unternehmerin Grenzenlos erfolgreich. Migrantinnen und ihre Erfolgsprinzipien. FRAUEN ERFOLGE MÄRKTE

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1 P.B.B. VERLAGSPOSTAMT 1040 WIEN GZ02Z M 03/08 unternehmerin FRAUEN ERFOLGE MÄRKTE Grenzenlos erfolgreich. Migrantinnen und ihre Erfolgsprinzipien. IM PORTRAIT: Marie-Luise Dietrich Gesellschafterin der H. Pfanner Getränke GesmbH Positionen: Erfolg in schwierigen Zeiten. Leben: Guter Schlag die Geschäfte auf dem Green. Service: Wie sie Business und Erholung kombinieren können.

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3 Editorial Mag. Elisabeth Zehetner Bundesgeschäftsführerin Frau in der Wirtschaft Liebe Leserin! Herzlich willkommen in der Sommer-Ausgabe der unternehmerin! Erfolgreich sein erfolgreich bleiben: Das sind die großen Herausforderungen für Unternehmerinnen für die nächste Zeit. Denn trotz heller Sommerzeit sollte man die sich verdüsternden Konjunkturprognosen nicht außer Acht lassen. Die Zeiten der Hochkonjunktur sind vorbei. Das heißt aber nicht, dass die eigenen Business-Chancen damit automatisch schwinden. Welche Konjunktur verlängernden Maßnahmen man als Unternehmerin setzen kann und setzen sollte, wird in dieser Ausgabe der unternehmerin ebenso behandelt, wie die kluge Verbindung von Urlaub mit Business-Kontakten im Ausland. Unternehmerinnen sind ja im Hinblick auf das Thema Vereinbarkeit besonders gefordert und versiert diesmal liefern wir praktische Tipps, wie man Urlaub und Geschäft besser vereinbaren kann. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre, einen schönen Sommer und gute Geschäfte! Elisabeth Zehetner, Chefredakteurin unternehmerin Impressum: Herausgeberin: Frau in der Wirtschaft, Wirtschaftskammer Österreich, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien, Tel.: +43 (0) , Verleger: GPK Event- und Kommunikationsmanagement GmbH, Mittersteig 10, 1050 Wien, Tel.: , Verlagsort: Wien. Produktion: Susanne Ender, GPK, Mittersteig 10, 1050 Wien, Tel.: , Art Director: Roland Futterknecht. Druck: Leykam Druck GmbH & Ko KG, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl. Herstellungsort: 7201 Neudörfl. unternehmerin, das Magazin für die Frau in der Wirtschaft, erscheint 4x jährlich. Vertrieb & Anzeigenverkauf: GPK, Mittersteig 10, 1050 Wien, Tel.: , Chefredaktion: Mag. Elisabeth Zehetner, Mag. Veronika Weinbergmair. Redaktionskonsulent: Mag. Andreas Kratschmar. Redaktion: Nicole Adler (Mode, Lifestyle), Mag. Daniela Davidovits-Nagy (Karriere), Marie-Theres Euler-Rolle (Gesellschaftspolitik, Frauen, Gesundheit), Mag. Tatjana A. Schröder-Halek (Karriere, Zukunft), Mag. Anja Hasenlechner (Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft), Gerti Kuhn (Frauen, 50plus, Tourismus, Gesundheit), Mag. Doris Palz (Familie, Soziales, Work Life Balance), KR Daniela Schwarz (Frauen, Selbstständigkeit), Mag. Harriett Keber (Lifestyle, Mode, Frauen), Helga Eichler, Ursula Horvath (Karriere, Selbstständigkeit, Wohnen). Lektorat: Mag. Bernhard Frank. Foto-Redaktion: Jürg Christandl. Fotos: FIW. Nachbestellungen bei Frau in der Wirtschaft, möglich. Druckauflage: Stück. Mit freundlicher Unterstützung: Forum Frauen in der Wirtschaft sagen ihre Meinung Senden Sie Ihre Leserbriefe an Betreff: Mehr Frau am Bau Das NÖ Baugewerbe kann sich über mehr Frau am Bau freuen. Knapp mehr als 20 % der erst kürzlich beurkundeten Neu-BaumeisterInnen sind Frauen. Aber nicht nur das: Auch der Nachwuchs ist gesichert. So tüfteln in den bautechnischen HTLs des Landes an den bis Sommer einzureichenden Projekten für den NÖ Bautechnikpreis mehr Damenteams denn je. Mädchen haben die Angst vor dem Männerberuf Baumeister zunehmend verloren. Danke, dass sich die unternehmerin durch die Berichterstattung über Frauen am Bau für diese Zielgruppe stark macht! BMST Mag. Arch. Sissy Schubrig Betreff: unternehmerin Ich möchte mir heute einfach einmal die Zeit nehmen, und Ihnen und Ihrem Team der unternehmerin ein Lob aussprechen. Ich finde jede Ausgabe sehr gelungen und freue mich schon immer, wenn die neue Ausgabe ins Haus flattert. Die Themen sind immer sehr auf den Punkt getroffen ausgesucht, genau die Themen die Frauen, Mütter und Unternehmerinnen interessieren finde ich! Vielen Dank und ganz liebe Grüße aus Tirol! Sabine Rueland Betreff: Kinderbetreuung Ich bin Mutter von drei Kindern und Unternehmerin, und stehe vor der Situation, dass es für meine demnächst schulpflichtigen Kinder offenbar überhaupt keine geförderte Betreuungsmöglichkeit gibt. Wir sind in der Situation, dass von Seiten der Wohnsitzgemeinde (offenbar aufgrund mangelnder Nachfrage) keine Betreuung angeboten werden kann. Ebenso ist es von Seiten der Behörde (Land Tirol) nicht erlaubt, die Kinder am Arbeitsort einzuschulen, da in der Volksschule der Wohnsitzgemeinde sonst die Klassenanzahl reduziert werden müsste. Somit bleiben für uns nur folgende Möglichkeiten übrig, die nicht wirklich annehmbar sind: a) Umzug in eine andere Gemeinde bzw. Scheinmeldung in einer anderen Gemeinde b) Organisation einer privaten Kinderbetreuung; dies würde jedoch, aufgrund der mangelnden steuerlichen Absetzbarkeit bedeuten, dass ich von meinem Nettogehalt ein Bruttogehalt für eine Kinderbetreuerin bezahlen muss. Es ist mir ein Anliegen, meine Situation öffentlich zu machen, da es sicherlich mehrere Mütter gibt, denen es ähnlich ergeht. Dies ist auch ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass gerade die Wirtschaftskammer bzw. Frau in der Wirtschaft weiter für die steuerliche Absetzbarkeit kämpft. Mit freundlichen Grüßen Mag. Martina Hrnecek unternehmerin 3

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5 Inhalt POSITIONEN LEBEN Grenzenlos erfolgreich 6 Migrantinnen und ihre Erfolgsprinzipien Success Stories 12 Erfolge für Frauen in der Wirtschaft 3-Fragen an 13 Dr. Ursula Plassnik, Außenministerin Meinungsmacherin 14 Silvia Schöpf, Barbara Kolm-Lamprechter, Evelyn Geiger, Heidrun Silhavy Konjunkturprognosen Erfolg in schwierigen Zeiten 9 Success-Tipps 16 Kochen macht erfolgreich Überall gesund Hochzeitwebsites Ernährungsschule Erfolgs-Frage 18 Wieviel Platz braucht erfolgreiches Business wirklich? Guter Schlag 20 Was Sie mit Golf für Ihren Beruf lernen können. Familie macht erfolgreich Marie-Luise Dietrich, Gesellschafterin der Pfanner Getränke GesmbH 22 SERVICE NETZWERK Business und Erholung Wie man Urlaub und Job kombinieren kann 30 Internationaler Frauentag Zahlreiche Veranstaltungen in Niederösterreich 46 Alle unter einem Dach 24 Bürogemeinschaften sind budgetschonend Business-Service 28 Tipps für Ihren Erfolg Know-how! 32 Sie fragen unsere ExpertInnen antworten Fit für den Wellness-Boom 34 Aktuelle WIFI-Kurse für Unternehmerinnen im Überblick get connected! 38 Erfolgreich Netzwerken: grenzübergreifende Markterkundung Ladies Lunch mit BM Andrea Kdolsky Veranstaltungsüberblick 40 Termine von und für die Frau in der Wirtschaft Frau im Bild 43 Im Europa Cafè mit Außenministerin Dr. Ursula Plassnik Unternehmerinnen im Bild: neue Offensivkampagne der WK Kärnten BM Andrea Kdolsky unterstützt Unternehmerinnen unternehmerin 5

6 Grenzenlos erfolgreich Man merkt es vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick, aber Österreichs Unternehmerinnen sind internationaler als man denkt. Denn auch viele Migrantinnen haben sich für die Selbstständigkeit entschieden. Der neue Migrantinnen-Award bittet erfolgreiche Frauen vor den Vorhang. TEXT: URSULA HORVATH FOTO: ISTOCKPHOTO Der Award zeigt wie international die UnternehmerInnen- Landschaft in Österreich ist. Hedwig Schnabel, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Wien In Österreich leben rund Frauen mit Migrationshintergrund. Das sind einerseits Frauen, die mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft in Österreich leben (und zum Teil schon hier geboren sind) und andererseits Frauen mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die im Ausland geboren worden sind. Die stärksten Herkunftsländer sind Serbien, Montenegro, Deutschland, die Türkei, Bosnien und Herzegowina. Frauen mit Migrationshintergrund haben es oft doppelt schwer: Einerseits sind sie mit geschlechtstypischen Diskriminierungen konfrontiert, andererseits haben sie migrationsbedingte Hindernisse zu überwinden. Diese Hindernisse liegen nicht zuletzt in den kulturellen Unterschieden, aber auch oft in den Diskriminierungen, die einer als fremd betrachteten Gruppe entgegengebracht werden. Der Migrantinnen-Bericht 2007 zeigt diese oft doppelte Benachteiligung auf. Einen Beruf ausüben zu können, ist eines der wesentlichsten Kriterien für einen erfolgreichen Integrationsprozess. Außerdem ist der Dialog zwischen Zuwanderern und einheimischer Bevölkerung wichtig für eine gelebte Integration. Das Mentorenprogramm der Wirtschaftskammer Österreich, des Österreichischen Integrationsfonds und des Arbeitsmarktservice kombiniert diese beiden Aspekte und soll Personen mit Migrationshintergrund beim Einstieg in das Berufsleben und dem Aufbau einer Karriere unterstützen. Es ist wichtig, vor allem Frauen mit Migrationshintergrund Mut zu machen, ein auch dem in Österreich gelebten modernen Frauenbild entsprechendes selbst bestimmtes Leben zu führen und ihren eigenen Weg zu gehen. Viele Migrantinnen haben genau das getan. Sie sind ihren eigenen Weg gegangen und haben sich selbstständig gemacht mit großem Erfolg. Staatssekretärin Christine Marek (Foto beigestellt) Als selbstständige Floristin habe ich mit den Händen gearbeitet. Da musste ich die Sprache nicht sofort perfekt beherrschen wie in einem Büro. Monique Weinmann, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft NÖ Die MiA ist da Diese Leistungen sollen nun jedes Jahr mit dem Migrantinnen-Award gewürdigt werden. Im März wurde zum ersten Mal die MiA eine Auszeichnung für besondere Leistungen von Frauen mit internationalem Hintergrund in und für Österreich verliehen. Für die Initiatorin des Preises, Staatssekretärin Christine Marek, soll diese Auszeichnung vor allem zwei Ziele verfolgen: Zum einen geht es darum, positive Beispiele von Frauen mit Migrationshintergrund, die in Österreich eine neue Heimat geunternehmerin 6

7 POSITIONEN funden haben, zu präsentieren und damit die öffentliche Wahrnehmung zum Positiven zu verändern. Zum anderen können gerade diese hervorragenden Frauen anderen Frauen Mut machen, Schritte zur eigenen Entfaltung zu setzen. Die Auszeichnung wird ab heuer jedes Jahr im Vorfeld des internationalen Frauentages von einer Fachjury verliehen und in den Kategorien Wissenschaft und Forschung, Humanitäres und gesellschaftliches Engagement, Wirtschaft, Kunst und Kultur und Sport im Rahmen einer feierlichen Gala vergeben. Die Nominierten in der Kategorie Wirtschaft stammen aus Australien, den USA und Südkorea. Für mich persönlich ist dieser Preis eine Anerkennung für meine erfolgreiche Integration nicht nur in einen anderen Kulturkreis sondern auch in eine andere Arbeitswelt, freut sich die Gewinnerin, Gabrielle Costigan (OMV): Dieser Preis gebührt daher nicht nur mir. Ich widme ihn auch den zahlreichen anderen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Frauen mit Migrationsintergrund in Österreich. Die Australierin hält den Preis für eine symbolische Anerkennung von Frauen, die in Österreich eine neue Heimat gefunden haben und mit ihrer Arbeit und ihrem Wirken zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Bereicherung der österreichischen Gesellschaft beitragen. Ich fühle mich nach so langer Zeit in Österreich nicht mehr als Migrantin Sohyi Kim (Kim kocht) Nominiert waren außerdem Sohyi Kim (Kim kocht) und Lydia Goutas (Lehner Executive Partners). Ich fühle mich nach so langer Zeit in Österreich nicht mehr als Migrantin. Für mich ist es so, als wäre ich schon immer da gewesen. Ich bin in Österreich sehr verwurzelt und träume auch auf Österreichisch. Trotzdem hat mich die Nominierung sehr gefreut, weil sie eine Anerkennung darstellt, erklärt Kim. Wenn ein Award bewirkt, dass die Öffentlichkeit auf die Wichtigkeit eines Themas aufmerksam wird, oder sogar Identifikation schafft, kann er viel bewegen. Auch Lydia Goutas freut sich über die Nominierung: Diese Nominierung bedeutet sehr viel. Denn es war das erste Mal, dass Migrantinnen gelobt wurden und die Schwierigkeiten, erfolgreich zu sein sowie der Erfolg selbst ernst genommen wurden. Es war auch das erste Mal, dass Migrantinnen nicht als Last, sondern als Bereicherung für ihre Gastländer bezeichnet wurden. Die Nominierung bedeutet sehr viel. Zum ersten Mal, wurden Migrantinnen nicht als Last, sondern als Bereicherung für ihre Gastländer bezeichnet. FiW übernimmt Patenschaft Frau in der Wirtschaft fungierte als Pate in der Kategorie Wirtschaft. Die Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft Wien, Hedwig Schnabel, hat den Preis übergeben: Der Award zeigt wie international die UnternehmerInnen-Landschaft in Österreich ist. Beim Thema Migration schauen leider viele Menschen auf die Probleme und nicht auf die vielen Erfolgsgeschichten. Schnabel selbst ist das beste Beispiel für eine solche Erfolgsgeschichte. Die gebürtige Holländerin kam erst mit zehn Jahren nach Wien. Mit ihrem Unternehmen Konso International machte sich die Markt- und Meinungsforscherin erfolgreich selbstständig. Sie weiß, dass ein internationaler Background viele Vorteile haben kann: Man muss die Ressourcen, die im Anderssein liegen, nützen. Das hat auch ihre Kollegin, die Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Niederösterreich, Monique Weinmann, geschafft. Die Liebe führte die Holländerin mit 26 Jahren nach Österreich. Nachdem sie einige Jahre in einem Blumengeschäft angestellt war, machte sie sich als Floristin selbstständig, heute besitzt sie zwei Geschäfte. Die handwerkliche Tätigkeit hatte einen großen Vorteil: Ich habe mit den Händen gearbeitet. Da musste ich die Sprache nicht sofort perfekt beherrschen wie in einem Büro. Mit Vorurteilen hatten sie dennoch zu kämpfen: Viele haben nicht verstanden, warum mein Mann als Akademiker eine Floristin geheiratet hat. Dazu muss man aber sagen, dass der Beruf damals in Holland einen viel höheren Stellenwert hatte, als in Österreich. Das hat sich mittlerweile aber auch geändert. Lydia Goutas (Lehner Executive Partners) Für mich ist dieser Preis eine Anerkennung für meine erfolgreiche Integration in einen anderen Kulturkreis und auch in eine andere Arbeitswelt. Gabrielle Costigan (OMV) unternehmerin 7

8 Migrantinnen über ihre Erfolgsprinzipien Ein Kurzinterview mit vier Unternehmerinnen zum Thema Kooperation. Lydia Goutas (Foto beigestellt) Lydia Goutas Lehner Executive Partners Managing Partner Lydia Goutas leitet als Managing Partner ein internationales Team bei der Personalberatung Lehner Executive Partners. Sie wurde in New York geboren, studierte Biologie und Molekularbiologie kam sie nach Wien und hatte hier an der Webster University verschiedene Funktionen inne begann sie bei der Plaut Personalberatung, die nach einem Eigentümerwechsel jetzt Lehner Executive Partners heißt. Goutas ist im Kuratorium der Austro-American Society und in der Österreichisch Griechischen Liga. Seit Jänner 2008 ist sie Präsidentin der American Women Association, einer Non-Profit Organisation mit über 300 Mitgliedern aus 27 Nationen. Mit welchen besonderen Herausforderungen hatten Sie zu kämpfen? Man braucht Selbstbewusstsein, muss sofort die Sprache lernen und sich kulturelles Verständnis aneignen. Und man muss auch sehr schnell in ein Netzwerk hineinkommen. Ich bin zu einer Zeit gekommen, in der kaum eine Frau im Management war. Das war ein generelles Problem, das in den USA nicht so ausgeprägt war wie in Österreich. Welche Vorteile hat es im Berufsleben, einen internationalen Background zu haben? Man hat mehr kulturelles Verständnis für andere, Neutralität, eine andere Offenheit und Denkweise. Gabrielle Costigan (Foto: A. Tischler) Gabrielle Costigan Head of Global Program Management, OMV Gabrielle Costigan arbeitete nach ihrem Studium des Bauingenieurwesens acht Jahre für eine große internationale Unternehmensberatung. Im Jahr 2001 führte sie der Beruf aus ihrer Heimatstadt Sydney (Australien) nach Wien. Sie wollte internationale Arbeitserfahrungen sammeln und andere Aufgabenbereiche aber auch andere Kulturen kennen lernen. Schon in Australien hat sie neben Englisch und Aramäisch, auf Drängen ihrer Eltern, als dritte Sprache Deutsch erlernt. Im Jahr 2006 wechselte sie als Head of Global Program Managment in die OMV. Mit welchen Herausforderungen ist man als Migrantin in Österreich konfrontiert? Die größte Barriere war am Anfang sicherlich die richtige Verwendung der Sprache. Ich glaube, dass es ohne Sprachkenntnisse schwierig ist, sich in der Fremde wohl und zuhause zu fühlen. Meine größte Herausforderung ist nach wie vor obwohl ich einigermaßen gut Deutsch spreche in der täglichen Konversation die subtilen Botschaften zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren. Vor allem Witze verstehe ich leider nur selten. Was können andere Frauen von erfolgreichen Frauen mit Migrationshintergrund lernen? Dass man mit Willen und Hartnäckigkeit sehr viel erreichen kann. Dass Erfolg in einem anderen Land und Kulturkreis die Bereitschaft, sich in diesen Kulturkreise zu integrieren inklusive Aneignung der Sprache voraussetzt. Sohyi Kim (Foto: Thomas Apolt) Sohyi Kim Besitzerin des Restaurants Kim kocht Sohyi Kim kam vor 23 Jahren aus Pusan in Südkorea, nach Wien, um die große Welt zu sehen. Sie hat die Modeschule Herbststraße besucht und sich danach als Designerin selbstständig gemacht. Nach acht Jahren hatte sie genug von der Mode-Szene und ist eher aus Spaß in die Gastronomie gerutscht. Heute ist sie Besitzerin des Restaurants Kim kocht. Sie ist im Gastronomie-Consulting tätig und schreibt Kochbücher. Welche Vorteile hat es im Berufsleben, einen internationalen Background zu haben? Man kommt eigentlich aus zwei Welten und sollte versuchen, das Beste aus beiden herauszuholen. Ich selber habe das in meinen ersten zehn Jahren in Österreich verabsäumt. Das ist jetzt anders ich profitiere von beiden Welten. Aber viele Menschen bleiben in der alten Welt und sind auch nach zehn Jahren in der neuen Welt noch unglücklich. Was können sich selbstständige Frauen von erfolgreichen Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund abschauen? Sich nicht unterkriegen zu lassen und seine Ziele und Visionen zu verfolgen. Die Kraft eines Stehaufmännchens zu haben. unternehmerin 8

9 Erfolg in schwierigen Zeiten Die Konjunkturprognosen der Wirtschaftsforscher weisen weiter nach unten. Rezessionsangst trifft auch den Wirtschaftsstandort Österreich. Die unternehmerin hat in einer Online-Umfrage erhoben, wie Österreichs Unternehmerinnen die künftige Lage einschätzen und zeigt, wie Sie sich gegen den Abschwung wappnen. TEXT: URSULA HORVATH FOTO: ISTOCKPHOTO Die Mehrheit der heimischen Unternehmerinnen hält den Höhepunkt der Konjunktur für überschritten. Gleichzeitig blicken aber die meisten optimistisch in die Zukunft, so das Ergebnis einer Online-Umfrage von Frau in der Wirtschaft. Über 45 Prozent der heimischen Unternehmerinnen schätzen die künftige wirtschaftliche Entwicklung eher gut ein, rund 40 Prozent gehen von einer eher schlechten Entwicklung aus. Die Mehrheit rechnet nicht mit einer baldigen Wirtschaftskrise, knapp 40 Prozent sehen diese Gefahr jedoch sehr wohl. Über 50 Prozent gehen davon aus, dass die Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen steigen wird, jede dritte Unternehmerin befürchtet einen Rückgang. Geschäft ankurbeln Auf die Frage Könnten Sie etwas dafür tun, um zu mehr Geschäft zu kommen? antworten über 60 Prozent mit Ja. Um das Geschäft anzukurbeln wollen die meisten in Kundenbindung investieren. Auch für mehr Werbung, neue Produkte und besseres Marketing wollen Österreichs Unternehmerinnen Geld in die Hand nehmen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, wollen die Befragten rationalisieren und einsparen. Einige möchten ihrem Geschäft mit einer Expansion ins Ausland neuen Schwung geben. Erfolgreich bleiben Die heimischen Unternehmerinnen sehen die Zukunft durchaus kritisch, bleiben aber gleichzeitig optimistisch. Sie wissen, dass es jetzt darum geht, durch die richtigen Maßnahmen die Wettbewerbssituation des eigenen Unternehmens zu sichern. Mit ihrem Vorsatz, in die Kundenbindung zu investieren, sind die österreichischen Unternehmerinnen auf dem richtigen Weg. Denn Neukunden zu gewinnen kostet viel mehr Geld als bestehende Kunden zu halten. Oberstes Ziel muss es daher sein, die Kundenbindung zu verbessern und Kunden zum Wiederkauf zu bewegen. Kunden haben Erwartungen in Bezug auf das Produkt, die Dienstleistung oder das Service. Kundenbegeisterung und damit eine echte Kundenbindung kann man nur erreichen, wenn die Erwartungen der Kunden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen werden. Ein Beispiel: Herr B. hat beim Kauf einer Kaffeemaschine verschiedene Kaffeesorten zum Probieren bekommen. Die Registrierung beim Club des Herstellers hat die nette Verkäuferin für ihn übernommen. Zwei Tage später bekommt er einen Anruf und das Angebot, ihn regelmäßig mit seinen Lieblingssorten zu beliefern ohne Aufpreis. So ein Service hat er nicht erwartet. Versuchen auch Sie, die Erwartungen Ihrer Kunden zu übertreffen. Denn zufriedene Kunden sind loyale Kunden. Und loyale Kunden kommen wieder. Um seine Kunden zu begeistern, muss man aufhören, in bestehenden Bahnen zu denken. Ein Beispiel: Ein Handwerker, der seine Dienste am Abend und am Wochenende anbietet, ist bestimmt zu 200 Prozent ausgelastet. Es ist wichtig, innerhalb der eigenen Branche besser zu werden, die Trends zu erkennen und Kundenwünsche umzusetzen. Kunden finden und ansprechen Doch auch bei der besten Kundenbindung dürfen neue KäuferInnen nicht gänzlich ausbleiben. Wer erfolgreich verkaufen will, muss daher seine Zielgruppe kennen und richtig ansprechen. Denn was der eine unbedingt haben muss, lockt den anderen nicht hinter dem Ofen hervor. Wofür manche ein Vermögen hinblättern, dafür würden andere nicht einmal einen Euro ausgeben. Die Zielgruppe muss zu vernünftigen Preisen und mit ebenso vernünftigen Erfolgschancen über Medien oder direkt für Sie ansprechbar sein. Sich die attraktivste Zielgruppe auszumalen nützt nichts, wenn Sie nicht mit ihr in Kontakt treten können. unternehmerin 9

10 Erfolg in schwierigen Zeiten Wie Sie sich gegen den Abschwung wappnen. Fortsetzung. Direct Marketing ermöglicht schnelles, zielgenaues und damit kostengünstiges Werben. Durch die punktgenaue Ansprache der definierten Zielgruppe erzeugt Direct Marketing eine hohe Werbeerinnerung. Wichtig ist allerdings, dass die Mailings zielgruppengerecht gestaltet sind. Überlegen Sie sich im Vorfeld genau, wen Sie mit welcher Botschaft und mit welchem Wortlaut ansprechen wollen. Gekonntes Verkaufen Ist der Kontakt zum Kunden hergestellt, muss dieser auch vom Kauf überzeugt werden. Nur wer den persönlichen Bedarf und die individuellen Kaufmotive des Kunden kennt, kann eine wirkungsvolle Verkaufsargumentation aufbauen. Neben dem individuellen Antrieb gibt es natürlich einige allgemeine Kaufmotive, die jeder von uns hat. Dazu Nein, ich sehe eher keine Möglichkeit 26,5 % Können Sie etwas dafür tun, um auch in wirschaftlich schwierigen Zeiten zu mehr Geschäft zu kommen, oder haben Sie da keine Möglichkeiten? weiß nicht 10,7 % Ja, ich kann eher schon etwas tun 62,9 % n = 805 Nennungen Quelle: WKO in Kundenbindung investieren in Werbung investieren in neue Produkte/DL investieren Marketing verbessern rationalisieren und einsparen ins Ausland exportieren investieren Was können Sie aus Ihrer Sicht tun, um Ihre Geschäfte wieder anzukurbeln? gehören Sicherheit, Gewinn (Zeit und Geld), Bequemlichkeit und Prestige. Die Kunst ist es jedoch, herauszufinden, was der konkrete Nutzen für jeden einzelnen Kunden ist. Wer sein Gegenüber verstehen will, muss ihm zuerst Fragen stellen. Bevor Sie zu argumentieren beginnen, müssen Sie herausfinden, was der Kunde überhaupt will. Mit den so genannten W-Fragen können Verkäufer besonders viel über den Bedarf des Kunden in Erfahrung bringen. Warum gefällt Ihnen dieses Produkt? oder Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Lieferanten besonders wichtig? oder Worauf legen Sie besonderen Wert, wenn Sie einen Computer kaufen? könnten verkaufsorientierte W-Fragen lauten. Erst wenn die Motive des Kunden klar sind, kann die Verkaufs-Argumentation aufgebaut werden. Bringen Sie die Informationen, die Sie bekommen haben, mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung in Verbindung n = 2016 Nennungen Quelle: WKO Mund-zu-Mund-Propaganda Das wichtigste Instrument in der Neukunden-Gewinnung ist sehr erfolgreich und praktisch kostenlos. Gerade Klein- und Mittelbetriebe und vor allem Ein-Frau-Unternehmen haben in der Regel kein großes Werbebudget und sind daher auf die Empfehlungen von zufriedenen Kunden angewiesen. Aber auch der glücklichste Kunde denkt wahrscheinlich nicht daran, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu empfehlen. Es ist also durchaus sinnvoll, den Kunden nach weiteren potenziellen Interessenten zu fragen oder ihn zu bitten, das Unternehmen weiterzuempfehlen. Schaffen Sie Begeisterung, dann wird Ihr Kunde auch anderen von Ihnen erzählen. Auffindbar sein Heute eröffnet das Internet ganz neue Möglichkeiten: Unternehmen müssen im Internet gefunden werden. Sollten Sie noch keine Homepage haben, richten Sie unbedingt eine ein. Auch das Empfehlungsmarketing haben die neuen elektronischen Technologien verändert. Das virale Marketing das so heißt, weil sich eine Botschaft per SMS oder über das Web wie ein Virus ausbreitet wird immer wichtiger. In Foren, Chats und neuerdings auch in Blogs (den Tagebüchern im Internet) wird auf der ganzen Welt über alle möglichen Produkte debattiert. Es wird gelobt, getadelt und weiterempfohlen oder abgeraten. Virales Marketing bietet ungeheure Chancen, entwickelt aber auch eine hohe Eigendynamik. Kontakte knüpfen und pflegen Gerade in schwierigen Zeiten macht sich ein gutes Netzwerk bezahlt. Um seine Kontakte zu pflegen, muss man seinen Schreibtisch auch hin und wieder verlassen. Denn Networking ohne das Besuchen von Veran- unternehmerin 10

11 POSITIONEN Steuern runter Wachstum rauf! Wem Wachstum und Beschäftigung ein Anliegen sind, der muss die Steuern und Abgaben senken. Das ist das beste Programm zur Konjunkturverlängerung, stellt FiW-Bundesvorsitzende Adelheid Fürntrath-Moretti klar. Sie erwartet sich in den Verhandlungen um die nächste Steuerreform klare Maßnahmen zur Stärkung der Betriebe. Gerade Unternehmerinnen haben sich Fairplay in Sachen Steuern und Abgaben verdient. Wer etwas leistet, der muss fair entlastet werden, so die Bundesvorsitzende. FiW-BV Adelheid Fürntrath-Moretti Die zentralen Forderungen von Frau in der Wirtschaft: Jahressechstel für Selbstständige: Bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit werden zusätzlich zum laufenden Arbeitslohn bezahlte sonstige Bezüge mit dem Fixsteuersatz von 6 % besteuert, soweit sie 1/6 des laufenden Lohnes nicht übersteigen. Die Ausdehnung der so genannten Sechstelbegünstigung auf Einkünfte aus Gewerbebetrieb und selbstständige Einkünfte muss zur Beseitigung der Ungleichbehandlung von Unternehmen und Arbeitnehmern umgesetzt werden. Sie ist die zentrale Entlastungsmaßnahme für die österreichischen mittelständischen Unternehmer und die Ein-Personen-Unternehmen. Abschaffung der Werbeabgabe: Im Finanzausgleichsgesetz 2008 blieb die in Aussicht gestellte Abschaffung der Werbeabgabe unerledigt. Aufgrund der positiven ökonomischen Effekte eines Entfalls der Werbeabgabe sollte dies nunmehr nachgeholt werden. Abschaffung der Kreditvertragsgebühr und der Gesellschaftssteuer: Die bereits lange bestehende Forderung nach dem Aus für Kreditvertragsgebühr und Gesellschaftssteuer muss umgesetzt werden. Die in der EU einzigartige Darlehens- und Kreditvertragsgebühr von 0,8 % bzw. 1,5 % verteuert die Finanzierung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Bildungskonto und Bildungsprämie: Durch ein allgemeines Bildungskonto wie beim Bausparen samt staatlicher Prämie sowie die Erhöhung des Bildungsfreibetrags für ältere Arbeitnehmer und die Ausdehnung auf Unternehmerinnen sollen auch deren Weiterbildungs-Aktivitäten gefördert werden. Beteiligungsfreibetrag: Klein- und Kleinstbetriebe weisen eine dünne Eigenkapitaldecke auf. Gefordert wird daher ein Freibetrag für Beteiligungen privater Investoren, die in kleine Unternehmen (laut EU-Definition weniger als 50 Mitarbeiter, max. EUR 10 Mio. Umsatz bzw. max. EUR 10 Mio. Bilanzsumme) investieren. Der Freibetrag soll EUR ,- betragen und innerhalb von 5 Jahren mit je EUR ,- absetzbar sein. Kinderbetreuung: 10 % der tatsächlichen Aufwendungen für Kinderbetreuungs- und Haushaltshilfen bis maximal EUR 1.500,- pro Jahr sollen als Prämie auf dem Abgabenkonto gutgeschrieben werden. Diese Prämie soll es insbesondere Frauen ermöglichen, die Arbeitswelt nicht für Jahre verlassen zu müssen, weil die Betreuungs- und Haushaltstätigkeiten aus Kostengründen in Eigenregie erbracht werden müssen. staltungen ist unmöglich. Sehen Sie Veranstaltungen nicht als notwendige Pflicht, sondern als willkommene Gelegenheit, um Ihr Gesicht zu zeigen frei nach dem Motto Sehen und gesehen werden. Die Liste der möglichen Events ist lang und reicht vom Business-Frühstück über After-Work-Partys bis zu Clubabenden und Vorträgen. Sich einem Netzwerk anzuschließen und sich dort zu engagieren, heißt nicht nur bestimmte Spielregeln zu kennen, sondern auch, danach zu handeln. Je mehr Sie andere unterstützen, umso mehr bekommen Sie zurück. Wer in ein Netzwerk eintritt, der will etwas davon haben: Kontakte, Gespräche, Geschäfte. Das ist auch legitim. Doch zuerst heißt es geben, geben und nochmals geben. Daran wird man im Netzwerk als Neuling gemessen, darüber kommt man ins Gespräch. Vergessen Sie nicht, sich für Hilfe auch zu bedanken. Wer Unterstützung, Tipps und Ratschläge erhält, sollte wissen, dass dafür eine Gegenleistung erwartet wird. Ob das nun das obligatorische Feedback, die Einladung zum Business-Lunch, zum Abendessen, zur Tasse Kaffee, der Dankeschön-Blumenstrauß oder der neueste Roman des Lieblingsautors sein wird, hängt vom Umfang der Hilfestellung und von Ihrer finanziellen Situation ab. Umgekehrt muss es Ihnen nicht peinlich sein, wenn sich eine Netzwerk-Kollegin, der Sie geholfen haben, erkundigt, wie Sie Ihnen eine Freude machen kann. Nehmen Sie das Dankeschön an, damit die Balance von Geben und Nehmen erhalten bleibt. Werbung und PR Auch mit Werbung und Pressearbeit können Sie Ihr Geschäft trotz schwieriger konjunktureller Umstände in Gang halten. Leider denken noch immer viele GründerInnen und Selbstständige, dass Pressearbeit nur etwas für große Unternehmen wäre. Dabei können gerade Sie die Medien nicht nur mit Fakten und der Darstellung Ihres Unternehmens überzeugen, sondern auch mit Ihrer persönlichen Geschichte. Liefern Sie dem Journalisten einen Aufhänger für seine Story. Es ist immer gut, das menschliche Interesse zu befriedigen: Denken Sie daran, wenn Sie die Medien über Ihre Firmengründung informieren. Berichten Sie über Ihre Erfahrungen statt nur von Ihren Produkten oder Dienstleitungen zu schwärmen. Erzählen Sie, warum Sie sich selbstständig gemacht haben, wie die Idee entstanden ist und welche Hürden Sie überwinden mussten. Finden Sie heraus, wer RessortleiterIn oder Ihr/e AnsprechpartnerIn ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um mit einem Journalisten zu kommunizieren: Rufen Sie an, schicken Sie eine Presseaussendung, laden Sie zu einer Pressekonferenz, einem Hintergrundgespräch oder einer Pressereise ein. Finden Sie Ihre Botschaft und formulieren Sie diese spannend. Überlegen Sie, welches Anliegen Sie transportieren wollen und bringen Sie Ihre Aussage auf den Punkt. unternehmerin 11

12 Success Stories Erfolge für Frauen in der Wirtschaft Top-Frauenmesse FEM!2008 im Congress Innsbruck Zu einem vollen Erfolg wurde die zweite FrauenErfolgsMesse FEM!2008, die Ende März im Congress Innsbruck stattfand. Die attraktive Plattform für Frauennetzwerke und für Klein- und Mittelunternehmerinnen lockte rund 80 Ausstellerinnen und enorme 2000 v.l.n.r.: KR P. Zoller-Frischauf, LV FiW und Vizepräsidentin WKT; I. Schmerlaib, Vorstand BPW; Diese nutzten die Möglichkeit BesucherInnen auf die Messe. LH DDr. H. van Staa; LHStV. Dr. E. Zanon und P. intensiv, an den spannenden Hell, Vorstand BPW (Foto: FiW) Vorträgen und Diskussionen teilzunehmen und sich über Produkte und Dienstleistungen der Unternehmerinnen zu informieren. Die Laudatorinnen Sylvia Dillinger-Brigl, BPW-Österreich, KR Patrizia Zoller-Frischauf, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft und Vizepräsidentin der WKT, Bürgermeisterin Hilde Zach sowie LR Elisabeth Zanon zeigten sich begeistert und lobten die Initiative für diese wichtige Unternehmerinnenmesse. Erfolgreicher Girls Day in Niederösterreich Gute Berufsaussichten sind auch eine Frage der Berufswahl. Der Großteil der Mädchen, die eine Lehre absolvieren möchten, tendiert jedoch noch immer zu den drei frauentypischen Lehrberufen Friseurin, Sekretärin und Einzelhandelskauffrau. Die Jobsuche gestaltet sich in der Folge oft als äußerst schwierig. Da in vielen J.-H. Stein (links) und A. Schiessling, Eigentümer des Druckhauses Schiner, und FiW-Be- Bereichen Fachkräfte fehlen, zirksvorsitzende G. Gaukel (Foto: FiW) nutzte Frau in der Wirtschaft Niederösterreich den Girls Day intensiv, um Mädchen über das breite Berufs-Spektrum abseits der traditionellen Frauen-Lehrberufe zu informieren: - Gabriele Gaukel, Bezirksvorsitzende von Frau in der Wirtschaft Krems, besuchte etwa gemeinsam mit Schülerinnen der Hauptschulen Langenlois und Krems sowie der Polytechnischen Schule Krems die Traditionsbäckerei Raimitz, das Druckhaus Schiner und die Fahrschule Wachau. Dort erhielten die Mädchen spannende Einblicke in den Arbeitsalltag verschiedener, bisher noch eher frauenunüblicher Sparten. - Die Bezirksvertreterin von Frau in der Wirtschaft im Bezirk Waidhofen/Th., Gabriele Schaumberger, besuchte am Girls Day mit den Mädchen der 4. Klasse Hauptschule in Groß Siegharts die Firma Test- Fuchs, die sich auf Luftfahrt-Technologien spezialisiert hat. Führungen FiW-Bezirksvertreterin Gabriele Schaumberger und die durch das Betriebsgebäude sowie Informationen beim Betriebsbesuch bei der Firma Test-Fuchs Mädchen der 4. Klasse Hauptschule in Groß Siegharts zu den jeweiligen Lehrberufen standen auf dem (Foto: Queder) Tagesprogramm. Die Mädchen zeigten sich von der Vielzahl von Produkten, Maschinen, Abteilungen und Lehrberufen begeistert. Auch Firmenchef Volker Fuchs war vom Interesse der Mädchen für technische Berufe erfreut. In der Fachschule Wachau empfing Chefin Hertha Starkl-Luschan die Schülerinnen. (Foto: beigestellt) FiW-LV Monique Weinmann mit Mädchen aus den Hauptschulen Pressbaum und Purkersdorf beim Autohaus Mann in Pressbaum (Foto: FiW) - Im Rahmen des Girls Day konnten auch Mädchen aus den Hauptschulen Pressbaum und Purkersdorf in typische Männerberufe schnuppern. Zur Verfügung stellten sich die Firmen UC4 Software aus Wolfsgraben und das Autohaus Mann in Pressbaum. FiW-Landesvorsitzende Monique Weinmann begleitete gemeinsam mit den Lehrerinnen die Klassen in die Betriebe. unternehmerin 12

13 POSITIONEN Oberösterreich sucht die Managerin 2008 Weibliche Führungskräfte aus kleinen und mittleren Betrieben werden auf Initiative der VKB-Bank im Zweijahresabstand ins Rampenlicht gebeten als Vorbild und Motor für eigenständige Frauenkarrieren. Jetzt ist es wieder soweit: Die gesuchte Managerin 2008 soll bevorzugt aus kleinen und mittleren Betrieben kommen, selbstständig tätig oder als Angestellte beschäftigt sein und aus eigener Kraft Karriere gemacht haben. Bewerbungen sind persönlich und durch Dritte möglich. Die Einreichfrist für Nennungen läuft bis 20. Oktober Eine Jury ermittelt die Gewinnerin. Die Preisüberreichung erfolgt bei einem Festabend am 18. November Landtagspräsidentin Angela Orthner hat die Patronanz zu dieser Aktion übernommen. Frau in der Wirtschaft Oberösterreich und das Forum economica unterstützen die Wahl als Kooperationspartner. Die VKB-Bank stiftet der Siegerin eine Skulptur im Wert von Euro. Info: Renate Merighi-Gärtl, Telefon 0732/ sowie Mobil 0676/ oder Fax 0732/ und an IKEA Innsbruck: neue Einrichtungshauschefin Nach dem Wechsel von Einrichtungshauschefin Renate Baumgartner in das Führungsteam von IKEA Österreich übernahm Katrin Hopfgartner die Geschäftsführung von IKEA Innsbruck. Die 34-jährige Wienerin kennt das IKEA Einrichtungshaus Innsbruck gut: Zuletzt war sie dort eineinhalb Jahre lang stellvertretende Einrichtungshauschefin. Katrin Hopfgartner arbeitet seit mittlerweile sechs Jahren für IKEA. Gestartet hatte sie nach Abschluss ihres Studiums am IKEA Trainee Programm für Führungskräfte von morgen im Einrichtungshaus IKEA Wien Nord, dreieinhalb Jahre lang als Abteilungsleiterin in verschiedenen Bereichen. Ich freue mich über das in mich gesetzte Vertrauen. IKEA Innsbruck ist ein großartiges Einrichtungshaus mit einem motivierten, engagierten Team. Und in Tirol mit seinen herrlichen Bergen zu leben, ist für einen naturverbundenen Menschen wie mich ebenfalls ein schöner Anreiz, sagt die neue Geschäftsführerin. Erklärtes Ziel der Neo-Einrichtungshauschefin: Auch den Tiroler Unternehmerinnen mit cleveren Lösungen und leistbaren, guten IKEA Produkten den Alltag zu vereinfachen. Foto: IKEA Fragen an Dr. Ursula Plassnik Außenministerin URSULA PLASSNIK Was lässt sich in Ö für ein stärkeres Europabewusstsein tun? Das Motto lautet: Wir sind Europa. Jeder einzelne ist gefragt, Europa mitzugestalten, Europa mitzubauen. Die EU ist nichts Außenstehendes, sondern Teil unserer täglichen Lebenswirklichkeit. Die EU bringt uns unmittelbar Vorteile: Europa schützt Europa nützt. Das gilt es, konsequent sichtbar zu machen. Nur so kann das Bewusstsein der Österreicherinnen und Österreicher für das europäische Projekt weiter gestärkt werden. Wie kann man Unternehmerinnen den Weg auf europäische Märkte erleichtern? Europäisches Denken ist gefragt, um die unternehmerischen Zukunftschancen in Europa zu nutzen. Nur wer die Eigenheiten der europäischen Märkte kennt, wird auf ihnen auch erfolgreich sein. Unternehmerinnen müssen aktiv werden und sich über die Angebote für kleine und mittlere Unternehmen und Selbstständige informieren und diese gezielt nutzen. Wichtig ist vernetztes Denken. Gerade Frauennetzwerke können viel zum unternehmerischen Erfolg beitragen. Welche Business-Idee würden Sie als europäisch denkende Unternehmerin umsetzen? Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element des europäischen Lebensmodells. Wir müssen darauf achten, dass unsere Erde auch für künftige Generationen bewohnbar bleibt. Die EU ist ein Vorreiter für behutsamen Umgang mit der Umwelt und dem Klima. Dieses Unterfangen verlangt Beharrlichkeit. Es bietet aber auch unternehmerische Chancen. Umwelt- und Klimaschutz ist ein Wachstumsmarkt, der neue Arbeitsplätze schafft. Als Unternehmerin würde ich in nachhaltige Technologien investieren, um so die Lebensgrundlagen für morgen zu bewahren. Foto: BMWF unternehmerin 13

14 Meinungsmacherin Meinung haben Meinung machen: unternehmerin präsentiert Positionen mit Perspektive Customer Care ein Thema für jede Unternehmerin Silvia Schöpf Warum sind manche Unternehmer bzw. Unternehmen erfolgreicher als andere? Barbara Kolm-Lamprechter Die Kundenzufriedenheit ist heute für jedes Unternehmen überlebensnotwendig. In Zeiten, in denen es immer schwerer fällt, sich durch Preise und Produkte vom Mitbewerb abzuheben, ist die Servicequalität für kleine wie große Unternehmen von strategischer Bedeutung. Hinter dem viel strapazierten Schlagwort der Kundenorientiertheit muss jedoch ein Wille stehen, diesen Weg auch wirklich zu gehen: Die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zu erfassen und darauf einzugehen wobei man dabei auch bereit sein sollte, flexibel zu sein und Kritik seitens der Kunden sehr ernst zu nehmen. Aber es ist unerlässlich, dass die Entscheidung dafür von der obersten Unternehmensebene ausgeht und auch mitgetragen wird. Bei UPC haben sich etwa alle Mitarbeiter in führenden Positionen verpflichtet, mehrmals im Silvia Schöpf Vice President Customer Care und Billing UPC Austria (Foto: beigestellt) Jahr direkt an der Kundenschnittstelle mitzuarbeiten. Auch neue Kollegen werden ungeachtet des späteren Aufgabenbereiches eng mit der Kundenarbeit bekannt gemacht. Denn nur eine gesamtorganisatorische Ausrichtung auf den Kunden und gut ausgebildete Mitarbeiter tragen dazu bei, sich die Treue der heute ohnehin immer mobileren Kunden zu erarbeiten. Das Investment ins Service-Team sollte aus diesem Grund oberste Priorität haben. In unserem Unternehmen gibt es daher bei einer Gesamtmitarbeiteranzahl von Personen 400 im Kundenservice, darunter ein permanentes Trainingsteam für Schulungen. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die ständige Optimierung der Services wie klare Rechnungslegung oder großzügige Servicezeiten. Denn eines darf man nie vergessen: Es ist allein der Kunde, der am Ende des Tages die Rechungen bezahlt und so das Überleben und den Erfolg eines Unternehmens sichert. Qualität ist die Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und damit für wirtschaftlichen Erfolg. Europa wäre durch seine Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Technologie prädestiniert, auf den internationalen Märkten als Hort der Qualität und Innovation zu gelten. Innovation ist die treibende Kraft. Sie kann aber nur durch herausragende Einzelleistung von Individuen entstehen, die durch Erfahrung und permanentes Lernen Produkte verbessern und damit die Qualität der (Dienst-)Leistung steigern. Voraussetzung für Qualität und innovative Prozesse ist eine freie Marktwirtschaft. Je deregulierter und freier desto erfolgreicher. Das gilt auch für Aus- und Weiterbildung, die ein wesentlicher Bestandteil der Qualität der beratungsintensiven Dienstleistungswirtschaft sind. Der Zusammenhang zwischen Innovation und Qualität wird viel zu oft vernachlässigt, denn: Qualitätsmerkmale sind wesentliche Signale am Markt. Sie bestimmen über Erfolg oder Misserfolg. Durch Qualität können wir uns in einer transparenten, globalen wettbewerbsintensiven Wirtschaft von unseren Mitbewerbern maßgeblich (Foto: beigestellt) Dr. Barbara Kolm-Lamprechter unterscheiden. Dieser Wettbewerb ist ebenso positiv, da dieser die Kräfte der Innovation freisetzt, und damit Qualität entstehen lässt. Qualität alleine reicht aber in Zeiten globaler Finanzkrisen und wirtschaftlicher Unsicherheit nicht aus. Vertrauen in die Leistung, das Unternehmen, das wirtschaftliche Gegenüber bildet den weiteren feinen Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Marktmechanismen, die auf Vertrauen aufgebaut sind, erzeugen stabile soziale Strukturen zum Vorteil aller Beteiligten. Damit schließt sich der Kreis. Qualität ist Garant für Innovation, was wiederum Wirtschaftswachstum ermöglicht. Ohne Wirtschaftswachstum gibt es keinen wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand. unternehmerin 14

15 POSITIONEN Die Wirtschaft wird weiblicher Evelyn Geiger Weniger Bürokratie durch E-Government so profitieren Unternehmerinnen Heidrun Silhavy Frauen sind im Vormarsch, auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Das belegen die aktuellen Gründerzahlen in Tirol. Der Frauenanteil unter den Neugründungen hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht: 37,5 Prozent der insgesamt Neugründungen in Tirol fallen auf Frauen. Das ist immerhin um 1,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr und so viel wie noch nie zuvor. Tendenz steigend. Immer mehr Frauen erkennen und nutzen also die Chance der unternehmerischen Tätigkeit. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, Mag. Evelyn Geiger, Vizedirektorin der schließlich lag der Anteil der Frauen WK Tirol (Foto: Frischauf Bild) an den Neugründungen vor zehn Jahren noch bei etwa 25 Prozent. Mittlerweile sind rund 31 Prozent aller Unternehmen in Tirol in weiblicher Hand. Das ist allerdings noch lange nicht genug! Noch mehr Frauen müssen motiviert und ermutigt werden, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Frauen zeichnen sich immerhin besonders durch ihr ganzheitliches Denken und ihre Koordinationsfähigkeit aus. Weibliche Kompetenz ist für moderne Unternehmen ein wesentlicher Erfolgsfaktor und unverzichtbar, was übrigens auch aktuelle Studien belegen. Zudem bieten sich für Frauen durch die Selbstständigkeit zahlreiche, flexible Möglichkeiten, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Durch Doppelbelastungen ergeben sich für Frauen jedoch Benachteiligungen sowie Hürden. Die Chancen von Frauen und Männern sind, ungeachtet der steigenden Erwerbstätigkeit von Frauen am Arbeitsmarkt und des Frauenanteils bei Gründern, nach wie vor ungleich verteilt. Deshalb müssen weitere Verbesserungen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum geschaffen werden. Wichtig ist insbesondere die weitere Flexibilisierung der Kinderbetreuungsangebote. Frauen sollen immerhin ohne Hindernisse weitermarschieren können. Mehr als die Hälfte der UnternehmerInnen nutzen E-Government, im besonderen die jüngere Generation. E-Government und insbesondere der elektronische Amtsführer HELP.gv.at unterstützen die Wirtschaft bei der Erledigung von Amtswegen und sorgen für einen schnellen, unbürokratischen Weg zu den Behörden. Gemeinsam mit der Jungen Wirtschaft/Gründerservice habe ich eine Initiative gestartet, um die Amtswege vor allem für JungunternehmerInnen noch effizienter zu gestalten Chipkartenlesegeräte als notwendige Hardware stehen kostenlos zur Verfügung, um vom PC aus mit der Bürgerkarte Applikationen der öffentlichen Verwaltung zu erledigen. Beim E-Government sind wir bereits Europameister. Ich erwarte mir von der verstärkten Nutzung der Bürgerkarte einen Turboschub für UnternehmerInnen, der ihnen Zeit und Geld erspart, und möglichst allen Betrieben die verstärkte Nutzung der E-Government- Services ermöglicht. Heidrun Silhavy, Staatssekretärin (Foto: HBF/Harald Minnich) Der gesamte IKT-Bereich ist ein entscheidender Motor der Innovation für die österreichische Wirtschaft, aber ebenso wichtig ist mir, dass Anwendungen und Zugang zu elektronischen Lösungen nutzerinnenfreundlich sind im Besonderen auch in Hinblick auf Kleinbetriebe. Die Wirtschaft wird weiblich: Mehr als 40 Prozent der UnternehmensgründerInnen sind Frauen. Die Qualität von E-Government-Lösungen, der einfache und effiziente Weg zu den Behörden, soll noch mehr Frauen ermutigen, den Schritt in die betriebliche Selbstständigkeit zu wagen. Einfach. Schneller. Besser. Das ist amtlich ist mein Credo für die österreichische Verwaltung. unternehmerin 15

16 Success Tipps Erfolgreiche Unternehmerinnen im Gespräch Kochen macht erfolgreich Vom Ein-Frau-Betrieb zum Kleinunternehmen Überall gesund Prävention am Arbeitsplatz Ich lege besonders Wert auf Qualität und auf die Ganzheitlichkeit, weil sich die Gesundheit ja aus den Faktoren Ernährung, Bewegung und Entspannung zusammensetzt., so Elisabeth Holzinger, Dipl. Wellness-, Ernährungs- und Präventionscoach, Übungsleiterin und Rückenfit-Bewegungstrainer in Ausbildung. Martina Reingruber hat es geschafft. (Foto beigestellt) Die gelernte Touristikkauffrau weiß nach achtjähriger Bürotätigkeit aus eigener Erfahrung in ihrem früheren Beruf, was da so alles schieflaufen kann, sprich ergonomisch richtiges Sitzen, Verspannungen besonders im Nackenbereich, Stress, falsche Ernährung. Holzinger interessiert sich schon lange für Gesundheitsthemen und begann vor Jahren entsprechende Kurse zu belegen und neben ihrem Vollzeitjob zu lernen: Ich wusste, dass Büroarbeit auf Dauer gesehen nicht das meine war und setzte alles daran mich selbständig zu machen in einem Bereich, wo noch sehr viel getan werden muss, nämlich in der Gesundheitsprävention. Der Entschluss zur Familiengründung veranlasste Martina Reingruber aus Kirchdorf an der Krems/Inzersdorf zu einer beruflichen Veränderung: Ich hatte mich in der gehobenen Gastronomie bis zur Küchenchefin hoch gearbeitet, eine Position, die ich mit der Geburt meine Kindes und den daraus resultierenden neuen Aufgaben nicht hätte halten können so entschloss ich mich, ein Event-Cateringservice aufzubauen. Binnen zweieinhalb Jahren entwickelte sich Reingrubers Unternehmen vom Ein-Frau-Betrieb zum Kleinunternehmen. Derzeit beschäftigt sie vier MitarbeiterInnen fix, an Event-Tagen bis zu 40 Personen. Da sich mein Aufgabenbereich inzwischen rein aufs Management konzentrierte, aber meine Leidenschaft noch immer das Kochen und Genießen ist, kam mir die Idee Kochkurse abzuhalten, so die engagierte Oberösterreicherin. Rund sechs Mal im Jahr gibt Reingruber Themenkochkurse für bis zu 25 TeilnehmerInnen, die für die Hausfrau als auch für den Manager geeignet sind. Dabei legt sie Wert auf nachkochbare Rezepte aus Lebensmitteln, die vorwiegend im normalen Handel erhältlich sind. Meine Kochkurse kann man als Genussabende sehen, auch geeignet für völlige Anti-Köche, für die der Genuss und nicht die Information wichtig ist, sagt die erfolgreiche Unternehmerin. Martina Reingruber, Kirchdorf an der Krems Seit Februar diesen Jahres ist Holzinger selbstständig und bietet hauptsächlich im Großraum Linz und Wels unter anderem Beratungen (z.b. in Büros, um den MitarbeiterInnen Übungen zu zeigen, wie man Hals und Nacken entspannt, spezielle Anti-Stress-Pakete für Manager), Vorträge und Workshops in Sachen Rückenfit und Ernährung an. unternehmerin 16

17 LEBEN Die Hochzeitswebsite Individuell wie jedes Brautpaar Ernährungsschule Vorbeugen ist besser als Heilen Ein Grundsatz von mir lautet: Vorbeugen ist besser als Heilen, da ein Großteil gesundheitlicher Probleme durch bewusste Ernährung verhindert bzw. verbessert werden kann, so Christine Steipe-Künstler (44) aus Steyr. Fotos beigestellt Herta Teresa Mayr gestaltet individuelle Websites für Brautpaare (Foto beigestellt) Herta Teresa Mayr aus Wien bietet seit Mitte 2007 für Brautpaare im Internet eine Hochzeitswebsite zum selber gestalten an. Die studierte Psychologin arbeitete mehrere Jahre in der Zeitungsbranche, belegte am WIFI-Kurse unter anderem über Internetprogrammierung und hielt bald auch eigene Kurse über Gestaltungsprogramme. Die Idee, Paaren die Möglichkeit einer Hochzeitswebsite zum selber gestalten zu offerieren, entstand mit ihrem Lebensgefährten, mit dem sie gemeinsame Fotos auf einer eigens gestalteten Website präsentierte: Daraus entwickelte sich die Idee, das Konzept für Hochzeiten zu erweitern. Mayrs Unternehmen ist ein Ein-Frau-Betrieb, bei Bedarf zieht sie einen IT-Profi zu Rate. Die Vorgangsweise ist einfach und verständlich: Interessierte Paare können sich auf Mayrs Homepage anmelden, ihre Bilder hochladen und einen Gratis-Entwurf ihrer Seite ansehen. Bei Gefallen kann die Website nach der Bestellung sofort online gestellt werden. Die zweifache Mutter gründete ihre Schule für bewusste Ernährung im Jahr 2005 und bietet dort unter anderem Schulungsprogramme für Einzelpersonen und Gruppen, Workshops und Vorträge, Einkaufsbegleitung und Coachings bei Ernährungsumstellungen an. Ihre Zielgruppe sind alle Personen, die ihr Ernährungsverhalten unter die Lupe nehmen und umstellen wollen. Ernährung begleitet uns zwangsläufig das ganze Leben. Steipe-Künstler hebt den unternehmerisch-gesellschaftlichen Nutzen gesunder Lebensweise hervor: Ich möchte bewusst machen, dass Prävention im Gesundheitsbereich für den Einzelnen aber auch für das Gesundheitssystem von großer Bedeutung wäre. Ihre Schulungen werden aus diesem Grund zunehmend auch von Firmen für deren MitarbeiterInnen in Anspruch genommen, die erkannt haben, dass die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter ein wichtiger Gesichtspunkt ist. Der Return on Invest ihrer Schulungen zeige sich deutlich an niedrigeren Krankenständen und Fehlzeiten sowie gesteigerter Leistungsbereitschaft, so Steipe-Künstler. Schule für bewusste Ernährung Christine Steipe-Künstler Hofergraben 11, A-4400 Steyr Höhere Leistungsfähigkeit dank Ernährungsumstellung. Christine Steipe-Künstler zeigt ihren Kunden, wie das geht (Foto beigestellt) unternehmerin 17

18 Erfolgs-Frage Wieviel Platz braucht erfolgreiches Business wirklich? Viel Geschäft auf wenig Fläche Die Sockenkaiserin Große Ansprüche auf kleinstem Raum erfüllen möchte Elke Maria Hinterholzer (29), geschäftsführende Gesellschafterin der LEONIDAS - Falck-Hinterholzer Chocolatier GmbH in Wien 11. In dem 35m 2 großen Schokoladen-Laden werden die Kundinnen und Kunden von Hinterholzer und ihren (je nach Saison zwischen zwei bis vier) MitarbeiterInnen eingehend in Fragen rund um den Schokolade-Einkauf beraten. Durch die Kleinheit des Geschäftes ist ein persönlicherer Kontakt mit unseren Kunden möglich, so Hinterholzer, die Kunst-, Kultur- und Medienmanagement studiert und eine Ausbildung in der Filmproduktion in Los Angeles absolviert hat. Das Besondere an ihrem Betrieb sei, erklärt Hinterholzer, dass sie mit ihrem Team versuche auf besondere Bedürfnisse wie z.b. Lactose-Unverträglichkeit mancher Kundinnen und Kunden einzugehen, den KonsumentInnen die Möglichkeit zu geben, sich ihre/seine Lieblingspralinen in einer Verpackung nach Wahl zusammen zu stellen und es für dringende Geschenke die Möglichkeit gebe, innerhalb Wiens einen Botendienst einzusetzen. Elke Maria Hinterholzer (Foto beigestellt) Bei Auswahl und Einkauf der Produkte achtet Hinterholzer auf 100 Prozent Frische, Qualität und Kakao. Und fügt hinzu, die von ihr angebotenen Produkte enthielten keine haltbar machenden Konservierungsstoffe und würden aus 100 Prozent Kakaobutter hergestellt. Das Thema Platz ist bei LEONI- DAS Falck-Hinterholzer Chocolatier GmbH ein großes Thema. Dabei ist es essentiell das große Sortiment durch detailreiches Herantasten an die Möglichkeiten und Tücken der kleinen Fläche möglichst geschickt unterzubringen, um dem Kunden nicht das Gefühl der Überfüllung und Beengtheit zu geben. Manches Mal helfen optische Tricks. Fläche kostet nun mal und je optimaler ein kleiner Platz genutzt werden kann, desto besser, sagt die Unternehmerin. Der Erfolg gibt Hinterholzer Recht: Ab Juli 2008 ist ein weiteres LEONIDAS CHOCOLATES & CAFÉ in der Wiener Innenstadt (Graben 31) geplant. Elke Maria Hinterholzer, geschäftsführende Gesellschafterin der LEONIDAS - Falck-Hinterholzer Chocolatier GmbH in Wien 11 Anna Schwind, Marktkauffrau, bietet auf ihrem Marktstand alles für die Beine, also Socken (bis Größe 50!), venenfreundliche Socken ohne Gummi, Kniestrümpfe und Strumpfhosen für Erwachsene und Kinder. Die gelernte Strumpffachverkäuferin machte sich mit ihrem Unternehmen Sockenkaiser im Jahr 1984 selbstständig und tourt seitdem auf Jahrmärkten und Kirtagen mit ihrer Ware in ganz Österreich. Samstags ist sie mit ihrem Stand am Wiener Naschmarkt situiert, unter der Woche trifft man sie regelmäßig am Wiener Rochusmarkt an. Die 46-jährige über das Besondere am Handel auf kleinstem Raum: Man muss auf Märkten immer flexibel sein, da der Standplatz immer anders ist. Manches Mal haben Anna Schwind, Marktfrau (Foto beigestellt) wir nicht die kompletten zwölf Meter, die wir eigentlich bräuchten und müssen Ware im Wagen lassen. Trotzdem darf nicht auf die Beratung der Kundinnen und Kunden vergessen werden, und fügt hinzu: Der persönliche Einsatz und Kundenfreundlichkeit sind mir sehr wichtig. Meine Kundinnen und Kunden sollen nicht nur zufrieden, sondern begeistert von meiner Ware sein. Ich erfülle alle Strumpfwünsche! Zudem dürfe man als Marktfahrerin nicht empfindlich gegenüber Witterungen sein: Ob Sonnenschein, Regen oder Minusgrade, meine Ware ist immer gefragt. Ein weiterer Aspekt des Handels am Markt sei das tägliche Auf- und Abbauen des Standes, ergänzt Schwind und meint: Ich bin immer froh, wenn alles fertig ist und steht. Außerdem muss ich meine Ware natürlich immer saisonspezifisch anordnen. Im Hochsommer packe ich also die Wollstrumpfhosen nach hinten. Besondere Aktionen hingegen müssen immer im Mittelpunkt stehen. Der Grund für ihren Erfolg liegt für Schwind im persönlichen Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden, auch wenn diese mal nichts kaufen: Bei mir ist es nicht wie im anonymen Supermarkt, sondern ich weiß, wer gerade Großmama geworden ist oder welcher Ehemann 20 Kilo zugenommen hat. Anna Schwind Marktfahrerin mit Strumpfwaren Sockenkaiser unternehmerin 18

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20 Guter Schlag. Was Sie mit Golf für Ihren Beruf lernen können. TEXT: WELLNESS MAGAZIN FOTOS: CORBIS Füße hüftbreit, Blick nach unten. Schwung holen Abschlag. Das Geschoss landet im Wald. Trotzdem ballt die Spielerin ihre Faust und freut sich: Zumindest nicht ins Wasser! Die Frau hat gelernt, auch schlechten Leistungen etwas Positives abzugewinnen. Früher hätte sie nach solchen Abschlägen den Golfschläger wütend zum Teufel gejagt oder die Schuld beim Platz oder dem Wetter gesucht. Aber früher brachte sie ja auch im Job jedes unerwünschte Ereignis zur Weißglut. Dank Golf hat sie einiges über sich und ihre Lebensführung erfahren. Heute ist sie im Job lockerer und ihr Golfspiel verbessert sich Schritt für Schritt. Ist Golf der Garant für mehr Erfolg im Job? Der Golfplatz ist Bühne für die unterschiedlichsten Charaktere. Zwischen den 18 Löchern im Grün geht es heiß her. Hier spielen sich Tragödien ab, wenn die Cholerikerin nach einem verpatzten Schlag wieder einmal die Nerven verliert. Ein Drama, wenn die Denkerin während der Schwungphase verkrampft und mit einem Meer an Stirnfalten tausend Gedanken zu jonglieren versucht. Komödiantische Einlagen der Gutgelaunten, die sich auch von spielbehindernden Sturmböen die Stimmung nicht vermiesen lassen. Das Verhalten der einzelnen Personen sagt einiges über die jeweilige Lebensund Jobführung aus. Zeit des Erwachens. Golf spiegelt unsere Schwächen und Stärken wider. Nach jeder Runde gibt es ein klares Ergebnis, das uns zeigt, ob wir uns verbessert oder verschlechtert haben oder ob wir einfach nur stagnieren. Woran aber liegt es, dass wir am Green nicht vorwärts kommen? Was hindert am störungsfreien Schwung? Ist es die berufliche Belastung, eine Beziehungskrise, oder hat man schlichtweg Angst vor sich selbst? Selbstzweifel einstellen und an sich glauben, heißt das Geheimnis. Das klingt jetzt alles sehr easy. Diese Veränderung fällt jedoch nicht leicht. Immer wieder stößt man auf neue Probleme. Disziplin ist gefragt. Die erste Frage muss lauten: Will ich mich überhaupt ändern? Entscheidet man sich zum Wandel, sollte man zuvor seine eigenen Hindernisse erkennen, schließlich treten im Laufe des Veränderungsprozesses noch jede Menge unerwartete und sicherlich auch unangenehme Hürden auf. Im Job kann das zum Beispiel die Verwirrung einiger Mitarbeiter oder Kunden sein, die diesen neuen Weg vielleicht nicht mitgehen wollen. Im Golfspiel kann das die beinharte Umpolung hartnäckig eintrainierter Trainingsfehler sein. In beiden Fällen muss man lernen, sich selbst zu beobachten und festzustellen, wann und wo man wieder in seine alten Verhaltensmuster zurückfällt. Keine Schuldfrage. Dieser verfluchte Golfplatz. Nirgendwo spiele ich so schlecht wie hier, raunzt eine Golfspielerin mit hochrotem Kopf und versenkt ihren Schläger im Zierteich. Faszinierend, wie der Mensch, nur um sein Selbstwertgefühl zu verteidigen, irgendeinen Grund sucht, der an einer verpfuschten Situation in seinem Leben schuld ist. Jeder und alles sind schuld, nur nicht er selbst. Beim Golf bin ich für jede Situation ausschließlich selbst verantwortlich. Denn beim Golf hat man alle Zeit der Welt. Es gibt keine Ausreden. Erfolg und Niederlage sind rein auf sich zurückzuführen. Jeder Mensch besitzt seine eigenen angeborenen Talente und eine beurteilende, kommandierende Persönlichkeit, welche den eigenen Talenten oft nicht traut. Diese innere kritische Stimme meldet sich ständig zu Wort. Im Sport wie im Berufsleben: Vor wichtigen Vorträgen grübelt man darüber, ob etwa der PC während der Präsentation abstürzen könnte. Tritt diese unerfreuliche Situation tatsächlich ein, dann sagt uns die innere kritische Stimme: Nicht schon wieder, oder: Na klar, du Depp, war ja zu erwarten. Beim Golf genau das Gleiche. Da konzentriert man sich so gut es geht und dann kommt nichts Zählbares dabei heraus. So macht Golf keinen Spaß. Vielleicht liegt es aber daran, dass man nicht locker genug ist? Dazu sollte man sich merken: Die richtige Golfposition muss sich nicht angenehm anfühlen. Es zwickt und ist anstrengend. Das gute Feeling setzt erst ein, wenn der Ball abgefeuert ist und das Resultat stimmt. Hinzu kommen vielleicht erschwerte Bedingungen wie Wind oder Regen. Man darf jetzt nicht daran verzweifeln und die Schuld beim Wetter suchen, sondern sich sagen, jetzt erst recht, ich versuche trotz- unternehmerin 20

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