Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. SCHULE und BERATUNG

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1 Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 4-5/2015 Fachinformationen aus der Landwirt schafts verwaltung in Bayern SCHULE und BERATUNG Mitarbeiterportal löst Intranet ab Standortmanagement beim Stallbau für die Nutztierhaltung Japanrind trifft Bayernrind Behördenvertreter vor Gericht

2 INHALT MITARBEITERPORTAL AGRARSTRUKTUR STANDORTMANAGEMENT BILDUNG GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG RINDER STELLUNGNAHMEN

3 INHALT 5 Vorwort 7 Mitarbeiterportal löst Intranet ab 10 Werkzeuge in Social Media 14 Von Lehrern für Lehrer MITARBEITER PORTAL 18 Hochwasserschutz im ländlichen Raum 21 Aspekte der Fruchtfolge konven tionell wirtschaftender Betriebe AGRARSTRUK TUR 25 Von der Konfrontation mit Bürgern zum Beratungsangebot Standortmanagement 27 Standortmanagement beim Stallbau für die Nutztierhaltung 30 Standortmanagement im landwirtschaftlichen Bauen 34 Dialog macht Schule 36 Strategien für mehr Tierwohl mit neuen Labels und Initiativen 38 Aktionstag zum internationalen Jahr der bäuerlichen Landwirtschaft 40 Vielfalt im Energiepflanzenanbau 44 Waldpädagogik baut Barrieren ab 46 Allergenkennzeichnung in unterfränkischen Profi- und RegioTreffs 48 AELF Fürth unterstützt beim Allergenmanagement 50 Zwischenmahlzeiten in Krippe und Kita 53 gesund.gekocht.gewinnt 55 Japanrind trifft Bayernrind 60 Einfluss der Jungviehalpung auf die spätere Leistung als Milchkuh 63 Bewertung der Struktur versorgung beim Rind 68 Zum Verhältnis von Kuh und Mensch BILDUNG STANDORT MANAGEMENT RINDER GEMEINSCHAFTS VERPFLEGUNG 70 Behördenvertreter vor Gericht 73 Gerichtsverhandlung zeigt Wert von Stellungnahmen des AELF als Fachbehörde 75 Stellungnahmen eine bedeutende Aufgabe am AELF STELLUNG NAHMEN 77 Letzte Seite

4 Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenleben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten führt zum Erfolg. Henry Ford

5 VORWORT Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Leserinnen und Leser, mit Wirkung zum 1. April 2015 hat mich das Bayerische Kabinett als Nachfolger von Herrn Ministerialdirektor Martin Neumeyer zum Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestellt. Nach fast 14 Jahren kehre ich wieder nach Hause zurück, in die Verwaltung, die ich als junger Landwirtschaftoberrat Richtung Staatskanzlei verlassen habe. Ich habe in diesen Jahren viele Erfahrungen sammeln können und ich habe Vieles gelernt. Ich hatte die Ehre, drei Ministerpräsidenten als Persönlicher Referent und Büroleiter zuarbeiten zu dürfen. Hätte mir das jemand vorausgesagt, hätte ich ihn als Träumer bezeichnet, genauso wenig hätte ich mir damals vorstellen können, als Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wieder zu kommen. Gerne kehre ich in mein Stammhaus zurück und trete dieses interessante und schöne Amt an und freue mich auf diese neue Herausforderung. Gründe dafür gibt es reichlich: Hier wird Zukunft gestaltet Wenn wir uns global die Entwicklung der Landnutzung, der Agrarmärkte und der Umwelt ansehen, lässt sich leicht erkennen, dass dem ländlichen Raum, dass der Land- und Forstwirtschaft und auch den Fragen der Ernährung und der Hauswirtschaft in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen. Hier sind wir gefordert, mit allen drei Verwaltungen, Landwirtschaft, Forst und Ländlicher Entwicklung gestalterisch tätig zu sein. Es ist unser gesamtes Spektrum gefragt: Wissenschaft, Bildung und Beratung ebenso wie Hoheitsvollzug und Förderung. Hier wird Heimat gestaltet Alljährlich ergibt eine Umfrage des Bayerischen Rundfunks ein eindeutiges Ergebnis. Der wichtigste Grund für die hohe Zufriedenheit der bayerischen Bevölkerung ist die wunderschöne Landschaft. Natürlich ist vieles davon gottgegeben. Aber es waren und sind die bäuerlichen Familien, die Waldbesitzer und die Jäger, die das Gesicht dieses Landes geschaffen haben und es täglich pflegen. Dies zu erhalten, bleibt eine wesentliche Aufgabe bayerischer Standort- und Heimatpolitik. Auch wenn es ein eigenes Heimatministerium in Bayern gibt, sind unsere Verwaltungen hier besonders gefordert. Der Bayerische Weg ist eindeutig richtig Bayerische Politik und gerade Bayerische Agrarpolitik ist schon immer eigene Wege gegangen. Der Bayerische Weg war dabei immer ein Miteinander von groß und klein bzw. modern und traditionell. Der Bayerische Weg ist aber weit mehr, er ist ein Weg der Nachhaltigkeit und der bäuerlichen Werte. Bayern hat Nützen und Schützen immer zusammen gesehen, immer Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht gestellt und immer den bäuerlichen Unternehmer als Vorbild und nicht als Feindbild gesehen. Der Weg hat Bestand, gerade weil er auch immer wieder modern interpretiert wird: Mit der Erzeugung von Premiumprodukten regional und ökologisch, mit der dezentralen Energieerzeugung, der Kooperation zwischen Landwirten und entlang der Wertschöpfungskette sowie dem Aufbau weiterer unternehmerischer Standbeine. Ich unterstütze diesen modernisierten Bayerischen Weg mit ganzer Kraft. 5

6 VORWORT Diese Politik dient allen Menschen. Denn trotz mancher Unkenrufe: Noch nie in der Menschheitsgeschichte konnten sich die Menschen so gut, so vielfältig und so individuell ernähren wie heute. Aber auch noch nie hatten die Menschen höhere Ansprüche an das, was sie essen, wie es produziert wird und woher es kommt. Hier einen fairen Ausgleich zwischen den Wünschen der Verbraucher, der Gesunderhaltung der Bevölkerung und der Realität der Erzeugung hinzubekommen, erfordert noch mehr Aufklärung, noch mehr Transparenz, aber auch mehr ehrlichen Dialog mit der Gesellschaft, über das, was geht und was eben nicht geht. Neben diesen sachlichen und politischen Gründen gibt es aber noch einen weiteren Grund: Eine Verwaltung mit Herz und Leidenschaft! Ich übernehme von meinem Vorgänger ein gut bestelltes Feld, wofür ich Ihnen ganz persönlich sehr danke. Ich übernehme eine hervorragende Mannschaft: bestens geschult, gut trainiert, hoch motiviert einfach eine Spitzenmannschaft. In kaum einer anderen Verwaltung wird mit so viel Engagement, Eigeninitiative und Herzblut gearbeitet. Und darauf baue ich ganz besonders. Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bevorstehenden Jahre werden für uns sicherlich anspruchsvolle und spannende Jahre werden. Nur mit vereinten Kräften können wir die Fülle an Aufgaben und Herausforderungen bewältigen. Was gestern gut war und heute wichtig ist, muss morgen nicht auch noch stimmen. Lassen Sie uns gemeinsam immer nach vorne schauen und die Zukunft gestalten. Ich freue mich sehr über die Herzlichkeit, mit der ich in meiner Heimatverwaltung empfangen wurde. Das gibt mir Mut und Zuversicht. Ich weiß, dass ich auf Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bauen kann. Nach 14 Jahren außerhalb dieser Verwaltung heißt es für mich in der nächsten Zeit auch von Ihnen und Ihrer Erfahrung zu lernen. Ich bitte Sie dabei ausdrücklich um Ihre Unterstützung. Für unsere gemeinsame Zusammenarbeit wünsche ich uns allen ein gutes Gelingen und meinem Vorgänger Ministerialdirektor Martin Neumeyer wünsche ich für die neue Aufgabe an der Spitze der Bayerischen Staatsforsten alles Gute und immer eine glückliche Hand. Mit herzlichen Grüßen HUBERT BITTLMAYER AMTSCHEF IM BAYERISCHEN STTSMINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN 6

7 MITARBEITERPORTAL Mitarbeiterportal löst Intranet ab Neue interaktive Plattform für den gesamten Geschäftsbereich des StMELF von DR. HORST NEUHAUSER und GÜNTHER MEINGASSNER: Das neue Mitarbeiterportal (MAP) ist ein behörden- und verwaltungsübergreifender Informationspool für alle Themen des Geschäftsbereichs des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Jeder Nutzer kann auf alle eingestellten Informationen zugreifen. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen den drei Verwaltungen und unter den Behörden wesentlich vereinfacht, Synergien und Vereinfachungen sind zu erwarten. Neue Kommunikationsinstrumente wie Wikis oder Foren erlauben zudem auch eine größere Interaktivität. Eine elegante und treffsichere Suchfunktion ermöglicht eine effiziente Recherche im gesamten Portal. Zudem stehen Werkzeuge zur Verfügung, die das tägliche Arbeiten am Schreibtisch unterstützen und erleichtern. MITARBEITER PORTAL Verwaltungsübergreifender Themenkatalog Der Großteil der eingestellten Informationen findet sich im Themenkatalog, der damit einer der wichtigsten Bereiche des MAP ist. Im jetzigen Intranet liegen viele Informationen in vorhandenen Systemen mehrfach an verschiedenen Stellen und in unterschiedlicher Form vor. Durch die thematische und organisationsunabhängige Struktur der Datenablage im neuen MAP lassen sich Mehrfacharbeiten reduzieren und beispielsweise vorhandene Formblätter bereichsübergreifend nutzen. Damit sich die verschiedenen Bereiche des Ressorts dort wiederfinden und ihre Themen zuordnen können, gab es eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus allen drei Verwaltungen. Sie entwickelten einen Katalog, unter dem möglichst alle Themen des Geschäftsbereichs zu finden sind. Um einen Wildwuchs in der praktischen Redaktionsarbeit zu vermeiden werden sogenannte Themenstrukturverantwortliche eingesetzt, die bei der stetigen Anpassung und Weiterentwicklung der Struktur des Themenkatalogs fachlich mitwirken und entscheiden. Neben der thematischen Suche verfügt das Portal über eine sehr schlagkräftige, individuell anpassbare Stichwortsuche, womit das Auffinden der benötigten Information zukünftig leicht gelingen sollte. Überblick durch Personalisierung In diesem umfassenden Themenkatalog finde ich die für mich wichtigen Informationen ja nie, werden sich jetzt manche denken. Durch die Personalisierung können den Nutzern definierte und für ihre Arbeit wichtige Themen zugeordnet werden. Neu eingestellte Informationen erscheinen dann individuell auf dem Bildschirm des Nutzers als Meine aktuellen Meldungen. Es ist den Redakteuren auch möglich ältere Informationen als aktuelle Meldung zu setzen und sie so wieder in Erinnerung zu bringen. Konkret ist dies in Abbildung 2 dargestellt. Durch die persönliche Anmeldung ist die Startseite bei jedem Nutzer individuell und auf seine Aufgaben ausgelegt. Man steigt über die Seite seiner Organisation in das MAP ein. Den Großteil des Bildschirmes nimmt dabei der Bereich Meine aktuellen Meldungen ein. Mitarbeiterdaten Die Mitarbeiterdaten werden aus dem Active Directory (AD) übernommen und können dann von jeder Behörde durch ein von der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (FüAk) entwickeltes Webtool individuell angepasst werden. Damit ist sichergestellt, dass dienstlich notwendige Daten wie Telefonnummer, Organisationszugehörigkeit, Standort usw. korrekt im Mitarbeiterprofil zur Verfügung stehen und sich der Pflegeaufwand in Grenzen hält. Eine automatisierte Aktualisierung der Daten im Portal erfolgt täglich. Damit lassen sich die Kontaktdaten von benötigten Ansprechpartnern mit Hilfe der leistungsfähigen Suche leicht finden. Auch die Darstellung der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter in Organisationseinheiten oder der gesamten Behörde ist möglich. Neben diesen an zentralen Stellen zu aktualisierenden Daten hat jeder die Möglichkeit zusätzliche Informationen zu sich selbst einzustellen und damit Teil einer geschäftsbereichweiten Wissenslandkarte zu werden. SUB 4-5/2015 7

8 MITARBEITERPORTAL ENERGIE aktiv einbringen und so die Kommunikation untereinander verbessern. Unter anderen gibt es das Werkzeug Anmerkung. Hier kann der Leser dem Autor eines Beitrags direkt eine Anmerkung zum eingestellten Inhalt geben. Die Nutzung dieser Technologien sollte in Zukunft für einen verbesserten Informationsfluss und der Eindämmung der Informationsflut bei jedem Einzelnen sorgen. Daneben bietet das MAP die Möglichkeit sich Bereiche individuell zu gestallten. Neben einer Zusammenstellung einer Favoritenliste können Themen abonniert werden. Bei neuen Beiträgen erhält der Abonnent automatisch eine Nachricht. Auch lassen sich mit wenigen Klicks Übersichten zu für einen persönlich wichtigen Dokumenten, Foren, Wikis usw. erzeugen. Um den Einstieg zu diesen für die meisten neuen Werkzeuge zu erleichtern, werden von der FüAk über die aktuellen Meldungen in Zukunft Kurzanleitungen und Nutzungsempfehlungen gegeben. Behördenintranet innerhalb des MAP In das MAP sind alle Behörden mit ihren individuellen Strukturen und Standorten eingepflegt. Bei Bedarf kann für jede Behörde ein zusätzliches Intranet eingerichtet werden, welches nur von den Mitgliedern dieser Behörde eingesehen werden kann. Hier sind dann ausschließlich Informationen abzulegen, die nicht allen Portalbesuchern zur Verfügung stehen sollen. So sind z. B. im internen Intranet der FüAk Informationen zum Qualitätsmanagement eingestellt, welche nur für FüAk Mitarbeiter relevant sind und daher auch nur von diesen eingesehen werden können. Der Einsatz gibt bei den Behörden Sinn, die bereits jetzt parallel zum Intranet des StMELF eigene Intranets betreiben und regelmäßig Informationsbedarf nur für ihre Behörde haben. Damit entfallen die Pflege und der Betrieb weiterer Systeme. Abbildung 1: Ausschnitt des behördenübergreifenden Themenkatalogs Neue Werkzeuge verbessern Kommunikation Im MAP stehen Werkzeuge der Web 2.0-Technologien zur Verfügung (siehe Beitrag zu Werkzeuge in Social Media, Seite 10 ff in diesem Heft). Damit können sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Foren, Wikis oder Umfragen selbst Rückblick und Ausblick Alle Verwaltungen des Ressorts waren bei der Sichtung verschiedener Softwareprodukte als Ersatz für das bestehende Intranet beteiligt. Die Entscheidung fiel dann auf das Produkt OfficeNet der Firma Seitenbau. OfficeNet wurde im Auftrag des Bundesverwaltungsamtes entwickelt und ist daher speziell für Behörden ausgerichtet. OfficeNet ist schon bei zahlreichen anderen Behörden, wie z. B. dem Bundeskanzleramt, im Einsatz und wird kontinuierlich modular weiter entwickelt. Durch dieses Vorgehen teilen sich die verschiedenen Behörden die Weiterentwicklungskosten. Unser Ressort hat hier u. a. die Lösung des zusätzlichen Behördenintranets im MAP angestoßen und finanziert. Die zentrale Portalkoordination (ZPK) für das StMELF ist an der FüAk im Sachgebiet Web-Dienste, Anwendungsentwicklung angesiedelt. Das MAP wird bereits im Produktivsystem betrieben, 8 SUB 4-5/2015

9 MITARBEITERPORTAL MITARBEITER PORTAL Abbildung 2: Ausschnitt der Startseite MAP eines Konkreten Nutzers d. h. es ist voll einsatzfähig. Die meisten Inhalte für den Themenkatalog kommen aus dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) und den Landesanstalten. Das StMELF, die Landesanstalten für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau sowie Wald und Forstwirtschaft, das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern und die FüAk waren als Pilotbehörden an der Gestaltung, Erprobung und Weiterentwicklung beteiligt und erstellen bereits Inhalte im MAP. Die FüAk nutzt das Intranet im MAP seit einem Jahr aktiv und es hat sich zu einem intensiv genutzten und akzeptierten Informations- und Arbeitsmedium entwickelt. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass ab 1. Oktober 2015 neue Inhalte nur noch im MAP bereitgestellt werden und der Großteil der Inhalte aus dem alten Intranet überführt ist. Bis zu diesem Zeitpunkt sind alle Behörden des Ressorts durch die ZPK als Organisation im MAP anzulegen und die Mitarbeiterdaten einzulesen. Die Aufbereitung der Mitarbeiterdaten über das Webtool erfolgt dann durch die Behörden selbst. Am 1. Oktober 2015 sollen dann alle Kolleginnen und Kollegen beim Hochfahren ihres Rechners automatisiert im System angemeldet werden und auf der Startseite ihre personalisierten Meldungen sehen. Der Zugang über eine Gastkennung ist im Behördennetz über https://map.stmelf.bybn.de/ möglich. DR. HORST NEUHAUSER GÜNTHER MEINGASSNER STTLICHE FÜHRUNGSAKADEMIE FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN Tastenkürzel für Windows Durch die Verwendung von Tastenkürzel können Sie in Windows (auch z. T. Word, Excel,...) Befehle ausführen, ohne dass Sie mit der Maus hantieren müssen. Das geht in der Regel schneller. Einfügen: Ausschneiden: Zurück: Drucken: Strg + V Strg + X Strg + Z Strg + P Texte bearbeiten: Fett: Strg + B Unterstreichen: Strg + U Kursiv: Strg + I Wiederholen: Strg + Y Öffnen: Strg + O Fenster minimieren/maximieren: Windows-Taste + Pfeil nach unten/oben Kopieren: Strg + C Speichern: Strg + S Suchen: Strg + F Neu: Strg + N Windows Explorer öffnen: Windows-Taste + E Wechsel zum Desktop: Windows-Taste + D Windows-Hilfe: Windows-Taste + F1 Zwischen Fenstern wechseln: Alt + Tabulator Beenden: Alt + F4 Programm-Wechsel: Alt + Esc Screenshot: Druck-Taste Endgültig Löschen: Umschalt + Entf SUB 4-5/2015 9

10 MITARBEITERPORTAL Werkzeuge in Social Media Was bietet unser Mitarbeiterportal? MITARBEITER PORTAL von DR. HORST NEUHAUSER: Social Media verfügen über eigene Werkzeuge und Kommunikationsmethoden, deren Begrifflichkeiten für Außenstehende oft neu sind. Auch das neue Mitarbeiterportal (MAP) im Geschäftsbereich arbeitet damit. Nachfolgender Beitrag stellt umfassend dar, welche Werkzeuge in Social Media angeboten werden und welche davon im MAP abgebildet sind. Manche gängige Werkzeuge lassen sich auch durch Methoden ersetzen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hat in seinem Leitfaden Unternehmen 2.0: kollaborativ. innovativ. erfolgreich. Ein praktischer Leitfaden zur Optimierung der Kommunikation, Informations- und Wissensspeicherung in Unternehmen und im Austausch mit Geschäftspartnern die heute vorhandenen Werkzeuge im Bereich Social Media beschrieben. Der Artikel gibt im Wesentlichen diesen Leitfaden von BITKOM wieder und stellt die sog. Werkzeuge der Business Collaboration vor. Dabei sind sowohl Methoden als auch Werkzeuge gleichermaßen für den Erfolg verantwortlich. Profile Profile in Social Media allgemein dienen zur Darstellung der eigenen Person, zum Auffinden von Experten und somit zum Aufbau bzw. Pflege des eigenen Netzwerks. In Business Collaboration-Werkzeugen verfügt jeder Benutzer über eine sogenannte Profilseite. Dort kann er seine Kontaktinformationen veröffentlichen, sich vorstellen, sich beschreiben und darstellen. Je nach Ausgestaltung der Plattform kann der Benutzer dort seinen persönlichen Status bzw. seine aktuellen Aktivitäten kommunizieren oder auch Fotos oder Videos veröffentlichen. Tags oder Schlagworte haben hier eine besondere Bedeutung und dienen der Beschreibung der Interessen, des Fachgebiets und der Fähigkeiten einer Person. Sie helfen so bei der Suche nach Experten in einem Unternehmen. Darüber hinaus dienen diese Tags für Vorschläge zur Erweiterung des eigenen Netzwerks. Im neuen Mitarbeiterportal in unserem Geschäftsbereich (MAP) gibt es eine Profilseite. Die Basisdaten werden zentral gefüllt. Zudem kann jeder freiwillig zusätzliche Angaben zu sich, seinen Aufgaben, seinen Interessen usw. machen. Selbstverständlich kann auch auf freiwilliger Basis ein Profilbild hochgeladen werden. Communities Eine Community ist eine Personengruppe mit einer gemeinsamen, thematischen Basis. Die Basis sind zum Beispiel übereinstimmende Interessen, ähnliche Zuständigkeiten oder überschneidende Wissensgebiete, Zusammenarbeit und die Kommunikation zum gemeinsamen Themenschwerpunkt. Besonders der gegenseitige Austausch zwischen den Mitgliedern grenzt eine Community zu anderen Kommunikationswerkzeugen ab. In einer Community werden verschiedene Werkzeuge des Business Collaboration wie Foren, Blogs und Wikis für die Kommunikation kombiniert. Die Communities sind somit die Klammer um verschiedene Business Collaboration-Werkzeuge. Facebook ist derzeit wohl die bekannteste Online-Community. Im Unternehmen könnte man sich Communities für den Einkauf, die IT oder andere Fachbereiche schaffen. Im MAP können Teamräume eingerichtet werden, auf die nur ausgewählte Personen Zugriff haben. Das Anlegen und Administrieren ist aber aufwändig und sollte deshalb nicht zu häufig eingesetzt werden. In den meisten Fällen reichen Bereiche im öffentlichen Teil aus. Microblogging oder Blogging Microblogs sind kleine Log-Bücher im Web, in denen sehr kurze, reine Textmeldungen veröffentlicht werden. Mit den Meldungen teilen Nutzer die aktuellen Geschehnisse in ihrem Netzwerk mit oder geben Auskunft über ihren Status oder ihre Aktivitäten. Damit fördert Microblogging sowohl die direkte, als auch die indirekte Kommunikation. Der Nutzer abonniert die für ihn relevanten Microblogs, das sogenannte Following, und baut sich so sein Informationsnetzwerk auf. Alle Beiträge der abonnierten Microblogs werden dann in umgekehrter chronologischer Reihenfolge in einer Übersicht zusammengeführt. Die Beiträge eines Autors können durch einen sogenannten»retweet«oder»teilen«für die eigenen Abonnenten das eigene Netzwerk empfohlen werden. Dadurch erhöht sich die Reichweite einer Nachricht über die Grenzen des Netzwerkes des Verfassers hinaus und Diskussionen oder Meinungen zu Themen werden gefördert. Twitter ist der bekannteste Anbieter für diesen Dienst.»Twitter ist ein Echtzeit-Informationsnetzwerk, das Dich mit den neuesten Geschichten, Ideen, Meinungen 10 SUB 4-5/2015

11 MITARBEITERPORTAL und Nachrichten über das verbindet, was Du interessant findest.«in dieser Form ist Microblogging nicht vorhanden. Als Alternative eignet sich bedingt das Forum oder die Dokumentenliste (nur für Personen mit Redakteursrechten). Blog ist die Kurzform zu Weblog, welches eine Kreuzung der Wörter Web und Logbuch ist. Weblogs sind Kommunikations- und Reflexionsmittel oder Informationsspeicher. Blogs für spezielle Projekte oder Teams unterstützen den Wissensaustausch und die Speicherung für spätere Referenzen. Unter Berücksichtigung des veränderten Prinzips des Informationsempfangs bieten Weblogs die Möglichkeit, s stellenweise zu ersetzen. Im Gegensatz zu diesen entscheidet der Nutzer selbst, wann er sich zu bestimmten Projekten oder Themen informieren möchte und erhält nicht eine Vielzahl von s, welche dann unsortiert und verteilt im Postfach liegen. Dies reduziert die Anzahl der erhaltenen s und fördert durch die Reduktion von Rundmails an viele Adressaten das effektive Zusammenarbeiten in Teams. Zusätzlich stehen die gespeicherten Informationen auch zu einem späteren Zeitpunkt weiteren Interessierten zur Verfügung. Entsprechend verringert sich der Organisationsaufwand für die Verteilung von Wissen, und dem Mitarbeiter wird eine Möglichkeit zu kontextabhängigen Unterstützung gegeben. Die Beiträge in einem Weblog werden in umgekehrter chronologischer Reihenfolge dargestellt, so dass der aktuellste Beitrag stets an erster Stelle steht. Meistens wird den Lesern auch die Möglichkeit gegeben, die Beiträge zu kommentieren und zu bewerten. Aus dieser Funktion kann der Austausch über den Inhalt und die Meinungen des Autors oder der Leser entstehen. Auch diese Form ist im MAP nicht angeboten. Als Alternativen eignen sich Foren, z. T. Wikis oder für Redakteure Dokumentenlisten usw. Gemeinsam Arbeiten im Wiki In einem Wiki erstellen und bearbeiten verschiedene Personen gemeinsam»dokumente«in Form einer oder mehrerer verlinkter Webseiten, sog. Artikel. Über die Zusammenarbeit der verschiedenen Personen erreicht ein Wiki ein hohes Maß an inhaltlicher Tiefe und Qualität. Aus diesem Grund ist der vorwiegende Nutzen von Wikis das unternehmensinterne Wissensmanagement die Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen. Das Schreiben, Verändern oder Löschen solcher Artikel benötigt keine speziellen Kenntnisse und wird vergleichbar zu einem Textverarbeitungsprogramm realisiert. Zur besseren Erstellung einzelner Artikel können den Nutzern Vorlagen zur Verfügung gestellt werden, welche die Benutzbarkeit vereinfachen und die Darstellung vereinheitlichen sollen. Zur Sicherung der Beitragsqualität besitzen Wikis umfassende Möglichkeit zur artikelbezogenen Diskussion und Versionierung. Das prominenteste Beispiel aus dem Internet ist sicherlich Wikipedia. Die Standardrubrik Wiki ist vorhanden und kann von den Publikationsredakteuren eingerichtet werden. Allen Nutzern des MAPs steht es dann offen, dort Beiträge einzustellen, zu ergänzen oder zu korrigieren. Diskutieren im Forum Ein Forum dient der Diskussion eines eingegrenzten Themenbereiches, in dem Fragen und Beiträge diskutiert werden. Der strukturierte Meinungsaustausch zwischen den Nutzern steht dabei im Vordergrund. Stellt ein Nutzer in einem Forum eine Frage oder bittet um die Meinung der anderen Forumsmitglieder, können diese antworten oder ihre Meinung darlegen. Der Verlauf des Austauschs wird chronologisch dargestellt und kann so zu einem späteren Zeitpunkt nachvollzogen werden. Jede Diskussion hat ihren eigenen Strang (sog. Threads), so dass Diskussionen nicht vermischt werden. Die einzelnen Diskussionsverläufe sind in einem übergeordneten Themencluster sortiert. Die Standardrubrik Forum ist vorhanden und kann von den Publikationsredakteuren eingerichtet werden. Alle Nutzer des MAPs können sich an den Diskussionen beteiligen. Dateien/Fileablage für Anhangdokumente Allgemein Wenngleich Business Collaboration mit neuen Medien und Werkzeugen die Kommunikation unterstützt, liegen Informationen auch als Dokumente vor. So werden Konzepte, Anleitungen, Broschüren oder ähnliches auch zukünftig als Dokumente vorliegen. Daher sind Werkzeuge zum Austauschen, Bearbeiten und Organisieren von Dokumenten auch als Business Collaboration-Werkzeuge gefragt. Mit der Dateiablage soll die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten sowie das Finden und Nutzen von Dokumenten unterstützt werden. Mit der Dateiablage eines Business Collaboration-Werkzeuges können Dateien abgelegt, gespeichert, Ordner und Unterordner zur Strukturierung genutzt werden, sowie Verlinkungen auf andere Dateien abgelegt werden also klassische Funktionen, wie man sie auch aus der Dateiablage auf dem Computer kennt. Zusätzliche Dokumentenmanagementfunktionen erweitern die Möglichkeiten der Dateiablage. Zum Umfang zählen eine automatische Versionierung, Benachrichtigung, sowie Sperr- und Freigabefunktionen. Auch können durch Tagging und Metadaten die Dokumente um Beschreibungen erweitert werden. Im MAP können Dokumente als Anhangdokumente eingefügt werden. Sie sind aber bei Änderungen nachzupflegen. Eine Dokumentenmanagementfunktion ist nicht integriert. Diese Möglichkeiten bietet künftig die eakte. MITARBEITER PORTAL SUB 4-5/

12 MITARBEITERPORTAL MITARBEITER ENERGIE PORTAL Lesezeichen/Bookmarks/Dogears In Sammlungen für Lesezeichen werden Links zu Beiträgen, News, Artikeln, Diskussionen etc. gesammelt. Diese können mit Zusatzinformationen versehen werden und ermöglichen somit eine Strukturierung und Organisation der Informationen. Mit Lesezeichen werden die wichtigen Beiträge im Internet und dem Unternehmensnetzwerk gesammelt. Ein Nutzer kann auf diese Weise seinen persönlichen Wissensspeicher vervollständigen. Teilweise können die Lesezeichensammlungen auch veröffentlicht und anderen Benutzern zur Verfügung gestellt werden. Damit erleichtert man die Weitergabe von relevanten Informationen an die eigenen Kontakte/an das eigene Netzwerk. Jeder Mitarbeiter kann sich im MAP persönliche Abonnements zu bestimmten Themen zusammenstellen und Lesezeichen für bestimmte Artikel benutzen. Aktivitäten/Projekte managen Ein Projekt ist ein einmaliges Vorhaben, welches aus Teilaufgaben oder Aktivitäten besteht und ein klar definiertes Ziel verfolgt. Das Projektziel wird dabei von den Rahmenbedingungen Zeit, Ressourcen und Ergebnisqualität beeinflusst. Betrachtet als Business Colloboration-Werkzeuge sind Projekte oder Aktivitäten die technische Ausgestaltung der oben genannten Projektdefinition. Projekte sind dabei oft Communities zugeordnet, (siehe auch die Beschreibung des Werkzeugs»Communities«), deren Basis das gemeinsame Projektziel ist. Der Funktionsumfang von Projekten reicht von einfachen Ordnern mit einigen zusätzlichen Feldern für die Termin- und Zielbeschreibung bis hin zu komplexen Projektmanagementwerkzeugen, in denen Terminpläne, Ressourcen und Dokumente verwaltet werden können. Aktivitäten sind klar definierte Aufgaben. Aufgaben haben i.d.r. eine Arbeits- und Zielbeschreibung, Anfangs- und Endtermin, einen Status, Notizen, sowie einen oder mehrere Bearbeiter. In einem Business Collaboration- Werkzeug ist eine Aufgabe ein Objekt, welches in Projekten oder über Aufgabenlisten verwaltet werden kann. Verschiedene Sichten auf die Aufgaben ermöglichen die Bündelung von Aktivitäten zur»persönlichen Aufgabenliste «,»Projektliste«o.ä. Im MAP ist kein Projektmanagementsystem, wie beispielsweise MS-Projekt, hinterlegt. Wie oben beschrieben können aber verschiedene Werkzeuge des MAP zur Unterstützung eingesetzt werden. Sinn gibt oft, eine Rubrik anzulegen und darunter dann die notwendigen Werkzeuge anzuordnen. Kennzeichnen mit Tagging Tagging ermöglicht die Kennzeichnung existierender Inhalte und dient somit nicht zur Erstellung von neuen Inhalten anders als die anderen Business Collaboration-Werkzeuge. Sinn und Zweck des Taggings ist die Strukturierung/Attributierung und somit das Wiederfinden von Informationen zu ermöglichen und zu vereinfachen. Beim Tagging werden Beiträgen, Informationen und sonstigen Datenschnipseln Schlüsselwörter als Metadaten hinzugefügt. Die möglichen Schlüsselwörter können dabei vom Unternehmen vorgegeben, als auch von den einzelnen Nutzern selbst definiert werden. Die Unternehmens- und Autorentaxonomie wird um die persönliche Taxonomie erweitert. Damit können Nutzer Personen, Unterlagen und Informationen in Abhängigkeit der Relevanz für ihre aktuelle Aufgabe selbst kennzeichnen. Mit der Erweiterung der Suchfunktionen um diese Tags können andere Nutzer diese Informationen schneller finden und ihren Nutzen klassifizieren. Indem persönliche Tag-Listen mit Kollegen geteilt werden, entstehen Verbindungen von Personen und Dokumenten, welche über die zugewiesenen Tags identifiziert werden können und eine neue Struktur erschaffen. Mit Hilfe von»tag Clouds«können vielfach verwendete Tags optisch aufbereitet dargestellt werden. Je häufiger ein Tag benutzt wurde, desto stärker wird er hervorgehoben. Im MAP ist diese Form nicht vorhanden. Allerdings gibt es eine gute Suchfunktion. Activity-Streams als Pinnwand Acitivity-Streams stellen die Aktivitäten eines Business Collaboration-Werkzeugs in chronologischer Reihenfolge dar. Dabei steht der neueste Beitrag an oberster Stelle. Der Activity-Stream ist somit eine Pinnwand, mit der sehr schnell ein Überblick der Ereignisse im Netzwerk erlangt werden kann. Ein Beitrag in einem Activity-Stream stellt i. d. R. folgende Informationen dar: Informationen zum Nutzer, der einen Beitrag verfasst hat oder eine Aktivität durchgeführt hat: Name und Foto Zeitpunkt, an dem das Ereignis stattfand Zusammenfassung des Beitrags oder Ereignisses Vom Acitivty- Stream erreicht man dann die entsprechenden Aktivitäten und Beiträge im Business Collaboration-Werkzeug. Mit den Funktionen»Teilen«,»Weiterempfehlen«,»Merken «,»Interessant«oder»Kommentieren«kann man den Beitrag in seinem Netzwerk sehr einfach bekannt machen oder mit der Diskussion starten. Im MAP gibt es mehrere Formen, die dem Überblick dienen und auf der persönlichen Startseite dargestellt werden: Meine aktuellen Meldungen: Diese Meldungen sind personalisiert. Hier werden alle Neuerungen, denen man im allgemeinen Themenkatalog zugeordnet ist, aufgeführt. Meldung für alle: Diese Meldungen (Hausmitteilungen) erhalten alle Kollegen, die einer bestimmten Einheit zugeordnet sind. 12 SUB 4-5/2015

13 MITARBEITERPORTAL Kürzlich Publiziert: Hier werden alle im Portal öffentlich zugänglichen Beiträge in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Umfragen/Polls zur schnellen Meinungsabfrage Umfragen ermöglichen eine schnelle und strukturierte Abfrage von Meinungen und Abstimmung von Fragestellungen. Business Collaboration-Werkzeuge ermöglichen üblicherweise einfache Umfragen und klar strukturierte, graphische Auswertungen. Meist können mehrere Fragen kombiniert werden. Pro Frage stehen Freitextantworten und Optionen zur Auswahl von einer oder mehreren Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Bei den Umfragen kann i.d.r. auch gesteuert werden, ob der aktuelle Stand der Umfrage sichtbar ist oder nicht. Die Standardrubrik Umfrage ist vorhanden und kann von den Publikationsredakteuren eingesetzt werden. Instant Messaging/Chat Beim Instant Messaging erfolgt eine direkte und unmittelbare Kommunikation zwischen zwei oder mehr Kommunikationspartnern. Mit wenigen Sätzen werden kurze und knappe Informationen ausgetauscht und diskutiert. I.d.R. erwartet der Sender vom Empfänger eine Antwort innerhalb der nächsten Minuten. Somit ist die Kommunikation zwar leicht zeitversetzt, kann jedoch noch als gleichzeitig angesehen werden. Vom Grundsatz findet dabei keine Speicherung der Unterhaltung statt. Bei Instant Messaging melden sich die Nutzer im entsprechenden Werkzeug an. Über ein Verzeichnis und persönliche Adressbücher sind dann alle Nutzer des Instant Messagings auffindbar und kontaktierbar. Hat ein Nutzer Bedarf an einem»gespräch«mit einem oder mehreren Personen, wählt er diese an und kann dann sein Anliegen mit ihnen in schriftlicher Form diskutieren. Beim Chat ist zwar auch eine Anmeldung notwendig, jedoch werden beim Chat sog. Räume angeboten. Möchte ein Nutzer sich mit anderen Personen austauschen, so muss er einem Chat-Raum beitreten. Im Chat-Raum sind dann alle Nachrichten für alle sichtbar. Die Chat-Räume sind thematisch organisiert. Noch nicht umgesetzt. Es laufen aber mit der Herstellfirma und anderen Nutzern des Systems Diskussionen, dies zu implementieren. Videokonferenzen ersetzen Dienstreisen Das Ziel eines Videokonferenzsystems ist, die Teilnehmer von physisch verschiedenen Orten in einem Konferenzraum zu vereinen, fast so als wäre es ein physisches Treffen. Videokonferenzen eignen sich daher für eine Vielzahl von Meetings, bei denen es auf Gestiken und Mimiken der anderen Teilnehmer ankommt, oder ein annäherndes Konferenzerlebnis erzeugt werden soll. In einer Videokonferenz steht eine Art virtueller Konferenzraum zur Verfügung. Die Teilnehmer der Konferenz wählen sich über die Endgeräte an den verschiedenen Standorten in die Konferenz ein. Als Endgerät kann entweder ein Computer mit WebCam und Headset oder ein professionelles Videokonferenzsystem genutzt werden. Die einzelnen Bilder und Tonsignale der verschieden Teilnehmer werden im virtuellen Besprechungsraum angezeigt bzw. übertragen. Bei Videokonferenzen steht der situative Austausch im Vordergrund und optimiert die Abstimmung bei verteilten Teams. Durch die Nutzung von Videokonferenzen können physische Treffen und die damit verbundenen Aufwände für Reisen reduziert werden. Im MAP sind keine Videokonferenzen möglich. Im Geschäftsbereich ist derzeit ein System im Test und mehrere Behörden sind hierbei eingebunden. Screensharing Beim Screensharing werden die Bildschirme der Teilnehmer in einem virtuellen Besprechungsraum geteilt. Damit können Inhalte gemeinsam bearbeitet und Hilfestellungen direkt vor Ort durchgeführt werden, ohne dass sich die Teilnehmer physisch an einem Ort treffen müssen. Beim Screensharing kommen mehrere Personen auf einem Screensharing-System zusammen. Die Teilnehmer wählen sich ähnlich der Videokonferenz in einen virtuellen Besprechungsraum ein. Dabei werden die Bildschirme der Teilnehmer bzw. nur eines Teilnehmers übertragen. Alle Teilnehmer sehen so die gleichen Inhalte. Viele Systeme bieten auch die Möglichkeit, dass die Teilnehmer über ihre Tastatur und Maus auf den gemeinsamen Bildschirm zugreifen und letztlich den entfernten PC bedienen. Im MAP nicht realisiert. Z. T. wird Screensharing im Geschäftsbereich aber genutzt, z. B. bei der Unterstützung durch die Hotline der FüAk. DR. HORST NEUHAUSER STTLICHE FÜHRUNGSAKADEMIE FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN Wir unterschätzen das, was wir haben und überschätzen das, was wir sind. Marie von Ebner-Eschenbach MITARBEITER PORTAL SUB 4-5/

14 MITARBEITERPORTAL Von Lehrern für Lehrer Portal für Lehrkräfte im Mitarbeiterportal erleichtert die Unterrichtsvorbereitung MITARBEITER PORTAL von GUDRUN SCHMALHOFER, ANDREA STÜTZLE und ELISABETH HERMANNSDORFER: Steigende Informationsflut und hoher Aufgabendruck erschweren den Lehrkräften an den Landwirtschaftsschulen eine solide Unterrichtsplanung. Um die Kolleginnen und Kollegen zu entlasten, wurde ein Projekt etabliert mit dem Ziel, im Mitarbeiterportal Unterrichtshilfen aufzubereiten, zu bündeln und im sog. Portal für Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen. Das fördert die Vernetzung untereinander und erleichtert die Unterrichtsvorbereitung. Ab dem Wintersemester 2015/2016 kann der neue Arbeitsbereich im Mitarbeiterportal genutzt werden. Im Januar 2013 richtete das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ämterübergreifend sechs Fachschaften ein. Damit verbindet sich das Ziel, den Austausch zwischen den Lehrkräften der Landwirtschaftsschulen zu stärken, und in einem fortlaufenden Prozess die Qualität des Unterrichts auf hohem Niveau zu halten. Zusätzlich wurde im Juni 2014 eine zweijährige Projektstelle geschaffen. Sie dient der Konzeption, Implementierung und Betreuung des neuen Portals für Lehrkräfte. Seither arbeiten die Diplom-Pädagogin Gudrun Schmalhofer und die Agraringenieurin Andrea Stützle mit Hochdruck am Aufbau dieser Plattform und betreuen sie redaktionell. Wo ist das Portal für Lehrkräfte zu finden? Das Portal für Lehrkräfte ist innerhalb des neuen Mitarbeiterportals (MAP) im Themenbereich Bildung angesiedelt. Über die Navigation Landwirtschaft oder Hauswirtschaft gelangt man zu den verschiedenen Unterrichtsfächern an den Landwirtschaftsschulen. Weiter geht es über die Sach themen hin zu den einzelnen Unterrichtsstunden (siehe Abbildung). Alle Themen sind rasch zu finden: Der Aufbau des Portals für Lehrkräfte orientiert sich an der Struktur der Lehrpläne. Alternativ kann die Funktion der Volltextsuche im Mitarbeiterportal genutzt werden. Startseite des Mitarbeiterportals -> Themenkatalog -> -Bildung -> Portal für Lehrkräfte Bildungsrichtung: Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft Unterrichtsfach: Familie, Persönlichkeit und hauswirtschaftlliche Betreuung Sachthema: Entwicklung und Förderung vom Säugling bis zum Jugendlichen Übersicht zur Unterrichtsstunde: Entwicklungsstufe Kleinkind Zentraldokument: Entwicklungsstufe Kleinkind Abbildung: Navigation durch das Portal für Lehrkräfte am Beispiel einer Unterrichtshilfe für die Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft 14 SUB 4-5/2015

15 MITARBEITERPORTAL Wer profitiert davon? Mit der Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien wird der Anspruch unterstützt, stets aktuelle Unterlagen auf fachschulgerechtem Niveau und mit möglichst geringem Zeitaufwand zur Hand zu haben. Jede Lehrkraft kann von der einen oder anderen Anregung der Kolleginnen und Kollegen profitieren, nach Bedarf die Materialien nutzen bzw. unkompliziert modifizieren. Es sind aber insbesondere die jungen Lehrkräfte, die eine wertvolle Hilfe erhalten, um sich rasch in ein Thema einzuarbeiten und auf dieser Basis ihren persönlichen Unterricht zu gestalten. Gleiches gilt für Lehrkräfte, die kurzfristig ein neues Fach unterrichten sollen, sei es als zusätzliche Aufgabe, als Vertretung im Krankheitsfall oder ähnliches. Ihnen bleibt keine Zeit für eine langwierige Unterrichtsvorbereitung. Was beinhaltet das Portal? Alle neuen Unterrichtsmaterialien werden in sogenannten Zentraldokumenten mit dem Kürzel ZD einheitlich aufbereitet. Auf die ersten, einführenden Seiten folgen alle vorhandenen Informationsmaterialien zum Thema. Das können Lehrskizzen sein oder vollständige Lehrdarstellungen, also mit Ablaufplanung, Tafelanschrift, Arbeitsblättern, Umdrucken und weiterführenden Hinweisen, aber auch PowerPoint-Präsentationen, MindMaps oder spezielle Handouts. Daneben finden sich Anleitungen und Anwendungen zu fachspezifischer Software. Auch Prüfungsaufgaben vergangener Jahre mit Lösungen werden aufgeführt und anderes mehr. Ob Buffet oder Portal für Lehrkräfte bringt jeder einen guten Beitrag, profitieren alle davon Darüber hinaus wird an die Einbindung von Drehbüchern für einzelne Schultage gedacht, an Arbeitsanweisungen für den fächerübergreifenden Unterricht und an die Bereitstellung exemplarischer Arbeiten für die Meisterprüfung (Wirtschafterarbeit, Arbeitsprojekt), an Datenbanken für Literatur, Bilder und Filme etc. Und schließlich ist die Einrichtung von Foren/Teamräumen geplant, die eine direkte Kommunikation aller Partner im Bildungsbereich des Ministeriums erlaubt. Wie kann das Portal nun wachsen? Die Fachschaftsleiterinnen und -leiter haben bereits einen Teil der Lehrkräfte aufgerufen, sich in Absprache mit dem Projektteam ein Thema auszusuchen, zu bearbeiten und einzureichen. Die Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen blieb aber eher verhalten. Das mag einerseits an den Arbeitsspitzen des laufenden Wintersemesters bzw. Schuljahres liegen (Oktober bis März), andererseits daran, dass das Projekt erst in den Startlöchern steht und weder der Aufbau des Portals noch exemplarische Dokumente als Referenz bislang eingesehen werden konnten. Ein weiterer, ergänzender Ansatz, aktuelle Unterrichtsmaterialien zu erstellen, entstammt der Idee, die fachlichen Fortbildungen mit der methodisch-didaktischen Aufbereitung von Unterrichtsmaterialien stärker zu koppeln. Dabei werden von aussagekräftigen Motiven aus der Praxis auch Fotos und Filme angefertigt. Konrad Wagner hat dies in seinem Artikel Fortbildungseinheiten mit mehr Praxisbezug in Schule und Beratung dargestellt (Ausgabe 11-12/2014, S ). Das Projektteam ist in jedem Fall zuversichtlich, dass die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zur Mitarbeit wächst: Mit der Umstellung des Mitarbeiterportals von der Testversion auf das Produktivsystem wird auch das Portal für Lehrkräfte auf technisch stabile Beine gestellt. Nun können die ersten Ergebnisse eingesehen und begutachtet werden. Und nicht nur das. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten des Feedbacks, der Anpassung, Korrektur, Ergänzung. Schließlich wird auch der Gefahr, dass alte Dokumente in den Tiefen der digitalen Systeme unangetastet schlummern, durch eine befristete Gültigkeitsdauer ein Riegel vorgeschoben. MITARBEITER PORTAL SUB 4-5/

16 MITARBEITERPORTAL MITARBEITER PORTAL Infobox: Anforderungen an die eingehenden Unterrichtshilfen vor der Zusendung von Unterrichtsmaterialien bitte die Themenauswahl mit dem Projektteam abklären pro thematischer Ausarbeitung eine Mail angeben, an welcher Stelle die eingereichten Materialien sinnvoll zuzuordnen sind (vgl. Sachthemen bzw. Handlungsfelder im Lehrplan) Materialien möglichst als Lehrdarstellung/Lehrskizze einreichen (einschließlich Tafelanschrift, Arbeitsblätter, Präsentationen etc.) Urheber- und Nutzungsrechte bedenken o Textquellen nennen bzw. Zitierregeln beachten o bei Bildern und anderen Medien zumindest die Herkunft angeben (daher sind eigene Fotos mit entsprechenden Nutzungsrechten sehr willkommen) weiterführende Hinweise (Literatur, Links etc.) mit angeben Unser Credo Lehrkräfte haben Vorbildfunktion, sie sollen kompetent sein und aktuelles Wissen gut vermitteln können. Es entlastet und beruhigt, wenn für den Unterricht gute Materialien rasch zur Hand sind. Das soll das neue Portal für Lehrkräfte leisten. Dafür benötigen die Projektmitarbeiterinnen aber die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen! ANDREA STÜTZLE GUDRUN SCHMALHOFER ELISABETH HERMANNSDORFER STTLICHE FÜHRUNGSAKADEMIE FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (FÜAK) Outlook statt Doodle Onlineplattform birgt Sicherheitsrisiken Doodle birgt Sicherheitsrisiken und soll in Zukunft nicht mehr verwendet werden. Das teilten die Datenschutzbeauftragten des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) mit. Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes haben mit der windowsbasierten Anwendung Outlook bereits ein geeignetes Programm, um Termine zu koordinieren. Sie sollen Terminabsprachen zukünftig nur noch mit diesem Kalenderprogramm durchführen. Doodle ist eine webbasierende Onlineplattform, die es den Nutzern erlaubt, Terminabsprachen kleinere Umfragen usw. online durchzuführen. Wo früher unzählige Rundmails gesendet werden mussten, um einen geeigneten Termin für alle Betroffenen zu finden, reicht eine zentrale Doodle-Umfrage aus. Vor allem in eng gestrickten Zeitrahmen hat sich dieses Programm bewährt auch die öffentliche Verwaltung nutzt es. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, sagt Dr. Horst Neuhauser, Leiter der Abteilung Z an der Staatlichen Führungsakademie (FüAk). Hinter Doodle verberge sich ein profitorientiertes Unternehmen. Wer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bestätigt, ermöglicht es dem Anbieter, die gesendeten Daten kommerziell weiter zu verwenden. Diese Daten werden auf einer Datenbank in der Schweiz gespeichert und befinden sich damit außerhalb des Geltungsbereiches der EU, informiert Neuhauser. Zu den persönlichen Daten, die Doodle nutzt, zählen unter anderem Name, Adresse, Geburtsdatum und -Adresse. Daher warnen Datenschützer davor, die Onlineplattform dienstlich zu verwenden. Die Gefahr, sensible Daten unkontrolliert weiterzugeben, sei unkalkulierbar. Thomas Müller, AELF Bad Neustadt Josef Haslbeck, AELF Rosenheim Franz Brunner, AELF Landshut Johannes Schrems, AELF Bayreuth 16 SUB 4-5/2015

17 MITARBEITERPORTAL Einfache Lösung bei wiederkehrenden s: Schnellbausteine Wer für wiederkehrende Sachverhalte immer wieder denselben Standardtext als s versenden muss, für den sind Schnellbausteine ein große Hilfe: Einmal eingerichtet lässt sich die schnell aufrufen und anpassen: 1 Eine Neue -Nachricht aufrufen und unter Text formatieren auf HTML umstellen. 2 Die geplante so erstellen, als würde man es in den Versand geben. MITARBEITER PORTAL Den Text in der Mail markieren und in der Werkzeugleiste das Symbol Schnellbausteine auswählen 24 In dem Pulldown-Menü ganz unten Auswahl im Schnell- bausteine-katalog speichern (Pfeil) anklicken 5 Sofort geht ein Dialogfenster Neuen Baustein erstellen" auf: Hier den Namen des Schnellbausteins vergeben, da sonst automatisch die Anrede übernommen wird (Pfeil). Mit OK bestätigen Schon ist der erste Schnellbaustein in Outlook erstellt. Wann immer Sie diese schreiben wollen, öffnen Sie eine neue , formatieren wieder in HTML und rufen unter Einfügen den Schnellbaustein auf. MONIKA MAIER STTLICHE FÜHRUNGSAKADEMIE FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN Haben Sie auch Tipps und Tricks zur Arbeitserleichterung. Bitte schicken an SUB 4-5/

18 AGRARSTRUKTUR Hochwasserschutz im ländlichen Raum Gruppen Landwirtschaft und Forsten Hochwasserschutz AGRARSTRUKTUR von SIMON ÖSTREICHER und JOHANNES TREFFLER: Die Gruppen Landwirtschaft und Forsten Hochwasserschutz (GLF) wurden an den sieben Bezirksregierungen ab Herbst 2013 neu eingerichtet. Sie bringen bei Hochwasserschutzvorhaben frühzeitig die Belange der Land- und Forstwirtschaft ein und sind Ansprechpartner für die Betroffenen und Behörden. Die GLF Schwaben war bisher vor allem bei regionalen Hochwasserschutzprojekten, der Hochwasserrisikomanagement-Planung und der Festsetzung von Überschwemmungsgebieten tätig. Die an der Donau geplanten gesteuerten Flutpolder sind ein neuer Arbeitsschwerpunkt. In den letzten Jahren haben sich in Bayern die sogenannten Jahrhunderthochwasser gehäuft: Das Pfingsthochwasser 1999, die Augusthochwasser 2002 und 2005 und zuletzt das verheerende Junihochwasser Zudem hat das Schadenspotenzial in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen, da in einigen potenziellen Überschwemmungsbereichen Bau- und Gewerbegebiete verwirklicht wurden. Die Bayerische Staatsregierung hat deswegen im Juni 2013 ein erweitertes Hochwasserschutzaktionsprogramm 2020plus mit einem Gesamtvolumen von 3,4 Mrd. Euro beschlossen. Im Rahmen dieses Programms sollen zukunftsorientierte Hochwasserschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel der Bau von gesteuerten Flutpoldern und Hochwasserrückhaltebecken oder Deichrückverlegungen, umgesetzt werden. wurden bzw. werden insgesamt 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landwirtschafts- und Forstverwaltung sowie der Ländlichen Entwicklung an die Regierungen abgeordnet und zusätzlich ein Koordinator am StMELF eingesetzt. Diese 18 Vollzeitstellen sind für unsere Verwaltung stellenneutral, da für sie der schon jetzt zu erbringende Stellenabbau bis 2022 ausgesetzt wird. Beginnend mit Niederbayern im November 2013 bis zu Oberfranken im September 2014 sind jetzt alle sieben GLF eingerichtet. Sie sollen im Laufe des Jahres 2015 auf ihre endgültige Mitarbeiterzahl von je drei (in Südbayern) bzw. je zwei Vollzeitarbeitskräften (in Nordbayern) erweitert werden. Die Ausgangssituationen sind für die sieben GLF sehr unterschiedlich, je nachdem welche Hochwasserschutzmaßnahmen und sonstigen Projekte im jeweiligen Regierungsbe- Belange der Land- und Forstwirtschaft vertreten Von den Hochwasserschutzvorhaben sind fast immer auch landwirtschaftliche Flächen und Wälder betroffen, sei es für Baumaßnahmen, als zusätzlicher Retentionsraum oder für ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Die Staatsregierung setzt deswegen an den sieben Bezirksregierungen im Bereich Hochwasserschutz gezielt Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) ein. Sie sollen die Belange der Land- und Forstwirtschaft frühzeitig bei den Planungen einbringen und als Ansprechpartner für betroffene Landwirte und Waldbesitzer dienen. Für diese Gruppen Landwirtschaft und Forsten Hochwasserschutz (GLF) Bild 1: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sieben GLF bei einer Exkursion zum Flutpolder Weidachwiesen im Lkr. Oberallgäu (von rechts nach links) Rainer Prischenk, Regierung von Oberfranken; Susanne Winkler, Regierung von Niederbayern; Josef Huber, Regierung von Niederbayern; Karl Birk, Regierung von Niederbayern; Manfred Alzinger, Regierung von Oberbayern; Maria Stichlmair, Regierung von Mittelfranken; Dr. Michael Schwertl, Regierung von Oberbayern; Peter Schwappach, Regierung von Unterfranken; Dr. Stefan Kremb, Regierung der Oberpfalz; Michael Kaiser, StMELF; Simon Östreicher, Regierung von Schwaben (Foto: Michael Kaiser) 18 SUB 4-5/2015

19 AGRARSTRUKTUR Infobox 1: Gruppen Landwirtschaft und Forsten Hochwasserschutz (Stand April 2015) Mittelfranken Niederbayern Oberbayern Oberfranken Oberpfalz Schwaben Unterfranken Koordinator am StMELF Maria Stichlmair Karl Birk, Pablo Asensio, Josef Huber, Susanne Winkler Manfred Alzinger, Dr. Michael Schwertl Rainer Prischenk Dr. Stefan Kremb Simon Östreicher, Johannes Treffler Peter Schwappach Michael Kaiser zirk geplant und durchgeführt werden. Dementsprechend unterscheiden sich auch ihre Tätigkeitsbereiche. Nachfolgend beschreiben wir unsere Erfahrungen aus Schwaben. Bild 2: Drosselbauwerk des Hochwasserrückhaltebeckens Putzmühle, Lkr. Aichach-Friedberg Hochwasserschutzprojekte in Schwaben Die Gruppe Landwirtschaft und Forsten Hochwasserschutz an der Regierung von Schwaben in Augsburg hat Anfang 2014 unter Leitung von Simon Östreicher ihre Arbeit aufgenommen. Im Juni 2014 ist Johannes Treffler als Verstärkung dazu gestoßen und ab Mitte 2015 wird unser Team dann mit drei Mitarbeitern seine Zielstärke erreicht haben. In der Zuständigkeit der Regierung von Schwaben liefen im Jahr 2014 keine großen Raumordnungs- oder Planfeststellungsverfahren im Bereich Hochwasserschutz, so dass sich für uns am Anfang erst die Frage stellte: Wo sollen wir denn tätig werden? Nach einer ersten Vorstellungsrunde innerhalb der Regierung, bei den sieben schwäbischen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF), dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Schwaben und den Wasserwirtschaftsämtern (WWÄ) Donauwörth und Kempten wurde aber schnell klar, dass es für uns in Schwaben mit vielen kleineren und mittleren Hochwasserschutzprojekten genügend Betätigungsfelder gibt. Diese Vorhaben werden von den Landratsämtern planfestgestellt und von den WWÄ bzw. bei Gewässern 3. Ordnung von den Kommunen als Vorhabensträger umgesetzt. Einige dieser laufenden Projekte haben bereits eine längere Vorgeschichte und sind durch Klagen von Grundstückseigentümern ins Stocken geraten. Andere befinden sich gerade erst in der Anfangsphase der Planungen. In beiden Fallkonstellationen sind wir zwischen Wasserwirtschaft, Landratsamt und Land- und Forstwirtschaft vermittelnd tätig. Wir beraten und unterstützen die beteiligten Behörden und sind Ansprechpartner für die vom Projekt betroffenen Landwirte und Waldbesitzer. Wir versuchen dabei, für deren Anliegen möglichst bürgerfreundliche Lösungen zu erreichen. Wichtige Hochwasserschutzprojekte in Schwaben sind zum Beispiel der Hochwasserschutz (HWS) Günz mit fünf geplanten größeren Hochwasserrückhaltebecken, der HWS Mindeltal mit verschiedenen größeren Maßnahmen, der HWS Dinkelscherben und der HWS Singold-Anliegergemeinden. Hochwasserrisiko und Überschwemmungsgebiete Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im Jahr 2014 war für uns die sog. Hochwasserrisikomanagement-Planung (HWRM-Planung). Im Rahmen dieser Planung werden für alle Risikogewässer anhand von Karten mit verschiedenen Hochwasserszenarien Risikobewertungen vorgenommen und Maßnahmen zum Katastrophenschutz und für eine Verringerung der Hochwassergefahren festgelegt. Die GLF Schwaben hat bei diesem umfassenden Planungsprozess, der alle sechs Jahre erneuert wird, die Koordination der land- und forstwirtschaftlichen Beiträge der ÄELF und des ALE übernommen. Im Rahmen der HWRM-Planungen wurden für die Risikogewässer u. a. auch die Überschwemmungsbereiche für ein hundertjährliches Hochwasserereignis (HQ 100) neu berechnet. Jetzt werden anhand dieser Grundlagen von den Kreisverwaltungsbehörden sukzessive die bereits bestehenden amtlichen Überschwemmungsgebiete angepasst bzw., wo es bisher noch keine solche Gebiete gab, diese vorläufig gesichert oder festgesetzt. Für die Landwirte und Waldbesitzer ergeben sich in Überschwemmungsgebieten verschiedene Bewirtschaftungseinschränkungen, z. B. bei Bauvorhaben, Grünlandumbruch, nicht nur kurzfristiger Ablagerung von Siloballen und Brennholz oder Anbau von hochaufwachsenden Pflanzen wie Mais, Miscanthus oder Kurzumtriebsplantagen. Wir versuchen, die entsprechenden Regelungen AGRARSTRUKTUR SUB 4-5/

20 AGRARSTRUKTUR AGRARSTRUKTUR in Zusammenarbeit mit den ÄELF, WWÄ und Landratsämtern für die Landnutzer möglichst wenig belastend und praxisnah auszugestalten. Ausblick: Flutpolder an der Donau Am 12. September 2014 hat der damalige Umweltminister Dr. Marcel Huber die Standorte von zwölf an der Donau geplanten Flutpolder bekanntgegeben. Diese gesteuerten Flutpolder sollen als Überlastschutz bei extremen Hochwassern dienen. Sie liegen angrenzend am Fluss und können durch Ein- und Auslassbauwerke wie gigantische Badewannen gezielt eingestaut und nachdem der Scheitel der Hochwasserwelle durchgelaufen ist wieder abgelassen werden. Die Polder eignen sich deswegen besonders, um Hochwasserspitzen zu kappen und den Unterliegern dadurch die notwendigen rettenden Zentimeter weniger Wasserstand zu verschaffen. Sechs der zwölf geplanten Standorte liegen ganz oder teilweise in Schwaben (siehe Tabelle). Die Wasserwirtschaftsverwaltung will ihr Flutpolderkonzept in folgenden Schritten umsetzen: Vorläufige Sicherung aller Flutpolderstandorte als Überschwemmungsgebiete. Dadurch soll verhindert werden, dass in den Gebieten neue Bauvorhaben und bauliche Erweiterungen durchgeführt werden. Einleitung von Raumordnungsverfahren für die Standorte, die die größte Hochwasserschutzwirkung haben. In Schwaben sind dies die Polderstandorte Höchstädt, Schwenningen und Bertoldsheim. Durchführung der Planfeststellungsverfahren für die einzelnen Polder. Bau der Flutpolder. Dieser Prozess, der sich voraussichtlich über mehrere Jahre hinziehen wird, wird durch eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet. So wurden im ersten Quartal 2015 sieben Auftaktveranstaltungen für einen Hochwasserdialog vor Ort durchgeführt, anschließend finden themenspezifische Workshops statt und im Internet wurde eine Informations- und Diskussionsplattform bereitgestellt (www.hochwasserdialog.bayern.de). Land- und forstwirtschaftliche Betroffenheit Die Betroffenheit land- und forstwirtschaftlicher Betriebe durch den Bau der geplanten Flutpolder wird je nach den Einzelumständen sehr unterschiedlich sein. Sie kann im Einzelfall eine existenzbedrohende Wirkung erreichen. So Standort Rückhaltevolumen Einstaufläche gesamt davon LF davon Wald Leipheim ca. 12 Mio. m³ ca. 630 ha 15 Prozent 70 Prozent Dillingen ca. 5 Mio. m³ ca. 220 ha 10 Prozent 90 Prozent Steinheim ca. 5 Mio. m³ ca. 270 ha 20 Prozent 70 Prozent Höchstädt ca. 12 Mio. m³ ca. 600 ha 40 Prozent 25 Prozent Schwenningen ca. 14 Mio. m³ ca. 600 ha 75 Prozent < 5 Prozent Bertoldsheim (teils in Oberbayern) Tabelle: Geplante Flutpolder an der Donau in Schwaben ca. 18 Mio. m³ ca. 470 ha 45 Prozent 50 Prozent werden für die Bauwerke (Deiche, Ein- und Auslassbauwerke) und naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen dauerhaft größere Flächen benötigt. Die Baustelleneinrichtungen werden temporär zusätzliche Flächen in Anspruch nehmen. Es können zudem Bewirtschaftungserschwernisse durch die Zerschneidung von Flächen und Zufahrtswegen entstehen. Da die Flutpolder nur bei extremen Hochwasserereignissen geflutet werden sollen, können die Flächen innerhalb des Polders in den meisten Jahren normal bewirtschaftet werden. Im Flutungsfall werden alle entstandenen Schäden zu 100 Prozent entschädigt (u. a. Ernteverluste, Beseitigung von Treibgut, Sedimenten und Schadstoffeinträgen, Ausfall von Abnahmeverträgen). Zudem erhalten die Grundstückseigentümer für die im Grundbuch gesicherte Bereitstellung ihrer Flächen eine Einmalentschädigung von 20 Prozent des Verkehrswerts. Eine besondere Belastung entsteht für die Betriebe, bei denen Gebäude im Polder liegen. Für sie müssen sachgerechte und faire Lösungen (z. B. eine Hochwasserfreilegung oder eine Absiedelung gegen Entschädigung) gefunden werden. Die GLF Schwaben wird sich in Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen ÄELF und dem ALE Schwaben intensiv in den Kommunikations- und Planungsprozess zu den Flutpoldern einbringen. Ziel ist es, dass Varianten erarbeitet werden, die dem notwendigen Hochwasserschutz dienen, die aber gleichzeitig möglichst flächensparend sind und die Bewirtschaftung wenig einschränken. SIMON ÖSTREICHER JOHANNES TREFFLER REGIERUNG VON SCHWABEN 20 SUB 4-5/2015

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