf der anderen Seite ist die Bürgschaftsbank Hamburgs eine der aktivsten. Für die BBS gilt, dass sie im Vergleich zu den anderen neuen Bundesländern zurückgefallen ist. Die fallende Tendenz für das Aktivitätsniveau wird auch deutlich, wenn man die Wachstumsraten der vergebenen Bürgschaften und Garantien in den verschiedenen Bundesländern vergleicht. Auch hier befindet sich die BBS im Mittelfeld. Dabei fällt auf, dass die Wachstumsraten, gemessen durch gleitende Drei-Jahres Durchschnittswerte, bis 2004 oberhalb der Wachstumsraten der alten Bundesländer und der der anderen neuen Bundesländer lag. Während die Wachstumsraten in den alten Bundesländern durchgehend positiv blieben, fielen sie in Sachsen und waren (mit Ausnahme des Zeitfensters um 2008) negativ. Abbildung 17 zeigt den Verlust an Dynamik in der Förderaktivität der BBS im Vergleich zu anderen Bürgschaftsbanken in den alten und neuen Ländern. 21

26 4.4 Vorteile von Bürgschaftsbanken für Kreditnehmer und Kreditgeber - Ergebnisse von Unternehmensbefragungen Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist, dass insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrer Nachfrage nach Krediten durch unzureichende Sicherheiten beschränkt sind. Dies gilt insbesondere auch für junge Unternehmen und Existenzgründer, deren Bonität aufgrund fehlender Information nur unzureichend eingeschätzt werden kann. Bei Unternehmensbefragungen wurden eine Reihe von Vorteilen von Bürgschaftsbanken für Kreditnehmer und Kreditgeber angeführt: 14 Ermöglichung von Investitionen Der entscheidende Effekt für den Kreditnehmer ist, dass Finanzierungen zustande kommen und Investitionen unternommen werden, die ohne die Bürgschaftsbank unterblieben wären. Bei Schmidt und van Elkan (2006) gaben rund zwei Drittel der Bürgschaftsempfänger und 40% der Empfänger von Beteiligungsgarantien dabei an, dass ohne Unterstützung durch die Bürgschaftsbank das Investitionsvorhaben nicht unternommen worden wäre. Lediglich 19% der Bürgschaftsempfänger (35% der Empfänger von Garantien) hätten das Projekt ohne Bürgschaft oder Garantie durchgeführt, allerdings in vermindertem Umfang (Schmidt und van Elkan 2006, 117). Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Neuberger und Räthke-Döppner (2008, S. 14) in ihrer Unternehmensbefragung in Mecklenburg-Vorpommern: 50% der befragten Unternehmen hätten ohne Bürgschaft keinen Kredit erhalten, bei weiteren 23% wäre der Umfang des Kredits geringer gewesen. Unterstützung von Existenzgründungen Bezüglich Existenzgründungen gaben 60% der Existenzgründer an, dass sie ohne Bürgschaft ihr Vorhaben nicht hätten realisieren können (Schmidt und van Elkan 2010, S. 131). Neben der Ermöglichung von Neugründungen gibt es auch Unterschiede bei der Überlebensfähigkeit von Existenzgründungen - wurden diese durch Bürgschaftsbanken geprüft, so ist die Überlebensfähigkeit signifikant höher (Schmidt und van Elkan 2010, 130 f.). Unterstützung des Generationenwechsels bei Unternehmensübergaben Die besondere Rolle bei Unternehmensübergaben wird durch folgende Zahlen gestützt: Bundesweit kommt es jährlich zu Unternehmensübergaben, allein in Sachsen steht in der mittelständischen Wirtschaft bis 2020 in Unternehmen der Generationswechsel an (Berlemann et al. 2007a). Die externe Nachfolge gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. 14 Vgl. dazu die bundesweite Befragung durch Schmidt und van Elkan (2006), die Befragung von Unternehmen in Brandenburg durch Kramer (2008) sowie die Befragung von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern durch Neuberger und Räthke-Döppner (2008). Ergänzt werden diese Ergebnisse durch von uns durchgeführte Experteninterviews. 22

27 Planung und finanzielle Stabilität der Übergabe sind von essentieller Bedeutung für die Sicherung der Arbeitsplätze. Nach der Umfrage von Schmidt und van Elkan (2006, 134 ff.) wurden 27% der Bürgschaften und Beteiligungsgarantien zur Finanzierung von Unternehmensübernahmen bewilligt, 80% der Übernahmen wären ohne die Bürgschaftsbanken nicht zustande gekommen. Erhöhung der einzelbetrieblichen Wettbewerbsfähigkeit und Stärkung der Innovationskraft Bürgschaften und Garantien ermöglichen Investitionen in neue Techniken, wodurch ein höheres Unternehmenswachstum angeregt werden kann. In der Unternehmensbefragung von Neuberger und Räthke-Döppner (2008, 16) gaben 59% der geförderten Unternehmen an, dass sie nach der Förderung Marktanteile hinzugewinnen konnten; nach Schmidt und van Elkan (2006, 153) hätten sich 89% der befragten Unternehmen ohne Bürgschaften nicht so erfolgreich positionieren können. Risikoteilung und Verminderung der Eigenkapitalunterlegung Auch aus Sicht der Kreditgeber weisen die Aktivitäten der Bürgschaftsbank Vorteile auf. Für die befragten Kreditgeber ist der wichtigste Effekt die Risikoteilung, wodurch die Risiko-Ertragssituation verbessert wird. Dies wirkt sich zum einen positiv auf die Eigenkapitalhinterlegung der Kreditinstitute aus, da aufgrund der Basel II-Vorgaben im Regelfall (Standardansatz und IRB Ansatz) dem besicherten Kredit das Risikogewicht des Bürgschaftsgebers zugeordnet wird (Deutsche Bundesbank 2004). Zum anderen ermöglicht das dadurch freigesetzte Eigenkapital die Ausdehnung des Kreditgeschäfts. Nach Schmidt und van Elkans Befragung der Kreditpartner gaben 31% (38%, 50%) der Befragten an, mehr Kredite an Gründer (KMUs, Unternehmensübernahmen) vergeben zu haben (Schmidt und van Elkan 2006, S. 107). Ein weiterer wichtiger Vorteil liegt darin, dass durch die Prüfung des Kreditantrags durch die Bürgschaftsbank (und die Einbindung externen Sachverstandes in Form der Kammern) die Informationslage des kreditvergebenden Instituts verbessert wird. In den von Kramer (2008, S. 87f.) durchgeführten Experteninterviews gaben ein Drittel der Befragten an, durch die Zweitprüfung mehr Information erhalten zu haben, und zwei Drittel gewannen mehr Sicherheit bei der Kreditvergabe. Auch bei Schmidt und van Elkans Befragung stimmten 43% der Finanzpartner der Aussage zu, dass durch die Bürgschaftsbank zuvor nicht bekannte Informationen geliefert wurden. 23

28 4.5 Experteninterviews mit Vertretern sächsischer Kreditinstitute Im Juli und August 2011 führten wir telefonische Experteninterviews mit Vertretern sächsischer Kreditinstitute zum volkswirtschaftlichen Effekt der Bürgschaftsbanken durch. 15 Die Skala der Antwortmöglichkeiten reichte von starker Zustimmung (5) über Zustimmung (3) zu starker Ablehnung (1). Für die Aussage, dass die Prüfung der Anträge durch die BBS von hoher Kompetenz gekennzeichnet ist, fand sich bei den Befragten eine hohe Zustimmung (Durchschnittliche Antwort: 3,7). Die Aussage, dass die Prüfung der Anträge auf Bürgschaften bzw. Garantien durch die BBS auch für das Kredit vergebende Institut zu neuen Informationen über den potentiellen Kreditnehmer führt, fand hingegen nur verhaltene Zustimmung. Dabei machten die Experten nur geringe Unterschiede zwischen Kreditanträgen für Neugründungen und etablierte Unternehmen (Durchschnittliche Antworten 2,4 bzw. 2.3). Dieses Ergebnis fällt also schwächer aus als in der Studie von Schmidt und van Elkan (2006, S. 23). Dies legt den Schluss nahe, dass Kreditinstitute die Kosten der Informationsbeschaffung über den Kreditnehmer nicht auf die Bürgschaftsbank übertragen. So entstehen einerseits Effizienzverluste, da vergleichbare Kreditwürdigkeitsanalysen redundant bei Kreditinstitut und Bürgschaftsbank durchgeführt werden. Zum anderen ist dieses Ergebnis jedoch positiv einzuschätzen, da es zeigt, dass private Kreditinstitute nicht die Kosten der Informationsbeschaffung auf die öffentliche Bürgschaftsbank abladen. Die Frage, ob die Einbeziehung der Bürgschaftsbank von Vorteil für das Kredit vergebende Institut ist, da dadurch die Eigenkapitalunterlegung reduziert wird, wurde von den Experten sehr unterschiedlich beantwortet. Die Bandbreite der Antworten zwischen starker Ablehnung und voller Zustimmung (durchschnittliche Antwort: 3,1) wurde hier voll ausgeschöpft. Aus den Bemerkungen folgern wir, dass der Vorteil der geringeren Eigenkapitalunterlegung besteht, dieser Vorteil aber stark vom Typ des Kreditinstituts und der Liquiditätssituation des Kreditinstituts abhängt. Von primärer Bedeutung ist nicht die geringere Eigenkapitalunterlegung, sondern die Risikoverminderung. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass viele Befragte den Vorteil geringerer Eigenkapitalunterlegung grundsätzlich anerkennen, dieser Vorteil für ihr Institut aufgrund ihrer starken Eigenkapitalbasis nicht sehen. Diese Situation mag dem derzeitigen extrem niedrigen Zinsniveau und den anderen Maßnahmen der EZB zur Sicherstellung der Liquidität der Kreditinstitute geschuldet sein. 16 Von der geringeren Eigenkapitalunterlegung würden in erster Linie Unternehmensübergaben und etablierte 15 Bei den neun Interviewpartnern handelte es sich um Vorstandsmitglieder, Vorstandsvorsitzende oder Vertriebsdirektoren auf Kreisebene. Dabei waren jeweils zwei Experten Mitarbeiter einer Sparkasse oder privaten Bank. Die fünf weiteren Gesprächspartner waren Mitarbeiter einer Genossenschaftsbank. 16 Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass die liquiditätsstarken Genossenschaftsbanken in der Stichprobe überrepäsentiert sind, vergleiche Abbildung 11 oben. 24

29 Unternehmen profitieren, weniger Neugründungen (durchschnittliche Antworten: 3,3 bzw. 3,0 und 2,3). Sämtliche Bankenvertreter bejahten, dass sich die Genehmigung eines Antrags positiv auf die Kreditkonditionen auswirkt (durchschnittliche Antwort: 4,1). Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass zwei Drittel der Befragten nach einer Ablehnung des Kreditantrags durch die BBS ohnehin keinen Kredit vergeben, während im restlichen Drittel nur etwa 30% der von der BBS abgelehnten Anträge noch einen Kredit erhalten. Diese Ergebnisse fallen etwas stärker aus als jene von Schmidt und van Elkan (2006). Entsprechend zu den Ergebnissen aus anderen Befragungen ergibt sich einstimmig, dass für den Fall, dass trotz Ablehnung durch die BBS einem Kreditantrag stattgegeben wird, Kreditvolumen und Zins erheblich angepasst werden müssen (durchschnittliche Antworten: 4,3 und 4,2). Die Aussage, dass eine "Bürgschaft ohne Bank" die Überprüfung des Kreditantrags vereinfacht, lehnte die überwiegende Anzahl der Experten stark ab (durchschnittliche Antwort: 2,2). Ein Kreditantrag werde auch mit positivem Bescheid der BBS genauso sorgfältig geprüft wie Kreditanträge, die noch nicht von der BBS akzeptiert wurden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch den positiven Bescheid Kreditprüfungsprozesse nicht vereinfacht werden, das Kreditinstitut durch das geringere Risiko aber ein erhöhtes Interesse hat, den Kredit in ihr Portfolio zu nehmen. Entsprechend ergibt sich nur eine zurückhaltende Zustimmung für die Aussage, dass diese Vereinfachung zu besseren Konditionen für den Kreditnehmer führt (durchschnittliche Antwort: 2,7). Die Aussage, dass Bürgschaftsbanken das am besten geeignete Instrument sind, um Finanzierungsprobleme von Existenzgründungen zu beheben, fand Zustimmung (durchschnittliche Antwort: 3,4). Mehrere Befragte gaben an, dass auch andere Förderungen, etwa das KfW- Startgeld, hervorragend geeignet sind, um Finanzierungsprobleme von Gründern zu mildern. Die Experten stimmten der Aussage zu, dass Bürgschaftsbanken die Zahl der Existenzgründungen erhöhen (durchschnittliche Antwort: 3,0). Allerdings können Bürgschaftsbanken nicht die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Existenzgründung erhöhen (durchschnittliche Antwort: 2,3), denn für das langfristige Überleben sei allein die Qualität des angestrebten Projektes verantwortlich. Dies steht in starkem Gegensatz zu den empirischen Ergebnissen von Schmidt und van Elkan (2006), welche in einer statistischen Datenanalyse der Überlebensdauer von erfolgreichen und gescheiterten Unternehmen zum Ergebnis kommen, dass Bürgschaften einen stark positiven Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit haben. In der Wahrnehmung der Bankenvertreter wird offensichtlich der Erfolg oder das Scheitern einer Existenzgründung allein mit der Projektqualität (gut/schlecht) verbunden. Allerdings können gerade auch gute Projekte in der Anfangsphase an Finanzierungsproblemen scheitern, weshalb eine der Aufgaben der Bürgschaftsbank ist, genau diese Unternehmen zu fördern. 25

30 4.6 Effekte der Bürgschaftsbanken auf Beschäftigung und Einkommen in Sachsen In den ersten 20 Jahren ihres Bestehens gewährte die BBS Bürgschaften und Garantien im Umfang von e 1,508 Mrd. Von hohem Interesse ist deshalb die Frage nach den ökonomischen Auswirkungen: Wie viele Investitionen wurden dadurch ermöglicht, in welchem Umfang konnte das sächsische Bruttoinlandsprodukt damit ansteigen, wie viele zusätzliche Arbeitsplätze wurden geschaffen? Und, verglichen mit diesen positiven Effekten, welche Belastungen entstanden für den sächsischen Staatshaushalt durch seine Rolle als Rückbürge? Die erste quantitative Analyse, die eine Antwort auf derartige Fragen erlaubt, wurde von Schmidt und van Elkan (2006) vorgenommen. Sie basiert auf dem INFORGE Modell (INterindustry FORcasting GErmany), bei dem es sich um ein tief gegliedertes sektorales Input-Output-Modell mit 59 Sektoren handelt, das komplexe interindustrielle Verflechtungen wiedergibt, und das vollständig in die Kostenrechnung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung integriert ist (vgl. zum INFORGE-Modell Distelkamp et al. 2003). In einer Szenario-Analyse wird im Basisszenario unterstellt, dass keine Bürgschaften und Garantien gewährt wurden, um die volkswirtschaftlichen Effekte der Bürgschaftsbanken für den Zeitraum 1996 bis 2005 quantifizieren zu können. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Multiplikatorwirkung von Bürgschaften und Garantien. Denn eine Bürgschaft führt nicht nur beim kreditnachfragenden Unternehmen zu zusätzlichen Investitionen und sichert dort die Beschäftigung, sondern auch bei jenen Unternehmen, die das entsprechende Investitionsgut herstellen und dafür wiederum in anderen Sektoren Inputs nachfragen. Schmidt und van Elkan weisen darauf hin, dass sich aufgrund der Förderstatistiken der Bürgschaftsbanken ermitteln lässt, dass mit einem verbürgten oder garantierten Euro etwa das dreifache an Investitionen angestoßen wird, wobei dieser Multiplikator (als Verhältnis von angestoßenen Investitionen zu verbürgten bzw. garantierten Volumina) bei Bürgschaften 2,4 und bei Beteiligungsgarantien 6,5 beträgt. Diese Multiplikatorwirkung hat weitere Rückkoppelungen zur Folge: Sie erhöht nicht nur das Bruttoinlandsprodukt (BIP), sondern auch Konsum, Export, Import und Beschäftigung. Von besonderem Interesse ist der Effekt auf den staatlichen Finanzierungssaldo: Auf der einen Seite führen die Aktivitäten der Bürgschaftsbanken zu erhöhten Ausgaben infolge der gewährten Rückbürgschaften, auf der anderen Seite hat man verminderte Ausgaben wie Zahlungen an Arbeitslose und erhöhte Einnahmen aus Güter-, Einkommens- und Vermögenssteuern. Für die Multiplikatorwirkung, die auf die Bürgschaftsbanken zurückzuführen ist, unterscheiden Schmidt und van Elkan (2006) drei Szenarien: Im sogenannten realistischen Szenario werden 75% der angestoßenen Investitionen auf die Aktivität der Bürgschaftsbanken zu- 26

31 rückgeführt, wobei dieses Szenario durch die Ergebnisse der empirische Befragung bei Kreditnehmern und Banken gestützt wird (Schmidt und van Elkan 2006, 177f.). Zur Überprüfung der Robustheit der Schätzungen wird auch ein Minimalszenario betrachtet, in dem nur das verbürgte und garantierte Volumen an Krediten auf die Bürgschaftsbanken zurückgeführt wird, und ein Maximalszenario, in dem die oben genannten Anstoßmultiplikatoren Eingang finden. In zwei Simulationsläufen wird zum einen der Effekt eines einzelnen Jahres (1996) auf die Folgejahre betrachtet, zum anderen wird auch der kumulierte Effekt von 7 aufeinanderfolgenden Jahren ( ) simuliert. Aus den Simulationen des kontinuierlichen Effekts lassen sich auf Basis von Schmidt und Elkan folgende Multiplikatoren berechnen: Investitionen 2,14 BIP 3,12 Finanzierungssaldo 0,65 Beschäftigung 12,66 Diese Zahlen sind folgendermaßen zu interpretieren: Pro Million Euro bewilligte Bürgschaften und Garantien wurden im betrachteten Zeitraum e 2,14 Mio. Investitionen angestoßen, das Bruttoinlandsprodukt stieg um e 3,12 Mio., der staatliche Finanzierungssaldo nahm um e 0,65 Mio. zu, und die Beschäftigung stieg um 12,66 Arbeitnehmer, verglichen mit der hypothetischen Situation ohne Bürgschaftsbanken. Bis auf eine Ausnahme sind die Vorzeichen der Multiplikatoren in allen Szenarien robust. Da im betrachteten Zeitraum bundesweit jahresdurchschnittlich e 1,027 Mrd. Bürgschaften und Garantien vergeben wurden, impliziert dies, dass die Aktivitäten der Bürgschaftsbanken das Bruttoinlandsprodukt um e 3,2 Mrd. erhöhten, zu zusätzlichen staatlichen Einnahmen von e 0,67 Mrd. führten und jährlich zusätzliche Beschäftigte ermöglichten. Obwohl Bürgschaftsbanken das staatliche Budget durch Rückbürgschaften also zunächst belasten, leisten sie durch ihre positiven Effekte auf Einkommen und Beschäftigung und die dadurch induzierten zusätzlichen Steuereinnahmen einen positiven Beitrag zu den staatlichen Einnahmen. Die Multiplikatoren liefern auch Anhaltspunkte für die wirtschaftlichen Effekte der BBS. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich um Näherungswerte handelt, da nationale Multiplikatoren auf Landesebene Anwendung finden. Ein Beispiel mag das dahinterstehende Problem verdeutlichen: Wenn aufgrund einer Bürgschaft ein sächsisches Unternehmen eine Maschine kauft, so ist für den Investitions- und BIP-Multiplikator auf nationaler Ebene ohne Bedeutung, ob diese Maschine in Sachsen oder in Baden-Württemberg erworben wird. Für einen Landesmultiplikator dagegen steigt das Landes-BIP nur im ersten Fall, da es sich im zweiten Fall um einen intra-nationalen Import handelt. Ob die Anwendung des nationalen BIP-Multiplikators auf die Landesebene den tatsächlichen Effekt auf das 27

32 Landes-BIP eher unter- oder überschätzt, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Zum einen wird die Produktivitätslücke in den neuen Bundesländern auch damit erklärt, dass die Unternehmen zu wenig exportorientiert sind (vgl. dazu Ragnitz 1999, Wagner 2007) - dann würde die Anwendung des nationalen Multiplikators keine Probleme verursachen. Zum anderen weisen alle neuen Bundesländer im betrachteten Zeitraum einen negativen Außenbeitrag auf, wodurch der nationale BIP-Multiplikator den Effekt auf das sächsische BIP zu groß ausweisen würde. Allerdings kann innerhalb des INFORGE-Modells nicht geklärt werden, ob die hohe Inlandsnachfrage konsumtiv oder investiv verursacht wird (vgl. dazu Distelkamp et al. 2003, 12 ff.). Bezüglich des Effekts auf den staatlichen Finanzierungssaldo können auf Landesebene leider keine Aussagen gemacht werden. Im INFORGE-Modell finden weder die komplexe Unterscheidung in Bundes- und Landessteuern noch der föderale Finanzausgleich Berücksichtigung. Deshalb ist es nicht möglich, Steuermultiplikatoren, die für das nationale Budget gelten, auf das Landesbudget anzuwenden. Diese Einschränkungen legen eine vorsichtige Interpretation nahe. Allerdings liefert eine Anwendung der Multiplikatoren aus der Untersuchung von Schmidt und van Elkan (2006) zumindest einen Anhaltspunkt für die ökonomischen Auswirkungen der Aktivitäten der BBS. Dies wird im folgenden sowohl für die gesamten 20 Jahre der Existenz der BBS durchgeführt, als auch, um einen zeitnahen Anhaltspunkt zu haben, für die letzten 5 Jahre. Im Zeitraum 1991 bis 2010 betrug das verbürgte Volumen der BBS e 1,508 Mrd., im Durchschnitt waren es e 75 Mio. pro Jahr. Im Zeitraum betrug das verbürgte Volumen e 312 Mio. oder durchschnittlich e 62 Mio. pro Jahr. Eine Anwendung der obigen Multiplikatoren auf Sachsen führt somit zu folgendem Ergebnis. Tabelle 1: Multiplikatoreffekte der BBS Verbürgtes Volumen (In e Mio.) Jahresschnitt 75,40 62,47 Insgesamt Investitionen (In e Mio.) Jahresschnitt Insgesamt Bruttoinlandsprodukt(In e Mio.) Jahresschnitt Insgesamt Beschäftigung (in Vollzeitstellen) Jahresschnitt Insgesamt Diese Werte können folgendermaßen interpretiert werden: Im Zeitraum hat die BBS im Jahresdurchschnitt Bürgschaften und Garantien mit einem Volumen von e 62,47 Mio. genehmigt. Dadurch wurden im Vergleich zu einem Szenario ohne BBS zusätzliche 28

33 Investitionen von e 134 Mio. angestoßen, das sächsische Bruttoinlandsprodukt um jährlich e 195 Mio. erhöht und jährlich knapp 800 zusätzliche Beschäftigte ermöglicht. 17 In den gesamten 20 Jahren ihrer Existenz hat die BBS das sächsische BIP um e 4,7 Mrd. erhöht und über zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse geschaffen. Die Wirkungen auf die Einnahmenseite des sächsischen Staatshaushalts können aus den oben genannten Gründen nicht ermittelt werden. Allerdings kann man diese positiven ökonomischen Wirkungen der BBS in Beziehung setzen zur Ausgabenseite des sächsischen Budgets. Nach Angaben der BBS lag in den Jahren die Nettobelastung des sächsischen Haushalts als Folge der Rückbürgschaften bei jährlich e 4.1 Mio. (e 3,5 Mio. für Bürgschaften, e 0,6 Mio. für Garantien). Damit wurde im Jahresdurchschnitt ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt von e 195 Mio. ermöglicht, jeder zusätzliche Beschäftigte belastete den Landeshaushalt mit nur e Zum Beschäftigungseffekt von Gründungen Eine alternative Herangehensweise für die Beschäftigungseffekte der BBS besteht darin, die Vorteile von Bürgschaftsbanken für Existenzgründungen zu betrachten, da hierzu Beschäftigungsmultiplikatoren aus dem KfW-ZEW-Gründungspanel herangezogen werden können. Angesichts der bereits angesprochenen Defizite Sachsens bei der Unternehmensdichte und der immer noch hohen Arbeitslosigkeit sind Unternehmensgründungen von großer Wichtigkeit für die Beschäftigungssituation der Region. Quantifizierbare Aussagen über Beschäftigungseffekte von Gründungen sind aber nur sehr bedingt möglich. Im Durchschnitt der KfW-ZEW Gründungspanels 2006 bis 2010 besitzt ein Unternehmen zum Gründungszeitpunkt 2,5 Vollzeitstellen. Dieser "Bruttobeschäftigungseffekt" muss noch zu einem "Nettobeschäftigungseffekt" bereinigt werden. Dieser ergibt sich einerseits aus dem teils starken Beschäftigungswachstum junger Unternehmen nach Gründung, andererseits scheitern viele neu gegründete Unternehmen innerhalb weniger Jahre. Untersuchungen (vgl. Engel et al. 2004) deuten darauf hin, dass sich diese Effekte in der Summe weitestgehend aufheben. Wir werden sie daher nicht in die Multiplikatoranalyse aufnehmen. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben indirekte Effekte, etwa durch Spill-Overs oder Effizienzsteigerungen. Für die quantitative Analyse werden wir im folgenden davon ausgehen, dass eine Gründung ohne Aktivität der Bürgschaftsbank nicht zustande kommt. Diese Annahme ist im Licht der Umfragen von Schmidt und van Elkan (2006) und der eigenen durchgeführten Experteninterviews gerechtfertigt. 17 Es handelt sich hierbei um den Nettoeffekt auf die Beschäftigung, also nicht nur um die Sicherung der Beschäftigung in den geförderten Unternehmen. 29

34 Als Datengrundlage dienen uns die Existenzgründungen mit Beteiligung der Bürgschaftsbank Sachsen in den Jahren 2001 bis 2010, Existenzgründungen mit Betriebsübernahme werden ausgeschlossen, da hier der Beschäftigungseffekt nahe bei Null sein sollte. Wir untersuchen Unternehmen, für die ca. e 233 Mio. an Finanzmittel zur Verfügung gestellt wurden; für das durchschnittliche Unternehmen also ca. e Wendet man darauf den Beschäftigungsmultiplikator von 2,5 an, so ergibt sich, dass zur Schaffung eines Arbeitsplatzes ca. e an Finanzmitteln vergeben werden müssen. Um die Kosten der Schaffung eines Arbeitsplatzes zu erheben ist es notwendig zu wissen, welcher Teil der Bürgschaften und Garantien durch Zahlungsausfälle verlorengeht. Schmidt und van Elkan (2006, 91) ermitteln für Existenzgründungen eine Ausfallquote von 17%, die BBS-Daten legen für Gründungen einen Wert von 25% als konservative Schätzung nahe. Pro geschaffenem Arbeitsplatz sind deshalb Ausfälle von ca. e zu erwarten. Gegeben eine 25,6%-ige Beteiligung des Freistaates über die Rückbürgschaften ist die Schaffung eines Arbeitsplatzes durch Existenzgründungen also mit einmaligen Kosten von ca. e verbunden. Die so ermittelten Kosten liegen also in der Größenordnung, die im vorhergehenden Abschnitt ermittelt wurde. 4.8 Zur besonderen Bedeutung der BBS für die Industrie und Handwerk in Sachsen Industrie Die Industrie und vor allem das verarbeitende Gewerbe nahmen schon immer einen besonderen Platz in der sächsischen Wirtschaft ein. Während Sachsens Wirtschaftsleistung in diesem Bereich noch weit von der Bedeutung entfernt ist, die sie in der Zeit vor der sozialistischen Planwirtschaft hatte, war die Industrie dennoch der Motor der sächsischen wirtschaftlichen Entwicklung seit Vor allem im Vergleich zu den anderen neuen Bundesländern zeigt sich die hohe Bedeutung dieser Sektoren in Sachsen. Abbildung 28 im Anhang zeigt eine detaillierte Karte der sächsischen Industrielandschaft. Man erkennt, dass die verschiedenen Industriezweige sehr unterschiedlich auf Sachsen verteilt sind. Tabelle 2 zeigt die Bedeutung der Industrie im Vergleich der Bundesländer. Dabei betrachten wir einerseits den Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Industrie an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Sachsen nimmt hier einen hohen Wert unter den neuen Ländern ein, von den Niveaus in den typischen Industriestandorten Deutschlands wie Baden-Württemberg und Bayern ist es aber noch weit entfernt. Zum anderen untersuchen wir, wie stark in die Industrie investiert wird. Um unterschiedlich große Länder miteinander vergleichen zu können, normieren wir hier mit der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 30

35 Tabelle 2: Bedeutung der Industrie im Ländervergleich Bundesland Anteil an der relative Investitionen (in e ) Beschäftigung Prod. Gew. ohne Bau Verarb. Gew. Baden-Württemberg 34,2% (1) (5) (4) (2) Bayern 28,2% (2) (7) (6) (3) Berlin 10,8% (15) (15) (15) (16) Brandenburg 11,9% (14) (6) (7) (12) Bremen 21,8% (7) (13) (13) (8) Hamburg 13,9% (12) (16) (16) (13) Hessen 21,4% (8) (12) (12) (11) Mecklenburg-Vorpommern 8,7% (16) (11) (11) (15) Niedersachsen 22,6% (6) (9) (9) (9) Nordrhein-Westfalen 24,8% (5) (10) (10) (10) Rheinland-Pfalz 25,5% (4) (8) (8) (6) Saarland 26,0% (3) (3) (3) (1) Sachsen 16,7% (11) (2) (2) (4) Sachsen-Anhalt 12,5% (13) (1) (1) (5) Schleswig-Holstein 16,9% (10) (14) (14) (14) Thüringen 19,5% (9) (4) (5) (7) Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder, Reihe 1, Band 3, August Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftsgruppen, Dezember Beschäftigungsanteil zum Jahresende Eigene Berechnung und Illustration. Relative Investitionen misst die Investitionen in neue Anlage zu jeweiligen Preisen im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2008, normiert durch alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Jahresende Zum verarbeitenden Gewerbe wurden die Wirtschaftsbereiche DB17 bis DN36 nach Klassifikation WZ 93 des Statistischen Bundesamtes gezählt. zum Jahresende 2001, dem Mittelpunkt der verfügbaren Zeitreihe. So werden gleichzeitig capital widening und capital deepening erfasst. 18 Während Sachsen noch Aufholpotential gegenüber anderen Bundesländern hat, was die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie angeht, belegt es gemessen an den Investition in die Industrie einen der Spitzenplätze. Die Industrie ist kurzfristigen, unvorhersehbaren Schwankungen, wie sie etwa im Laufe der Finanzkrise zu beobachten waren, stärker ausgesetzt als andere Wirtschaftszweige. Abbildung 18 zeigt die Umsätze des verarbeitenden Gewerbes, des Baugewerbes, des Einzelhandels und des Dienstleistungssektors von 2003 bzw bis zur Jahresmitte Da die Rohdaten in allen Sektoren starke Schwankungen aufweisen, wird auch eine Saisonbereinigung nach dem 18 Da die Bundesländer unterschiedlich groß sind und unterschiedliche Strukturen haben, muss eine Normierung gefunden werden, welche die Stärke der Investitionen innerhalb eines Bundeslandes abbildet. Die Bedeutung der Industrie innerhalb eines Landes kann einerseits wachsen, wenn mehr Arbeiter den Kapitalstock der Industrie nutzen (capital widening) oder wenn durch Investitionen ein höherer Kapitalstock pro Arbeiter zur Verfügung steht (capital deepening). Durch die Wahl des fixen Zeitpunkts 2001 wird beiden Effekten Rechnung getragen. 31

36 Abbildung 18: Umsatzschwankungen deutschen Wirtschaftsbranchen (a) Verarbeitendes Gewerbe (b) Baugewerbe (c) Einzelhandel (d) Dienstleistungen Quelle: Statistisches Bundesamt, Konjunkturindikatoren. Saisonbereinigung (rote Trendlinie) nach dem Berliner Verfahren. Berliner Verfahren angezeigt; für den Dienstleistungssektor ist diese leider nicht verfügbar. Es wird deutlich, dass der Umsatzeinbruch im Jahre 2009 vor allem das verarbeitende Gewerbe stark getroffen hat, während andere Wirtschaftszweige davon relativ unbelastet blieben. Grund hierfür ist nicht zuletzt, dass das verarbeitende Gewerbe im Gegensatz zu anderen Branchen einen hohen internationalen Verflechtungsgrad aufweist. Externe Einflüsse wie etwa Wechselkursschwankungen des Euro zu anderen Währungen können somit große Auswirkungen auf den Umsatz des verarbeitenden Gewerbes haben. Aus diesen Gründen (besondere Bedeutung der Industrie für Sachsen in Verbindung mit hoher Konjunkturanfälligkeit der Industrie, sowie der weiter oben festgestellten geringen Möglichkeit zur externen Beschaffung von Finanzmitteln in Sachsen) ergibt sich, dass sächsische Industrieunternehmen in besonderem Maße auf Bürgschaften zur Beschaffung von Betriebsmitteln und Investitionen angewiesen sind. Andernfalls haben sächsische Unternehmer das Nachsehen gegenüber Konkurrenten. Sie könnten in der Krise nicht investieren und Innovationen schaffen, da sie erst auf "bessere Zeiten" warten müssten, um die dafür nötigen Finanzmittel aus Eigenfinanzierung zu beschaffen. Im schlimmsten Fall drohen Know-How und anderes intangibles Kapital, welche in wirtschaftlich stabilen Zeiten aufgebaut wurden, in der Rezession durch Insolvenzen vernichtet zu werden. 32

37 Abbildung 19 gibt erneut verschiedene mit der Bürgschaftsübernahme verbundene Zwecke wieder, dieses mal jedoch nur für das verarbeitende Gewerbe. Sie zeigt, dass die Bürgschaftsbank Sachsen vor allem im Jahr 2009 zur Existenzfestigung und zum Wachstum für das verarbeitende Gewerbe durch Bürgschaften und Garantien beigetragen hat. Ein Vergleich mit Abbildung 10 offenbart, dass das verarbeitende Gewerbe, welches in diesem Jahr krisenbedingt auf Bürgschaften und Garantien zur Bereitstellung von Betriebsmitteln und Investitionen angewiesen war, überproportional profitierte. So stieg die Risikoübernahme der BBS hierfür von 2008 auf 2009 bei den zum verarbeitenden Gewerbe zählenden Betrieben um 191%, während sie bei den anderen beobachteten Betrieben nur um 74% anstieg. Auf diese Weise leistete die BBS einen Beitrag zum Erhalt und nachhaltigem Wachstum besonders konjunkturanfälliger Wirtschaftszweige wie etwa dem verarbeitenden Gewerbe. Abbildung 19: Kreditgewährungen an das verarbeitende Gewerbe Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration Handwerk Sachsen hat hinter Sachsen-Anhalt den zweithöchsten Anteil der im Handwerk sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (siehe hierzu Abbildung 20). Das sächsische Handwerk zeigt sich aber sehr umsatzschwach im Vergleich zu anderen Bundesländern. Nur knapp vor Brandenburg (e ) liegt der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk im Jahre 2008 in Sachsen je tätiger Person bei lediglich e , dem zweitniedrigsten Wert in Deutschland (siehe hierzu Abbildung 21). Da der Anteil der im Handwerk geringfügig Beschäftigten in Sachsen im Vergleich zum Bundesgebiet sehr gering ist, überschätzt diese Zahl tendenziell noch die Umsatzstärke des sächsischen Handwerks. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass 33

38 das Handwerk zum einen von relativ großer Bedeutung für die sächsische Beschäftigung ist. Zum anderen ist die Finanzkraft bestehender Handwerksbetriebe aber in starkem Maße eingeschränkt. Abbildung 20: Bedeutung des Handwerks im Bundesvergleich Quelle: Statistisches Bundesamt, Handwerkszählung Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik Eigene Berechnung und Illustration. Untersucht wurden Tätigkeiten des zulassungspflichtigen Handwerks. Abbildung 21: Umsatzstärke des Handwerks im Bundesvergleich Quelle: Statistisches Bundesamt, Handwerkszählung Bundesanstalt für Arbeit, Beschäftigungsstatistik Eigene Berechnung und Illustration. Untersucht wurden Tätigkeiten des zulassungspflichtigen Handwerks. 34

39 Abbildung 22 zeigt wie Bürgschaften und Garantien der BBS auf Betriebsmittel und Investitionskredite für das sächsische Handwerk verteilt werden. In der Abbildung ist zusätzlich die Umsatzentwicklung im gesamtdeutschen Handwerk abgebildet. 19 Wie man erkennen kann, besteht ein gegenläufiger Trend zwischen den Umsätzen des Handwerks und den Bürgschaften und Garantien der Bürgschaftsbank. Die BBS engagiert sich also wieder antizyklisch im Kreditgeschäft und trägt so zur finanziellen Stabilität sächsischer Handwerksbetriebe bei. Abbildung 22: Kreditgewährungen an das Handwerk Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Illustration. 5 Zukünftige Herausforderungen für die BBS Die bisherigen Ausführungen zeigen, dass die BBS in den ersten 20 Jahren ihres Bestehens einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen leistete. Unserer Einschätzung nach kann die Bedeutung der BBS für die sächsische Wirtschaft in der nächsten Dekade sogar noch zunehmen. Es sind im wesentlichen drei Aspekte, die dazu beitragen dürften. Zum einen bleibt das Thema Existenzgründungen von hoher ökonomischer Bedeutung für den Standort Sachsen mit wirtschaftspolitischem Handlungsbedarf. Zum anderen wird aufgrund der demographischen Entwicklung das Thema Unternehmensnachfolge und Generationenwechsel an Bedeutung gewinnen. Und schließlich stehen in den nächsten Jahren Änderungen in der Förderkulisse für Investitionen an, nämlich beim europäischen Struktur- 19 Aufgrund einer Umstellung der Handwerksstatistik der statistischen Landesämter sind Daten vor 2008 für das Handwerk nicht verwendbar. Geschäftsklimaindizes sind ebenfalls nur bedingt brauchbar, da in ihnen der gegenwärtige Stand der Konjunktur mit Erwartungen über die zukünftige Konjunkturentwicklung vermengt wird. Wir verwenden daher den Umsatz der Handwerksbetriebe im gesamten Bundesgebiet. 35

40 fonds, bei der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und bei der Investitionszulage. Die Reduktion bzw. der Wegfall der Förderinstrumente wird zu einem höheren Eigen- und Fremdkapitalbedarf der investierenden Unternehmen führen. 5.1 Weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Existenzgründung in Sachsen Zur Wahrung der wirtschaftlichen Dynamik und des Wachstums ist eine Volkswirtschaft auf Existenzgründungen angewiesen. Beim Thema Existenzgründungen ist festzuhalten, dass Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern in den letzten Jahren zurückgefallen ist. Man kann hierzu den oben bereits erwähnten NUI-Indikator des IfM Bonn heranziehen, der ein Indikator der unternehmerischen Initiative und damit des Klimas für Selbständigkeit ist. Wie Tabelle 6 zeigt, schneidet Sachsen zwar besser ab als die anderen neuen Bundesländer, weist aber im Vergleich zu den alten Bundesländern und Berlin einen Mangel an Gründungen aufweist. Abbildung 23 gibt den NUI-Indikator für die sächsischen Kreise wieder und vergleicht dabei die Werte von 1999 (als Sachsen bundesweit noch auf dem 7. Rang lag) mit 2009 (mit Sachsen auf dem 12. Rang). Sie zeigt zum einen, dass sich die Gründungsaktivitäten in Sachsen auf die Ballungszentren Leipzig, Dresden und Chemnitz konzentrieren. Zum anderen hat die Gründungsdynamik nachgelassen. Nur im Landkreis Görlitz war ein starker Anstieg von Gründungen zu verzeichnen. Aufgrund der besonderen Rolle der BBS für kleine Unternehmen kann eine Revitalisierung der Gründungsdynamik an diesem Förderinstrument ansetzen. 5.2 Unternehmensübergaben Zur Wahrung der wirtschaftlichen Dynamik und des Wachstums ist eine Volkswirtschaft zwar auf Existenzgründungen angewiesen, aber auch darauf, dass die am Markt tätigen Unternehmen von der nächsten Generation weitergeführt werden. Auch in Sachsen steht in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Unternehmensübergaben bei mittelständischen Unternehmen an; laut IfM (2009) ist Sachsen unter den neuen Bundesländern das Land mit den meisten künftigen Nachfolgeregelungen. Mittelständische Unternehmen sind dabei zum einen Unternehmen, die gemäß der Kriterien Beschäftigung, Umsatz oder Bilanzsumme zu den KMU gehören. Zum anderen hält mindestens einer der Geschäftsführer Anteile am Eigentum des Unternehmens ("Inhabergeführt"). Aufbauend auf dieser Definition schätzt das ifo Institut Dresden (Berlemann et al. 2007a), dass 81,9% der KMU in Sachsen zum Mittelstand gehören, und dass 64,9% aller Beschäftigten in mittelständischen Unternehmen arbeiten. 36

41 Abbildung 23: Gründungsintensität 2009 und Vergleich zu 1999 Quelle: IfM Bonn, eigene Berechnung und Illustration. Es gibt neben dem Alter auch andere Gründe für Unternehmensübergaben: Erkrankung, Unfall oder Tod des bisherigen Eigentümers können eine Rolle spielen, aber auch persönliche Gründe wie eine berufliche Neu-Orientierung. Nach Berlemann et al. (2007a, 16) sind aber 65% aller Unternehmensübergaben in Sachsen altersbedingt und damit tendenziell planbar. 20 Die Risiken im Falle einer gescheiterten Übergabe liegen neben dem Verlust an Arbeitsplätzen auch in negativen Wachstumseffekten. So weist eine Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW 2010) darauf hin, dass bei geplanten Übergaben sich empirische Evidenz sowohl für eine Investitionsstauhypothese beim Alteigentümer als auch für eine Wachstumsimpulshypothese beim Neueigentümer findet. 21 Eine Zunahme des Anteils gescheiterter Unternehmensübergaben würde so über ausbleibende Investitionen auch das langfristige 20 Dieser Anteil entspricht der Schätzung des IfM für die neuen Bundesländer, die auf einer anderen Methode zur Ermittlung des Mittelstandes basiert. Vgl. dazu Freund (2004). 21 Nach der Investitionsstauhypothese investieren Alteigentümer in den Jahren vor einer Übergabe weniger als vergleichbare andere Unternehmer, nach der Wachstumsimpulshypothese ist die Investitionsqote von Neueigentümern systematisch höher, wodurch das Investitionsdefizit wieder aufgeholt wird. 37

42 Wachstum schwächen. Durch Vorbereitung und Unterstützung bei der Abwicklung kann die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns reduziert werden. Unternehmensbefragungen weisen aber darauf hin, dass in Sachsen gerade Unternehmen aus kleineren Umsatzgrößenklassen eine Stilllegung planen (Berlemann et al. 2007a). Die Schätzungen bezüglich der Zahl der mittelständischen Unternehmen, die in Sachsen zur Übergabe anstehen, differieren, weisen aber auf einen großen Beratungs- und Unterstützungsbedarf hin. Das IfM (2010) geht davon aus, dass es zu Übergaben kommen wird, mit betroffenen Arbeitsplätzen. Berlemann et al. (2007a), die eine andere Methode zur Ermittlung des Mittelstands wählen, schätzen, dass in Sachsen 2011 bis 2015 etwa Übergaben anstehen, davon altersbedingt, mit betroffenen Arbeitsplätzen, 2016 bis 2020 etwa Übergaben anstehen, davon altersbedingt, mit betroffenen Arbeitsplätzen. Neben Verkauf sind zwar auch Vererbung, Verschenkung und Verpachtung mögliche Übertragungsformen; der Verkauf bleibt jedoch die dominante Form. 22 Eine Unternehmensübergabe ist ein mehrdimensionales Problem. Zunächst ist der Suchprozess selbst zu organisieren. Daneben gibt es finanzielle, steuerliche, rechtliche und nicht zuletzt auch emotionale Probleme. 23 Allerdings wird in Unternehmensbefragungen den finanziellen Problemen die höchste Priorität zugewiesen. Der BBS kann hier, auch aufgrund ihrer in der Vergangenheit dokumentierten Kompetenz bei der Finanzierung von Unternehmensübertragungen, eine besondere Rolle bei der Bewältigung des Problems für den Standort Sachsen zukommen. 5.3 Änderungen der Rahmenbedingungen in der Investitionsförderung Bevor wir auf Veränderungen der Förderkulisse in Sachsen eingehen, die sich auf die Arbeit und Bedeutung der BBS auswirken, sollen im Folgenden kurz die zwei Hauptsäulen der Förderung in den neuen Bundesländern vorgestellt werden: die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" sowie die Investitionszulage. Veränderungen 22 Unternehmensbefragungen vor und nach einer erfolgreichen Übergabe weisen zudem darauf hin, dass im Nachhinein der Anteil der verkauften Unternehmen höher ist als ursprünglich geplant, da beispielsweise eine geplante familieninterne Übergabe an einem geeigneten Nachfolger scheitern kann. So waren in der Stichprobe der Befragung von Berlemann et al zunächst 43% Verkäufe geplant, tatsächlich erfolgte diese Form der Übertragung dann aber bei 61% der befragten Unternehmen. 23 IfM (2009) gibt eine systematische Analyse der Problemdimensionen am Beispiel sächsischer Unternehmen. Berlemann et al. (2007b) weisen darauf hin, dass sich für Unternehmen des Handwerks, die in der Regel zu den kleinsten Unternehmen gehören, aufgrund von knappen personellen und finanziellen Ressourcen schon der Suchprozess besonders schwierig gestaltet. 38

43 in diesen zentralen Elementen der Förderung werden aller Voraussicht nach auch spürbaren Einfluss auf die BBS haben. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) werden Investitionen der gewerblichen Wirtschaft durch die Gewährung von sachkapital- und lohnkostenbezogenen Zuschüssen gefördert. Im Unterschied zur weiter unten diskutierten Investitionszulage ist diese Art der Förderung an Bedingungen wie die Sicherung und Schaffung neuer Dauerarbeitsplätze geknüpft, wird also nicht nach dem "Gießkannenprinzip" verteilt. Rund 80% der Betriebe, die zwischen 1998 und 2009 eine GRW-Förderung in Anspruch nahmen, haben ihren Sitz in den neuen Bundesländern, die meisten davon in Sachsen (s. hierzu und folgend Bade und Alm, 2010). Hingegen sind nur 20% aller Betriebe Deutschlands in den neuen Bundesländern angesiedelt. Allein in Sachsen wurden in obigem Zeitraum insgesamt 5843 Betriebe im Rahmen der GRW gefördert - dies entspricht 25% aller bundesweit geförderten Betriebe. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Sachsen nur ca. 6% aller Betriebe in Deutschland angesiedelt sind, ist dieser Anteil als enorm hoch einzuschätzen. 24. Abbildung 29 im Anhang verdeutlicht die starke Ballung der geförderten Betriebe in Sachsen. Abbildung 24: Bewilligte GRW- und EFRE-Mittel in Sachsen für die gewerbliche Wirtschaft Quelle: BAFA, eigene Illustration. Abbildung 24 zeigt die Entwicklung der Fördermittel, die von 1991 bis 2010 im Rahmen der GRW der gewerblichen Wirtschaft in Sachsen bewilligt wurden (Bundes- und Landes- 24 Zwischen 1991 und 2010 wurden 90% der GRW-Mittel (gewerbliche Wirtschaft und Infrastruktur) in den neuen Bundesländern bewilligt. Davon entfielen 28% auf Sachsen (Quelle: BAFA) 39

44 mittel sowie Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, EFRE). Mit zunehmender Konvergenz zwischen Ost und West gingen auch die in Sachsen bewilligten Mittel stark zurück. Erst im Zuge der Finanzkrise wurden wieder mehr Mittel bewilligt. Bade und Alm (2010) kommen in einer umfangreichen Evaluationsstudie zur GRW zu dem Schluss, dass sich geförderte Unternehmen eindeutig besser entwickelt haben als nichtgeförderte - auch wenn diverse potentiell verzerrende Faktoren in der Analyse berücksichtigt werden. Sowohl die Zahl der Beschäftigten als auch die gezahlten Arbeitsentgelte haben sich in den geförderten Betrieben positiver entwickelt als in den nicht-geförderten. Während die Beschäftigung in den geförderten Betrieben der höchsten Förderkategorie A (der die Förderregion Sachsen im Untersuchungszeitraum angehörte) in den neuen Bundesländern jährlich um durchschnittlich 5,5% zugenommen hat, ist die Gesamtbeschäftigung der entsprechenden Region um durchschnittlich 1,5% zurückgegangen. Da in der Studie eine einzelbetriebliche Analyse durchgeführt wird, erlaubt sie allerdings keine Rückschlüsse darüber, ob das schlechte Abschneiden der nicht-geförderten Betriebe mitunter auch auf Verdrängungseffekte durch die im Rahmen der GRW geförderten Betriebe zurückzuführen ist. Weil Sachsen bislang der höchsten Förderkategorie angehörte und sich darüber hinaus die meisten geförderten Betriebe in Sachsen befanden, lässt sich aber dennoch folgern, dass Sachsen bis dato in besonderem Maße von der GRW-Förderung profitierte. Während die bewilligten Mittel seit 2000 bundesweit nominal betrachtet relativ konstant blieben, waren sie preisbereinigt tendenziell rückläufig. Gemäß Haushaltsplan 2011 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist für die Investitionsförderung darüber hinaus für das Jahr 2011 mit einem weiteren Rückgang der Bundesmittel um ca. 2% zu rechnen (hierfür sind nur noch e 650,8 Mio. an Bundesmitteln veranschlagt gegenüber e 664,1 Mio. im Vorjahr). Dies könnte sich auch auf die Mittelvergabe in Sachsen auswirken. Diese Veränderung ist zwar betragsmäßig klein; durch Inkrafttreten der Schuldenbremse ist in naher Zukunft wohl aber eher mit weiteren Einschnitten zu rechnen als mit Aufstockungen. Zudem rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) künftig mit reduzierten Fördermöglichkeiten durch die europäischen Strukturfonds (Pressemitteilung des BMWi, März 2011), auf die an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen werden soll. Neben diesen zu erwartenden Einschnitten im Gesamt-Förderetat wird Sachsen aufgrund des auf die EU-Erweiterung zurückzuführenden sog. "statistischen Effekts" zusätzliche Mittel verlieren: Da das Pro-Kopf-Einkommen in der Region Leipzig über einen Zeitraum von drei Jahren im Durchschnitt mehr als 75% des EU-25-Durchschnitts betrug, zählt diese Region seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr zu den sog. Höchstfördergebieten. Dadurch sinken in dieser Region (in der ca. ein Viertel der Einwohner der Förderregion Sachsens lebt) die 40

45 betriebsgrößenspezifischen Höchstfördersatze um je zehn Prozentpunkte (von 50 auf 40% für kleine Unternehmen, von 30 auf 20% für mittlere Unternehmen, bzw. von 20 auf 10% für große Unternehmen). Die Investitionszulage war in der Vergangenheit die zweite große Säule des Aufbau-Ost- Programms. Gefördert werden insbesondere Investitionen des Verarbeitenden Gewerbes. Im Gegensatz zur GRW können ausschließlich Betriebe in Ostdeutschland den Zuschuss in Anspruch nehmen. Pro Jahr stellte der Bund bis dato ca. e Mio. im Rahmen der Zulage zur Verfügung. Laut Titze (2008) "bestehen kaum Zweifel, dass die Investitionsförderung zur Herausbildung eines wettbewerbsfähigen Unternehmenssektors beigetragen hat, da sie das Herausbilden bzw. die Verbreiterung einer belastbaren Eigenkapitalbasis oft erst ermöglicht hat." Der bis 2009 geltende Fördersatz von 25% für KMU wird bis Ende 2013 sukzessive um jährlich fünf Prozentpunkte abgesenkt. Ab 2014 entfällt die Zulage - sollte sie nicht doch nochmals verlängert werden - völlig. Der bisher gezahlte Investitionszuschuss hat die Eigenkapitalbasis der Betriebe direkt erhöht (vgl. Titze 2008). Durch den Wegfall der Zulage sinkt die Eigenkapitalbasis der Betriebe verglichen mit der Situation mit Zahlung der Investitionszulage. Dies stellt gerade für Betriebe mit geringer Eigenkapitalbasis einen Einschnitt dar. Gerade für solche Unternehmen könnte die Bürgschaft in Zukunft folglich an Bedeutung gewinnen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bei den zentralen Förderinstrumenten im Rahmen des Aufbau-Ost mit weiteren Einschnitten zu rechnen ist, und dass insbesondere der bevorstehende komplette Wegfall der Investitionszulage die Bedeutung des Instruments der Bürgschaft und damit auch der BBS weiter erhöhen dürfte. 6 Zusammenfassung Die Arbeit liefert einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten der BBS, ordnet diese Aktivitäten im nationalen Vergleich ein, schätzt ihre Effekte auf die sächsische Wirtschaft ab und skizziert zukünftige Herausforderungen für die BBS. Zunächst erfolgt eine ordnungspolitische Rechtfertigung staatlicher (Rück-) Bürgschaften. Diese basiert auf der Erkenntnis, dass es auf Kreditmärkten zu einem Marktversagen kommt. Um eine Kreditrationierung zu verhindern, fordern Banken Sicherheiten und knüpfen damit die Kreditvergabe an Kriterien, die unabhängig von der Vorteilhaftigkeit der zu finanzierenden Projekte sind. Gerade kleine und junge Unternehmen können die geforderten Sicherheiten aber oft nicht bieten. Dies führt dazu, dass gesellschaftlich erwünschte produktive Aktivitäten 41

46 ohne staatliche Hilfestellung unterlassen würden. Wir kommen zu dem Schluss, dass der Instrumenteneinsatz der staatlichen Bürgschaft "minimal-invasiv" ist und deshalb dem Einsatz anderer diskutierter Instrumente vorzuziehen ist. Wir zeigen auf der Basis früherer Unternehmensbefragungen, dass gerade bei kleinen Unternehmen Betriebsmittel- und Investitionskreditanträge besonders häufig abgelehnt werden, dass dies vielfach auf das Fehlen adäquater Sicherheiten zurückzuführen ist, und dass dies gerade bei diesen Unternehmen mit deutlichen Einschränkungen des ursprünglich geplanten Investitionsprojekts und damit hohen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden ist. Für Sachsen ist dies Problem aus zweierlei Gründen von besonderer Bedeutung: Erstens ist der Anteil der KMU in Sachsen vergleichsweise hoch; zweitens ist das durchschnittliche Nettovermögen der Privathaushalte, das andernfalls als Sicherheit dienen oder zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen genutzt werden könnte, in Sachsen besonders niedrig. Daneben ist die sächsische Wirtschaft wegen der hohen Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes und der Industrie vergleichsweise stark konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt. Gerade während der Finanzkrise konnten durch Bewilligungen viele Unternehmen dieser Sektoren durch die BBS gestützt werden. Seit ihrem Bestehen hat die BBS mehr als Bürgschaften und Garantien übernommen. Diese wurden in erster Linie Handwerks- und Industrieunternehmen zur Verfügung gestellt. In der uns vorliegenden Stichprobe handelt es sich bei ca. einem Drittel der geförderten Unternehmen um Neugründungen. Im nationalen Vergleich gehört die BBS in Bezug auf das Volumen der Bewilligungen zur Spitzengruppe. Dies gilt nur noch mit Abstrichen, wenn die Volumina mit der Anzahl der KMU im entsprechenden Bundesland normiert werden, zudem ist die Aktivität im nationalen Vergleich in den letzten Jahren rückläufig. Auf der Basis von Unternehmensbefragungen wird deutlich, dass Bürgschaften Existenzgründungen unterstützen, Unternehmensübergaben erleichtern, die einzelbetriebliche Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und die Innovationskraft der Unternehmen stärken. Nach unseren Berechnungen haben Bewilligungen der BBS zwischen 2006 und 2010 in Höhe von durchschnittlich etwa e 60 Mio. pro Jahr Investitionen in Höhe von mehr als e 130 Mio. angestoßen, das sächsische Bruttoinlandsprodukt um jährlich kapp e 200 Mio. erhöht und jährlich knapp 800 neue Arbeitsplätze geschaffen. Nach unseren Berechnungen ist die Schaffung eines zusätzlichen Arbeitsplatzes mit vergleichsweise niedrigen Belastungen für den Landeshaushalt von einmalig ca. e 5000 verbunden. Im Rahmen von durch Bewilligungen ermöglichten Existenzgründungen kommen wir auf eine ähnliche Belastung des Landeshaushalts in Höhe von einmalig knapp e 4000 pro Arbeitsplatz. Insgesamt - also unter Berücksichtigung der Auswirkungen dieser Effekte auf die Steuereinnahmen und unter Berücksichtigung der Ausfallraten - kann zumindest auf mittlere Sicht von positiven Effekten 42

47 auf den Landeshaushalt ausgegangen werden. Auch in Zukunft muss das Ziel sein, die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft weiter zu stärken und die im Vergleich zu den alten Bundesländern noch niedrige Zahl an Existenzgründungen zu erhöhen. Wegen des demographischen Wandels wird daneben das Thema der Unternehmensübergabe zunehmend in den Vordergrund rücken. In beiden Punkten leistet die BBS bereits einen signifikanten Beitrag und kann zukünftig noch mehr leisten. Durch den baldigen Wegfall der Investitionszulage und Einschränkungen anderer Förderungen wird die Bedeutung von Bürgschaften und Beteiligungsgarantien künftig zunehmen. 43

48 Literaturverzeichnis Akerlof Georg A. (1971). The Market for Lemons: Quality Uncertainty and the Market Mechanism, Quarterly Journal of Economics (84), Bade, Franz Josef und Alm, Bastian (2010). Endbericht zum Gutachten Evaluierung der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) durch einzelbetriebliche Erfolgskontrolle für den Förderzeitraum und Schaffung eines Systems für ein gleitendes Monitoring.. abrufbar unter: evaluierung-gemeinschaftsaufgabe,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb= true.pdf Baltensperger Ernst (1978). Credit Rationing: Issues and Questions, Journal of Money, Credit and Banking (10), Berlemann Michael, Engelmann Sabine, Leßmann Christian, Schmalholz Heinz, Spelsberg Henner und Hendrik Weber (2007a). Unternehmensnachfolge im sächsischen Mittelstand, ifo Dresden berichtet (14-01), Bester Helmut (1987). The Role of Collateral in Credit Markets with Imperfect Information, European Economic Review (31), Deutsche Bundesbank (2004), Neue Eigenkapitalanforderungen für Kreditinstitute (Basel II), Monatsbericht September 2004, Distelkamp Martin, Hohmann Frank, Lutz Christian, Meyer Bernd und Marc. I. Wolter (2003). Das IAB/INFORGE-Modell. Ein ökonometrischer Ansatz gesamtwirtschaftlicher und länderspezifischer Szenarien, Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 275, Nürnberg. Engel Dirk., G. Metzger, M. Niefert und D. Skambracks (2004). Der Beschäftigungsbeitrag kleiner und mittlerer Unternehmen. RWI Materialien 11, RWI, Essen. Europäische Kommission (2006) (Hrsg.). Die neue KMU-Definition: Benutzerhandbuch und Mustererklärung, abrufbar unter enterprise_policy/sme_definition/index_de.htm. Freixas Xavier und Rochet Jean-Charles(1987). Microeconomics of Banking, Cambridge (MA). Freund Werner (2004): Unternehmensnachfolge in Deutschland - Neubearbeitung der Daten des IfM Bonn, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): Jahrbuch 44

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51 A Anhang 47

52 Tabelle 3: Entwicklung der Anzahl der vergebenen Bürgschaften und Garantien im Ländervergleich. Land BW (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) BY 328 (8) 284 (10) 267 (7) 264 (9) 311 (7) 294 (11) 342 (8) 363 (8) 356 (6) 389 (7) 508 (5) BE 435 (5) 380 (6) 248 (9) 144 (13) 171 (14) 303 (10) 340 (9) 347 (9) 331 (7) 341 (8) 376 (9) BB 245 (12) 200 (14) 214 (13) 194 (12) 208 (11) 363 (6) 346 (7) 390 (6) 364 (5) 336 (9) 421 (7) HB 68 (15) 75 (15) 54 (15) 38 (15) 70 (15) 65 (15) 72 (15) 87 (15) 90 (15) 98 (15) 105 (15) HH 510 (3) 504 (4) 378 (5) 398 (4) 431 (4) 480 (4) 561 (3) 540 (4) 549 (4) 633 (3) 616 (3) HE 311 (11) 274 (11) 243 (11) 210 (10) 241 (10) 209 (14) 201 (13) 241 (13) 186 (13) 274 (13) 302 (12) MV 332 (7) 286 (9) 230 (12) 196 (11) 204 (12) 211 (13) 157 (14) 187 (14) 150 (14) 174 (14) 215 (13) NI 217 (13) 240 (12) 246 (10) 284 (7) 358 (6) 341 (8) 272 (12) 295 (11) 296 (10) 286 (12) 429 (6) NW 747 (2) 681 (2) 471 (3) 328 (6) 306 (8) 372 (5) 599 (2) 696 (2) 570 (3) 554 (4) 535 (4) RP 204 (14) 201 (13) 185 (14) 133 (14) 189 (13) 359 (7) 391 (6) 390 (6) 312 (9) 420 (6) 116 (14) SL 20 (16) 18 (15) 23 (15) 10 (15) 14 (15) 22 (15) 32 (15) 33 (15) 39 (15) 51 (15) 77 (15) SN 439 (4) 508 (3) 474 (2) 454 (2) 469 (3) 535 (2) 457 (5) 409 (5) 323 (8) 515 (5) 379 (8) ST 326 (10) 337 (7) 375 (6) 357 (5) 393 (5) 330 (9) 326 (10) 285 (12) 288 (11) 307 (10) 324 (11) SH 381 (6) 383 (5) 418 (4) 415 (3) 485 (2) 528 (3) 552 (4) 626 (3) 723 (2) 798 (2) 710 (2) TH 327 (9) 289 (8) 255 (8) 282 (8) 255 (9) 278 (12) 274 (11) 326 (10) 251 (12) 303 (11) 336 (10) Quelle: Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Geschäftsbericht Werte in Klammern geben den Rang im Vergleich zu anderen Bundesländern wieder. 48

53 Tabelle 4: Entwicklung des Volumens im Ländervergleich (in e Mio.). Land BW 257 (1) 235 (1) 239 (1) 245 (1) 294 (1) 288 (1) 281 (1) 285 (1) 284 (1) 307 (1) 329 (1) BY 67 (4) 69 (4) 59 (5) 61 (5) 75 (4) 66 (8) 69 (6) 72 (6) 75 (3) 82 (7) 118 (3) BE 66 (5) 67 (5) 39 (10) 21 (14) 27 (14) 56 (11) 48 (11) 53 (11) 44 (12) 54 (12) 50 (12) BB 51 (11) 37 (12) 46 (8) 45 (9) 45 (11) 63 (9) 61 (9) 70 (7) 66 (6) 67 (8) 91 (4) HB 14 (15) 13 (15) 9 (15) 6 (15) 8 (15) 9 (15) 12 (15) 12 (15) 15 (15) 16 (15) 18 (14) HH 69 (3) 77 (3) 58 (6) 54 (7) 58 (8) 67 (5) 75 (5) 75 (5) 72 (5) 89 (4) 84 (5) HE 49 (12) 55 (9) 44 (9) 43 (11) 52 (9) 41 (13) 37 (13) 45 (13) 36 (13) 59 (11) 63 (10) MV 59 (7) 47 (10) 35 (12) 31 (13) 36 (13) 34 (14) 27 (14) 35 (14) 23 (14) 28 (14) 34 (13) NI 31 (14) 36 (13) 34 (14) 45 (8) 60 (6) 53 (12) 45 (12) 49 (12) 51 (9) 46 (13) 75 (7) NW 118 (2) 106 (2) 73 (3) 56 (6) 59 (7) 66 (7) 93 (2) 107 (2) 101 (2) 113 (2) 137 (2) RP 34 (13) 31 (14) 35 (13) 35 (12) 42 (12) 68 (4) 67 (7) 63 (9) 66 (7) 86 (5) 18 (14) SL 2 (16) 2 (16) 4 (16) 1 (16) 2 (16) 5 (16) 6 (16) 5 (16) 8 (16) 10 (16) 12 (16) SN 66 (6) 64 (7) 67 (4) 80 (2) 81 (2) 93 (2) 78 (3) 77 (3) 49 (11) 96 (3) 60 (11) ST 57 (8) 65 (6) 75 (2) 65 (3) 77 (3) 67 (5) 67 (8) 58 (10) 56 (8) 64 (9) 67 (9) SH 54 (9) 61 (8) 57 (7) 62 (4) 65 (5) 74 (3) 77 (4) 77 (3) 75 (4) 83 (6) 68 (8) TH 53 (10) 44 (11) 38 (11) 44 (10) 49 (10) 56 (10) 54 (10) 69 (8) 50 (10) 64 (10) 77 (6) Quelle: Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Geschäftsbericht Werte in Klammern geben den Rang im Vergleich zu anderen Bundesländern wieder. 49

54 Tabelle 5: Normiertes Verbürgungsvolumen der deutschen Bürgschaftsbanken. Land BW 498 (5) 456 (5) 462 (4) 475 (3) 569 (2) 557 (5) 545 (5) 552 (6) 550 (5) 594 (6) 636 (5) BY 98 (14) 102 (15) 87 (16) 90 (14) 110 (14) 97 (15) 102 (16) 107 (15) 111 (16) 121 (16) 175 (14) BE 405 (9) 408 (8) 235 (10) 130 (13) 165 (13) 339 (10) 293 (11) 323 (11) 268 (10) 331 (11) 307 (10) BB 471 (7) 341 (10) 429 (5) 420 (8) 422 (8) 586 (3) 569 (4) 652 (4) 619 (3) 624 (4) 851 (1) BE 476 (6) 448 (6) 315 (9) 196 (9) 291 (9) 315 (11) 403 (8) 410 (9) 511 (6) 553 (7) 613 (6) HH 652 (2) 731 (2) 551 (2) 508 (2) 554 (3) 638 (2) 712 (2) 713 (1) 687 (1) 840 (1) 799 (2) HE 161 (12) 181 (11) 145 (12) 140 (11) 172 (12) 136 (13) 122 (14) 146 (13) 119 (15) 192 (13) 207 (13) MV 813 (1) 644 (3) 486 (3) 422 (7) 500 (4) 472 (8) 370 (9) 483 (7) 320 (9) 389 (10) 475 (8) NI 96 (15) 109 (14) 104 (13) 138 (12) 183 (11) 163 (12) 137 (12) 151 (12) 155 (13) 141 (15) 230 (12) NW 150 (13) 135 (13) 93 (15) 71 (15) 75 (15) 84 (16) 118 (15) 135 (14) 128 (14) 143 (14) 174 (15) RP 180 (11) 165 (12) 184 (11) 185 (10) 221 (10) 361 (9) 358 (10) 335 (10) 351 (8) 458 (9) 93 (16) SL 46 (16) 40 (16) 93 (14) 22 (16) 42 (16) 113 (14) 128 (13) 106 (16) 186 (12) 214 (12) 267 (11) SN 350 (10) 341 (9) 356 (8) 425 (6) 430 (7) 496 (7) 414 (7) 411 (8) 261 (11) 510 (8) 320 (9) ST 645 (3) 735 (1) 845 (1) 735 (1) 863 (1) 756 (1) 751 (1) 653 (3) 633 (2) 723 (2) 753 (4) SH 407 (8) 460 (4) 428 (6) 468 (4) 491 (6) 553 (6) 578 (3) 581 (5) 564 (4) 621 (5) 509 (7) TH 533 (4) 447 (7) 384 (7) 446 (5) 493 (5) 564 (4) 544 (6) 694 (2) 506 (7) 643 (3) 779 (3) Quelle: Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Geschäftsbericht Destatis, Unternehmensregister Zur Normierung wurde das verbürgte Volumen eines Bundeslandes durch die im jeweiligen Land ansäßigen kleinen und mittleren Betriebe geteilt. Beispiel: Baden-Württemberg vergab im Jahre 2000 e 257 Mio. an Bürgschaften und Garantien. Vergleicht man dies mit der Anzahl der KMU in Baden-Württemberg ergibt sich ein durchschnittliches Fördervolumen pro KMU von e

55 Tabelle 6: Neue Unternehmerische Initiative-Index (NUI) sächsischer Kreise und kreisfreier Städte. Kreis S. Schw.-Osterzg. 144 (7) 138 (6) 129 (7) 122 (7) 137 (8) 171 (8) 159 (6) 150 (8) 128 (10) 140 (6) 134 (7) Meißen 136 (8) 131 (8) 126 (9) 116 (8) 142 (7) 173 (7) 150 (8) 147 (10) 143 (5) 139 (8) 131 (9) Vogtlandkreis 165 (4) 137 (7) 135 (5) 132 (6) 133 (10) 178 (6) 165 (5) 152 (6) 136 (8) 131 (10) 125 (10) Bautzen 130 (10) 115 (11) 109 (12) 107 (11) 133 (11) 153 (11) 138 (13) 134 (12) 115 (13) 114 (13) 109 (13) Görlitz 133 (9) 108 (13) 106 (13) 97 (13) 112 (13) 137 (12) 149 (9) 160 (3) 156 (4) 161 (3) 161 (4) Erzgebirgskreis 126 (12) 111 (12) 112 (10) 107 (10) 137 (9) 163 (10) 148 (11) 138 (11) 117 (11) 119 (12) 118 (12) Mittelsachsen 127 (11) 115 (10) 110 (11) 103 (12) 121 (12) 134 (13) 145 (12) 126 (13) 116 (12) 123 (11) 118 (11) Zwickau 147 (6) 142 (5) 134 (6) 136 (5) 149 (5) 183 (5) 149 (10) 149 (9) 137 (7) 137 (9) 131 (8) Chemniz 189 (2) 151 (4) 148 (4) 137 (4) 167 (4) 185 (4) 185 (3) 155 (4) 164 (3) 159 (4) 165 (3) Dresden 183 (3) 157 (2) 152 (2) 142 (2) 171 (3) 205 (2) 186 (2) 194 (2) 166 (2) 176 (2) 193 (1) Leipzig 201 (1) 172 (1) 166 (1) 166 (1) 194 (1) 226 (1) 199 (1) 217 (1) 191 (1) 196 (1) 184 (2) Lk. Leipzig 124 (13) 129 (9) 128 (8) 111 (9) 145 (6) 169 (9) 158 (7) 151 (7) 141 (6) 139 (7) 135 (6) Nordsachsen 165 (5) 153 (3) 149 (3) 141 (3) 172 (2) 201 (3) 182 (4) 153 (5) 133 (9) 141 (5) 136 (5) Quelle: IfM Bonn, NUI Indikator Der NUI-Indikator misst die Anzahl an Gewerbeanmeldungen innerhalb eines Jahres je erwerbsfähige Personen und gibt so die Gründungsintensität der jeweiligen Region wieder. Werte in Klammern geben den Rang im Vergleich Kreisen und kreisfreien Städten Sachsens wieder. Da für die durch die sächsische Kreisreform entstandenen neuen Kreise keine Werte für vorherige Jahre vorliegen, wurde für diese jahre ein arithmetisches Mittel über die alten Landkreise gebildet und im Jahr 2006 mit den verfügbaren Daten verkettet. 51

56 Tabelle 7: Neue Unternehmerische Initiative-Index (NUI) deutscher Bundesländer. Land BW 141 (8) 138 (7) 133 (7) 133 (7) 147 (7) 170 (11) 163 (8) 160 (8) 156 (8) 155 (7) 160 (8) BY 158 (4) 153 (4) 149 (4) 148 (4) 164 (4) 195 (4) 184 (4) 177 (5) 172 (5) 171 (5) 180 (5) BE 151 (5) 146 (6) 135 (6) 145 (5) 161 (5) 204 (2) 191 (2) 199 (1) 193 (1) 179 (3) 196 (1) BB 137 (10) 126 (13) 120 (12) 113 (14) 136 (13) 174 (9) 150 (11) 147 (12) 138 (12) 138 (12) 140 (13) HB 125 (14) 128 (11) 117 (15) 114 (13) 137 (12) 164 (13) 145 (13) 156 (9) 149 (10) 151 (9) 164 (7) HH 167 (1) 163 (1) 154 (2) 168 (1) 174 (2) 190 (5) 191 (2) 191 (2) 190 (3) 195 (1) 191 (3) HE 163 (2) 158 (2) 156 (1) 150 (3) 166 (3) 197 (3) 193 (1) 189 (3) 191 (2) 187 (2) 194 (2) MV 132 (12) 122 (14) 117 (14) 116 (12) 138 (11) 175 (7) 149 (12) 136 (14) 130 (14) 128 (14) 126 (15) NI 130 (13) 127 (12) 123 (11) 123 (9) 144 (9) 170 (10) 155 (10) 155 (11) 150 (9) 143 (11) 151 (10) NW 136 (11) 134 (8) 128 (8) 129 (8) 147 (7) 174 (8) 164 (7) 163 (7) 157 (7) 152 (8) 159 (9) RP 148 (6) 147 (5) 145 (5) 143 (6) 153 (6) 184 (6) 172 (6) 177 (5) 164 (6) 161 (6) 167 (6) SL 119 (16) 116 (15) 120 (13) 112 (15) 127 (15) 150 (16) 139 (15) 136 (15) 131 (13) 138 (13) 143 (11) SN 144 (7) 129 (10) 124 (10) 118 (11) 140 (10) 166 (12) 157 (9) 156 (9) 142 (11) 144 (10) 142 (12) ST 122 (15) 113 (16) 109 (16) 101 (16) 116 (16) 153 (15) 130 (16) 124 (16) 113 (16) 105 (16) 111 (16) SH 159 (3) 155 (3) 151 (3) 154 (2) 177 (1) 205 (1) 183 (5) 187 (4) 176 (4) 179 (4) 186 (4) TH 137 (9) 131 (9) 125 (9) 118 (10) 134 (14) 162 (14) 145 (14) 137 (13) 121 (15) 122 (15) 126 (14) Quelle: IfM Bonn, NUI Indikator Der NUI-Indikator misst die Anzahl an Gewerbeanmeldungen innerhalb eines Jahres je erwerbsfähige Personen und gibt so die Gründungsintensität der jeweiligen Region wieder. Werte in Klammern geben den Rang des jeweiligen Bundeslandes im Vergleich mit anderen Bundesländern an. 52

57 Tabelle 8: Unternehmensliquidationsquoten deutscher Bundesländer Land BW 123 (14) 118 (14) 123 (14) 133 (14) 129 (14) 131 (14) 129 (13) 120 (13) 113 (15) 108 (16) 112 (14) BY 113 (16) 108 (16) 108 (16) 119 (16) 118 (15) 124 (15) 120 (15) 118 (14) 112 (16) 110 (15) 108 (16) BE 178 (3) 157 (5) 172 (2) 204 (1) 195 (1) 200 (1) 186 (1) 175 (1) 162 (1) 168 (1) 157 (1) BB 160 (5) 153 (6) 141 (8) 152 (11) 154 (7) 155 (8) 149 (5) 146 (6) 135 (7) 120 (10) 116 (13) HB 145 (8) 139 (9) 139 (9) 171 (4) 186 (3) 179 (4) 172 (2) 156 (2) 141 (5) 148 (3) 142 (3) HH 116 (15) 109 (15) 116 (15) 125 (15) 112 (16) 119 (16) 111 (16) 109 (16) 119 (13) 120 (11) 140 (4) HE 153 (7) 149 (7) 145 (6) 161 (7) 150 (9) 151 (10) 146 (7) 147 (5) 148 (4) 153 (2) 152 (2) MV 182 (2) 177 (2) 181 (1) 200 (2) 194 (2) 180 (3) 162 (4) 154 (3) 155 (2) 139 (4) 131 (6) NI 135 (10) 135 (10) 133 (12) 155 (10) 152 (8) 141 (11) 134 (12) 128 (10) 128 (11) 124 (9) 121 (10) NW 131 (11) 130 (12) 133 (11) 164 (6) 156 (6) 155 (7) 149 (5) 140 (7) 138 (6) 134 (6) 134 (5) RP 129 (13) 128 (13) 130 (13) 147 (12) 144 (12) 138 (13) 137 (10) 129 (9) 131 (10) 125 (8) 123 (9) SL 130 (12) 132 (11) 135 (10) 157 (9) 150 (10) 156 (6) 137 (11) 126 (12) 128 (12) 114 (13) 120 (11) SN 160 (4) 159 (4) 156 (4) 161 (8) 144 (11) 152 (9) 142 (9) 132 (8) 132 (8) 119 (12) 118 (12) ST 189 (1) 189 (1) 170 (3) 173 (3) 183 (4) 188 (2) 166 (3) 152 (4) 149 (3) 139 (5) 125 (8) SH 142 (9) 142 (8) 141 (7) 168 (5) 163 (5) 158 (5) 143 (8) 128 (11) 131 (9) 130 (7) 127 (7) TH 160 (5) 163 (3) 151 (5) 139 (13) 144 (12) 140 (12) 126 (14) 118 (15) 117 (14) 110 (14) 109 (15) Quelle: IfM Bonn. Die Werte geben Unternehmensliquidationen je Unternehmen an. Werte in Klammern geben den Rang des jeweiligen Bundeslandes im Vergleich mit anderen Bundesländern an. 53

58 Tabelle 9: Unternehmensinsolvenzquoten deutscher Bundesländer Land BW 5,7 (16) 6,6 (16) 8,2 (16) 8 (16) 7,7 (16) 6,9 (16) 5,7 (16) 5,0 (16) 5,0 (16) 6,6 (16) 5,8 (16) BY 6,1 (15) 7,7 (15) 9,1 (14) 9,4 (15) 8,7 (15) 7,9 (15) 7,8 (15) 6,8 (14) 5,9 15) 6,9 (15) 6,8 (15) BE 19,2 (4) 19 (5) 18,9 (5) 19,4 (3) 16,7 (5) 14,4 (6) 11,1 (8) 11,1 (5) 10,3 (4) 11,4 (5) 12 (3) BB 19,5 (3) 19,6 (4) 20,6 (3) 15,4 (6) 16 (6) 15,1 (5) 11,0 (9) 9,2 (9) 8,0 (11) 8,6 (12) 7,8 (13) HB 8,2 (10) 8,5 (12) 14,4 (8) 13,7 (9) 14,8 (8) 13,8 (7) 10,2 (11) 9,7 (7) 8,3 (9) 11,3 (6) 11,0 (7) HH 6,8 (14) 9,4 (10) 10,4 (11) 13 (10) 11,4 (12) 10,1 (13) 8,7 (13) 6,9 (13) 7,3 (12) 9,6 (9) 9,9 (8) HE 8,0 (11) 8,7 (11) 9,6 (13) 10,1 (14) 10,1 (14) 9,2 (14) 8,0 (14) 7,0 (12) 6,5 (14) 7,9 (14) 7,2 (14) MV 19,8 (2) 25,8 (1) 22,8 (2) 22,1 (2) 20,5 (2) 18,3 (2) 12,7 (4) 9,1 (10) 9,3 (7) 9 (10) 8,6 (11) NI 9,4 (7) 11,5 (7) 10,7 (10) 12,5 (11) 12,5 (10) 12,6 (10) 11,2 (7) 9,3 (8) 8,6 (8) 9,9 (8) 9,6 (9) NW 8,9 (9) 10,5 (9) 15,0 (7) 18,4 (4) 19,1 (3) 16,7 (4) 16,9 (1) 14,1 (1) 15,6 (1) 16,7 (1) 18,0 (1) RP 7,3 (13) 8,5 (12) 9,9 (12) 10,4 (13) 10,3 (13) 10,8 (12) 10,2 (11) 8,9 (11) 8,1 (10) 8,9 (11) 8,9 (10) SL 7,4 (12) 8,5 (12) 8,8 (15) 12,1 (12) 11,9 (11) 11,7 (11) 11,3 (6) 11,2 (4) 9,7 (6) 12,5 (4) 11,1 (6) SN 18,7 (5) 19,9 (3) 20,3 (4) 18 (5) 17,2 (4) 17,6 (3) 15,4 (3) 12,4 (3) 12,5 (2) 13,3 (3) 12,0 (3) ST 24,6 (1) 25,2 (2) 30,7 (1) 27,6 (1) 25,7 (1) 21,3 (1) 16,7 (2) 12,5 (2) 11,4 (3) 15,1 (2) 12,4 (2) SH 9,3 (8) 10,7 (8) 13,8 (9) 14,2 (8) 15,3 (7) 13,4 (9) 12,6 (5) 10,2 (6) 10,2 (5) 11,2 (7) 11,6 (5) TH 18,4 (6) 18,1 (6) 18,9 (5) 14,4 (7) 13,6 (9) 13,8 (7) 10,3 (10) 6,8 (14) 7,1 (13) 8,3 (13) 8,4 (12) Quelle: IfM Bonn. Insolvenzstatistik. Die Werte geben die Insolvenzen je Unternehmen an. Werte in Klammern geben den Rang des jeweiligen Bundeslandes im Vergleich mit anderen Bundesländern an. 54

59 Abbildung 25: Charakteristika der Kreditnehmer der BBS Sachsen Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Berechnung und Illustration. Untersucht wurden positiv beschiedene Kreditanträge zwischen 2001 und

60 Abbildung 26: Vergebene Bürgschaften, Garantien und bereitgestellte Finanzmittel von 1991 bis 2010 Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen, eigene Illustration. Abbildung 27: Durchschnittliches Nettogesamtvermögen der befragten Haushalte Quelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008, Fachserie 15, Heft 2, eigene Illustration. 56

61 Abbildung 28: Industriekarte Sachsen Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen. 57

62 Abbildung 29: Regionale Verteilung der GRW-Förderung Quelle: Bade und Alm (2010). 58

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